Es war sicherlich eine der kuriosesten Szenen der Saison und etwas für jeden Jahresrückblick: In der 50. Minute köpfte Jesper Verlaat auf das verwaiste Tor und doch zählte der Treffer nicht, da das Schiedsrichtergespann um Felix Weller auf Abseitsposition von Philipp Maier entschied, der den Ball hinter der Linie an den Rücken bekam. Eine Fehlentscheidung, wie Babak Rafati auf liga3-online.de zunächst erklärte. Später revidierte er seine Meinung.
Tor von Verlaat zurecht aberkannt
Nach dem 3:1-Auswärtssieg des TSV 1860 bei Hannover II kann man über die Szene lachen, bei einem anderen Ausgang der Partie würde man vermutlich lamentieren. Und doch war diese Situation in der 50. Minute typisch und symptomatisch für die Löwen in dieser Situation. Zum Einen, weil man sich durch eigene Schlafmützigkeit in die Bredouille brachte, zum Anderen aber auch, weil Sechzig wieder einmal Opfer einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters wurde. So sieht es auch Babak Rafati:
“Nachdem Verlaat den Ball auf das Tor geköpft hat, will Mitspieler Maier nicht ins Spielgeschehen eingreifen, bleibt unbeteiligt mit dem Rücken zum Spielfeld stehen und bekommt den Ball von Verlaat an den Rücken geköpft. Dadurch, dass Maier bereits mit beiden Beinen hinter der Torlinie ist, sieht man, dass er den Ball an den Rücken bekommt, mit dem er auch hinter der Torlinie steht. Somit greift er erst gar nicht ins Spielgeschehen ein. Als er den Ball an den Rücken bekommt, ist bereits ein Tor gefallen, so dass die Abseitsposition aufgehoben wird. Final hätte das Tor zählen müssen. Womöglich hat der Assistent aber nicht genau hingeschaut und daher nicht erkannt, dass der Ball bereits im Tor beziehungsweise hinter der Torlinie ist. Eine Fehlentscheidung, diesen Treffer nicht anzuerkennen und stattdessen auf Abseits zu entscheiden.”
UPDATE
Auf Nachfrage von sechzger.de inklusive Bildmaterial revidierte der Ex-Schiedsrichter jedoch seine Meinung:
“Nachdem Verlaat den Ball auf das Tor geköpft hatte, will Mitspieler Maier nicht ins Spielgeschehen eingreifen, bleibt unbeteiligt mit dem Rücken zum Spielfeld stehen und bekommt den Ball von Verlaat an den Rücken geköpft. Zu dem Zeitpunkt des Kopfballs steht er auf der Torlinie. Und auch wenn er nicht ins Spielgeschehen eingreifen möchte, tut er das automatisch dadurch, dass er den Ball an den Rücken bekommt. Dadurch wird aus dem passiven ein aktives Abseits. Somit steht er in einer strafbaren Abseitsposition. Daher liegt eine richtige Entscheidung vor, auf Abseits zu entscheiden und das Tor nicht anzuerkennen.”
Korrekt: kein Elfmeter für die Löwen
Auch in einer anderen Situation lag Schiedsrichter Weller mit seiner Einschätzung richtig, wie Rafati bestätigt:
“Bei diesem Abwehrversuch von Uhlmann liegt ein klares Handspiel vor, allerdings schießt sich Uhlmann den Ball an den Arm. Dabei ist aber entscheidend, ob der Arm vorher zur Vergrößerung der Körperfläche eingesetzt wird oder nicht. Diese Frage kann man klar verneinen, denn der Arm ist in natürlicher Haltung, sodass dieses Handspiel nicht strafbar ist. Eine vollkommen richtige Entscheidung des Schiedsrichters, weiterspielen zu lassen und keinen Elfmeter zu geben.”