Aaron Berzel – das Interview Teil 1 findet ihr hier
Aaron Berzel – das Interview Teil 2 findet ihr hier

sechzger.de: Es gab ja von Günther Gorenzel den Ausspruch, Du wärst ein “nice to have”. Was sagst Du dazu?

Aaron Berzel: Da möchte ich gar nichts dazu sagen. Ich denke die Saison mit meinen Einsätzen hat gezeigt, dass ich nicht Spieler 15 oder 16 bin, wie da gesagt wurde, sondern eher ein Top-5-Spieler.

sechzger.de: Was bei Sechzig ja immer ein leidiges Thema ist, ist der Streit zwischen den Gesellschaftern. Bekommt ihr Spieler das mit? Beeinflusst das eure Leistung?

Aaron Berzel: Also, ich bin jetzt keiner, der alle Presseartikel rauf und runter liest, aber manches bekommt man ja auch von Freunden oder Verwandten zugeschickt und die fragen einen dann schon, was bei Sechzig eigentlich los ist. Man fragt sich, warum ist es eigentlich nicht möglich, dass beide Seiten aufeinander zugehen? Dann wäre so viel möglich bei 1860. Ich habe mir oft Gedanken gemacht und gedacht „zusammen seid ihr viel stärker“. Ich bin da neutral, für keine Seite – am Ende des Tages ist wichtig, was mit dem Verein passiert.

sechzger.de: Weniger schön war ja auch die Zeit in Münster: Du wurdest vom Training ausgeschlossen und hast dann darauf geklagt wieder daran teilnehmen zu dürfen. Was war da los?

Aaron Berzel: Das würde hier absolut den Rahmen sprengen. Das ging damals soweit, dass ich schon überlegt hatte mit Fußball aufzuhören. Zum Glück hab ich in der Zeit Carina kennengelernt, das war ein starker Rückhalt und in dieser Zeit sehr wichtig. Von Münster ging es dann weiter nach Elversberg und dann schon zu 1860.

sechzger.de: Würdest Du Dich rückwirkend wieder für den Weg Profi-Fußballer entscheiden? Wann war klar, dass Du Profi werden willst?

Aaron Berzel: Schon sehr früh, ich habe ja mit 3,5 Jahren schon bei uns im Verein angefangen und bin dann relativ früh nach Hoffenheim gewechselt. Klar, als Kind will jeder Profi werden, aber so richtig kam das dann mit 12 bis 13 Jahren. Mit 14, 15 Jahren geht dann der Druck schon so richtig los und ab der U17 ist es dann schon fast wie im Profigeschäft. Ich bin mit 17 dann ins Internat nach Wolfsburg. Das war eine super-geniale Zeit, immer gute Jungs um einen rum gehabt, immer lustig.

Vermutlich wurde ich mich wieder für diesen Weg entscheiden, weil die Liebe zum Fußball größer ist als alle unangenehmen Begleiterscheinungen.

sechzger.de: Was sind Deine Pläne für nach der Karriere? Was würdest Du machen, wenn Du nicht Fußball-Profi wärst?

Aaron Berzel: Ich hab ja mein Abitur gemacht, danach ein abgeschlossenes Fernstudium in Sportmanagement. Ich hab schon ein paar Ideen, aber noch nichts ganz Konkretes in der Schublade.

Plötzlich ist beim Interview einer der Vorsänger aus der Westkurve am Tisch – er ist zufällig bei einer anderen Veranstaltung im Giesinger Garten zugegen. Man tauscht ein paar Sätze aus – er kennt Aaron, Aaron kennt ihn. Da ist sie noch etwas spürbarer, die Verbundenheit von Aaron Berzel zum TSV 1860.

 

Sechzger.de: Aaron, man sieht, dass Du bei den Löwen-Fans sehr beliebt bist. Du hast ja nicht nur tausende Follower auf Instagram, sondern es gibt Sticker, Memes…

 Aaron Berzel: Es gibt Memes von mir? Aber ernsthaft: Mit das schlimmste für mich ist, dass ich mich von den Löwen-Fans nicht ordentlich verabschieden konnte. Das war letzte Saison schon so, als es auf der Kippe stand – da bin ich beim letzten Heimspiel vor der Kurve gestanden und dachte mir „das ist vielleicht das letzte Mal“ – da ist schon die eine oder andere Träne geflossen. Das hätte ich mir für dieses Jahr auch gewünscht.

sechzger.de: Wir gehen stark davon aus, dass Du, wenn Du mit TürkGücü kommst und Fans im Stadion zugelassen sind, Dir ein großer Applaus sicher sein wird.

Aaron Berzel: Das würde mich riesig freuen und ist mir viel, viel mehr wert als vieles andere – da merkst Du, dass Du einen Fußabdruck hinterlassen hast und nicht so verkehrt sein kannst.

Das Interview führten Benedikt Niedergünzel & Stephan Tempel.

PS: Das Bild wurde uns von einem Fan zur Verfügung gestellt, der die Löwen im Januar 2020 ins Trainingslager nach La Manga begleitet hatte. Dort startete sechzger.de nach fast 20-jähriger Pause wieder mit der Berichterstattung rund um den TSV 1860 München.

 

 

 

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