Das “Bündnis Zukunft 1860” hat am gestrigen Abend den ersten sogenannten “Bündnis-Talk” abgehalten und die ersten Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt, unter anderem die Erkenntnis, dass die KGaA des TSV 1860 bilanziell überschuldet ist.

Erster “Bündnis-Talk” des “Bündnis Zukunft 1860”

Am gestrigen Abend lud das sogenannte “Bündnis Zukunft 1860” registrierte und akzeptierte Interessierte zum ersten “Bündnis-Talk” ein, welcher online stattfand. Bei mäßiger Übertragungsqualität stellte das sich als neutral bezeichnende Bündnis erste Zwischenergebnisse aus den beiden Arbeitsgruppen “Finanzplanung und Vereins- und Gesellschafterstrukturen” sowie “Vision, Marke & Kommunikation”

Thomas Heigl spricht über die Finanzen

Thomas Heigl, Vorstand des Versicherungsunternehmens und Hauptsponsors “die Bayerische”, welches Mitinitiator des “Bündnis Zukunft 1860” ist, stellte den Publikum die ersten Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppe “Finanzplanung und Vereins- und Gesellschafterstrukturen” vor. Löwenfans, die den Verein sowie die KGaA in den letzten Jahren auch nur halbwegs aufmerksam verfolgt haben, dürften sich hier keine neuen Erkenntnisse offenbart haben. Grundtenor des Zwischenergebnisses der Arbeitsgruppe war: Die KGaA ist bilanziell überschuldet. Heigl zählte Verlustrechnungen der vergangenen Saisons auf und stellte, heraus, dass “zu jedem Bilanzstichtag (…) eine positive Fortführungsprognose benötigt” würde.

Dies hatte Präsident Robert Reisinger seit seinem Amtsantritt in beinahe jeder seiner Reden auf den Mitgliederversammlungen den Mitgliedern berichtet. Auch Ex-Geschäftsführer Fauser hatte dies im Zusammenhang mit dem Konsolidierungskurs stets als alternativlos für die Zukunft der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA bezeichnet.

Heigl stellte die Möglichkeiten für die Zukunft, die seine Arbeitsgruppe herausgearbeitet hatte, heraus, um den TSV 1860 München zukünftig finanziell besser auszurichten und die Weichen in Richtung 2. Bundesliga zu stellen:

  1. Kapitalerhöhung beider Gesellschafter gemäß ihrer jeweiligen Anteile 
  2. Kapitalerhöhung nur durch HAM International Ltd. und damit einhergehende Reduzierung der Anteile des e.V.
  3. Einstieg eines Dritten Gesellschafters, welcher neues Kapital bringt a) alleine, dann reduzieren sich die Anteile vom e.V. und HAM oder b) gemeinsam mit HAM, dann reduziert sich Anteil des e.V.
  4. HAM führt Kapital durch Genussrechte zu

Bei drei Punkten wäre die Zustimmung der Mitglieder notwendig

Der derzeit gelebte Usus ist seit Jahren Nummer 4. HAM International Ltd. ist – allein aus Eigeninteresse zur Vermeidung einer Insolvenz – seit Jahren dabei, bestehende Darlehensforderungen in Genussrechte umzuwandeln.

Die Ziffern 1-3 bedürfen der Zustimmung der Mitgliederversammlung (Ziffer III.11.3.6b der Vereinssatzung). Dies trug Präsident Reisinger bereits auf der Mitgliederversammlung 2018 vor.

Auszug aus dem Protokoll der Mitgliederversammlung 2018: “Rückblickend wurde damals (2011, d.Red.) aus meiner Sicht von den Verantwortlichen versäumt, Sie, die Mitglieder des TSV 1860 München, angemessen über die Chancen, aber auch über mögliche Risiken und Nebenwirkungen eines Verkaufs von Anteilen zu informieren. Die Satzung unseres Vereins war damals noch eine andere, es war die alte sogenannte “Wildmoser-Satzung”, die das Präsidium auch nicht groß dazu verpflichtet hat. Heute wäre die Situation bei der Veräußerung von Vereinseigentum satzungsrechtlich eine andere.”

Reisinger brachte eine Kapitalerhöhung bereits vermehrt ins Spiel

Präsident Reisinger hatte sich schon oft für einen dritten Gesellschafter ausgesprochen, die Gespräche über eine Kapitalerhöhung waren jedoch seitens HAM Ltd. nicht weiter verfolgt worden, wie Reisinger auf diversen Mitgliederversammlungen vermeldete:

Auszug aus dem Protokoll der Mitgliederversammlung 2019: “Der Präsident wünscht sich einen gemeinsamen Weg der Gesellschafter sowie eine Neuordnung des Kooperations-Vertrages, um die wirtschaftlichen Aussichten der KGaA zu verbessern, bspw. durch weitere Gesellschafter. Herr Ismaik wurde vor zwei Monaten schriftlich über die geplante Kapitalerhöhung informiert, bisher jedoch ohne Rückmeldung zu Verhandlungsterminen.”

Auszug aus dem Protokoll der Mitgliederversammlung 2021: “Zur Kapitalerhöhung werde er (Robert Reisinger, d.Red.) keine Aussage machen, da die Gespräche momentan stocken. Robert Reisinger wünscht sich eine gemeinsame Arbeit mit der KGaA zur Gesundung.”

Erst kürzlich manifestierte das Präsidium die Bereitschaft, eine Kapitalerhöhung unter Einbeziehung eines dritten Gesellschafters anzugehen:

“Hasan Ismaik selbst hat in genanntem Interview die Option ins Spiel gebracht, seine Anteile zu veräußern. Das hören wir in der Form zum ersten Mal. Unsere Haltung dazu war immer klar: Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA braucht mehr Vielfalt bei den Kapitalgebern.”

Fazit: keine neuen Erkenntnisse

Die gutgemeinte Arbeit der Arbeitsgruppe “Finanzplanung und Vereins- und Gesellschafterstrukturen” des “Bündnis Zukunft 1860” lieferte keinerlei neue Erkenntnisse. Sämtliche Zwischenergebnisse waren den informierten Fans bereits seit langem bekannt. Man darf auf die Endergebnisse mit tatsächlichen Neuansätzen und – realistischen – Lösungsvorschlägen in der Finanzsituation der KGaA gespannt sein.

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Vorstopper

Was haben die Vögel die letzten Jahre auf der MV gemacht? Dass der Blogger das nicht verstanden hat, und jetzt ganz überrascht ist, ob dieser Zahlen, wundert vermutlich niemand, aber bei Herrn Gräfer bin ich erstaunt.

Groeber

Zitat von Martin Gräfer über das Bündnis Zukunft von seinem Facebook:

„Ich bin jetzt seit mehr als 7 Jahren sehr eng an der KGaA, einen solch strukturierten und konkreten Strategieprozess habe ich bisher noch nicht wahrgenommen.“

Was sagt das über die Arbeit der KGaA in den letzten 7 Jahren? Die Aussage wird noch lustiger oder eigentlich trauriger, wenn man sich die Ergebnisse betrachtet die gestern präsentiert wurden. 

Wir sind überschuldet. Wow. Respekt. Klasse Erkenntnis.

Waren eigentlich MNP und alle vor ihm komplett unfähig, wenn diese Gschaftlhubervereinigung strukturierter und konkreter Strategien erarbeitet als die KGaA? Was macht Power den ganzen Tag? Welche Strategie verfolgt Ismaik?

Diese Fragen drängen sich alle nach so einem Posting auf.

Alexander Schlegel

Ich stimme allen kritischen Stimmen zu, aber mal kurz ganz was anderes: Wer hat sich denn dieses potthässliche Logo ausgedacht? Das sieht ja furchtbar aus.
Tipp: Bei Canva einen Account schalten und dann unter Logos mal suchen gehen, wenn man sich anscheinend keinen Grafiker leisten kann oder möchte.

juergen

alles professionelles Marketing einer erfolgreichen Firma 😉

Alexander Schlegel

Das habe ich mir auch gedacht … 😂👍

United Sixties

Schan mau diese Erkenntnisse. Von den benannten 7 Jahren „strukturloses Arbeiten“ in der KGaA war MNP die letzen 3,5 Jahre federführend.
Das sog. „Konzept“ scheint auf der Überzeugung zu berufen, dass andere Verwaltungsräte mit einem dann neu besetzten Präsidium neue Türen im Sponsorenkreis öffnen sowie eine andere „Kooperation“ mit HAM(-Vertreter Saki und AP) möglich machen soll.
Dazu will man dann wohl den ehem. GF zurückholen und mit deutlich mehr Geld in den Profi-Kader (etwa 7-8 Mio. € ?) den Wiederaufstieg realisieren. Danach wird man die Stadt überzeugen wollen, dass Sechzig als boomender Zweitligist mit Ambitionen ein neues Löwenstadion benötigt für mindestens 35 000 Kapazität. Womit das Grünwalder nur eine moderate Sanierung benötigt ( Frauenfussball und U21) und die Stadt besser mit einem Grundstück helfen soll ( altes Eisstadion Areal gegenüber BMW-Welt ? Freimann? ) …
Dann stellt sich für jedes Mitglied und jeden engagierten Sechzger-Fan die konkrete Frage, welchen Weg es besser und realistischer findet.
Der bodenständige Weg des jetzigen Präsidiums und VR muss dazu aber auch Antworten liefern vor der anstehenden MV Mitte Juni.
Meine Meinung bleibt: nie wieder verschulden und sich einem einzigen einzigen Investor ausliefern!
Und vor allen Dingen das Sechzger Stadion ligaunabhängig für mindestens 21 860 modern, vollüberdacht und mit stadtteilnutzbaren Räumen versehen, zusammen mit der Stadt und verlässlichen Sponsoren, endlich ab 2027 zukunftsfähig nachhaltig umbauen und möglichst 2028 einweihen!
WIR SIN D DER VEREIN

Kraiburger

Potzblitz,

“die bayerische”, die sich schon 2018 aufgrund der bilanziellen Überschuldung für eine Kapitalerhöhung stark gemacht hat und am Veto von HI gescheitert ist, stellt fest, dass 2024 eine bilanzielle Überschuldung vorliegt und eine Kapitalerhöhung doch eine tolle Idee wäre.

Reschpekt!

Kraiburger

Etz sagts blos, ihr habts mit dem Hasan geredet. Und der hat euch zugsagt, dass er für eine Kapitalerhöhung bereit wäre, wenn “die bayerische” das sagen hätte.

De Aussag dad etz no fehln, dann wärs Puzzle komplett!

Groeber

Mach “wenn der Robert nicht mehr das sagen hat” und dann bassds.

Bluemuckel

Es wird immer klarer, dass das Bündnis Zukunft 1860 der Schafspelz für den Wolf Gräfer ist, der den e.V. übernehmen möchte. Nur blabla, das seit Jahren bekannt ist und weitere Lösungsansätze zu Kapitalgenerierung wie Reintegrierung der Merch GmbH in die KGaA oder Rückführung anderer Kostenintensiver Posten (U21) in den e.V. werden entweder übersehen oder aus politischem Kalkül ignoriert um die Wähler (Vereinsmitglieder) für die anstehenden Wahlen bei der MV zu konditionieren damit der Gräfer dort sein eigenes Personal in Stellung und Schlussendlich auch in die Ämter zu bringen. Für wie dumm hält der Gräfer die Mitglieder eigentlich?

Posicelli

Wie soll Gräfer den e.V. übernehmen?
Er muß doch gewählt werden. Und das sehe ich nicht.

Bluemuckel

Das Schattenkabinett (VR) hat das BZ doch erst kürzlich auf einem Foto präsentiert. Mit dem Obststandl Didi in vorderster Front. Denen geht’s erstmal um den VR. Ob Gräfer dann selbst zu einer möglichen Wahl im kommenden Jahr antritt, oder er einen Strohmann ins Rennen schickt werden wir sehen falls die diesjährige MV zu einer Abwahl des aktuellen VR führen sollte. Die Ziele von Gräfer sind klar, ob die Umsetzung gelingt hängt von der MV und dem Verständnis der Mitglieder ab, was da für eine miese Tour vom Gräfer gefahren wird ab.

Groeber

Gräfer selber wird nicht antreten. Aber vielleicht Prof. Klaus Lutz?

Kraiburger

Geh mal davon aus, dass sie ihr 2025er-“Schattenpräsidium” noch vor dem 20.März präsentieren werden. Dann werden sie sagen: “Schaut her, wenn ihr unsere 9 Verwaltungsräte wählt, bekommt ihr dieses Präsidium!”.

Posicelli

Die Mehrzahl der Stimmberechtigten bei der MV wird, so hoffe ich, die Machenschaften im Hintergrund durchschauen.

Steffen Lobmeier

Wart mal ab. Wenn der mit dem Versprechen um die Ecke kommt, dass man dadurch Ismaik loswerden könnte, weil der Ismaik ja aus Prinzip nicht mit Reisinger, wohl aber mit Gräfer spricht, dann halte ich das das nicht für ausgeschlossen.

Und dass das Bündnis zur VR-Wahl antritt, steht für mich seit dessen Gründung fest wie das Amen in der Kirche.

Posicelli

Bin überzeugt das Vernunft, nicht zuletzt durch die Information von sechzig. de, siegen wird. Halte die Mehrheit für nicht so dumm. Aber du hast Recht , es besteht die Gefahr der Manipulation über gewisse Medien. Um so wichtiger ist es weiter zu informieren.

Groeber

Das ist leicht zu beantworten. Er hält die schweigende Mehrheit für genau so schlau, wie sie sich beim Blogger im Kommentarbereich präsentiert. Die Stimmen von denen möchte er so bekommen und ist damit leider auch auf einem guten Weg.

juergen

wie kann man sich nur so blamieren…
… und das vom Topmanagement unseres Hauptsponsors 🙁

Ich glaube, dass sich “die Bayrische” hier gerade ihren (bis vor dem BZ) guten Ruf verspielt hat.

schaut alles sehr planlos aus und birgt nichts Neues. Und Herr Gräfer rühmt sich bei FB, dass da noch nie so strukturiert draufgeschaut wurde in den letzten Jahren.

Sehr peinliches Auftreten 🙁

Steffen Lobmeier

Damit präsentiert er ja so nebenher gleich noch Gründe, warum die Entlassung Pfeifers durchaus gerechtfertigt war. Das wäre ja u.a. auch die Aufgabe eines Geschäftsführers gewesen.

Groeber

Natürlich arbeiten der Obststandl Didi, Mister zu schlecht für 5% und ein paar zusammengefangene aus der Fanszene strukturierter als alle bisherigen Geschäftsführer. Was für eine anmaßende Aussage und wenn sie stimmt ein absolutes Armutszeugnis für die KGaA.

Drittligist

Das Bündnis Zukunft hat also in einem Arbeitskreis festgestellt, daß die KGaA bilanziall überschuldet ist und die oben aufgezählten vier Möglichkeiten erarbeitet, um an frisches Geld zu kommen.
Also sorry, dafür brauch ich keinen Arbeitskreis aus irgendwelchen Finanzspezialisten! Dafür reicht ein kurzer Besuch auf bundesanzeiger.de und 10 Minuten nachdenken!
Vor allem finde ich es mehr als anmaßend dem neuen Finanz-Geschäftsführer gegenüber, ihm gleich mal oberlehrerhaft vorzuführen, was er zu tun hat.
Das Bündnis Zukunft hätte für mich nur in einem Punkt Sinn: auf Investorenseite die Möglichkeit zum Dialog zu schaffen. Also Ismaik klarzumachen, daß Investor von investieren kommt , nicht von verleihen, und daß er endlich mal anfangen soll, den handelnden Personen im eV zu vertrauen, gerade die aktuelle Saison sollte ihm ja zeigen, daß er damit ganz gut fahren würde!

_Flin_

Da fragst Dich schon. Wenn das die Ergebnisse sind, dann kann man auch drauf verzichten. Flughöhe 15.000 Selbstverständlichkeiten aufgesagt, managementtauglich.

Kreative Lösungen? Nicht vorhanden. Umsatzsteigerungen durch Preiserhöhungen? Nicht genannt. Umsatzsteigerungen durch Merchandising? Nicht genannt. Sportlicher Erfolg (DFB-Pokal)? Nicht genannt. Kostensenkungen durch Auslagern von Leistungen an den e.V.? Nicht genannt. Strategische Ausrichtung auf Transfererlöse? Nicht genannt.

Wenn die Stoßrichtung ist “Die Bayerische steigt bei 1860 ein”… ok, dann sind das sinnvolle Ergebnisse. Anders nicht.

Last edited 1 Monat zuvor by _Flin_