Am Samstag spielte der TSV 1860 München zum dritten Mal in Folge unentschieden und tritt daher in der 3.Liga eher auf der Stelle. Die Einordnung nach der Partie fiel den Löwenfans nicht gerade leicht. Überall in Giesing waren die Diskussionen nach Abpfiff geprägt von der Fragestellung: was machen wir jetzt mit diesem Remis?
Unentschieden gegen Aachen: was machen wir mit diesem Resultat?
Eigentlich begann der Spieltag gestern großartig. Mit 1860 Running drehte ich früh am Vormittag zwei Runden im Flaucher-Bereich. Viele trugen Kleidung mit dem Löwen-Logo, sodass Spaziergänger und andere Läufer durchaus wahrnahmen, wer da gerade gemeinsam unterwegs ist. Die kommende neue Abteilung beim TSV München von 1860 e.V. legt derzeit einen guten Start hin und sorgt für weitere Vernetzung unter den Fans. So auch bei mir: spontan konnte ich im Anschluss für einen Löwenfan, der seit wenigen Wochen in München wohnt, ein Ticket für das spätere Heimspiel gegen Alemannia Aachen besorgen.
Nach einer Dusche ging es bei strahlendem Sonnenschein ans Trainingsgelände, wo sich die U21 in der Vorbereitung mit dem TSV Buchbach maß. Bei den ersten Gesprächen stellte sich relativ schnell die Erwartungshaltung für das Heimspiel der Profis im Sechzgerstadion heraus. Ein Heimsieg sollte es heute bitteschön sein, wenngleich man in Giesing auch die Auswärtsstärke der Alemannia wahrgenommen hatte. Zu Fuß ging es nach dem Abpfiff auf Platz 2 in Richtung Stadion und hinein in die Westkurve.
Nach weiteren 90 Minuten plus Nachspielzeit steht ein weiteres Unentschieden zu Buche, das dritte in Folge. Die gute Stimmung vom Vormittag war erst einmal etwas verflogen, der Kopf ratterte und konnte sich nicht so recht entscheiden. Punkt mitnehmen, weil Aachen insbesondere vor dem Halbzeitpfiff mehrfach gute Gelegenheiten ausließ und womöglich den nächsten Auswärtssieg unter Dach und Fach gebracht hätte? Ärgern über den Schiedsrichter, dem die Partie in den letzten Minuten zunehmend entglitt? Analysieren, wieso die Löwen-Mannschaft deutlich unsicherer und/oder fahrlässiger agierte als in den Duellen gegen Essen und in Osnabrück? Hinterfragen, ob die eigene Erwartungshaltung zu hoch war? Vermuten, dass eben jene Erwartungshaltung sich auch auf die Mannschaft übertragen hat und für ein weniger befreites Auftreten gesorgt hat?
So reicht es nicht für ganz oben
Am Ende liegt die Wahrheit vermutlich irgendwo in der Mitte. Man hätte sich nicht wundern dürfen, wenn die Alemannia im Sechzgerstadion gesiegt hätte. Das lag zum einen am mutigen Auftreten der Gäste, die mit Kontersituationen die Löwen-Defensive immer wieder vor Herausforderungen stellte. Das lag zum anderen aber auch daran, dass das von Markus Kauczinski trainierte Team nicht seinen besten Tag erwischte. Insbesondere die vielen Einladungen an die Aachener durch Fehlpässe oder missglückte Befreiungsschläge sorgten für Unmut unter den 15.000 Zuschauern, die es mit den Gastgebern hielten.
Wenn man sich nun einen Tag später mit der Partie befasst und überlegt, was man mit diesem Ergebnis nun machen soll, dann ist das aus meiner Sicht Folgendes. Als einzelnes Spiel gesehen mag das kein Beinbruch sein, gegen eine auswärtsstarke Alemannia nur einen Punkt mitzunehmen. Dennoch ist das Ergebnis irgendwie ein Sinnbild für die gesamte Spielzeit: für ganz oben reicht es einfach nicht. Das muss man nach dem dritten Remis in Folge einfach auch so festhalten. Verloren ist natürlich noch nichts, aber wenn man wirklich den möglichen Aufstieg in die 2.Bundesliga im Mai feiern möchte, dann müssen solche Spiele einfach gewonnen werden. Dazu braucht es über mehrere Wochen hinweg ein gutes und konzentriertes Auftreten unserer Mannschaft. Ansonsten heißt die Realität auch in der Saison 2026/27 wieder 3.Liga.
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