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Totopokal: Auslosung am Freitag. Wer kriegt die Löwen?

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Am kommenden Freitag Abend (10.07) um 18.30 Uhr findet in der Spielbank Bad Kötzting die Auslosung zur 1. Hauptrunde im Totopokal 2026/27 statt. Sie wird – wie gewohnt –  live auf dem YouTube-Kanal des BFV übertragen. Unglücklicherweise beginnt nur eine halbe Stunde später schon das Testspiel unserer U19 beim Landesligisten SV Aubing (Sportanlage Kronwinkler Straße 25). Eine echte Terminkollision für viele Löwenfans! Ausgetragen werden die Partien der Auftaktrunde im bayerischen Landespokal dann planmäßig am Samstag, den 18. Juli 2026. Eine Woche vor dem Ligaauftakt in der Regionalliga Bayern. Verschiebungen sind hier aber natürlich noch möglich und sofern es den TSV 1860 betrifft, erfährt es die Löwengemeinde natürlich zuerst hier bei sechzger.de.

Das Teilnehmerfeld für den Totopokal

Insgesamt sind 64 Mannschaften in der 1. Hauptrunde im Totopokal am Start. Neben den 22 Kreispokalsiegern dieses Frühsommers, sind das 14 Regionalligisten der vergangenen Spielzeit 2025/26 (ohne die Zweitvertretungen aus der Seitenstraße, Augsburg, Nürnberg und Fürth), 24 Teams aus der Qualifikation der Bayern- und Landesligisten, die am vergangenen Wochenende ausgespielt wurde und schließlich die Drittligisten der Saison 2025/26, also der FC Ingolstadt, Jahn Regensburg, der 1. FC Schweinfurt 05. Und natürlich: Der TSV 1860!

Kreispokalsieger dürfen sich den Gegner aussuchen

Wie gewohnt – und für manchen Betrachter aus anderen Regionen Deutschlands, wo es dieses Verfahren nicht gibt, etwas befremdlich – dürfen sich die Kreispokalsieger ihren Gegner quasi aussuchen. Dafür mussten die Verantworlichen dieser Vereine vorab eine Liste mit ihren Wunschgegnern (in nach Präferenz absteigender Reihenfolge) beim BFV einreichen. Aus dem Topf mit den Kreispokalsiegern werden diese nacheinander gezogen und erhalten somit ein Heimspiel gegen den Wunschgegner bzw. den zweiten Wunsch usw. usf. Man kann davon ausgehen, dass das Zugpferd des Wettbewerbs, die Münchner Löwen auf allen Listen jeweils ganz oben stehen. Trotz oder gerade wegen des im Sommer erfolgten Zwangsabstiegs in die Regionalliga. Es ist also zu erwarten, dass der erste gezogene Kreispokalsieger auch direkt der erste Gegner im Totopkal für Sechzig sein wird.

Wo geht die Reise im Totopokal hin?

Und wer könnte das werden? Wo geht also die Reise in nicht einmal zwei Wochen hin? Besonders entspannt wäre – aufgrund des kurzen Weges – natürlich ein Gastspiel beim Sieger des Kreis München: Dann ginge es zum Bezirksligisten VfB Forstinning, wo die Löwen ja erst  kürzlich, am 20. Juni im ersten Testspiel der neuen Saison mit 4:0 siegen konnten. Ein Redaktionsmitglied von sechzger.de, der das erst im aktuellen Talk deutlich Kund getan hat, wäre sehr glücklich über den Vertreter des Kreises Zugspitze als Löwengegner: Kreisklassist TSV Alling ist schließlich sein Heimatverein. Sollte der Vertreter aus dem Kreis Allgäu das große Los ziehen, gäbe es direkt ein Wiedersehen mit Kevin Volland. Wie kürzlich bekannt gegeben lässt der Ex-Nationalspieler seine beeindruckende Karriere beim Bezirksligisten FC Thalhofen ausklingen.

Wieder nach Nordbayern?

Zu befürchten ist allerdings, dass die Löwen – wie meistens in den vergangenen Jahren – kein entsprechendes Losglück in Form eines heimatnahen Gegners haben, sondern wieder einmal quer durch’s Bayernland pilgern müssen, um die nächste Runde zu erreichen. Und bei einem der nordbayerischen Kreispokalsieger antreten. Zum Beispiel beim TuS Röllbach im Kreis Aschaffenburg oder beim 1. FC Viktoria Untererthal aus dem Rhön-Kreis. Auch eine Fahrt in den Kreis Schweinfurt zum TSV 07 Bergrheinfeld würde zu den anstrengenderen Losen gehören. Den reisefreudigen Anhängern in weiß und blau und vor allem den Liebhabern des Totopokals unter ihnen wird aber auch das nichts ausmachen. Sie nehmen es eben – wie alles rund um ihren Verein – wie es kommt.

Alle 22 Kreispokalsieger im Überblick

Nachfolgend haben wir alle 22 Kreispokalsieger im diesjährigen Totopokal für Euch aufgeführt. So kann sich jeder seinen Wunschgegner raussuchen.

Donau/Isar: SV Eintracht Berglern (Kreisliga)
Inn/Salzach: SV Bruckmühl (Bezirksliga)
München: VfB Forstinning (Bezirksliga)
Zugspitze: TSV Alling (Kreisklasse)
Niederbayern Ost: SG Breitenberg/Sonnen (Kreisklasse)
Niederbayern West: FC Walkertshofen (Bezirksliga)
Allgäu: FC Thalhofen (Bezirksliga)
Augsburg: TSV Bobingen (Bezirksliga)
Donau: SG Alerheim (Kreisliga)
Amberg/Weiden: FC Weiden-Ost (Bezirksliga)
Cham/Schwandorf: 1. FC Schwarzenfeld (Bezirksliga)
Regensburg: SV Wenzenbach (Bezirksliga)
Bamberg/Bayreuth/Kulmbach: SV Bavaria Waischenfeld (Bezirksliga)
Coburg/Kronach/Lichtenfels: SV Friesen (Bezirksliga)
Hof/Tirschenreuth/Wunsiedel: 1. FC Trogen (Bezirksliga)
Erlangen/Pegnitzgrund: SpVgg Erlangen (Bezirksliga)
Neumarkt/Jura: FC Wendelstein (Bezirksliga)
Nürnberg/Frankenhöhe: SV SpFrd. Dinkelsbühl (Bezirksliga)
Aschaffenburg: TuS Röllbach (Bezirksliga)
Rhön: 1. FC Viktoria Untererthal (Kreisliga)
Schweinfurt: TSV 07 Bergrheinfeld (Bezirksliga)
Würzburg: SpVgg Giebelstadt (Bezirksliga)

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Titelbild: Totopokal-Finale 2026. Nach einer durchaus zufriedenstellenden Pokal-Saison erreichten die Löwen im Mai das Endspiel. Und unterlagen im Elfmeterschießen den Würzburger Kickers.

Die Löwen-U19 zu Gast beim SV Aubing

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Die Löwen-U19 zu Gast beim SV Aubing

Der SV Aubing freut sich am Freitag auf einen namhaften Gast: Die U19 des TSV 1860 München kommt in den Münchner Westen. Die erste Herrenmannschaft des Landesligisten freut sich dabei auf etliche Junioren-Spieler der Löwen, die bereits in den ersten Testspielen beispielsweise beim SV Kay (11:0) oder beim TSV Moorenweis (7:1) zum Einsatz kamen. Ausgetragen wird die Partie am Freitag um 19:00 Uhr an der Bezirksportanlage in der Kronwinkler Straße (81254 München).

Vorfreude bei den Gastgeber

Die Hausherren, die in der Landesliga Südost antreten und die letzte Spielzeit auf Rang neun (50 Punkte aus 34 Spielen) abschlossen, sind bereits heißt auf das Duell mit den Jung-Löwen. So heißt es auf der offiziellen Vereinshomepage:

Wir freuen uns, Euch das Testspiel unserer ersten Mannschaft gegen die U19 des TSV 1860 München präsentieren zu dürfen. Die Party steigt am Freitag, 10.07., um 19 Uhr.

Erlös wird unter Jugendabteilungen aufgeteilt

Die Aubinger freuen sich auf zahlreiche Zuschauer, einen Eintrittspreis für die Zuschauer wird es offiziell nicht geben. Vielmehr besteht die Möglichkeit, zu spenden. Der Erlös kommt den Jugend-Abteilungen des SV Aubing und des TSV 1860 München zu gleichen Teilen zu Gute. Für die Verpflegung ist seitens der Gastgeber natürlich bestens gesorgt. So schreiben die SV-Verantwortlichen weiter.

Das Wetter soll top werden, die grün-weiße Elf von Trainer Martin Buch ist heiß – es ist angerichtet.

Aufgeht’s Löwenfans nach Aubing

Entsprechend sind die Freunde und Gönner beider Clubs am Freitag gefordert, die beiden Vereine vor Ort zu unterstützen und ein sicherlich fußballerisch spannendes Duell der beiden Teams zu verfolgen.

Football for the People: Prominente Unterstützung für Kampagne

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football for the people

Auch wenn der offizielle Instagram-Account zwischenzeitlich down war und neu aufgesetzt werden musste, läuft die Crowdfunding-Kampagne „Football for the people“ ungebremst weiter. Über 107.000 Euro wurden mittlerweile gesammelt und auch prominente Unterstützer haben sich in die Spendenliste eingetragen.

Internationale Solidarität mit den Löwen

Der TSV 1860 erfährt breite Unterstützung und die Welle der Solidarität ist auch bereits ins Ausland geschwappt. So trafen u.a. Spenden aus Mexiko, England, Liechtenstein, Finnland, der Schweiz und Österreich ein, da sich beispielsweise die Fanszenen von UNAM Pumas, Aston Villa und Rapid beteiligten. Austria Salzburg, das sich aus eigener Erfahrung natürlich per se investorenkritisch positioniert, hat den Spendenaufruf sogar auf den vereinseigenen Kanälen geteilt. Auch bei SW Bregenz prüft man derzeit, ob man das Crowdfunding der Löwenfans über Social Media teilen wird.

National trafen unter anderem schon Spenden aus dem Umkreis des 1. FC Nürnberg, des FSV Zwickau und des VfB Stuttgart ein. Die Solidarität mit den Löwen und deren eingeschlagenem Weg ist also auch in den Fanszenen anderen Vereine durchaus erkennbar. Noch ist das Spendenziel von 250.000 € zwar in weiter Ferne, aber wer hätte es für möglich gehalten, dass innerhalb von etwas mehr als 24 Stunden bereits über 100.000 € zusammen kommen?

Unterstützung für “Football for the People”

Wirft man einen Blick auf die Liste der Spender, fallen natürlich diverse Fangruppierungen auf, die sich mit hohen Summen beteiligt haben. Ob Blue Blood Fanatics, Sexikaner, Kreative für Sechzig, Löwenheimat Giesing, Sechzig im Allgäu, Drunkarts 1860 oder diverse andere – sie alle haben vierstellig gespendet!

Auch der eine oder andere prominente Unterstützer lässt sich seine Liebe zum TSV 1860 einiges kosten. So spendete z.B. Zanti von Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys einen vierstelligen Betrag an „Football fort he people“!

Vielen Dank für den Support – und weiter geht’s!

Weitere Informationen zum Crowdfunding, wohin gespendet werden darf etc. finden alle Interessierten genau

HIER

Die ganze Redaktion von sechzger.de begrüßt die Aktion ausdrücklich und ruft ebenfalls auf diesem Weg zum Spenden und Mitmachen auf! Auch jeder einzelne Leser kann etwas dazutun, damit das Ziel des Trikotsponsorings erreicht wird: Leitet diesen Artikel auch an Fans anderer Vereine, die Ihr kennt, weiter und informiert möglichst viele über die Aktion! Der Slogan “FOOTBALL FOR THE PEOPLE” spricht für alle Fußballfans – auf der ganzen Welt!

Titelbild: Instagram

07.07.2002: TSV 1860 kehrt gegen BATE Borisov in die Heimat zurück

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Der TSV 1860 kehrt gegen BATE Borisov ins Grünwalder Stadion zurück

Der 07.07. war in der Europacup-Historie der Löwen ein prägender Tag. Vor 25 Jahren gewann der TSV 1860 im UI-Cup bei Sartid Smederevo, ein Jahr später kehrte Münchens große Liebe gegen BATE Borisov zumindest für ein Spiel ins Grünwalder Stadion zurück.

Die Löwen kehren nach Giesing zurück

Rein sportlich wird sich die Partie gegen den Vertreter aus Belarus wohl bei den wenigsten im Gedächtnis verankert haben. Auf emotionaler Ebene war das Heimspiel des TSV 1860 gegen BATE Borisov jedoch ein ganz besonderes Ereignis. Fünfeinhalb Jahre lang mussten die Löwen auf ein Pflichtspiel im Grünwalder Stadion warten, zwischenzeitlich stand sogar der Abriss der Heimat der Löwen im Raum. Ein Jahr zuvor hatte Sechzig seine Heimspiele im UI-Cup noch in der Augsburger Rosenau (Smederevo, Waalwijk) bzw. im Olympiastadion (Newcastle) ausgetragen. Die Proteste der Fans waren an der Vereinführung abgeperlt, die keine neue Stadiondiskussion hatte aufkommen lassen wollen.

TSV 1860 mit drei Neuen gegen Borisov

Am 07.07.2002 aber kehrte der TSV 1860 gegen BATE Borisov nach Giesing zurück. 13.500 Zuschauer machten die Zweitrundenpartie des UI-Cups zu einem Volksfest. Gänsehautstimmung pur! Nach zuvor nur einer Trainingswoche sah man der Mannschaft ihre konditionellen und spielerischen Defizite jedoch deutlich an. Trainer Peter Pacult ließ mit Remo Meyer, Rodrigo Costa und Danny Schwarz drei Neuzugänge von Beginn an ran. Die erste Chance für die Löwen aber vergab Paul Agostino (15.), der an Torwart Zhaunou scheiterte.

Elferkiller Simon Jentzsch

Auf der Gegenseite führte der erste gefährliche Angriff der Weißrussen direkt zum Elfmeterpfiff (26.), doch Simon Jentzsch entschärfte den Strafstoß von Kantsavy. Nun waren wieder die Löwen am Drücker, doch Max traf nur die Latte, den Abpraller köpfte Agostino in die Arme des BATE-Keepers. Zur Pause blieb es also beim 0:0, den Löwenfans war es jedoch egal. “Heimat ist, wo das Herz wehtut” war in großen Lettern in der Stehhalle zu lesen.

Kantsavy sorgt für Heimniederlage der Löwen

Nach dem Seitenwechsel fast das gleiche Bild: 1860 bestimmte das Geschehen, Borisov konterte. Nach einer Stunde war den Löwen der Trainingsrückstand dann deutlich anzumerken und Kantsavy nutzte das in der 74. Minute eiskalt aus – 0:1! Die Mannschaft von Peter Pacult hatte dem in der Folge nichts mehr entgegenzusetzen und so blieb es bei der unglücklichen Heimniederlage bei der Rückkehr ins Sechzgerstadion. Eine Woche später reisten die Löwen dann nach Weißrussland – und drei Redakteure von sechzger.de waren mit dabei

Die Aufstellung der Löwen

Peter Pacult schickte folgendes Team auf den heiligen Rasen des Grünwalder Stadions.

Jentzsch – Stranzl, Costa, Kurz (54. Borimirov) – Cerny (46. Wiesinger), Meyer, Weissenberger, Schwarz, Tyce – Max, Agostino (70. Schroth)

Tor:
0:1 Kantsavy (74.)

Jentzsch hält Elfmeter von Kantsavy (26.).

Bilder: Löwenbomber-Archiv & privat

07.07.2001: TSV 1860 siegt im UI-Cup mit 3:2 bei Sartid Smederevo

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Was waren das für Zeiten, als man mit den Löwen noch im Europacup quer durch den Kontinent gondeln durfte… Ob Österreich, Bulgarien, Finnland, Tschechische Republik, Italien oder England – Münchens große Liebe wurde von ihren reisefreudigen Fans begleitet. Nicht ganz so viele Fans waren beim UI-Cup-Match des TSV 1860 in Smederevo dabei. Aber die, die die Strapazen auf sich nahmen, werden diesen genialen Trip wohl nie vergessen! Auch zwei Redakteure von sechzger.de haben damals die beschwerliche Reise nach Serbien auf sich genommen.

Brisante politische Situation

Ein bisschen mulmig war uns ja schon zumute. Kurz vor Antritt unserer Fahrt nach Smederevo setzte sich die deutsche Politik vehement dafür ein, dass sich serbische Kriegsverbrecher – und allen voran der ehemalige Präsident Slobodan Milošević – vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal zu verantworten haben. Inwiefern wir nun gerne gesehene Gäste in Serbien sein würden, stand in den Sternen. Das konnte uns jedoch nicht davon abhalten, den TSV 1860 nach Smederevo zu begleiten und so wurde ein Bus gechartert, der normalerweise Gastarbeiter nach Deutschland und zurück in die Heimat bringt.

Ein Meister der Improvisation

Nach einem Besuch im Augustiner-Biergarten ging es rüber zum Busbahnhof an der Hackerbrücke, wo die Reise beginnen sollte. Wenn sich der Fahrer nur erinnert hätte, wo er den Zündschlüssel verstaut hat… Not macht bekanntlich aber erfinderisch und so hämmerte der gute Mann einen Zimmermannsnagel ins Schloss und der Bus sprang tatsächlich an. Unfassbar!

Zu den Rahmenbedingungen: Es war mörderisch heiß und der Verkehr in München war katastrophal. Nach einer Stunde (!) hatten wir die Tankstelle in der Tegernseer Landstraße erreicht, wo erstmal die mitgeführten und mittlerweile lauwarmen Biervorräte gegen gekühlte Hopfensmoothies eingetauscht wurden. Aufgrund der politischen Situation war es uns leider unmöglich, die kürzeste Route nach Serbien zu wählen – eine Durchreise durch Kroatien war schlichtweg nicht gestattet. Also mussten wir ein paar extra Kilometer abspulen und über Ungarn einreisen. Bei den obligatorischen Tankstopps musste der Bus des Motors natürlich weiterlaufen, denn der Schlüssel war weiterhin verschollen…

Über Ungarn nach Serbien

Bereits in Ungarn wurden wir des Öfteren von der Polizei aufgehalten, die sich gegen ein kleines Trinkgeld dazu entschied, gar nicht erst zu fragen, wo wir denn eigentlich hinwollen. Unser Busfahrer war bestens vorbereitet und hatte schon immer ein paar Scheine oder die eine oder andere Schnapsflasche parat, um sie aus dem Fenster zu reichen. In Serbien wurde das dann jedoch noch getoppt und alle paar Minuten wechselten ein paar Güter den Besitzer.

Die Fahrt durch das ehemalige Kriegsgebiet war jedoch insgesamt sehr spannend. Zum Einen waren die optischen Eindrücke landschaftlich durchaus reizvoll, zum Anderen war es aber schon erschreckend, zerschossene Häuser, ausgebrannte Züge und sogar ein Panzergerippe zu sehen. Und das alles nur ein paar Stunden entfernt von zuhause.

Fans des TSV 1860 nicht willkommen in Smederevo

In Smederevo angekommen folgte die nächste Überraschung. Der örtliche Polizeichef eröffnete uns, dass wir unsere gebuchte Unterkunft im Zentrum der Stadt nicht beziehen durften. Als Grund gab er an, dass er nicht für unsere Sicherheit garantieren könne und wir deshalb wieder 30 km außerhalb der Stadt in einem Motel an der Autobahn übernachten sollen. Dass der Motelbetreiber ihm verdammt ähnlich sah, war sicher nur ein Zufall…

Egal, es ging wieder raus aufs Land, wo wir schon von zahlreichen Polizisten erwartet wurden, die dazu abgestellt worden waren, einen Ring um das Motel zu bilden, damit nur ja keiner abhaut und sich in Gefahr begibt. Also zuerst mal unter die Dusche, doch statt Wasser kam da erstmal nur Sand raus. Klar, in dem Motel hatte seit Jahren keiner mehr übernachtet…

Die Löwen in orangenen Trikots

Hurra, der Schlüssel ist da!

Wenig später fuhren wir mit dem Bus zurück nach Smederevo. Und siehe da: Der Busfahrer hatte tatsächlich den Schlüssel wieder gefunden.

Im Stadion wurden wir von den serbischen Fans sehr unterschiedlich begrüßt. Die einen wollten unbedingt Fanartikel tauschen und waren sehr gastfreundlich, andere hingegen ließen uns ihre Ablehnung schon spüren. Insgesamt waren aber unsere Befürchtungen gänzlich unbegründet und auch die Maßnahmen der Polizei völlig überzogen. Eine Übernachtung in der Stadt wäre sehr wahrscheinlich völlig problemlos möglich gewesen.

TSV 1860 besiegt Sartid Smederevo

Sportlich sah es nach dem 3:1-Hinspielerfolg in der Augsburger Rosenau (bis heute unerklärlich…) gut aus für den TSV 1860, denn Smederevo musste offensiv auftreten, was den Löwen wiederum Konterchancen versprach. Nach dem frühen 0:1 durch Martin Max (10.) war der Einzug in die nächste Runde zum Greifen nah. Doch die 12.000 Zuschauer feuerten ihr Team weiter an und Bogdanovic glich aus. Kurz nach der Pause gingen die Serben gar in Führung und die Partie drohte vollends zu kippen.

Der eingewechselte Samuel Ipoua beruhigte die Nerven der Löwenfans jedoch mit seinem Tor zum 2:2 und Harald Cerny sorgte gar für einen Auswärtssieg des TSV 1860 in Smederevo. Die in orange gekleidete Mannschaft bedankte sich am Zaun für die Unterstützung der mitgereisten Fans und Vidar Riseth überreichte mir das soeben mit seinem Gegenspieler getauschte Sartid-Trikot. Nach dem Spiel wurden wir über den Rasen zu unserem Bus gebracht und dort auch von den Heimfans freundlich verabschiedet.

Das Original-Trikot des Gegenspielers von Vidar Riseth

Unerlaubter Ausflug nach Belgrad

Anschließend fuhren wir mit Polizei-Eskorte zurück zum Motel und die Ansage war klar: Die Anlage darf nicht verlassen werden! Aber natürlich kann das einen Löwen nicht erschüttern und so büxten doch einige Leute aus und machten sich per Taxi auf den Weg ins knapp 60 km entfernte Belgrad. Sie werden es nicht bereut haben, denn es wurde ein legendärer Abend, der damit endete, dass einige sogar auf eine Hochzeit eingeladen wurden, die sie dann im Jahr darauf auch tatsächlich besuchten.

Der Rest der Truppe blieb aber brav im Motel und erholte sich von den Strapazen der Reise. Und das Angebot an der Bar vor Ort war auch nicht das schlechteste…

Beschwerliche Heimreise

Während die Mannschaft sich per Flugzeug auf die Heimreise begab, ging es für uns wieder via Belgrad, Ungarn und Österreich in die Heimat. In Bayern angekommen gerieten wir noch in die Schleierfahndung der Polizei, zu finden gab es aber natürlich nichts. Die mitgeführten Schnapsflaschen hatten ihre serbischen und ungarischen Kollegen bereits als Dankeschön für ihren Geleitschutz einkassiert…

Alles in allem war der Ausflug nach Smederevo eine der legendärsten Fahrten, die ich mit dem TSV 1860 erleben durfte. Mal schauen, ob uns solch ein Abenteuer mit den Löwen noch einmal bevorsteht. Aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Werner Lorant schickte heute vor 25 Jahren folgende Mannschaft des TSV 1860 auf den Rasen des Tvrdava-Stadions in Smederevo.

Hofmann – Pfuderer (58. Votava), Zelic, Riseth – Borimirov, Häßler (66. Weissenberger), Tapalovic, Mykland, Cerny – Max, Schroth (58. Ipoua)

Tore:
0:1 Max (10.), 1:1 Bogdanovic (29.), 2:1 Mudrinic (48., Elfmeter), 2:2 Ipoua (72.), 2:3 Cerny (87.)

Impressionen von der Reise nach Serbien

Zum Vergrößern auf das jeweilige Bild klicken!

Aktive Fanszene der Löwen plant Trikot-Sponsoring

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Mit zahlreichen kreativen Ideen und Aktionen haben die Anhänger des TSV 1860 in den letzten Wochen seit der Darlehensverweigerung für die Drittligalizenz durch Hasan Ismaik auf sich aufmerksam gemacht. Es geht um den Weg der Eigenständigkeit des Vereins ohne die Last der sich ja inzwischen in der Vorinsolvenz befindliche KGaA. In einer neuen Spielbetriebs-GmbH wird der Profifußball bei Sechzig zukünftig stattfinden. Und richtig: Profifußball (auch in der Regionalliga) kostet Geld, viel Geld. Dafür sind natürlich Sponsoren, aber nicht unbedingt Investoren (und erst recht keine dubiosen Kreditgeber) nötig. Aber auch die Fans selbst können etwas tun. Auch finanziell unterstützen. Die aktive Fanszene aus der Westkurve im Sechzgerstadion lässt nun mit einer besonderen Aktion aufhorchen.

FOOTBALL FOR THE PEOPLE

Per Crowdfunding soll in den kommenden Wochen so viel Geld eingesammelt werden, dass als Gegenleistung ein Platz auf dem Trikot des TSV 1860 mit dem Slogan “FOOTBALL FOR THE PEOPLE” bedruckt werden kann. Als klare Aussage, wem unser Sport gehört! Die Aktion ist bereits mit den Verantwortlichen abgestimmt, wie in einer aktuellen Erklärung der Fanszene betont wird. Hierfür sind ambitionierte 250.000 EURO nötig. Das Ziel der Aktion ist es, nicht nur Anhänger des TSV 1860 München zur Unterstützung zu bewegen, sondern Fußballfans aus ganz Deutschland und idealerweise auch außerhalb des deutschen Sprachraums zu erreichen. Hierfür wurde die Erklärung extra in drei weitere Sprachen übersetzt. Der TSV 1860 gilt schon heute als mahnendes Beispiel, was passiert, wenn sich Vereine in die Abhängigkeit von zweifelhaften Geldgebern begeben. Vielleicht sind wir aber auch bald das positive Beispiel, wie so eine Abhängigkeit mit viel Geduld und Engagement wieder überwunden werden kann.

So könnte der Rücken des Löwentrikots demnächst aussehen.

Spendeninformationen

Auf dem Instagram-Account von FOOTBALL FOR THE PEOPLE könnt Ihr Euch über alles Wissenswerte rund um die Aktion auf dem Laufenden halten. Weitere Informationen zum Crowdfunding, wohin gespendet werden darf und vor allem wie finden alle Interessierten genau

HIER

Die ganze Redaktion von sechzger.de begrüßt die Aktion ausdrücklich und ruft ebenfalls auf diesem Weg zum Spenden und Mitmachen auf! Auch jeder einzelne Leser kann etwas dazutun, damit das Ziel des Trikotsponsorings erreicht wird: Leitet diesen Artikel auch an Fans anderer Vereine, die Ihr kennt, weiter und informiert möglichst viele über die Aktion! Der Slogan “FOOTBALL FOR THE PEOPLE” spricht für alle Fußballfans – auf der ganzen Welt!

Erklärung der Fanszene

Gerne zitieren wir hier auch noch die kämpferisch und klar formulierte Erklärung der aktiven Fanszene im Wortlaut:

Servus Löwenfans, Servus Fußballfans,

Nach 15 Jahren geht allem Anschein nach einer unserer größten Kämpfe zu Ende. Eine Zeit, die von Wut und Verzweiflung geprägt war, aber auch vom endlosen Willen aller, unseren Verein nicht einem windigen Kreditgeber mit zu großem Ego zu überlassen.
An dieser Stelle wollen wir uns ausdrücklich bei den aktuell handelnden Personen in den von den Vereinsmitgliedern gewählten Gremien bedanken. Ihr habt Mut und Einsatzbereitschaft gezeigt und euer Handeln am Willen der Mitglieder orientiert. Dafür gebührt euch Respekt und Dankbarkeit.
Außerdem wollen wir uns bei allen Personen unserer Fanszene und darüber hinaus bedanken, die sich diesem Kampf in all den Jahren in besonderem Maße gewidmet haben. Gemeinsam haben wir das Ziel erreicht, das wir uns alle gewünscht haben:
Freiheit für Sechzig!

Wir haben nun die historische Chance, unseren Verein neu zu gestalten und besser aufzustellen. Diese neu gewonnene Freiheit bringt aber auch eine große Verantwortung mit sich. Der Verein und auch wir als Fans stehen vor Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Wir sehen uns als Fanszene in der Pflicht und werden unseren Beitrag leisten, um unseren Verein wieder in richtige Bahnen zu lenken und beim Wiederaufbau zu helfen.
An dieser Stelle wollen wir anmerken, dass wir natürlich nicht in einer etwaigen Traumwelt des Fußballs leben. Unsere Geschichte war und ist ein Symptom der ausufernden Kommerzialisierung des Fußballs. Mit deren Ende haben wir diesen Kampf nicht gewonnen, aber wir sehen uns als ein mahnendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, diesen Kampf aufzunehmen.

Allen, die ein ähnliches Schicksal ereilt hat, wollen wir sagen: Kämpft für das, was übrig ist, oder versucht, euch das zurückzuholen, was euch genommen wurde. Vor allem bewahrt und tut alles dafür, die Maßnahmen zu erhalten, die ein Fortschreiten des modernen Fußballs verhindern oder zumindest verlangsamen. Allem voran die 50+1-Regel.
Wir sind ein mahnendes Beispiel für den Fußball, vor allem dafür, dass der endlose Ausverkauf nicht die Lösung für die angeblichen Probleme (Stichwort „internationale Wettbewerbsfähigkeit“) ist. Aus diesem Grund entstand die Idee, eine Kampagne zu gründen, die unseren Standpunkt sichtbar macht. Fußball ist Volkssport, Fußball gehört den Fans und denen, die ihn lieben, keinen Firmen oder Investoren!

FOOTBALL FOR THE PEOPLE!

Damit dieses Motto dauerhafte Sichtbarkeit erhält, soll es in der kommenden Saison auf den Trikots des TSV München von 1860 stehen. Und hierfür brauchen wir eure Unterstützung! Bei Erreichen unseres Spendenziels soll die Mannschaft in der kommenden Saison unsere Botschaft sichtbar nach außen tragen.
Diese Kampagne wendet sich explizit nicht nur an Fans unseres Vereins, unsere Message betrifft alle Fußballfans in Deutschland und der Welt, und wir hoffen, dass sich auch außerhalb des Löwenkosmos Menschen solidarisch mit uns zeigen!
Freiheit für Sechzig – Freiheit für den Fußball!

Football for the people!

P.S.: Sollten wir die benötigte Summe nicht erreichen, spenden wir das Geld natürlich trotzdem an den TSV München von 1860 e.V.!

 

Ego-Nummer von Martin Gräfer: Wenn der Ex-Sponsor das Sponsoring nicht verstanden hat

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Gräfer träumt von einem neuen Stadion Hauptsponsor Vereinspolitik

Der TSV 1860 München befindet sich in der wohl heikelsten Phase seiner jüngeren Vereinsgeschichte. Die KGaA ist insolvent, die juristische und wirtschaftliche Loslösung von Hasan Ismaik gleicht einem Kraftakt, und parallel ziehen die ehrenamtlichen Vertreter des Hauptvereins eine völlig neue Spielbetriebsgesellschaft hoch. Was man in dieser extrem arbeitsintensiven Zeit am allerwenigsten braucht? Die gefühlt zehnte öffentliche Wortmeldung von Martin Gräfer.

Martin Gräfer meldet sich mal wieder zu Wort

Der Vorstand der Bayerischen hat mal wieder in die Tasten gehauen. In einem längeren Statement echauffiert sich Gräfer über Boykottaufrufe gegen die Merchandising GmbH, philosophiert über eine mögliche Genossenschaft des e.V. und warnt davor, Sponsoren pauschal zum Gegner zu erklären. Wer den Text liest, reibt sich unweigerlich die Augen. Es wird Zeit, einige Dinge geradezurücken – denn Herr Gräfer verwechselt hier einiges.

Die Merchandising GmbH: Ein schlechter Deal bleibt ein schlechter Deal

Gräfer nimmt die Merchandising GmbH (die zu 100% Hasan Ismaik gehört) in Schutz und behauptet, sie hätte „einen positiven Beitrag zur Finanzierung des Profisports geleistet“. Schauen wir uns doch mal die viel zitierten nackten Zahlen des ach so lukrativen Konstrukts an:

Für das Geschäftsjahr 2023/24 meldete die Gesellschaft einen Überschuss von 257.203,40 Euro. Klingt auf den ersten Blick nett, aber der Teufel steckt im Vertrag von 2012, den Gräfer hier so verteidigt: Von diesem Gewinn gehen erst einmal 120.000 Euro fix an Hasan Ismaik. Vom Rest – 137.203,40 Euro – bekommt die KGaA die Hälfte.

Macht am Ende 68.601,70 Euro für den Verein. Das ist weniger als das Jahresgehalt eines durchschnittlichen Drittligaspielers. Insgesamt flossen seit dem Verkauf der Rechte im Jahr 2012 (für den einmaligen Betrag von rund einer Million Euro) gerade einmal schlappe 890.000 Euro an Gewinnausschüttung an die KGaA. In vierzehn Jahren!

Dass der Vorstand eines Versicherers nun ernsthaft dafür wirbt, bei einer Firma einzukaufen, deren Eigentümer erst einmal kräftig abkassiert, während der Rest in eine in einem Insolvenzverfahren befindende KGaA läuft, ist bemerkenswert.

Aufklärung ist kein Boykott – sie ist überlebenswichtig

Martin Gräfer fragt:

“Wie soll aber all das gelingen, wenn gleichzeitig öffentlich dazu aufgerufen wird, Unternehmen im Umfeld des TSV 1860 wirtschaftlich zu schädigen?”

Dieses Zitat ist geradezu absurd. Die Merchandising GmbH hat nichts mehr mit der neu gegründeten Spielbetriebsgesellschaft des e.V. zu tun. Wenn Fans derzeit ihre Mitfans aufklären, dass Käufe im “offiziellen” Fanshop keinen einzigen Cent in die Kassen der neuen Spielbetriebsgesellschaft spülen, dann ist das kein bösartiger Boykott, sondern schlichtweg Aufklärung und elementar wichtig für die Zukunft von 1860. Wer den Neuanfang des TSV 1860 München unterstützen will, kauft seine Fanartikel beim Hauptverein. Das ist einfache Logik, keine feindselige Agenda. Wer das behindert, schadet der Zukunft der neuen Gesellschaft.

Die Marke 1860 schützen? Von wegen!

Und wenn Gräfer davon spricht, Unternehmen im Umfeld nicht zu schädigen, muss man sich auch unweigerlich fragen: Wer schädigt hier eigentlich die Marke 1860 München? Schauen wir uns den jüngsten Trikot-Launch der Merchandising GmbH an.

Wie wir bereits vor wenigen Tagen ausführlich dargelegt habe, griff das Unternehmen zur Bewerbung des „Traditionstrikots“ auf dilettantische, KI-generierte Bilder zurück. Mit falschen Gründungsjahren (1660) und einem völlig entstellten, rüsselartigen Löwenwappen hat die Merchandising GmbH ihr eigenes Produkt der Lächerlichkeit preisgegeben. Wer die wertvolle Marke 1860 derart lieblos verunglimpft und berechtigte Kritik von Fans auf Social Media systematisch zensiert, braucht wahrlich keine Boykottaufrufe, um Käufer abzuschrecken. Das erledigt die mangelnde Professionalität ganz von selbst.

Die Phantomdiskussion um die bösen Sponsoren

Noch abenteuerlicher wird es, wenn Gräfer behauptet, man dürfe Sponsoren nicht „pauschal zum Gegner erklären“. Wo im Umfeld des TSV 1860 hat Gräfer jemals eine grundsätzliche Ablehnung gegen klassisches Sponsoring vernommen? Niemand hat das getan. Das ist eine reine Phantomdiskussion.

Vielleicht sollten wir Herrn Gräfer noch einmal die Definition von Sponsoring ins Gedächtnis rufen:

Der Sponsor erbringt Geld-, Sach- oder Dienstleistungen, während der Gesponserte im Gegenzug Kommunikations- und Werberechte zur Verfügung stellt, um die Marketingziele des Sponsors zu unterstützen.

Was Sponsoring nicht ist: Das Erkaufen von Einmischung in strukturelle oder infrastrukturelle Entwicklungen des Vereins. Genau das scheint Gräfer aber immer wieder zu verlangen. Er hat den Unterschied zwischen einem Sponsor und einem Anteilseigner bis heute offenbar nicht verstanden.

Wenn Löwenfans Slogans wie “Football is for you and me – not for fucking industry” verwenden, dann richtet sich das nicht gegen klassisches Sportsponsoring. Es richtet sich gegen eine Entwicklung im Fußball, bei der Geldgeber massiv sportlichen und politischen Einfluss nehmen. Bestes Beispiel lieferte jüngst die Posse um Donald Trump, Gianni Infantino und den amerikanischen Nationalspieler Folarin Balogun, bei der ein Anruf genügte, um eine Rotsperre auszuhebeln. Das ist die “fucking industry”. Das ist die Einflussnahme, die beim TSV 1860 niemand sehen will. Sauberes Sponsoring? Jederzeit gerne!

Wer spaltet hier eigentlich?

Gräfer wirft anderen vor, den Boden für neue Sponsoren zu verbrennen und den Verein zu spalten. Dabei macht er mit seiner wiederholten Ego-Nummer genau das. Anstatt den ehrenamtlichen Gremien, die in der schwersten Stunde des Vereins Tag und Nacht für die Zukunft des Profifußballs bei Sechzig schuften, den Rücken freizuhalten, drängt er sich wiederholt ins Rampenlicht. Er verhandelt Themen wie Hybridwahlen (noch dazu mit einer falschen Rechtsauffassung) oder Anteilsstrukturen der neuen Spielgesellschaft öffentlich.

Die Trennung von Hasan Ismaik und der KGaA ist vollzogen. Der Neuanfang braucht jetzt Ruhe, harte Arbeit und einen Schulterschluss aller Löwen. Was er nicht braucht, sind Querschüsse und ungefragte Ratschläge von Ex-Sponsoren, die ihre eigene Bedeutung für den Verein chronisch überschätzen.

Der Neuanfang läuft. Mit oder ohne Martin Gräfer.

Jährliches Netzwerktreffen der Unternehmer für Sechzig im Löwenstüberl

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Am vergangenen Freitag fand das jährliche Netzwerktreffen der Unternehmer für Sechzig statt. Neben der Besprechung von internen Themen der Uf60 informierten auch mehrere Offizielle des TSV 1860 München über den aktuellen Stand rund um die Neugründung der Spielbetriebsgesellschaft.

Geförderte Projekte der Uf60

Neben der Unterstützung des NLZ, die traditionell am meisten im Fokus der Unternehmer steht, fördern die Uf60 auch diverse weitere Projekte. Hierzu zählen aktuell weitere Unterstützung beim Aufbau der Fechtabteilung mit Super-Talent Luis Konvalin.  Außerdem die Bereitstellung eines Fahrzeugs für Framerunner Paul Hartl, damit er an der deutschen Meisterschaften in Dresden und den Weltmeisterschaften in Kopenhagen teilnehmen kann. Uf60-Mitglied Opel Häusler an der Donnersberger Brücke stellte dem jungen Sportler hierzu ein geeignetes Fahrzeug für 2,5 Wochen zur Verfügung. Außerdem bringen sich die Uf60 auch bei der geplanten Aktion zur Gewinnung weiterer Mitglieder aktiv ein. Natürlich dürfte auch ein Rückblick auf die kürzlich stattgefundene Floßfahrt und der Ausblick auf den anstehenden Wiesnbesuch nicht fehlen.

Hochkarätiger Besuch beim Netzwerktreffen der Unternehmer für Sechzig

Nicht weniger als fünf interessante Gäste von Seiten des e.V. und der neuen Spielbetriebsgesellschaft informierten dann über den aktuellen Stand der Saisonvorbereitungen bzw. dringende organisorische Themen, die nach der Insolvenzanmeldung der KGaA nun in Bearbeitung sind. Zu Gast waren Präsident Gernot Mang, Vize-Präsident Christian Dierl, der Geschäftsführer der neuen Spielbetriebs-GmbH Thomas Probst, Manfred Paula “Noch-Geschäftsführer” der KGaA sowie der neue NLZ-Leiter Steffen Winter.

Fragerunde zu sportlichen Themen

In einer von Uf60-Mitglied Gerhard Neumann moderierten Fragerunde standen Paula und Winter Rede und Antwort zur aktuellen sportlichen Situation. Steffen Winter, Inhaber der UEFA Pro-Lizenz, führte aus, dass im NLZ unter seiner Leitung Vitus Eicher die Ausbildung der Torhüter übernimmt. Stefan Lex ist zuständig für die Koordination des “Übergangsbereichs” der Nachwuchssspieler in den Profibetrieb. Ergänzend dazu stellte Manfred Paula nochmals klipp und klar fest, dass 1860 nach dem letzten Zusammenbruch ohne die Nachwuchsarbeit der letzten Jahre aktuell nicht am Spielbetrieb der Regionalliga Bayern teilnehmen könnte. Nur durch den aktuellen Fundus an Spielern aus der letztjährigen U21 und U19 ist man in der Lage, ein Team ins Rennen zu schicken. Wieder einmal rettet die Nachwuchsarbeit 1860 also vor einem Totalabsturz. Zum Kader der kommenden Saison wurden wenig konkrete Aussagen getroffen. Einzig, dass eine Mischung aus den Meistern der Bayernliga Süd und “altbewehrten” Spielern zusammengestellt werden wird. Der Kader soll in den nächsten ein bis zwei Wochen Gestalt annehmen.

Organisatorische Themen

Außerdem gab es Informationen zum Ablauf des Insolvenzverfahrens, wobei streng darauf geachtet wurde, stets den Begriff “vorläufige Insolvenz” zu verwenden. Ebenso wurde der Aufbau der Spielbetriebs-GmbH kurz dargestellt. Hier werden gerade organisatorischen Strukturen aufgebaut. Klar ist, dass Thomas Probst den gesamten kaufmännischen Bereich unter sich hat. Mit größter Priorität wird der Aufbau von Vermarktung und Sponsoring vorangetrieben. Auch zum Jahreskartenverkauf gab es Informationen. Die bereits an die KGaA gezahlten Beträge sind Teil der Insolvenzmasse und damit außerhalb der Verfügungsgewalt von e.V. und Spielbetriebsgesellschaft. Wie sechzger.de aus anderer Quelle erfuhr, soll spätestens übernächste Woche mit dem erneuten Verkauf der Jahreskarten begonnen werden. Dem Vernehmen nach sollen diese preislich etwas unter den Jahreskarten der KGaA für die dritte Liga liegen.

06.07.1996: Olaf Bodden trifft viermal für den TSV 1860 gegen LKS Lodz

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Es war eine der Sternstunden von Olaf Bodden im Trikot des TSV 1860 München. Heute vor 30 Jahren traf der Stürmer, der von Hansa Rostock nach Giesing gewechselt war, im UI-Cup gegen den polnischen Vertreter LKS Lodz gleich viermal.

Niederlage in Bulgarien

Die Löwen waren denkbar schlecht in den UEFA-Intertoto-Cup gestartet. Beim ersten internationalen Pflichtspiel seit 1969 hatte der TSV 1860 bei Spartak Varna mit 1:2 verloren. Nichtsdestotrotz stellt der Trip an die bulgarische Goldküste für viele, die damals dabei waren, ein Highlight der Fankarriere dar. Durch die Niederlage am ersten Spieltag standen die Löwen nun jedoch bereits unter Zugzwang. Gegen den polnischen Vertreter LKS Lodz mussten unbedingt drei Punkte her.

Glücksgriff Ronny Ernst

10.000 Zuschauer hatten sich am 06.07.1996 im Grünwalder Stadion eingefunden und sollten ihr Kommen an diesem Samstag Nachmittag nicht bereuen. Eine Stunde lang taten sich die Löwen sehr schwer gegen die Gäste aus Lodz. Nichts deutete darauf hin, dass am Ende des Tages ein Kantersieg stehen würde. Den entscheidenden Glücksgriff tätigte Trainer Werner Lorant in der 58. Minute. Für den glücklosen Jörg Böhme brachte er den jungen Ronny Ernst ins Spiel und der Rechtsaußen überzeugte auf ganzer Linie und lieferte einen nach Assist nach dem anderen. Leider konnte Ernst in der Folge nur ganz selten die Erwartungen erfüllen, die er an diesem Tag geschürt hatte. Der gebürtige Dresdner konnte sich bei den Löwen nicht durchsetzen und absolvierte lediglich acht Bundesligaspiele für Münchens große Liebe.

Olaf Bodden schießt 1860 zum Sieg

Der größte Profiteur von Ronny Ernsts Sahnetag war Stürmer Olaf Bodden, der den TSV 1860 mit vier Treffern quasi im Alleingang zum Sieg gegen den LKS Lodz ballerte. Nachdem Bodden in der 61. Minute mit dem 1:0 den Bann gebrochen hatte, lief es wie am Schnürchen. Harald Cerny erhöhte nur zwei Zeigerumdrehungen später und in der Schlussviertelstunde stellte Bodden mit einem Hat-Trick den 5:0-Endstand her.

Frühes Aus im UEFA-Intertoto-Cup

Eine Woche später besiegte der TSV 1860 auch den tschechischen Verein FC Kaucuk Opava, sodass gegen den FC KAMAZ Tschelny ein Endspiel um den Gruppensieg anstand. Vor 11.500 Zuschauern unterlagen die Löwen den Russen jedoch knapp mit 0:1 und mussten den Traum von großen Europacupnächten (vorläufig) begraben.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Werner Lorant schenkte am 06.07.1996 folgender Mannschaft sein Vertrauen:

Berg – Trares, Stevic, Greilich, Walker (71. Kutschera) – Dowe, Schwabl, Nowak (74. Heldt), Böhme (58. Ernst), Cerny – Bodden

Tore:
1:0 Bodden (61.), 2:0 Cerny (63.), 3:0 Bodden (78.), 4:0 Bodden (88.), 5:0 Bodden (89.)

Fotogalerie zu TSV Moorenweis – TSV 1860 München (Testspiel)

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fotogalerie loris husic tsv 1860 tsv moorenweis

Nur zwei Tage nach dem 11:0-Erfolg beim SV 1966 Kay waren die Löwen schon wieder im Einsatz und setzten sich auch diesmal souverän mit 7:1 durch. In unserer Fotogalerie präsentieren wir Euch die schönsten Impressionen vom Testspielsieg des TSV 1860 München beim TSV Moorenweis.

Fotogalerie zu TSV Moorenweis – TSV 1860 München

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Videos rund um die Löwen

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