Auch 1860-Investor Hasan Ismaik meldete sich mit einer Grußbotschaft via Facebook, in der kaum eine Spitze drinnen vorkam. Somit waren alle friedlich am Tisch des Juliars versammelt und die Sonne bescheinte den harmonischen weiß-blauen Himmel über München.
Alle? Natürlich nicht: Streit bringt Geld, zumindest wenn er im Internet ausgetragen wird und man mit jedem Klick an der eingeblendeten Werbung verdient – und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch an diesem freudigen Tag ein bekannter Blog unbedingt schlechte Stimmung verbreiten wollte:
Es dauerte nur fünf Minuten vom Geburtstagsgruß bis zur erste Spitze – „der aktuelle Profifußball ist außen vor“.
Weitere 13 Minuten später ging es um den Parkplatz auf dem Löwen-Gelände bzw. den Bau einer neuen Turnhalle dort – auch hier wieder wenig Fakten, dafür etwas eher negatives: „wo künftig Mitarbeiter und Spieler parken sollen… ist bislang nicht bekannt“.
Später darf der Radi was sagen – Headline: „Ich kann mich mit dem Verein nicht mehr identifizieren“. Was im übrigen nicht daran liegt, dass dort der böse Reisinger das sagen hat, sondern daran dass es bei den Löwen sportlich immer schlechter lief – darum hat der Radi sogar seine Mitgliedschaft zurückgegeben. Aber das nur am Rande.
Abends, kurz nach halb zehn endet dann der Tag in der Filterblase – aber der Aufmacher ist nicht etwa, dass die Löwen 1860 Luftballons in den Himmel geschickt haben, sondern dass der Präsident beim Grußwort eine Sonnenbrille getragen hat: “Also happy birthday, 1860!”: Reisinger goes Youtube – und gratuliert mit Sonnenbrille“.
Zu Beginn hatten wir geschrieben, dass halbwegs gut erzogene Kinder am Geburtstag nicht streiten. Punkt.