Efkan Bekiroglu wechselte 2018 vom FC Augsburg II zum TSV 1860 München und absolvierte insgesamt 57 Spiele für die Löwen. Dabei konnte er 13 Treffer erzielen. Seit dem Sommer 2020 schnürt er im Heimatland seiner Eltern die Schuhe für Alanyaspor in der SüperLig. Nachdem er uns bereits bei den Expertentipps zur Verfügung stand, konnten wir Efkan Bekiroglu nun im Rahmen eines Interviews ein paar Fragen stellen.

Das Interview mit Efkan Bekiroglu

sechzger.de: Servus Efkan! Vielen Dank, dass du uns ein paar Fragen beantwortest.
Wie läuft die aktuelle Saison mit Alanyaspor? Welches Saisonziel habt ihr euch gesetzt?

Efkan Bekiroglu: Unser Saisonziel ist es, unter die Top 5 zu kommen. Das läuft bisher gut, aber wir müssen konstanter werden. Außerdem wollten wir den Türkischen Pokal gewinnen, doch leider sind wir im Halbfinale gegen Antalyaspor ausgeschieden.

sechzger.de: Wie ist die Lage in Alanya und der Türkei bezüglich Corona?

Efkan: In Alanya ist die Situation unter Kontrolle. Die Cafés haben jetzt unter Einhaltung der gewöhnlichen Corona-Maßnahmen wieder geöffnet.

Efkan Bekiroglu am Strand von Alanya
Strand und Meer: Alanya liegt an der türkischen Mittelmeerküste

sechzger.de: Wir springen zurück nach Deutschland: Hast du noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern beim TSV 1860?

Efkan: Kontakt hab ich schon noch, zum Beispiel mit Vino oder Semi. Außerdem ist Teammanager Fatih Aslan ein Freund von mir. Sonst mit ehemaligen Spielern wie z. B. Timo Gebhart, Tim Rieder oder auch Herbert Paul.

sechzger.de: Was tippst du, wo landen die Löwen am Saisonende? Verfolgst du die Löwen noch?

Efkan: Ich versuche jedes Spiel zu gucken und freue mich über jeden Sieg! Ich wünsche den Löwen nur das Beste und hoffe, dass sie es vielleicht auch noch dieses Jahr schaffen aufzusteigen.

sechzger.de: Planst du eine Rückkehr nach Deutschland oder einen Wechsel in ein anderes Land? Gibt es einen Verein, für den du irgendwann unbedingt einmal spielen möchtest? Kannst du dir eine Rückkehr zum TSV 1860 München vorstellen?

Efkan: Natürlich kann ich mir irgendwann eine Rückkehr vorstellen, aber aktuell verfolge ich andere Ziele und bin zu 100% fokussiert auf Alanya.

sechzger.de: Bist du zufrieden mit dem Schritt, den du nun gewagt hast? Was war der ausschlaggebende Punkt für deinen Wechsel? Wie ordnest du deine bisherigen Einsatzzeiten ein?

Efkan: Der ausschlaggebende Punkt war, dass ich unbedingt 1.Liga spielen wollte und es immer einer meiner Träume war, in der Türkei Fußball zu spielen. Ich bin zufrieden mit dem Schritt. Ich wusste, worauf ich mich einlasse und dass es nicht einfach wird, sich hier durchzusetzen. Aber auch Situationen, in denen man wenig Spielzeit bekommt, muss man nutzen, um besser zu werden, vor allem mental. Am Ende des Tages liegt vieles immer am Spieler.

Efkan Bekiroglu: “Im Grünwalder finde ich es persönlich noch beeindruckender”

sechzger.de: Die meisten Löwenfans werden dich das erste Mal am 15.10.2017 wahrgenommen haben, als du mit zwei Toren entscheidend zum Sieg von Augsburg II gegen den TSV 1860 München beigetragen hast. Wie genau erinnerst du dich an diesen Tag, wie fandest du die Stimmung?

Efkan: An den Tag kann ich mich sehr gut erinnern. Es war das erste Mal für mich in einem großen Stadion, mit unglaublichen Fans zu spielen. Vielleicht war auch das der Tag, wo man Blut geleckt hat und einfach jede Woche in einem Stadion spielen wollte. Die Stimmung war natürlich geil, aber im Grünwalder finde ich es persönlich noch beeindruckender.

sechzger.de: Im Gegensatz dazu: Was war dein schönstes Erlebnis mit den Löwen? Gibt es ein Spiel, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Efkan: Da gibt es viele Spiele. Aus persönlicher Sicht war das Spiel zuhause gegen Zwickau geil, denn einerseits hab ich 2 Tore gemacht und nach dem Spiel durfte ich die Fans am Zaun anheizen. Das werde ich nie vergessen. Ansonsten war der Heimsieg gegen Duisburg geil, denn wir haben uns so lange während der Pandemie fit gehalten und trainiert. Doch nach dem 3:2-Sieg war es mir das wert.

sechzger.de: Hattest Du nicht die Befürchtung, bei einem Wechsel in die Türkei für deutsche Vereine “weg vom Radar” zu sein? Oder denkst Du, dass man sich aufgrund der Leistungen in der Vergangenheit auf dem Schirm haben wird?

Efkan: Nein, so eine Befürchtung habe ich nicht, denn gute Leistungen werden immer belohnt. Egal wo man spielt.

sechzger.de: Man hört ja öfter, dass deutsche Spieler mit türkischem Background es in der Türkei gar nicht so leicht haben wie man denkt. Wie fiel Dir die Umstellung? Wie wurdest Du aufgenommen?

Efkan: Ich denke, das hat nix damit zu tun, dass ich Deutsch-Türke bin. Allgemein ist es nicht einfach, von der 3.Liga zu einem ambitionierten Erstligisten zu wechseln und dort in einem anderen Land alleine klar zu kommen. Aber die türkischen Menschen sind alle sehr sehr herzlich und haben es mir auch sehr, sehr einfach gemacht, weil ich auch die Sprache perfekt spreche.

sechzger.de: Wie stehst Du dem Projekt Türkgücü gegenüber?

Efkan: Ich wünsche auch Türkgücü alles alles Gute und finde, dass sie tolle Arbeit verrichten.

sechzger.de: Vielen Dank, Efkan! Wir wünschen dir weiterhin alles Gute und viel Erfolg bei Alanyaspor! Vielleicht sehen wir uns eines Tages im Grünwalder Stadion wieder. 🙂

 

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