Letzte Woche hatten viele Löwenmitglieder zu Beginn des neuen Vereinsjahres ihren neuen Mitgliedsausweis im Briefkasten. Üblicherweise konnten die Jahreskartenbesitzer unter den Mitgliedern in den letzten Jahren vor Ankunft des Mitgliedsausweises bereits ihre Dauerkarte für die kommende Saison aus dem Briefkasten fischen. In diesem Jahr, in dem fast nichts so abläuft wie üblich, ist das nicht der Fall. Aus nachvollziehbaren Gründen wurde der Jahreskartenverkauf für die kommende Saison noch nicht mal gestartet. Dazu gibt es viel zu viele Fragezeichen. Aktuell gibt es vom DFB keine bekannte Planung, wann die nächste Saison starten soll. Ob sie überhaupt angefangen wird, falls es nur Geisterspiele geben kann, ist ebenso unklar. Viele Auflagen der lokalen Behörden sind bisher unbekannt und aus der DFL vernahm man kürzlich in den B5 Sportnachrichten, dass zum Bundesligastart im September womöglich die Stadien teilweise mit Zuschauen besetzt sein dürfen.

Wir haben uns die Frage gestellt: Wie könnte der TSV 1860 den Jahreskartenverkauf starten und noch dazu für einen (faire) Füllung des Sechzgerstadions sorgen, falls gewisse Kapazitätsgrenzen vorgegeben werden? Wie kann er den Fans entgegenkommen, falls es im worst case-Szenario eine komplette Saison mit Geisterspielen gibt, für die ein Fan je nach Platz aber ein paar Hundert Euro zahlt, ohne überhaupt in den Genuss eines Heimspiels auf Giesings Höhen zu kommen? Denn vor dem Hintergrund der wie immer angespannten Finanzlage wären unser neuer Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer und seine Mitarbeiter sicherlich froh über jeden Euro, der in die Kasse kommt, um einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison zusammenstellen zu können.

Dazu haben wir einige Gedankenmodelle entwickelt, die wir Euch kurz skizzieren möchten:

  • Dauerkartenverkauf wie immer, d.h. ab sofort Beginn des Verkaufs unter den üblichen Bedingungen, also mit Rückerstattungsoption, falls die Spiele nicht stattfinden
    • Pro:
      • Sehr faire Lösung für die Zuschauer, weil Geisterspiele zurückerstattet werden können
    • Contra:
      • Hohes Risiko für 1860, dass Geisterspiele rückerstattet werden müssen
      • Hoher organisatorischer Aufwand für Rückerstattung oder Umwandlung in Geistertickets
  • Dauerkartenverkauf mit Akzeptanz von Geisterspielen, d.h. ab sofort Beginn des Verkaufs unter Bedingung, dass der Käufer Geisterspiele akzeptiert und es keine Rückerstattung für diese gibt
    • Pro:
      • Hohe Planungssicherheit für 1860, da die kompletten Erlöse in der KgaA bleiben
    •  Contra:
      • Werden die Fans akzeptieren, keine Rückerstattungen im Falle von Geisterspielen zu erhalten?

Ergänzend könnte 1860 ggf. Ticketgutscheine oder Gutscheine für den Fanshop (wobei der ja wieder einer anderen GmbH gehört) als Kompensation für nicht besuchbare Spiele herausgeben.

  • „Pre-Sale“ von Jahreskarten im Sinne einer Anzahlung durch die Fans in einer gewissen Höhe, um die Liquidität von 1860 für eine gewisse Zeit zu sichern. Wenn dann klar ist, wann wieder Zuschauer ins Stadion dürfen, Verkauf der „wirklichen“ Jahreskarte und Berechnung des Restbetrags in Abhängigkeit der wirklich besuchbaren Spiele
    • Pro:
      • Sofortige Liquidität für Sechzig
      • Geringes Risiko für den Jahreskartenbesitzer
    • Contra:
      • Kompliziertes Handling
      • Keine Rückerstattung für die „Anzahlung“, falls es ausschließlich Geisterspiele gibt
      • Weniger Eintrittsgeld für 1860 bei Geisterspielen

Natürlich sind diverse Mischvarianten etc. möglich. Und es wäre auch denkbar, alle drei Varianten anzubieten, wobei der Verwaltungsaufwand bei Frau Frisch und Kolleg*innen dann relativ hoch sein dürfte.

Wie seht Ihr das? Würdet Ihr Euch eine Jahreskarte ohne Rückerstattungsoption kaufen, um 1860 finanziell zu unterstützen? Ist Euch das zu riskant und würdet Ihr lieber auf der sicheren Seite sein und nur eine Jahreskarte mit Rückerstattungsoption kaufen?

Verfasser: Thomas N.

 

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