Wenn man nach acht Minuten 0:2 zurückliegt und am Ende noch einen Punkt holt, dann ist man im Regelfall zufrieden mit dem Punktgewinn und freut sich, dass die Mannschaft Moral gezeigt hat. Dennoch war das am Mittwoch trotz der Aufholjagd eine gefühlte Niederlage, oder?
Gefühlte Niederlage nach Aufholjagd
Habt Ihr am Mittwoch nach zehn Spielminuten auch gedacht, Ihr seid im falschen Film? Ich gestehe: Ich war fassungslos und konnte gar nicht glauben, dass das jetzt schon wieder so weitergehen soll. Was mich aber wirklich begeistert hat, war diese “Jetzt erst recht”-Reaktion, die auf der Tribüne vorherrschte und die spätestens nach dem Foul an Kevin Volland in einen geilen Support der Mannschaft überging.
Auch wenn das Geschehen auf dem Platz bei 11 gegen 11 noch keinen Grund zum Optimismus bot, so änderte sich das nach dem Platzverweis extrem. Sechzig drückte, Sechzig kämpfte, Sechzig traf – und wie! Was für ein Strich von Christiansen und die Aufholjagd war eingeläutet.
Es sollte einfach nicht sein…
Die Pause kam zu diesem Zeitpunkt mitten in den Sturmlauf ungelegen, doch nach dem Seitenwechsel machten die Löwen einfach weiter und kamen schnell zum Ausgleich. Giesing bebte und seid ehrlich: Habt Ihr da nicht auch fest damit gerechnet, dass wir das Ding jetzt noch gewinnen? Als Niederlechner kurz danach zum vermeintlichen 3:2 abstaubte, das Tor aber nicht zählte, beruhigte mich meine Nachbar Bernd Winninger noch: “Macht nix, mia ham ja no Zeid.”
Aber genau diese lief uns mehr und mehr davon, ein Elfmeter wurde nicht gegeben, die eine oder andere Chance wurde ausgelassen und – wenn man ehrlich ist – so wirklich kreativ war das trotz drückender Überlegenheit häufig nicht.
Nächster Schritt: Auswärtssieg
Am Ende stand also ein 2:2 gegen Viktoria Köln, das vierte Spiel in Folge ohne Sieg. Trotz der Aufholjagd kam es mir wie eine gefühlte Niederlage vor, weil man die große Chance hatte, etwas fürs Selbstvertrauen zu tun. Was glaubt Ihr, wie gut es der Mannschaft getan hätte, mit so einem Comeback-Sieg aus der Abwärtsspirale auszubrechen?
Trotzdem: Sechzig hat Charakter bewiesen, die beiden Nackenschläge zu Beginn hingenommen und ist trotzdem wieder aufgestanden. Ob der verunsicherten Mannschaft das auch ohne Überzahl gelungen wäre, steht natürlich in den Sternen, ist jetzt aber auch egal. Nun gilt es, in Wiesbaden nachzulegen und endlich wieder zu siegen. Auf geht’s, Löwen!
Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und sind die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wider.












































