Nach der Auswärtsniederlage gegen Hansa Rostock sind die Minimalchancen für den TSV 1860 München auf Platz 4 oder gar den Relegationsrang dahin. Die Saison kann man entspannt ausklingen lassen. Die Gefühlswelt der Löwenfans: irgendetwas zwischen enttäuscht und dennoch auch glücklich.
Enttäuscht: Pokaltraum adé
Noch einmal so ein Spiel wie gegen Schalke 04 in einem ausverkauften Sechzgerstadion unter Flutlicht. Mannschaft und Fans sind von Beginn an eine Einheit, zusammen ringt man in 90 packenden Minuten einen höherklassigen Gegner nieder. Die Nacht wird bei dem ein oder anderen Löwenfan zum Tag gemacht. Man ist glückselig ein Sechzger zu sein und fiebert bereits der Auslosung der nächsten Runde entgegen. Welcher Name wird da auf dem Zettel erscheinen? Wird es ein machbares Los oder gar ein Derby gegen die Roten?
Solche Visionen wurden in den letzten Tagen rauf und runter diskutiert in Foren, Chats oder den sozialen Medien. Nach vier Siegen in Folge war die Stimmung beim TSV 1860 bestens – und der lange andauernde Abstiegskampf, der die Löwen einen Großteil der Saison begleitete, vollkommen vergessen. Fokus, Fokus, Fokus hieß es fortan – und zwar auf die oberen Tabellenregionen. Wer weiß, was im Saisonfinale noch alles möglich sein könnte? Tabellenrechner wurden angeschmissen, alle denkbaren Szenarien überprüft. Die Konkurrenz schwächelte im Vergleich zur Mannschaft von Patrick Glöckner, im weiß-blauen Lager war man sich einig: jawoll, da könnte noch etwas gehen!
Freitagabend gegen kurz vor 21 Uhr landeten wir alle dann auf dem Boden der Tatsachen. Verdiente Niederlage in Rostock, die kleine Seifenblase platzte spätestens mit dem Schlusspfiff. Enttäuschung, also wieder kein Pokal-Highlight in der nächsten Spielzeit. Ärger flammte in mir auf – wieder einmal dachte ich an das Ausscheiden im Toto-Pokal gegen Haching. Wie unnötig diese Niederlage damals einfach war…
Glücklich: Kein Abstiegskampf bis zum Schluss
Doch ist es nun wirklich angebracht nach den erfolgreichen letzten Wochen Enttäuschung oder gar Ärger zu verspüren? Man denke einfach zurück an Ende März. Der TSV 1860 hatte gerade in Osnabrück im Abstiegskampf eine Niederlage kassiert. Drei Zähler trennten die Löwen von der Abstiegszone, zahlreiche Konkurrenten punkteten, was das Zeug hielt. Angst und Bange war einem da im Hinblick auf das restliche Programm in der 3.Liga. Gedanken an den Relegationsrang oder Platz 4? Im weiß-blauen Lager hatte man andere Sorgen – und elf Punkte Rückstand ließen zudem gar nicht erst solche Überlegungen aufkommen.
Mir jedenfalls hilft dieser Rückblick enorm, um den Punktverlust gegen Hansa zu verarbeiten. Wenn man ehrlich ist, war das neu ausgegebene Ziel ja durchaus auch unrealistisch. Acht Siege in Folge hätte natürlich jeder unterschrieben, aber sind im Saisonfinale alles andere als selbstverständlich. Nun freue ich mich auf einen entspannten Saisonausklang gegen Essen, Verl und Aue. Einmal nicht den Nervenkitzel spüren zu müssen in den letzten Wochen einer Saison ist doch auch gar nicht so schlecht und muss auch einmal sein. Überhaupt macht es doch auch viel mehr Spaß einfach glücklich zu sein über den Klassenerhalt, der durch tolle und couragierte Auftritte unserer Löwen erst möglich war. Also Kopf hoch, Löwenfans und entspannt zurücklehnen!














