Dennis Dressel, die aktuelle Lage bei den Löwen, Impfen oder auch das inzwischen abgesagte Spiel gegen Waldhof Mannheim. Die Themen beim Stammtisch im Bayerischen Landtag am gestrigen Donnerstag waren durchaus vielseitig. Unter anderem ging es (natürlich) auch um das Thema Stadion, zu dem der TSV 1860 eine Umfrage durchführen sollte – zumindest wenn es nach Günther Gorenzel ginge.

“Identität ist das höchste Gut”

Es war ein launiger Abend im Bayernzimmer der Wirtschaft, die direkt im Landtag untergebracht ist. Gastgeber Martin Hagen von der FDP-Fraktion hatte die Löwenfans unter den Landtagsabgeordneten zu einem Stammtisch in Präsenz geladen. Über eineinhalb Jahre war eine Veranstaltung in dieser Form nicht möglich gewesen. Notgedrungen entschied man sich, den Stammtisch einmal mit einer Online-Videokonferenz durchzuführen. Zu Gast war damals Benny Lauth und bereits damals war das Grünwalder Stadion eines der Themen des Abends.

Auch am gestrigen Donnerstag war die Spielstätte ein Schwerpunkt der Fragerunde an den Geschäftsführer Sport der Löwen. Da ging fast schon unter, dass sich Dennis Dressel aktuell zu „1860 Prozent“ mit dem Verein identifiziere. Oder dass nach der jüngsten Quarantäne-Anordnung nun nahezu alle Spieler von Sechzig München ein Impfangebot wahrgenommen hätten. Zunächst erläuterte Gorenzel, dass wirtschaftliche Abwägungen schlussendlich zu einer Entscheidung pro Grünwalder Stadion im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten Schalke 04 geführt hätten. Einige Wochen lang wurde eine Debatte geführt, ob ein Umzug in das Olympiastadion Mehreinnahmen für die Löwen bedeuten würden.

Gorenzel wünscht sich Umfrage unter den Fans des TSV 1860 zum Thema Stadion

Als es um die Finanzen des TSV 1860 ging, um die es wahrlich bei Weitem noch nicht rosig steht, wurde die immerwährende Stadiondiskussion in den Fokus gerückt. Ein Verbleib in Giesing, ein Umzug beispielsweise in das Olympiastadion oder gar ein Neubau werden aktuell als Optionen gehandelt. Gorenzel beteuerte, dass alle Zahlen und somit die letztendliche Entscheidung über ein pro und contra zu einem Umzug oder gar einem Neubau sein Kollege Marc-Nicolai Pfeifer treffen müsse. Er bekomme schlussendlich lediglich die Mittel mitgeteilt, die ihm für die Kaderplanung zur Verfügung stehen. Die Zahlen kommen naturgemäß recht spät, was auch der Grund für die späten Zeitpunkte von Verpflichtungen seien. Zuvor hatte ein Landtagsabgeordneter eben diese Zeitpunkte kritisch hinterfragt.

Viel äußerte sich Günther Gorenzel in der Folge zu den Löwenfans und der Identität eines Vereins. Zwei Faktoren, die in den Augen des gerade 50 Jahre alt gewordenen Geschäftsführers wieder deutlich mehr in den Fokus rücken würden. Seiner Meinung nach tue dem Fußball im Allgemeinen die aktuelle Entwicklung nicht unbedingt gut. Er plädierte für mehr Bodenständigkeit und mehr Fokus auf die Fans, die immens wichtig für Sechzig München seien.

Giesing, Olympiastadion oder doch ein Neubau?

Auf Nachfrage von sechzger.de präzisierte Gorenzel in der Hinsicht, dass der TSV 1860 seiner Meinung nach für eine endgültige Entscheidung beim Thema Stadion durchaus eine Umfrage unter den Löwenfans durchführen sollte. Damit steht der Geschäftsführer offenbar auch nicht allein auf weiter Flur. Es erscheint also durchaus möglich, dass die Löwenfans einen nicht unwesentlichen Teil zu der Stadionentscheidung beitragen können. Inwiefern dies einen Einfluss auf die ohnehin schon tiefe Fanspaltung haben könnte, muss sich dann allerdings erst noch herausstellen.

Ohnehin stellt sich die Frage, ob sich bei der Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage am Ende nicht sowieso lediglich eine Option als machbar herauskristallisiert. Die Stadt München würde die entstehenden Umbaukosten für das Grünwalder Stadion zu einem Großteil übernehmen. Ein negatives Eigenkapitel im deutlich zweistelligen Millionenbereich sowie die anstehende Fortführungsprognose im Sommer 2022 sind nur zwei Dinge, die klar für die Spielstätte in Giesing sprechen würden. Ein fremdfinanzierter Neubau erscheint unter den aktuellen Gegebenheiten mehr als unwahrscheinlich, zumal aktuell nicht einmal ein Grundstück für diese Pläne vorliegt.

Die wirtschaftliche Analyse kann laut Gorenzel beginnen, sobald die Planungen der Stadt dem TSV 1860 vorgelegt werden. Aktuell fehlen noch Dokumente, die den Abschluss verhindern. Doch die Zeit drängt: bereits zur Saison 2021/22 war es fraglich, ob der DFB das Grünwalder Stadion in seiner jetzigen Form noch für die 3.Liga genehmigt. Gerade noch wurde mit einem Beschluss reagiert und infolgedessen die Flutlichtanlage erneuert.

5 3 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
8 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Ich finde man sollte mal an folgende Themen als Verein selbst rangehen:

Was muss getan werden um in ist-Zustand die volle Kapazität auszuschöpfen
Ist es möglich die lärmschutzauflagen mit einer vollüberdachung zu erfüllen
Kann die Stadion Wirtschaft zu einem hochwertigen VIP Bereich ertüchtigt werden?

Das kostet kleines Geld und würde mal Klarheit geben ob überhaupt ein großer Umbau so viel Mehrwert bringt. In erster Linie geht es uns Fans doch erstmal um die Kapazität und dem dfb um die Überdachung.

Ja ja die http://www.loewenumfrage.de gab es 2012 von Dr. Kai Hillmer mit übee 5000 votes wie 2010 ( Ude Nein!) oder 1995 ( Umzug ins Oly) sowie 1999/2000! ( Schwabl-Pläne mit Fonds-Investor DCM) usw. es wurde über Neubauten in Riem oder am bisherigen Eisstadion debattiert usw.
Sechzig ist 1991, 1993, 1994 und 2018 wo wiederauferstanden ?
Sechzig ist Giasing und das Grünwalder Stadion ist Sechzig in München.. mehr Zusammenhalt, Identifikation und Fussballkult geht nicht. Was zusammen gehört soll zusammen bleiben und daher letztmalig die klare Bitte an die Stadt und gewählten Vereinsvertreter sowie Gesellschafter: baut das Sechzger aus! Moderner, zukunftsfähiger und vollüberdacht für mindestens 20 000 treue weiss-blaue Anhänger und Löwenfans. Fangt endlich mit dem ligaunabhängigen Ausbau an !
westkurve60 für alle Zeit- nie wieder Größenwahn beim TSV München von 1860

Das Stadionfrage ist bei uns seit ich denken kann immer wieder ein zentrales Thema. Ich war damals ein großer Freund der Schwaben-Pläne, dass was damals scheinbar möglich war, wäre heute mein absoluter Traum. Die Allianz-Arena hat mich nie begeistern können, es ging soweit das ich mich in über zehn Jahren vom Verein entfremdet habe und mit dem Thema sechzig eigentlich abgeschlossen hatte. Doch er Doppelabstieg und der Umzug zurück ins Grünwalder hat mich total unerwartet wieder zurück zum Verein und in die Kurve gebracht, seit diesem Zeitpunkt habe ich verstanden was dieses Stadion mit der Identität des Vereins zu tun hat. Sechzig gehört nach Giesing ins Grünwalder, in keinem anderen Stadion wird das Gefühl jemals so sein wie dort, ach wäre es schön, hätten wir damals unsere Gelegenheit ergriffen!

Gemeint sind natürlich die Schwabel-Pläne, vielleicht kann das jemand korrigieren? 🙂

Wenn, dann gscheid: Schwabl! 🙂

Ich gebe dir Recht, 60 gehört ins Grünwalder, aber leider wird dann tatsächlich nur noch max. 2. Liga möglich sein.Ich weiss auch nicht, ob die
kolpotierten Summen für den Ausbau auf 18000 Zuschauer mit Überdachung stimmen, aber wenn es auch nur annähernd so teuer wird und damit
dann tatsächlich auch nix mehr geht, dann wäre einfach ein Neubau für 30-40000 Zuschauer leider die einzige Lösung( sollte es denn ein Grundstück geben…) und ja die Schwabl Pläne waren einfach echt gut damals….

Danke für deine Analyse und dem Link.
Ich glaube zwar nicht, dass das Grünwalder auf Dauer ausreicht um 1.Liga konkurrenzfähig mitzuspielen, aber du hast Recht-dahin ist es leider ein sehr harter Weg und jetzt heisst es erstmal Punkte für den Klassenerhalt zu holen!