Ein Sieg gegen Havelse – den gab es am vergangenen Samstag für die Löwen, nicht mehr und nicht weniger. Zugegeben, es war ein Kantersieg. Und dieser wurde auf einem Platz errungen, der eher an einen Rübenacker erinnerte als an einen Fußballplatz. Auch in der Bezirksliga Oberbayern Süd wäre man mit diesem Geläuf in der Kritik gestanden. Und überhaupt, fünf Tore geschossen, hinten zu Null gespielt. Klingt überzeugend – wie kann man da nicht zufrieden sein?
Ein guter Sieg für die Moral
So überzeugende Löwen habe ich von meinem Platz auf der Pressetribüne nicht gesehen. Außerdem hatte man immer noch den Vorletzten der Tabelle vor sich, der seinen besten Stürmer im Winter in die Oberpfalz ziehen lassen musste. Ein guter Sieg für die Moral, der aber über die immer noch bestehenden Probleme nicht hinwegtäuschen darf. Aber all das wusste ich noch nicht, als ich mich am Samtag auf den Weg zum Haupteingang des Eilenriedestadions aufmachte.
Warum zum Haupteingang? Weil ich gegen Havelse zum ersten Mal für sechzger.de auf der Pressetribüne Platz nehmen durfte, um auch aus Hannover einen Liveticker bereit zu stellen. Dementsprechend war ich leicht nervös, als mich der erste Ordner weiter zum Funktionsgebäude schickte, da – entgegen meiner Informationen – dort die Akkreditierungen abzuholen wären. Dem war aber nicht so und nach kurzer Nachfrage beim Pressesprecher der Löwen war ich auf dem richtigen Weg und konnte meinen Einlassschein abholen. Mit dieser Insigne des “Offiziellen” wurden jegliche Kontrollen einfach passiert – was für ein Kontrast zu den Untersuchungsorgien in vielen Gästeblöcken der Republik.
Mit Tisch und Drehstuhl neben dem Co-Trainer
An dieser Stelle möchte ich auch nochmals den Verantwortlichen der Pressestelle des TSV Havelse danken, die mir trotz einiger “Verfahrensfehler” meinerseits einen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt haben. Zum Glück hat der NDR keinen gebraucht – nur auf den Knien wären das Tippen bei diesen Temperaturen quasi unmöglich gewesen. So kam es dazu, dass ich das Spiel nun sitzend auf der Gegengerade zwischen dem Betreiber eines kommerziellen Blogs und Co-Trainer Markus Brzenska beobachtete, wobei Letzterer in permanenter Kommunikation mit der Trainerbank der Sechzger stand.
Von hier oben sah ich Löwen, die sich bemühten, schnell nach vorne spielen wollten und versuchten den Platzverhältnissen mit Kampf und langen Bällen gerecht zu werden. Ich sah aber auch eine Mannschaft, die mit dem hohen Pressing des Tabellen-19. schlecht zurechtkam, im Aufbau über längere Phasen hinweg immer wieder viel zu schleissig agierte und in der Rückwärtsbewegung zu langsam war. Insbesondere Tim Danhof hatte mit Ilic auf der linken Außenbahn seine liebe Mühe.
Die Hereinnahme von Schifferl erwies sich als richtige Entscheidung und David Phillip konnte das Vertrauen in ihn endlich einmal zurückzahlen. Von der Spielweise eines Danhof und dem Defensivverhalten eines Jacobsen werde ich aber kein Freund mehr. Wenn das taktische Foul nicht gelingt und man trotzdem eine gelbe Karte dafür bekommt, muss man sich schon einigermaßen patschert anstellen.
Havelser Mithilfe zur Offensivpower der Löwen
Von den fünf Toren der Löwen gehen für mich – der aber aufgrund des ständigen zwischendurch Tippens, das Spiel gefühlt wie hinter einer wehenden Fahne im Gästeblock gesehen hat – anderthalb auf das Konto des Havelser Goalies und weitere anderthalb auf die risikoreiche Schlussoffensive der Gastgeber. Außerdem ließen die “Schlawiner” aus Niedersachsen jegliche, aber auch wirklich jegliche, Konsequenz in der Offensive vermissen. Ein guter Gegner macht aus den Angriffen mindestens zwei Tore.
Ich will mich jetzt hier nicht wie der größte Pessimist gerieren, aber bei Kaffee und Kuchen auf der Pressetribüne schaut das Spiel nochmal anders aus als bei Freibier und Gesang im Gästeblock. Besonders erfreulich war aber aus jeglicher Sicht das Debüt von Noah Klose, der nach ein paar Minuten auch gleich sein erstes Tor hätte machen können. Außerdem wurde Clemens Lippmann von Tom Opitz auf sein erstes Ligator eingeladen, was das Selbstvertrauen auch nicht unbedingt senken wird.
Lasst uns das Gute mitnehmen, aber nicht schon wieder in den Himmel träumen. Es war ein Sieg gegen Havelse. Ein klarer Sieg, aber halt auch nur gegen den Vorletzten. Ich denke Markus Kauczinski wird den Spieltag richtig einordnen und auch wir Fans tun gut daran das richtige Maß zu finden, egal ob auf der Pressetribüne oder im Gästeblock!
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