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Sechzig um Sieben: Zwischen Kottern und Paris

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SECHZIG UM SIEBEN

Das Wochenende steht schon wieder fast vor der Tür. Das heißt natürlich auch wieder Spieltag für die Mannschaften des TSV 1860 München. Gestern begannen wir auf die anstehenden Spiele der Profis und Amateure vorauszublicken. Außerdem blicken wir über den Tellerrand hinaus, wenn Martin uns mit auf seine Reise zu einem weniger bekannten Verein in der französischen Hauptstadt nimmt. All das findet ihr wie immer für einen informierten Start in euren Löwentag bei Sechzig um Sieben!

Amas im Allgäu

Die zweite Mannschaft setzt sich am Samstag ebenfalls gen Westen in Bewegung, muss aber etwas südlicher als die Profis in Kottern ran. Christian blickt auf die anstehende Partie in der Bayernliga Süd:

Samstag Nachmittag: Die Amas in Kottern

Groundhopping Frankreich

Unser Leser Martin hat ein Herz für den Red Star FC aus Paris. Dort hat sich – wie bei den Löwen – im Sommer viel getan, weshalb sein Reisebericht aus dem Frühjahr nun mit etwas Verspätung erscheint. Viel Spaß in der Pariser Vorstadt:

Mehr als Groundhopping in der (Vor-)Stadt der Liebe: Red Star FC Paris

Der Mann an der Pfeife

Auch gegen Illertissen gibt es wieder eine Ausgabe der beliebten Rubrik, die damit diese Woche unsere Vorberichterstattung zum Spieltag der Profis einleitet:

Der Mann an der Pfeife (in Illertissen): Maximilan Ziegler

News aus der Regionalliga

  • Die in der Tabelle abgestürzten Aubstädter wechseln den Trainer. Nach fünf Liga-Niederlagen in Serie setzten die Grabfelder der Ära von Claudiu Bozesan im Einvernehmen ein Ende. Josef Francic – ein bekanntes Gesicht beim TSV Aubstadt – springt wie schon oft zuvor ein.

Der Mann an der Pfeife (in Illertissen): Maximilan Ziegler

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Aus Gerolzhofen in Unterfranken reist der 32jährige Maximilian Ziegler am Samstag in den Regierungsbezirk Schwaben, genauer nach Illertissen, um das Spiel des dort beheimateten FVI gegen den TSV 1860 München zu leiten. Ein erfahrener, eher milder Schiedsrichter, der auch die Löwen schon einmal in seiner Laufbahn gepfiffen hat. Hier stellen wir Ihn vor, den “Mann an der Pfeife” für das nächste Spiel.

220 Spiele auf dem Tacho

Auf 220 Spiele im höherklassigen Jugendbereich und bei den Herren zwischen Landes- und Regionalliga Bayern blickt Ziegler bereits zurück. Darunter waren auch einige besondere Herausforderungen, wie Aufstiegs- oder Relegationsspiele und zehn Duelle im bayerischen Landespokal. In den Partien, die er verantwortete erwies sich Ziegler als eher zurückhaltend, was die Sanktionen der Akteure anbelangte. Zwar liegt er mit 949 Gelben Karten im Durchschnitt seiner Zunft, 30 Ampelkarten bedeuten aber nur eine alle 7,3 Spiele. Sogar nur halb so oft (nämlich alle 15,7 Partien) zeigt Ziegler bislang glatt Rot und schickt einen Akteur damit verfrüht unter die Dusche. Nur alle 4,6 Spiele deutet er auf den Elfmeterpunkt. Ebenfalls deutlich seltener, als der Durchschnitt. Man darf gespannt sein, wieviel Härte Ziegler am Samstag in Illertissen akzeptiert.

Einmal im Totopokal den Löwen begegnet

Sein bisher einziges Spiel, an dem auch die erste Mannschaft des TSV 1860 beteiligt war, bereitete ihm keinerlei Probleme und er kam dabei mit einer einzigen Gelben Karte aus. Am 5. September vor drei Jahren war’s, als die Löwen im Achtelfinale des Totopokals bei der DJK Hain vor 1.860 Zuschauern mit einem souveränen 8:0 in die nächste Runde einzogen. In den 52 bzw. 21 Spielen, die Ziegler als Schiri (seit Sommer 2022) und als Assistent (seit November 2015) in der Regionalliga Bayern begleitete, liefen ihm nur ein einziges Mal die Amas des TSV 1860 über den Weg. Am 1. April 2017, als das Team von Daniel Bierofka mit 3:1 beim SV Schalding-Heining siegte. Kapitän der Löwen und Torschütze zur 1:0-Führung war damals übrigens der 22jährige Felix Weber.

Die Linienrichter in Illertissen

Unterstützung an den Seitenlinien erhält Maximilian Ziegler im Vöhlinstadion von den Linienrichtern David Kern (29) aus Röthlein und Maximilian Graf (23) aus Mellrichstadt. Alle drei Unparteiischen sind somit in Unterfranken zu Hause.

David Kern

Der für den TSV Röthlein aktive Kern hat bisher 47 Landes- und 17 Bayernligaspiele in Nord- & Südstaffel als Hauptschiedsrichter geleitet. Als Assistent stehen 27 Drittliga- und 82 Regionalligaspiele zu Buche. Reichlich Erfahrung mit dem Fähnchen! Auch den Löwen ist er schon als Linienrichter begegnet. Vor knapp zwei Monaten, als Sechzig im Totopokal mit einem 5:1 beim FC Wendelstein ins Achtelfinale einzog.

Maximilian Graf

Auch Graf hat Erfahrung als Schiri aufzuweisen und sogar schon viermal in der Regionalliga gepfiffen, außerdem 18 Mal in der Bayernliga und 28 Mal in der Landesliga. Als Linienrichter sind 23 Spiele in der Regionalliga und zwei in der Landesliga verzeichnet. Berührungspunkte mit dem TSV 1860 gibt es bislang nur mit der zweiten Mannschaft von der Grünwalder Straße. Hier aber sogar als Hauptschiedsrichter. Am 7. September 2024 bei einer 1:2-Niederlage der kleinen Löwen in Nördlingen.

Der Vierte Offizielle

Der Vierte Offizielle bzw. “Spiel- und Medienbeauftragte des BFV” am Samstag Nachmittag in Illertissen ist Felix Gärtner aus Dauchingen im Schwarzwald. Er kommt also nicht aus Bayern, sondern aus dem benachbarten Baden-Württemberg. Gärtner ist erst zum insgesamt zweiten Mal als Vierter Offizieller in der Regionalliga Bayern im Einsatz. Und das ist ein gutes Omen für die Löwen. Premiere in dieser Rolle feierte Gärtner nämlich am 14. August diesen Jahres in Memmingen. Na? Klingelt’s? – Richtig: Die Löwen siegten an jenem Freitag Abend mit 3:0, was den ersten Sieg in der noch jungen Regionalliga-Saison bedeutete.

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Titelbild: Dienstag, 5. September 2023, kurz vor halb acht Uhr abends. Schiedsrichter Maximilian Ziegler beobachtet den Elfmeter, den Tarsis Bonga gleich zum 8:0-Endstand für die Löwen bei der DJK Hain verwandeln wird.

 

 

Mehr als Groundhopping in der (Vor-)Stadt der Liebe: Red Star FC Paris

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Bereits kurz vor Ende der vergangenen Drittligaspielzeit bot unser Leser Martin (Blue Coat) beim Gespräch an der Tanke nach einem Heimspiel der Löwen an, für sechzger.de einen Groundhopper-Bericht aus der Hauptstadt Frankreichs zu verfassen. Die Ereignisse des Sommers bei 1860, von denen wir alle ja einigermaßen überrascht wurden, haben dazu geführt, dass der besagte Gastbeitrag nun erst im Herbst erscheint. Was der Qualität und Lesbarkeit des Ganzen natürlich kein Abbruch tut.
Viel Spaß bei einem textlichen Ausflug in die (Vor-)Stadt der Liebe.

Traditionsverein mit altehrwürdigem Stadion

Ein Traditionsverein – einer der ältesten der Stadt. Mit seiner Geschichte untrennbar verknüpft: Das altehrwürdige Stadion, lange Zeit in kommunalem Besitz, ein Ausbau für die höherklassigen Ziele ist dringend notwendig. Dieses Zuhause liegt in unmittelbarer Nähe des vierspurig ausgebauten Straßenrings, mitten in einem Wohnbezirk. Und trotz fortschreitender Gentrifizierung mit einem bis heute hohen Anteil an Menschen mit niedrigen Einkommen und Familien, die hier seit vielen Jahrzehnten eine neue Heimat gefunden und sie mit geprägt haben. Dazu ein Investor mit äußerst zwielichtigem Finanzgebaren und jeder Menge Ignoranz, was Fußball und Fankultur anbelangt.

Nein, die Rede ist heute ausnahmsweise nicht von Münchens großer Liebe, sondern vom ältesten noch aktiven Klub der französischen Hauptstadt, dem Red Star FC Paris, dem viert-ältesten Fußballverein Frankreichs. Von den Fans kurz l’Étoile Rouge (der Rote Stern) gerufen, benannt nach der Atlantik-Reederei Red Star Line. Gegründet 1897, und zwar von Jules Rimet, damals gerade 23 Jahre alt, in einem kleinen Café im 7. Bezirk. Dieser Rimet wurde später weltberühmt: Als Mitgründer und jahrzehntelanger Präsident der FIFA, in einer Zeit, als die Führung dieser Organisation noch keine korrupte, geldgierige Bande war. Rimet gilt auch als “Erfinder” der Fußball-WM, die er als Mittel zur Völkerverständigung sah.

Samstag, 11. April 2026, letzter Tag meines Vier-Tage-Kurztrips nach Paris. Mein Nachtquartier liegt im Norden der Stadt, außerhalb der eigentlichen Stadtgrenzen in der Nähe des Stade de France, dem gigantischen WM-Stadion von 1998 mit seinen über 80.000 Plätzen. Das größte modulare Stadion der Welt wird für Fußball und Rugby nur bei Länder- und Pokal-Endspielen, für Leichtathletik und Konzerte genutzt und bleibt die meisten Tage im Jahr leer.

Nach einer halben Stunde zu Fuß, vorbei an großen Wohnblöcken, Altbestand und Industrieflächen erreiche ich das Vorort-Viertel Saint-Ouen, wo die Wohnbebauung, bis auf den berühmten Flohmarkt und den riesigen Friedhof wieder dichter ist. Ein multikulturell-migrantisch geprägtes ehemaliges Dorf, direkt am nördlichen Rand der eigentlichen Stadtgrenzen gelegen, während der Industrialisierung durch die Arbeiter auf den Docks in der nördlichen Seine-Schleife auf die vielfache Größe gewachsen und zur Vorstadt geworden.

Ich nähere mich der Péripherique, der Stadtautobahn, die Kern-Paris umschließt, biege aber vorher von der breiten Ausfallstraße nach rechts ab in kleine Straßen und Gassen mit vielen Altbauten, hin und wieder aber auch modernen, eingezäunten und teuer wirkenden Wohnkomplexen. Dadurch, dass es in den seit über hundert Jahren eingepferchten 20 Arrondissements von Kern-Paris kaum mehr bezahlbaren Wohnraum gibt, zieht es auch junge Besserverdiener, in Paris spöttisch “BoBos” genannt, in die Außenbezirke. Was zwar für noch mehr Vielfalt und nette Cafés und Bars sorgt, aber auch teilweise für enormen Mietpreisdruck.

Vor zehn Jahren wurde ich eher zufällig und über Umwege auf den Verein aufmerksam und verfolge seitdem die Entwicklung des Red Star Paris FC oder Red Star 93 (die Zahl bezieht sich nicht auf das Gründungjahr, sondern – nicht ohne Stolz – auf die Postleitzahl von Saint-Ouen, eine der vielen Banlieues, deren Bewohner sich ganz klar als Parisien(ne)s oder im Slang auch als “Panames” definieren). Seit 2016 ist die Mannschaft zweimal aus der Ligue 2 abgestiegen, 2024 als Meister der “National” (3. Liga) wieder hoch und im Apil 2026 zum Saisonende auf den oberen Tabellenplätzen der zweiten Liga zu finden. So trifft es sich gut, dass ich endlich einmal ein Red-Star-Spiel in Paris live im Stadion sehen kann: Das Spiel gegen die Korsen vom SC Bastia.

Dass der Red Star FC kein gewöhnlicher Club ist, merkt man, wenn man sich dem Stadion nähert. In Saint-Ouen, am gleichsam unscheinbaren und beeindruckenden Stade Bauer, das eine über hundertjährige Geschichte erzählt.

Zunächst kann ich mich nur an den Flutlichtmasten orientieren. Beim Versuch, das Stadion einmal zu umrunden, muss ich mich auf einen längeren Fußmarsch einstellen, da die Straßen und Sackgassen immer wieder von Wohnblöcken und Baustellen unterbrochen werden. Es lohnt sich aber, die Welt von Saint-Ouen etwas näher kennen zu lernen, und ich habe noch genügend Zeit bis zum Anstoß um 14 Uhr.

Das “Bauer”

Das Stadion selbst ist ein legendärer Ort mit dem rohen Charme eines Hinterhof-Stadions und einzigartiger Atmosphäre. Das Stade Bauer – offiziell auch “Stade de Paris”, hier nennt es aber jeder nur “le Bauer” – steht exemplarisch für die Seele des Vereins: Fast ausschließlich antirassistisch und antifaschistisch eingestellte Fans, Anwohner des Viertels, viele mit Migrationshintergrund, kommen hier zusammen, um den Club zu feiern, egal in welcher Division er gerade spielt.

Das Stadion befindet sich derzeit in der Umbauphase, und das während des laufenden Zweitliga-Betriebs. Es soll ein neues Kapitel seiner Geschichte schreiben: Mit zunächst 10.000 Plätzen – ein weiterer Ausbau auf über 15.000 ist auf lange Sicht in Planung – soll es seine Identität bewahren und gleichzeitig dem Red Star die Möglichkeiten bieten, selbst bei einem Aufstieg in die Ligue 1 dessen geliebte Heimat zu bleiben.

Es liegt an der Rue du Docteur Bauer und ist – wie diese – benannt nach einem jüdischen Arzt, der in der Résistance gegen die Nazi-Besatzung und deren Kollaborateure in Saint-Ouen eine große Rolle spielte. Und am 23. Mai 1942, nach zwei Monaten Foltergefängnis durch die Faschisten ermordet wurde. Bauer hatte keinen seiner Kameraden verraten und wurde nur 31 Jahre alt. Eine Tafel am ehemaligen Wohnhaus der Familie, direkt neben dem Stadion, erinnert an deren Geschichte.

Im Stade Bauer trägt seit 2014 die Osttribüne des Stadions, Heimat der Red-Star-Fans, den Namen “Tribune Rino Della Negra”. Della Negra war ein junger Arbeiter mit italienischen Wurzeln und ein vielversprechender Flügelstürmer, der ab Sommer 1943 ein paar Spiele bei Red Star bestritt. Er entzog sich dem Nazi-Arbeitsdienst in Deutschland und wurde Mitglied einer Résistance-Einheit von bewaffneten Partisanen, die hauptsächlich aus Immigranten bestand und in der gesamten Pariser Region gegen die faschistischen Besatzer kämpfte. Nach einem Schusswechsel bei einem missglückten Überfall auf einen Geldtransport der Hitler-Armee in der Rue Lafayette wurde er gefangengenommen und Anfang 1944 mit 24 Mitstreitern von den Nazis erschossen. Er wurde nur 20 Jahre alt.

Die Geschichte der Befreiung ist hier allgegenwärtig. Im Verein, im Stadion und im Umfeld. Viele der Straßen und öffentlichen Gebäude in der Umgebung sind nach Widerstandskämpfern benannt.

Auch aufgrund seiner Geschichte sorgt der Red Star FC für Bildung und Zusammenhalt seiner Jugend im Viertel. Auch Abseits des Platzes. Seit 2008 ergänzt das Red Star LAB das Nachwuchszentrum mit kostenlosen handwerklichen und künstlerischen Workshops für Kinder und Jugendliche aus dem Viertel.

Red Star Paris und die anderen

An der Straßenecke gegenüber befindet sich die Bar “L’ Olympic”, so etwas wie das Vereinsheim der Fans. Auf dem Trottoir und im Inneraum wimmelt es von Leuten, die auf den Anstoß warten.

Ich komme mit einer Gruppe von Fans ins Gespräch, darunter ein Brite, der seit zehn Jahren in Paris lebt und arbeitet. Er erklärt mir, dass der Anspruch, der älteste Fußballverein von Paris zu sein, immer wieder bestritten wird. In Paris lebende Briten gründeten schon vorher dort Clubs, beispielsweise den Racing Club de France Football 1886, Fußballabteilung ab 1896, heute nur noch im Rugby erfolgreich. Fußball spielt man dort momentan in der National 3 (5. Liga). Ein gewisser Pierre Littbarski heuerte in erfolgreicheren Zeiten (1986/87) dort an. Oder vom Standard Athletic Club Paris 1892, einem recht elitären und bis heute rein britischen Club, nur noch in den unteren Amateurligen zu Hause.

Jedenfalls nimmt der Red Star FC eine frühe Ausnahmestellung ein: Er verankerte, den Industrie-Revieren im Nordosten Frankreichs nacheifernd, die britische Fußballkultur und den ehrlichen Arbeitersport auch in Frankreichs Hauptstadt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein spielte man im Schatten des Eiffelturms auf dem Marsfeld, 1910 mussten Verein und Spielfeld dann endgültig in den Vorort Saint-Ouen ausweichen, da die Flächen bebaut und für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt wurden.

Paris-Saint-Germain interessiert mich persönlich als Club eigentlich nur, wenn sie unsere roten Stadtrivalen aus der Champions-League kicken. Wenn es um ein Gegengewicht zu dem Weltkonzern PSG geht, fällt einem vielleicht noch der Paris FC ein. In den 1970ern das zunächst erfolgreichere Abspaltungsprodukt von PSG, mittlerweile mehrheitlich im Besitz der Milliardärsfamilie Arnault unter Beteiligung der österreichischen Limo-Fabrik. Nach langen Jahren in den unteren Ligen und eher bekannt durch Berichte über rechte Hooligans unter den Fans, stieg der Club letztes Jahr in die Ligue 1 auf und versucht sich nun als zweiter Pariser Edelclub zu etablieren. Schönes Logo, modernes Stadion direkt gegenüber von Saint-Germains Parc des Princes, aber definitiv kein Gegengewicht mit konträrer Fanbase oder -kultur.

Neben Berichten von einigen Überläufern aus den untereinander verfeindeten Fankurven von PSG machte auch der letztjährige Wechsel von Eintracht-Torwart Kevin Trapp dorthin Schlagzeilen. Die Saison wurde auf dem elften Tabellenplatz, allerdings im letzten Liga-Spiel mit einem 2:1-Erfolg gegen den Stadtrivalen PSG beendet. Die standen da schon als Meister fest und fokussierten vielleicht eher bereits auf das anstehende Champions-League-Endspiel gegen Arsenal in Budapest Ende Mai, das PSG nach mehreren Dusel-Momenten im Elfmeterschießen 4:3 gewann.

Auch der uns gut bekannte Stadion-Größenwahn hat die Roten Sterne von Paris einmal kurz gestreift: Es gab Anfang des Jahrtausends Pläne, die Red-Star-Heimspiele im riesigen Stade de France austragen zu lassen, was sportlich, finanziell und für die Fans einer Vollkatastrophe gleichgekommen wäre. Zum Glück wurde dieser Unsinn durch die sportliche und geschäftliche Entwicklung und wegen der unüberhörbaren Fanproteste schnell wieder zu den Akten gelegt. Nach ein paar unrühmlichen Episoden in anderen, bis zu 80 km (!) entfernten Stadien in den 2010er Jahren gilt: Red Stars Zuhause ist nur das Stade Bauer in St. Ouen!

Das Kapitel 777, ein Lehrstück über Investoren-Fußball

777 Partners, ein Konsortium von Kapitalgesellschaften mit Sitz in den USA, kaufte im April 2022 den damaligen Drittligisten Red Star FC. Die Übernahme stieß aufgrund der Geschichte des Klubs sowie der Befürchtung, Red Star könnte zu einer Art Talentschmiede für die anderen Vereine von 777 Partners verkommen, auf erbittertern Widerstand, nicht nur bei den Fans, auch in der lokalen und landesweiten Politik.

777 wollte als “Multi-Club-Owner” ein Big Player im Weltfußball werden: Die Berliner Hertha, Genua, Liège, Sevilla, Vasco da Gama, Rio, Melbourne… Als die Firma erfolglos versuchte, den Everton FC zu übernehmen, waren die Fanproteste längst auf dem Höhepunkt. Schließlich war das Firmengeflecht schon nach zweieinhalb Jahren insolvent und 777-Chef Joshua Wander wurde vor dem US-Bundesgericht in Manhattan angeklagt. Er und seine Kumpanen sollen ihr Firmen-Konsortium dazu benutzt haben, Kreditgeber und Investoren um Hunderte Millionen US-Dollar zu betrügen, in dem sie Vermögenswerte, die gar nicht existierten oder bereits verpfändet waren, als Sicherheit für investierte oder geliehene Gelder angaben, so die Anklage des Staatsanwalts. Wander soll dafür sogar Mitarbeiter angewiesen haben, Dokumente zu fälschen. Die Fans sahen sich bestätigt. Es geht um die Vorwürfe der Geldwäsche durch ein weitverzweigtes Betrugssystem und die Verschleppung von Pleiten.

Das gesamte Portfolio wurde inzwischen an die amerikanische Holdinggesellschaft A-CAP verkauft, die aber als Hauptgläubiger selbst eng mit 777 verstrickt ist. Das Ganze ist so undurchsichtig, dass selbst die offiziellen Stellen anscheinend auf der Stelle treten. Und das ist für Viele ein weiteres Mahnmal gegen den modernen Profi(t)fußball und seine Investoren.

„Aktenzeichen 777” ist aber noch immer ungelöst, nicht nur bei Red Star, seit 2025 findet man keine offizielle Stellungnahme zum Stand des Verfahrens mehr. Einige Clubs konnten die 777-Anteile bereits zurückkaufen. Mit Verlusten und neuen Schulden, versteht sich. Das Investoren-Desaster könnte auch der Grund sein, warum sich die Ausbau-Arbeiten am Stade Bauer nun dermaßen hinziehen.

Im Stadion

Durch die für das Spiel freigeräumte Baustelleneinfahrt neben der renovierten Osttribüne schlendere ich zur Personen- und Ticketkontrolle. Ich bin ernüchtert, eine gute halbe Stunde vor Anpfiff ist die Tribüne Della Negra fast leer. Einzig die rechte Hälfte der Südtribüne direkt vor dem futuristischen 70er-Jahre-Sozialwohnungs-Block “Planète Z” ist schon mit den Fans der Gäste aus der korsischen Hauptstadt Bastia gefüllt. Ansonsten mutet die Stadionbaustelle fast gespenstisch an. Die baufällige historische Stahltribüne an der Gegengerade im Westen wurde (leider!) längst abgerissen. Eigentlich sollte hier Ende 2025 schon eine neue errichtet werden, auf dem mit hohen Gräsern bewachsenen Kieswall steht aber lediglich Security-Personal neben einem kleinen Zelt für die Fernsehkameras. Dahinter die Silhouetten von großen Industrie- und Lagerhallen.

Die Tribüne hinter dem anderen Tor im Norden, die fast in das neu entstandene Bürogebäude hineinragt, ist seit einem Jahr weitgehend errichtet, hat aber immer noch kein fertiges Dach, keine Geländer oder sonstige Ausstattung. Leere Betonstufen.

Kurz vor dem Anstoß füllen sich die nutzbaren Tribünen. Auf der nördlichen Seite der neuen Haupttribüne befinden sich momentan die Stehplätze der aktiven Fanszene, jetzt auch mit guter Stimmung, Bannern, Fahnen und Gesängen. Ich finde meinen Sitzplatz auf der anderen Seite der Tribüne, um mich herum Fans aller Altersklassen, neben mir eine Familie mit zwei Kindern, eines davon ein Baby, abwechselnd von Vater und Mutter im Arm gehalten.

In der ersten Halbzeit gibt es nicht viel zu feiern als Red-Star-Fan. Als der Referee zur Pause pfeift, führt Bastia mit 3:1. Der Block der aktiven Heimfans, hier in British-Football-Tradition “Kop” genannt, macht trotzdem ordentlich Rabatz. Auf einem Banner ist zu lesen, was man auch zwischendurch immer wieder hört: “Red Star gibt es nur im Bauer!”

Da ich vorab nur noch eine Art VIP-Ticket inklusive Burger und Getränken erstehen konnte, mache ich mich auf die Suche nach der VIP-Lounge, dem “Bauer Corner”. Und finde erst auf Nachfrage in der betonierten Ecke zwischen den Tribünen ein Partyzelt und einen mobilen Getränkeausschank! Mir gefällt das viel besser, als eine Luxus-Lounge mit Ledersesseln und Champagner. Nur gut, dass es nicht regnet! Im Stehen esse ich meinen sehr guten Veggie-Burger, der mir eilig von irgendwo anders her gebracht wurde und verpasse gleich nach Wiederanpfiff Red Stars Anschlusstreffer. Also schnell wieder auf meinen Platz! Es wird tatsächlich spannend, der Ausgleich fällt und kurz vor Schluss der Siegtreffer für die Sterne! 4:3 nach 1:3-Rückstand! Das Stadion kocht, man ist wieder ganz oben mit dabei.

Im Anschluß wird der 30-jährige Damien Durand von Fans und Mannschaft gefeiert, der in seinem zweihundertsten Red-Star-Spiel drei von vier Toren gemacht hat und darüber hinaus seine Vertragsverlängerung bekannt gibt.

Leider kann ich nicht länger bleiben und gegenüber im Olympic auf den Sieg und neue Freundschaften anstoßen. Mein Zug Richtung München fährt in einer Stunde vom Gare de l’Est und ich muss meinen Rucksack noch holen. Der aus Tunesien stammende Inhaber des Handy-Shops mit Gepäckservice in der Nähe des Bahnhofs sieht meinen Red-Star-Schal, fragt mich, wie das Spiel war und sagt dann übertrieben vorwurfsvoll: “Je n’ai pas pu y aller, car je devais surveiller ton sac à dos pour quelque sous…” (“Ich konnte ja nicht hin, weil ich für ein paar Kröten auf deinen Rucksack aufpassen musste!”).
Wir lachen beide und verabschieden uns fröhlich.

Saisonende und Ausblick

Mit großen Erwartungen startete man in der Folge in die Crunch-Time der Saison. Man gewann zwei Spiele, spielte einmal unentschieden und verlor eines (in Reims). Immerhin konnte man Platz 4 halten, der für die Play-Offs qualifiziert. Das erste k.o.-Spiel gegen den Tabellenfünften aus Rodez ging trotz Heimrecht gleich knapp mit 2:3 verloren. Aus der Traum von Ligue 1, von Derbys gegen die Stadtrivalen PSG und FC, trotz einer sensationellen Zweitliga-Saison, die nur getoppt wurde vom Le Mans FC, den sensationellen Durchmarschierern von der “National”, die – wie Meister ES Troyes AC – direkt ins Oberhaus aufgestiegen sind.

Auch der Kultverein und 10-fache französische Meister aus der Industriestadt St-Étienne hat nach einer 1:4-Niederlage im Relegationsrückspiel gegen Nizza wieder die Chance vertan, in Ligue 1 aufzusteigen. Und zwar Ende Mai in den Relegationsspielen gegen Nizza. Die Mannschaft von der Côte d’Azur wurde dagegen im Mai im Pokalfinale vom RC Lens mit 3:1 besiegt. Und zwar vor immerhin 58.000 Zuschauern im Stade de France in Paris.

Der Red Star FC aus Saint-Ouen hat über die gesamte Spielzeit nicht immer Konstanz gezeigt und in den entscheidenden Spielen zum Saisonende dann nicht mehr punkten können. Trotz aller Unterschiede: Auch das kommt uns Löwenfans aus den letzten Jahren irgendwie bekannt vor.

Ob der authentische Traditionsverein aus der sympathischen Vorstadt von Paris mit dem kleinen großartigen Stade Bauer und der kleinen großartigen Fanbase die große Ligue 1 irgendwie “überlebt” hätte, das steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht war es dafür auch einfach noch zu früh. Eine Gruppe von jugendlichen Fans rief nach dem Bastia-Spiel nicht “Ligue Un!”, sondern lauthals “National, National!”, also “Dritte Liga!”. Wurde da die Mannschaft aus Bastia verspottet? Oder war das eher eine ironische Anspielung auf die begeisternde Saison vor dem Ligue-2-Aufstieg 2024? Immerhin wahrscheinlich das erste und prägendste Erfolgserlebnis für die sehr jungen Fans. So etwas wie: “Red Star für immer, egal in welcher Liga!” Für den Fan-Nachwuchs scheint jedenfalls gesorgt in Saint-Ouen. Auch dank der tollen Arbeit des Red Star LAB.

Mir klingt jedenfalls noch lange im Ohr: “C’est la fierté de nos couleurs / qui nous a donné le ferveur / pour notre équipe et son honneur / à Bauer comme à l’extérieur / et la Tribune reprend en chœur…”
(“Das ist der Stolz unserer Farben, die uns mit Leidenschaft erfüllen, für unseren Verein und seine Ehre, im ‘Bauer’ wie auch auswärts. Und die Tribüne wiederholt im Chor…”).

Ich werde wiederkommen, ins ‘Bauer’. Als ferner Verehrer der Stadtrand-Sterne.
Juré, craché! Versprochen!

Groundhopping auf sechzger.de

In den letzten Jahren erschienen zahlreiche Groundhopping-Artikel auf sechzger.de.
Hier eine Übersicht:

Groundhopping Rumänien
Groundhopping Mazedonien bzw. Nordmazedonien
Groundhopping Armenien
Groundhopping Thailand I
Groundhopping Thailand II
Groundhopping Ukraine
Groundhopping Kuba
Groundhopping Montenegro
Groundhopping Indien
Groundhopping Kirgisistan
Groundhopping Saudi-Arabien
Groundhopping Antarktis (Südgeorgien)
Groundhopping Kolumbien
Groundhopping Indonesien
Groundhopping Laos
Groundhopping Georgien
Groundhopping Sansibar
Groundhopping Transnistrien
Groundhopping Nordkorea
Groundhopping Bulgarien
Groundhopping Senegal
Groundhopping Gambia
Groundhopping Guinea-Bissau
Groundhopping Frankreich
Groundhopping Kosovo & Nordmazedonien
Groundhopping Bosnien
Groundhopping Taiwan
Groundhopping Tunesien
Groundhopping Algerien
Groundhopping Türkei
Groundhopping Galicien (Teil 1 / Teil 2)
Groundhopping Madrid (Teil 1 / Teil 2)
Groundhopping Ecuador (Teil 1 / Teil 2)
Groundhopping Albanien I
Groundhopping Albanien II (Teil 1 / Teil 2)
Groundhopping Schweden (Teil 1 / Teil 2)
Groundhopping Finnland
Groundhopping Norwegen
Groundhopping Litauen
Groundhopping Lettland
Groundhopping Kanada
Groundhopping Sri Lanka
Groundhopping Moldawien
Groundhopping Belgien & Luxemburg
Groundhopping Mexiko (Teil 1 / Teil 2)
Groundhopping mit der Eisenbahn: Südeuropa (Teil 1 / Teil 2)

Samstag Nachmittag: Die Amas in Kottern

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Mal wieder komplett zeitgleich mit Deniz, Weber & Co. – und damit für die rund 3.000 Löwenfans, die sich am Samstag Nachmittag auf den Weg nach Illertissen machen werden, um Sechzig zu supporten, quasi unerreichbar – sind die Amas des TSV 1860 in der Bayernliga Süd am Wochenende gefordert. Dabei führt der Weg beide ersten Herrenmannschaften der Löwen in den Regierungsbezirk Schwaben. Die Distanz zwischen den Spielorten beträgt aber dennoch immerhin rund 70 Kilometer.

Denkwürdiger letzter Auftritt der Amas in Kottern

Kottern, der Stadtteil von Kempten war in den vergangenen beiden Jahren für den weiß-blauen Tross stets eine Reise wert. Nicht nur aufgrund der sportlichen Erfolge, die die kleinen Löwen dort landen konnten. Denkwürdig ist vor allem das letzte Auftreten in der ABT-Arena, als die Junglöwen das offizielle Eröffnungspiel der Liga bei den durchaus ambitionierten Allgäuern mit 4:1 gewannen. Aber nicht nur wegen des Resultats. Zum einen war dies das erste Pflichtspiel bei 1860 für Trainer Alper Kayabunar. Zum anderen war wenige Stunden vor dem Anpfiff bekannt geworden, dass der 13 Tage zuvor verkündete Verkauf der Anteile von Hasan Ismaik an der TSV 1860 KGaA, geplatzt war. Natürlich beherrschte dieses Thema dann auch die Gespräche am Spielfeldrand in Kottern. Allerdings gelang es den Amas – durch eine fulminante Leistung mit vier schönen Toren – die Aufmerksamkeit auf das sportliche Geschehen zu lenken.

Sehr positive Bilanz

Auch im Jahr zuvor hatte man – an einem Dienstag Mitte August – als Tabellenzweiter beim Vierten im Allgäu mit 3:0 einen souveränen Sieg davontragen können. Schütze zum 2:0 war damals übrigens Cristian Leone. So ist auch die Gesamtbilanz gegen den TSVK, der seit dem Abstieg 2017 ununterbrochen auf der Gegnerliste der Amas steht, sehr positiv. Die Hälfte der insgesamt 16 Duelle konnte 1860 siegreich beenden, dreimal ging’s remis aus, fünfmal unterlag man. Die letzte von nur zwei Auswärtsniederlagen für die Amas in Kottern liegt schon über acht Jahre zurück. Im August 2018 gelang Kapitän Dennis Dressel zwar kurz vor Schluß der Anschlusstreffer, dennoch mussten sich die kleinen Löwen im dritten Spiel gegen Kottern zum dritten Mal geschlagen geben. Danach folgten fünf – teilweise sehr deutliche – Siege und ein Remis im Süden von Kempten.

Kottern – etablierter Bayernligist seit 2015

Die hier besprochene Bilanz ist vor allem vor dem Hintergrund erstaunlich, dass der TSV Kottern-St. Mang, wie der Verein offiziell heißt, als durchaus ambitionierter Bayernligist zu bezeichnen ist. In den elf Spielzeiten, in denen man nun ununterbrochen der Viertklassigkeit angehört, belegte man sechsmal einen einstelligen Tabellenplatz. In den Abstiegskampf geriet man in der vergangenen Saison, an der am Ende Rang 14 stand, zum ersten Mal. In der laufenden Spielzeit liegt man – nach vier Siegen, drei Unentschieden und sechs Niederlagen – einen Punkt und einen Platz hinter den Amas auf der Elf. Nachdem man im ganzen August kein einziges Spiel gewinnen konnte und im Sommer aus sieben Spielen fünfmal als Verlierer hervorging, hat man sich an der Iller inzwischen sportlich stabilisiert.

Amas im Aufwärtstrend

Sehr ähnlich sieht ja der Saisonverlauf für das Team von Wolfgang Sonnenhauser und Christoph Rech aus. Zuletzt haben die Amas nach den einem Zwischentief und den beiden bitteren – wenn auch sehr unterschiedlich zustande gekommenen – Pleiten daheim gegen Erlbach und in Ismaning dem TSV 1860 Rosenheim vier Tore eingeschenkt und sehen sich im Aufwärtstrend. Bleibt zu hoffen, dass sich dieser am Samstag Nachmittag fortsetzt und sich der TSV 1860 mit insgesamt sechs eingefahrenen Punkten aus dem Regierungsbezirk Schwaben auf den Weg zurück in die oberbayerische Landeshauptstadt machen kann.

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Titelbild: Löwenjubel in Kottern im August 2024. Am Samstag gerne wieder!

 

Sechzig um Sieben: Zwangspause für Raphael Ott

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Löwen Sechzig um Sieben

Eine mehrwöchige Zwangspause muss Offensivspieler Raphael Ott nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung am Wochenende einlegen. Was gibt es sonst Neues rund um unsere Löwen?

Zwangspause: Raphael Ott fällt verletzungsbedingt aus

Hiobsbotschaft für die Löwen: Rückkehrer Raphael Ott, der am vergangenen Samstag beim Heimsieg gegen die SpVgg Ansbach verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, wird dem TSV 1860 mehrere Wochen fehlen.

sechzger.de Talk 282 ist online

Im sechzger.de Talk 282 sind – trotz des sportlichen Erfolgs der Löwen – nur drei sechzger.de-Redakteure anzutreffen, die allerdings alle drei beim 4:0 über die SpVgg Ansbach auf Giesings Höhen dabei waren und auch zum nächsten Auswärtsspiel in Illertissen reisen werden.

Die Löwen im US-Podcast

Nicht nur in unserem eigenen Talk wird über die Löwen gesprochen, sondern diesmal sogar auf Englisch in einem Podcast in den USA. Philipp Gollner ist Österreicher, hat in München studiert und unterrichtet nun an einem amerikanischen College. Er hat seit einiger Zeit einen Podcast mit dem Namen “The Assistant Professor of Football”. Gollner hatte Claus Melchior von der Abteilung Vereinsgeschichte bereits vor ein paar Jahren erstmals in seine Sendung eingeladen, nun folgte im August – am Tag des Spiels beim FC Memmingen, Teil 2. Die Folge ist nun unter dem schönen Titel “Relegation Is Liberation” online und hier zu finden:

1860 und Olympia

Nachdem am vorvergangenen Wochenende die Entscheidung gefallen ist, die Landeshauptstadt München als deutschen Bewerber um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2036, ’40 oder ’44 ins Rennen zu schicken, haben wir hier bei sechzger.de begonnen, mal einen Blick auf olympische Sportarten bei unserem TSV 1860 München zu werfen. Gestern wurde TEIL 2 veröffentlicht. Inzwischen steht auch fest, welche Länder mit Deutschland um die Ausrichtung im Jahr 2036 konkurrieren: Katar, Indien, Südkorea, Ungarn, die Türkei und Südafrika.

Großer Erfolg für 1860-Ringer

Erik Filipov aus der Ringerabteilung des TSV 1860 München erkämpfte sich bei den Balkan Championships in Kroatien in der U20 bis 72 kg einen hervorragenden 3. Platz. Eine Medaille auf internationalem Top-Niveau ist ein riesiger Erfolg. Herzlichen Glückwunsch!

Toto Pokal: Unterhaching unterliegt Regensburg

Im letzten Viertefinale des Toto Pokal setzte sich Jahn Regensburg mit 1:0 bei der SpVgg Unterhaching durch. Das Tor des Tages erzielte Wörner in der 83. Minute. Vor den Oberpfälzern hatten sich bereits Drittligist FC Ingolstadt 04 sowie die beiden unterfränkischen Regionalligisten TSV Aubstadt und FC Schweinfurt 05 fürs Halbfinale qualifiziert. Die Vorschlussrunde wird am 21. Oktober ausgelost.

1860 und Olympia: Teil 2

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Nachdem am vorvergangenen Wochenende die Entscheidung gefallen ist, die Landeshauptstadt München als deutschen Bewerber um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2036, ’40 oder ’44 ins Rennen zu schicken, haben wir hier bei sechzger.de begonnen, mal einen Blick auf olympische Sportarten bei unserem TSV 1860 München zu werfen. Hier geht’s zum ersten Teil der Artikel-Serie.

Heute beschäftigen wir uns mit Sportarten von F, wie Fußball bis R, wie Rugby.
Ein besonderer Dank geht an Stefan Markt und Claus Melchior von der Abteilung Vereinsgeschichte für Inspiration, Vorarbeit und Unterstützung zu diesen Beiträgen.

Fußball – natürlich olympisch, aber bei Sechzig eine eigene Geschichte

Die Sportart Fußball darf in dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen. Die Gründung der Spielriege 1899 gilt heute als Gründungsjahr der Fußballabteilung des TSV München von 1860 e.V. Diese Abteilung ist bis heute mit Abstand der bekannteste Teil der Löwen. Neben Nachwuchs-, Frauen-, Senioren- und Amateurmannschaften gibt es natürlich den großen Profifußball, dessen Geschichte von der Deutschen Meisterschaft 1966 über Pokalsiege und Europapokalteilnahmen bis zur heutigen Situation reicht. Aktuell ist die erste Mannschaft nach dem Lizenzentzug für die 3. Liga im Sommer 2026 in der Regionalliga Bayern unterwegs.

Interessant ist: Fußball war bei den Olympischen Spielen schon lange Bestandteil des Programms, bevor sich der Profifußball bei Sechzig zu dem entwickelte, was er heute ist. Mit Josef Hornauer gehörte bereits 1928 in Amsterdam ein Spieler des TSV 1860 zur deutschen Olympiamannschaft. 88 Jahre später wiederholte sich die Geschichte in Rio de Janeiro: Die ehemaligen Löwen Lars und Sven Bender standen gemeinsam im deutschen Olympia-Kader und gewannen die Silbermedaille. Bei den olympischen Spielen 1972 in München war mit Hans-Dieter Seelmann ebenfalls ein aktiver Löwe nominiert. Leider kam er zu keinem Einsatz.
Zwischen dem ersten und bislang jüngsten Olympia-Fußballer mit 1860-Vergangenheit liegen 88 Jahre. Und in beiden Fällen waren die Löwen nicht nur Zuschauer: Hornauer stand 1928 in beiden deutschen Spielen auf dem Platz, die Bender-Zwillinge traten 2016 ebenfalls aktiv gegen den Ball. Auch Max Christiansen, der bis zum Sommer bei den Löwen unter Vertrag stand, gehörte 2016 übrigens zum deutschen Olympia-Kader.

Lars & Sven Bender auf Löwen Fahne TSV 1860 München Autogrammkarten
Lars und Sven Bender auf Autogrammkarten des TSV 1860

Golf – vom Grünwalder Rasen auf den Golfplatz

Golf ist seit 2019 eine eigenständige Abteilung des TSV 1860. Zunächst war die Sportart als Unterabteilung der Skifahrer organisiert, bevor sie im März 2019 selbständig wurde. Heute treffen sich die Golflöwen regelmäßig im Golfclub Beuerberg. Das Sportangebot reicht richtet sich an Anfänger bis zu erfahrenen Spielern. Neben Training und gemeinsamen Runden werden Turniere und Turnierserien organisiert. Die Golfabteilung will zudem eine eigene Mannschaft aufbauen und sich regelmäßig mit anderen Vereinsmannschaften messen. Die Sportart wird damit nicht nur als gemütliches Hobby verstanden, sondern durchaus mit sportlichem Anspruch betrieben.

Kanu/Kajak in der Wassersportabteilung

Die heutige Kanu-/Kajaksparte gehört zur Wassersportabteilung der Löwen. Ihre Wurzeln reichen bis 1922 zurück, als vier Sechzger die damalige Faltbootabteilung gründeten. Bereits 1925 gab es den ersten großen Erfolg: Lampl und Schweiger (die Vornamen sind leider nicht bekannt!) wurden Deutsche Meister im Zweier-Faltboot über 10.000 Meter. Auch in den folgenden Jahrzehnten waren die Löwen in dieser Disziplin in Wettlkämpfen erfolgreich. 1970 gewann eine 1860-Mannschaft im Einer-Kanadier bei den Deutschen Meisterschaften. Fünf Jahre später folgte ein dritter Platz bei den Weltmeisterschaften in Skopje. Die erfolgreiche Wettkampfzeit fällt insbesondere unter die Ägide des langjährigen Abteilungsleiters Max Hermann, der das Amt von 1962 bis 1993 über dreißig Jahre innehatte.

Heute steht beim Kanusport vor allem der Breiten- und Freizeitsport im Mittelpunkt. Trainiert wird von April bis Oktober zweimal wöchentlich an der Floßlände in Thalkirchen. Neben Paddeltechnik, Sicherheit und dem Fahren in der Welle gibt es spezielle Einheiten für Wettkämpfe wie den Münchner Slalom oder den Münchner Kanutriathlon. Außerdem werden regelmäßig Wildwasserfahrten im Alpenraum angeboten.
Das schöne Bootshaus in der Zentralländstraße 8 ist selbst ein Stück Löwengeschichte: Es wurde bereits 1927 errichtet und anschließend mehrfach erweitert. Im Jahr 1994 wurden die Kanu- und die Segel-/Surfabteilungen zur heutigen Wassersportabteilung zusammengeführt.

Leichtathletik – die vielleicht größte olympische Löwengeschichte

Wenn man wissen möchte, wo beim TSV 1860 die Verbindung zu den Olympischen Spielen besonders tief ist, landet man zwangsläufig bei der Leichtathletik. Die Abteilung wurde schon 1908 gegründet und gehört zu den erfolgreichsten Sportbereichen des Vereins. Heute trainieren rund 150 aktive Athletinnen und Athleten, vor allem Kinder und Jugendliche. Schwerpunkt ist der Mehrkampf. Dazu kommen die Fitnesslöwen mit knapp 500 aktiven Mitgliedern. Die im ersten Teil dieser Serie angeprochene Badminton-Sparte ist Teil dieser Fitnesslöwen.
Historisch waren die Löwen in der Leichtathletik zeitweise absolute deutsche Spitze. Zwischen 1947 und 1959 gewannen die Männer ununterbrochen die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft und auch die Frauen holten 1958 und 1959 diesen Titel.

Und dann wären da noch die Olympioniken. Rosa Kellner gewann 1928 in Amsterdam mit der deutschen 4×100-Meter-Staffel die Bronzemedaille. Ihre Vereinskollegin Elisabeth Bonetsmüller startete im Hochsprung. Die Löwinnen gehörten damals zur nationalen Spitze, die 1860-Staffel stellte sogar Weltrekorde auf. Kellner wurde später noch einmal international erfolgreich: Bei den Frauen-Weltspielen 1930 gewann sie mit einer reinen 1860-Staffel Gold über 4×100 Meter. Das war allerdings keine Olympiamedaille, sondern eben ein Titel bei den damals bedeutenden Frauen-Weltspielen.

Auch später ging die Tradition weiter. Inge Schell vertrat die Löwen 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko über 80 Meter Hürden. Zenta Kopp war 1956, 1960 und 1964 bei Olympia und lief 1956 über 80m Hürden Weltrekord. Sie verstarb erst vor wenigen Wochen im Alter von 92 Jahren.

Die heute 91jährige Speerwerferin Almut Brömmel vertrat den TSV 1860 München bei den Spielen 1956 in Melbourne und 1960 in Rom.
Aber auch hier geht es nicht nur um Olympia und die Historie großer Erfolge. Die Leichtathletikabteilung ist stark in der Nachwuchsförderung engagiert und hat mit dem Frame Running inzwischen auch eine inklusive Para-Leichtathletik-Disziplin aufgenommen.
Zuletzt hat sich auch die Sparte Running immer mehr Zulauf erfreut. Mehrmals wöchentlich wird gemeinsam auf verschiedenen Langstreckendisziplinen trainiert. Außerdem wird die Teilnahme an verschiedenen Laufwettbewerben  – unter anderem dem München Marathon – angeboten.

Radsport – neu, aber schon über 200 Mitglieder

Radsport ist seit 2025 offiziell Bestandteil des TSV 1860. Was zunächst als kleine Gruppe von radbegeisterten Löwen begann, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einer eigenen Abteilung. Bereits ein Jahr nach der Gründung zählt sie mehr als 200 Mitglieder. Angeboten werden Gruppenfahrten für unterschiedliche Leistungsniveaus – vom entspannten Coffee Ride bis zum Rundstreckenrennen. Dazu kommen Gravel-, Frauen-, Morgen- und Wochenendausfahrten sowie ein eigenes Rennteam. Von den vier olympischen Radsportbereichen – Straße, Bahn, BMX und Mountainbike – ist bei den Löwen derzeit der Straßenradsport vertreten.

tsv 1860 rad radsport

tsv 1860 radsport

Ringen – 110 Jahre Tradition

Die Ringer gehören zu den ältesten noch bestehenden Abteilungen des TSV 1860. Gegründet wurde die Abteilung 1913. Ihre große Zeit erlebten die Löwenringer vor allem in den 1920er und 1930er Jahren. 1926 wechselte die komplette Kraftsportabteilung vom Turnerbund München zu 1860. Damit begann eine Glanzzeit, in der die Löwen zu den stärksten Ringerteams Bayerns gehörten. Namen wie Wolfgang Ehrl, Sebastian Hering und Toni Knittl stehen für diese Ära. Nach schweren Rückschlägen und sogar einer längeren Phase ohne aktiven Trainingsbetrieb wurde die Abteilung 2012 wiederbelebt. Heute gibt es mehr als 80 aktive Mitglieder.
Besonders bemerkenswert: Der TSV 1860 bietet nicht einfach nur Breitensport an. Wer aufgenommen wird, soll regelmäßig trainieren und grundsätzlich bereit sein, an Liga- und Einzelwettkämpfen teilzunehmen. Das Wettkampfteam tritt aktuell in der Gruppenoberliga des Bayerischen Ringerverbands an.

Ringen Tsv 1860

TSV 1860 Abteilung Ringen

Rugby – junger Löwe mit mächtig Schub

Rugby ist eine sehr junge, große olympische Sportgeschichte bei Sechzig. Die Sparte wurde 2025 gegründet, zunächst unter dem Dach der Fußballabteilung. Bereits zum ersten Training kamen 45 Interessierte. Ende 2025 wurden 37 offizielle Spielerinnen und Spieler vermeldet. Im Juni 2026 wurde Rugby schließlich als eigene Abteilung des TSV 1860 etabliert. Sportlich ging es ebenfalls schnell voran. Die Spielgemeinschaft StuSta/1860 gewann 2026 die Landesliga Bayern. In der Saison 2026/27 tritt die Mannschaft nun in der Regionalliga Bayern an – auf der dritten deutschen Leistungsebene. Gespielt wird beim TSV die olympische Variante 7er-Rugby. Sie ist deutlich schneller und dynamischer als das klassische 15er-Rugby und gehört seit den Spielen in Rio 2016 zum olympischen Programm.

1860 Rugby

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Diese Vorstellung olympischer Sportarten beim TSV München von 1860 e.V. wird mit einem letzteren weiteren Teil in Kürze fortgesetzt.
Hier geht’s zum ersten Teil der Serie.

sechzger.de Talk 282: Sieg gegen Ansbach & Ausblick Illertissen

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Sechzger.de talk 282 titelbild

Im sechzger.de Talk 282 sind – trotz des sportlichen Erfolgs der Löwen am Samstag Nachmittag – nur drei sechzger.de-Redakteure anzutreffen, die allerdings alle drei – natürlich – beim 4:0 über die SpVgg Ansbach auf Giesings Höhen dabei waren und auch alle zum nächsten Auswärtsspiel in Illertissen reisen werden. Es sind Peter, Thomas Spiesl und Christian mit ihrem 29., 30. und 31. Einsatz im Talk in diesem Kalenderjahr 2026.

Der Heimsieg gegen Ansbach

Die schöne Wiesn-Choreo in der Westkurve läutete das letzte Wiesn-Heimspiel des TSV 1860 in diesem Herbst 2026 ein. Über die Beurteilung der 1. Halbzeit der Partie gegen die zuletzt starke SpVgg Ansbach sind sich die drei Protagonisten in unserem Podcast einig. Sie stehen damit ein wenig im Widerspruch zu vielen Löwenfans, die mit dem torlosen Remis in den ersten 45 Minuten nur wenig anfangen konnten. Thomas, Christian und Peter diskutieren die Schlüsselszenen und sind sich weitgehend einig. Dass die Löwen stark aus der Pause zurückkamen und sich für ihre Bemühungen dann mit vier Toren belohnten, sehen die Teilnehmer Talk 282 ebenfalls gleich. Das hat Spaß gemacht!

Schnellraterunde

Nach ausführlicher Besprechung der Giesinger Geschehnisse vom Samstag Nachmittag stellt Thomas – wie gewohnt – seinen beiden Kollegen fünf knifflige Fragen, die Christian und Peter nach bestem Wissen und Gewissen beantworten. Und wer hat am Ende heute die Nase vorn? Hört oder schaut rein, ratet mit und erfahrt es schließlich!

Nächstes Spiel in Illertissen

In den Regierungsbezirk Schwaben reisen sowohl die Amas des TSV 1860 (nämlich nach Kottern, einen Ortsteil von Kempten), als auch die erste Mannschaft am Samstagnachmittag. Und auch ein anderer Verein aus unserer Stadt, den hier allerdings niemand braucht, muss in diese Richtung, um sein Bundesligaspiel bei einem anderen Verein, dessen Existenz – zumindest aus Christians Sicht – völlig unnötig ist, zu bestreiten. Besonders der letzte Aspekt ist eine durchaus interessante Spieltagsplanung. Darüber und über ihre persönlichen Erwartungshaltungen bezüglich der Partie in Illertissen wird im sechzger.de Talk 282 geredet. Und natürlich präsentiert Christian die Bilanz gegen diesen Gegner, die nicht viele, aber dafür umso erinnerungswürdigere Partien umfasst.

Der sechzger.de Talk 282 als Video und Podcast

Ob Video oder Audio – den sechzger.de Talk gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:

Selbstverständlich freuen wir uns auch über jede positive Bewertung, über Kommentare und über Eure Verbesserungsvorschläge.

Zwangspause: Raphael Ott fällt verletzungsbedingt aus

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TSV 1860 SpVgg Ansbach Raphael Ott

Hiobsbotschaft für die Löwen: Rückkehrer Raphael Ott, der am vergangenen Samstag beim Heimsieg gegen die SpVgg Ansbach verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, wird dem TSV 1860 mehrere Wochen fehlen.

Raphael Ott muss verletzungsbedingt pausieren

Bereits am Samstag war zu vermuten, dass sich der Offensivspieler, der zur laufenden Saison von Viktoria Köln an die Grünwalder Straße zurückgekehrt war, schwerer verletzt haben könnte. Zwar informiert der TSV 1860 München grundsätzlich nicht über genaue Diagnosen und vermutete Ausfallzeiten, es dürfte sich jedoch um eine Verletzung am Sprunggelenk handeln.

Im bisherigen Saisonverlauf kam der 20-Jährige bislang zu sieben Einsätzen in der Regionalliga Bayern, wobei ihm eine Torvorlage gegen Schwaben Augsburg gelang. Am Samstag wurde der gebürtige Weilheimer durch Fabio Wagner ersetzt, der anschließend mit einem Tor und einem Assist glänzte.

sechzger.de wünscht Raphi Ott alles Gute und eine baldige Genesung!

Sechzig um sieben: Erschwerte Anreise nach Illertissen

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SECHZIG UM SIEBEN

Guten Morgen zu einem etwas verspäteten Sechzig um sieben. Und wo wir von Verspätungen reden, liegt der Gedankensprung zur Deutschen Bahn nicht weit. Und von da kommen zur Anreise zum Auswärtsspiel des TSV 1860 München in Illertissen. Diese wird für zugreisende Löwenfans unter erschwerten Bedingungen stattfinden.

Bauarbeiten bei der DB: erschwerte Anreise nach Illertissen

Durch Bauarbeiten an den Gleisen zwischen München und Buchloe wird die Anreise für Bahnfahrer nach Illertissen extrem erschwert. Die Bahn richtet zwar einen Schienenersatzverkehr ein, aber der kostet viel Zeit und dürfte durch die reisefreudigen Löwenfans wahrscheinlich auch schnell überlastet sein. Eine Alternative für Bahnreisende ist der Umweg über Ulm. Außerdem können natürlich Fahrgemeinschaften in Autos gebildet werden.

Rückblick auf den 4:0-Sieg gegen Ansbach

Es war ein toller Nachmittag mit einem hohen Löwensieg am Ende, der mit einer phänomenalen Choreo begann. Ansbach-Coach Reutelhuber war mit der ersten Hälfte seines Teams sehr zufrieden, aber die zwei Gegentore nach Standards hätten sein Team dann “gekillt”. Alper Kayabunar dagegen war nach der ersten Halbzeit “stocksauer” und freute sich dann, dass sein Team mit mehr Energie zu Werke ging und “die Torchancenverwertung in der zweiten Halbzeit richtig gut war”. Weitere Analysen zum Spiel findet Ihr bei unseren Stimmen zum Spiel.

Amateurmannschaften mit Sieg und Niederlage

1860 III verlor am späten Samstagnachmittag durch einen späten Elfmeter unglücklich gegen den SV Lohhof. Besser machte es die Vierte, die den BSC Sendling mit 4:2 besiegte.

Löwinnen auf Erfolgskurs

Die Frauenmannschaften des TSV 1860 blicken auf ein erfogreiches Wochenende zurück. Die Löwinnen I geann 5:2 beim TSV Gilching Argelsried. Kira Winter schnürte dabei einen unglaublichen Fünferpack. Die U17 Mädels holten auswärts einen Punkt im Spitzenspiel beim FC Augsburg, die U15 siegte auswärts beim FC Wacker 3:2. Lediglich die Löwinnen II mussten sich dem FC Teutonia mit 4:0 geschlagen geben.

News aus der Regionalliga

Neuer Trainer in Aubstadt

Nach fünf Niederlagen in Folge zogen die Verantwortlichen des TSV Aubstadt die Notbremse. Sie trennten sich in gegenseitigem EInvernehmen von Trainer Claudio Bozesan. Neuer Mann im Grabfeld ist Josef Francic. Wobei der gar nicht so neu ist. Denn er trainierte den TSV Aubstadt schon von 2011 bis 2021 und sprang 2023 und 2025 als Feuerwehrmann ein.

Damit wünschen wir Euch einen schönen Tag und möchten Euch nicht verschweigen, dass ene neue Folge des sechzger.de Talks heute online geht.

Giesinger Gedanken: Friede, Freude, Streuselkuchen!

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Friede, Freude, Streuselkuchen

Ein schöner Heimspieltag liegt hinter uns. Mit 4:0 schossen die Löwen die SpVgg Ansbach zum Wiesn-Abschluss ab. Super Stimmung, eine schöne Choreo und ein verdienter, klarer Heimsieg. Was will man also mehr. Entsprechend munter war die Laune auch nach dem Spiel an der Tankstelle. Alle Mann zufrieden, alle Damen gut drauf. So soll es sein. Da mir die Wiesn-Grippe – im übrigens sogar ohne einen einzigen Wiesn-Besuch – noch etwas in den Knochen steckt, ging es für mich früh nach Hause, um den Tag bei einem Spaziergang in der Sonne und einem leckeren Kuchen ausklingen zu lassen. Friede, Freude, Streuselkuchen quasi.

“Jetzt kommt der Sechzger-Fan durch…”

Am Sonntag ging es für mich dann in die Grafinger Scheune zum Eishockey-Bayernliga-Saisonauftakt. Dieser bescherte mir ein leckeres Abendessen und nette Gespräche mit einem bekannten väterlichen Freund der Redaktion. Sportlich ging die Partie aber gründlich in die Hose. Die Gründe für die Pleite wurden natürlich im Anschluss in unserer Presse-Gruppe diskutiert. Nachdem ich aus Gründen, auf die ich jetzt im Detail gar nicht eingehen möchte, eine schwierige weitere Saison prophezeite, erhielt ich von einem geschätzten Kollegen folgende Antwort:

Jetzt kommt aber der 60er in dir durch. Abstieg oder Meisterschaft 😀

Gibt es bei den Löwen wirklich nur schwarz oder weiß?

Erst einmal habe ich mir über die Aussage keine großen Gedanken gemacht. Als ich aufgrund der Langeweile beim schwarz-rot-goldenen Länderspiel um die Ananas League gedanklich etwas abschweifte, habe ich mich dann aber doch etwas damit befasst. Ist das wirklich so? Gibt es bei den Löwen nur schwarz oder weiß? Vergleicht man die Kommentare nach der 1:3-Niederlage in Burghausen mit denen zum 4:0 gegen Ansbach dann scheint es tatsächlich fast so. Trainer raus, Spieler zu alt, zu wenig Training hieß es nach Burghausen. Alles super, wir steigen auf, besser kanns nicht werden, lauteten die Aussagen nach dem Ansbach-Spiel.

Die Unterschiede zwischen Burghausen und Ansbach

Tatsächlich kann man die Spiele in Burghausen und gegen Ansbach durchaus vergleichen. In beiden Spielen waren die Sechzger über mindestens 45 Minuten drückend überlegen. Mit dem großen Unterschied, dass man in Burghausen die Tore nicht machte, gegen Ansbach schoss der TSV 1860 dann drei Buden binnen 20 Minuten. Umso überraschender sind die großen Unterschiede in den Spieleinschätzungen. Wirklich objektiv sind diese natürlich nie, aber dass man trotz fußballerisch sehr ähnlicher Spielanlagen und Druckphasen so unterschiedlich analysiert, entbehrt tatsächlich manchmal der Grundlage. Ich persönlich fand auch die erste Halbzeit gegen Ansbach nicht so schlecht, wie sie nach dem Spiel teilweise geredet wurde. Ein normales Regionalliga-Spiel eben.

Da ist schon wirklich etwas dran

Ich muss zugeben, an der Aussage – die eigentlich auf meine Einschätzung eines Bayernliga-Eishockey-Spiels des ersten Spieltags bezogen war – ist schon etwas dran. Für viele Löwen, und da nehme ich mich ausdrücklich nicht aus, gibt es wohl kein “ordentliches Spiel”, kein “das war in Ordnung”. Aber das muss auch gar nicht unbedingt negativ sein. Ich kam dann zu dem wohlwollenden Fazit, dass wir Sechzger-Fans einfach emotional noch enger mit unserem Verein verbunden sind, als ein Fernseh-Zuschauer, der dort einmal die Woche seinen sterilen Lieblings-Bundesligisten verfolgt, welchen auch immer. Bei Sechzig ist man einfach näher dran, an der Mannschaft, am Team, am Verein und vor allem auch mit dem ganzen Herz – oder mit Leib und Seele wie es so schön heißt.

Meisterschaft, Brasilianer und Streuselkuchen

Es ist also wohl doch etwas dran, an der Aussage meines geschätzten Kollegen, Abstieg oder Meisterschaft? Naja so sind wir Löwen halt einfach. Ich nehme dann lieber die Meisterschaft und gerne noch einen Brasilianer… und einen Streuselkuchen!

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Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und stellen die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors dar. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wider.