Der zweitplatzierte 1. FC Kaiserslautern gab sich am Freitag Abend am Würzburger Dallenberg zum Start in den 33. Spieltag keine Blöße und untermauerte mit einem letztlich souveränen 2:1-Auswärtssieg seine Auftstiegsambitionen. In den Samstagsspielen waren heute nachmittag einige der Verfolger also gefordert, den Anschluss an das Spitzenduo aus Magdeburg und der Pfalz nicht abreissen zu lassen. Für unsere Löwen geht es bekanntlich morgen Mittag (13 Uhr im sechzger.de-Liveticker) bei der U23 des SC Freiburg wieder um Punkte. Danach empfängt dann noch der TSV Havelse den FSV Zwickau. Der nächste Gegner des TSV 1860, der VfL Osnabrück schließt den Spieltag am Montag gegen den SC Verl ab.

1. FC Saarbrücken – Waldhof Mannheim 0:0

Saarbrücken heute gegen den Waldhof, nächsten Sonntag auf den Betzenberg. Es sind die Südwest-Derby-Wochen, die knisternde Verfolgerduelle auf den Rasen zaubern. Im Saarbrücker Ludwigspark musste das Spiel – wie gestern Abend in Würzburg – eine halbe Stunde später angepfiffen werden. Wegen des Wintereinbruchs in der Region waren insbesondere die Fans aus Mannheim bei der Anreise arg behindert worden, was die Verantwortlichen dazu veranlasste, den Anpfiff später anzusetzen.

Als es dann endlich losging, tasteten sich die beiden letzten Gegner der Löwen zunächst eine Weile ab. Und als in den vier anderen Stadien schon Halbzeit war, wurde es erstmals hektisch: Saarbrücken wurde ein äußerst zweifelhafter Elfmeter zuerkannt. Die Geschenke der Schiedsrichter, die der FCS anscheinend wegen der sechs abgezogenen Punkte aus den Spielen gegen Türkgücü erhält, reissen nicht ab. Konsequenterweise verschoss Julian Günther-Schmidt den Strafstoß.
Pünktlich zum Wiederanpfiff sorgten erstmal die Mannheimer Fans für reichlich Rauch im Stadion. Dann plätscherte dieses Verfolgerduell vor sich hin. Kurz vor dem Abpfiff – als in den anderen Stadien längst Feierabend war – hatte der Gästeblock dann nochmal Pyrotechnik im Einsatz. Viel mehr passierte nicht mehr. Eine Punkteteilung, die keinem der beiden Teams wirklich weiterhilft.

Wehen Wiesbaden – Eintracht Braunschweig 0:1 (0:1)

Der SV Wehen wollte sich in dieser Saison bislang irgendwie noch nicht so richtig aus dem Aufstiegskampf verabschieden, ohne aber ausreichend konstante Leistungen für höhere Ziele zu zeigen. In Hessens Hauptstadt träumte man zuletzt weiterhin (zumindest heimlich) von einer Rückkehr in die 2. Bundesliga nach zwei Jahren Drittklassigkeit. Der heutige Gegner, Eintracht Braunschweig wartete nur 18 Minuten, ehe man die Gastgeber an diesem Spieltag aus ihren Träumen weckte: Jannis Nikolaou traf zum 0:1.
Wirklich nennenswertes geschah in Wiesbaden im restlichen Spiel nicht mehr. Die mitgereisten Braunschweiger durften sich über drei echte big points an der Tabellenspitze freuen.

1. FC Magdeburg – Viktoria Köln 4:2 (3:1)

Nach vier Spielen ohne Sieg (zwei Unentschieden, zwei Pleiten) wollte der eigentlich schon mal weit enteilte Tabellenführer aus Sachsen-Anhalts Hauptstadt endlich wieder dreifach punkten. Für Viktoria Köln bestand die Chance mit einem Sieg 40 Punkte zu erreichen und sich aus dem Abstiegskampf damit wohl endgültig zu verabschieden.
Luca Schuler, letzte Saison zweimal in der Bundesliga für Schalke 04 am Ball, erzielte in der fünften Spielminute das erste Tor des Nachmittags für die Hausherren. Nur acht Minuten später schoss Jason Ceka, ein weiterer Ex-Schalker im Team des FCM, der allerdings noch keine Bundesligaerfahrung auzuweisen hat, das 2:0. Und die Magdeburger hatten Spaß am Toreschießen: Connor Krempicki, ein gebürtiger Gelsenkirchener, der allerdings nie für Schalke gespielt hat, setze zehn Minuten vor der Pause den nächsten Akzent: 3:0. Ein Lebenszeichen sendeten dann kurz vor dem Pausenpfiff die Gäste aus der Domstadt. Patrick Sontheimer erzielte das erste Tor für die Viktoria zum Pausenstand von 1:3.
Zum Wiederanpfiff ging dann erstmal ein massiver Wolkenbruch mit Hagel hernieder. Als die Sonne dann wieder scheinte, erhöhte Baris Atik auf 4:1. Dies bedeutete den 37. Scorerpunkt der Saison für den Deutschtürken. Drittligarekord! Zwei Minuten vor dem Abpfiff halfen die Gäste dann mit, dieser Partie den Titel torreichste Partie des Spieltags zu sichern. Magdeburg hat die kleine Krise überwunden und ist wieder ganz klar auf Kurs 2. Bundesliga. Viktoria Köln wartet erstmal auf das Erreichen der 40 Punkte.

MSV Duisburg – Hallescher FC 2:1 (1:1)

Nur drei Punkte trennten die beiden Teams vor der Partie. Mit einem Sieg könnte der MSV zu den Hallensern aufschließen. Nur das um zuvor 18 (!) Tore schlechteren Torverhältnis würde die Zebras dann noch vom HFC unterscheiden.
In der 19. Minute gingen die Zebras – der nächste Auswärtsgegner für unsere Löwen – mit 1:0 in Führung, doch die Freude darüber währte nur sechs Minuten. Bis Elias Huth zum 1:1 ausgleichen konnte. Dabei blieb es bis zum Seitenwechsel.
Nach einer knappen Stunde gingen die Zebras durch Tobias Fleckstein per Kopf erneut in Führung. Es blieb bis zum Schluss spannend, weil die Gäste aus Sachsen-Anhalt nicht aufsteckten. Am Ende blieb es aber beim 2:1. Der MSV hat die deutliche Pleite aus der Vorwoche am Betzenberg weggesteckt. Ein wichtiger Sieg im Abstiegskampf.

Borussia Dortmund II – Viktoria Berlin 0:1 (0:0)

Die “kleinen Borussen” bekleiden das Niemandsland der Drittligatabelle. Immerhin haben sie aber bereits ihren eigenen Dirttliga-Punkterekord aus der Saison 2012/13 (41 Punkte) eingestellt. Die Berliner Viktoria ist hingegen – nach fulminantem Saisonstart – bis ganz nach unten durchgereicht worden und streitet sich nun mit dem SC Verl um den wohl letzten verbliebenen Abstiegsplatz. Nachdem für Havelse und seit gestern wohl auch für Würzburg bereits die Abschiedsglocken aus der 3. Liga deutlich vernehmbar läuten. Nicht im Stadion Rote Erde, in dem derzeit unter anderem eine Rasenheizung eingebaut wird, sondern im großen Westfalenstadion (oder auch SIGNAL-Iduna-Park) fanden sich für diese Partie 8.000 Zuschauer ein. Dies dürfte ein Zuschauerrekord für das Heimspiel einer Zweitvertretung in der 3. Liga sein. In der Regionalliga Bayern begüßte  Nürnberg II ja schon einmal mehr als doppelt so viele Zuschauer im Max-Morlock-Stadion. Die kamen allerdings überwiegend aus München.
Unbeeindruckt von den Dimensionen des Stadions zeigte sich der Berliner Soufian Benyamina, als er in der 58. Minute die Führung und das Siegtor für die Gäste besorgte. Ein ganz wichtiger Dreier im Abstiegskampf für die Viktoria aus der Hauptstadt.

Spielfrei: SV Meppen

Durch den insolvenzbedingten Rückzug von Türkgücü aus der 3. Liga ist bis zum Saisonende jeweils eine Mannschaft an jedem Spieltag zum Zuschauen verdammt. Heute war dies der SV Meppen, der aber durch die Resultate auf den anderen Plätzen nicht von seinem 11. Tabellenplatz verdrängt werden konnte.

Was bedeutet das für die Löwen?

Durch diese Ergebnisse fallen die Löwen erstmal auf den sechsten Tabellenplatz zurück, können allerdings mit einem Sieg morgen direkt auf den vierten Rang vorrutschen. Wir kennen unseren Verein, unser Schicksal und wollen dem morgigen Spiel nicht vorgreifen, aber der Rückstand auf Kaiserlautern betrüge im Erfolgsfall in Freiburg acht Punkte, auf Braunschweig sechs. Da diese beiden Teams aber noch jeweils einen Spieltag aussetzen müssen (Braunschweig am 35., Lautern am 38. und letzten Spieltag), schmilzt der Vorsprung auf die Löwen für die Pfälzer und die Niedersachsen dann direkt wieder ein wenig zusammen. Fakt ist: Für 1860 wäre ein Sieg morgen richtig wichtig!

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