10.000 Zuschauer verirrten sich am letzten Spieltag der Saison 1972/73 ins nigelnagelneue Olympiastadion, um die Löwen gegen den Karlsruher SC zu unterstützen. Fast ausverkauft sozusagen. Klar, der Aufstieg war bereits verpasst worden, aber immerhin empfing der Tabellendritte den Zweiten der damals zweitklassigen Regionalliga Süd. Einer der Torschützen des TSV 1860 an diesem Samstag Nachmittag war Ferdl Keller, der später sogar zum Nationalspieler avancierte.

Ferdl Keller kehrt zum TSV 1860 zurück

Wie in der Vorsaison erreichten der TSV 1860 auch in der Spielzeit 1972/73 den undankbaren 3. Tabellenplatz und verpasste den angepeilten Aufstieg in die Bundesliga. Dabei war vor der Saison ordentlich in die Mannschaft investiert worden. Mit Hanjo Weller und Ferdl Keller waren zwei Hoffnungsträger von Hannover 96 nach Giesing gewechselt. Im Gegenzug flossen stolze 550.000 Mark von der Isar an die Leine. Besonders die Rückkehr des Stürmers Keller, der für die Niedersachsen in 61 Spielen 39 mal eingenetzt hatte, weckte Begehrlichkeiten an der Grünwalder Straße.

Löwen verpassen den Aufstieg

Der Saisonstart ging jedoch ordentlich in die Hose. Nach vier Spielen und 3:5 Punkten musste Trainer Hans Tilkowski gehen. Auch unter Nachfolger Elek Schwartz wurde die erste Partie verloren, doch dann folgte eine Serie von 13:1 Punkten. Trotzdem gelang es dem TSV 1860 während der gesamten Spielzeit nicht ein einziges Mal, einen der beiden Aufstiegsplätze zu erreichen. An Weller und Keller lag es nicht: Während Mittelfeldspieler Weller in 34 Einsätzen 18 Tore erzielte, konnte sich Keller in 32 Spielen sogar 26 mal in die Torschützenliste eintragen.

Am Ende der Saison fehlten den Löwen drei Punkte auf den KSC, der zusammen mit dem SV Darmstadt 98 in die Bundesliga aufstieg.

Nationalspieler Ferdl Keller

Grund zur Freude hatte Hanjo Weller in der Saison 72/73 dennoch: Zusammen mit seinem Mannschaftskollegen Erwin Hohenwarter gewann er 46.000 Mark im Lotto.

Ferdl Keller machte beim TSV 1860 jedoch so nachhaltig auf sich aufmerksam, dass er 1975 als Zweitligaspieler in die Nationalelf berufen wurde und am 03.09. in Wien gegen Österreich für den DFB debütierte. Zwischen 1972 und 1976 traf Keller in 126 Spielen insgesamt 93 mal für die Löwen ins Schwarze – eine überragende Bilanz!

Ferdl Keller trifft auch gegen den KSC für 1860

Als die Löwen am 13.05.1973 den Karlsruher SC im Olympiastadion empfing, war der Zug Richtung Aufstieg bereits abgefahren. Die Euphorie war verflogen und auch das architektonische Meisterwerk am Oberwiesenfeld konnte nicht mehr als 10.000 Unentwegte hinter dem Ofen hervorlocken. Bonjour Tristesse!

Der TSV 1860 wollte sein zahlendes Publikum jedoch nicht enttäuschen und wer anders als Ferdl Keller sollte für den ersten Höhepunkt sorgen? Bereits in der 3. Minute stand er goldrichtig und versenkte die Kugel zum 1:0 im Tor des KSC. Die Badener hatten jedoch eine schnelle Antwort parat und glichen bereits in der 14. Minute aus. Kurz vor der Pause schlugen die Löwen in Person von Dieter Brozulat erneut zu und so ging es mit einer 2:1-Führung in die Kabine. Leider hielt der Vorsprung nach dem Seitenwechsel keine zehn Minuten, ehe Wild für den 2:2-Endstand sorgte.

Die Aufstellung des TSV 1860

Löwen-Trainer Elek Schwartz schickte heute vor 48 Jahren folgende Mannschaft aufs Feld:

Deml – Kroth, Sohnle (33. Schuhmann), Hiller, Seelmann – Zahnleiter, Hohenwarter, Weller, Metzger – Keller, Brozulat

Tore:
1:0 Keller (3.), 1:1 Fritsche (14.), 2:1 Brozulat (43.), 2:2 Wild (54.)

Löwen Kompendium

Die statistischen Daten der Partie sind einmal mehr dem großartigen Löwen Kompendium von Thorsten Ruinys entnommen. Vielen Dank!

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