1:1 in Regensburg und dann eine blamable 0:2-Niederlage in der Allianz Arena – so die Ergebnisse der beiden letzten Pflichtspiele der Löwen gegen den Jahn. Verbunden damit war der Abstieg aus der Zweitklassigkeit bis hinab in die Regionalliga. Und so unerfreulich das samt der Begleitumstände auch gewesen sein mag, so wissen wir heute doch: In jedem Abschied liegt ein neuer Anfang! Bereits etwas länger her ist das Aufeinandertreffen des SpB. Jahn Regensburg und des SV 1860 München, von dem wir Euch heute berichten. Damals gewannen die Löwen in der Oberpfalz mit 2:1.

Gauliga Bayern

Wie nicht anders zu erwarten, war die Spielzeit 1933/34 nicht nur politisch geprägt durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten und das damit verbundene Ende der Weimarer Republik. Die Gleichschaltungen im Fußballbetrieb, die bereits in der Vorsaison begonnen hatten, wurden weiter vorangetrieben. Die sieben traditionsreichen Landesverbände wurden aufgelöst und auch der DFB wurde seiner Funktion enthoben. Widerstand seitens der Funktionäre gab es kaum – aber das nur am Rande… Mit der Auflösung der Regionalverbände wurden auch keine regionalen Meisterschaften mehr ausgetragen. Stattdessen wurde erstmals eine reichsweit einheitliche Spielklasse eingeführt, die in 16 Staffeln aufgeteilte Gauliga. In Bayern waren neben den Löwen (damals SV 1860) u.a. auch Bayern München, die SpVgg Fürth, Wacker München und der 1. FC München vertreten.

Meister FC Schalke 04

In heutigen Zeiten klingt diese Überschrift geradezu bizarr. In der Saison 1933/34 allerdings waren die Knappen das Maß aller Dinge und setzten sich in der Gauliga Westfalen durch, anschließend auch in den Gruppenspielen und auch im Halbfinale gegen Waldhof Mannheim. Im Endspiel lautete der Gegner 1. FC Nürnberg, seines Zeichens Meister der Gauliga Bayern. Vor 45.000 Zuschauern im Poststadion Berlin führte der Glubb bis zu 88. Minute mit 1:0, ehe Szepan und Kuzorra die Partie doch noch zugunsten des FC Schalke 04 drehten.

1860 gewinnt bei Jahn Regensburg

Unsere Löwen hatten die die Gruppenphase indes knapp verpasst. Am Ende fehlte ein mickriger Punkte auf den 1. FC Nürnberg und so musste man sich mit 33:11 Punkten mit Platz 2 zufrieden geben.

Heute vor 87 Jahren aber fuhren die Löwen einen Sieg ein und gewannen beim SpB. Jahn Regensburg mit 2:1. 4.000 Zuschauer waren an diesem Sonntag Nachmittag, dem 18.02.1934, ins Stadion gekommen, um eine Überraschung zu erleben. Die Löwen spielten jedoch konzentriert und sorgten bereits vor der Pause für die Entscheidung. Ludwig Lachner (siehe auch Beitragsbild) und Eiberle sorgten für eine beruhigende Führung zum Seitenwechsel, die Oberpfälzer konnten nur noch verkürzen.

Interessant: Die Löwen begannen die Saison als SV 1860, im März 1934 kehrte man jedoch in den Mutterverein zurück und firmierte ab dann wieder als TSV 1860. Die reinliche Scheidung aus dem Jahr 1924 war also rückgängig gemacht worden.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Max Breunig schenkte in Regensburg folgender Elf sein Vertrauen:

Ertl – Neumayr, Wendl – Stock, Pledl, Nerz – Thoma, Lachner, Gschwind, Baumgartner, Eiberle

Tore:
0:1 Lachner (25.), 0:2 Eiberle (34.), 1:2 Niederwald (70.)

Löwen Kompendium

Auch diesmal gilt unser Dank wieder Thorsten Ruinys, der in seinem grandiosen Löwen Kompendium die Historie unseres Vereins auf großartige Art und Weise statistisch aufbereitet hat. Von der 3. Auflage seines Standardwerkes gibt es noch einen geringen Restbestand, aber Ihr solltet Euch mit der Bestellung beeilen, wenn Ihr noch ein Exemplar ergattern wollt. Zudem danken wir Dirk Härle, der uns das Titelbild (Ludwig Lachner) aus seiner Sammlung zur Verfügung gestellt hat.

 

 

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