Nachdem Anfang September der Kassenwart Kurt Renner und am Donnerstag der vergangenen Woche auch die Abteilungsleiterin Veronika Seemann von ihren Ämtern zurückgetreten waren, wurde im Umfeld des TSV 1860 spekuliert, welche Nachfolger der verbliebene Abteilungsvize Bernd Bramböck, der nun als Kassenwart fungieren wird, benennen würde. Heute wurden nun die Namen veröffentlicht. Die Abteilungsleitung übernimmt der bisherige Verwaltungsrat Martin Obermüller sowie Stephan Sagermann. Ergänzend wird Marlene Tippelt die Abteilungsleitung künftig als Beraterin ohne Stimmrecht unterstützen.
Verwaltungsrat Obermüller übernimmt FA-Leitung
Wie schon hier auf sechzger.de angedeutet, kommt der Nachfolger von Vroni Seemann aus den Reihen der Unternehmen für Sechzig, jenem Zusammenschluss der 1860 und im speziellen die Fußballabteilung seit Jahren finanziell und mit persönlichem, tatkräftigem Einsatz unterstützt. Er ist den allermeisten (interessierten) Vereinsmitgliedern kein Unbekannter. Obermüller war seit der Mitgliederversammlung des Gesamtvereins im Juni 2024 Mitglied im neunköpfigen Verwaltungsrat. Dieses Amt gibt er nun auf.
Lebensmitglied Sagermann neu dabei
Der 40-jährige Stephan Sagermann ist Lebensmitglied beim TSV München von 1860 e.V. und seit Jahren aktiv bei den 60er Senioren. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Athletiktrainer und ist zudem im Jugendfußball als Übungsleiter aktiv. Beruflich ist er als Fachspezialist Motorrad in der Verwaltung des Entwicklungsfuhrparks tätig. Mit seiner sportlichen Expertise, seiner Vereinsverbundenheit und seinem Engagement für den Nachwuchs verstärkt er die Abteilungsleitung auf fachlicher und menschlicher Ebene.
Bernd Bramböck neuer Kassenwart
Der aus der alten FA-Leitung – die im Sommer 2024 gewählt worden war – im Amt verbliebene Bernd Bramböck kümmert sich als Kassenwart ab sofort um die Finanzen der Fußballer, die jenseits der KGaA beim TSV 1860 spielen. Sein Vorgänger, der aus gesundheitlichen Gründen Anfang September ausgeschiedene Kurt Renner, hatte es seit Mai 2020 inne.
Abteilungsversammlung Ende November
Die Bestätigung der Mitglieder der Fußballabteilung für die drei neuen Leiter soll auf der nächsten Versammlung der 1860-Fußballer erfolgen. Diese findet am Donnerstag, den 27. November 2025 statt. Die Einladung zur Abteilungsversammlung erfolgt gesondert über die dafür vorgesehenen Vereinskanäle.
Berücksichtigung des Ehrenamts
Aufgrund der derzeit an der einen oder anderen Stelle zu vernehmenden Kritik an den – nach nur rund 14 Monaten nach der letzten Abteilungsleitungswahl nun erfolgten – personellen Umstellungen, wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es sich bei allen genannten Funktionen um reine Ehrenämter handelt, die die Verantwortlichen in ihrer Freizeit und komplett unentgeltlich für den Verein und seine Mitglieder, bekleiden. Dies sollte man nie vergessen und daher auch Verständnis dafür aufbringen, dass ein solches Amt unter Umständen auch ein wenig kurzfristig abgegeben wird, wenn der oder die Amtsinhaber*in die Aufgabe nicht mehr in der selbst gewünschten Art und Weise ausfüllen kann. Leicht macht sich das sicher niemand.
Nach dem gelungenen Einstand von Markus Kauczinski beim 3:1-Heimsieg gegen den MSV Duisburg stehen zwei Löwen-Spieler in der Elf des Spieltags des Fachmagazins Kicker. Sigurd Haugen und Sean Dulic gehörten, neben Keeper Thomas Dähne zu den Top-Performern auf Seiten der Löwen und wurden in die Top-Elf berufen. Für Haugen ist es die erste Nominierung in dieser Spielzeit. Für Dulic bereits die zweite. Zudem steht Haugen auf liga3-online zur Wahl für den Spieler des Spieltags. Hier könnt ihr abstimmen. Aktuell führt Haugen das Voting vor Engelhardt von Energie Cottbus an.
Top-Bewertungen für die Löwen-Kicker
In den Spielernoten für die gestrige Partie greift der Kicker gleich zwei Mal zur Note eins. Diese bekommen Dähne (1,5) und Haugen (1,0). Dulic, Deniz, Schifferl und Jacobsen wurden mit einer 2,0 bewertet. Für Rittmüller, Volland und Niederlechner gab es die 3,0 – sowie für Voet und Lippmann eine 3,5. Die vier eingewechselten Akteure kamen zu spät aufs Feld, um noch bewertet zu werden.
Zugegebenermaßen: Vom Platz gefegt haben unsere Löwen nach dem – neben dem Platz erfolgten – personellen Neuanfang die Zebras aus Duisburg gestern nicht. Ebensowenig, wie Sechzig – wie vor der Saison durchaus mit einem gewissen Augenzwinkern prognostiziert – die Liga dominiert. Aber das sonntägliche 3:1 über den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer MSV Duisburg war zumindest ein deutliches Lebenszeichen, ein Comeback der Mannschaft, die in den Auftritten vor der Länderspielpause doch arg verunsichert und irgendwie auch verschlafen wirkte. Ein neuer Übungsleiter, Markus Kauczinski hat die Löwen wachgeküsst. Rollen wir nun also das Feld der Liga von hinten auf? Entwickelt sich nun eine neue Euphorie, die der Mannschaft helfen wird, die aktuell acht Punkte und zehn Teams, die uns vom zweiten direkten Aufstiegsplatz trennen, zu überfliegen? Oder verunsichern wir das Team mit derlei Prognosen (wieder)?
Euphorie scharf kritisiert
Es ist schon interessant, wie man sich als sechzger.de-Redakteur, der seine Erwartungen mit der Öffentlichkeit der Löwenfans hier und z.B. im sechzger.de Talk geteilt hat, für vorsaisonale, in diesem Sommer manchmal auch ganz bewusst ein wenig überdrehte Euphorie, angehen lassen muss. Manchmal freundlich augenzwinkernd, wie eben auch die eigenen Saisonprognosen rausgehauen wurden. Dann passt das. Manchmal aber auch durchaus mit dem ganze Frust von Löwenniederlagen im Gepäck. Das muss dann eigentlich nicht sein. Im eigenen Ärger Fanreporter für Niederlagen verantworlich machen, weil der Optimismus und die gute Laune und die Erwartungshaltung die Herren Profis überfordert haben könnten? Da sollten sich ein paar Kommentierer auf unserer Seite mal ein wenig hinterfragen. Wie das die Oberoptimisten in der Redaktion natürlich auch tun müssen.
Glück gehört auch dazu
Die Wahrheit liegt hinsichtlich der angemessenen Stimmungslage und der daraus folgenden richtigen Tonalität natürlich – wie so oft – irgendwo dazwischen. Wir haben heuer einen Kader, der nominell in dieser 3. Liga ganz oben mitspielen können müsste und bei der Vergabe der Aufstiegsplätze ein paar ernste Worte mitreden sollte. Ob es am Ende dann wirklich hinhaut mit dem großen Ziel, hat dann auch etwas mit Glück zu tun. Dieses Glück hatte die Mannschaft im August und September mit späten Treffern, die immer wieder Punkte sicherten. Danach in fünf Spielen ohne Sieg aber halt dafür gar nicht mehr. Strittige Schiedsrichterurteile, falsche Entscheidungen der sportlich Verantwortlichen, … Mit Herbstbeginn lief dann schon einiges gegen uns.
Verletzungspech kaum thematisiert
Nicht vergessen sollten wir im Zusammenhang mit der Erwartungshaltung auch, dass wir im ersten Saisonviertel – von der Öffentlichkeit kaum thematisiert – leider nicht vom Verletzungspech verschont geblieben sind. Ein Überblick gefällig?
Verlaat fehlt seit Mitte September
Jesper Verlaat, nach Dähne und Dulic übrigens der in seinen sechs Saisonspielen mit der drittbesten kicker-Durchschnittsnote honorierte Spieler im Kader und seit Jahren einfach ein konstanter und wichtiger “emotional Leader” – wie man das heute so schön nennt – auf dem Feld.
Kilian Jakob, der fast Vergessene
Kilian Jakob, der fast vergessene Rückkehrer, der nach Kurzeinsätzen in den ersten drei Spielen schon seit Ende August ausfällt. Er hätte vielleicht den den Erwartungen bislang überhaupt nicht gerecht werdenden Manuel Pfeifer auf der linken Außenbahn zu besseren Leistungen antreiben können. Oder eben direkt selber die Rolle übernehmen.
Morris Schröter noch ohne Einsatz 25/26
Gleiches gilt für Morris Schröter. Der 30jährige, der vor allem in seinen ersten Wochen bei den Löwen im Herbst 2023 zeigte, wie er gegnerische Verteidiger auf dem Flügel durchaus vor Probleme stellen kann, konnte in dieser Saison noch gar nicht eingesetzt werden.
Kevin Vollands Präsenz
Und auch Kevin Volland hat nach der Fleischwunde im Spiel gegen Viktoria Köln dann sowohl dieses Heimspiel, als auch die nächste Partie in Wiesbaden verpasst. Der Allgäuer Heimkehrer ist einer, der mit seiner Präsenz und Erfahrung der Mannschaft auf dem Platz sehr gut tut. Wenn er fehlt, fehlt er einfach.
Thomas Dähne fehlt zweimal
Zwar hat Ersatzgoalie und Torwarttrainer Rene Vollath seine Sache in den beiden Spielen gegen Köln und und Wiesbaden zuverlässig erledigt. Zieht man allerdings erneut die kicker-Bewertung heran, dann fehlte den Löwen in den ersten beiden Spielen im Oktober ihr bislang mit Abstand bester Akteur. Und denken wir weiter an die Parade, mit der Dähne gestern Abend kurz vor Schluss mit einem unglaublichen Reflex das 2:2 verhinderte, dann gehört der Name beim Thema Verletzungspech auch genannt.
Festhalten, was noch zu retten ist
So bleibt uns also die Hoffnung, dass mit dem gestrigen ersten Sieg nach unglaublichen fünf (!) sieglosen Wochen eine – möglichst lange – erfolgreiche Phase der Saison eingeläutet wurde. Dass wir uns nun erstmal Schritt für Schritt in der Tabelle wieder nach vorne arbeiten können. Er klingt, wie bei 1860 halt auch immer irgendwie angebracht, ein wenig nach einschwörender, aber irgendwie doch sehr skeptischer Durchhalteparole, aber vielleicht ist der zweite Satz der gestrigen – wirklich großartigen – Choreo in der Westkurve das richtige Motto für die kommenden Wochen und Monate: “Wir halten fest, was noch zu retten ist.” In der Tabelle sind dies 15 Punkte, die uns keiner mehr nimmt. Und nach der gestrigen Darbietung vielleicht auch wieder ein wenig Optimismus, den wir uns einfach nicht nehmen lassen. Weder von den Schwarzmalern in den eigenen weiß-blauen Reihen, noch von den sportlichen Rivalen. Am wenigsten vom nächsten, einem unserer Lieblingsgegner: dem SV Waldhof. Auf nach Mannheim und her mit dem nächsten Sieg!
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Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und sind die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wieder.
In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten rund um den TSV 1860 München eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Heute geht es um das 3:1 der Löwen gegen den zuvor noch ungeschlagenen Tabellenführer MSV Duisburg.
Peter Schaefer (Vizepräsident TSV 1860 e.V.):
Die Mannschaft hat heute sich und die Fans, die wieder einmal eine großartige Choreo ins Stadion gezaubert hatten, nach einer couragierten und soliden Leistung gegen den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer mit einem Heimdreier belohnt. Man erkennt jetzt bereits mehr Struktur in den Abläufen und bessere Lösungsansätze, was mich für die anstehenden Partien positiv stimmt. Nichtsdestotrotz liegt noch viel Arbeit vor uns und wir müssen unserem Coach Markus Kauczinski und dem Team die Zeit geben, sich Woche für Woche zu verbessern – mit ungebrochenem Support von unserer Seite.
Christian Jung (Redakteur sechzger.de):
Euphorie reloaded? Nach der Ernüchterung der letzten Wochen, die die vorsaisonale Vorfreude komplett verdrängte, war das Spiel gegen den ungeschlagenen Tabelleführer ein gelungener Neustart. Abgesehen vom genialen und (rein rauchteschnisch) wirklich brachialen Intro der Westkurve war die Stimmung im Stadion allerdings gestern wieder – über weite Strecken des Spiels – typsch Sonntag-Nachmittag. Mehr Kaffekränzchen, als Hexenkessel. Aber so können sich eben alle Löwen im Fortgang der Saison noch steigern. Ist doch auch was wert.
Markus Kauczinski (nach dem Spiel bei MagentaSport):
Das fühlt sich schon gut an. Ich freu mich total für’s Team. da hat sich schon einiges aufgestaut – auch für die Fans – das hat man grad gesehen. Das ist einfach ein Riesengefühl. (…) Vom Kampf und von der Einstellung hat die Mannschaft ein Riesenspiel gemacht. Man darf auch nicht vergessen: Man hat die letzten Spiele nicht gewonnen. Das war jetzt nicht so leicht für’s Team. Und dann war die kämpferische Leistung mega. wir haben immer wieder gefährliche Angriffe gehabt und zum Ende war der Sieg, glaub ich, auch nicht unverdient.
Thomas Dähne (direkt nach dem Spiel bei MagentaSport)
Einfach unbeschreiblich grad im Moment. Zu Hause, Flutlicht, der ungeschlagene Tabellenführer hier. Wir wussten, wir mussten mal liefern jetzt. Die letzten Wochen waren echt nicht gut von uns und deswegen find ich war das heut’ das absolut richtige Zeichen und ich finde auch: Absolut verdient hier drei-eins gewonnen. (…) Es war am Anfang der Saison auch nicht alles schlecht! Ich find’ wir sind dann irgendwann in diesen Trott reingekommen, bestimmte Sachen zu sehr zu überdenken. Fußball ist auch ein Kopfsport und wenn du dir zu viele Gedanken über diverse Sachen, die eigentlich gut sind, machst, dann fängst du vielleicht auch mal an, Sachen zu machen, die du eigentlich nicht machst.
Ralf Koss (Fußball-Literat und MSV-Blogger aus Duisburg):
Nach wenigen Spielminuten verschwand das Wort “Angstgegner” aus meinem Kopf. Schlechte Statistik gegen 1860? – ja und! Der MSV hatte das Spiel im Griff, zumindest das, was ich davon sehen konnte. Was nicht so viel war. Weil die Duisburger Ultras mit ihren wedelnden Fahnen fast die gesamte Gästegerade belegten, war die Sicht aufs Spielfeld oft sehr eingeschränkt. Großartig ausweichen war nicht drin. Daraus ergab sich aber auch ein Beleg für das wenig attraktive Spiel der ersten Halbzeit. Denn gerade beide Strafräume wurden recht dauerhaft verdeckt, ohne dass ich allzu viel verpasste. Die zwei Tore der ersten Halbzeit schienen Tabellenstände zu bestätigen. Einen Tabellenführer wirft der Rückstand nicht zurück. Ein Gegentor kann schließlich immer passieren. Da macht der MSV eben sofort den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit bekam dieser MSV das Spiel noch mehr in den Griff, auch wenn die 60er ein paar Minuten nach Wiederanpfiff mutiger wirkten. Vielleicht konnte ich aber auch nur länger etwas vom Spiel sehen als in der ersten Halbzeit. Nichts änderte sich daran, dass ein Tor wahrscheinlich nur nach einem Fehler fallen würde – und zwar einem Fehler, der nicht unbedingt erzwungen wird von einer Mannschaft. Leider geschah dieser Fehler aus Duisburger Sicht auf der falschen Seite. Hauptanteil an der erneuten Führung der 60er hatte ein Gastgeschenk der Duisburger. Über das dritte Tor brauchen wir nicht groß zu sprechen. So ein Tor fällt, wenn in der Nachspielzeit alle Spieler im Strafraum des Gegners unbedingt das Ausgleichstor erzielen wollen, aber der eigenen Mannschaft die völlige Kontrolle des Moments nicht gelingt. Verdient, unverdient sind für so ein Spiel keine geeigneten Maßstäbe. Solche Spiele können jedes Endergebnis haben. Wer entscheidende Fehler macht, ist in gewisser Weise zufällig. Damit einen schönen Gruß an den von seinem Team so überzeugten Kollegen Dähne.
Dietmar Hirsch (Trainer MSV Duisburg auf der Pressekonferenz nach dem Spiel)
Fußball ist Ergebnissport und deswegen müssen wir das Ergebnis so akzeptieren. ich bin mir nicht ganz sicher, ob’s von der Leistung her ein gerechtes Ergebnis ist. (…) Dann verlierst Du hier 1:3. Wir wissen nicht ganz genau, warum. Aber nochmal: Es ist Ergebnissport. Wir haben drei Tore kassiert, nur eins geschossen. Also verloren und das akzeptieren wir und jetzt versuchen wir, eine neue Serie zu starten. Freuen uns auf’s Derby, schütteln uns kurz und dann, nächste Woche: Vollgas gegen RWE.
Die Löwinnen I setzen ihre Siegesserie gegen Centro Argentino de Munich fort und bleiben damit ohne Punktverlust an der Tabellenspitze der Kreisliga. Die U23 musste sich diesmal mit einem Punkt zufrieden geben.
Löwinnen I setzen Siegesserie fort
Als klare Favoritinnen starteten die Löwinnen in die Partie gegen Centro Argentino de Munich und wurden dieser Rolle auch gerecht. Bereits nach sechs Minuten sorgte Laura Kreuzer für die Führung des TSV 1860. Bis zur Pause hatten Paula Höfler (32.) und Leonie Lauth (34.) den Vorsprung ausgebaut. In der zweiten Halbzeit ließ Lisa Städtler den vierten Treffer folgen, ehe Julia Ennen den Schlußpunkt zum 5:0 setzte (83.). In der Tabelle führen die Löwinnen mit 15 Zählern aus 5 Spielen vor dem punktgleichen FC Teutonia München, der allerdings schon eine Partie mehr absolviert hat.
Mit einem Remis musste sich die U23 diesmal begnügen. Obwohl die Löwinnen II zweimal in Führung gingen, reichte es am Ende nur zu einem Punkt gegen den TSV Hohenbrunn-Riemerling. Die Tore für Sechzig erzielten Saadet Tombul (2.) und Julia Cecati (42.). Trotz des überraschenden Punktverlustes bleibt die U23 auf Platz 1 in der Kreisliga.
Kantersieg für U15, Niederlage für U17
Eine bittere Niederlage musste die U17 beim FC Wacker München II hinnehmen. Dilara Yilmaz (15.) und Helena Rudrich (67.) brachten die Löwinnen zwei Mal in Front, am Ende stand jedoch eine 2:4-Pleite zu Buche. In der Tabelle der Landesliga liegt der TSV 1860 punktgleich mit dem Zweiten FC Wacker auf Rang 5. Unangefochtener Tabellenführer ist der FC Augsburg.
Gleich ein Dutzend Tore schenkte die U15 der SG Aßling/Grafing ein und baute ihre Tabellenführung in der Bezirksliga aus. 5 Spiele, 15 Punkte, 47:0 – so die eindrucksvolle Bilanz. Beim 12:0-Sieg am Wochenende trugen sich Daniela Ramos (4), Lena Engl (2), Maria Azizi (2), Laura Elmer, Marta Pavic, Marisa Gerhards und Anisa Qarri in die Torschützenliste ein.
Einen rundum gelungenen Abend erlebten die Zuschauer am Sonntag im Grünwalder Stadion, sofern sie es mit den Löwen hielten. Eine sensationelle Choreo, eine beeindruckende Pyroshow und ein hart erkämpfter Heimsieg unter Flutlicht – was will man mehr? In unserer Video- und Fotogalerie präsentieren wir Euch die schönsten Impressionen vom Spiel des TSV 1860 München gegen den MSV Duisburg im ausverkauften Grünwalder Stadion.
Choreographie & Pyroshow auf Giesings Höhen
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Fotogalerie zu TSV 1860 München – MSV Duisburg
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Gelungenes Debüt für Markus Kaczinski: gegen den Tabellenführer MSV Duisburg setzte sich der TSV 1860 München durch und holte am Sonntagabend einen Heimsieg. Die U21 musste hingegen eine nicht-erwartete Niederlage hinnnehmen. Zum Start in eine neue Woche gibt es nun alles Wichtige rund um die Löwen auf einen Blick.
TSV 1860 siegt zuhause gegen den Tabellenführer
Mit Spannung war das erste Spiel unter dem neuen Trainer Markus Kauczinski erwartet worden. Am gestrigen Sonntag war direkt zum Start der ungeschlagene Tabellenführer aus Duisburg in Giesing zu Gast – doch die Fans des TSV 1860 München sollten ihr Kommen nicht bereuen. Zum einen sahen sie zu Spielbeginn eine tolle Choreografie in der Westkurve, die für tolle Bilder sorgte. Zum anderen durfte einem auch das Geschehen auf dem Platz gefallen: zwar war im spielerischen Bereich phasenweise noch Luft nach oben, doch die Löwen hängten sich rein und belohnten sich schlussendlich mit einem Heimsieg. Drei wichtige Punkte wandern also auf das Konto des TSV 1860, der am kommenden Wochenende in Mannheim zu Gast ist.
U21 unterliegt beim Liga-Schlusslicht
Ganz anders war und ist dagegen die Gefühlslage beim TSV 1860 II in der Bayernliga Süd. Als Erster in der Tabelle gingen die Löwen gegen das Liga-Schlusslicht Hauzenberg natürlich als klarer Favorit in die Partie. Doch am Freitag sollte einfach kein Tor für die Mannschaft von Alper Kayabunar fallen, stattdessen schlugen die Gastgeber einmal eiskalt zu. Überraschenderweise steht damit eine Niederlage zu Buche, Kayabunar war im Interview nach Abpfiff entsprechend nicht zufrieden.
Dritte holt Auswärtssieg in der Kreisliga
Zurück zu einer Erfolgsmeldung vom Wochenende: der TSV 1860 III hat in der Kreisliga einen Auswärtssieg erzielt. Zunächst gingen die Löwen früh in Rückstand, konnten den Spielstand aber noch im ersten Durchgang ausgleichen. Nach dem Seitenwechsel hatten sie den längeren Atem und waren zudem treffsicher, sodass aus Schwabing drei Punkte mit nach Giesing gingen.
Kartenverkauf für Spiel gegen Aubstadt beginnt
Am heutigen Montag startet der Online-Vorverkauf für das Toto-Pokal-Spiel gegen den TSV Aubstadt. Die Partie findet am Mittwoch, den 12.November statt. Alle Informationen zu Preisen und wo der Onlineshop zu finden ist, gibt es hier auf einen Blick.
News aus der 3.Liga
Der 11.Spieltag
Der Vorsprung des MSV Duisburg an der Tabellenspitze ist geschmolzen. Energie Cottbus holte in Ulm einen Auswärtssieg und liegt nur noch einen Punkt hinter den Zebras. Der Tabellendritte Saarbrücken unterlag zuhause mit 2:4 gegen Verl, auch für Osnabrück gab es nichts zu holen (0:4 gegen Hoffenheim II). Essen (1:0 gegen Köln) und Rostock (3:0 gegen Wiesbaden) feierten jeweils Heimsiege. Der nächste Löwen-Gegner Mannheim setzte sich am Freitagabend mit einem 2:0 in Aue durch.
Der TSV 1860 München liegt nach dem Sieg gegen Duisburg mit 15 Punkten auf Rang 12.
Was! Für! Eine! Erlösung! In einer zwar nicht durchgehend hochklassigen, aber stets intensiven und spannenden Partie besiegte der TSV 1860 München den bisher ungeschlagenen Tabellenführer MSV Duisburg mit 3:1. Bei der Premiere von Trainer Markus Kauczinski traf Sigurd Haugen doppelt, Torwart Thomas Dähne zeigte kurz vor Schluss eine Weltklasse-Parade und sicherte den Dreier für Münchens große Liebe.
Schifferl startet in der Innenverteidigung
Bei den Löwen rückte Raphael Schifferl etwas überraschend in die Startelf, der junge Clemens Lippmann kam auf der ungewohnten linken Seite zum Einsatz. In den ersten zehn Minuten machte der TSV 1860 direkt Druck, ohne sich dabei nennenswerte Torchancen zu erarbeiten.
Nach zehn Minuten kamen auch die Meidericher besser ins Spiel, gewannen mehr und mehr die Kontrolle über die Partie, doch außer bei einem Distanzschuss von Sussek musste auch Thomas Dähne kaum eingreifen. Dennoch wirkten die Gäste insgesamt kreativer und kamen vor allem über die Außen immer wieder vor das Tor der Löwen.
Zwei Tore binnen 90 Sekunden
Bis kurz vor der Pause blieb das Spiel jedoch torlos, dann aber ging es Schlag auf Schlag. Zunächst fasste sich Deniz ein Herz, schoss aus gute 20 Metern volley aufs Tor, traf den Ball aber nicht richtig. Sigurd Haugen erfasste die Situation blitzschnell und hielt in der Mitte den Fuß rein, der Ball wurde unhaltbar abgefälscht und es stand 1:0 für die Löwen (41.).
Die Freude indes währte nicht lange, denn nur 90 Sekunden später glich der MSV im ausverkauften Grünwalder Stadion aus. Sechzig wirkte auf der linken Abwehrseite unsortiert, Symall setzte Bitter in Szene und der hämmerte den Ball aus kürzester Distanz zum Ausgleich unter die Latte (43.).
Haugen schnürt den Doppelpack
Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Löwen zwar bemüht, aber ideenlos. Die Gäste hatten das Geschehen weitestgehend im Griff, spielten aber nicht konsequent genug, um aus der optischen Überlegenheit Kapital zu schlagen. Sechzig stand defensiv sehr ordentlich und konnte meist klären, bevor es richtig brenzlig wurde. In der 65. Minute jedoch musste Dähne zweimal gegen Bitter zugreifen, um den Rückstand zu verhindern.
Das Tor fiel dann auf der anderen Seite, als der eingewechselte Hobsch seinen Sturmkollegen Haugen auf die Reise schickte, dieser zwei Gegenspieler abschüttelte und auch den Keeper stehenließ und den Ball schließlich ins leere Tor schob (78.). Ekstase in Giesing!
TSV 1860 bezwingt Spitzenreiter MSV Duisburg
Aber noch war das Spiel ja nicht zu Ende und der MSV kämpfte um den Fortbestand seiner Serie, denn seit September 2024 (!) hatten die Zebras auswärts nicht mehr verloren. Versuchten es die Meidericher zunächst noch spielerisch, wurde mit zunehmender Spieldauer immer mehr die Brechstange ausgepackt – und Thomas Dähne zum Held! Mit einer absolut unfassbaren Parade hielt der Löwenkeeper in der Nachspielzeit die knappe Führung fest.
Nur wenige Augenblicke später steuerte Thore Jacobsen nach Pass von David Philipp alleine aufs Duisburger Tor, blieb cool und schob den Ball flach zur endgültigen Entscheidung in die Maschen (90.+5). Was für ein wahnsinnig wichtiger Sieg für die Löwen – nicht nur mit Blick aufs Punktekonto, sondern auch für die Moral.
Herzlich willkommen zum Liveticker mit dem Duell zwischen dem TSV 1860 München und dem MSV Duisburg! Die beiden Mannschaften treffen am 11. Spieltag der 3. Liga im Grünwalder Stadion aufeinander.
Der Tabellenführer ist zu Gast in Giesing! Duisburg hat einen sensationellen Saisonstart hingelegt und liegt derzeit ungeschlagen auf Rang 1 der Tabelle. Noch ohne Niederlage sind die Meidericher also – das darf sich aus Sicht der Löwenfans heute gerne ändern. Beim ersten Auftritt des neuen Trainers Markus Kauczinski wären drei Punkte auf jeden Fall gleich ein guter Start in die neue Amtszeit. Ob Kevin Volland rechtzeitig fit wird, entscheidet sich erst kurzfristig, doch unabhängig davon sind die Löwen heiß darauf, den Zebras die erste Saisonniederlage zuzufügen.
Es fehlen: Kapitän Jesper Verlaat wird ebenso verletzungsbedingt fehlen wie Morris Schröter und Kilian Jakob. Kevin Volland könnte nach seiner Fleischwunde eine Punktlandung hinlegen und doch noch im Spieltagskader (und in der Startaufstellung?) stehen. René Vollath wird aufgrund der U23-Regel lediglich als Torwarttrainer auf der Bank sitzen. Emre Erdogan und Samuel Althaus waren am Freitag bei der U21 im Einsatz.
Ausfälle beim MSV Duisburg: Bookjans, Borkowski (beide verletzt)
Wo könnt ihr das Spiel TSV 1860 München – MSV Duisburg außer im Liveticker noch verfolgen?
Das heutige Match wird nicht im Free-TV übertragen. Natürlich läuft die Partie jedoch wie gewohnt auf MagentaSport, das die Begegnung sowohl im Fernsehen als auch im Online-Stream überträgt.
Alle Spiele der 3.Liga können bei onefootball einzeln abgerufen werden. In der App des Anbieters kann das Spiel für 4,99 € gekauft werden.
Der neue Trainer ist endlich da, die Länderspielpause vorbei und am Sonntag wartet ein richtiger Gradmesser auf die Löwen. Es kommt die einzige noch ungeschlagenen Mannschaft nach Giesing, deren aktuellen Höhenflug man nicht wirklich voraussehen konnte. Ich für meinen Teil hatte dieses Jahr mit keinem Aufstiegsüberflieger gerechnet, doch die Zebras aus Duisburg belehren mich aktuell eines Besseren. Aber irgendwann hat alles mal ein Ende und dieses Ende kann sich gerne beim Debüt unseres neuen Cheftrainers ereignen. Mal sehen, was der Sonntag bringt, wenn die Löwen den Meidericher Spielverein 02 e.V. Duisburg empfangen!
Aktuelles – Die Ausgangssituation
Die Lage in Duisburg könnte nicht besser sein, zumindest wenn man auf den sportlichen Erfolg des örtlichen Profiverein blickt. Völlig überraschend steht der Aufsteiger nach zehn Spieltagen ungeschlagen an der Spitze der Tabelle. Die bisherige Bilanz liest sich eindrucksvoll: 24 Punkte, 7 Siege und 3 Remis und eine Tordifferenz von 22:9 stehen zu Buche. Im Schnitt schießt man also über zwei Tore, während man nur knapp eins kassiert.
Seit Anfang der neuen Spielzeit lesen sich die Ergebnisse der Zebras wie ein schöner Traum. Seit Juni musste man sich nur in Testspielen gegen Münster und Bochum geschlagen geben, in Pflichtspielen ist man noch ungeschlagen. Zuletzt besiegte man den KFC Uerdingen mit 3:1 in Länderpokal. In der Liga ist der Schwung aber etwas verloren gegangen. Aus den letzten fünf Partien holte man “nur” 9 Punkte, die beiden Partien vor der Pause gegen Rostock und Saarbrücken konnte man nur unentschieden gestalten. Auch gegen den TSV Havelse gab es nur ein Remis, gesiegt hat man gegen die schwächeren Gegner aus Ingolstadt und Schweinfurt.
Trotzdem hält der Höhenflug der Mannschaft von Dietmar Hirsch – Trainer, Fan und Ex-Spieler-Identifikationsfigur in Personalunion – weiterhin an und die Löwen sollten sich auf einen weiter wirbelnden, spielfreudigen Aufsteiger gefasst machen gegen, den man ganz schnell alt aussehen kann.
Kader & Transfers
Die Duisburger vertrauen auf ihre Aufstiegshelden, das hat das Transferfenster gezeigt. Ein Wechselperiode mit 9 Abgängen und 11 Neuzugängen von denen einer aus der eigenen U19 kommt ist insbesondere für einen Aufsteiger sehr zurückhaltend.
Leistungsträger wurde keiner abgegeben: vier Spieler wechselten in die Regionalliga, Thomas Pledl (31, ZM) und Kilian Pagliuca (28, OM) wurden in die Vereinslosigkeit entlassen und drei weitere in die vierte Leistungsstufe verliehen.
Auf der anderen Seite wurde sich intelligent und ablösefrei verstärkt. Interessanterweise ist keiner der Neuzugänge für das Feld älter als 26 Jahre. Aus Regensburg, also mit Erfahrung aus Liga 2, kamen Christian Viet (26, OM) und Rasim Bulic (24, DM). Von Blau-Weiß Linz wechselte Conor Noß (24, LA) and die Wedau während Dennis Borkowski (23, RA) und Tim Heike (25, MS) von der Donau (Ingolstadt) ins Ruhrgebiet wechselten. Im Sturmzentrum wurde man im westlichen Ausland fündig. Von Vitesse Anheim aus der zweiten niederländischen Liga holte man Andy Visier (20) und von Beerschot VA aus dem belgischen Unterhaus wechselte Florian Krüger (26) nach Duisburg. Der neue Ersatztorwart ist Omer Hanni, der von Hapoel Haifa aus dem israelischen Oberhaus kam.
Vom Bestandskader sind insbesondere Kapitän Alexander Hahn (32, IV), der hinten den Laden zusammenhält, und Patrick Sussek (25) zu nennen. Letzterer ist gebürtiger Ingolstädter und hat sich über die Regionalliga Nordost den Weg in den Profifußball gebahnt. Nun steht er, oft auch als Einwechselspieler eingesetzt, bei 10 Scorerpunkten in 7 Spielen und einem fantastischen Kicker-Notenschnitt von 2,29!
Löwenpower: –
Vereinsgeschichte
Die Zebras wurden am 2. Juni 1902 als “Meidericher Spiel=Verein” in der Stadt Meiderich gegründet die nur drei Jahre später mit Duisburg vereinigt wurde. 1905 fusionierte man mit dem “Sportklub Viktoria Meiderich” und trat kurzzeitig unter dem Namen “Meidericher Sportverein” an. Von 1919 bis 1923 war man mit dem “Turnverein von 1880” zum Großverein “Meiderichter TuS 1880” zusammengeschlossen. Den endgültigen Namen, den der Verein bis heute trägt, gab er sich dann im Jahre 1967.
Die Anfangsjahre
Zwischen 1902 und 1925 entwickelte sich der Meidericher SV von einem einfachen Fußballverein der untersten Spielklasse (C-Klasse) zu einem etablierten Club mit Erfolgen in höheren Ligen. Nach dem Krieg strebte der MSV den Aufstieg in die Gauliga an, blieb jedoch zunächst erfolglos. Durch eine Liga-Neueinteilung spielte der MSV dann aber ab 1922/23 in der Gauliga Niederrhein.
Zwischen 1925 und 1933 spielte der Meidericher SV erfolgreich in der Bezirksklasse Niederrhein und gewann mehrfach die Niederrheinmeisterschaft. Höhepunkt war die Teilnahme an der westdeutschen und sogar an der deutschen Meisterschaft, auch wenn man dort jeweils früh ausschied. Ab 1933, nach einer Ligareform, wurde der MSV nicht in die neue Gauliga aufgenommen, obwohl er zuvor fast durchgehend erstklassig war. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Spielbetrieb zunehmend unregelmäßig. Bis 1944 trat der MSV noch an, teilweise in einer Kriegsspielgemeinschaft. Mit der Aussetzung der Meisterschaft im November 1944 endete der Fußballbetrieb vorerst vollständig.
Ab 1949 stieg der Verein in die neu eingeführte 2. Liga West auf und träumte vom Aufstieg in die Oberliga. 1950 gelang der Aufstieg in die Oberliga West. Der Verein erlebte sportliche Höhen und Tiefen, stieg zwischenzeitlich ab, schaffte aber den schnellen Wiederaufstieg. In den späten 1950er und frühen 1960er Jahren setzte der MSV verstärkt auf Nachwuchsspieler, was zu wechselhaften Ergebnissen führte. Unter Trainer Willi Multhaup stabilisierte sich das Team und erreichte 1963 mit dem dritten Platz in der Oberliga die Qualifikation für die neugegründete Bundesliga. Der Aufstieg in die Bundesliga wurde groß gefeiert und markierte einen bedeutenden Meilenstein in der Vereinsgeschichte.
Ab der Gründung der Bundesliga
In der ersten Bundesliga-Saison wurde Duisburg überraschend Vizemeister hinter dem 1. FC Köln. In den folgenden Jahren schwankten die Leistungen, 1966/67 stand der MSV zur Winterpause auf dem letzten Platz, konnte sich aber nach der Umbenennung in „MSV Duisburg“ durch eine starke Rückrunde retten.
Ab der Saison 1970/71 setzte der MSV verstärkt auf Nachwuchsspieler, darunter Bernard „Ennatz“ Dietz, der zum prägenden Spieler der Mannschaft wurde. Trotz eines holprigen Starts erreichte der Verein regelmäßig Plätze im Mittelfeld, konnte aber nicht an frühere Spitzenzeiten anknüpfen. Höhepunkte waren Siege gegen Top-Teams wie den FC Bayern München. Mitte der 1970er Jahre erreichte der MSV mehrere Male das DFB-Pokalfinale und qualifizierte sich für den UEFA-Cup, wo man in der Saison 1978/79 sogar bis ins Halbfinale kam. Das legendärste Spiel dieser Zeit war der 6:3-Sieg gegen Bayern München 1977, bei dem Bernard Dietz als Verteidiger vier Tore erzielte. Trotz dieser Erfolge war der Ligaalltag oft von finanziellen Sorgen und Abstiegskampf geprägt. Nach anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten kam es schließlich dazu, dass der MSV nach 19 Jahren Erstklassigkeit in der Saison 1981/82 mit nur 19 Punkten und als Tabellenletzter in die 2. Bundesliga abstieg.
Danach hatte der MSV Duisburg weiter mit finanziellen Problemen zu kämpfen. 1986 stiegen die Zebras in die Oberliga ab und spielte mehrere Jahre gegen Amateurteams, bevor man 1988/89 in den Profifußball zurückkehrte. In den frühen 1990er Jahren schaffte der MSV mehrfach den Aufstieg in die Bundesliga, konnte sich aber meist nicht lange halten und stieg wieder ab. Zwischen 1997 und 1999 waren die Jahre sportlich am erfolgreichsten mit mehreren einstelligen Tabellenplätzen und einem Pokalfinale 1998.
Nach der Jahrtausendwende
Die 2000er Jahre waren von weiteren Auf- und Abstiegen geprägt. Der MSV hielt sich in der 2. Bundesliga meist im Mittelfeld, verfehlte aber den Aufstieg. Ab 2010 begann ein Neuanfang mit Fokus auf langfristige Stabilität und Nachwuchsförderung. Als Höhepunkt erreichte man 2011 das DFB-Pokalfinale gegen Schalke 04. Trotz Bemühungen spitzte sich 2012 die finanzielle Krise zu, eine Insolvenz konnte jedoch durch Unterstützung abgewendet werden.
2013 verweigerte der Lizenzierungsausschuss dem MSV Duisburg aber wegen fehlender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit die Lizenz für die 2. Bundesliga. Nach der Lizenzierung für die 3. Liga verfehlte man jedoch den direkten Wiederaufstieg. Im März 2014 stimmten Gläubiger einem Schuldenschnitt von rund 12 Millionen Euro zu. 2015 stieg der MSV in die 2. Bundesliga auf, trotz starker Rückrunde folgte 2016 wieder der Abstieg in die 3. Liga nach einer Relegation gegen Würzburger Kickers. Mit einem starken Saisonendspurt stieg der MSV sofort wieder in die 2. Bundesliga auf und beendete die Saison 2016/17 als Tabellenführer. Zwei Jahre später fand man sich abermals in Liga 3 wieder, wo man sich diesmal im hinteren Mittelfeld eingruppieren musste.
Nach dem Abstieg im letzten Jahr trat der MSV das erste Mal seit Gründung der Bundesliga in der vierten Leistungsstufe an. Nun ist man also zurück in Liga 3 zu deren Stammbesetzung man aber auch erst seit Anfang der 2010er Jahre gehört.
Der Verein
Der MSV Duisburg vereint rund 11 250 Mitglieder unter den blau-weißen Farben. Neben Fußball wird im Dachverein auch noch Handball, Hockey, Judo, Leichtathletik und Turnen angeboten. Die Zebras unterhalten auch ein NLZ nach DFB-3-Sterne-Standards, welches am Traditionsstandort in Duisburg-Meiderich liegt. An der Westenderstraße liegt auch das Vereinsheim, das in den letzten Jahren vor dem Verfall gerettet wurde und nun wieder einen Ort des Zusammentreffens am Trainingsgelände darstellt.
Fanszene
Die aktive Fanszene der Meidericher steht in der Nordkurve des Wedaustadions. Zwei Ultragruppen geben den Ton an, allen voran die “Kohorte Ultras” und dazu die “Proud Generation Duisburg”. Zu ersteren gehört noch die Jugendgruppe “Jungspunde”, welche bei der Gründung 2007 von den vorher aufgelösten “Ultras Duisburg 98” übernommen wurde. Diese Gruppe waren die Pioniere in Sachen Ultra in Duisburg und haben von 1998 bis 2007, mit einer zweijährigen Unterbrechung Anfang der 2000er die Stimmung in der Nordkurve verantwortet. Die “Proud Generation” besteht ebenfalls seit 2007, näherte sich in ihrer Ausrichtung immer mehr der Ultrabewegung an und ist spätestens seit 2012 richtig in dieser Welt angekommen.
Die Kohorte unterhält einen Infostand direkt am Fanprojekt Container vor dem Wedaustadion und pflegt eine Freundschaft zu den “Ultras Mainz”, welche auch gesellschaftspolitisch progressiver einzustufen wären. Die Proud Generation unterhält als Umfeldorganisation den Freundeskreis PG, durch welchen man die Gruppe unterstützen und durch mehrere Stufen Teil der Hauptgruppe werden kann. Eine Freundschaft gibt/gab es zur (früheren) “Brigata Tifosi” aus De Graafschap, welche sich aber erst kürzlich nach über 20 Jahren ihre Auflösung bekannt gaben.
Natürlich stehen auch andere Fangruppierungen in der Duisburger Nordkurve, deren Zaunfahnenbild von vielen kleineren Fetzen geprägt ist. Die Zuordnung dieser zu gewissen Gruppen ist mir leider (noch) nicht möglich. Der MSV listet auf seiner Website übrigens 108 offizielle Fanclubs, von denen 75 Duisburg als Hauptsitz angegeben haben.
Vor gut 10 Jahren kam es innerhalb der Fanszene zu gewalttätigen Übergriffen von rechts stehenden Personen auf die eher progressiv ausgerichteten Ultras der Kohorte. Hier sollen neben Personen der PG und der mittlerweile aufgelösten Hooligangruppe “Division Duisburg” auch Mitglieder rechtsextremer Gruppen aus Duisburg und Umgebung beteiligt gewesen sein. “Proud Generation” und “Kohorte” existieren aber bis heute nebeneinander und seitdem sind keine weiteren gröberen Vorfälle bekannt geworden.
Soziales Engagement
Auch das Verhältnis zum Verein ist anscheinend sehr gut, sodass man dieses Jahr gemeinsam eine T-Shirt-Aktion mit dem Titel “Wahnsinn von der Wedau” startete mit deren Erlös benachteiligte Kinder aus der Stadt ins Stadion eingeladen werden. Außerdem werden immer wieder Bechersammlungen zu zu karitativen Zwecken durchgeführt. Aktuell unterstützt die Kurve, die an Knochenkrebs erkrankte, 12-jährige Lea:
“Gerne möchten wir euch an dieser Stelle darüber informieren, dass die Bechertonnen der aktiven Fanszene ab dem Heimspiel gegen Rostock nicht mehr für die Ruhrorter Hafenkids, sondern für Lea befüllt werden. […] Bei Lea handelt es sich um ein zwölfjähriges Mädchen, das ein leidenschaftlicher MSV-Fan ist und Anfang dieses Jahres aus einer unbeschwerten Kindheit herausgerissen wurde – Diagnose: Knochenkrebs. Seitdem kämpft Lea mit zahlreichen Behandlungen gegen die Krankheit. Neben mehreren Chemotherapien wurde ihr vor Kurzem operativ ein Stück des Oberschenkelknochens entfernt und durch eine Prothese ersetzt. Weitere Chemotherapien sind geplant bzw. unumgänglich, um den Krebs endgültig in seine Schranken zu weisen.
Trotz dieser schweren Situation zeigt Lea eine beeindruckende Energie und Lebensfreude. Wann immer es möglich war, hat sie trotz der Krankheit die Spiele des MSV besucht und dort auch in anderen Kurven – wie zuletzt am Dienstag in Saarbrücken – aufmunternde Spruchbänder sehen dürfen. Leas Familie konnte im Rahmen einer GoFundMe-Kampagne bereits einige Spenden sammeln, um ausfallende Gehälter sowie anfallende Kosten zu decken und besondere Momente oder Erlebnisse für Lea zu ermöglichen. […] Solltet ihr darüber hinaus ebenfalls etwas für Lea spenden wollen und können, findet ihr den Link zur GoFundMe-Seite über den eingefügten QR-Code oder direkt unter: https://www.gofundme.com/f/lea-kampft-gegen-ewing-sarkom-knochenkrebs
Lea, unsere Gedanken sind bei dir und deiner Familie! Kämpf(t) weiter!”
Trivia – Unnützes Wissen
Die Rolle des Kult-Tatortkommissars Horst Schimanski ist Fan des MSV Duisburg.
Der “Zebratwist” wird seit 1964 im Duisburger Stadion gespielt und gilt deshalb als eine der ältesten offiziellen Vereinshymnen Deutschlands. Heute wird er als Torhymne verwendet.
Ein großer Teil der ausgelagerten Fußballfirma gehört in Duisburg dem US-Trikot-Ausstatter “Capelli”. Mehr dazu gibts in der Rückrunde.