Nach zwei Jahren Regionalliga wird in Lübeck wieder drittklassig gespielt. Deshalb beschäftigen wir uns in Teil drei der Saisonvorschau mit dem VfB Lübeck, zu dem die Löwenfans mit über 1600 Kilometern hin und zurück die längste Auswärtsfahrt zurücklegen müssen.

Wieder zurück im Profifußball

Nach nur einem Jahr in Liga 3 mussten die Hansestädter 2021 erneut den Gang in die Regionalliga Nord antreten. Die darauffolgende Spielzeit 21/22  beendete der VfB am Ende enttäuschend auf dem fünften Tabellenplatz. Trotzdem entschloss man sich, an Trainer Lukas Pfeiffer festzuhalten und der mit gerade einmal 32 Jahren noch sehr junge Lüneburger zahlte das Vertrauen mit dem Aufstieg vergangene Saison zurück. Mit einem Punkteschnitt von 2,11 und 76 Zählern standen die grün-weißen am Ende einen Punkt vor dem Hamburger SV II  in der Tabelle ganz oben. Allerdings bemühte sich die Zweitvertretung der Rothosen aus finanziellen Gründen nicht um eine Lizenz für die 3. Liga. Somit herrschte nie echte Spannung im Aufstiegskampf und die Rückkehr der Lübecker in die dritthöchste deutsche Spielklasse stand bereits früh fest.

Wenig Verluste beim VfB Lübeck

Die wichtigsten Leistungsträger der Vorsaison wie Kapitän Tommy Grupe und Toptorschütze Felix Drinkuth werden auch in diesem Jahr im Stadion an der Lohmühle auf Punktejagd gehen. Der kroatische Offensivmann Vjekoslav Taritas erzielte in 92 Spielen für die Norddeutschen 35 Tore. Nun schließt er sich Stadtrivale Phönix Lübeck an. Neben ihm verlässt noch ein Quartett um Ersatztorwart Gündemann den Verein, die jedoch alle nur noch eine Reservistenrolle innehatten.

Der Kader muss verstärkt werden

Da man über den Sommer hinaus die Mannschaft zusammenhalten konnte, begann der VfB Lübeck nun damit den Kader zu verstärken, um mit den anderen Drittligisten auf Augenhöhe zu sein. Mit Hanno Behrens kommt ein ehemaliger Bundesligaspieler an die Lohmühle. Zuletzt stand er in Indonesien beim von Thomas Doll trainierten Persija Jakarta unter Vertrag. Cyrill Akono trug bereits schon einmal das Trikot der Lübecker. Er kehrt nun nach zwei Jahren beim SC Verl und Borussia Dortmund II zurück in die Hansestadt. Der 23 Jahre alte Stürmer absolvierte in der abgelaufenen Saison 29 Drittligaspiele und erzielte dabei vier Tore. Durch die Verpflichtungen von Sören Reddemann, Philipp Klewin und dem bei 1860 ausgebildeten Ulrich Taffertshofer holt man sich drei Spieler ins Boot, die alle bereits über 100 Drittligaspiele in ihrer Vita stehen haben. Des Weiteren bediente man sich noch bei den Reserveteams des Hamburger SV und 1.FC Köln, indem man mit Leon Sommer, Robin Velasco und Gavin Didzilatis drei junge Talente unter Vertrag nahm.

Ab- und Zugänge im Überblick

Abgänge: Eric Gründemann (SGV Freiberg), Vjekoslav Taritas (Phönix Lübeck), Lasse Jetz (Holstein Kiel II), Jan Lippegaus (Phönix Lübeck), Fawaz Kassimou (Vereinslos)

Zugänge: Hanno Behrens (Persija Jakarta), Cyrill Akono (Borussia Dortmund II), Jan- Marc Schneider (FSV Zwickau), Philipp Klewin (Erzgebirge Aue), Ulrich Taffertshofer (Erzgebirge Aue), Leon Sommer (Hamburger SV II), Robin Velasco (Hamburger SV II), Sören Reddemann (Hallescher FC), Gavin Didzilatis (1.FC Köln II)

Kann der VfB die Klasse halten?

Der VfB Lübeck hat seinen Kader sowohl mit routinierten, als auch mit Spielern verstärkt, die es noch zu entwickeln gilt. Vor allem bei Taffertshofer und Behrens bin ich überzeugt, dass sie mit ihrer Qualität  der Mannschaft sofort weitwerhelfen können. Auch Torhüter Klewin ist sicherlich nicht an die Lohmühle gekommen, um als Nummer zwei auf der Bank Platz zu nehmen. Unsicher bin ich mir dagegen, ob die restliche Mannschaft gut genug für die 3.Liga ist. Als Aufsteiger werden die Lübecker in den meisten Spielen der Außenseiter sein und das Augenmerk verstärkt auf die Verteidigung richten müssen. Trainer Lukas Pfeiffer muss ein deutlich defensivorientierteres System wählen als in der Regionalliga, wo man in fast jedem Spiel der klare Favorit war. Meiner Meinung nach wird der Klassenhalt ein schwieriges Unterfangen werden.

Trainer Lukas Pfeiffer fehlt die Lizenz für Liga 3

Trotz Wiederaufstieg war es allerdings lange Zeit nicht sicher, dass  Pfeiffer auch in der kommenden Spielzeit an der Seitenlinie steht. Denn der junge Chefcoach ist nicht im Besitz einer UEFA-Pro-Lizenz. Diese ist aber notwendig um eine Mannschaft in der dritten Liga trainieren zu können. Den Lehrgang für diese verpasste er auf Grund der Coronapandemie. Der VfB Lübeck hat  angekündigt, dass Pfeiffer dennoch im Amt bleiben wird. Die entsprechenden Konsequenzen dafür wird man auf sich nehmen. Die Rückkehr der Lübecker dürfte also sehr spannend zu beobachten sein. Einen ersten Einblick werden die anstehenden Testspiele gegen Dynamo Berlin und den dänischen Verein Aalborg. 2020/21 konnte 1860 das Heimspiel gegen den VfB mit 4:1 gewinnen. Das Auswärtsspiel im hohen Norden endete jedoch torlos 0:0.

1860 spielt gegen den VfB Lübeck am: 22-23.August.23 (H)/ 23-24.Januar.24 (A)

Gesamtbilanz gegen den VfB Lübeck: 2 Siege  1 Remis  1 Niederlage

Drittligabilanz gegen den VfB Lübeck: 1 Sieg   1 Remis  0 Niederlagen

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Steffen Lobmeier

Sehr lesenswert, was der Praktikant da fabriziert. Könnt Ihr den nicht behalten?

Saschinho

Vielen Dank für eure sehr gute Saisonvorschau, macht Spaß und ist informativ.

Last edited 11 Monate zuvor by Saschinho
Kraiburger

Der Termin fürs Auswärtsspiel ist wirklich übelst scheiße.

Von Lübeck aus würde sich in wärmeren Monaten auf jeden Fall ein Ausflug an den Strand von Travemünde mit dem dortigen TSV 1860 – genannt “die Möven” – empfehlen.

Lübeck selbst liegt ja auf einer Art Insel und kann easy mit einer Bootstour umfahren werden. Die Häuser rund um die Obertrave sind auch absolut top.

Die Holz-Haupttribüne der Lohmühle ist eines der schönsten Dinger in ganz Deutschland. Sensationell die integrierte Stadionwirtschaft, die ein wenig an unsere alte Stawi erinnert.

Aber an einem Dienstag im Januar? Da frierts mich schon wenn ich dran denke!