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Nach Zwangsabstieg: Wird Ismaik eine Insolvenz der KGaA verhindern?

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Nun ist die zweite “4” von Hasan Ismaik etwa 24 Stunden alt und Stück für Stück werden die Konsequenzen seiner Entscheidung sichtbar. Nachdem gestern Abend noch Hauptsponsor “Die Bayerische” die Notbremse zog und per Sonderkündigungsrecht das Sponsoring der TSV 1860 München KGaA einstellte, wird heute bekannt, dass Ismaik eine Insolvenz der KGaA nicht mit allen Mitteln verhindern würde.

Würde Ismaik eine Insovenz der KGaA zulassen?

Nachdem Hasan Ismaik die Frist zur Bereitstellung von 2,7 Mio. € zur Erlangung der Drittligalizenz verstreichen ließ, wird sich beim TSV 1860 Einiges ändern. Die Profifußballer stiegen natürlich erneut zwangsweise in die Regionalliga ab und die KGaA muss sich einen neuen Hauptsponsor suchen. Außerdem steht eine juristische Auseinandersetzung zwischen der KGaA und ihren 60%-igen Inhaber um die Kündigung der Darlehen bevor. Klar ist, dass der KGaA aktuell auch als Regionalligist für die kommende Saison Beträge in Millionenhöhe fehlen werden. Wo das Geld zur Sicherung des Spielbetriebs herkommen soll, ist derzeit natürlich noch unklar. Allerdings drängt die Zeit. Offenbar ist Hasan Ismaik diese Situation bewusst und er scheint bereit, eine Insolvenz der KGaA in Kauf zu nehmen.

Ismaik: “Keine Lösung, Jahr für Jahr neues Geld zur Verfügung zu stellen”

Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, liegt die Summe ironischerweise auch im Bereich von 2,7 Mio. €. Wir haben überschlagsmäßig einen Betrag in ähnlicher Höhe errechnet. Wie die SZ weiter berichtet, stellte Ismaik ihr gegenüber klar, dass er keine weiteren Finanzmittel zur Verfügung stellen wolle. „Ich glaube, mittlerweile ist allen klar, dass es keine Lösung sein kann, Jahr für Jahr einfach nur neues Geld zur Verfügung zu stellen,“ zitiert die Zeitung den Jordanier. Damit dürfte er mit den allermeisten Löwenfans endlich mal einer Meinung sein. Warum er aber vor diesem Hintergrund akzeptierte, dass das Budget für die vergangene Saison ohne Gegenfinanzierung noch im Mai 2025 erhöht wurde, führte er nicht aus.

Stattdessen fragt sich Ismaik, was ein Großteil der Löwenfans seit Jahren fordert, nämlich: “wie der Verein ein stabile Zukunft aufbauen will, die nicht jede Saison von Notfallfinanzierungen abhängig ist.” Möglicherweise wäre die alljährliche Erhöhung des Spieleretats kurz vor Saisonbeginn ein Weg gewesen, sich diverse Notfallfinanzierungen und Getöse um Wandlungen von Fremdkapital in Genussscheine zu ersparen. Sportlich hätte man dann natürlich auf kleinerer Flamme kochen müssen. Aber im Endeffekt führten die fast schon traditionellen Budgeterhöhungen auch nicht zum heiß ersehnten Aufstieg in die zweite Liga.

Muss die KGaA nun Insolvenz anmelden?

Viel Zeit, Lösungen zu finden, bleibt allen Beteiligten nicht, wenn man die KGaA noch vor der Insolvenz retten will. Die SZ spricht von einer “landläufigen” dreiwöchigen Frist im komplexen Insolvenzrecht, die KGaA-Geschäftsführer Manfred Paula nun Zeit hat, um eine Insolvenz zu vermeiden oder entsprechend beim Amtsgericht anzumelden. Am 26.05. verkündete Paula, dass er wegen der ausbleibenden Zahlungen von Ismaik in die “Notgeschäftsführung” wechselte. Es bleiben nach der “landläufigen Frist” also noch etwa 1,5 Wochen.

Sollte eine Insolvenz der KGaA unvermeidlich sein, wäre es aus sportlicher Sicht ratsam, diese vor dem 30.06. anzumelden. Denn der BFV erklärte, dass diese dann noch vor der Saison 26/27 stattfinden würde. Damit würde sie aus Verbandssicht noch in die Saison 25/26 fallen und könnte nächste Saison nicht bestraft werden. Zahlreiche Löwenfans sehen wohl auch eine möglichst schnelle Insolvenz der KGaA als beste Lösung an. In diversen großen Gruppen in den sozialen Medien werden Aufrufe geteilt, seine Jahreskarte zu kündigen und die Finanznot der KGaA somit noch zu erhöhen.

Ismaiks Motive liegen mal wieder im Dunkeln

Wegen der ausbleibenden Zahlungen prüft die KGaA bereits rechtliche Schritte und auch Schadenersatzforderungen des zweiten Anteilseigners der KGaA (dem TSV 1860 München e.V.) sind durchaus denkbar. Denn durch die Nicht-Bereitstellung der notwendigen Finanzmittel verstieß Ismaik gegen den Kooperationsvertrag. Durch den Zwangsabstieg sind nun wertvolle Spieler wie Sigurd Haugen oder Sean Dulic ablösefrei, wodurch der KGaA und ihren Besitzern erhebliche Werte verloren gehen.

Vor diesem Hintergrund muss man sich nun erneut fragen, welche Motive Hasan Ismaik zur gestrigen Entscheidung getrieben haben. Verfügt er vielleicht schlicht und einfach nicht mehr über die geforderten Finanzmittel? Ebenso ist absolut nicht nachvollziehbar, wieso Ismaik seine Anteile in den letzten Monaten nicht verkauft hat. Dem Vernehmen nach lagen ihm mehrere Angebote in Höhe 20 Mio. € und mehr für seine 60% an der KGaA vor. Im Falle einer Insolvenz dürfte er leer ausgehen. Falls ihm vorher noch ein Verkauf seiner Anteile gelingen sollte, wird sicher niemand mehr Beträge in der genannten Höhe auf den Tisch legen. Damit bleibt mal wieder nur die Erkenntnis, dass man Ismaik und seine Entscheidungen mit rationalen Gedankengängen einfach nicht nachvollziehen kann.

Nach dem Lizenz-Aus: KGaA prüft rechtliche Schritte gegen Ismaik

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Regen an der 114, dank Ismaik?

Wie wir bereits in unserer detaillierten Analyse beleuchtet haben (siehe: Welche Folgen hat der Zwangsabstieg?), steht seit Kurzem endgültig fest: die vierte Liga ruft. Der TSV 1860 München muss in die Regionalliga absteigen. Nachdem die vom DFB geforderte finanzielle Lücke von 2,7 Millionen Euro nicht rechtzeitig bis zum Stichtag am Mittwoch um 17 Uhr geschlossen werden konnte, wurde den Löwen die Drittliga-Lizenz verweigert.
Nun hat die Geschäftsführung der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA in einem umfassenden Frage-und-Antwort-Katalog Stellung zu den dramatischen Entwicklungen der vergangenen Wochen bezogen. Dabei wird deutlich: Die KGaA wehrt sich vehement gegen das Vorgehen der Investorenseite und bereitet juristische Schritte vor.

Darlehenskündigung kam ohne Vorwarnung

Ausgangspunkt der aktuellen Insolvenzgefahr und des Lizenz-Verlusts war eine überraschende Kündigung bestehender Darlehen. Diese erfolgte durch Mitgesellschafter Hasan Ismaik (HAM International). Laut Angaben der KGaA erfolgte dieser Schritt am 21. Mai. Lediglich 13 Tage vor Ablauf der Frist für das Zulassungsverfahren – „ohne jegliche Vorwarnung und Vorverhandlung“. Zeitgleich sei ein umfangreicher Forderungskatalog an die KGaA und den e.V. übergeben worden.
Die KGaA betont in ihrer Mitteilung, dass eine plötzliche Finanzierungslücke zuvor faktisch nicht existiert habe. Die Finanzplanung für die kommenden Spielzeiten sei im Aufsichtsrat – in dem die HAM International den Vorsitz und die Stimmenmehrheit hat – noch im Juni des Vorjahres ordnungsgemäß und mehrheitlich beschlossen worden.

Kalkulierte Eskalation: HAM forderte faktischen Regelbruch

Neue Details, die durch einen Bericht der Süddeutschen Zeitung ans Licht kamen, dokumentieren die Verweigerungshaltung auf Seiten der Investoren auf der Zielgeraden. Der e.V. hatte noch am Dienstagvormittag eine Vertragsversion ausgearbeitet, die Ismaiks Forderungen akzeptierte – allerdings versehen mit dem zwingenden Vorbehalt: „soweit verbandsrechtlich zulässig“. Genau diesen entscheidenden Passus lehnten die Anwälte von HAM in der Nacht zum Mittwoch rigoros ab. Man verlangte eine Lösung „ohne Schlupflöcher“. Die Investorenseite forderte vom e.V. und der KGaA folglich die bedingungslose Umsetzung ihrer Vorgaben, selbst wenn diese gegen DFB-Statuten und die 50+1-Regel verstoßen hätten. Ein solches Vorgehen hätte den Lizenzentzug ohnehin unweigerlich nach sich gezogen.

HAM wollte Eintrittsgelder verpfänden

Als perfides Alternativszenario brachten die HAM-Anwälte laut SZ zudem eine Verpfändung aller Eintritts- und Dauerkartengelder der kommenden zwei Jahre an einen Dritten ins Spiel – gepaart mit der Vorgabe, keine neuen Schulden zu machen. Ein Konstrukt, das einem wirtschaftlichen Tod auf Raten gleichgekommen wäre. Stattdessen ließ Hasan Ismaik am Mittwochnachmittag um 17:24 Uhr, kurz nachdem die Frist endgültig abgelaufen war, die Öffentlichkeit per Whatsapp-Nachricht an die SZ lediglich lakonisch wissen: „Sad day.“

Drei Kanzleien einig: Kündigung ist rechtlich unwirksam

Die Geschäftsführung nimmt diese Entwicklung nicht kampflos hin. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, haben drei voneinander unabhängige Rechtsanwaltskanzleien den Sachverhalt geprüft. Sie kamen übereinstimmend zu dem Schluss, dass die Kündigung der Darlehen durch die HAM juristisch unwirksam sei.
Die KGaA bewertet das Vorgehen, die Gelder exakt zu dem Zeitpunkt zu entziehen, an dem sie planmäßig abgerufen werden sollten, als „nicht nachvollziehbar und auch nicht redlich“. Um die Interessen der Gesellschaft zu wahren und Schaden abzuwenden, kündigte die Geschäftsführung an, rechtliche Schritte gegen Hasan Ismaik und die HAM einzuleiten. Dass die Schuld an der Eskalation insolvenzrechtlich ausschließlich bei der HAM und nicht bei der KGaA oder dem Stammverein zu suchen ist, wurde durch entsprechende Beratungen untermauert.

Ausblick: Steht der Kooperationsvertrag vor dem Aus?

Während die KGaA aktuell im Modus einer Notgeschäftsführung agiert und gemeinsam mit Insolvenzrechtsexperten versucht, den Geschäfts- und Spielbetrieb für die Regionalliga aufrechtzuerhalten, bleibt der TSV München von 1860 e.V. als Mutterverein von den finanziellen Verwerfungen unberührt. Neben diesen existenziellen Überlebensfragen müssen im Hintergrund auch weitere Begleiterscheinungen des Abstiegs bewältigt werden – wie etwa der bereits anderweitig thematisierte Rückzug des Hauptsponsors „Die Bayerische“ sowie die anlaufende, unbürokratische Rückerstattung der Drittliga-Dauerkarten (per E-Mail an tickets@tsv1860.de).

Das Tischtuch ist zerschnitten

Doch die inhaltlichen Gräben zwischen den Gesellschaftern scheinen nach den Ereignissen der letzten Wochen endgültig unüberwindbar. Wenn die KGaA nun offen rechtliche Schritte gegen den eigenen Mitgesellschafter einleitet und ihm unredliches Verhalten vorwirft, ist die Basis für eine künftige vertrauensvolle Zusammenarbeit de facto nicht mehr vorhanden. Vor diesem Hintergrund ist es sehr gut vorstellbar, dass als nächste weitreichende Konsequenz aus diesem Drama auch eine Kündigung des Kooperationsvertrages zwischen dem TSV 1860 e.V. und der HAM International folgen wird. Ein Festhalten an diesem Vertragswerk wirkt angesichts des nun eskalierenden Rechtsstreits und des entzogenen Vertrauens kaum noch realistisch.

Welche Folgen hat der Zwangsabstieg?

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TSV 1860 Dauerkarte

Der Schock war riesengroß in Giesing: Hasan Ismaik schickte die Löwen am Mittwoch bereits zum zweiten Mal binnen neun Jahren in die Regionalliga und führte den stolzen Verein aufgrund seiner ausbleibenden Zahlung der durch die aufgekündigten Darlehen entstandenen Deckungslücke in Höhe von 2,7 Millionen Euro in den zweiten Zwangsabstieg. Über die Geschehnisse des Mittwochs, der für viele Löwen tränenreich endete, haben wir Euch schon umfassend in unserem Live-Ticker und dem Artikel zum Zwangsabstieg informiert. Blicken wir auf die weiteren Auswirkungen – was bedeutet der Zwangsabstieg für die Fans?

Hauptsponsor steigt aus – TV-Gelder brechen weg

Der KGaA fehlen für die neue Saison in der Regionalliga nicht nur die 2,7 Millionen, die von HAM gestern nicht überwiesen wurden, sondern noch zahlreiche weitere Einnahmen. Hauptsponsor ‚Die Bayerische‘ machte von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch, damit fällt über eine weitere Million Euro an Einnahmen weg. MagentaSport bezahlt in der 3. Liga 23,6 Millionen oder 1,3 Millionen pro Verein für die Übertragungsrechte. In der vierten Liga gibt es nur Kurzzusammenfassungen und ein Live-Spiel pro Spieltag auf BR24 und in der ARD-Mediathek. Ob es für die Rechte Zahlungen an die Vereine gibt, ist nicht bekannt. Ein MagentaSport-Abo brauchen die Löwen-Fans für die Spiele der Sechzger jedenfalls ab sofort erst einmal nicht mehr.

Was passiert mit den Dauerkarten?

Etwa 8.000 Dauerkarten hat die KGaA in den letzten Wochen für die Drittliga-Saison 2026/27 verkauft, die es nun ja nicht geben wird. Dies entspricht Erlösen von drei bis vier Millionen Euro, die aktuell auf den Konten der KGaA liegen. ABER und davon muss man ausgehen, diese 8.000 Löwenfans werden nicht bereit sein, für viertklassigen Fußball im Schnitt etwa 400 Euro pro Spielzeit auszugeben. Auch in Sachen Dauerkarten ist also mit Einbußen im siebenstelligen Bereich zu rechen.

Hierzu ein Rechenbeispiel:
3. Liga: 8.000 Dauerkarten a durchschnittlich 400 Euro = 3.200.000 Euro
Regionalliga: 6.000 Dauerkarten a durchschnittlich 250 Euro = 1.500.000 Euro

Das sagt die Spielbetriebs-Gesellschaft dazu

Dazu schreibt die KGaA in ihren FAQs zur aktuellen Lage Folgendes:

„Wir arbeiten derzeit intensiv an einer Lösung, um eine angemessene Kompensation für bereits bezahlte Dauerkarten zu finden. Dabei steht die Zufriedenheit unserer Dauerkarteninhaber für uns im Fokus. Sobald die Details feststehen, werden wir alle Betroffenen umgehend informieren und bitten bis dahin um Verständnis und Geduld.“

Wie kann man seine bestellte Dauerkarte stornieren?

Wer sein Geld für die Jahreskarte zurückhaben möchte, muss nur eine einfache Willenserklärung abgeben. Dafür ist es nur nötig, eine formlose E-Mail an tickets@tsv1860.de schicken, darin den Rücktritt erklären und das Geld zurückfordern. Ob dies in der aktuellen Situation sinnvoll ist, muss jeder Löwen-Fans selbst entscheiden. Nähere Informationen zum genauen Ablauf und dem Umwandlungs-Angebot der KGaA sollen in den nächsten Tagen folgen. Vor allem sollte man die Informationen der KGaA abwarten, wie sich die Rückgabe einer Dauerkarte auf das Anrecht zum Erwerb eines Tickets für den DFB-Pokal auswirkt. Anfang kommender Woche darf wohl seitens der KGaA mit Vorschlägen für Dauerkartenbesitzer gerechnet werden. Eine Rückgabefrist gibt es bislang ohnehin nicht.

Verliert man durch eine Rückgabe sein Anrecht auf eine Dauerkarte?

Dem dürfte vermutlich nicht so sein. Wer seine Dauerkarte zurückgibt, wird vermutlich auch im Anschluss wieder die Gelegenheit bekommen, eine Regionalliga-Dauerkarte zu anderen und der Spielklasse angemessenen Konditionen, zu erwerben. Zumal man nicht davon ausgehen darf, dass die Euphorie nach dem zweiten Zwangsabstieg ähnlich groß sein wird, wie nach der Rückkehr in die Löwen-Heimat nach Giesing. Kapazität dürfte es im Grünwalder Stadion also geben, auch für Löwen-Fans die neue Dauerkarten kaufen wollen.

Was erwartet die Löwen in der Regionalliga?

Laut BFV wird die Regionalliga Bayern auf 19 Mannschaften erweitert. Im bisherigen Rahmenterminkalender des BFV wird von 18 Mannschaften ausgegangen. Der geplante Saisonstart am 25. Juli könnte sich also durchaus noch um eine Woche nach vorne verschieben. Dafür haben die Spieler und auch die Fans von Ende November bis Ende Februar knapp drei Monate Winterpause zum Durchschnaufen. Die Spielzeit endet dann analog zu den Profi-Ligen Ende Mai 2027. Der Meister der Regionalliga Bayern muss in der neuen Saison in der Relegation gegen den Meister der Regionalliga Nord antreten, das direkte Aufstiegsrecht liegt bei der Regionalliga (Nord-) Ost.

Wie geht es weiter mit der KGaA?

Aktuell wird hinter den Kulissen daran gearbeitet, die Fortführung des Spielbetriebs sicherzustellen und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter in der Geschäftsstelle so weit als möglich zu erhalten. Uns hat oftmals folgende Frage erreicht: „Droht der KGaA eine Insolvenz?“.
Dies müssen Fach-Anwälte und Insolvenz-Rechtler beantworten. Aber als Laien-Sicht kann die Antwort wohl nur ein „Ja“ sein, denn selbst deutlich reduzierte Bezüge der Mannschaft für die kommende Saison dürften aufgrund der enormen Summe an wegbrechenden Erlösen kaum zu decken sein. Wie es im Falle einer möglichen Insolvenz weitergeht, auch im Hinblick auf den Investor, ist schlichtweg nicht abzusehen.
HAM hat offensichtlich gegen den Kooperationsvertrag verstoßen, wonach HAM die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellt, sofern die Eigenmittel der Gesellschaft nicht ausreichen. Die Folgen sind aktuell nicht abzusehen. Die vom e.V. beauftragten Rechtsanwälte hatten die Kündigung der Darlehen allesamt als rechtswidrig bewertet, was rechtliche Konsequenzen haben dürfte.

Hat der Zwangsabstieg Folgen für den e.V. und das NLZ

Hierauf kann man mit einem klaren Nein antworten. Alle Mannschaften unterhalb der U19 (die U21 und der U19 sind der KGaA angegliedert) im NLZ des TSV 1860 werden vom TSV 1860 München e.V. betrieben und sind vom Zwangsabstieg nicht betroffen. Auch gibt es keinerlei finanzielle Folgen für den eingetragenen Verein.

Nach zweitem Zwangsabstieg: “Die Bayerische” kündigt Sponsorenvertrag mit dem TSV 1860 München

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TSV-1860-Trikot-Wunschaufstellungen (9)

Der heutige zweite Zwangsabstieg des TSV 1860 München zieht weitere Konsequenzen nach sich: der Hauptsponsor “Die Bayerische” kündigt mit sofortiger Wirkung seinen Vertrag.

Die Bayerische geht nicht erneut mit in die Regionalliga

Wie der Vorstand “Der Bayerischen” Martin Gräfer auf seinem linked-Profil mitteilte, wird die Versicherung aus Neuperlach den Weg in die Regionalliga nicht mitgehen und schreibt: “Nach zweitem Zwangsabstieg: “Die Bayerische” kündigt Sponsorenvertrag mit dem TSV 1860 München.”
Als Gründe führt Gräfer an, dass der “Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit die Interessen seiner Kunden, Mitglieder, Mitarbeitenden und Vertriebspartner wahren müsse.” Deshalb zieht “Die Bayerische” ihr vertraglich vereinbartes Sonderkündigungsrecht und beendet damit mit sofortiger Wirkung ihr Engagement bei der TSV 1860 München KGaA.

“Die Bayerische” kündigt 1860 nach zehn Jahren Sponsoring

“Die Bayerische” sponsorte den TSV 1860 seit zehn Jahren. Sie war noch zu Zweitliga-Zeiten der Hauptsponsor der Löwen. Nach dem ersten Zwangsabstieg verstärkte die Versicherung sogar noch ihr Engagement und half dem TSV 1860 so nach dem Doppelabstieg 2017 ungemein. Zwischenzeitlich war sie sogar noch Namenssponsor des NLZ der Löwen und erweiterte ihr Engagement auch auf Teile des e.V., wie zum Beispiel den Frauenfußball. Ob diese Unterstützung bestehen bleibt, ist derzeit unklar. Gräfer betont, dass “unsere Wertschätzung für den TSV 1860 München unverändert bleibt. Für die Menschen im Verein. Für die vielen Ehrenamtlichen. Und ganz besonders für die Fans, die ihren Löwen auch in schweren Zeiten die Treue halten.” Gräfer schließt seine Mitteilung mit den vielsagenden Worten: “Ob dies das Ende eines gemeinsamen Weges ist oder der Beginn eines echten Neuanfangs, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.”

KGaA geht wichtigste Geldquelle verloren

Damit geht der KGaA natürlich ihre wichtigste Geldquelle verloren und es bleibt abzuwarten, ob die wegfallenden Beträge der “Bayerischen” von einem Hauptsponsor in der werblich deutlich unattraktiveren Regionalliga Bayern adäquat ersetzt werden können. Da kommt auch auf 1860-Vermarkter Infront eine Herkulesaufgabe zu. Denn die Regionalliga-Saison 26/27 startet schon am 25.07.! Man fragt sich, ob Hasan Ismaik diese Konsequenzen bei seiner Entscheidung, der KGaA die benötigten Finanzmittel nicht zur Verfügung zu stellen, mit einkalkuliert hat.

 

Die zweite “4” – TSV 1860 München muss in die Regionalliga

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Regen an der 114, dank Ismaik?

Nun ist es also doch passiert… Der TSV 1860 München kann die fehlenden 2,7 Millionen Euro nicht nachweisen, dies wird aller Voraussicht nach zum Lizenz-Entzug und zum Zwangsabstieg in die Regionalliga führen. Noch am Vormittag hatte Investor Hasan Ismaik die “3” an den BR gesendet, auf die Frage, ob die Löwen noch zu retten seien. Doch dann schien der Jordanier seine Meinung im Laufe des Tages (mal wieder) geändert zu haben. Die für die Schließung der Etat-Lücke nötige Zahlung blieb bis zur Deadline um 17:00 Uhr aus und nun müssen sich die Löwen wohl oder übel auf eine Saison in der Regionalliga einstellen. Welche Folgen dies für den Kader, die bestellten Dauerkarten, die Mitarbeiter und alle Löwen-Fans hat, ist aktuell noch nicht einmal im Ansatz abzusehen.

Kein Geldeingang – 1860 muss in die Regionalliga

Auch wenn Ismaik heute keine “4” sendete steht damit wohl fest, dass Sechzig in der Saison 2026/27 in der Regionalliga Bayern antreten muss. Der zweite Absturz binnen neun Jahren, den der Investor durch die Kündigung von zwei Darlehen verschuldete… Um 17:25h herrschte Gewissheit: aus sicherer Quelle erfuhr sechzger.de, dass Hasan Ismaik bis zum Fristablauf um 17:00h keine Zahlung geleistet hatte. Das wars! Sechzig spielt nicht mehr 3. Liga. Mittlerweile ließ der Bayerische Fußballverband über seinen Geschäftsführer Jürgen Igelspacher verlauten, dass die Löwen kommende Saison in der Regionalliga Bayern an den Start gehen dürfen. Der BFV gab außerdem bekannt, dass die Regionalliga Bayern mit 19 Teams in die kommende Saison geht.

Das sagen die Beteiligten

Die KGaA gab kurz nach dem Statement von Präsident Gernot Mang eine Pressemitteilung zum zweiten Zwangsabstieg in neun Jahren heraus. Darin stellt die KGaA klar, dass sie den Geschäftsbetrieb weiterhin aufrecht erhalten will und bedauert die Entwicklungen des heutigen Tages. Außerdem veröffentlichte sie eine FAQ-Seite, auf der sie versucht, die drängendsten Fragen rund um den Zwangsabstieg zu beantworten. Am Abend wurde eine weitere Konsequenz des Zwangsasbtiegs bekannt: Hauptsponsor “die Bayerische” zog eine Sonderkündigungsklausel und beendet per sofortiger Wirkung sein Engagement bei 1860.

Alle Details bei uns im Live-Ticker

Wir berichten seit heute Morgen für Euch im Live-Ticker. Wir aktualisieren den Ticker weiter mit den aktuellsten Infos rund um den zweiten von Ismaik verursachten Zwangsabstieg.

 

Live-Ticker: TSV 1860 München e.V. vs. HAM International Ltd.

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Herzlich willkommen zum Liveticker mit dem Duell zwischen dem TSV 1860 München e.V. und der HAM International Limited! Die beiden Mannschaften treffen am letzten Spieltag der Lizenzvergabe aufeinander.

Ein Finale und es geht für beide Seiten um alles. Beide Teams stehen mit dem Rücken zur Wand. Es geht um die Lizenz für die 3. Liga der Saison 2026/27! Aktuell fehlen 2,7 Millionen Euro und diese müssen bis heute 17:00 Uhr gegenüber dem DFB auf dem Konto der KGaA nachgewiesen werden.

Es stehen aktuell folgende Szenarien im Raum:

  • HAM bezahlt, das Geld geht rechtzeitig auf dem Konto ein und die Löwen spielen weiter in der 3. Liga.
  • HAM bezahlt mit Unterstützung Dritter. Das Geld geht rechtzeitig auf dem Konto ein. Die Löwen spielen weiter in der 3. Liga.
  • HAM bezahlt nicht und die Löwen bekommen keine Lizenz. In der Folge könnte Sechzig möglicherweise Insolvenz anmelden und in der Regionalliga antreten müssen. Dies könnte wiederum zu einer Aufhebung des Kooperationsvertrags oder gar zu einer Trennung von HAM führen.
  • HAM bezahlt nicht, die Löwen bekommen keine Lizenz und müssen in der Regionalliga antreten. HAM hält die KGaA aber mit eine Geldspritze von weniger als 2,7 Millionen am Leben und bleibt Anteilseigner.

Hier geht es zum kompletten Vorbericht und der Gegnervorstellung.

Statistik

Die Aufstellungen des TSV 1860 München e.V.:
2 Dierl, 6 Königsberg, 9 Kreuzhuber, 11 Mayer, 3 Schäfer, 60 Mang, 66 Schmidt, 7 Seeböck, 10 Walch, 4 von Bennigsen, 5 Zurek

Die Aufstellungen der HAM International Limited:
4 Shohi-Dal Choudary, 10 Hasan Ismaik, 30 Yahya Ismaik, 13 Abdelrahman Ismaik, 26 Valentin Pusnava, 60 Mister Herbert Bergmaier, 2 Biel Ballester Relat, 815 Marc von Sicherer

Wo könnt ihr das Spiel TSV 1860 München e.V. vs. HAM International Limited außer im Liveticker noch verfolgen?

Direkt an der Grünwalder Straße 114 könnt ihr live dabei sein und im Löwenstüberl sind bereits erste Tische reserviert. Die Fans wollen live dabei sein, und aus erster Hand erfahren wie es weitergeht mit den Sechzgern. Wir sind natürlich live für Euch vor Ort. Und natürlich ist der Ticker heute auch mit einer gewissen Portion Selbstironie zu verstehen, anders hält man das ja momentan fast nicht aus…

Ab 16:55 Uhr berichtet zudem BR24-Sport im Live-Stream!

Verbliebene Forderungen und 50+1: DFB erteilt keine Freigabe

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TSV 1860 Forderungen 50+1

Viel wird aktuell im Löwenkosmos über die aktuellen Verhandlungen zwischen den Gesellschaftern gemutmaßt. Bezogen auf den in der Öffentlichkeit bekannten Forderungskatalog der HAM war man sich aber einig. Nur die letzte Forderung – Verzicht auf das Vorkaufsrecht – stellt ein größeres Problem dar. Nachdem Ismaik diese aber zurückzog, fragte man sich, woran es weiter hakt.

Auch weitere Forderungen problematisch

In der der genaueren Ausarbeitung entpuppen sich aber anscheinend auch die Vorgaben zum Thema Controlling und Finanzdisziplin als problematisch. Wie die Süddeutsche Zeitung heute schreibt, wäre hier die Installation eines mächtigen Controllers auf Geschäftsführerebene bis zum 30.06. vorgesehen: “Der Kreditnehmer soll mit Unterstützung des e.V. bis zum 30.06. einen externen Experten mit fundierten Kenntnissen im Bereich Finanzen/Controlling beauftragen, der die erforderlichen Entscheidungsbefugnisse erhält. Dieser soll als “Gatekeeper” für alle Ausgaben des Kreditnehmers fungieren und die Befugnis (d.h. als zusätzlicher Geschäftsführer) haben, Maßnahmen zur finanziellen Restrukturierung vorzuschlagen und zu genehmigen.”

Dies würde höchstwahrscheinlich auch ein Veto-Recht für Entscheidungen des Geschäftsführers beinhalten, was dessen Handlungsmöglichkeiten massiv einschränken würde. Ein externer Aufpasser für den GF, der diesem übergeordnet ist? Der zudem nicht von Verein kontrolliert wird und mit einem Veto auch Entscheidungen, welche nach Weisungen mittels 50+1 getroffen wurden, stoppen kann? Das klingt auch für den Laien zumindest problematisch!

DFB erteilt keine Freigabe

Weiter schreibt die SZ, dass die HAM-Forderungen wurden von den Löwen beim DFB zur Prüfung eingereicht, um klarzustellen, ob man diese überhaupt erfüllten dürfte. Der Verband teilte dem TSV 1860 mit, dass er für die Forderungen in ihrer aktuellen Ausprägung keine Freigabe erteilen kann. Damit sind den Vereins- und KGaA-Verantwortlichen die Hände gebunden. Sie dürfen HAM hier gar nicht weiter entgegenkommen, ob sie wollten oder nicht!

Saisonrückblick 2025/26: Peter Gratz

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Choreo in Ingolstadt Saisonrückblick 25/26

Saisonrückblick 2025/26: Peter Gratz

Welches war Dein Löwenspiel der Saison?

Ganz klar der Auswärtssieg in Ingolstadt! Das Spiel gedreht, gekämpft wie Löwen und dann den Sieg errungen. Außerdem war es fantastisch mit so vielen Sechzgern auswärts im Stadion zu sein, es gab eine leiwande Choreo und die Spieler haben auch noch direkt vor uns, ja schon mit uns, gejubelt. Solche Emotionen wie bei den beiden Toren habe ich nur ganz selten erlebt und werden mir in Erinnerung bleiben.

Wer war Dein Spieler der Saison?

Ganz klar Max Reinthaler! TSV 1860 16 Reinthaler MaxEr hat auf seinen Moment gewartet, diesen genutzt und dann die gesamte Abwehr stabilisiert. Er war einer der wenigen, die immer gekämpft und sich voll reingehauen haben. Sieben Mal Team der Runde beim Kicker spricht eigentlich für sich. Zudem haben seine guten Diagonalpässe einer spielerisch limitieren Mannschaft sehr oft wichtige Impulse im Offensivspiel gegeben.

Was oder wer war für Dich die Überraschung (positiv/negativ) der Saison?

Positiv hat mich Phillip Maier überrascht. Obwohl er auf dem Abstellgleis stand, hat er sich nie beklagt und immer weiter gut trainiert. Als dann die Chance kam, hat er sie genutzt und ist zu einem integralen Bestandteil der Mannschaft geworden.

Wirklich enttäuscht hat mich leider Florian Niederlechner. Ich dachte, er ist nicht mehr der schnellste, aber das es für die dritte Liga gefühlt gar nicht mehr reicht, hat mich schon überrascht. Außerdem sind er und auch Kevin Volland mit viel zu vielen Undiszipliniertheiten und übermotiviertem Einsteigen auf dem Platz aufgefallen, womit sie sich oft sinnlose gelbe Karten abgeholt haben. Da hätte ich mir mehr Ruhe und Führung für die jungen Spieler erwartet.

Was war für Dich das schönste Tor der Saison?

Viele Tore sind mir nicht in Erinnerung geblieben nach dieser Spielzeit. Schön war zum Beispiel das 2:0 von Haugen gegen Ulm zuhause. Besonders gefreut – und ich finde es auch recht schön – hat mich aber das 1:0 gegen Ingolstadt im Rückspiel. Nachdem es in den Spielen davor einfach nicht klappen wollte, durfte Samuel Althaus endlich sein erste Liga-Profi-Tor bejubeln!

Am Ende steht Platz 8. Bist Du zufrieden mit dieser Saison?

Nach den Erwartungen am Anfang natürlich nicht, aber zumindest hatten wir nie wirklich etwas mit dem Abstieg zu tun. Es haben sich einfach alle verschätzt und auch ich habe mich von großen Namen blenden lassen. Das ärgert  noch immer. Das Endergebnis ist ok, aber die Art und Weise wie das Saisonende hergeschenkt wurde, ist sehr ernüchternd.

Wie schätzt Du die Arbeit von Markus Kauczinski und seinem Trainerteam ein?

Seit Markus Kauczinki bei den Löwen ist habe ich es leider noch nicht auf ein Training geschafft. Über die echte Arbeit an der 114 kann ich deshalb leider überhaupt nichts sagen. Sonst ist es natürlich Schade, dass auch er es nicht geschafft hat im Saisonendspurt die Energie hoch zu halten. Auch hat er an einigen Spielern fest gehalten, von denen ich überhaupt nichts halte.

Alles in allem, mache ich ihm aber keinen großen Vorwurf und würde ihm gerne eine komplette Spielzeit mit einer auf ihn zugeschnittenen Mannschaft geben. Ich halte ihn für einen Fachmann, der weiß wie man aufsteigt und außerdem ein Händchen für junge Spieler hat. Dass unter ihm (natürlich auch verletzungsbedingt) so viele Talente ihr Debüt gefeiert haben, hat mich sehr gefreut. Welchen Anteil die Co-Trainer an dem Ganzen haben kann ich gar nicht beurteilen, bei meinen Besuchen im Pressebereich war Markus Brenzska aber sehr engagiert vor dem Bildschirm tätig.

Was wird Dir von der Saison 2025/26 besonders in Erinnerung bleiben?

Viele schöne Auswärtsfahrten und viele neue liebe Leute, die ich rund um Sechzig kennengelernt habe. Außerdem die Live-Podcasts im Bamboleo, die dank der zahlreichen Gäste immer ein großer Spaß waren.

Sportlich gesehen bleibt das schon genannte Auswärtsspiel in Ingolstadt positiv in Erinnerung. Negativ die Nicht-Leistung gegen Hoffenheim und der gesamte “Saisonausklang” nach der Niederlage in Cottbus. Dass die Mannschaft uns nicht einmal den Toto-Pokal geschenkt hat, nehme ich ihr tief drinnen noch immer übel.

Was rechnest Du Dir in der kommenden Saison aus?

Hoffen kann man immer und ich gehe natürlich mit der leichten Hoffnung auf die große Überraschung in die nächste Spielzeit. Nüchtern betrachtet glaube ich aber, dass wir uns auf jedem Fall im oberen Mittelfeld einfinden können, egal in welcher Spielklasse wir antreten. Ein einstelliger Tabellenplatz sollte immer das Mindestziel sein.

Von welchem Spieler erwartest Du Dir in der Saison 2026/27 besonders viel?

Falls wir in Liga 3 verbleiben: Wenn Sean Dulic die ganze Saison fit bleibt, erwarte ich mir, dass er in der kommenden Saison von Max Reinthaler nach und nach die Chefrolle in der Kette übernimmt und aus seinem Talentstatus entwächst.

Falls wir in die Regionalliga gehen: Dann erwarte ich mir, dass sowohl Lasse Fassmann hinten, als auch Damjan Dordan, Samuel Althaus und Xaver Kiefersauer sich schnell zu Stammspielern und Leistungsträgern entwickeln. Um sie herum möchte ich eine neue Mannschaft sehen. Für die vierte Liga haben die genannten auf jeden Fall das Zeug.

Was ist Dein dringendster Wunsch in Bezug auf den TSV 1860?

Da halte ich es wie mein Kollege Leon: Die Unabhängigkeit von sämtlichen Investoren!

Alle Saisonrückblicke 25/26 

In diesem Frühsommer 2026 erschienen bereits folgende Saisonrückblicke unserer Redaktion:

Saisonrückblick 2025/26: Stefan Kranzberg
Saisonrückblick 2025/26: FloBu
Saisonrückblick 2025/26: Thomas Spiesl
Saisonrückblick 2025/26: Thomas Enn  
Saisonrückblick 2025/26: Christian Jung
Saisonrückblick 2025/26: Leon Kleemann

2. Juni 1993: Ein Schritt Richtung 2. Bundesliga – im hohen Norden

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Am 3. Juni 1993, also heute vor 33 Jahren musste des TSV 1860 München beim 1. SC Norderstedt antreten. In der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Und nach einem durchaus aufregenden Spiel stand ein 2:2 auf der Anzeigentafel. Ein weiterer wichtiger Punkt für den Aufstieg. Zwei Spiele später knallten in Giesing die Sektkorken. Die Rückkehr in die 2. Liga unter Trainer Werner Lorant – nach nur einem Jahr Bayernliga – war gelungen. Dass nur gut ein Jahr später dann gar die Rückkehr ins deutsche Fußballoberhaus bejubelt werden durfte, konnte im Juni 1993 natürlich noch keiner ahnen.

Aufstiegsrunde mit Favorit Ulm…

“Einer aus vier” lautete damals die Formel zum Aufstiegsglück. Die Meister bzw. auch einige Vizemeister der Amateur-Oberligen (dem Unterbau unter der 2. Bundesliga) mussten sich in Aufstiegsrunden mit Hin- und Rückspielen duellieren und nur der am Ende die Vierergruppe mit den meisten Punkten anführende Verein qualifizierte sich für die 2. Liga. Zwei Jahre zuvor war dies den Löwen unter Trainer Karsten Wettberg und großem Jubel gelungen. Nun musste man also erneut durch dieses Nadelöhr, um in den Proffußball zurück zu kehren. Und die Chancen wurden vorher als nicht allzu rosig angesehen. Der SSV Ulm galt als großer Favorit. Allerdings hatte 1860 direkt im ersten Spiel ein triumphales 2:0 im Donaustadion erzielt. Das Heimspiel gegen die Spatzen war erst für den letzten Spieltag der Aufstiegsrunde angesetzt.

…Kickers Offenbach und dem 1. SC Norderstedt

Dazwischen war Sechzig daheim über ein 1:1 gegen Kickers Offenbach nicht hinausgekommen und hatte den Vizemeister der Oberliga Nord, den SC Norderstedt in Giesing mit 1:0 besiegt. Nun hatte man noch die Auswärtsspiele in Norderstedt und Offenbach vor der Brust. Ehe es zum möglichen Showdown gegen Ulm kommen würde. Verlieren war auf jeden Fall verboten. Zur Partie im Norden von Hamburg machten sich rund 2.000 Löwenfans an einem Mittwoch auf den Weg. Der Verfasser dieser Zeilen kam in den außergewöhnlichen Genuss, mit zahlreichen anderen Fans die Lufthansa-Manschine zu besteigen, in der auch die Mannschaft reiste. Den Tripp hatte der damalige Geschäftsführer Werner Brugger organisiert. Ein unvergessliches Erlebnis, von dem zahlreiche fotografische Impressionen Zeugnis geben.

Löwenfans freuen sich schon frühmorgens am Münchner Airport auf den Fug nach Hamburg…
…während Stürmer Albert Gröber noch mit der Lektüre der tz beschäftigt ist.
Mit einem Nickerchen tankten beim Hinflug Thomas Ziemer und Michael Kroninger Kraft für die am Abend anstehende Partie.

St. Pauli-Fans unterstützen 1860!

Unter den 7.000 Zuschauern im Edmund-Plambeck-Stadion befanden sich damals sehr viele Anhänger des Hamburger SV und des FC St. Pauli. Erstere waren den Gästen aus München gegenüber merklich feindselig eingestellt, wohingegen sich die braun-weißen Fans – heute fast undenkbar – selbstvertständlich zu den Sechzgern gesellten und die Löwen mit unterstützten. Die Fanfreundschaft, die in den frühen 1990ern, insbesondere auch am Rande von Spielen der Kiezkicker im Olympiastadion gegen die Roten, ihren Anfang genommen hatte, wurde an jenem Mittwochabend im Juni 1993 weiter vertieft. Lang ist’s her…

Norderstedt offensiv – und die Löwen treffen

Auf dem Rasen zeigte der dort beheimatete Underdog, der zu diesem Zeitpunkt schon keine realistische Chance mehr auf den Aufstieg hatte, dass er die Gäste aus München auf jeden Fall mindestens ärgern wollte. Überraschend offensiv und aggressiv ging das Team von Trainerlegende Willi Reimann in die Partie. Kneißl & Co. mussten sich darauf erstmal einstellen. Was dann auch gelang. Norderstedt hatte die Chancen und 1860 ging in Führung. Fünf Minuten vor der Pause spielte sich Horst Schmidbauer nach einem eher unbeabsichtigten Pass von Jens Keller im Strafraum frei und schoss das Spielgerät aus 13 Metern rechts unten ins Gehäuse der Gastgeber. Großer Jubel beim weiß-blauen Anhang zur Pause.

Zwei Standards führen zum Rückstand

Im zweiten Abschnitt wollten die Löwen das Ganze locker herunterspielen und wohl schon die Kräfte für die am folgenden Sonntag anstehende Partie auf dem Bieberer Berg schonen. Lange sah es so aus, als ob dies auch gelingen könnte. Dann schlugen die Nordlichter zu. In der 63. und 83. Minute konnten sie jeweils per Kopf nach Eckbällen die Partie drehen. Die entsetzten Löwenfans versuchten sich in der Schlußphase bereits damit abzufinden, dass nun wohl zwei Siege in den zwei abschließenden Spielen dieser Aufstiegsrunde nötig seien. Doch die Ängste quälten den Anhang nicht lange. Kurz vor dem Abpfiff erlöste Bernhard Trares alle im Stadion, die Sechzig die Daumen drückten und hielt aus rund zwanzig Metern einfach mal drauf. Ein Spieler der Gastgeber fälschte den Ball unhaltbar für den eigenen Torhüter ab – 2:2. Gott sei Dank!

Löwenfans bejubeln den Ausgleich. In der Bildmitte gut zu erkennen: Der kurzfristig im Stadion errichtete Bauzaun…

Kleiner Platzsturm trotz provisorisch errichteter Bauzäune

Die Gastgeber hatten auf Anraten der Sicherheitsorgane in der Nacht vor der Partie noch provisorische, etwa zwei Meter hohe mobile Bauzäune (!) um das Spielfeld aufgestellt. Diese hinderte jedoch einen Teil der Löwenfans nicht daran, ihrer Erleichterung mit einer kurzen Platzbegehung Luft zu machen. Und abgesehen von ein paar Freundlichkeiten, die zwischen Löwen und den oben angesprochenen HSV-Fans ausgetauscht wurden, blieb im Stadion zum Glück auch alles friedlich.

…der die Löwenfans aber nicht an einem kleinen Platzsturm hindert…
…um dann in Ruhe der Analyse von Trainer Werner Lorant zu lauschen.

Party auf der Reeperbahn

Der wichtige Punkt auf dem Weg Richtung 2. Bundesliga wurde von der fliegenden Reisegruppe in dieser Nacht auf der Reeperbahn ausgiebig gefeiert. Morgens gegen 7.00 Uhr machte man sich wieder auf den Weg Richtung Flughafen Fuhlsbüttel und bestieg, zusammen mit den – Dank einer Hotelübernachtung – ausgeschlafenen Spielern, das Flugzeug Richtung München. Die Abendzeitung titelte an diesem Tag: “Glück im Norden: Löwen weiter Kurs 2. Liga”
Drei Tage später gelang bei den Offenbacher Kickers ein 1:1. Und so reichte dann das selbe Ergebnis im abschließenden Heimspiel gegen den SSV Ulm ebenfalls, um nach einem Jahr Abstinenz wieder direkt in die 2. Liga zurück zu kehren. Der Rest ist Geschichte.

1. SC wird später zum FC Eintracht

Den Gegner von jenem 2. Juni 1993, den 1. SC Norderstedt sucht man in heutigen Tabellen übrigens vergebens. Zehn Jahre nach der hier besprochenen Partie gründeten die Fußballer des SCN den FC Eintracht Norderstedt, in dem bis heute ausschließlich Fußball gespielt wird. Die erste Herrenmannschaft des neu gegründeten Klubs gehört seit 13 Jahren kontinuierlich der viertklassigen Regionalliga Nord an und belegt in der Regel jeweils gesicherte solide Mittelfeldplätze ohne große Ambitionen auf höhere sportliche Ziele.

Die Aufstellung des TSV 1860

Trainer Werner Lorant schickte am 2. Juni 1993 folgende Mannschaft aufs Feld:

R. Berg – Ossen – Strogies, Mauerer – Keller, Miller, Störzenhofecker, Trares, Ziemer (65. Kroninger), Kneißl (78. Gröber) – Schmidbauer

Tore: 0:1 Schmidbauer (40.), 1:1 Bachmann (63.), 2:1 Jeschke (83.), 2:2 Trares (86.)

 

 

Lizenz-Showdown: Wie geht es bei den Löwen weiter?

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Ismaik: Geschäftsstelle an der 114
Die Gebäude des TSV 1860 München an der Grünwalder Straße 114

Die Uhr tickt unerbittlich: Morgen, am 3. Juni um 17:00 Uhr, läuft die Nachweisfrist beim DFB ab. Dem TSV 1860 München fehlen 2,7 Millionen Euro, um die Lizenz und damit den Verbleib in der 3. Liga zu sichern. Gerissen wurde diese Liquiditätslücke durch die HAM International, die zugesagte Darlehen extrem kurzfristig kündigte und weitere finanzielle Mittel an einen Forderungskatalog knüpfte.

Der Rückzieher beim Vorkaufsrecht

Wie wir hier auf sechzger.de bereits vor einigen Tagen berichtet haben, hat Hasan Ismaik laut eigener Aussage die weitreichendste seiner Forderungen mittlerweile fallengelassen: Der e.V. muss nicht auf sein Vorkaufsrecht verzichten (ursprünglich Punkt 7, die sogenannte “Exit-Unterstützung”). Dass dieser Punkt von der Liste gestrichen wurde, ist bezeichnend. Offenbar hat die Investorenseite im letzten Moment erkannt, dass diese plumpe Einmischung in die Gesellschafterrechte des Stammvereins rechtlich kaum haltbar und in der Öffentlichkeit als reine Erpressung demaskiert war.

Die verbleibenden Nebelkerzen und das selbst gebuddelte Loch

Was von der ursprünglichen Liste bleibt, sind angebliche Sorgen um Compliance, Controlling und Ausgabendisziplin. Diese Argumentation muss nüchtern betrachtet als Nebelkerze eingestuft werden. Die Investorenseite stellt seit Jahren den Aufsichtsratsvorsitzenden; strukturelle Mängel hätten von den Kontrollgremien jederzeit behoben werden können. Die KGaA wird zudem jährlich von unabhängigen Wirtschaftsprüfern testiert.

Noch paradoxer wird es beim beklagten Finanzbedarf: Die 2,7 Millionen Euro resultieren maßgeblich aus einer Etat-Erhöhung, die die Vertreter der HAM im Aufsichtsrat kraft ihrer Stimmenmehrheit und gegen das ausdrückliche Votum der e.V.-Vertreter durchgedrückt hatten. Erst das Millionenloch buddeln, das eigene Budget verabschieden und sich im Nachgang über fehlende Ausgabendisziplin beschweren – das entbehrt jeder kaufmännischen Logik.

Das juristische Bumerang-Szenario: Liquiditätskollaps und Millionenklage

Sollte die HAM bis morgen kein Geld fließen lassen und der TSV 1860 infolgedessen die Drittliga-Lizenz verlieren, droht dem Investor ein handfestes juristisches Nachspiel mit einem doppelten finanziellen Bumerang-Effekt. KGaA-Geschäftsführer Manfred Paula hat die Darlehenskündigung mangels ordnungsgemäßer Abmahnung und Fristsetzung (§ 314 Abs. 2 BGB) bereits formal als rechtsunwirksam zurückgewiesen. Das löst eine folgenschwere Kettenreaktion aus:

Erstens: Die KGaA hat bereits einen Großteil der Dauerkarten für die kommende Saison verkauft – explizit für Profifußball in der 3. Liga. Ein Zwangsabstieg in den Amateurbereich stellt eine klare Leistungsstörung dar. Wenn in der Folge massenhaft Fans das schon bezahlte Geld für ihre Dauerkarten zurückfordern, gerät die KGaA sofort in einen massiven, zusätzlichen Liquiditätsengpass. Um die KGaA dann vor der sofortigen Insolvenz zu bewahren – was für Ismaik den Totalverlust seiner Anteile bedeuten würde –, müsste er genau dieses Loch notgedrungen auslegen und ausgleichen.

Zweitens: Nach deutschem Recht macht sich die Seite, die einen Darlehensvertrag unberechtigt kündigt und Auszahlungen verweigert, voll schadensersatzpflichtig. Wenn die KGaA nachweisen kann, dass die vertragswidrige Kündigung kausal zum Lizenzentzug geführt hat, könnte sie Ismaik im Nachgang für den gesamten wirtschaftlichen Schaden (TV-Gelder, Sponsorenausfälle, Regressansprüche) in Regress nehmen. Die aktuelle Blockadehaltung birgt also potentiell ein enormes Haftungsrisiko für den Investor selbst.

Bei Abstieg: Geld zurück?

Es ist das gute Recht eines jeden Einzelnen, im Falle eines Zwangsabstiegs die Dauerkarte zurückzufordern. Wir alle haben für teures Geld ein Produkt gekauft, das explizit “3. Liga” heißt. Wird uns dieses Produkt verweigert, steht uns unser Geld rechtlich zu. Ich persönlich – und viele, mit denen ich in den letzten Tagen gesprochen habe – werden von diesem Recht definitiv Gebrauch machen. Jeder zurückgeforderte Euro erhöht den unmittelbaren Druck auf die Verursacher dieser Krise und zwingt sie, die finanzielle Suppe, die sie der KGaA eingebrockt haben, selbst auszulöffeln.

Es gibt kein “2017 2.0” !

Man darf sich auf der Investorenseite keinen Illusionen hingeben: 2017 wurde der brutale Fall noch durch die hochemotionale Rückkehr in das Grünwalder Stadion abgefedert werden. Das hat damals unglaublicherweise eine ganz neue Euphorie entfacht und die Löwen-Familie zusammengeschweißt. Aber diese Karte ist ausgespielt. Einen solchen emotionalen Rettungsanker gibt es nicht mehr.