Nach Abwehr und Mittelfeld kommen wir nun zu dem Mannschaftsteil, in dem der Schuh wohl am stärksten drückt: dem Sturm.

Warum ich zu dieser Einschätzung komme? Nun ja, im Fußball gehts in erster Linie um Tore und vor allem um die Tore, die man selbst schießt – und die fabrizieren nun mal in erster Linie die Stürmer. Mit Stefan Lex ist allerdings nur noch ein einziger Profi in diesem Mannschaftsteil für die kommende Saison unter Vertrag. Ob Sascha Mölders nun verlängert oder nicht, steht in den Sternen. Aufgrund seiner Leistungen der letzten Saison, der Führungsrolle innerhalb des Teams und der Erfahrung des ehemaligen Bundesligaspielers wäre es sicherlich für das Gros der Fans wünschenswert. Fraglich ist jedoch, ob die Gehaltsvorstellungen des Routiniers, sollten sie denn letztlich erfüllt werden können, nicht die Verpflichtung weiterer Spieler in allen Mannschaftsteilen behindern würden. Und man braucht abgesehen von Lex, und – so er denn bliebe, Mölders – wenn man Trainer Köllners taktisches Konzept analysiert, mindestens zwei, wahrscheinlich sogar drei weitere Angreifer.

Wie sieht dieses Konzept aus, in das die Spieler passen müssen? Im Sturm lässt Köllner meist mit Außenstürmer(n), hängender Spitze und Zielspieler agieren. Wie im gestrigen Artikel, über das Mittelfeld bereits beschrieben, verschieben sich die äußeren Mittelfeldspieler des Öfteren bei Ballbesitz auf die Außenstürmerpositionen und versuchen den Zielspieler Mölders oder den im Hintergrund lauernden zweiten Stürmer, zuletzt meist Lex oder Owusu, mit Bällen zu füttern.

Selten durften auch zwei nominelle Außenstürmer (meist Lex und Niemann) versuchen, Mölders in der Mitte zu bedienen. Setzt man voraus, dass es pro Spiel mindestens einen positionsgetreuen Wechsel im Sturm gibt und sich im Verlauf einer Saison auch mal ein Akteur verletzen kann, braucht man gut und gerne vier Stürmer im Kader.

Das bedeutet also drei Neuzugänge, falls Mölders nicht verlängert. Selbstverständlich sollte es sich dabei um unterschiedliche Spielertypen handeln, um eine gewisse Variabilität in der Offensive zu gewährleisten. Ein Zielspieler wie Mölders, der sowohl als Vollstrecker als auch als Vorbereiter agieren kann, ein Wühler/Knipser, der im Strafraumgetümmel die Ruhe bewahrt und den Ball auch bei größtem Chaos sicher auf den Kasten bringt und ein kopfballstarker Brecher, der bei Standards und hohen Flanken in jedem Gegenspieler Urängste aufkeimen lässt.

Wer kommt da von den momentan verfügbaren (und im Idealfall ablösefreien) Spielern für 1860 in Frage?

Da fällt mir als erstes natürlich der beidfüßige Pascal Sohm (28/Halle) ein, dessen Berater ja schon die Gerüchteküche angeheizt hatte. Dynamo Dresden und der österreichische Bundesligist SCR Altach scheinen hier die große Konkurrenz hinsichtlich einer Verpflichtung des 1,87m großen Mittelstürmers zu sein.

Valmir Sulejmani (24), der zuletzt zwei Jahre beim SV Waldhof unter Vertrag stand und in jungen Jahren bei seinem Heimatverein Hannover 96 sogar schon in die Bundesliga hineinschnuppern durfte, wurde leider durch diverse Verletzungen während der vergangenen Saison leistungsmäßig etwas aus dem Tritt gebracht und kam daher nicht auf die Torquote, die man nach seinen 18 Treffern und 12 Vorlagen in der vorangegangenen Regionalligasaison erwarten durfte. Dennoch erzielte er in 18 Spielen sechs Treffer und bereitete zwei weitere vor. Nicht das schlechteste Empfehlungsschreiben für eine Verpflichtung durch die Löwen.

Kommen wir zu André Becker (23) vom FC Astoria Waldorf (RL Südwest): Der 1,97m große Mittelstürmer hat in der vergangenen Saison in 22 Spielen satte 20 Mal eingenetzt und damit namhaften Gegnern wie dem FSV Frankfurt, den Offenbacher Kickers oder auch den Zweitvertretungen der Bundesligisten Hoffenheim und Freiburg das Leben schwer gemacht.

Aygün Yildirim (25) ist linker Außenstürmer und bisher beim Aufsteiger SC Verl unter Vertrag gewesen. Seine Leistungsbilanz lag bei 13 Treffern in 23 Partien. Beim Spiel der Verler in der zweiten Hauptrunde des DFB Pokals gegen Kiel bereitete er zudem das wichtige Ausgleichstor zum 1:1 vor, das beim Vorrücken in Runde drei maßgeblichen Anteil hatte.

Ein weiterer Außenstürmer, der als vielversprechende Ergänzung für den Kader in Frage käme, ist U19-Talent Brahim Moumou, der in der abgelaufenen Spielzeit 24 Treffer beisteuerte.

Auch Philip Kuhn, der erst ab kommender Saison für die U19 aufläuft, wäre ein (zugegebenermaßen sehr junger) Kandidat, aber mit 20 Toren in der U17 hat auch er bewiesen, dass er weiß, wo das Tor steht. Möglicherweise wird er – ähnlich wie bisher auch Abwehrspieler Niklas Lang – bei den Profis mittrainieren dürfen.

Absoluter Wunschkandidat für viele Löwenfans ist natürlich Philipp Hosiner von Drittliga-Absteiger Chemnitzer FC. Der ehemalige österreichische Nationalspieler knipste bei 28 Einsätzen satte 19 Mal und ließ die Sachsen lange vom Klassenerhalt träumen. Am Ende reichte es nicht ganz – eine Chance für 1860? Wir werden sehen, denn ein Unbekannter ist Hosiner in Giesing keineswegs. Einst wechselte er als 16-Jähriger zu den Löwen, schoss die U19 zum DFB-Pokalsieg und brillierte auch bei den Amateuren, ehe er über die Stationen Sandhausen, Vienna, Admira, Austria, Rennes, Köln, Union Berlin und Sturm Graz beim CFC landete. Folgt nun die Rückkehr zu uns?

Ein weiterer Österreicher, dem allerdings nur Außenseiterchancen eingeräumt werden sollten, da er zudem noch einen laufenden Vertrag hat, ist Elvin Ibrisimovic von Wacker Innsbruck. Der Stürmer wurde bei SW Bregenz ausgebildet und kam über die Zwischenstation FC Hard zum neuen Club von Daniel Bierofka. Da er jedoch noch Ablöse kosten würde, ist seine Verpflichtung eher unwahrscheinlich, obwohl er klasse Anlagen mitbringt, um sich auch in der 3. Liga durchzusetzen.

Welche Wunschkandidaten stehen auf Eurem Zettel? Wen könnt Ihr Euch in der kommenden Saison im Löwentrikot vorstellen? Wir sind gespannt auf Eure Vorschläge!

Verfasser: Bernd

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