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Heute vor 54 Jahren: Real Madrid – TSV 1860 München

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TSV 1860 Löwen Historie

Heutzutage erscheint die Begegnung nahezu undenkbar, doch vor 54 Jahren gastierten unsere Löwen vor 80.000 Zuschauern im Estadio Santiago Bernabéu und unterlagen Real Madrid nach hartem Kampf mit 1:3.

Alles hatte so gut begonnen in diesem Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister: Das Hinspiel entschied der TSV 1860 in Giesing durch einen Treffer von Küppers mit 1:0 für sich und auch in Madrid wähnte man sich auf einem guten Weg, als Rudi Brunnenmeier nach einer Viertelstunde zur Führung traf.

Doch die Königlichen schlugen eiskalt zurück und glichen zehn Minuten später durch Grosso aus. Und wäre natürlich ein Treffer von Grosser lieber gewesen, aber das nur am Rande…

Noch vor der Pause brachte Veloso die Madrilenen in Führung, was nach der damaligen Regelung ein Entscheidungsspiel zur Folge gehabt hätte, da es die Auswärtstorregel in ihrer heutigen Form im Jahr 1966 noch nicht gab.

Leider kam es anders: 1860 geriet immer mehr unter Druck und Pirri erzielte in der 52. Minute das entscheidende 3:1, dem die Löwen nichts mehr entgegenzusetzen hatten.

Was bleibt, sind Erinnerungen und dieses wunderschöne Andenken, das die Abteilung Vereinsgeschichte des Vereins ihr Eigen nennt.

eSports bei den Löwen: Jetzt auch FIFA 21 bei PENTA 1860

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Du bist Löwenfan und FIFA ist Deine Passion? Dann hast Du jetzt endlich die Möglichkeit, Deinen Verein zu vertreten und für PENTA 1860 in der eSports-Sparte des TSV 1860 e.V. anzutreten!

Wie die Löwen heute bekanntgaben, wird zukünftig neben League Of Legends (LOL) auch FIFA 21 gezockt. Aus diesem Grund sucht der Verein ambitionierte Spieler, die dem neuen Pro Club Team beitreten und Geschichte schreiben wollen.

Bei Interesse, wendet Euch bitte direkt an PENTA 1860 und zwar hier: Klick mich!

 

Unser Beitragsbild stammt (mit Genehmigung) von der Homepage des Vereins.

TAKTIKTAFEL: Nachbetrachtung TSV 1860 München – SV Türkgücü München

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL Nachbetrachtung des Spiels TSV 1860 München gegen den SV Türkgücü München.

In einem rassigen, kampfbetonten und emotionalen Spiel, das mit benachteiligenden Schiedsrichterentscheidungen für den TSV 1860 München gespickt war, trafen zwei gleichwertige Mannschaften aufeinander. Sechzig spielte im bekannten 4-1-4-1, Türkgücü trat mit einem 4-1-3-2 an. Leichte Feldüberlegenheiten seitens Türkgücü machten die Löwen bis zur ominösen roten Karte gegen Dennis Dressel durch gutes Stellungsspiel und präzises Agieren beim Passspiel wett. Nach der roten Karte wurde durch Kampf und Einsatzwillen ein Punkt über die Zeit gerettet.

So lässt sich dieses Spiel in drei Teile aufteilen. Die erste Viertelstunde, ab Minute 16 bis zur roten Karte und nach der roten Karte.

Die erste Viertelstunde

Türkgücü übernahm das Kommando, der TSV 1860 ließ den Gegner kommen und war in dieser Phase optisch deutlich unterlegen. In der Staffelung der beiden Ketten mit Daniel Wein dazwischen gab es für die Spieler des SVTG wenig Räume, um gefährlich zu werden. Die meist durch das Zentrum vorgetragenen Angriffsbemühungen konnten von der kompakten Löwendefensive spätestens an der Grenze zum Strafraum unterbunden werden. Der einzigen Schüsse, die Türkgücü in dieser Zeit abfeuerte, kamen aus großer Entfernung und waren keine Gefahr für den Kasten von Hiller.

Das zeigt deutlich, wie gut vom TSV 1860 gegen den Ball gearbeitet wurde. Es kam also, wie so oft, zu vielen Rück- und Querpässen beim Gegner der Löwen, die in Summe die höhere Quote im Ballbesitz zu diesem Zeitpunkt recht deutlich erklären.

Türkgücü spielte bei Ballverlust mit teilweise extremem Pressing gegen den Ball, was vor allem in der ersten Viertelstunde nicht viele Offensivaktionen für die Löwen zuließ. Die wenigen Ausflüge der Sechzger in des Gegners Hälfte wurden bereits weit vor dem Sechzehner der Perlacher zum Erliegen gebracht. So konnte der TSV 1860 während der Eröffnungsphase nicht einen einzigen Positionsangriff oder Konter zu Ende spielen, Türkgücü hingegen hat mit immerhin acht ausgespielten Angriffen für diese kurze Zeit eine ziemlich gute Ausbeute eingefahren.

Die Statistiken der ersten Phase

  • Schüsse 0:2
  • Ballbesitz 35% : 65%
  • Passquote TSV 1860 76% Türkgücü 85%
  • PPDA (zugelassene Pässe pro defensiv Aktion) TSV 1860 12; Türkgücü 4,5

Der Spielabschnitt bis zur roten Karte

Nach den ersten fünfzehn Minuten bekamen die Löwen das Spiel jedoch besser in den Griff. Der TSV 1860 bekam nun sowohl spielerisch als auch kämpferisch die Beine immer besser auf den Boden. Die Laufwege der Löwenspieler wurden besser. Pässe hinter die Pressinglinien der Türken kamen an, somit konnte der TSV 1860 mit dem Raum der sich dadurch ergab ab diesem Zeitpunkt mehr für die Offensive tun als der Gast. Die Muster blieben dennoch gleich. Türkgücü presste generell hoch und versuchte damit Druck auf die Löwen aufzubauen. Der TSV war etwas mehr auf Sicherheit bedacht und schob in nur wenigen Situationen die Pressinglinie an den gegnerischen Strafraum. Im Umschaltspiel setzten die Sechzger auf eine Mischung aus Konterfußball und Positionsangriffen. Die Türken trugen nur Positionsangriffe vor, Konterangriffe ließen die Löwen nach Ballverlust schlichtweg nicht zu. Das gegen den Ball auf Sicherheit bedachte Spiel des TSV war auch eine durchaus vernünftige Vorgehensweise, denn die schnellen und technisch höchst versierten Spieler der Gäste sind im Umschalt- und Konterspiel nur schwer zu bändigen.

Eine bravouröse Abwehrleistung in den eins gegen eins Situationen des TSV 1860 zeigt ebenfalls, wie gut die Hintermannschaft der Löwen auf die Taktik von Alexander Schmidts Team eingestellt war. Lediglich Sercan Sararer und Petar Sliskovic konnten hier kleine Vorteile gegenüber ihren Gegenspielern in weiß-blau verzeichnen, alle anderen Spieler des SVTG wurden von der Löwenabwehr kalt gestellt. So hatten die Löwen in dieser Zeit zwar immer noch ein leichtes Defizit in Puncto Ballbesitz, konnten aber mehr Angriffe als der Gegner bis ins letzte Drittel durchbringen. Zählt man Konterangriffe und Positionsattacken zusammen, haben die Löwen mit siebzehn ausgespielten Angriffen drei Attacken mehr zu Buche stehen als der Gegner.

Die Tore in dieser Phase

In der 22. Minute erobert Wein bei einem Konterversuch der Gäste den Ball von Erhardt, der vorher schon, vom sehr gut nach hinten mitarbeitendem Lex, gestört wurde. Halbrechts auf Höhe der Mittellinie nutzt er den freien Raum, der sich durch Erhardts Offensivausflug ergab, vorzüglich aus und spaziert mit dem Ball zentral in Richtung Sechzehner des Gegners. Aufmerksam wie man ihn kennt, erspäht er den auf der halblinken Seite einlaufenden Greilinger und bedient ihn mit einem Pass in den Strafraum. Abwehrspieler Sorge orientiert sich in Richtung Fünfmeterraum anstatt aggressiv auf den Ball zu gehen. Greilinger hat alle Zeit der Welt, kann sich den Ball zurechtzulegen und aus etwa zehn Metern ins lange Eck abzuschließen bevor der Verteidiger ihn stören kann.

Nur drei Minuten danach (25. Minute) konnte der SVTG den Spielstand durch einen sehr präzise ausgeführten und leider auch schlecht verteidigten Positionsangriff, bei dem Sliskovic gleich zweimal in Erscheinung tritt, egalisieren. Von Torwart Vollath ausgehend beginnt die Mannschaft von Schmidt einen Angriff über Sorge auf der rechten Seite. Sorge spielt einen Pass über vierzig Meter zu Sliskovic, der im rechten Halbfeld zwanzig Meter jenseits der Mittellinie mit dem Rücken zum Tor der Löwen stehend die Kugel zu Kirsch tropfen lässt. Dieser bedient sofort den auf der linken Angriffsseite des SVTG lauernden Sararer. Der Topscorer hat Raum und nutzt diesen, um einige Schritte in Richtung Sechzehner der Löwen zu machen. Willsch stellt sich ihm nicht entschieden genug entgegen, sodass er zwei Meter von der Strafraumecke entfernt mit dem rechten Fuß eine wunderbar aufs Tor gezirkelte Flanke schlagen kann. Sliskovic, der Salger entwischt war, verwandelt diese Flanke per Kopf aus zentraler Position im Fünfmeterraum. Hiller war zwar noch dran, konnte aber den aus der Nahdistanz druckvoll aufs Tor gebrachten Header des Kroaten nicht entschärfen.

Nach Wiederanpfiff in der 49. Minute war es dann Sascha Mölders, der seinerseits per Kopf nach einem wunderbaren Zuspiel von Steinhart einnetzte. Nach einem missglückten Befreiungsschlag von Sliskovic kommt Salger links zentral etwa neun Meter in der gegnerischen Hälfte an den Ball. Er spielt nach einigen Schritten den Ball diagonal auf den halblinks wartenden Steinhart, der nach schneller Verarbeitung des Leders eine wunderbare Flanke in den Strafraum bringt. Innenverteidiger Berzel unterschätzt die Flanke und übersieht den aus dem Hintergrund einlaufenden Mölders, sodass die Neun des TSV 1860 nahezu unbedrängt aus zehn Metern in zentraler Position in der Box den Ball neben den linken Pfosten ins Gehäuse köpfen kann.

Die Statistiken in dieser Phase

  • Schüsse 7:3
  • Ballbesitz 44% : 56%
  • Passquote 1860 80%, SVTG 84%
  • Zweikampfquote (offensiv+defensiv) 1860 62% SVTG 38%
  • PPDA 1860 14,09; SVTG 7,94

Die Phase nach der roten Karte

Die Geschichte der letzten halben Stunde ist schnell erzählt. Nach der roten Karte kam Sechzig durch Lex bei einem Konter noch einmal gefährlich vor das Tor der Perlacher. Leider ging sein Schuss links neben den Kasten von Vollath. Der SV Türkgücü München drückte nun mit voller Kraft in die Hälfte der Löwen und auf den Ausgleich beziehungsweise später den Siegtreffer, der dem SVTG jedoch verwehrt bleiben sollte. Die Sechzger lieferten eine bravouröse Abwehrschlacht mit gelegentlichen Entlastungsangriffen. In den letzten dreißig Minuten war der SV Türkgücü durch die Überzahl dermaßen überlegen, dass man vor der Abwehrleistung der jetzt mit beiden Ketten tiefstehenden Löwen nur den Hut ziehen kann. Türkgücü versuchte mit allen Mitteln immer wieder in den Strafraum einzudringen, was aber nur selten in gefährlicher Weise gelang. Den Mut, einen dritten Stürmer zu bringen, hatte Trainer Alexander Schmidt nicht. Welle um Welle prasselten die wütenden Angriffe der jetzt wie entfesselt spielenden Perlacher auf die Abwehrreihen der Sechzger ein. Abgesehen vom Ausgleichstreffer in der 70. Minute gab es aber für Marco Hiller im Tor der Löwen nur noch einen einzigen brenzligen Moment. Boere, der nach der Pause für Bouziane gekommen war, zog in der Nachspielzeit aus 15 Metern ab und Hiller konnte zur Ecke klären.

Das Ausgleichstor

Ein langer Ball von rechts des auf Höhe der Mittellinie befindlichen Berzel in den Strafraum erreichte Sararer, der sich aus Lex Bewachung davongeschlichen hatte und danach auch noch Moll enteilt war. Von der Grundlinie an der Grenze des Torraums spielte Sararer den Ball flach nach innen, wo Sliskovic einlief und traf.

Die Statistiken in dieser Phase

  • Schüsse 2:8
  • Ballbesitz 25% : 75%
  • Passquote 1860 67%, SVTG 87%
  • PPDA 1860 15,33; SVTG 4

Fazit

Für ein Fazit aus den statistischen Werten in Abhängigkeit vom Spielverlauf fehlt mir zum ersten Mal in dieser Saison der Ansatz. Grund dafür ist die Leistung oder vielmehr die Leistungsverfehlung des Schiedsrichters, die man hier nicht ausklammern kann. Daher ist jedes Fazit, dass sich auf den Werten in der Statistik zum Spiel begründet nur die halbe Wahrheit.

In einem Spiel das, wenn alles regulär verlaufen wäre, mit dem TSV 1860 München einen klaren und verdienten Sieger gesehen hätte, wurde der gegnerische Verein dermaßen bevorteilt, dass sich eine  Analyse wie diese eigentlich erübrigt. Ich frage mich: Was bringt einen Schiedsrichter dazu, offensichtlich ähnliche Szenen auf beiden Seiten so dermaßen unterschiedlich zu bewerten? Das beste Beispiel für unterschiedliches Maß in der Bewertung des Spiels war, als es bei verfrühter Ausführung eines Freistoßes für den TSV eine gelbe Karte für den Schützen gab (Moll, 15.Minute), beim Gegner später im Spielverlauf für das gleiche Vergehen jedoch nicht. Wer eine Antwort hat wieso man ein Spiel so verpfeift und damit den Wettbewerb 3. Liga verzerrt, meldet sich bitte in den Kommentaren.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Nachwuchsleistungszentrum: Juniorenkalender 2021 erschienen

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Florian Neuhaus und Felix Uduokhai waren die letzten beiden Spieler aus dem NLZ der Löwen, die den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft und dadurch bewiesen haben, dass die Jugendarbeit beim TSV 1860 München noch immer zu den besten im Lande gehört. Auch sie waren einst im Junglöwen-Kalender abgebildet, dessen neueste Auflage ab Dezember erhältlich ist – die Chance, im Jahr 2021 einen zukünftigen Profi oder gar Nationalspieler an der heimischen Wand hängen zu haben, dürfte also gar nicht so gering sein – und den Nachwuchs der Löwen unterstützt man mit dem Kauf des Kalenders sowieso!

Wie der Wochenanzeiger berichtet, beträgt der Verkaufspreis 6,50 Euro. Da die Jugendspieler die Kalender aus bekannten Gründen nicht persönlich im Stadion verkaufen können und auch der Erwerb an der Geschäftsstelle der Juniorenfußballabteilung nicht möglich ist, erfolgt die Lieferung per Postversand. Bei einer Bestellung bis zu vier Stück berechnet der Verein drei Euro Versandkosten, ab fünf Exemplaren ist die Lieferung versandkostenfrei. Die Bestellung ist ausschließlich per E-Mail unter der Adresse juniorenkalender@tsv1860muenchen.org oder telefonisch unter der Rufnummer (089) 64 27 85-310 möglich.

Seit 34 Jahren gibt das bei Fans und Sammlern beliebte Werk bereits Zeugnis von der engagierten Nachwuchsförderung in Giesing. Diesmal findet man neben allen Mannschaftsfotos auch einen fotografischen Streifzug durch München auf der Suche nach steinernen und bronzenen Löwen im Stadtbild.

Foto: Anne Wild / Alfons Seeler

Sechzig um Sieben: Neues am 30.11.2020

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TSV 1860 München Sechzgerstadion

Servus und guten Morgen, Löwenfans!

Nach dem bitteren und dritten Unentschieden in Folge im innerstädtischen Duell gegen den SV Türkgücü München, bei dem vor allem die Leistung des Unparteiischen in den Vordergrund rückte, startet für uns alle eine neue Woche. Etwa die nächste “Woche der Wahrheit”?

Kommentar zur “Woche der Wahrheit”
Keineswegs! Stellvertretend für sechzger.de hat sich Christian Jung den Frust von der Seele geschrieben, besser gesagt sein Unverständnis gegenüber den Kollegen der schreibenden Zunft geäußert. Herausgekommen ist ein absolut lesenswerter Kommentar, den wir euch wärmstens empfehlen möchten, falls ihr ihn noch nicht gelesen habt. Etwas Warmes ist im Winter schließlich nie verkehrt – zumindest dachten wir uns das. Bei der Partie Halle – Köln hatte jemand allerdings etwas dagegen…

Nummer 1

Ich erzähle euch sicher nichts Neues, aber einigen muss man es wohl doch noch einmal klar machen: die Nummer 1 der Stadt sind WIR. Ende der Ansage.

Giesinger Gedanken
Unsere recht neue Rubrik, die “Giesinger Gedanken“, wurde am Wochenende erfolgreich fortgesetzt und beschäftigt sich mit der Gefühlswelt des Autors nach den drei Spielen der englischen Woche.

Liveticker
Unser Tickerteam hat im Stadion wieder die Tasten glühen lassen. Vor allem in den Beiträgen vor dem Anpfiff kommen Freunde der humoristischen Note voll und ganz auf ihre Kosten. Es lohnt sich also, auch hier noch einmal reinzuklicken.

TAKTIKTAFEL
Natürlich hat sich Bernd Winninger die kompletten 90 Minuten noch einmal ganz in Ruhe angesehen. Während dem Spiel war das aufgrund der Schiedsrichterleistung leider nicht so ganz möglich. Um dieses Thema ist er folglich auch nicht ganz herumgekommen. Dennoch wird er uns heute Mittag aufzeigen, wie die Leistung der Mannschaft einzuordnen ist.

Fotogalerie
Neben dem Tickern blieb ein wenig Zeit für einige Schnappschüsse, die wir euch nicht vorenthalten wollen und im Laufe des Tages online gehen werden.

Löwe des Spiels
Unser Hauptsponsor die Bayerische sucht in gewohnter Weise den Löwen des Spiels. Liebhaber des weißen Sondertrikots, welches am Wochenende einmalig zum Einsatz gekommen ist (es dürfte damit eines der ganz wenigen Trikots sein, in denen wir ungeschlagen sind 🙂 ), sollten unbedingt an der Abstimmung teilnehmen: dem Gewinner winkt das Weihnachtstrikot! Als wäre das nicht genug, wurde das Trikot noch mit allen Unterschriften der Mannschaft veredelt. Eure Stimme könnt ihr noch bis heute um 12:00 Uhr abgeben.

Ergebnisse 3.Liga
Gestern standen zwei weitere Spiele des 13.Spieltags auf dem Programm. Dabei konnte Dynamo Dresden mit einem ungefährdeten 3:0-Auswärtssieg beim MSV Duisburg weiter in der Tabelle klettern und steht nun auf dem 2.Platz. Mit Hosiner, Weihrauch und Daferner trafen übrigens drei Ex-Löwen. In der zweiten Partie trennten sich Saarbrücken und Kaiserslautern mit einem 1:1-Unentschieden, der Gastgeber und Aufsteiger bleibt somit erst einmal Tabellenführer.
Heute Abend steht dann das Duell zwischen Meppen und Ingolstadt auf dem Programm, Anpfiff ist um 18:60 Uhr. Die Gäste können mit einem Sieg die Saarländer von Platz 1 verdrängen.
Corona sorgt mal wieder dafür, dass der Spieltag mit der Montagspartie nicht komplettiert wird: das Spiel zwischen Lübeck und Mannheim musste verschoben werden.

Training
Ganz deutlich beschäftigen wir uns mit dem Spiel am vergangenen Wochenende und sind damit nicht allein. Auch an der Grünwalder Straße gilt der Fokus noch nicht der kommenden Partie. Die Spieler haben heute frei, es wird nicht trainiert.

sechzger.de wünscht euch einen guten Start in die Woche!

Rückblick auf die „Woche der Wahheit“ – Ein Kommentar

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Tatort Sechzgerstadion, gestern Nachmittag gegen 15:55 Uhr: Sascha Mölders wird im Interview mit dem BR laut und deutlich: “Vor der Saison waren wir Abstiegskandidat Nummer eins, jetzt stehen wir relativ gut da und du redest von einer Krise, ich hab kein Bock mehr.” Sprach er und zog von Dannen. Diesem – ich darf es vorwegnehmen – aus meiner Warte völlig berechtigten Wutausbruch war nicht nur ein extrem emotionales Fußballspiel vorausgegangen, in dem sich das Team, dem Mölders als Kapitän vorangeht, durchaus als vom Schiedsrichter benachteiligt bezeichnen durfte. Nein, in den sieben Tagen zuvor hatte die Münchner Medienlandschaft wieder einmal ganze Arbeit geleistet:  Der einst stolze TSV  München von 1860 e.V. stand – so der Eindruck – kurz vor seiner Auflösung. Und wenn es nicht den ganzen Verein mit seinem vielschichtigen Breitensportangebot erwischen sollte, dann zumindest die gleichnamige Fußballgesellschaft.

Nachdem zehn Löwen im Spiel gegen elf mauernde Uerdinger zum Auftakt in die Englische Woche mit den Spieltagen elf, zwölf und 13 der 3. Liga lediglich ein beschämendes 0:0 zu Wege gebracht hatten (Achtung: Ironie), ging es am Dienstag vor dem Spiel in Paderborn gegen Aufsteiger SC Verl richtig los: Eine Boulevardzeitung entschuldigte sich zwar im Fließtext für das grauenhafte Wortspiel in der Schlagzeile und erläuterte auch, warum man der Ansicht sei, dass in Ostwestfalen „VERLieren verboten“ sei – so richtig überzeugend kam die Erklärung aber nicht daher und die Unterstellung, es ginge mit einer solchen Titelzeile doch nur um die Klicks, darf geäußert werden. Am selben Tag kopierte ein Onlineblog nicht nur das Wortspiel, sondern rief gleich noch die „Woche der Wahrheit“ aus. Das klingt dramatisch, das mögen wohl auch jene Anhänger, für die Sechzgerspiele in der 3. Liga schon per se völlig unter der eigenen Würde sind. Mit der Realität hat das halt nur wenig zu tun. Nachdem sich das vorsaisonale Gejammer, mit „diesem Kader“ hätte man in der Liga keine Chance, nach ein paar Spielen – wie durch ein Wunder – in die bedingungslose Forderung nach dem sofortigen Aufstieg in die 2. Liga umgewandelt hat, am besten noch vor dem Weihnachtsfeste, bleibt der neutrale, außenstehende Betrachter völlig ratlos zurück: Spinnen die, die Löwen?

In Paderborn wurde dann nicht VERLoren (langsam beginnt mir dieses Wortspiel direkt zu gefallen ?), sondern die Löwen erkämpften gegen einen starken Aufsteiger in einer spannenden Partie einen verdienten Punkt. Für die medialen Ansprüche aber schon wieder viel zu wenig. Gestern folgte dann zum Ende der Englischen Woche die von Teilen der berichtenden Zunft zum „Spiel um die Nummer Zwei im Münchner Fußball“ hochstilisierte Partie gegen einen weiteren ambitionierten Aufsteiger. Und zum dritten Mal in dieser „Woche der Wahrheit“ erkämpften die Löwen – erneut in Unterzahl – ein leistungsgerechtes Remis.

Damit wir uns richtig verstehen: Auch wir von sechzger.de sind mit Leidenschaft, mit Euphorie und auch mal mit tiefer Depression bei unseren Löwen dabei. Aber um vor dem Spiel ein Kribbeln zu erzeugen, müssen wir weder mehrmals die Woche Endspiele um die Existenz (oder eben die „Wahrheit“) ausrufen, noch durch an den Haaren herbeigezogene Weltuntergangsszenarien die Mannschaft zusätzlich unter Druck setzen. Uns, und wir glauben und hoffen, da für zahlreiche Löwenfans zu sprechen, reicht die Freude am Fußballspiel, die Spannung aufgrund der Unsicherheit, vorher nicht zu wissen, wer nach 90 Minuten als Sieger vom Platz geht. Und gerade in durchaus als ernst zu bezeichnenden Zeiten wie diesen, in denen eine Pandemie die Menschen beschäftigt und nicht Wenige um ihre (wirtschaftliche oder gesundheitliche) Lebensgrundlage fürchten, ist es besonders verwerflich, die schönste Nebensache der Welt permanent in den Rang des Existenziellen zu heben.

Vielleicht ist das ganze Dramatisieren rund um die Löwen aber auch für eine Sache gut: Trainer Michael Köllner scheint das Schauspiel mitunter zu amüsieren. So zitiert er die besonders pathetischen Formulierungen der schreibenden Zunft gerne mal mit einem Schmunzeln in der LÖWENRUNDE. Wahrscheinlich die einzig richtige Methode, damit umzugehen. Inwieweit so ein Umgang mit dem von Außen aufgebauten Druck auch der Mannschaft gelingt, inwieweit es Köllner schafft, seine Souveränität und positive Grundhaltung auf seine Schützlinge zu übertragen, darf angesichts der eingangs beschriebenen Mölderschen Schimpftirade von gestern Nachmittag zumindest angezweifelt werden. Dass jene Berichterstatter, deren wirtschaftliche Grundlage die Sensation ist, die Klicks generiert und Zündstoff einsetzt, wo eigentlich keiner hingehört, ein Interesse daran haben, möglichst viel Druck auf das Löwenteam aufzubauen, ist ein nachvollziehbares Muster in unserer Mediengesellschaft. Dafür, dass sich in den Sozialen Medien die Menschen, die sich als Fans dieses Vereins bezeichnen, an den völlig überzogenen sportlichen Forderungen beteiligen und schon nach einem Drittel der Saison finale Urteile fällen, fehlt mir jedes Verständnis.

Giesinger Gedanken: Die Lage der Löwen nach der englischen Woche

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Giesing - der Stadtteil des TSV 1860
Die Heilig Kreuz Kirche Giesing

Die Geschichte des gestrigen Spiels ist schnell erzählt. Ein Unentschieden in einem hitzigen Spiel gegen eine vor allem in der Offensive sehr versierte Mannschaft konnte mit zehn Mann über die Zeit gebracht werden. Die Löwen lagen sogar zwei Mal in Führung und diktierten besonders in der Phase vor der Halbzeit das Spiel. Als der Schiri dann Dennis Dressel in der 59. Minute eine sehr harte rote Karte nach einem klaren, aber dennoch unbeabsichtigten Foul zeigte, war klar, dass die Löwen die letzte halbe Stunde als Abwehrschlacht gestalten mussten. Leider fiel recht schnell der Ausgleich (70. Minute, Sliskovic) und es blieben immer noch zwanzig Minuten plus Nachspielzeit. In diesen ließ die Verteidigung der Sechzger zum Glück kaum mehr Chancen zu und so konnte man erneut in Unterzahl einen hart erkämpften Punkt einfahren.

Schaut man etwas genauer hin, kommt man leider nicht daran vorbei, die Leistung des Schiedsrichters unter die Lupe zu nehmen. Ich möchte hier gleich klarstellen, dass ich niemand bin, der bei jeder Niederlage die Schuld beim Schiri sucht. Aber gestern gab es Schlüsselszenen, die der Schiedsrichter leider falsch entschieden hat und die für Sechzig einen sehr negativen Einfluss hatten.

In der 14. Minute foulte Quirin Moll Türkgücüs Spielmacher Sararer und hätte dafür bereits verwarnt werden müssen. Damit legte Schiedsrichter Hanslbauer die Regeln sehr großzügig aus. Eine Minute später zeigt er Sorge nach einem rüden Foul fernab vom Ball nur Gelb – da hätte so mancher Schiri auch zu Rot gegriffen. In der 43. Minute gab es ein glasklares Handspiel von Stangl im Strafraum, den fälligen Elfer verweigerte der Herr in Schwarz. Dann sah Dennis Dressel die erwähnte rote Karte. Er trifft seinen Gegner zwar eindeutig, aber sicher nicht absichtlich. In der 91. trat dann erneut Sorge in Erscheinung und sprang Mölders von hinten ins Kreuz und sah gar keine Karte. Spätestens hier hätte er mit Gelb-Rot fliegen müssen. Summa summarum eine klare Benachteiligung der Löwen, die durch einen Elfmeter kurz vor der Pause eine große Chance gehabt hätten, in Führung zu gehen.

So musste sich der TSV am Ende mit zehn Mann gegen einen recht unsympathisch auftretenden Gegner mit einem hart erkämpfen Punkt zufriedengeben. Präsident Hasan Kirvan wollte sich nicht von uns ablichten lassen, Türkgücüs Gefolgschaft auf der Ehrentribüne versuchte ständig, den Schiri zu beeinflussen und trug dadurch zur Hitzigkeit des Spiels bei, dann die Schwalbe von Sararer und nicht zuletzt das Leugnen des offensichtlichen Handspiels durch Trainer Schmidt im TV-Interview. Das passt leider irgendwie alles ins Bild um die Posse der Klage wegen der Teilnahme am DFB-Pokal.

Das Fazit der englischen Woche kann bei den Löwen in seiner Gesamtheit nicht positiv ausfallen. Drei Punkte statt der von Michael Köllner anvisierten neun. Betrachtet man jedes Spiel einzeln für sich, kann man durchaus jedes Unentschieden als Erfolg sehen. Zur Erinnerung: Gegen unangenehme Uerdinger mit 10 Mann einen Punkt geholt, in Verl gegen einen spielstarken Gegner auswärts einen Punkt geholt und nun wieder zu zehnt einen Punkt erkämpft. Keine Niederlage, aber auch kein Sieg. Dadurch ist in der Tabelle der Anschluss nach ganz oben ein bisschen verloren gegangen. Gewinnen die Top 3 morgen bzw. am Montag ihre Spiele, liegen wir fünf Punkte hinter einem Aufstiegsplatz.

Aber vielleicht sollten wir nicht auf den Aufstiegsplatz schielen. Letzte Saison standen wir nach dem 13. Spieltag mit 14 Punkten auf Platz 15, einen Punkt vor einem Abstiegsplatz. Jetzt haben wir schon sechs Punkte mehr eingefahren. Vielleicht sollten wir auf das schauen.

Aber ich merke es ja an mir selber: Jetzt lag man nach dem guten Start teilweise sogar an der Tabellenspitze und das weckt natürlich Ambitionen. Aber sehen wir es realistisch: Nicht wenige (noch dazu aus dem eigenen Umfeld) sahen die Mannschaft während der Vorbereitung als Abstiegskandidaten. Nachdem sich die Gesellschafter dann doch noch auf eine Etaterhöhung einigen konnten, wurden die Transfers kritisiert. Und nun stehen wir aktuell zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Zu Liga 2 wohlgemerkt! Wir durchleben gerade einfach eine schwächere Saisonphase, die Teams wie Dresden und Audi-Stadt gleich zu Beginn der Runde hatten. Wir werden auch wieder stärkere Phasen haben und ich glaube, wir werden bis zum Ende in Schlagdistanz nach oben bleiben. Wichtig wäre aber schon, die schwächere Phase jetzt mal zu beenden. Am besten mit einem Auswärtssieg in Köln.

Kurzbericht nach dem Spiel gegen Türkgücü München

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Die Löwen springen durch das Unentschieden im Heimspiel gegen Türkgücü auf den vierten Platz.

Die Löwen, natürlich wie zuletzt wieder in einem leeren Sechzgerstadion, starteten heute mit Fabian Greilinger in der Startelf, was sich als gute Entscheidung entpuppen sollte. Denn nach zäher Anfangsphase mit einigen Nicklichkeiten und mehreren kleinen Fouls, war es in der 22. Minute eben jener Fabian Greilinger mit der 1:0 Führung für die Löwen.
Daniel Wein hatte am Mittelkreis stark den Ball erobert und dann nach links durchgesteckt.

Kurz darauf leider gleich der Dämpfer, denn Sliskovic glich für Türkgücü aus. Die Flanke kam hier von Sararer, der in dieser Situation ungehindert und mit viel Platz die Vorarbeit leistete.

Darauf entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, allerdings ohne viele Torszenen.
Großer Aufreger dann kurz vor der Halbzeit, denn Stefan Stangl, Verteidiger der Gäste, kam völlig klar und eindeutig mit dem Oberarm bei Ballannahme an den Ball. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb überraschenderweise stumm.

Nach Anpfiff in Hälfte Zwei kamen die Löwen direkt stark verbessert aus der Pause, in Minute 49 dann konnte sich Sascha Mölders stark von Aaron Berzel lösen und konnte nach schöner Vorarbeit von Steinhart den Ball per Kopf im Tor unterbringen.

Ab der 59. Minute dann mussten die Löwen in Unterzahl Stand halten. Dennis Dressel hat nach hartem Einsteigen glatt die rote Karte gesehen. Eine vermeintlich korrekte, aber dennoch sehr harte Entscheidung, gerade in Anbetracht der absolut undurchsichtigen Linie von Schiedsrichter Patrick Hanslbauer.

Die Löwen hielten die ersten Minuten in Unterzahl stark dagegen und konnten sich sogar noch zwei gute Chancen durch Lex und Mölders erarbeiten.
Dann der Ausgleich durch Türkgücü in der 70. Minute. Berzel haute einen weiten Ball in den Strafraum und Sliskovic schiebt nach Querpass von Sararer ein.

Das traf die Löwen dann doch sehr, vor allem Sararer drehte nach dem Ausgleich richtig auf und war kaum zu halten.

In der Schlussphase kamen die Löwen bis auf einzelne Nadelstiche dann kaum noch vor das Tor der Gäste, ließen defensiv aber auch nichts mehr zu. In der Nachspielzeit dann hielt natürlich wieder Marco Hiller den Punkt fest.

Fazit: Ein letztlich leistungsgerechtes Unentschieden, das leider zu sehr durch die Schiedsrichterentscheidungen beeinflusst wurde.
Gefallen hat uns, dass der Auftritt heute vor allem offensiv deutlich mehr Energie ausgestrahlt hat als die letzten Spiele. Außerdem empfahl sich Fabian Greilinger durch eine starke Leistung für weitere Startelfeinsätze.

 

Live-Ticker TSV 1860 – SV Türkgücü München – der Ticker live aus dem Sechzgerstadion

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Liveticker TSV 1860 München von sechzger.de

Der TSV 1860 tritt heute im siebten Pflichtspiel überhaupt auf den SV Türkgücü München – wenn man diesen Verein als legitimen Nachfolger des gleichnamigen Vereines aus Bayernliga-Zeiten betrachtet – warum wir uns da nicht so ganz sicher sind, könnt ihr in unserem Vorbericht nachlesen: Vorbericht TSV 1860 München – SV Türkgücü München. 

Sechzig um Sieben: TSV 1860 München – Türk Gücü München

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Auf mitunter dünnes Eis begibt sich, wer das unternehmerische Konzept hinter dem heutigen Löwengegner Türkgücü zu vehement in Frage stellt. Manchmal nicht ganz zu Unrecht ist schnell von Rassismus die Rede, wenn man die Berechtigung oder zumindest die unbedingte Notwendigkeit dieses Fußballkonstrukts in Frage stellt. Leider driftet der eine oder andere Kritiker am Fußballunternehmen Türk Gücü auch tatsächlich in dieses schmutzige Fahrwasser ab.

Wir wollen uns an dieser Stelle ausschließlich mit sportlichen, statistischen und historischen Fragen beschäftigen. Und dabei stellte sich dem Verfasser dieser Zeilen schon die erste zentrale Frage: Ist unser heutiger Gast im Sechzgerstadion wirklich der legitime Nachfolger des gleichnamigen Vereins, mit dem sich Löwenmannschaften in den späten 1980ern und ganz frühen 1990ern Bayernligaduelle lieferten? Sollten also diese Spiele Teil einer solchen Vorschau sein oder nicht? Die Frage ist meiner Ansicht nach keineswegs so eindeutig zu beantworten, wie es an manch anderer Stelle in diesen Tagen gerne getan wird.

Warum? Kurz umrissen wurde der 1975 gegründete erste SV Türk Gücü München im Jahr 2001 nach einer Insolvenz aufgelöst. Der Geldgeber und Präsident hatte München in Richtung Türkei verlassen. Ende der Geschichte? Türk Gücüs Platz in der damals fünftklassigen Landesliga übernahm der neu gegründete Türkische SV München, der in der Folge – ohne Geldgeber – bis 2008 in die Kreisliga durchgereicht wurde.

Durch eine Fusion mit dem SV Ataspor München, der sich schon 1981 vom ursprünglichen SV Türk Gücü abgespalten hatte – also im Prinzip so, wie der MTV 1879 einst von 1860, woraus später ein gewisser FC Bayern hervorging – entstand der heutige Verein, der 2013 wieder in die Landesliga – inzwischen nur noch sechste Liga – zurückkehrte. Drei Jahre Später stieg der Unternehmer Hasan Kivran ein und es folgten zwischen 2018 und diesem Sommer drei Aufstiege in Serie bis in die 3. Liga.

Und die Ambitionen gehen noch weiter: Bis 2023 möchte man in der 2. Bundesliga angekommen sein – als erster Verein mit einem (nominellen) Migrationshintergrund überhaupt. Erst diese Woche war im Münchner Printboulevard zu lesen, dass den zahlreichen Neuzugängen vor dieser Saison schon bald weitere folgen sollen. Geld spielt hier keine Rolle auf dem Weg nach oben.

Doch zurück zur regionalen Münchner Fußballgeschichte: Die Bilanz der Löwen gegen den „alten“ SV Türk Gücü ist positiv, aber wenig spektakulär: In insgesamt sechs Duellen in der damals drittklassigen Bayernliga konnte 1860 zwischen 1988 und 1991 viermal siegen (allerdings nie höher, als 2:0), zweimal trennte man sich unentschieden. Niederlagen stehen keine zu Buche. Eine Differenzierung zwischen Heim- und Auswärtsspielen macht bei dieser Betrachtung übrigens wenig Sinn, da alle sechs genannten Partien auf Giesings Höhen  – und nicht im Dantestadion! – ausgetragen wurden.

Zum allerersten Spiel zwischen beiden Vereinen kam es aber bereits zweieinhalb Wochen vor dem ersten Ligaduell: Im Bezirkspokal Oberbayern, in der 5. Runde der Vorrunde Groß-München (so die etwas sperrige Wettbewerbsbezeichnung) siegte Sechzig am 18. Oktober 1988 vor 3.500 Zuschauern mit 1:0. Für die Löwen hat dieses Spiel deswegen eine gewisse historische Bedeutung, da insgesamt sechs (!) Pokal-Qualifikationsspiele später der Einzug in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 1989/90 gefeiert werden konnte, in dem dann eine unvergessene Reise in den hohen Norden zu TuS Hoisdorf und dann wiederum das sehr unglückliche Ausscheiden gegen die damals unangefochtene Bundesliga-Spitzenmannschaft von Werder Bremen auf dem Programm standen.

In der Gegenwart begegnen sich heute Nachmittag der (seit gestern Abend) Fünfte und der Achte der 3. Liga, wobei man ehrlicherweise einräumen muss, dass die Gäste zwei Spiele weniger absolviert haben. Als einziges Team der Liga mit bislang nur einer einzigen Niederlage (am 5. Spieltag in Magdeburg), ist der vom BFV im Sommer zum Aufsteiger ernannte Klub gleich gut in der 3. Liga angekommen.

Dies ist jedoch kein Zufall: Mit nicht weniger als 18 Neuzugängen (bei 13 Abgängen) wurde der Kader der sportlichen Herausforderung sehr aktiv angepasst. Die mitunter etwas aggressiv anmutende Personalpolitik bei Türk Gücü machte zuletzt auch vor der Trainerbank nicht Halt: Der Vertrag des ehemaligen Löwentrainers und -spielers Rainer Maurer, mit dem das Team als Aufsteiger aus der Bayernliga souverän durch die Regionalliga marschiert war, wurde im Mai, mitten in der Corona-Pause nicht verlängert. Man trennte sich bereits Mitte Mai in Unfrieden.

Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs, der letztlich zu einer Unterbrechung mit Fortsetzung ohne Türk Gücü wurde, lag der Tabellenführer neun Punkte vor dem FC Schweinfurt. Bei ausstehenden elf Spielen noch keine finale Entscheidung, aber ein komfortables Polster. Maurers Nachfolger an der Seitenline wurde am 1. Juli ebenfalls ein ehemaliger Löwencoach: Alex Schmidt, der unsere Zweitligaprofis zwischen November 2012 und August 2013 betreut hat. Und noch ein gar nicht so alter Bekannter wird uns am heutigen Nachmittag wieder begegnen: Aaron Berzel. Der nicht zuletzt aufgrund seines Auftretens auf dem Spielfeld bei den Löwen zum Publikumsliebling gereifte Innenverteidiger wechselte bekanntlich im Sommer in Ermangelung eines Vertragsangebots bei 1860  zu Türk Gücü.

Im exklusiven Interview für sechzger.de gewährte das Mitglied der Aufstiegself von 2018 Einblicke in sein Seelenleben und verriet, dass ihm dieser Wechsel nicht besonders leicht gefallen ist und er gerne weiter das Löwentrikot übergestreift hätte. Vielleicht erinnert sich der gebürtige Heidelberger ja heute daran, dass in ihm noch ein Löwenherz schlägt und er zeigt keine Glanzleistung. Oder das Gegenteil ist der Fall – damit haben wir ja in der Vergangenheit durchaus Erfahrungen gesammelt. Von den weiteren fünf Spielern im 35(!)-köpfigen TG-Kader, die einen wie auch immer gearteten Vergangenheitsbezug zum TSV 1860 haben, dürfte heute Nachmittag nur noch Kilian Fischer zum Einsatz kommen, der einst bei den Junglöwen kickte. Oder sorgt Ex-Löwe Schmidt für eine Überraschung und bringt einen weiteren Akteur mit weiß-blauer Vergangenheit aufs Feld? Die Auswahl wäre ja vorhanden…

Diese und alle anderen wichtigen und weniger wichtigen Fragen, die rund um das Spiel auftreten, beantwortet Euch auch heute wieder der sechzger.de-Liveticker, der die ganze Veranstaltung – wie gewohnt – mit der gebotenen Portion Humor begleiten wird. Ergänzend dürfen wir auf die Liveübertragung im frei empfangbaren Programm des BR hinweisen. Weniger lustig, aber dafür mit bewegten Bildern. Unserer Meinung nach eine ideale Kombination.