Heute vor 75 Jahren fand das erste Pflichtspielderby nach Ende des zweiten Weltkriegs in der damals neugeschaffenen Oberliga Süd statt. Das Spiel endete mit einer 0:1 Niederlage gegen die Seitenstraßler.

Die Partie wurde im Grünwalder Stadion ausgetragen, in welchem sich je nach Quelle zwischen 13.000 und 15.000 Zuschauer im Grünwalder einfanden. Das Stadion war nach der Bombardierung im September und Oktober 1943 nur notdürftig wieder hergerichtet worden und trug erstmals den noch heute offiziellen Namen “Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße”.

Zerstörte Haupttribüne des Sechzger Stadions. Foto: tsv1860.de
Zerstörte Haupttribüne. Quelle: Stadtarchiv München, FS-WKII-STR-1131
Zerstörte Haupttribüne. Quelle: Stadtarchiv München, FS-WKII-STR-1131

Angeführt wurde die Mannschaft durch Otto Glas, welcher seit Ende der Saison 42/43 für die Löwen auflief. Bekannt ist, dass Otto Glas in den Endrundenspielen um die deutsche Fußballmeisterschaft im Mai 1943 gegen den VfB Stuttgart (3:0), Offenbacher Kickers (2:0) und First Vienna Wien (0:2), dem damaligen Wiener Spitzenclub, noch nicht zum Einsatz kam.

Glas stand dann erstmals am 20. Juni 1943 beim Endspiel um die Meisterschaft des Sportgaus München-Oberbayern, beim Derby gegen den FC Bayern, bei einem 2:0 Erfolg, in der Löwen-Elf. Glas erzielte in diesem Spiel beide Tore für die Löwen.

Otto Glas lief als “Linker Verbinder” auf, ein Halbstürmer, der z.B. im Spielsystem “Schottische Furche” zwischen Mittel- und Außenstürmern positioniert war. Am Nächsten kommt diesem die Position eines heutigen Zehners. Das Spielsystem der Löwen im Derby war das damals weit verbreitete “WM System“, ein 3-2-5 und somit eine Weiterentwicklung der Schottischen Furche.

Der Name kam daher, dass die Stürmer auf dem Feld wie ein “W”, die restliche Mannschaft aus Mittelfeld und Verteidigung wie ein “M” positioniert war, wie die Grafik zeigt:

3-2-5 WM-System. CC BY-SA 3.0

Die Mannschaftsaufstellung im Derby lautete wie folgt:

Richard Rösch – Karl Köhle, Franz Schmeiser – Karl Janda, Georg Bayerer, Franz Hammerl – Albert Janda, Franz Bachl, Otto Glas, Ludwig Janda, Alois Hornauer

Ludwig Janda sollte später der erste deutsche Italien-Legionär werden. Er wechselte 1949 für eine Ablösesumme von 50.000 Mark von den Löwen zum ACF Fiorentina nach Florenz.

 

0 0 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments