Ich sag’s Euch gleich zu Beginn. Ich war gestern nicht in Magdeburg. Stattdessen bin ich zur U19 nach Illertissen gefahren und konnte statt einer 4:0-Niederlage einen 3:0-Auswärtssieg sehen. Trotzdem fühlte es sich ein wenig an wie Fremdgehen in der eigenen Familie.

Die Profis bekommen die Grenzen aufgezeigt

Über das Spiel der Profis in Magdeburg kann ich nicht viel schreiben. Die erste Hälfte verfolgte ich vor dem Anpfiff in Illertissen noch auf meinen Handy. Es erschien mir so, als ob die Löwen noch einigermaßen mithalten konnten. Magdeburg aber deutlich das Geschehen diktiert hat. Da in Illertissen um 15:00h angepfiffen wurde, schaute ich nur hin und wieder in unserem Liveticker nach, ob dem TSV 1860 München noch eine Überraschung gelingen könnte. Leider zeigte unser Ticker das genaue Gegenteil an. Je länger das Spiel dauerte, umso überlegener wurden die Gastgeber. Am Ende zeigte sich deutlich, dass es für Sechzig zu Recht für nicht mehr als Platz 4 reichen wird.

Ursachensuche am Handybildschirm

Für ganz nach oben fehlt es einfach an einigen Dingen. Kaltschnäuzig ist so ein Punkt, den ich am selbst am Handybildschirm erkennen konnte. Biankadi wurde in der zweiten Minute herrlich von einem Magdeburger Verteidiger angespielt und kommt von der Strafraumgrenze frei zum Schuss. Leider nimmt er das Geschenk nicht an und versenkt den Ball nicht in den Maschen. Anders als zum Beispiel die Magdeburger beim 4:0. Da rutscht Deichmann unglücklich weg und der Aufsteiger nutzt das eiskalt zu einem Tor. “Da war’s ja eh schon wurscht”, werden jetzt Einge sagen. Ich sehe das nicht so. Die beiden Gegentreffer in der Nachspielzeit können noch ganz schön weh tun, falls Osnabrück im Kampf um die DFB-Pokalqualifikation kommendem Samstag hoch gegen Magdeburg gewinnt. Der Vorsprung beträgt gerade noch zwei Tore. Hoffentlich langt es gegen Dortmund zu einem Sieg und wir können die Saison wenigstens noch mit der Quaifikation für den DFB-Pokal beenden. Da geht es um ca. 140.000 € Antrittsgeld, dass Günther Gorenzel wohl mehr als gut gebrauchen könnte, um den Kader für nächste Saison zu optimieren.

Vielsprechendes in Illertissen

Das Fremdgehen in der eigenen Familie war da schon sehr viel vergnüglicher. Die U19 fuhr einen ungefährdeten Sieg am vorletzten Spieltag der U19-Meisterrunde ein und steht kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliag. Dazu fehlt nur noch ein Sieg, der am letzten Spieltag gegen Memmingen auf dem Trainingsgelände eingefahren werden muss. Am kommenden Samstag um 16:00h wird angepfiffen. Vielleicht schafft es ja der ein oder andere nach dem Dortmund-Spiel, die Jungs zu unterstützen. Verdient hätten sie es allemal. Da ist eine extrem spielstarke und ballsichere Truppe zu bestaunen, die komplett aus technisch hervorragend ausgebildeten Spielern besteht. Es macht richtig Spaß den Junglöwen zuzuschauen!

Die Nachwuchsarbeit wird sich auszahlen

Im NLZ wird seit Jahren gut gearbeitet und wenn die U19 aufsteigt, spielen wieder alle Jugendmannschaften in der höchstmöglichen Klasse. Ich bin kein absoluter Experte bei der U19, aber Spieler wie Nathan Wicht (der hat ja sogar schon bei den Profis gespielt), Julian Bell, Michael Glück, Marius Wörl und Devin Sür – um nur einige zu nennen – sind mir extrem positiv aufgefallen. Da werden hoffentlich bald einige vileversprechende Talente eine Chance weiter oben bekommen und Michi Köllner – wenn er denn bleibt – kriegt wieder qualitativ hochwertigen Nachschub aus dem eigenen Hause. So wie diese Sasion schon mit Leandro Morgalla. Vor dem Hintergrund der erneut hohen Verluste der KGaA aus der Saison 20/21 scheint es mir der einzig gangbare Weg zu sein, junge Talente zu entwickeln. Diese sollten dann bei den Profis erste Spielpraxis im Herrenbereich bekommen und wenn sie dann für höhere Ligen in Frage kommen schon beim ersten Transfer mit Ablösesumme weitergegeben werden. So wird Geld in die Kasse kommen, das dem sportlichen Etat zu Gute kommen sollte. Außerdem wird die Identifikation bei uns Fans so ansteigen und wir werden stolz sein, unsere eigenen Talente in der ersten Mannschaft spielen zu sehen.

So sah ich durch das Fremdgehen in der eigenen Familie einen doch beträchtlichen Silberstreif am aktuell ziemlich dunklen Löwenhimmel.

 

 

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