Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem Heimspiel unseres TSV 1860 München gegen den SV Waldhof Mannheim.

Die von Patrick Glöckner trainierten Mannheimer haben bisher nur drei Spiele verloren und stehen momentan auf dem vierten Tabellenplatz. Dort stehen sie durchaus zurecht. Das 4-2-3-1, welches Waldhof Mannheim in den meisten Partien bisher spielt, ist vor allem gegen den Ball im Mittelfeld schwer zu überwinden. Die Mannheimer liegen in allen defensiv relevanten Statistiken in den Top Fünf der Liga.

Bei eigenem Ballbesitz verschiebt die Mannschaft von Trainer Glöckner im letzten Drittel meist auf 4-3-3 oder asymmetrisch auf 3-4-3. Dann und wann spielt Waldhof auch im 4-4-2 mit Doppelsechs. Heute rechne ich allerdings nicht damit.

Die wichtigsten statistischen Werte des SV Waldhof

  • Ballbesitz 50%
  • Passgenauigkeit 79%
  • Defensive Zweikampfquote 65% (zweitbester Wert)
  • Flankengenauigkeit 27%
  • PPDA (Zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 7,91

Wie spielt Waldhof Mannheim?

Das Spiel der Waldhöfer ist darauf ausgelegt, bei Ballbesitz des Gegners das Spielgerät möglichst früh wieder selbst unter Kontrolle zu bringen. Somit wird hoher Druck auf die Defensive ihrer Kontrahenten ausgeübt und dieser aufrecht erhalten.

Die hohe Pressingintensität, mit der der Waldhof agiert, zusammen mit den guten Zweikampfwerten zeigt uns, dass dieser Plan nicht nur aufgeht, sondern exzellent umgesetzt wird.

Vor allem die rechte Offensiv-Seite ist für die Gegner schwer unter Kontrolle zu behalten. Das bedeutet aber nicht, dass die Mannschaft von Patrick Glöckner nur über die rechte Seite gefährlich wäre. Mannheim strahlt über die gesamte Spielfeldbreite Gefahr aus.

Gegen den Ball ist die Aggressivität, das Stellungsspiel und die Angriffssteuerung der Waldhöfer in dieser Saison derart gut, dass wenn man sich im Spiel nach vorne entweder zu viel Zeit lässt oder Fehler macht, der Ball sofort wieder weg ist.

Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich Waldhof Mannheim bei der Art und Weise und vor allem beim Zeitpunkt der Balleroberung sehr stark verbessert. Das begünstigt natürlich das eigene Offensivspiel, denn die sich in ihre Offensivposition begebenden gegnerischen Spieler laufen dem Geschehen oft hinterher, weil durch einen Fehler oder eine gute Defensivaktion der Mannheimer das Leder schon wieder in die entgegengesetzte Richtung unterwegs ist.

Bezeichnend dafür ist, dass nur vier der, bisher zwanzig, eingesetzten Feldspieler des SV Waldhof Mannheim eine defensive Zweikampfquote unter 60% haben.

Die Stärken und Schwächen des 4-2-3-1

Die Stärken

Gegen den Ball ist das 4-2-3-1 in der Zentrale und Richtung eigener Box sehr kompakt. Es gibt den Gegnern kaum Raum, um dort vernünftiges Passkombinationsspiel aufzuziehen. Auch gegen zwei oder drei Stürmer ist man durch die beiden defensiven Mittelfeldspieler gut abgesichert.

Nach Balleroberung kann das Spiel über die beiden Sechser relativ Variabel gestaltet werden. Sowohl über die Flügel als auch über das Zentrum sind schnelle Angriffe möglich, wenn man die Lücken im Raum schnell erfasst und alle Offensivspieler ihre Laufwege situationsbedingt richtig anlegen. Oft schaltet sich einer der beiden Sechser auch aktiv und nicht nur als Ballverteiler in das Offensivspiel mit ein. Dadurch wird die Offensive als Ganzes schwerer auszurechnen.

Die Schwächen

Gegen den Ball ist ein Gegner, der gern über die Flügel angreift, schwer zu kontrollieren, da die Wege um einen Spieler zu doppeln relativ weit sind und die Doppelung vom Angreifer oft schon erkannt wird, wenn sich der doppelnde Gegner aus seiner taktischen Grundposition löst. Das führt bei guter Spielübersicht und genauem Passspiel zu viel Raum für die angreifende Mannschaft.

Die Mittelfeldspieler auf den Außenpositionen müssen außerdem ein extrem hohes Laufpensum bewältigen, wenn sie die gegnerischen Flügel unter Kontrolle halten wollen. Im Spiel nach vorn ist vor allem das Fehlen eines zweiten Stürmers ein großes Manko, da sich durch dessen Fehlen für den Spieler in der Sturmzentrale nur wenig Raum zur Entfaltung seiner Fähigkeiten bietet. Deshalb sind torgefährliche Mittelfeldspieler, die mit aufrücken, zwingend erforderlich, um im 4-2-3-1 erfolgreich zu sein.

Die Schlüsselspieler

Der Keeper

Keeper Timo Königsmann (#1) hat letztes Jahr den Platz im Tor vom vorherigen Stammkeeper Behrens übernommen und macht seine Sache sehr gut. Viermal konnte er bisher die Null halten. Seine leichten Schwächen im eins gegen eins fallen dank der Topdefensive momentan nicht auf.

Die Abwehr

Marcel Seegert (#5), Innenverteidiger, Abwehrchef und Kapitän der Waldhöfer, ist sehr zweikampfstark sowie kopfballstark und hat obendrein ein gutes Stellungsspiel. Auch sein Kollege in der Innenverteidigung Jesper Verlaat (#4) ist definitiv ein Schlüsselspieler. Statistisch hat er ähnlich gute Werte in den für diese Position wichtigen Kategorien.

Der Waldhof im Mittelfeld

Eigentlich auf der rechten Außenbahn beheimatet, ist der robuste und technisch starke Joseph Boyamba(#9), in den letzten Spielen hinter Martinovic, als Schattenstürmer im offensiven Mittelfeld, agierend, wirbelt er zusammen mit ihm die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander.

Marco Höger (#37) zieht die Fäden im defensiven Mittelfeld. Über den Bundesligaprofi, der vom 1. FC Köln in die Quadratestadt wechselte, muss man nicht viele Worte verlieren. 159 Bundesliga- und 69 Zweitligaeinsätze hat er auf dem Kerbholz. Zusammen mit dem defensiv noch etwas stärkeren Hamza Saghiri (#35) hält er den Laden vor der Viererkette dicht. Im Aufbauspiel ist er der Mittelfeldspieler, der die häufigsten Ballkontakte hat.

Die beiden Topscorer

Marc Schnatterer (#13), Neuzugang vom Zweitligisten Heidenheim, sorgt auf der linken Seite für viel Alarm. Mit der Erfahrung von 224 Spielen in der zweiten Liga, 48 Toren und 65 Vorlagen hat er beste Voraussetzungen den Mannheimer Topscorer des letzten Jahres abzulösen. Mit bereits acht Scorerpunkten ist er auf dem besten Wege dahin.

Nicht vergessen darf man natürlich Acht-Tore-Mann Dominik Martinovic (#11). Ein kompletter Stürmer, der auch ein Auge für den Nebenmann hat. Elf Scorerpunkte hat der gefährlichste Offensivmann des SV Waldhof bis jetzt auf dem Kerbholz.

Fazit

Der bisher wohl härteste Brocken kommt am Abend auf den TSV 1860 München zu. Mit Waldhof Mannheim kommt der Tabellenvierte, der mit einem Sieg auf Platz zwei klettern könnte.

Natürlich wird Michael Köllner einen Matchplan in der Tasche haben, mit dem man Mannheim schlagen kann. Das A und O in der Offensive wird Tempo und Passgenauigkeit im Spiel sein. Gegen den Ball werden die Löwen vor allem bei den defensiven Verschiebungen gefordert sein. Wie weiter oben schon geschrieben können die Waldhöfer vor allem über rechts den Abwehrverbund gehörig durcheinander wirbeln.

Wenn die Mannschaft auftritt wie gegen Duisburg und Havelse sowie die Leichtsinnsfehler unterlässt, dann kann das auch gegen Mannheim was werden. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir an einem guten Tag alle schlagen können. Und am Dienstag Abend unter Flutlicht auf Giesings Höhen im Sechzgerstadion kann auch mal ein Tabellenvierter Punkte in Giesing lassen.

Wollen wir uns in der Tabelle bewegen, muss man drei Punkte holen. Ich hoffe auf hungrige Löwen, die gierig auf einen Sieg sind.

So könnte Waldhof Mannheim heute Abend beginnen

Datenquelle: wyscout

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