In der 3. Liga muss sich Torwart Marco Hiller aktuell mit der Rolle der Nummer zwei zufrieden geben, im Toto-Pokal steht er im Tor und trifft dort im Viertelfinale im heimischen Grünwalder Stadion auf die SpVgg Unterhaching. Gespielt wird wohl am Samstag, 12. Oktober, sofern das BR die Partie live überträgt. Im Rahmen einer Sponsorenveranstaltung auf dem Trainingsgelände stand Marco Hiller den ausgewählten Pressevertretern Rede und Antwort. Wir waren für Euch live vor Ort, die spannenden Antworten des Kult-Löwen findet ihr hier. Unter anderem sagte Hiller: “Es fällt mir nicht schwer, mich jeden Tag zu motivieren”.
Marco Hiller über die Länderspielpause
“Die zwei Siege vor der Pause waren wichtig, wenn man mit einer Niederlage in die Pause geht, weißt Du nicht, ob Du überhaupt eine Pause hast. Es ist für den Kopf schon gut, dass wir in Ingolstadt gewonnen haben.”
… den Druck beim Spiel in Ingolstadt
“Mit vier Niederlagen will man nicht starten, drei waren eh schon Wahnsinn. Außerdem ist es ein Derby und es war schon sehr viel Druck auf dem Kessel. In den letzten Jahren haben wir in Ingolstadt auch nie so gut ausgesehen. Deswegen hat es schon echt gut getan, dass wir den Dreier geholt haben.”
… den Schlüssel zum ersten Saisonsieg
“Wir hatten etwas mehr Spielglück. In den ersten Spielen haben wir unsere Chancen nicht verwertet und der Gegner hat immer gleich ein Tor gemacht. Das war dieses Mal nicht so. Die Spiele davor hätten auch in unsere Richtung kippen können. Ich glaube nicht, dass es am System lag. Man hat die Emotionen gesehen beim zweiten Tor. Jeder hat gefight, wir wollten es vielleicht mehr als Ingolstadt.”
… das Pokalspiel in Memmingen
“Jeder erwartet von uns, dass wir so ein Spiel gewinnen. Wir sind nicht gut in die zweite Halbzeit gestartet und haben das Spiel aus der Hand gegeben. Das Tor in der Nachspielzeit war wichtig für die Mannschaft, auch wenn es gegen einen unterklassigen Gegner war. Die Mannschaft hat gesehen, wir können auch schlecht spielen und gewinnen. Wir sind eine Runde weiter und abgehakt.”
… die Stimmung in der Kabine
“Ich hatte bei unserer Mannschaft nie die Sorge, dass die Stimmung kippt. Das sind alles gute Typen. Das sind Top-Jungs, deshalb war die Gefahr nicht gegeben. Aber klar, wenn die Mannschaft nicht stimmt, kann es nach drei Niederlage schon schwierig werden. Wir haben positive Jungs, da machen wir auch nach drei Niederlagen keine schlechte Stimmung. Schon alleine durch die Breite im Kader und den Konkurrenzkampf ist es normal, dass es auch Reibung gibt. Auf dem Platz knallt es, aber in der Kabine ist es harmonisch.”
… die Zuversicht vor den nächsten Spielen
“Dresden ist natürlich ein neuer Gradmesser. Wenn Du da punktest, dann kann das nochmal einen Push geben. Wir haben eine gute Vorbereitung gespielt, dann die drei Niederlagen. Das hat nicht widergespiegelt, was die Mannschaft kann. Ich denke wir können in der Liga jede Mannschaft schlagen und es würde uns gut tun, da anzuknüpfen, wo wir aufgehört haben.”
… die Unruhe im Umfeld
“Bei Sechzig geht es immer schnell in beide Richtungen. Deshalb wäre es wichtig, an das Ingolstadt-Spiel anzuknüpfen. Die Mannschaft ist gut drauf und ich bin guter Dinge.”
… seine aktuelle Rolle als Nummer zwei
“Ich habe nicht für mich den Anspruch, in der 3. Liga auf der Bank zu sitzen. Aber ich muss es akzeptieren, aktuell ist es so. Schauen wir, was die Zukunft bringt. Das ist natürlich ein Rückschlag und man überlegt, woran das liegt, hinterfragt sich selber. Das geht im Fußball vielen Spielern so und man muss damit umgehen. Klar hat es an mir genagt, aber mit der Zeit kann man es auch akzeptieren. Ich werde natürlich weiter alles geben.”
… seinen auslaufenden Vertrag
“Man muss sich immer seine Gedanken machen, wenn der Vertrag ausläuft, will ich hier verlängern, oder will ich wo anders hin. Da ist es natürlich nicht optimal, wenn man auf der Bank sitzt. Das ist nicht die beste Verhandlungsgrundlage. Ich habe viele Jahre auf Top-Niveau gespielt und ich kann es verkraften, auch mal auf der Bank zu sitzen. Ich mache mir da noch nicht die großen Gedanken.”
… seine Zukunft bei den Löwen
“Man will natürlich spielen, vor allem als Torhüter. Das ist anders bei einem Spieler, der mal eingewechselt wird. Da muss man schauen, wie sich die Situation entwickelt und auch privat schauen, was ist am Besten. Im Fußball ändern sich Situationen schnell und man muss schnell reagieren, ich bin offen für alles. Ich habe Familie und werde nicht bis zum Tag davor warten, man muss schon schauen, wo man bleibt. Ich fühle mich wohl in München und im Verein, aber es wird noch etwas dauern, bis die Gespräche losgehen.”
… die Bedeutung des Toto-Pokals
“Für den Torhüter ist es immer wichtig zu spielen, auch wenn es nicht in der Liga ist. Der Toto-Pokal ist wichtig für die Spielpraxis, damit man nicht voll raus ist. Wir haben ja hoffentlich noch genug Spiele im Toto-Pokal.”
… das Positiv-Bleiben als Nummer zwei
“Am Anfang ist es schon schwer, aber es ist mein Job hier Fußball zu spielen. Er kann sich verletzen, man muss ja immer da sein. Es macht keinen Sinn, den Miesepeter zu machen. Man macht es ja für sich selber. Es ist nicht schwer, mich zu motivieren und jeden Tag im Training alles zu geben. Es war klar, dass nach dem Abgang von Richter ein neuer Torwart kommt, aber zu den Hintergründen der Entscheidung wurde nichts gesagt. Mir wurde ein zwei Tage vor dem Spiel mitgeteilt, wie die Situation ist.”
… seine Führungsrolle
“Man kann ja immer noch vorangehen, im Training oder rund um die Spiele. Klar, im Spiel geht es nicht mehr, aber man kann die Jungs auch von der Bank aus mitnehmen. Es ist jetzt nicht so, dass man nur in der Kabine sitzt und eine Nebenrolle hat. Der Mannschaftsrat wurde ja auch neu gewählt, das war ein gutes Feedback von der Mannschaft.”
… das Leben als junger Papa
“Das ist natürlich etwas ganz anderes mit Kind. Es ist eine wunderschöne Zeit. Es ist wirklich das Schönste auf der Welt, da sieht man, was wirklich wichtig ist im Leben, dass alle gesund sind und es der Familie gut geht. Man nimmt sich vielleicht nicht mehr alles so zu Herzen und die schlechte Laune nach einer Niederlage nimmt man nicht mit nach Hause. Wenn man seine Tochter lachen sieht, relativiert das viel.”
… den ersten Familienurlaub
“Wir waren auf Mauritius. Mit dem Babybett im Flieger ist es mit einem Kleinkind einfacher, als wenn mit einem Kind von zwei bis drei Jahren. Es war wirklich sehr entspannt.”
… die Aussichten in der Saison
“Es ist so ein kleiner Re-Start gewesen, wir haben uns kein genaues Ziel gesetzt. Wir wollen den Toto-Pokal gewinnen und in der Liga besser abschneiden als im letzten Jahr. In der 3. Liga ist nach drei oder vier Spieltagen schwer zu sagen, wer vorne dabei ist. Man hat ja an Münster letzte Saison gesehen, was möglich ist.”
… die Wiesn
“Es ist englische Woche, daher bleibt weniger Zeit für die Wiesn. Es gibt ja wieder die Oide Wiesn, da kann man auch mal mit der Familie hinschauen. Da wird sich bestimmt wieder ein Termin für einen Besuch finden.”