Zwar ohne die in den letzten Jahren schon zur Tradition gewordenen Wiesn-Trikots und auch ohne eine Oktoberfest-Choreo in der Westkurve, aber dennoch vor ausverkauften Sechzgerstadion unter einem traumhaften Wiesn-Himmel empfing der TSV 1860 München am Sonntagnachmittag die Zweitvertretung des 1. FC Nürnberg in der Regionalliga Bayern auf Giesings Höhen. Und das Team von Alper Kayabunar passte sich im Laufe des Spiels, speziell in der 2. Halbzeit der Feierstimmung in der bayerischen Landeshauptstadt an.
Verhaltene erste Halbzeit
Die ersten zehn Spielminuten gehörten nach freundschaftlichem Vorprogramm – im Stadion wurde die Club-Hymne “Die Legende lebt” über die Lautsprecher gespielt und viele Löwenfans sangen aus Leibeskräften mit – den Gästen aus Nürnberg. Sie hatten deutlich mehr Ballbesitz, ohne sich aber relevant vor das Tor von Vitus Eicher kombinieren zu können. Die Löwen, die heute – im Unterschied zum 1:1 in Fürth unter der Woche – mit Eric Uhlmann (statt Michael Eberwein) und Emre Erdogan (statt Fabio Wagner) in der Startelf agierten, wirkten – vielleicht auch angesichts des Drucks, den Fans im ersten Wiesn-Heimspiel den anschließenden Bummel über das größte Volksfest der Welt zu versüßen – etwas nervös und gehemmt.
Niederlechner mit der größten Chance in Abschnitt eins
Das Schlitzohr Tunay Deniz versuchte zwar den einen oder anderen neuerlichen Geniestreich – aber erstmal leider ohne Fortune. Die größe Torchance des Spiels bis zu diesem Zeitpunkt hatte Florian Niederlechner direkt vor dem Pausenpfiff, als er nach einem schönen Zuspiel von Raphael Ott, der sich durch die Nürnberger Defensive gespielt hatte, direkt vor dem Club-Torhüter Robin Lisewski postiert, an diesem scheiterte.
Sechzig Sekunden nach Wiederanpfiff Elfer für 1860
Mit sichtbarem Elan kehrten die Löwen, die im zweiten Abschnitt auf das Tor vor der Westkurve spielten, aus der Kabine zurück. Und der Schwung wurde direkt belohnt. Keine sechzig Sekunden nach dem Wiederanpfiff ahndete Schiedsrichter Hummel ein Foul an Emre Erdogan. Elfmeter für 1860! Diese Gelegenheit ließ sich Tunay Deniz nicht entgehen und verwandelte sicher zum 1:0. Die achte 1:0-Führung für die Löwen in Serie im neunten Saisonspiel. Allerdings heute mal deutlich später, als zuletzt.
Weber legt nach
Die Löwen wollten sich heute – das war sichtbar – nicht den Vorwurf machen lassen, eine 1:0-Führung nicht ausbauen zu können. Sie blieben dran und erarbeiteten sich weitere Torchancen. Bis zum verdienten 2:0 dauerte es dann aber doch über 20 Minuten. Erneut war Tunay Deniz daran beteiligt, der eine Ecke an den Fünfmeterraum zirkelte, wo Felix Weber einnetzten konnte. Danach übernahm der Club wieder ein wenig die Oberhand und erspielte sich die eine oder andere Torchance, die jedoch meist von Vitus Eicher vereitelt werden konnte.
Verdienter Wiesn-Sieg gegen den Club
In der Schlussphase kamen dann auch die Löwen zu weiteren Torchancen. Der dritte Treffer – wie beim letzten Heimspiel gegen Schwaben Augsburg – wollte aber nicht mehr gelingen. Nach etwas verhaltener erster Halbzeit zeigte 1860 eine deutliche Leistungssteigerung und fuhr die ersten drei Wiesn-Punkte verdient ein.
Weiter geht’s für die Löwen nun am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel in Burghausen. Der SV Wacker hat sich an diesem Wochenende mit einem 5:2-Heimsieg gegen die zweite Mannschaft des FC Augsburg schon mal für das Duell mit den Löwen warmgeschossen und belegt den achten Tabellenplatz. 1860 hat sich mit dem zweiten Heimsieg in Folge auf den dritten Rang hochgearbeitet.
Prost!





















