Mölders’ angekündigter Rücktritt im Oktober 2019…

Eine gewisse Parallele ist durchaus erkennbar. Wer erinnert sich noch? Im Oktober 2019 – Löwentrainer war damals Daniel Bierofka – erklärte Sascha Mölders, gerade in seiner vierten Spielzeit für den TSV 1860 am Ball, dass er am Saisonende 2020 seine Karriere als Profi beenden würde: “Ich könnte zwar noch einige Jahre spielen, aber das ganze Drumherum geht mir, entschuldigen Sie die Ausdrucksweise, auf den Sack. Es geht im Profibereich oft gar nicht mehr um den Fußball und das macht mir keinen Spaß mehr”, schimpfte Mölders damals gegenüber der Augsburger Allgemeinen.

…und dann ging es weiter

Ob es nun der wenig später bei Sechzig anheuernde Trainer Michael Köllner, die mitunter fast penetrante Fragerei der Medienvertreter – insbesondere als Mölders in der Folge plötzlich ein Tor nach dem anderen erzielte – oder doch die Anfang 2020 aufziehende Corona-Pandemie war, die den Fußballbetrieb für eine ganze Weile komplett durcheinander wirbelte – Mölders änderte sein Vorhaben, erlebte eine Art “zweiten Frühling”, wurde in der Saison 2020/21 gar ältester Torschützenkönig der deutschen Profifußballgeschichte und blieb bis Dezember 2021 für die Löwen am Ball.

Andeutung und Konkretisierung von Lex’ Abschied

Nun also Stefan Lex: Der gebürtige Erdinger deutete schon im April diesen Jahres in einem längeren Gespräch mit MAGENTA sein Karriereende für den Sommer 2023 an (sechzger.de berichtete). Konkreter wurde der Kapitän dann im Juli in einem Interview der Abendzeitung. Dort äußerte er das klare Ziel, seine Karriere mit der Rückkehr in die zweite Bundesliga mit den Löwen zu krönen. Im Sommer 2023! Und ganz ähnlich, wie bei Sascha Mölders – siehe oben – im Spätherbst 2019 beginnt nun schön langsam das Nachhaken der berichtenden Zunft, ob Lex’ Entschluss, die Fußballstiefel in ein paar Monaten an den Nagel zu hängen, unumstößlich sei. Und was passieren müsse, um die Entscheidung nochmal zu revidieren. Auf die Frage von Abendzeitung-Reporter Matthias Eicher am vergangenen Freitag in der LÖWENRUNDE, ob Michael Köllner nicht bereits begonnen habe, Lex zu überreden, sein angekündigtes Aufhören nochmal zu überdenken, sagte der noch 32jährige:

Wir haben vor der Saison über das Thema geredet und gesagt: Wir schauen jetzt einfach mal, wie das läuft. Wie wollen die Entscheidung noch nicht endgültig machen, aber jetzt muss ich selber erstmal schauen, dass ich gesund bleib’. Dann schauen wir mal, wie die Saison läuft und ob der Trainer mich am Ende noch brauchen kann.

Köllners Lob für Lex

Bei Sascha Mölders waren die ersten Dementis gegen den Rücktritt vom Rücktritt übrigens noch deutlich klarer. Mal sehen, ob der Löwendompteur seinen Kapitän in den kommenden Monaten zu überzeugen versucht, noch eine weitere Saison – im Idealfall in der zweiten Liga? – dranzuhängen. Köllners Lobeshymnen auf “Lexi” sind jedenfalls unmissverständlich:

Stefan ist unser Kapitän, einer unserer erfahrensten Spieler, einer der wenigen, die Bundesliga-Luft geschnuppert haben und der sicherlich – nicht bloß in den letzten Jahren – mit seinem Leistungsvermögen die Mannschaft in eine völlig andere Statik erheben kann.

Es bleibt spannend, zu beobachten, in welche Richtung Lex’ Karrierepläne gehen. Gewiss hat er aber das warnende Beispiel eines Sascha Mölders’ vor Augen, dessen finaler Abschied von der Grünwalder Straße Ende 2021 dann bekanntermaßen leider wenig glücklich über die Bühne ging.

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