Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL zum Totopokalspiel des TSV 1860 München gegen den FC Ingolstadt 04.

Die im letzten Jahr gegen Schweinfurt ausgeschiedenen Ingolstädter treten am Samstag in der ersten Runde der Drittligisten dieses Pokals bei unserem TSV 1860 im Sechzgerstadion an. In der Ferne stehen beim FC Ingolstadt sechs Siege, vier Unentschieden und fünf Niederlagen in der Liga zu Buche. Auswärts schwächeln die Schanzer also etwas. Einen Tabellendritten auf die leichte Schulter zu nehmen wäre allerdings für die Löwen fatal. Dafür wird Trainer Michael Köllner schon sorgen, dass es nicht so kommen wird.

Die statistischen Werte des FC Ingolstadt

  • Ballbesitz 47,6%
  • Passquote 80,4%
  • defensive Zweikampfquote 62,2% (zweitbester Wert in der Liga)
  • Flankengenauigkeit 34.6%,
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 10,92

Wie spielen die Schanzer?

Trainer Tomas Oral lässt seine Mannschaft in einer 4-4-2 Grundaufstellung antreten. Starke Verschiebungen aus der taktischen Anfangsformation sind beim Aufbauspiel des FCI selten zu sehen. Ein zentraler Mittelfeldakteur bleibt bei den Angriffen des FCI zunächst zur Absicherung gegen Konter etwas tiefer vor der eigenen Abwehr. Der zweite zentrale Mittelfeldspieler und die beiden Mittelfeldaußen bewegen sich bis vor dem letzten Drittel ihren Positionen in der Grundformation entsprechend.

Die Offensive

Im letzten Drittel lässt Oral seine Truppe allerdings von der Leine. Es verschiebt der zentrale Spieler und/oder einer der Außenspieler aus dem Mittelfeld nach vorne, sodass dann bis zu vier Offensivkräfte mit Zug zum Tor vorhanden sind. Die Außenverteidiger schieben ebenfalls als mögliche Flankengeber asymmetrisch nach vorne. Eine hohe Ballsicherheit, die der individuellen Klasse der Akteure geschuldet ist, führt dazu, dass der FCI viele seiner Angriffe tatsächlich auch bis zum Schluss ausspielen kann. Kommt es zu Unterbrechungen im Spielaufbau, die keinen Ballverlust nach sich ziehen, ist der absichernde Mittelfeldspieler immer anspielberei, um für einen Neuaufbau sorgen zu können.

Der Spielaufbau beim FCI ist im Allgemeinen ziemlich rechtslastig. Da kommt also Arbeit auf Phillipp Steinhart zu, der aktuell in Verhandlungen mit dem Verein steht.

Die Verteidigung

Gegen den Ball befinden sich die zwei zentralen Mittelfeldspieler etwas tiefer als ihre Kollegen auf den Flügeln, um den Raum im Zentrum vor der Box eng zu machen. Die Defensivlinie beim FCI ist dabei eher hoch angelegt und die Pressinglinie variabel mit Tendenz nach ganz vorne. Das Ligaspiel im Januar hat das auch deutlich gezeigt. Diese Kombination von hoher Defensivlinie und hohem Angriffspressing sorgt beim Gegner für Stress im Aufbauspiel und wenig Bewegungsspielraum im Mittelfeld. Viele abgefangene Querpässe, die man oft einer gewissen Ideenlosigkeit der Gegner zuschreiben kann, sind die Folge. Gegen kreative und passsichere Mannschaften kann diese Defensivtaktik allerdings auch nach hinten losgehen. Ebenso ist diese Defensivtaktik für Konter anfällig.

Der Klassiker unter den modernen Systemen hat natürlich seine Stärken und Schwächen, ist aber im Grunde ein ausgewogenes System, das Offensive und Defensive sehr kohäsiv miteinander verbindet ohne zu kompliziert zu werden.

Stärken und Schwächen des 4-4-2

Die Stärken

Mit den doppelt besetzten Flügeln kann man großen Druck über die Außenpositionen erzeugen. Kurze Laufwege im Umschaltspiel helfen der Mannschaft im 4-4-2 kraftsparend zu spielen. Das kann am Ende einer Partie der entscheidende Faktor für Sieg oder Niederlage sein. Die kompakte Formation gegen den Ball kann Mannschaften, die kreativ limitiert sind, vor Probleme beim Eindringen in die Box stellen. Durch die Ausgewogenheit in allen Mannschaftsteilen kann man gegen manche andere Systeme mit geringen Verschiebungen für Überzahl sorgen. Mittelfeldpressing wird stark begünstigt.

Die Schwächen

Wenn die Stürmer vom Gegner gut isoliert werden, ist es für die Offensive schwer, Bindung zwischen Mittelfeldzentrum und Stürmern herzustellen. Daher geschieht der Aufbau häufig über die Außenpositionen. Im Spiel gegen Mannschaften, die ein System mit nur einer Sturmspitze spielen, kann die Ausgewogenheit in beide Richtungen auch eine Schwäche darstellen. Nämlich dann, wenn die Stürmer gegen den Ball nicht mit nach hinten arbeiten und bei Ballbesitz beide Stürmer gleich in vorderster Front anzutreffen sind.

Die Schlüsselspieler des FC Ingolstadt

Torhüter Fabjan Buntic (#24), der bisher neun Mal die Null halten konnte, ist ein reflexstarker Torhüter. Er hat bisher auch keinerlei Probleme bei der Strafraumbeherrschung gezeigt hat. Er strahlt viel Ruhe aus und gibt der gesamten Defensivabteilung große Sicherheit.

Innenverteidiger Björn Paulsen (#4) wird mit einer nicht näher benannten Verletzung an der Wade wohl ausfallen. Tobias Schröck (#21) und Thomas Keller (#27) sind nicht ganz so routinierte Haudegen in der Innenverteidigung. Allerdings sieht man an der Rückrundenbilanz der Audistädter, dass auch diese Kombination hinten den Laden dicht hält. Nur neun Gegentore in zehn Spielen musste die Hintermannschaft des FC Ingolstadt in der Rückrunde bisher hinnehmen.

Rechtsverteidiger Michael Heinloth (#17) schaltet sich immer wieder in Angriffe mit ein. Er ist der beste Vorlagengeber des FCI.

Der offensiv wichtigste Spieler in Tomas Orals Truppe ist Marc Stendera (#10). Mit bereits 234 erfolgreichen Pässen ins letzte Drittel ( bei ca. 13 Versuchen pro Spiel) ist er der kreative Ballverteiler in der Zentrale.

Stürmer und Kapitän Stefan Kutschke (#30) hat bereits 15 Scorerpunkte auf dem Konto. Der Ausfall seines Sturmpartners Eckert Ayensa (Schulter) wiegt allerdings schwer.

Caiuby (#13), der beim Spiel im Januar als frischer Neuzugang kaum Spielzeit bekam, kann sich bisher bei Ingolstadt nicht durchsetzen. Mit erst drei Startelfeinsätzen in elf Ligaspielen seit seinem Wechsel in die Donaustadt hinkt er den Erwartungen doch stark hinterher. Es stellt sich also für Samstag die Frage, ob er oder weiterhin Fatih Kaya (#9) Eckert-Ayensa ersetzen wird.

Fazit zum FC Ingolstadt 04

Ein hartes Stück Arbeit kommt auf die Mannschaft von Michael Köllner zu. Dieses Spiel wird eine sehr enge Kiste und ist für mich im Vorfeld komplett ergebnisoffen. Sehr viel wird von der Tagesform abhängen. Jeder Ausgang ist denkbar. Man darf davon ausgehen, dass aber Ingolstadt nach dem Sieg der Giesinger im Montagsspiel gegen den Tabellenführer und einer Serie der Sechzger von zuletzt drei Spielen ohne Gegentor mit ein wenig Respekt nach München fährt.

Sich in diesem Spiel durchzusetzen wäre für die Löwen ein wichtiger Schritt, um sich für den finanziell sehr lukrativen DFB Pokal zu qualifizieren.

So könnte der FC Ingolstadt 04 morgen auflaufen

TSV 1860 München FC Ingolstadt 04 Aufstellung im Totopokal
Der FC Ingolstadt 04 im 4-4-2

 

Datenquelle: wyscout

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