Platz vier sichern und/oder nach oben schielen?

Mal abgesehen von den drei Punkten: Worum geht es – etwas größer gedacht – heute Nachmittag auf dem heiligen Rasen von Giesing? Um die endgültige Rückkehr der Löwen ins diesjährige Aufstiegsrennen Richtung 2. Liga? Oder „nur“ um die Festigung des vierten Tabellenplatzes, der in der kommenden Saison für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal qualifizieren und uns so einen möglichen attraktiven Gegner aus der ersten oder zweiten Bundesliga bescheren würde? Von unserem heutigen Gast, dem SC Verl, der aktuell den sechsten Platz innehat, trennen uns genauso viele Punkte, wie vom Dritten, dem FC Ingolstadt. Nämlich sechs Zähler. Das Torverhältnis dieser beiden Mannschaften beträgt jeweils +9. Die Löwen dagegen sind stolz auf 28 mehr erzielte, als kassierte Treffer.

Verl & 1860: Treffen der offensivsten Teams

Verweigern wir vielleicht einfach eine finale Antwort auf die große Eingangsfrage und machen wir es, wie Michael Köllner: Denken wir von Spiel zu Spiel. In diesem treffen heute im Sechzgerstadion die zwei stärksten Offensiven der 3. Liga aufeinander. Die 50 selbst erzielten Tore der Verler (schon fünfmal traf einer ihrer Gegner zu ihren Gunsten ins eigene Netz – Ligahöchstwert!) haben 14 verschiedene Akteure erzielt. Beim TSV 1860 verteilen sich 53 eigene Treffer auf 15 Spieler. Auch bei den Ost-Westfalen setzt man also durchaus auf die Kaderbreite, was das Schießen von Toren anbelangt. Dass sich – anders als bei uns Löwen, wo ein Fußballgott die Torjägerliste einsam anführt – beim heutigen Gegner zwei Akteure (mit 14 bzw. 13 Treffern) die Hauptverantwortung für Torerfolge teilen, hat Euch unsere TAKTIKATFEL bereits gestern näherbringen können.

Bisherige Duelle zwischen 1860 und Verl

Nachdem die Gäste heute zum ersten Mal ihre Visitenkarte bei den Löwen in der bayerischen Landeshauptstadt abgeben, gibt es bei der Gesamtbilanz naturgemäß relativ wenig zu beleuchten: Dreimal trat ein Team des TSV 1860 München bislang gegen diesen Gegner an. Und zwar immer auswärts. Nach den beiden – schon im Vorbericht zum Hinspiel  erwähnten – Löwensiegen der ersten Pokalrunde 2007 und 2010 kam es am 24. November letzten Jahres zu einer Punkteteilung (1:1). Und die Geschichten, die sich rund um das erste Ligaspiel zwischen den beiden Vereinen – in Paderborn – ereigneten, waren durchaus bemerkenswert.

Verspätete Ankunft und Wimpeltausch

Die in Coronazeiten ja häufig recht knapp geplante Anreise an den relativ weit entfernten Spielort in Ost-Westfalen, die mit dem Flugzeug absolviert wurde, rächte sich. Wegen technischer Probleme konnte der Löwentross zunächst nicht aus Manching wegfliegen. Als die Funktionstüchtigkeit des Fliegers geklärt war und die wertvolle Fracht gen Norden abhob, hatte man schon so viel Zeit verloren, dass die Partie letztlich erst mit dreißig Minuten Verspätung angepfiffen wurde. Kurz vor diesem verspäteten Anpfiff hatten die Löwen aber eine Überraschung parat: Nachdem der sechzger.de-Redakteur Bernd Winninger bei der Vorbereitung auf seine TAKTIKTAFEL für jenes Spiel des 12. Spieltages beobachtet hatte, dass die Verler vor jeder Partie dem Gegner einen schwarzweißen SCV-Wimpel überreichten, wurde Günther Gorenzel in der Pressekonferenz am Freitag Vormittag vom sechzger.de-Vertreter aufgefordert, Löwenkapitän Sascha Mölders doch auch einen Wimpel mitzugeben, um die nette Geste der Verler standesgemäß erwidern zu können. Die Zusage erfolgte prompt.

Und unser Geschäftsführer Sport hielt Wort: Erstmals in dieser Saison kam es bei einem Spiel des Aufsteigers zu einem echten Wimpeltausch und keinem einseitigen Geschenk in schwarz-weiß. Wir von sechzger.de freuen uns, diese schöne Szene am Rande eines Fußballspiels ausgelöst zu haben. Das Gerücht, dass die verspätete Anreise der Löwen mit dem Wimpel in einem Zusammenhang steht, dass dieser in der Grünwalder Straße liegen geblieben war und vor dem Abflug noch schnell geholt werden musste, kann aber gewiss ins Reich der Phantasie verbannt werden. Ausführlich thematisiert wurde dies auch in der dritten Folge des sechzger.de-Talks.

Saisonpremiere mit drei Siegen in Serie?

Zurück zum rollenden Ball: Unter den ersten dreizehn (!) Vereinen der aktuellen Drittligatabelle gibt es nur zwei, die es in der laufenden Spielzeit noch nicht geschafft haben, zumindest ein einziges Mal drei Siege in Folge zu feiern. Welche das sind? – Der TSV 1860 und der SC Verl! Bei uns könnte es allerdings heute um dreiviertel Vier zum ersten Mal mit dem dritten Dreier am Stück geklappt haben. Ich möchte an dieser Stelle noch anfügen, dass unserer Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf auf zwei Ligasiege jeweils ein Unentschieden folgen ließ. Und zwar genau dreimal. Immerhin keine Pleiten, mag man denken, aber bislang halt auch nie ein dritter Sieg nacheinander. Heute wäre die perfekte Gelegenheit, diese Serie zu brechen.

Und was macht die Konkurrenz?

Abschließend folgt nun also doch noch der – im Saisonfinale – unvermeidbare Blick über unser eigenes Spiel hinaus: Zeitgleich zum Duell in Giesing empfängt der FC Ingolstadt, der den heißen Löwenatem wahrscheinlich schon im Nacken spürt, die akut abstiegsgefährdeten kleinen Bayern. In Rostock schaut der 1. FC Magdeburg vorbei: Ein Team, das aus den letzten fünf Spielen 13 Punkte geholt und die Abstiegsränge verlassen hat. Mit einem neuerlichen Sieg könnte der FCM einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt tun. Wir hätten nichts dagegen! Unser ärgster Verfolger aus dem Saarland empfängt im heimischen Ludwigspark den nächsten Löwengegner: Türkgücü. Wird der heutige Samstag – wie vor einer Woche – vielleicht schon wieder ein Traumtag für Münchens große Liebe? Ihr erfahrt es – wie gewohnt – auf dem sechzger.de-Liveticker. Ergänzend zu unserem Angebot legen wir Euch die Liveübertragung auf Magenta (nicht kostenlos) sowie das LÖWENRADIO ans Herz.

 

 

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