Mit unserer Aktion zu den KI-Entwürfen für ein mögliches Traumstadion am Standort Giesing haben wir viele ganz unterschiedliche Einsendungen erhalten. Einige Leser haben sich sehr konkret damit beschäftigt, wie ein Umbau des Grünwalder Stadions realistisch aussehen könnte – mit Blick auf Kapazität, Tribünen, Überdachung oder die Einbindung in das bestehende Umfeld. Auf diese Entwürfe wollen wir in diesem Beitrag ausführlicher eingehen.
Daneben gab es aber auch so manche Einsendungen, die eher augenzwinkernd gemeint waren. So wurde etwa ein Augustiner-Festzelt als neue Heimat der Löwen vorgeschlagen oder ein Stadion wie das „La Bombonera“ kurzerhand nach Giesing verpflanzt. Das sind natürlich bzw. hoffentlich keine ernsthaften Lösungsvorschläge für die Stadionfrage, gehören als kreative Reaktionen auf unsere Aktion aber trotzdem dazu.
Ernsthafte Träume für den Standort Giesing
Deshalb liegt der Schwerpunkt dieses Folgeartikels auf den Einsendungen, die sich erkennbar Gedanken über realistische Möglichkeiten am Standort gemacht haben. Die übrigen, eher humorvollen oder bewusst überzeichneten Vorschläge wollen wir zum Schluss in Auszügen ebenfalls zeigen.
Entwurf Emil
Emil setzt bei seinem mit Perplexity erstellten Entwurf nicht auf einen Stadionneubau „aus einem Guss“, sondern bewusst auf den Erhalt des gewachsenen Charakters des Grünwalder Stadions. Die leicht asymmetrische, an manchen Stellen fast etwas zerstückelt wirkende Optik versteht er dabei nicht als Mangel, sondern als Teil der Identität des Sechzgers – passend auch zur wechselvollen Geschichte der Löwen. Entsprechend orientiert sich die Dachstruktur an der Stehhalle.

Auffällig ist zudem die deutlich höher aufragende Haupttribüne, die an englische Stadien erinnern und zugleich die historische Haupttribüne zitieren soll. Ein weiterer Gedanke dahinter: Das Stadion stärker zum Viertel hin zu öffnen. Dafür schlägt Emil ein Eingangsgebäude an der Ecke zur Kreuzung vor, das sich gestalterisch an den alten Kassenhäuschen orientiert und Stadion und Giesing enger miteinander verknüpfen soll. Wichtig wäre ihm außerdem, die abgerundete Westkurve als besonderes Merkmal zu erhalten – dann allerdings überdacht. Als zusätzlicher Effekt der großen Haupttribüne könnte an der Gegengeraden womöglich sogar weiterer Stehplatzraum entstehen.
Entwurf Alex
Alex verfolgt mit seinem Entwurf einen bewusst bodenständigen Ansatz. Ihm war vor allem wichtig, die unmittelbare Umgebung des Grünwalder Stadions unverändert zu lassen und eine Lösung zu zeigen, die einigermaßen realistisch wirkt. Auf verspielte oder bewusst überzogene Ideen wollte er dabei ausdrücklich verzichten. Erstellt wurde der Entwurf mit ChatGPT.

Entwurf Leonhard
Leonhard setzt auf eine behutsame Modernisierung des Grünwalder Stadions, bei der der traditionelle Charakter und die Identität Giesings erhalten bleiben sollen. Ihm ist besonders wichtig, prägende Elemente wie die Anzeigetafel, die Stehtribünen und die enge, stadiontypische Atmosphäre zu bewahren.
Gleichzeitig soll der Ausbau das Stadion fit für die Zukunft machen und den UEFA-Class-4-Standard erfüllen. Im Mittelpunkt steht für Leonhard aber klar, dass das Grünwalder auch nach einer Modernisierung ein echtes Fußballstadion bleibt: funktional, fan-nah und ganz auf die Löwen ausgerichtet. Den Entwurf hat er mit ChatGPT erstellt.

Entwurf Markus
Der von Markus eingesandte Entwurf denkt den Stadionausbau klar aus dem Bestand heraus. Ausgangspunkt ist eine „Bauweise im Bestand“ für rund 25.000 Zuschauer. Im Mittelpunkt steht dabei ein geschlossener „Hexenkessel“: Durch den Lückenschluss in den Ecken würde das Grünwalder deutlich kompakter, massiver und stimmungsvoller wirken. Auch das durchgehende Dach ist in dieser Variante ein zentrales Element.


Entwurf Blacky
Blacky ging es weniger um ein spektakuläres Luftschloss oder einen Neubau-Charakter, sondern vielmehr um einen Ausbau, der mit vergleichsweise überschaubaren Mitteln umsetzbar wirkt. Gerade dieser bodenständige Ansatz steht bei seiner Idee im Vordergrund – auch wenn die KI nicht jeden Wunsch ganz so umsetzen konnte, wie ursprünglich gedacht.

Entwurf Bene
Benes Entwurf versteht das Grünwalder Stadion als klaren, kompakten Stadtbaustein, der sich selbstverständlich in das Viertel einfügen soll. Statt einer überzeichnet modernen oder gefälligen Architektur setzt er auf eine ruhige, robuste Formensprache: Ein umlaufender Baukörper fasst die Tribünen zu einer kompakten Stadionschüssel zusammen und definiert eine klare Stadtkante.

Prägend ist dabei die bewusst gewählte Materialität aus Sichtbeton, die für Dauerhaftigkeit, Ehrlichkeit und Ortsbezug stehen soll, ohne historisierend zu wirken. Ergänzt wird diese massive Hülle durch eine regelmäßig gegliederte Fassadenbegrünung, die zwischen Stadion und Stadtraum vermittelt und zugleich das Mikroklima verbessern soll.
Ein weiterer zentraler Aspekt des Konzepts ist die energetische Eigenständigkeit. Der Dachring ist großflächig mit Photovoltaik belegt und soll den Stadionbetrieb bilanziell sogar übertreffen. Begrünung und PV-Anlage sind damit keine nachträglichen Zusätze, sondern feste Bestandteile eines Entwurfs, der städtebauliche Klarheit, Dauerhaftigkeit und ökologische Funktion miteinander verbinden will. Entworfen wurde das Stadion mit ChatGPT.
Ein paar ausgefallenere Visualisierungen














































































































































































