Eines Vorweg: das ist meine persönliche Meinung weil selbst bei den sechzger.de-Redakteuren darüber keine Einigkeit herrscht – ich bin jedoch der Meinung, dass es richtig ist die dritte Liga weiterspielen zu lassen. Auch wenn mir bei dem Gedanken, die Löwen im Stadion nicht live unterstützen zu können das Herz etwas blutet – das ist auch klar.

Spiele in leeren Stadien, mit Mannschaften die sich in Quarantäne befinden, dazu in englischen Wochen und sicherlich nicht auf den Punkt topfit trainiert – das sind die Argumente gegen Geisterspiele und sie sind alle nicht wegzuleugnen oder schön zu reden.

Die Probleme sind alle bekannt – nur gibt es eben keine bessere Lösung als „weitermachen“: Die Saison abbrechen ohne Auf- und Absteiger? Auch absolut ungerecht und bringt riesige Probleme mit den Sponsoren-Verträgen mit sich, die nicht erfüllt werden können.

Die Saison einfach pausieren bis wieder Zuschauer zugelassen werden? Niemand weiß, ob das in zwei Monaten, oder aber erst in zwei Jahren möglich sein wird. Zudem verändern viele Mannschaften am 30.06. ihr Gesicht komplett – also wäre auch diese faktisch eh nicht vorhandene Alternative kein Fortführen der aktuellen Saison. Wer das ernsthaft fordert, der zahlt seinen Eisbecher in der systemrelevanten Eisdiele auch mit Monopoly-Geld.

Vor zwei Monaten wusste ich selber nicht, wie und ob es mit meinem eigenen Unternehmen überhaupt weitergeht. Das Gespenst er Insolvenz kreiste in meinen Gedanken mindestens so oft wie das Abstiegsgespenst über den Löwen vor ein paar Jahren – und so ging es hunderttausenden Unternehmen und Selbständigen in Deutschland bzw. auf der ganzen Welt – bzw. geht es sehr vielen davon heute noch so:

Wenn ich mir im Kastaniengarten in Giesing mein Essen geholt habe, dann nicht (nur) weil ich zu faul zum Kochen bin – sondern weil ich damit meinen Beitrag leisten wollte, die eh schon gebeutelte Gastronomie zu unterstützen. Auch wenn ich viel lieber gemütlich dort im Biergarten gesessen wäre – aber das ging eben nicht. „Corona“ bedeutet eben auch, sich mit den aktuellen Möglichkeiten zu arrangieren.

Profi-Fußball ist heutzutage eben auch ein Business: Das muss man nicht gut finden, aber es ist die Realität. Die Mehrheit der Vereine möchte wieder spielen – und bei denen, die einen Abbruch der Saison fordern genügt ein Blick auf die Tabelle um die Motivation dahinter zu erkennen: Die meisten Vereine haben es sich doch hinter den Verboten der Politik äußerst bequem gemacht, um jetzt festzustellen dass sie nicht fit sind und die Saison abgebrochen gehört:

Selbstverständlich ohne Absteiger – das fordert sich leicht, wenn man ohnehin keine Chance auf den Klassenerhalt hat wie Jena.

Oder mit Aufstieg nach der aktuellen Tabellensituation – das fordert sich leicht, wenn man wie Mannheim als zweiter genau ein Tor (!) vor dem drittplatzierten ist.

Wer gegen eine Fortführung der aktuellen Saison ist, der möge bitte eine realistische Alternative nennen – bis jetzt habe ich keine gehört. Ich würde mich schämen, wenn mein Verein so agieren würde wie Mannheim oder Jena.

Dementsprechend bleibe ich dabei: Es geht endlich weiter – ich finde das gut so.

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