Unabhängiges Fanportal - von Löwenfans für Löwenfans

Freitag, 28. August 2026

Unabhängiges Fanportal - von Löwenfans für Löwenfans

Start Blog Seite 124

Löwinnen U15 feiert Turniersieg in Bad Feilnbach

2
löwinnen u15 turniersieg

Toller Erfolg für die C-Juniorinnen des TSV 1860 München! Die U15 der Löwinnen sicherte sich beim Hallenturnier in Bad Feilnbach den Turniersieg. Im Finale gab es einen 1:0-Sieg gegen den FC Moosinning.

Löwinnen U15 feiert Turniersieg in Bad Feilnbach

Zum Auftakt setzten sich die Löwinnen gegen Gastgeber SV Bad Feilnbach knapp mit 1:0 durch, ehe es im zweiten Gruppenspiel gegen den FC Moosinning eine 0:2-Niederlage setzte. In der letzten Partie der Vorrunde landete Sechzig dann einen deutlichen 5:0-Sieg gegen den ASV Rott/Inn und zog somit ins Halbfinale ein.

Dort wartete der FFC 07 Bad Aibling auf die Löwinnen, konnte die Mädels aus Giesing jedoch nicht stoppen. Mit einem knappen 1:0 stieg Münchens große Liebe ins Endspiel auf. Im Finale kam es zur Revanche gegen den FC Moosinning und diesmal hatte der TSV 1860 das bessere Ende auf seiner Seite. Wie schon in der Runde zuvor reichte der U15 der Löwinnen ein Tor, um den Turniersieg in Bad Feilnbach sicherzustellen. Herzlichen Glückwunsch!

Am 10.01. steht für die C-Juniorinnen das nächste Hallenturnier auf dem Programm. Beim Augsburg Woman Masters treffen die Löwinnen unter anderem auf die SpVgg Greuther Fürth und Admira Wacker aus Österreich.

Neue Version der sechzger.de App verfügbar

12
sechzger.de App

Zwischen dem Jahreswechsel und quasi als verspätetes Weihnachtsgeschenk ist eine neue Version der sechzger.de App für Android verfügbar. Gute Nachrichten gibt es zudem für Apple-Geräte: In den kommenden Tagen wird auch für iOS erstmalig sechzger.de als App erhältlich sein.

Updates für die sechzger.de App

Seit September 2022 und damit seit über drei Jahren ist sechzger.de im Google Play Store mit einer App vertreten. In der ersten Version waren lediglich Basis-Funktionen enthalten. Die Homepage und damit auch alle veröffentlichten Artikel konnten eingesehen werden. Dennoch war die Redaktion stolz und zufrieden, als ehrenamtliches Fanportal überhaupt eine App für sechzger.de auf die Beine gestellt zu haben.

Nach der Gestaltung eines neuen Livetickers war der Tatendrang geweckt und so ging es direkt im Anschluss in die Entwicklung einer neuen App. Ziel war es, künftig deutlich mehr Funktionen einzubauen und zudem ein Angebot für Apple-Geräte zu erschaffen. Beides ist gelungen. In der neuen Version ist beispielsweise der neue Löwen-Kalender zu finden. Auch der Liveticker ist prominent platziert und bestens zu finden. Natürlich sind weiterhin alle Artikel, die auf sechzger.de erscheinen, einsehbar.

Bei jeder Veröffentlichung eines neuen Beitrags erhalten App-Nutzer eine Push-Benachrichtigung. Durch Auswahl der gewünschten Kategorien (z.B. “1.Mannschaft” oder “Alles zum e.V.”) können diese Benachrichtigungen personalisiert werden. Ein zentraler Bestandteil des Fanportals sind zudem Diskussionen über die Artikelinhalte oder generell Themen rund um den TSV 1860 München. In der neuen App-Version ist es künftig möglich, sich einzuloggen und Kommentare zu verfassen – ein wichtiger Entwicklungsschritt.

Nach einer intensiven Testphase wurde die App im Google Play Store und App Store von Apple zur Prüfung eingereicht. Die neue Version für Android ist bereits online zu finden. Wichtig: Aus technischen Gründen erfolgte die Veröffentlichung direkt durch den IT-Experten. Künftig wird nur noch die Version, die von Pixel Empire stammt, im Play Store verfügbar sein. Daher freut sich die Redaktion nicht nur über zahlreiche Downloads, sondern auch möglichst viele Bewertungen. Die bisherige App wird in wenigen Wochen entfernt.

Leserinnen und Leser mit Apple-Geräten müssen sich noch ein wenig gedulden. Die Prüfung ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, wird darüber bei sechzger.de berichtet – so wie bei nahezu jedem Thema rund um den TSV 1860 München.

30.12.1961: TSV 1860 besiegt FK Vojvodina Novi Sad

2
Historie TSV 1860 München Giesing vor 111 jahren

Einen attraktiven Testspielgegner empfingen die Löwen heute vor 64 Jahren auf Giesings Höhen. Der jugoslawische Spitzenclub FK Vojvodina Novi Sad gastierte an der Grünwalder Straße und musste sich dem TSV 1860 mit 1:2 geschlagen geben.

Gewinner des Intertoto-Cups und Mitropapokals

Die Löwen spielten damals in der Oberliga Süd, die Bundesliga war ja bekanntermaßen noch nicht gegründet. Die Saison 1961/62 war sicherlich keine, an die man sich beim TSV 1860 zwingend erinnern müsste, schloss man die Spielzeit doch mit einem äußert mäßigen 7. Platz ab. Elf Siege, acht Remis, elf Niederlagen – so die Bilanz von Münchens großer Liebe, bei der jedoch schon einige Spieler im Kader standen, die ein paar Jahre später Deutscher Meister werden sollten.

Auch die Gäste aus Jugoslawien gewannen 1966 die Meisterschaft, konnten jedoch – im Gegensatz zu den Löwen – 1989 einen weiteren Titel folgen lassen. In Serbien krönte sich der FK Vojvodina Novi Sad zudem zweimal zum Pokalsieger (2014 & 2020). Auch auf internationalem Parkett feierte Voša, wie der Club genannt wird, nennenswerte Erfolge. Der erste europäische Titel war der Gewinn des Intertoto-Cup 1976. Ein Jahr später folgte der Gewinn des Mitropapokals, wo Vojvodina bereits 1957 das Finale erreicht hatte. Der letzte größere internationale Erfolg war das Erreichen des UEFA-Intertoto-Cup-Finales 1998, wo man Werder Bremen unterlag.

Aktuell belegt der FK Vojvodina Novi Sad in der serbischen Liga Platz 3 (40 Punkte) hinter den beiden Platzhirschen Partizan (46 Pkt.) und Crvena Zvezda (45 Pkt.).

TSV 1860 besiegt FK Vojvodina Novi Sad

Kurz vor dem Jahresende 1961 war das alles jedoch noch Zukunftsmusik. Bei Minusgraden empfing der TSV 1860 den FK Vojvodina Novi Sad im Grünwalder Stadion und 6.000 Zuschauer wollten sich die Partie nicht entgehen lassen. Die Nächte zuvor waren teils eiskalt gewesen (bis zu -19,3 Grad), der Platz lange vor der Einführung von Rasenheizungen entsprechend gefroren.

Dennoch kamen beide Mannschaften erstaunlich gut mit den Begebenheiten zurecht und Paul Höck traf bereits in der 9. Minute für die Löwen zum 1:0. Dabei blieb es in der vom Nürnberger Schiedsrichter Albert Meißner auch bis zur Pause, doch nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste vom Balkan zum Ausgleich. Alexis netzte zum 1:1 ein (61.), als Sieger ging jedoch der TSV 1860 vom Platz. Hennes Küppers erzielte in der 80. Minute das 2:1, sodass die Löwen das Jahr 1961 mit einem Erfolgserlebnis beenden konnten.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Max Merkel setzte am 30.12.1961 auf folgende Mannschaft:

Dallmayr – Wagner, Pfanzelt – Benthaus, Stemmer, Reich – Höck, Fallisch, Brunnenmeier, Küppers, Auernhammer

Eingewechselt: Steiner, Simon, Anzill, Rebele

Die Daten sind einmal mehr dem Löwen Kompendium von Thorsten Ruinys entnommen.

Jahresrückblick 2025 von Peter Gratz: Auf und Ab in weiß und blau!

0
Publikum beim Livetalk im Bamboleo

Alljährlich blicken die Redaktionsmitglieder von sechzger.de zum Jahresende – in ganz persönlicher Weise – auf das zu Ende gehende Löwenjahr zurück. Heute setzt Peter Gratz mit seinem Rückblick auf das Jahr 2025 diese Reihe fort.

Jahresrückblick 2025 von Peter Gratz

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Es waren so viele Löwenspiele im letzten Jahr, dass ich meinem Gedächtnis doch mit Hilfe des Spielplans auf die Sprünge helfen musste. Am frischesten ist natürlich noch der Titelbild Bildergalerie FC Ingolstadt 04 TSV 1860 Auswärtssieg in Ingolstadt, bei dem die Mannschaft alles gezeigt hat was man sich als gemeiner Löwenfan so wünscht. Wie schön ist es einmal nicht enttäuscht zu werden, brachialer Jubel nach dem 2:1 und “Oh wie ist das schön!” nach Abpfiff, was will man mehr.

Aus der vergangenen Spielzeit blieb noch das  Unentschieden in Verl – Stichwort Hawaii – im Gedächtnis bei dem wir als Redaktion an der Theke ein Spruchband präsentierten und einen sehr angenehmen Tag bei fantastischen Wetter verbrachten. Dass dieses Spruchband dann auch noch im Fernsehen in Großaufnahme gezeigt und vom Kommentator kurz besprochen wurde, war natürlich die Kirsche auf der Sahne.

Welcher Spieler ist dein persönlicher “Spieler des Jahres”?

So einig sind wir uns in der Redaktion selten, aber über das gesamte Jahr gesehen kann man bei dieser Frage eigentlich nur mit Sean Dulic antworten. Eigentlich haben die anderen auch schon alles gesagt, ich möchte noch seine bewundernswerte Abgeklärtheit hervorheben, die ihm ermöglicht mit sehr wenigen gelben Karten auszukommen. Außerdem wird das Selbstvertrauen immer größer, was sich in Ausflügen nach vorne äußert, die seine – speziell für einen Innenverteidiger – herausragende Geschwindigkeit zeigen.

In den letzten Wochen bin ich außerdem beim Kollegen Spiesl. Phillip Maier hat sich ohne großes Aufhebens hinten angestellt und war nun im richtigen Moment bereit. Er ist das Gesicht des Aufschwungs und bringt Vorne und Hinten die Qualitäten, welche vorher schmerzlich vermisst wurden. Speziell seine offensiven Momente bekommen zu wenig Aufmerksamkeit, auch ich hatte den Traunsteiner zu lange als bloßen Zerstörer gesehen.

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: Nenne uns dein “Tor des Jahres”.

Von der Emotionalität her gab es sicher wichtigere Tore, aber ich habe hier einfach nach rein ästhetischem Empfinden entschieden. Und da kommt man in dieser Hinserie nicht am viel gescholtenen Max Christiansen vorbei. Wenn unsere Nummer 13 sich den Ball im Rückraum zurecht legt ist Vorsicht angesagt. Besonders gefallen hat mir der Knaller zum Anschluss gegen Viktoria Köln. Zurecht gelegt, einmal aufgeschaut und dann ab in dem Winkel. Der Ball dreht sich perfekt vom Torhüter weg und küsst am Weg in die Maschen noch den Innenpfosten – besser geht quasi nicht.

Was war dein Highlight des Jahres 2025 rund um den TSV 1860 München?

Ein persönliches Highlight war mein Ausflug zum Spiel unserer U19 in Berlin mit anschließendem Besuch der Partie Hertha gegen Schalke im Olympiastadion.  Dank taktisch kluger Zugbuchung gingen sich danach sogar noch über 80 Minuten Unterligafußball in Mitte aus. Beim 10 – 4 war alles geboten was der Amateurfußball zu bieten hat und das bei bestem Wetter mit Blick auf den Fernsehturm.

Ein weiterer besonderer Moment war unser erster Live-Talk in einem gesteckt vollen Bamboleo. Es war fantastisch auch endlich mal eine Veranstaltung außerhalb des Internets auszurichten und mein Dank geht an alle Leser*innen die so zahlreich erschienen sind um sich unser über-euphorisches Gerede anzuhören. Ein besonderes Dankeschön an unseren Vereinsmanager Sascha, der mit seinen Aufnahmekünsten dafür gesorgt hat, dass man sich bei der Nachschau daheim gefühlt hat als wäre man im Fernsehen gewesen.

Dass ich mich nicht gut entscheiden kann, habt ihr eh schon gemerkt. Sei’s drum, es gab einfach sehr viele schöne größere und kleine Momente. Hier möchte ich noch auf den Ticker aus Aubstadt eingehen, bei dem ich per Sprachnachricht fast in Live-Schalte den Kollegen Spiesl mit Infos versorgt habe und wir es trotz fehlender Live-Bilder geschafft haben einen überaus informativen Ticker auf die Beine zu stellen. Danke auch an die Löwen um mich herum, die mein ständiges Kommentieren ertragen haben – aber das ist ja sonst ohne Ticker auch nicht viel anders.

 

Ganz im Gegenteil dazu: Was hat dich besonders enttäuscht bzw. wütend gemacht?

Zum einen die Posse rund um den Nicht-Verkauf von Hasan Ismaik, die uns Löwen mal wieder bis auf die Knochen blamiert hat. In dieser Aktion hat sich keine Seite mit Ruhm bekleckert und es wurden Fehler am laufenden Band begangen, die eigentlich nicht vorkommen dürfen. Die öffentliche Kommunikation rund um die Löwen ist mir im allgemeinen ebenfalls ein Dorn im Auge. Immer wenn es mal ruhig wird kommt ein anderer, besonders Wichtiger daher und meint seinen Senf durch die Medien dazu geben zu müssen. Wenn man nicht an einem Strang zieht können große Projekte nicht gut gehen, aber die Selbstdarstellung war schon immer ein großes Problem im Löwenkosmos.

Zum anderen steht da der Berufspessimismus einiger Löwenfans. Bevor es jetzt wieder Empörung gibt: Ja, jeder darf natürlich machen und sagen was er will – aber mir darfs auch auf die Nerven gehen. Permanent muss alles schlecht geredet werden, die Spieler werden teilweise schon nach ein paar Minuten beschimpft und/oder ausgepfiffen und Defätismus wird zum Sport erhoben. Wenn dann teilweise noch damit angegeben wird, dass man gewisse Spiele nicht besucht hat, obwohl man eigentlich die Möglichkeit gehabt hätte, könnte mir oft die Hutschnur platzen.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2026 ändern?

Die großen Themen sind die gleichen wie in den letzten Jahren, die Stadionfrage muss aber im kommenden Jahr nun wirklich beantwortet und die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Sonst bleibt auch nur der fromme Wunsch, dass die ständig schwelenden Grabenkämpfe endlich beendet werden und alle gemeinsam für den Erfolg der Löwen arbeiten. Zu großes Geltungsbedürfnis hat die Löwen schon einmal in den Ruin getrieben und es sollte nicht immer jemand im Hintergrund, und auch Vordergrund, mitwurschteln und intrigieren (wollen).

Das wird aber sicherlich ein frommer Wunsch bleiben, große Vereine ziehen solche Unarten einfach an…

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2026: Wo landen die Löwen in der 3.Liga?

Wenn es unter Markus Kauczinksi so weiter geht wie bisher, werden wir bis zum Ende oben mitspielen. Ich möchte mich mit der genauen Platzierung sehr gerne irren, rechne aber die Löwen-DNA mit ein. Deshalb bleibt für uns nur Blech und Platz 4, immerhin der DFB-Pokal.

Weitere Jahresrückblicke aus der Redaktion:

Groundhopping Sri Lanka: Wo Fußball gar keine Rolle spielt…

0
Titelbild Groundhopping Sri Lanka

Über 100 Länder hat unser Leser Stefan mittlerweile bereist und in den meisten davon auch mindestens ein Fußballspiel gesehen. Kürzlich verschlug ihn seine Leidenschaft Groundhopping (und der Winterurlaub mit der Familie) ins ferne Sri Lanka, wo er natürlich auch den heißbegehrten Länderpunkt eintüten konnte. Viel Spaß mit seinem Erlebnisbericht!

Groundhopping Sri Lanka

Ich habe das Land gefunden, in dem sich niemand für Fußball interessiert. In dem keine Kinder mit Messi- oder Ronaldo-Trikots auf der Straße herumlaufen. In dem nicht am Stammtisch über die letzte Niederlage philosophiert wird. In dem es keinen Ligabetrieb gibt. Und vor allem: In dem man keine dummen Nachfragen bekommt, wenn man dem Taxifahrer erklärt, man sei aus München.

In Sri Lanka, der Nachbarinsel Indiens, findet seit 2017 kein regulärer Spielbetrieb von Fußballmannschaften mehr statt. Der Staat, der seit 1948 vom Vereinigten Königreich unabhängig ist und sich davor Ceylon nannte, ist vor allem für seinen Tee und sein Cricketspiel bekannt. Aber der tolle Rasensport ist dort so dermaßen unbekannt, dass die Hotelangestellten in ihrer Nachmittagspause auch lieber zum Holzschläger greifen und ein paar Bälle ins Meer schlagen, anstatt dem runden Leder nachzujagen.

Und so beginnt auch die Herausforderung…

Wenn es keine 1. Liga gibt, gibt es auch keine 2. Liga. Und auch nichts darunter. Generell gibt es überhaupt keine Infos über Fußball in Sri Lanka. Das Interesse ist so gering, dass sogar die offizielle Verbandsseite im Internet seit nachweislich 8 Jahren nicht mehr erreichbar ist. Zumindest auf den sozialen Medien gibt es Gott sei Dank jemanden, der wohl im offiziellen Auftrag gelegentlich darüber informiert, dass ein verpflichtetes Jugendspiel irgendeiner U-Nationalmannschaft “übermorgen” in einer weit entfernten Ortschaft mit vielen Konsonanten stattfinden könnte. Hilfreich ist das nicht. Auch verfügt die ganze Insel von der Größe Bayerns über kein Stadion, in dem die FIFA es zulässt, Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaften abzuhalten. Und so verringern sich die Möglichkeiten, in diesem Land ein Spiel sehen zu können, zusehends.

Wohl dem, der sich diese Insel zu seinem Familien-Winterurlaub ausgesucht hat. Denn irgendwie wird dann hoffentlich doch noch die Chance bestehen, irgendwo auf dieser Insel innerhalb von 3 Wochen ein Stadion von innen sehen zu dürfen.

Qualifikation als Chance?

Ein Hoffnungsschimmer war auch, dass für den 18. November ein Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft zur Asienmeisterschaft angesetzt war. Aber ob dieses Spiel der ersten Qualirunde gegen die übermächtigen Thais wirklich stattfinden sollte? Und dann wirklich auch in Sri Lanka? Das war lange zu bezweifeln.

Ein zweiter Hoffnungsschimmer entstand, als eine ominöse Seite auf Instagram ein paar Tage vor meiner Abreise dann noch vermeldete, dass der Verband tatsächlich vorhatte, am 8. November – erstmals nach 2017 wieder – einen regulären Spielbetrieb zu beginnen und hierfür auch bereits die 16 teilnehmenden Mannschaften bekannt gab. Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass es zu keinem dem 16 potenziellen Teilnehmer auch nur ansatzweise irgendwelche brauchbaren Infos im Netz gab. Und zwar gleich auch so wenig, dass sogar ChatGPT verzweifelte.

Wenige Tage vor dem angekündigten Ligastart – und immer noch um keine Information reicher – war mein Frust dann so riesengroß, dass ich auf Instagram ausnahmslos alle einzelnen Kommentatoren unter dem ursprünglichen Ankündigungspost persönlich anschrieb und um Hilfe bat. Selbst wenn der Post nur aus einem Fire-Smiley und der Flagge Sri Lankas bestand, waren sie nicht sicher vor mir. Es waren insgesamt 18 Kommentare, das Feedback war ebenfalls überschaubar. Nur ein einziger antwortete mir, dass die Liga wegen Regen abgesagt sei. Zumindest bestätigte er mir, dass das Länderspiel gegen Thailand tatsächlich in Colombo stattfinden solle. Außerdem sei er so nett und könne mir für das Spiel eine Freikarte besorgen. Dass dieser Kontakt tatsächlich die Wahrheit schreiben könnte, wurde mir letztendlich durch Google bestätigt. Schließlich schrieb ich gerade mit dem Nationaltrainer der Heimmannschaft…

500 Freikarten fürs Länderspiel

Die größte Sorge war also gebannt und ich konnte die ersten beiden Urlaubswochen mit meiner Familie an den tollsten Plätzen der beeindruckenden Insel genießen.

Um auf Nummer sicher zu gehen und auch, um den Nationaltrainer an seinem Arbeitstag nicht über Gebühr zu belästigen, verfolgte ich dennoch weiterhin den Informationsstand rund um das Spiel. Aus Respekt vor den erwartungsgemäß anreisenden “Ultras Thailand” wollten auch die paar wenigen Fußballfans Sri Lankas einen ordentlichen Support auf die Beine stellen und versprachen den ersten 500 Interessenten, die sich für eine bestimmte WhatsApp-Gruppe anmeldeten, ebenfalls Freikarten fürs Spiel.

Um es irgendwann mal kurz zu machen: Auch eine Whattsapp-Gruppe mit 500 Bewonner*Innen Sri Lankas, deren Alphabet einer an die Wand geklatschtem Teller Spaghetti gleicht, ist auch nur bedingt informativ!

Hopper-Treffen in der Sportsbar

Am Dienstag, den 18. November war aber dann der Tag endlich gekommen. Da sich am Vortag die publizierten Anstoßzeiten immer wieder veränderten, ließ ich meine Familie schon relativ früh am Pool zurück und genoss das Leben in einem vollen Zug bei offener Tür, um rechtzeitig in der Hauptstadt Colombo zu sein. Bereits um 10 Uhr war ich also am Stadion und sah es mir mal genauer an, da ich problemlos überall rein klettern konnte. Auf der Haupttribüne war der Unterrang der Elite vorbehalten, während sich der Pöbel, bestehend aus den “Ultras Thailand” und den 500 Freikarten Sri Lankas, auf dem Oberrang traf. Beide Ränge waren mit demselben Aufzug erreichbar und führten im Erdgeschoss direkt in ein Sportgeschäft. Es gab keine Hintertortribünen, und auf der Gegenseite stand lediglich ein kleiner Fernsehturm. Einzig neben der Haupttribüne war noch eine weitere Tribüne mit Blick hinters Tor platziert. Wohl ein Relikt aus der Zeit des Stadions als Pferderennbahn, daher auch der Name “Racecourse Ground”.

Zur Überbrückung bis Anpfiff 14:45 Uhr (an einem Dienstag!) war noch etwas Zeit und ich ließ mich in der einzigen Sportsbar der Umgebung nieder. Und wen wundert es: Mit der Zeit trafen insgesamt knapp 30 deutsche Groundhopper in eben jener Bar ein. Die Chancen, mal ein Spiel in Sri Lanka zu sehen, sind nunmal nicht allzu groß. Aber welch Überraschung: Jeder der Lauterer, Schalker, Bamberger, Gladbacher oder Dortmunder Fußballtouristen ist über irgendeinen Weg an mindestens eine Freikarte fürs Spiel gekommen.

Zwei “Deutsche” für Sri Lanka

Vom Spiel war nicht viel zu erwarten. In Thailand ist Fußball mittlerweile professionell aufgebaut und schon vor fast 10 Jahren konnte ich mir dort ein Länderspiel vor 60.000 Zuschauern ansehen. Auf dem Papier war der 95. der Weltrangliste (Bulgarien auf der 88) zu Gast beim 194. (Gibraltar auf der 201). Mit einer großen Überraschung war also nicht zu rechnen. Für Sri Lanka waren auch zwei Deutsche in der Startelf: Claudio Kammerknecht von Dynamo Dresden, sowie in seinem ersten Auftritt Geremi Perera vom Bayernligisten SC Eltersdorf, der die Abwehr weitestgehend zusammenhielt. Für Thailand waren Bell von Grimsby Town und Mikelsen aus Elversberg am Ball.

Die erste Halbzeit hielt sich die thailändische Mannschaft noch etwas zurück und man konnte die Atmosphäre vom “Oberrang” aus genießen. Die “Ultras Thailand” waren tatsächlich angereist, hatten sich vor Spielbeginn nicht in die “deutsche” Bar getraut, aber auf der Tribüne durchaus einigermaßen ihren Spaß. Die “Thousend Hands” der 500 Freikarten Sri Lankas versuchten, dem ebenbürtig entgegenzustehen. Man hatte sich mit dem Verteilen unzähliger Nationalflaggen und sogar einem eigenen Maskotchen (ein Löwe) einiges vorgenommen. Gesangestechnisch den Vogel schoss aber so ein komischer Typ ab, der während der ersten Halbzeit ein durchaus brauchbares “Sechzig München Olè” in Colombos Nachmittagshimmel schrie. Den Spieler aus Eltersdorf hats gefreut, denn er hat mir dankend gewunken.

Zur zweiten Halbzeit wurde das Spiel dann etwas klarer: Thailand dominierte zusehends trotz immer stärker aufziehendem Gewitter, und auch die Bar von unten schaffte es endlich, ihre Biervorräte auf die Tribüne zu liefern. Am Ende gewann Thailand verdient mit 4:0 durch Tore von Bell (2), Suengchitthawon und Hemviboon.

Nächster Schicksalsschlag für Sri Lanka

Da das Gewitter keine Anzeichen machte, sich zu beruhigen, entschloss ich mich für die Rückfahrt zum 70 Kilometer entfernten Hotel für ein Taxi. Das dauerte zwar ebenfalls zwei Stunden, aber kostete lediglich umgerechnet 30 Euro. Während ich mit meiner Familie zwei Tage später die Insel nach drei wunderbaren Wochen wieder verließ, blieb das Gewitter leider zurück. Aus dem anfänglichen Sturm entwickelte sich ein höchst gefährlicher Zyklon, der die Insel überschwemmte und 190 Menschenleben forderte.

Viele Orte, die wir wenige Tage zuvor noch besuchten, wurden beschädigt und zeitweilig vom Tourismus abgeschnitten. Wasserfälle, die wir kurz zuvor noch als kleine Rinnsale erlebten, wurden wenige Tage später zur reißenden Todesfalle. Nach dem Bürgerkrieg, Tsunami und Corona trifft dem Land schon wieder ein Schicksalsschlag und bleibt zu hoffen, dass es sich bald und gut davon erholen kann.

Groundhopping auf sechzger.de

In den letzten Monaten erschienen bereits einige Groundhopping-Artikel auf sechzger.de. Hier eine kurze Übersicht:

Groundhopping Rumänien
Groundhopping Mazedonien bzw. Nordmazedonien
Groundhopping Armenien
Groundhopping Thailand I
Groundhopping Thailand II
Groundhopping Ukraine
Groundhopping Kuba
Groundhopping Montenegro
Groundhopping Indien
Groundhopping Kirgisistan
Groundhopping Saudi-Arabien
Groundhopping Antarktis (Südgeorgien)
Groundhopping Kolumbien
Groundhopping Indonesien
Groundhopping Laos
Groundhopping Georgien
Groundhopping Sansibar
Groundhopping Moldawien/Transnistrien
Groundhopping Nordkorea
Groundhopping Bulgarien
Groundhopping Senegal
Groundhopping Gambia
Groundhopping Guinea-Bissau
Groundhopping Frankreich
Groundhopping Kosovo & Nordmazedonien
Groundhopping Bosnien
Groundhopping Taiwan
Groundhopping Tunesien
Groundhopping Algerien
Groundhopping Türkei
Groundhopping Galicien (Teil I / Teil II)
Groundhopping Madrid (Teil I / Teil II)
Groundhopping Ecuador (Teil I / Teil II)
Groundhopping Albanien I
Groundhopping Albanien II (Teil 1 / Teil 2)
Groundhopping Schweden (Teil I / Teil II)
Groundhopping Finnland
Groundhopping Norwegen
Groundhopping Litauen
Groundhopping Lettland
Groundhopping Kanada

Jahresrückblick 2025 von Stefan Kranzberg: Youngster im Fokus

0
Choreo in Ingolstadt Saisonrückblick 25/26

Alljährlich blicken die Redaktionsmitglieder von sechzger.de zum Jahresende – in ganz persönlicher Weise – auf das zu Ende gehende Löwenjahr zurück. Heute setzt Stefan Kranzberg mit seinem Jahresrückblick auf das Jahr 2025 diese Reihe fort.

Jahresrückblick 2025 von Stefan Kranzberg

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Das war der Auswärtssieg in Ingolstadt kurz vor der Winterpause, weil die Löwen da alles gezeigt haben, was ich mir von ihnen wünsche. Dieser Einsatz, dieser Wille, dieser Zusammenhalt auf dem Platz und abseits des Rasens war fantastisch. Dass 1860 dann trotz einmal mehr sehr zweifelhafter Schiedsrichterentscheidungen auch noch drei Punkte entführen konnte, setzte dem Ganzen natürlich noch die Krone auf.

Welcher Spieler ist dein persönlicher “Spieler des Jahres”?

Da kommt man wohl an Sean Dulic nicht vorbei. Als Notlösung kam er zu seinen ersten Einsätzen, ist seitdem aus der Mannschaft gar nicht mehr wegzudenken und hat in der laufenden Saison in der 3. Liga noch keine Minute verpasst. Meist agiert er defensiv überaus souverän und schaltet sich gelegentlich auch stark in die Offensive ein. Besonders der Assist in der Nachspielzeit gegen Havelse in Unterzahl war sehr stark! Die Nominierung für die U20 Nationalmannschaft war der verdiente Lohn für seine starken Leistungen in den vergangenen Monaten.

Sean Dulic feierte sein Debüt in der U20 Nationalmannschaft

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: Nenne uns dein “Tor des Jahres”.

Ein paar Treffer aus der laufenden Saison sind mir natürlich schon in Erinnerung geblieben, so wie das 1:1 von Sigurd Haugen gegen Stuttgart II oder das 3:2 von Patrick Hobsch gegen Havelse. Mein “Tor des Jahres” hat aber einer erzielt, der inzwischen gar nicht mehr für die Löwen spielt. Es war der 15.03.2025, als der TSV 1860 den späteren Absteiger SpVgg Unterhaching an der Grünwalder Straße empfing und bereits früh in Rückstand geriet. Anschließend drückten die Löwen und kurz vor der Pause sorgte Lukas Reich mit seinem ersten Profitor für den Ausgleich. Es mag nicht der schönste Treffer des Jahres gewesen sein, aber emotional finde ich es schon etwas ganz Besonderes, wenn ein Eigengewächs gerade in so einem Duell, das der TSV noch mit 2:1 für sich entschied, für Sechzig einnetzt.

Was war dein Highlight des Jahres 2025 rund um den TSV 1860 München?

Neben der Wahl des neuen Präsidiums, das aus meiner Sicht bislang eine sehr gute Arbeit liefert und abseits der Öffentlichkeit Dinge anschiebt, sind das tatsächlich sehr persönliche Erlebnisse rund um den TSV 1860. Insbesondere der Doppelspieltag der Löwen, den ich am 19.07. mit meinem achtjährigen Sohn erleben durfte, bedeutet mir viel. Zuerst ging es zusammen mit den Kollegen Jan Schrader und Thomas Enn nach Weiler im Allgäu zum Spiel der U17 gegen die U18 des FC Liverpool, wo wir auch noch meinen Vater trafen. Drei Generationen bei den Löwen!

Anschließend zogen wir weiter nach Chur (Schweiz), wo die Profis mit dem FC Vaduz die Klingen kreuzten. Sportlich natürlich völlig belanglos, aber was gibt es für einen Papa Schöneres, als wenn sich der Nachwuchs auch so für die Löwen begeistert?

Insofern ist natürlich auch das Pokalspiel in Illertissen zu nennen, bei dem Nino und ich auch auf den Kollegen Andreas Edge und meinen langjährigen Freund Max Deisenhofer trafen, die auch in Begleitung ihrer Söhne vor Ort waren.

Die Löwen beim Auslaufen nach dem Sieg gegen Vaduz

Ganz im Gegenteil dazu: Was hat dich besonders enttäuscht bzw. wütend gemacht?

Sportlich gab es einige geradezu unwürdige Auftritte wie das 1:5 gegen Hoffenheim II oder das 0:4 in Regensburg, die eigentlichen Aufreger passierten aber mal wieder abseits des Platzes. Diese Posse um den Anteilsverkauf von Hasan Ismaik thront natürlich über allem. Was war das für eine Erlösung, für eine Euphorie, als sowohl der Verein als auch Ismaik selber vermeldeten, dass sich die Wege trennen werden. Bekanntermaßen kam alles ganz anders.

Auch Martin Gräfers Vorpreschen in der Stadionfrage fand ich reichlich unpassend. die Bayerische ist ein super Sponsor, der sich um die Löwen verdient gemacht hat. Das jedoch berechtigt niemanden, der kein Amt beim TSV 1860 innehat, sich dermaßen in die Vereinspolitik einzumischen, zumal von allen Seiten bestätigt wurde, dass es zuletzt positive Entwicklungen hinsichtlich des Grünwalder Stadions gegeben habe.

Besonders ärgerlich waren zudem zahlreiche Schiedsrichter-Fehlentscheidungen zu Lasten der Löwen und ein fast schon unheimliches Verletzungspech.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2026 ändern?

Ich hoffe sehr, dass die Machbarkeitsstudie besagen wird, dass ein Ausbau des Grünwalder Stadions auf 25.000 Plätze und mehr möglich ist. Der Standort Giesing ist meines Erachtens schon essentiell für den TSV 1860. Das sieht man bei jedem einzelnen Heimspiel, weil der ganze Stadtteil lebt, wenn die Löwen spielen. Das ist Heimatgefühl, das ist ein nach Hause kommen.

Sollte der Bescheid negativ ausfallen, bin ich sicher, dass das Präsidium abseits der Öffentlichkeit einen Plan B ausarbeitet, auch wenn so manch ein Störenfried im medialen Umfeld der Löwen dies gar nicht als Option in Erwägung zu ziehen scheint.

Apropos: Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn den Worten auf der Mitgliederversammlung bald Taten folgen würden und Unruheherde konsequenter bekämpft würden.

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2026: Wo landen die Löwen in der 3.Liga?

Mit Blick auf die Tabelle ist natürlich noch alles möglich. Dennoch halte ich es für vermessen, da jetzt den Aufstieg zu prognostizieren. Sicherlich werden die beiden Auftaktpartien gegen Essen und in Osnabrück schon einen Fingerzeig geben, in welche Richtung es gehen kann. Mein Tipp: Platz 5 und Sieg im Toto Pokal!

Weitere Jahresrückblicke aus der Redaktion:

Jahresrückblick von Thomas Enn: Ein weiteres Jahr Stillstand

23

Alljährlich blicken die Redaktionsmitglieder von sechzger.de zum Jahresende – in ganz persönlicher Weise – auf das zu Ende gehende Löwenjahr zurück. Heute ist Thomas Enn mit seinem Jahresrückblick auf das Jahr 2025 der Reihe.

Jahresrückblick 2025 von Thomas Enn

Was waren deine Highlights des Jahres 2025 rund um den TSV 1860 München?

Ein wirkliches Highlight hatte das vergangene Jahr mit dem TSV 1860 München für mich nicht zu bieten. Am Ende bleiben nur geplatzte Träume. Der Verkauf der Anteile von Hasan Ismaik gescheitert, beim Stadion nach wie vor kein Fortschritt und eine Mannschaft, die hinter den Erwartungen zurückbleibt. Außerdem ein gefeuerter Geschäftsführer und mal wieder zwei Trainerwechsel in einem Jahr. Da liegt es wie immer an uns Fans für die Highlights zu sorgen. Und das war für mich das Auswärtsspiel in Mannheim im April mit über 3.000 mitgereisten Löwenfans, überragender Stimmung und einem Auswärtssieg. Einer der wenigen perfekten Löwentage im Jahr 2025. Außerdem war die Mottofahrt Hawaii nach Verl sehr gelungen.

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Den meisten Spaß hatte ich tatsächlich beim Testspiel in Weyarn. Wir hatten unseren Infostand aufgebaut, sind bei Bullenhitze mit Euch – unseren Lesern – sehr eng in Kontakt gekommen und haben viel positives Feedback für unsere “Arbeit” bekommen. Nebenbei gewannen die Löwen zweistellig und der Anlass war perfekt organisiert. An diesen Tag erinnere mich sehr gerne zurück. Irgendwie hat mir die Vorbereitung mehr Spaß gemacht als die eigentliche Saison.

Welcher Spieler ist dein persönlicher “Spieler des Jahres”?

So wirklich aufgedrängt hat sich ja mal wieder niemand. Über beide Halbserien hinweg ernenne ich hiermit Sean Dulic zu meinem “Spieler des Jahres”. Zu Jahresbeginn aus purer Not in die Startelf befördert, gab unser NLZ-Eigenwächs seinen Stammplatz nicht mehr her und debütierte sogar in der U20-Nationalmannschaft. Für einen 20-Jährigen agiert der gebürtige Münchner wahnsinnig abgezockt und hat sich zu einer Bank in unserer Defensive gemausert. Weiter so, Sean!

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: Nenne uns dein “Tor des Jahres”.

Mein Tor des Jahres war das 0:1 von Kevin Volland beim Testspiel in Regensburg. Einfach um die Tradition der Tore aus dem Mittelfeld von Jacobsen und Deniz aus dem vergangenen Jahr fortzusetzen. Und weil mir sonst kein Tor bleibend in Erinnerung geblieben ist…

Ganz im Gegenteil dazu: Was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?

Ich habe es ja oben schon kundgetan: 2025 war erneut ein Jahr des Stillstands bei den großen Problemen des TSV 1860. Stadionfrage weiter ungelöst, Ismaik weiterhin Mehrheitsaktionär der KGaA, ein Team, das in der Theorie viel stärker ist als in der Praxis… Außerdem nervt mich, dass Jugendspieler bei uns nur eine Chance bekommen, wenn es gar keine andere Alternative mehr gibt. Dass die Jungen es können, sieht man doch an Dulic und Lippmann. Ich würde mir sehr wünschen, dass die NLZ-Spieler eine Chance bekommen, sich zu zeigen, ohne dass absolute Personalnot herrscht. Ich hoffe sehr, dass durch Manfred Paula in seiner neuen Rolle ab sofort mehr auf den Nachwuchs gesetzt wird.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2026 ändern?

Die Dauerbaustellen Stadion und Mehrheitsaktionär müssen endlich mal gelöst werden.

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2026: Wo landen die Löwen in der 3.Liga?

Trotz der Niederlage gegen Verl und fünf Punkten Rückstand auf die Aufstiegsplätze, glaube ich, dass noch was geht. Wenn die Mannschaft gut aus der Winterpause kommt, Florian Niederlechner seine Torflaute überwindet und wir keinen Durchhänger mehr haben, werden wir vorne noch ein Wörtchen mitreden. Aber natürlich sind und bleiben wir 1860 und landen am Ende auf Platz 5. Außerdem verpassen wir auch den Gewinn des Toto-Pokals und lassen uns ein weiteres Mal die Kohle aus dem DFB-Pokal entgehen.

Bisher in der Reihe unserer Jahresrückblicke 2025 erschienen sind die Texte von:

Christian Jung
Thomas Spiesl

26.12.1860: Das erste Fußball-Derby der Welt!

1

Heute vor genau 165 Jahren fand am 26.12.1860 das erste Fußball-Derby der Welt statt. In der Sandygate Road trafen der Hallam FC und Sheffield FC aufeinander. Der Gast konnte das Spiel mit 2:0 für sich entscheiden.

Der Beginn des Boxing Day im Jahr 1860

Dieses Spiel markiert zugleich auch den Beginn des Begriffs Boxing Day im Zusammenhang mit dem Fußball-Sport. Ursprünglich stammt der Begriff tatsächlich von der sogenannten Christmas Box. Dabei handelt es sich um ein Geschenk des Arbeitgebers an seine Mitarbeiter am ersten Werktag nach Weihnachten. Diese Tradition wird auch heute noch in einigen Ländern praktiziert, u.a. im Vereinigten Königreich, Australien oder Südafrika.

The World´s first

Sheffield FC wurde am 24.Oktober 1857 gegründet und bezeichnet sich daher gerne als “The World´s first” – er ist der älteste Fußballverein der Welt. Der Verein spielt aktuell in der 8.Liga in England. 2018 gab es Gerüchte über ein mögliches Testspiel des TSV 1860 München gegen eben diesen Verein. Viele Löwenfans buchten vorsichtshalber bereits Flüge – und wurden dann bitter enttäuscht. Das hinderte sie natürlich nicht daran, die mitgebrachten Zaunfahnen bei einem Heimspiel von Sheffield FC anzubringen.

Fans des TSV 1860 München zu Gast beim Sheffield FC, 2018

Sandygate Road – der älteste Ground der Welt

Das älteste Derby und der älteste Fußball-Verein – hier treffen Superlative aufeinander. Was dabei natürlich nicht fehlen darf, ist das älteste Fußballstadion der Welt. Das war natürlich auch beteiligt! Die Sandygate Road von Hallam FC wird seit dessen Gründung im Jahr 1860 genutzt und ist im Guinness-Buch der Rekorde offiziell als „world’s oldest football ground“ geführt.

Sandygate Road, Stadion des Hallam FC
Tafel in der Sandygate Road: The oldest football ground in the world
Wappen des Hallam FC mit Löwe, gegründet 1860

Passende 1860-Suite für Löwenfans

Falls Ihr mal Geld auf der hohen Kante habt und unbedingt eine Suite buchen wollt, empfehlen wir euch kein Hotel. Nehmt lieber das Angebot des Hallam FC wahr und bucht euch in der Sandygate Road ein.

“The 1860 Suite”: Tafel in der Sandygate Road

 

Das Beitragsbild entstand bei der 159. Auflage des Derbys im Juli 2019. Gespielt wurde im Coach & Horses Ground in Sheffield.

Der Jahresrückblick von Thomas Spiesl: “The same procedure…”

0
Jahresrückblick Thomas Spiesl Rise Fall

Alljährlich blicken die Redaktionsmitglieder von sechzger.de zum Jahresende – in ganz persönlicher Weise – auf das zu Ende gehende Löwenjahr zurück. Heute ist Thomas Spiesl mit seinem Jahresrückblick auf das Jahr 2025 der Reihe.

Jahresrückblick 2025 von Thomas Spiesl

Was war deine Highlights des Jahres 2025 rund um den TSV 1860 München?

Wir schreiben den 5. Juli 2025, einen Tag vor der Mitgliederversammlung: Feuerwerk über Giesing, die Löwen-Fans feiern. Hasan Ismaik will seine Anteile verkaufen. Aus dem Nichts kommt diese Meldung über die Ticker und löst Jubelstürme beim Löwen-Anhang aus. Selbst bei unserem kleinen Löwen-Rudel, das im ganzen Oberland verteilt ist, traf man sich zu einer spontanen Party im BLV und die Rüscherl flossen im Strömen. Auch wenn der Verkauf der Anteile letztlich platzte und das wohl sogar besser so war, als von einem Schweizer Strohmann übernommen zu werden, war es ein toller Abend. Letztlich muss man Hasan Ismaik aber dennoch dankbar sein, dass der trotz dieser vogelwilden Aktion den Löwen treu geblieben ist und den TSV 1860 weiterhin unterstützt. Auch mein zweites Highlight hat wenig mit dem Sport zu tun, die Preview der BR-Serie “Rise and Fall” im Cincinnati, dem ich mit Peter beiwohnen durfte, sowie die Dokumentation an sich, weckten viele Emotionen. Danke an die Macher für dieses tolle Werk! Dass ich in beiden Punkten komplett mit Christian übereinstimme ist da nur ein lustiger Nebeneffekt… 🙂

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Das war für mich, und das hat als einer der Vorstände des TSV Weyarn, natürlich persönliche Gründe, das Freundschaftsspiel der Löwen bei meinem Heimatverein, der heuer sein 100-jähriges Jubiläum feierte. Münchens große Liebe zu uns ins Dorf zu bringen, war für mich natürlich etwas ganz Besonderes. Zudem feierten Kevin Volland und Florian Niederlechner ihr Debüt im Münchner Umland ausgerechnet bei uns im Klosterdorf. Das 15:0 war da natürlich nur eine Nebensache. Bei brütender Hitze hatten über 2.000 Löwen-Fans eine Riesenfreude und das Team der Sechzger präsentierte sich sehr nahe am Fan. So muss das sein, das ist es, was die Löwen ausmacht.

Welcher Spieler ist dein persönlicher “Spieler des Jahres”?

Jetzt wird der eine oder andere mit den Ohren schlackern oder den Kopf schütteln. Mein Löwe des Jahres ist Philipp Maier. Der Mittelfeldmann musste sich lange hinten anstellen, war unter Glöckner fast völlig abgeschrieben und wurde in den letzten Spielen plötzlich zum unersetzlichen Mann im Zentrum. Nach dem Ausfall von Deniz war er gemeinsam mit Jacobsen für mich in den letzten Wochen der entscheidende Mann auf dem Feld. Das Duo Maier/Jacobsen stabilisierte die Löwen-Defensive erheblich, arbeitete im Hintergrund vieles weg. Zudem spielte Maier etliche gute Aufbaupässen, vor allem auf Haugen und leitete damit auch den einen oder andere Treffer ein. Ich hoffen, dass es für ihn nach der Winterpause genau so weitergeht…

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: Nenne uns dein “Tor des Jahres”.

Wenig Glanz und “the same procedure as every year”, wie es in Dinner for One so schön heisst, bleibt für mich von der Saison 2024/25 hängen. Mehr oder weniger souverän sicherte man den Klassenerhalt, ohne Ambitionen nach oben. Deshalb möchte ich das auch ganz schnell abhaken. Wieder schließe ich mich Christian an. Für mich war das 3:2 gegen Havelse das Tor des Jahres. Weniger weil der Treffer von Hobsch so wunderschön war, sondern weil das Grünwalder Stadion förmlich explodierte. Gerne mehr davon, inzwischen haben die Löwen ihre Heimstärke ja fast schon wieder entdeckt.

Ganz im Gegenteil dazu: Was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?

Enttäuscht hat mich, dass die Nachwuchs-Teams ein wenig den Anschluss an die deutsche Spitze zu verlieren scheinen. Dies mag zum einen finanzielle Gründe haben, wie die Versammlung der Fußballabteilung zeigte. Hier wäre es angebracht, dass e.V. und KGaA an einem Strang ziehen und in das Trainingsgelände und den Nachwuchs investieren. Erlöse könnte man auch aus dem Nachwuchstopf des DFB generieren, was aber in der schwachen Spielzeit 2024/25 versäumt wurde. Hier erwarte ich einen Aufwärtstrend, denn in der Goldene-Ananas-Runde der Bundesliga nach der Winterpause gegen RW Walldorf und SGV Freiberg lernen die U19- und die U17-Spieler wenig dazu und genau diese Kicker sind die Zukunft unserer Löwen.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2026 ändern?

Ich hoffe auf Konstanz. Konstanz in der Profi-Mannschaft, die uns in der Rückrunde hoffentlich lange um den Aufstieg kämpfen lässt. Konstanz auf den Führungspositionen. Konstanze Unterstützung der Fans bei Heimspiel, unabhängig vom Spielstand. Und es wenn es dann am Ende der DFB-Pokal wird, bin ich auch einverstanden. Bloß bitte nicht noch eine Saison in der es bis zwei Spieltage vor Ende theoretisch noch gegen den Abstieg und dann um nichts mehr geht.

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2026: Wo landen die Löwen in der 3.Liga?

Meine beim Live-Talk getroffene Prognose, dass wir schon in Saarbrücken aufsteigen, war vielleicht etwas zu optimistisch. Aber dann packen wir es halt in Schweinfurt. Löwen geben niemals auf! Wir werden Zweiter oder Dritter. Auch wenn ich nicht weiß wie ich eine Relegation nervlich überstehen sollte. Einen guten Rutsch und viel Gesundheit fürs neue Jahr wünsche ich allen Sechzgern! Gerade die können auch die verletzungsgeplagten Profis sicher gut gebrauchen…

Bisher in der Reihe unserer Jahresrückblicke 2025 erschienen sind die Texte von:

Christian Jung

26.12.1965: TSV 1860 empfängt Slavia Prag am 2. Weihnachtsfeiertag

3
Hennes Küppers (TSV 1860)

Das waren noch Zeiten, als selbst die Weihnachtsfeiertage nicht heilig waren und die Herren Fußballer auf den Platz gebeten wurden. Man stelle sich das heutzutage mal vor. Den Löwen hat es am 2. Weihnachtsfeiertag 1965 nicht geschadet, denn am Saisonende errang der Verein – wie wir alle wissen – die Deutsche Meisterschaft. Am 26.12.1965 empfing der TSV 1860 den SK Slavia Prag und schlug die Tschechen durch drei Tore nach der Pause.

TSV 1860 besiegt Slavia Prag

Max Merkel kannte keine Gnade. Am 2. Weihnachtsfeiertag hatte seine Mannschaft anzutreten und musste seine Kräfte mit den Gästen aus Prag messen. Für die Spieler wohl eine lästige Pflicht, für die 9.000 Zuschauer im Grünwalder Stadion eine willkommene Abwechslung vom Weihnachtstrubel.

Auf dem Platz sorgten die Löwen nach der Pause für klare Verhältnisse. Hennes Küppers (siehe Titelbild) traf zweimal, Timo Konietzka steuerte den dritten Treffer zum 3:0-Sieg des TSV 1860 gegen Slavia Prag bei.

Die Aufstellung der Löwen

Gegen die tschechischen Gäste schickte Trainer Max Merkel folgende Löwen-Elf auf den Rasen des Sechzgerstadions.

Tepe (46. Prockl) – Wagner (46. Winterhalter), Steiner (46. Patzke) – Zeiser (46. Luttrop), Kohlars, Perusic – Heiß, Küppers, Brunnenmeier, Grosser, Rebele (46. Konietzka)

Tore:
1:0 Küppers (62.), 2:0 Konietzka (68.), 3:0 Küppers (86.)