Der TSV 1860 München steht nach 28 Spieltagen der 3. Liga auf einem ausgezeichneten vierten Tabellenplatz. Eigentlich Grund genug für eitel Sonnenschein, möchte man meinen, doch gerade jetzt im Saisonendspurt scheint die Stimmung etwas zu kippen. Woran das liegt, ist schwer nachzuvollziehen. Sind es zu hohe Erwartungen im Umfeld der Löwen? Oder gar vermeintliche Experten, die durch ihre ständigen Forderungen und anhaltende Kritik für Unruhe bei 1860 sorgen?

Pessimistisches Umfeld beim TSV 1860

Bereits nach der 1:2-Niederlage gegen Dynamo Dresden im Hinspiel äußerte sich Trainer Michael Köllner diesbezüglich vielsagend:

“Ich kann gerne nochmal an die Phase Ende Juli, Anfang August erinnern. Da haben uns viele – auch unsere eigenen Fans – als Abstiegskandidaten gehandelt. Wir haben nicht viele Transfers gemacht, haben 17 Spieler verloren. Von demher sind wir gut unterwegs. Dass wir nicht Woche für Woche auf Top-Niveau spielen, war klar. Wir müssen Schritt für Schritt unseren Weg weitergehen.”

Zur Erinnerung: Damals stand der TSV 1860 auf Platz 2 der Tabelle, wobei einige Mannschaften (z.B. Rostock und Türkgücü) coronabedingt noch Nachholspiele zu absolvieren hatten.

Einmal Boulevard, immer Boulevard

Schon damals klang also leise Kritik am Schwarzweiß-Denken im Umfeld der Löwen aus den Worten des Trainers. Und wer mag es ihm verdenken? Natürlich gibt es so etwas nicht nur beim TSV 1860, aber in Giesing scheint dieses Phänomen schon ganz besonders ausgeprägt. Dazu tragen natürlich auch die Medien ihr Scherflein bei. Dass der Boulevard auf jede Negativmeldung anspringt, verwundert dabei nicht. Und wie heißt es so schön: Einmal Boulevard, immer Boulevard! Da hilft es auch nichts, dass der bislang erfolgreichste Blogger im Löwenkosmos auf der heutigen Pressekonferenz großmütig erwähnte, er habe die Löwen ja vor der Saison auf “Platz 4-8” getippt. Hat er nachweislich. Dazu herzlichen Glückwunsch, denn so wird es wohl kommen.

Giesinger Schwarzweiß-Denken

Nun folgt jedoch das große “aber”: Die Berichterstattung dieses Bloggers ist geradezu das Stereotyp des Giesinger Schwarzweiß-Denkens. Euphorie und Weltuntergang liegen da schon verdammt nah beieinander und man wird den Eindruck nicht los, als würden sich im dortigen Kommentarbereich sämtliche Miesepeter und Schwarzmaler versammeln, die nur darauf warten, dass man ihnen etwas zum Zerreißen vorwirft. Good news are no news. Die Relation der Anzahl der Kommentare zu positiven Meldungen im Vergleich zu jenen bei negativen Meldungen spricht Bände. Zudem herrschte bis zu den Transfers von Stephan Salger und Richard Neudecker kurz vor dem Saisonstart durchaus eine negative Grundstimmung in der Berichterstattung. Ob dies gerechtfertigt war, muss jeder für sich entscheiden, spricht jedoch nicht unbedingt von Vertrauen des Journalisten in die Fähigkeiten der sportlichen Leitung. Diesen Eindruck konnte man im Übrigen auch nach der Winterpause gewinnen, als des Öfteren darauf hingewiesen wurde, Günter Gorenzel habe es versäumt, personell nachzulegen, um beispielsweise den verletzten Quirin Moll zu ersetzen oder einen weiteren Stürmer zu verpflichten.

Die Meinung von Experten…

Just dieser ehemalige Boulevard-Journalist stellte Gorenzel heute in der Löwenrunde die Frage, wer denn eigentlich die Mannschaft vor der Saison so schlecht eingeschätzt habe. Wie oben bereits erwähnt, habe er ja Platz 4-8 vorausgesagt. Respekt! So äußern sich nur wahre Experten! Dass er jedoch den 1. FC Kaiserslautern auf Platz 2 und Viktoria Köln auf Platz 3-6 getippt hatte, hat er da leider vergessen zu erwähnen.

Aber wie dem auch sei: Michael Köllner und Günter Gorenzel haben in der laufenden Saison aus der Not eine Tugend gemacht. Mit einem Etat, der gerade so im Mittelfeld der 3. Liga angesiedelt ist, haben sie ein Team zusammengestellt, das oben mitspielt und das noch immer sehr realistische Chancen besitzt, sich als Tabellenvierter für den DFB-Pokal zu qualifizieren.

Kaderplanung bei 1860 schreitet voran

Nach den Vertragsverlängerungen von Sascha Mölders, Daniel Wein und Semi Belkahia darf man gespannt sein, welche Spieler auch in der kommenden Saison das Löwentrikot tragen werden.

“Wir können ohne Druck aufspielen, ganz befreit aufspielen. Im Wesentlichen wissen die Jungs, wohin die Reise für sie individuell geht.”

Wir sind optimistisch, dass Gorenzel und Köllner auch für die kommende Spielzeit eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen werden, die uns viel Freude bereiten wird. Bisher hat das bestens funktioniert!

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Na ja ,er ist und bleibt ein neunmalkluger Schlauberger, dieser sog. Journalist; dass er Meinungen von Anderen oder Anderst-Denkenden nicht für sonderlich wichtig erachtet, demonstriert er ja permanent; die Einschätzung unseres Kaders von Extern war ja schon eindeutig Richtung unteres Viertel /Abstieg, da musste man sich nicht intensiv mit der Materie beschäftigen, halt einfach wenigstens ein kleines bisserl (z.B. 11Freunde)
mei, er is halt so und wenn er sich gerne selber Bauchpinselt…soll er, mich regt diese Permanent-Zündler nur noch auf, das Wohlergehen unseres Vereines geht dem doch sowas von am A… vorbei, für 5 klicks mehr ist dem nix zuuu dreckig,Hauptsache spalten und hetzen….pfui deife!