Wie bereits berichtet, streitet Hasan Ismaik via Social Media vehement ab, Max Kothny persönlich zu kennen oder “jemals mit ihm telefoniert” zu haben. Die BILD hatte behauptet, Kothny habe über die Investorenseite Neu-Trainer Maurizio Jacobacci bei Münchens großer Liebe installiert. Max Kothny? Vielen Löwenfans ist der 26-Jährige bislang nur als Ex-Manager von Türkgücü München bekannt. Inzwischen arbeitet Kothny jedoch für die Pacific Media Group, die doch recht auffällig die Nähe zum TSV 1860 München sucht. Was läuft da eigentlich und wer verbirgt sich dahinter?

Investorengruppe mit Interesse an den Löwen?

Bei der Pacific Medie Group (PMG) handelt es sich um eine aus den USA und China finanzierte Investorengruppe, die in erster Linie durch Paul Conway (Pacific Media Group) und Chien Lee (NewCity Capital) repräsentiert wird. Zum PMG-Konsortium gehören derzeit der FC Barnsley (England), AS Nancy (Frankreich), KV Oostende (Belgien), der FC Den Bosch (Niederlande), Esbjerg fB (Dänemark), der FC Thun (Schweiz) und der 1. FC Kaiserslautern.

Im Endeffekt kann man sich das so vorstellen wie beispielsweise bei der Red Bull-Gruppe oder auch die City Football Group um Manchester City. Die PMG verfolgt jedoch einen etwas anderen Ansatz: Die PMG pumpt im Gegensatz zu den anderen Inverstoren keine Unsummen in ihre Projekte. Eher im Gegenteil, wie die Beispiele Barnsley, Oostende und Nancy zeigen, wo man trotz relativ bescheidenen Budgets kurzfristig Erfolge erzielen konnte, ehe es wieder bergab ging.

Unlauterer Wettbewerb durch die PMG?

Was macht die PMG denn dann? In einem Interview mit Forbes gab Chien Lee an, auf junge Talente und komplexe Daten-Analysen zu setzen anstatt hauptsächlich auf Geld und fertige Spieler zu setzen. Das klingt ja erstmal positiv, ist aber nur die halbe Wahrheit. Auch wenn man bestreitet, Spieler innerhalb des eigenen Vereins-Netzwerks hin- und herzuschieben, so ist das bei der PMG doch gängige Praxis.

Darauf lässt auch die öffentliche Beschwerde von elf französischen Zweitliga-Klubs schließen, die dem AS Nancy und der Pacific Media Group “unlauteren Wettbewerb” vorwerfen. Demnach habe Nancy eine verhängte Transfersperre wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten umgangen, indem Spieler zunächst von Oostende verpflichtet und dann weiter an Nancy ausgeliehen wurden.

TSV 1860 und die Pacific Media Group – läuft da was?

Warum wir Euch das alles erzählen? Bereits im Jahr 2020 soll die Pacific Media Group laut Bloomberg an Hasan Ismaik herangetreten sein, um dessen Anteil an der TSV 1860 München KGaA zu erwerben. Auch in der jüngeren Vergangenheit suchte die PMG die Nähe der Löwen – und da kommt wieder Max Kothny ins Spiel, der mittlerweile bei der Investorengruppe angestellt ist. Nachdem er nur rund zwei Monate für PMG als Berater beim AS Nancy wirken durfte, taucht Kothny nun im Umfeld des TSV 1860 auf.

Am Samstag beispielsweise besuchte Kothny das Spiel der Löwen gegen Viktoria Köln und wurde außerdem am Trainingsgelände gesichtet. Warum? Hatte das was mit dem neuen Trainer Jacobacci zu tun, der ja angeblich auf Empfehlung der PMG nach Giesing kam? Oder bahnt sich da etwas an? Ist der TSV 1860 noch immer ein Ziel der Pacific Media Group?

Auch das Löwenmagazin berichtete bereits über mögliche Zusammenhänge: Hasan Ismaik, Max Kothny und die Pacific Media Group

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klampfenkali

Harter Tobak. Hoffentlich seht ihr da keine Gespenster. Wenn da nur die Hälfte davon stimmt, ist es wirklich beschämend und dann gilt es auch dran zu bleiben. Interessant wäre zu wissen, ob ihr so einen Artikel auch in sportlich erfolgreichen Zeiten veröffentlicht hättet. Die Emotionen kochen schon gerade wieder sehr hoch und man schämt sich eher für die zahlreichen Einzelkommentare auf allen social media-Kanälen, egal in welche Richtung, aber gut…das ist die Gesellschaft im Netz. Schockieren kann einen da eh nix mehr. Am besten ignorieren.

klampfenkali

hab grade bemerkt, dass ich den Kommentar woanders setzen wollte und eurem Link gefolgt bin 🙂

klampfenkali

kannste löschen. Danke

_Flin_

Mei, im Gegensatz zu HAM hat PMG wenigstens Ahnung vom Fussball.

Am liebsten wär mir kein Investor. Oder ein Münchener Milliardär, der dem Ismaik alles abkauft, und dann ne Stiftung aufmacht, die die Anteil und Forderungen bekommt. Aber des sind nur Hirngespinste.

Besser als HAM sind wahrscheinlich so einige. Oder die meisten. So viele Millionen verballern, um abzusteigen + Lizenzentzug und dann noch richtig schlecht dazustehen (finanziell)… Das hat bisher nur TB Berlin mit der Göttinger Gruppe geschafft. Insofern wär mir PMG da schon lieber als HAM.

_Flin_

Anmerkung: Solang wir uns nicht den Kothny eintreten. Der kann von mir aus scheißen gehen.

Aschlegel

Im ersten Augenblick ist man geneigt zu sagen, jede Alternative zu diesem dubiosen Kreditgeber ist eine gute Alternative. Doch auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob wir nicht ganz schnell vom Regen in die Traufe kämen, wenn wir als eine Art Farmteam jede Saison die talentiertesten Spieler transferieren müssten. Auf der anderen Seite sind die natürlich scharf auf das langsam wieder erblühende Nachwuchsleistungszentrum.

Ich sehe es sehr skeptisch. Auf der anderen Seite fehlen aber auch noch zu viele weitere Infos.

juergen

Na, zumindest scheinen die sich nicht groß in die Tagespolitik einzumischen

Steffen Lobmeier

Wundern darf einen bei 1860 gar nix mehr…