Der TSV 1860 München konnte gestern endlich seine Negativserie von fünf erfolgslosen Spielen beenden. Trainer Köllner lieferte und das Ultimatum von Günther Gorenzel ist vorerst gegenstandslos. Ist jetzt also wieder Alles gut bei Sechzig?

Aufwühlende Woche bei Sechzig

Nach dem frappierend schlechten Restrundenauftakt in Mannheim folgte eine ereignisreiche Woche in Giesing. Am Sonntag erschien Hasan Ismaik aus dem Nichts in München und hielt Hof im Mandarin Oriental. Er nutzte die Gelegenheit, um Michael Köllner eine private Jobgarantie auszusprechen und ein weiteres Mal einen Stadionneubau für 1860 anzukündigen. Während die Öffentlichkeit beim Stadionneubau wohl schon etwas abgehärtet ist und die Ismaik’sche Ankündigung resonanzlos verhallte, griff Günther Gorenzel die Jobgarantie auf und sah sich zu einer Klarstellung genötigt. Per “Stellungnahme zur sportlichen Situation” teilte Gorenzel mit, wer die Entscheidungen im sportlichen Bereich trifft und stellte Köllner nebenbei ein Ultimatum. Dieser verzichtete in der PK vor dem Spiel auf weitere Angriffe gegen Gorenzel und gab sich fokussiert auf das Spiel gegen Zwickau. Nicht ohne zu erwähnen, dass auch er die Mechanismen der Branche kenne.

Showdown gegen Zwickau

So lief Alles auf einen Showdown gegen den FSV Zwickau hinaus. Als sei die Situation nicht schon schwierig genug, zeigte sich Frau Holle arbeitsam wie nie in diesem Winter sendete ein Schneegestöber erster Güte ins Grünwalder Stadion. Beste Ausgangslage für ein dramatisches Finale also. Der Spannungsbogen verlief dann relativ flach. Bereits nach sieben Minuten führten die Löwen komfortabel mit 2:0. Am Ende gewannen sie ungefährdet 3:1 gegen insgesamt harmlose Zwickauer, die gestern das Bild eines Abstiegskandidaten abgaben. Am Ende zeigten sich die Spieler über den Sieg erleichtert.

Ist jetzt wieder Alles gut beim TSV?

Was bedeutet dieser glanzlose Sieg nun für die nahe Zukunft des TSV 1860 München? Ist jetzt gar wieder Alles gut an der Grünwalder Straße? Das ist aus meiner Sicht schwer vorstellbar. Michael Köllner war schwer angezählt. Nicht nur durch die sportliche Negativserie vor dem gestrigen Sieg. Sondern auch durch seine Kommunikation gegenüber seinem Vorgesetzten in der sogenannten “Polter-PK” wird intern sicher nachhallen. Ebenso seine psychologisch nicht gerade klugen öffentlichen Äußerungen gegenüber seinen Spielern. Das kann dieser eine Sieg sicherlich nicht übertünchen. Köllner hat sich jetzt sicherlich die Chance verdient, weiter zu arbeiten. Seine Beziehung zur Öffentlichkeit, zu seinen Kollegen und Vorgesetzten und nicht zuletzt zu seinen Spielern dürfte nachhaltig gelitten haben. Günther Gorenzel hat sicher kein Ultimatum aufgestellt, ohne potentielle Nachfolger in der Hinterhand zu haben. Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.

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Der Sieg war zwar verdient, aber dafür, dass Zwickau so schlecht war, war es viel zu eng für meinen Geschmack. Eine Glanzparade Hiller, ein Abseitstor… Die defensive Anfälligkeit war nach wie vor gegeben.

Und in der Offensive kann man / muss man auch 2-3 Tore mehr machen.

Immerhin ist Holzhauser eine sichtbare Verstärkung, sowohl technisch als auch in Bezug auf die Präsenz. Und Kobylanski scheint sich langsam, aber stetig, aus seinem Loch rauszuarbeiten. Dazu Lakenmacher mit Tor und Assist.

Das war ein erster Schritt, aber um aufzusteigen ist noch viel Arbeit und Verbesserung notwendig.

Es war ein verdienter Sieg mit einigen schönen Spielzügen
auf schlechtem Geläuf. Durch die Ergebnisse am Wochenende ist der Druck aber eher gestiegen und Dresden
Ist eine komplett andere Nummer als das doch recht schwache Zwickau. Ich hoffe auf 7 Punkte in den nä.3 Spielen und rechne mit 4, was MK wohl den Job kosten wird.

Mehr schlecht als rechter Beitrag.

Begründe, dann wissen wir, was du meinst!

Sehr interessant wie die eigene Meinung des Verfassers dieses Artikels als feststehende allgemeine Fakten dargestellt werden.
Beschämend ist dass dann Staub aufgewirbelt und gestänkert wird wenn für den sportlichen Erfolg Gemeinsamkeit wichtig wäre.

So ganz in den Jubel einzufallen fällt mir doch schwer, der Gegner (Zwickau) hatte nicht mal gehobenes Regionalligaformat, wenn man genauer hinsieht relativieren sich Hosianna Rufe, ein Sieg nicht mehr nicht weniger, aber…

“nicht mal gehobenes Regionalliganiveau”
Sorry, das ist doch Unsinn.
Es ist einfach nicht gut, wenn man den Gegner schwach redet, wenn 60 gewinnt.
Ich war im Stadion und hab auch deren Stärken gesehn, sie wurden eben kalt erwischt und konnten ihre Taktik nicht durchdrücken.

Die Giesinger Gedanken sind seit jeher – wie ja auch die Bezeichnung schon sagt – die Meinung und Wahrnehmung eines Autors von sechzger.de. Sie werden gerne gelesen und laden zum Kommentieren der eigenen Meinung ein. Dazu bist auch du eingeladen und darzulegen, was genau am Beitrag nicht deiner Meinung entspricht.

Hallo an alle,

grundsätzlich bin ich der Meinung, dass auf diesem Portal Kritik/Meinungen/Betrachtungen fair behandelt und diskutiert werden, wo anders wird man beleidigt und abqualifiziert

Deshalb misch ich mich hier jetzt einfach ein:

Ich finde, wir müssen uns da irgendwie durchboxen, mir relativ egal , ob Spieler und Trainer Freunde sind, ich bin der Meinung, wir haben einen super starken Kader, alle zusammen “Dreck fressen” , und nicht jedesmal wieder eine Trainerdiskussion, wir stehen das jetzt durch, basta

Im Frühjahr feiern wir und stellen uns in der 2.Liga wieder neu auf.

Ich geb einfach immer wieder mal meinen Senf dazu, ob ich immer richtig liege, keine Ahnung, aber immer 1 8 6 0

Schön, dass du das so wahrnimmst – eines unserer großen Ziele 🙂 Sicherlich ist da noch Verbesserungspotential, aber das ist doch schon mal was!

Ich bin auch der Meinung, dass dieser Sieg verdient war, aber auch aufgrund des Wetters und des Gegners wenig Aussagekraft besitzt. Zumindest hatte ich gestern eine Menge Spaß, ich liebe diese Spiele bei Schnee, Kälte, Regen oder Sturm, es sind die Begegnungen für mich, die in Erinnerung bleiben. 

Viel mehr Aussagekraft hatte für mich das Interview mit Lakenmacher, er wurde zweimal hintereinander direkt gefragt, ob die Mannschaft für den Trainer gespielt hat, Fynn wich jedes Mal bei seiner Antwort aus und gab hier kein Statement pro Köllner aus, das lässt tief blicken und vermittelt den Eindruck, dass es hier nicht mehr stimmt.

Das kann man aber auch anders interpretieren. Wie ja auch in dem Interview mit dem Psychologen schon erläutert wurde, haben sicherlich die Trainer (Köllner und S. Reisinger) und weitere Verantwortliche (u.a. Gorenzel) die Spieler darauf hingewiesen, dass das nicht deren Sache sei, sich darüber Gedanken zu machen. Folglich macht es dann auch Sinn, dass Lakenmacher genau das dann auch so sagt.
Insgesamt war für mich im Spiel und auf dem Platz kein Hinweis zu finden, dass die Mannschaft mit Köllner ein Problem hat. Viel interessanter fand ich, dass Freitag nicht mehr im Kader war:
1860: 1 Hiller (Tor) – 20 Deichmann, 39 Morgalla, 27 Belkahia, 36 Steinhart – 6 Rieder – 33 Boyamba, 10 Kobylanski, 26 Holzhauser, 9 Vrenezi – 19 Lakenmacher.
Ersatz: 40 Kretzschmar (Tor) – 4 Verlaat, 7 Lex, 11 Greilinger, 14 Skenderovic, 15 Bär, 17 Wein, 22 Lannert, 38 Wörl.

Klar kannst Du damit recht haben, dass die Mannschaft explizit darauf hingewiesen wurde sich dazu nicht zu äußern. 🙂

Ob ein Freitag überhaupt in das Aufgebot eines Drittligisten gehört, frag mal nach beim Trainer der Zweiten, auch da hätte er keinen StammPlatz sicher

Die Leistung gestern war okay.
Da braucht es gar nicht Bemerkungen, dass der Sieg glanzlos war und der Gegner so schwach.
Nicht falsch verstehen. Ich schreibe ja hier jetzt öfter, weil diese Plattform hier die beste ist, die es rund um die Löwen gibt.
Meiner Meinung nach ist auch die viele Kritik an unserem Trainer durchaus berechtigt. Allerdings wird das teilweise auch bis zum Exzess übertrieben, vor allem in den Kommentarspalten.
Die einen oder anderen Kommentare von Köllner auch zu einzelnen Spielern waren sehr unglücklich. Er ist eben auch eine Plaudertasche – leider!
Allerdings denke ich schon, dass wir aus der Entfernung nicht einschätzen können, welches Verhältnis der Trainer zu den Spielern hat.
Immerhin lässt sich feststellen, dass gestern auch ein Verlaat gespielt hat, dass ein Lannert gespielt hat, dass ein Bär gespielt hat, dass ein Wörl echt gut gespielt hat.
Also zumindest konnte man nicht im Ansatz erkennen, dass Spieler und Trainer gegeneinander arbeiten. Schaut euch einfach mal die Szenen im Kreis an nach dem Spiel, pure Freude und Erleichterung bei allen.

Und noch was
Zwickau war nicht so schlecht, Zwickau spielt eben das, was sie können. Letzte Saison sind sie mit 8 sieglosen Spielen zu uns gekommen und haben uns geschlagen, heuer haben wir ihren Plan mit 2 schnellen Toren durchkreuzt,
Und teilweise war es auf dem Schneeboden technisch ansprechender Fußball, den die Löwen gezeigt haben. Ein Manko war, dass wir nach dem 3:1 fahrlässig mit den vorhandenen Räumen und Chancen umgegangen sind. Sonst wäre ein 5:1 oder 6:1 möglich gewesen.

Sehr gut geschrieben, kann ich dir 100%IG zustimmen

Danke für Eure Arbeit ! Treffende Analyse !