Die Gesetze des Fußballs sind klar definiert: Bleibt der Erfolg aus, wird im Regelfall der Trainer verantwortlich gemacht. Das muss man nicht verstehen, aber so läufts halt. Diese Woche mussten in der 3. Liga gleich zwei Übungsleiter ihren Hut nehmen. Gestern beurlaubte der KFC Uerdingen seinen Coach Stefan Krämer. Heute zog der SV Meppen nach und setzte den ehemaligen Nationalspieler Torsten Frings vor die Tür. Ein Kommentar.

Krämer trotzt den Widrigkeiten in Uerdingen

Klar, die Zahlen sprechen gegen den sympathischen Stefan Krämer. Drei Siege und nur elf Punkte sammelte der KFC Uerdingen im Jahr 2021. Da den Krefeldern aufgrund des Antrags auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens drei Punkte abgezogen wurden, liegt der KFC aktuell auf einem Abstiegsplatz. Aber ist Krämer dafür zur Verantwortung zu ziehen? Oder muss man dem Trainer nicht eigentlich ein Denkmal bauen, dass er allen Widrigkeiten zum Trotz Woche für Woche eine Mannschaft auf den Platz gebracht hat, der der Wille deutlich anzumerken war? Natürlich beobachte ich den KFC nur aus der Distanz, bin aber fest davon überzeugt, dass es am wenigsten an Stefan Krämer lag, dass Uerdingen nun da steht, wo es steht.

“Die Spieler müssen ihr Wasser selber kaufen und erhalten seit Monaten kein geregeltes Gehalt, die Physiotherapeuten müssen das Massage-Öl selber bezahlen und die Video-Analysten haben kein Schneideprogramm.”

Die ungewisse Situation rund um die Grotenburg, keine wirklichen Heimspiele, ein unberechenbarer Investor Ponomarev, ligauntypische Gehälter, die finanzielle Schieflage, Spielerkündigungen während der laufenden Saison – die Probleme beim KFC Uerdingen sind hausgemacht. Auch das Image des ehemaligen Werksclubs hat in den vergangenen Jahren extrem gelitten. Dennoch kehrte Krämer zum KFC Uerdingen zurück, leistete tadellose Arbeit – und muss nun gehen. Man darf gespannt sein, wer sich das als nächster Trainer freiwillig antut. Zu beneiden ist er sicher nicht…

Fehlende Impulse durch Frings

Etwas anders stellt sich die Sitaution beim SV Meppen dar. Im Emsland geht es traditionell etwas ruhiger und gemächlicher zu. Zugegebenermaßen kenne ich die Zielsetzung der Meppener nicht, aber dass der Abstieg tunlichst vermieden werden soll, dürfte klar sein. Derzeit rangiert der SV Meppen auf Platz 15 der Tabelle, gerade mal drei Punkte vor dem KFC Uerdingen auf dem ersten Abstiegsplatz. In den letzten sieben Spielen wurden magere sechs Punkte gesammelt. Und wer das 0:3 gegen den SV Wehen Wiesbaden gesehen hat, dürfte auch die Hilflosigkeit der Mannschaft und ihres Trainers erkannt haben. Impulse von außen? Fehlanzeige. Die schwächste Offensive der Liga, die zweitschwächste Defensive der Liga – es gibt einiges zu tun im Emsland!

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