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Ein herzliches Grüß Gott zur Taktiktafel-Nachbetrachtung zum Spiel des TSV 1860 München gegen den Halleschen FC.

Am vergangenen Samstag schoss der TSV 1860 München den Halleschen FC mit 6:1 aus dem heimischen Grünwalder Stadion. Wie kam es dazu? Was waren die entscheidenden Faktoren? War Halle so schlecht oder die Löwen so gut? Oder gar beides? Das Ergebnis von 6:1 entspricht nicht unbedingt dem, was man nach dem Spielverlauf in den ersten 30 Minuten der ersten Halbzeit hätte erwarten können, dennoch war es absolut verdient – und auch in der Höhe gerechtfertigt.

 

Die Formationen

 

Auf dem Platz stand trotz des Ausfalls von Marius Willsch bei den Sechzgern eine 4-1-4-1 Formation, die Situationsbedingt sowohl mit als auch gegen den Ball bisweilen verschoben wurde. Und zwar entweder zu einem 3-5-2 in Ballbesitz. Bei dem der rechte oder der linke Flügelverteidiger mit ins Mittelfeld schob und ein Mittelfeldspieler – meistens Stefan Lex – als hängende Spitze die Verbindung aus dem Mittelfeld zu Zielspieler Sascha Mölders herzustellen versuchte.

Gegen den Ball konnte man in einigen Situationen auch beobachten, dass aus der Vierer- eine Fünferkette wurde. In diesem Fall kippte Dennis Erdmann aus der Position des defensiven Mittelfeldspielers entweder ins Zentrum der Kette oder zwischen Innen- und Außenverteidiger ab. Während diesen seltenen Situationen war dann Dennis Dressel, der in dem taktischen System als Box-to-Box-Spieler auftrat, für die Defensivarbeit vor dem Abwehrriegel zuständig.

Halle brachte das erwartete 4-2-3-1 (DM) System auf den Platz und fuhr damit, zumindest in der ersten halben Stunde der ersten Halbzeit, ziemlich gut. Kompakt im Zentrum und starke personelle Verdichtung durch das nach Außen schieben der defensiven Mittelfeldspieler bei Angriffen über die Flanken. Die rechte Hallenser Abwehrseite konnte das Verdichten des Raums deutlich besser umsetzen.

 

Der Verlauf der ersten Phase der ersten Halbzeit

 

Die erste Halbzeit bestand aus zwei Phasen, in welchen der TSV 1860 optisch stets überlegen war, jedoch in den ersten 30 Minuten in der Mannschaft des Halleschen FC einen zumindest gleichwertigen Gegner fand.

Die Löwen machten sich in der ersten halben Stunde mit ungenauem Passspiel im Spielaufbau viel von ihrer Feldüberlegenheit im Angriff selbst zunichte. Man muss den Spielern des TSV 1860 jedoch zugutehalten, dass sie vom Gegner oft durch Doppelung zu schneller Verarbeitung und Weiterleitung des Spielgeräts gezwungen wurden.

Eine Doppelung bedeutet natürlich wenig Aktionsraum; wenn die Mitspieler nicht die richtigen Laufwege finden und die Gegenspieler in die sich durch die Doppelung öffnenden Räume auch noch gut verschieben, erzwingt die gegnerische Mannschaft gegen den Ball dieses eilige und dadurch ungenaue Passspiel.

So waren in den 30 Minuten beim Spiel im letzten Spielfelddrittel vor dem Tor der Hallenser Fehlpässe, abgefangene Bälle oder Pässe, die für den Adressaten unerreichbar im Aus endeten, eher die Regel als die Ausnahme. Nur vier Mal konnten die Sechzger in dieser Zeit den Ball in den Strafraum des Halleschen FC bringen. Den einzigen Schuss in der ersten halben Stunde verbuchte Greilinger nach einer Flanke von Steinhart. Leider ging dieser Versuch derart weit am Tor vorbei, dass er nicht einmal die Torauslinie überquerte, sondern bei Neudecker am rechten Flügel landete.

Halle konnte aus der Schwäche der Löwen im letzten Drittel vor dem Tor allerdings auch keine wirklichen Vorteile ziehen. Zu klug agierte der TSV 1860 gegen den Ball. Man lief den Gegner nicht so gnadenlos hoch wie in den letzten Spielen an, sondern gab Halle durchaus ein wenig Raum, um ins Spiel zu finden.

Bei Ballbesitzwechsel ließen sich alle Löwen auf ihre taktische Grundposition fallen. Dies gab Halle bis etwa zehn Meter vor der Mittellinie Raum. Sobald die Feldspieler der Löwen ihre Positionen eingenommen hatten, liefen entweder Mölders oder Lex den ballführenden Spieler der träge spielenden Hallenser an. Damit zwang Sechzig den HFC zu Quer- und Rückpässen.

Spielten die Hallenser Innenverteidiger den Ball nach außen, schoben postwendend Greilinger links oder Dressel/Neudecker rechts vor, um den jeweiligen Spieler der Saalestädter unter Druck zu setzen. Daraus ergaben sich oft weitere Rück- und Querpässe. In letzter Konsequenz wurde dann meist der lange Ball nach vorn versucht. Das beeindruckende defensive Stellungsspiel der Hintermannschaft des TSV 1860 München beendete diese Bemühungen jedoch meist schon im Keim.

Gefährlich wurde es allerdings einmal trotzdem, als Halle in der fünften Minute durch Dehl zu einer Riesenchance kam. Der gut aufgelegte Löwentorwart Marco Hiller konnte diese jedoch entschärfen. Wie entstand dieser Angriff und wo waren die Fehler, die zur Chance für Halle führten?

Bei einem Angriff auf die rechte Seite der Löwen, mussten Innenverteidiger Moll und Außenverteidiger Wein die Positionen tauschen, um eine Situation mit Guttau nahe der Eckfahne zu klären. Nach mehr oder weniger gelungener Abwehraktion der Löwen beim ersten Versuch des HFC, kamen die Hallenser postwendend erneut auf der rechten Abwehrseite der Sechzger ungefähr 30 Meter von der Grundlinie entfernt in Ballbesitz. Sternberg marschierte in hohem Tempo unbedrängt durch die unsortierte rechte Seite des TSV 1860, in den Strafraum, wo er, als sich ihm der abgekippte Erdmann in den Weg stellte, auf Dehl ablegte, der nicht lange fackelte und den Ball flach und platziert, aber nicht hart aus etwa elf Metern aufs kurze Eck schoss.

Hiller parierte glänzend und bekam den Ball im Nachfassen unter Kontrolle, ehe der im Fünfer einlaufende Boyd entscheidend reagieren konnte. Das halbherzige Klären des Balls beim ersten Vorstoß und das mehr begleitende als störende Abwehrverhalten von Neudecker beim Antritt von Sternberg begünstigten diesen Angriff. Ein wirklich grober Fehler ist hier aber nicht zu erkennen.

Lobend erwähnen muss man allerdings Erdmann, der sich Sternberg in den Weg stellte und so den Pass auf Dehl erzwang. Dehl bekam aufgrund der Seitwärtsbewegung, die er vor dem Abschluss vollziehen musste, mit dem Innenrist nicht genug Kraft in den Schuss und machte Hiller damit die Aufgabe bei der Parade leichter. Hätte Erdmann hier nicht eingegriffen, bzw. sich nicht in die Kette zurückfallen lassen, wäre Sternberg aus vollem Lauf zum Abschluss gekommen, was die Aufgabe für den Löwenkeeper deutlich erschwert hätte.

Im weiteren Verlauf der ersten halbe Stunde neutralisierten sich die beiden Mannschaften nahezu komplett. Viele Aktionen auf beiden Seiten liefen ins Leere und kein Team konnte merkliche Akzente setzen.

 

Die Statistik zur ersten Phase der ersten Halbzeit

 

Statistisch stehen für diesen Spielabschnitt folgende Zahlen zu Buche: Der Ballbesitz sieht mit 44% : 56% Halle im Vorteil. Quer- und Rückpässe in der eigenen Spielfeldhälfte beschönigen diesen statistischen Wert allerdings zu ihren Gunsten. Schüsse gab jedes Team einen ab. Halle aufs Tor, Sechzig weit daneben. Die Passquote sieht Halle ebenfalls mit 4% mehr gelungener Pässe im Vergleich vorne, aber auch dieser Vergleich hinkt aufgrund der vielen Rückpässe und Querschieberei bei Halle. Mit 22 spielten die Hallenser fast doppelt so viele Pässe nach hinten wie die Löwen während der ersten halben Stunde, und auch bei den Querpässen war Halle mit einem Drittel mehr gegenüber dem TSV 1860 in Front. Betrachtet man das, was beim Fußball zählt, nämlich die Vorwärts-, Steil- und langen Pässe, findet man hier eine in etwa ausgeglichene Anzahl von Passversuchen. Hinsichtlich der Präzision bei diesen Pässen waren die Löwen ihren Kontrahenten dermaßen überlegen, dass eine Diskussion darüber, wer während dieser Zeit das Spiel bestimmt hat, eigentlich nicht geführt werden muss. In Zahlen: Lange Pässe angekommen: TSV 1860 62,5%, Halle 37,5%; Steilpässe angekommen: TSV 1860 86,7%, Halle 69,2%. Auch beim Defensivverhalten kann man den Löwen nur Lob aussprechen, denn lediglich zwei Duelle am Boden wurden in der eigenen Hälfte in diesem Zeitabschnitt verloren. Einzig im letzten Spielfelddrittel fehlte die Präzision.

 

Die zweite Phase der ersten Halbzeit

 

In der Schlußviertelstunde der ersten Halbzeit sah man eine immer dominantere Löwenelf. Die Schlüsselspieler der Sechzger wurden zusehends ballsicherer und so konnten die Angriffe im letzten Drittel jetzt auch vollendet werden. Flanken kamen im Strafraum an, man erspielte sich Chancen, die Ballkontakte im Sechzehner häuften sich und Halle kam nur noch zu Entlastungsangriffen. Die immer besser zueinander findende Defensivformation beim TSV ließ für Halle keinen Stich auf dem Tisch. Man lief Halle jetzt bei etwa jedem zweiten Ballbesitz etwas höher als noch zuvor an, zwang die Mannschaft aus der Saalestadt somit zu eklatanten Fehlern im Spielaufbau und erspielte sich Chance um Chance. Achtmal kamen die Löwen in diesen fünfzehn Minuten vor dem Pausentee zum Abschluss. Drei dieser Schüsse gingen aufs Tor und davon bekanntlich zwei auch hinein.

Schlecht zur Mitte hin abgewehrte hohe Hereingaben – einmal direkt nach einem Eckball, einmal nach einer aus einem abgewehrten Eckball resultierenden Flanke – bekam jeweils Dennis Dressel vor die Füße und schoss einmal mit links und einmal mit rechts, einmal hoch und einmal flach ins vom Schützen aus gesehen linke Eck des von Sven Müller gehüteten Tors.

Doch was machte Sechzig abgesehen von den Toren, die beide erst in der Schlussphase bzw. Nachspielzeit der ersten 45 Minuten fielen, nun so überlegen? Hier gibt es eine ganz klare Antwort: Die Laufwege wurden besser, dadurch konnte das Passspiel ins letzte Drittel präziser werden. Der Druck auf das Tor der Hallenser wurde stärker und die Löwen belohnten sich.

Man muss allerdings auch noch diesen einen kurzen Moment des Kollektivschlafs auf der linken Abwehrseite bim TSV beleuchten. Dieser Moment hätte nach einem Einwurf für Halle fast zum Ausgleich nur kurz nach dem Führungstreffer geführt. Landgraf warf, etwa 20 Meter von der Eckfahne entfernt, zu Derstroff ein. Der konnte den Ball ungestört annehmen und nach wenigen Metern, die er sich mit dem Ball, etwa zwei Meter vor dem Strafraum, Richtung Zentrum bewegen konnte, ohne dass ein Gegenspieler eingriff, auf das von ihm aus rechte Eck abziehen. Hiller drehte diesen für ihn spät zu erkennenden Schuss in höchster Not um den Pfosten. Mit der Parade gegen Dehls Schuss aus Minute fünf sind das zwei absolute Großtaten von Hiller, die man gar nicht hoch genug bewerten kann. Wenn man als Torhüter im Prinzip 45 Minuten lang nichts zu tun bekommt und in den entscheidenden Szenen mit Glanzparaden das Ergebnis auf dem Status Quo hält, ist das mehr als Gold wert.

 

Die Statistik der Löwen zur zweiten Phase der ersten Halbzeit

 

Ballbesitz 60%, Passquote 82%, Schüsse 8 (davon 3 aufs Tor), neunmal gelang es, den Ball in den Strafraum zu befördern. Kein einziges Mal tappte Sechzig in die Abseitsfalle.

 

Die zweite Halbzeit

 

Aufgrund des Zwei-Tore-Rückstands kam Halle offensiv aus der Kabine und schaffte es, den TSV 1860 in den ersten sechs Minuten nach der Halbzeit gehörig unter Druck zu setzen. Fünf Positionsangriffe stehen für Halle während dieser sechs Minuten zu Buche. Zweimal kam der HFC auch zum Abschluss. Boyd setzte einen Schuss in der 50. Minute links neben das Tor. Guttaus Versuch in Minute 51 aus etwa 18 Metern konnte Wein blocken. Interessant ist hier, mit welcher Leichtigkeit Boyd nach einem Ballgewinn an der Mittellinie über drei Stationen in Szene gesetzt wurde. Einen Rückpass von Salger klärte Hiller mit einem weiten Schlag nach vorn. Im Mittelkreis wurde der Ball von Sternberg per Kopfball ohne Gegenspieler erobert und gelangte zu Titsch-Rivero. Dieser spielte nach Verarbeitung des Kopfballzuspiels auf Boyd, der etwa dreißig Meter vor dem Tor mit nur einem Ballkontakt zu Lindenhahn auf die halbrechte Seite ablegte. Lindenhahn hob den Ball sofort in die Schnittstelle zwischen Wein und Salger, wo Boyd wieder an den Ball kam, aber zum Glück für die Löwen Schwächen im Abschluss zeigte und somit wie oben beschrieben die gute Chance vergab. Dressel, Moll und Erdmann liefen in dieser Situation dem Geschehen nur hinterher. Kann aber man einem der drei einen Vorwurf machen, dass es zur Torchance kommt? Da sie sich nach Hillers weitem Schlag in der Vorwärtsbewegung befanden, kann man zumindest Dressel und Erdmann hier die Absolution erteilen. Warum Moll Boyd allerdings zuerst entgegenging und ihn dann entwischen ließ, verstehe ich nicht ganz. Aber sei‘s drum: Fehler passieren.

Nach dieser Chance besannen sich die Löwen wieder auf ihre Tugenden. Der Gegner wurde bei Ballbesitz wieder höher angelaufen und dieses Konzept griff auch postwendend. Eine Serie dynamischer Angriffe trugen die Löwen nun vor. Gekrönt wurde diese Serie in der 56. Minute von Dressels drittem Treffer an diesem Nachmittag. Dieser lehrbuchmäßige, im Aufbau über die halbe Breite des Feldes diagonal gespielte Angriff gegen das 4-2-3-1, zeigt nahezu perfekt die Schwäche dieses Systems gegen den Ball.

Moll bekam etwa zehn Meter hinter der Mittellinie in halbrechter Position einen Rückpass von Dressel, den er rasch verarbeitete. Aus dem Mittelkreis heraus folgt der Pass wie an einer Schnur gezogen über etwa vierzig Meter haargenau auf Steinhart, der den Ball nahe der linken Seitenauslinie etwa auf halber Höhe zwischen Mittellinie und Toraus erwartet. Dieser Pass öffnet den Raum für Sechzigs weiteres Vorgehen bei diesem Angriff. Unsere Nummer 36 fintierte einen Rückzug in Richtung der eigenen Hälfte, zog damit die Abwehrformation der Hallenser noch ein wenig stärker auseinander, spielte dann den Ball zur Überraschung seines Gegenspielers steil auf den in halblinker Position, etwa zehn Meter vor dem Strafraum freien Stefan Lex. Dieser ließ den Ball quer mit nur einer Berührung zu Fabian Greilinger nahe der linken Spielfeldbegrenzung weiterlaufen. Greilinger schickte mit einem Zuckerpass Richard Neudecker steil in den Strafraum, der, an der Grundlinie angelangt, flach nach innen flankte, wo zwar Lex und Mölders verpassen, Halles Keeper Müller den Ball aber auch nur im Fallen abklatschen konnte. Lachender Dritter war wiederum Dressel, der in Mittelstürmerposition den Rebound zum 3:0 abstaubte. Bemerkenswert sind hier die Laufwege von Dressel und Lex, die beide in dieser Sequenz zweimal im Mittelpunkt des Geschehens auftauchten.

Nur zwei Minuten später erhöhte Mölders per Kontertor ins linke Eck nach einem 35 Meter-Traumpass von Lex auf 4:0 für den TSV.

Bis zum nächsten Treffer – diesmal für Halle – dauerte es nur weitere fünf Minuten. In der 63. funktionierte bei Halle abermals das Konzept Chip in die Schnittstelle – und Boyd feuerte zum Ehrentreffer für die Saalestädter ab.

Dieser Angriff hätte allerdings schon im Aufbau unterbunden werden können. Vucur spielte in halbrechter Position etwa in Höhe der Mittellinie einen Steilpass auf die rechte Hallenser Außenbahn zu Landgraf, der diesen mittig zwischen Mittel- und Grundlinie erwartete. Greilinger versuchte, den Ball abzufangen kam aber leider um wenige Zentimeter nicht dran. Landgraf chippte darauf den Ball in die Box zu Boyd, der unhaltbar für Hiller versenkte. Obwohl drei Verteidiger in der Nähe des Angreifers standen, konnte keiner den Treffer verhindern. Hier hat einfach offensiv alles haarklein gestimmt. Passpräzision, Laufwege, Schusstechnik. Meiner Meinung nach wäre dieser Angriff – wenn überhaupt – nur von Greilinger zu verteidigen gewesen. Ob die misslungene Grätsche in den Steilpass hinein das richtige Mittel war oder ob man lieber den Adressaten des Steilpasses Landgraf hätte angehen sollen, darüber kann man sicherlich streiten. Der Treffer war einerseits nur Ergebniskorrektur, aber andererseits durchaus verdient, wenn man die vorangegangenen großen Chancen der Hallenser betrachtet.

Nach Boyds Treffer sah es für kurze Zeit so aus, als könne der HFC nachlegen und das Spiel nochmals spannend machen, denn sowohl Titsch-Rivero als auch Nietfeld hatten in den fünf Minuten nach dem Tor der Saalestädter Chancen, den Ball erneut in die Maschen zu jagen. Nach dem Treffer durch Boyd aufmerksamere Abwehrspieler in den Reihen der Löwen konnten das allerdings verhindern.

Ein Alleingang von Dressel nach einer wunderbaren Aktion von Mölders im Mittelkreis, um den Ball zu behaupten und weiterzuleiten, sowie ein schöner, durch Steinhart mit einem langen Diagonalball über zwei Drittel der Spielfeldlänge eingeleiteter und von den beiden Jokern Johann Ngounou Djayo (Vorlage) und Erik Tallig (Tor) vollendeter Angriff, sorgten schließlich für den Endstand von 6:1

 

Statistische Werte der zweiten Halbzeit

 

Die wichtigsten Zahlen der Löwen in der zweiten Halbzeit: Ballbesitz 46%, Passquote 80%, Schüsse 6 – 5 davon aufs Tor, PPDA (zugelassene Pässe pro defensiv Aktion) 10.13

 

Mein Fazit zum Spiel

 

Bevor wir zum Gesamtfazit kommen möchte ich noch kurz auf einige Spieler einzeln eingehen:

a) Ohne Hillers guten Reflex in der 5. Minute gegen Dehl und ohne seine Rettungstat gegen Derstroff in der 44. Minute hätten wir ein komplett anderes Spiel erlebt. Beim Gegentreffer war er wie auch seine direkten Vorderleute machtlos, zu präzise war der Angriff vorgetragen. Über weite Strecken hatte Hiller nichts zu tun, aber zwei Rettungstaten in brenzligen Situationen bei noch knappem Spielstand zeigen, wie wichtig er für die Löwen ist.

b) Daniel Wein hat neben dem überragenden Dressel bis auf Kleinigkeiten seine Aufgabe wieder absolut souverän gelöst. Im Vergleich mit Willsch, dessen Platz er einnahm, hat er natürlich weniger Aktionen nach vorne gehabt. Aber ich denke, seine Aufgabenstellung war nicht die des offensiven Flügel-, sondern die eines klassischen Außenverteidigers. Und diese Aufgabe hat er mit Bravour gelöst! Hier einige seiner statistischen Zahlen vom Samstag: Daniel Wein kommt auf 90% Passquote, 80% gewonnene Kopfballduelle, 13 Balleroberungen, 9 abgefangene Pässe, und insgesamt 71% erfolgreiche Aktionen.

 

Für mich sind daher – neben Dressel – Hiller und Wein die Spieler des Spiels. Damit möchte ich Dressels Leistung keinesfalls kleinreden. Es geht mir nur darum aufzuzeigen, dass die gerne übersehene Abwehrarbeit der Akteure auf dem Platz ebenso in Wertungen zur Mannschaftsleistung einbezogen werden muss.

Eine absolut souveräne Leistung des TSV 1860 wurde mit sechs Toren belohnt. Die gesamte Mannschaft hat ihren Teil zu dieser Galavorstellung beigetragen und Youngster Johann Djayo hat seinen ersten Scorerpunkt auf dem Konto. Sehr gut gefallen hat mir, dass nicht permanent extrem hoch gepresst wurde. So hatten die Sechzger bei Ballbesitzwechsel zu ihren Gunsten mehr Raum zum Kombinieren. Lobenswert ist außerdem die Konsequenz, mit der viele Angriffe (auch die Konter) zu Ende gespielt wurden. Bravo!

Löwen, wir sind stolz auf Euch!

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