Gestern Abend verpassten die Löwen beim 1:1 gegen Viktoria Köln die Chance, auf Platz 2 der Drittliga-Tabelle zu springen. Somit hatten Hansa Rostock und der FC Ingolstadt 04 heute die Möglichkeit, den Vorsprung auf den TSV 1860 wieder auszubauen.

FC Hansa Rostock – SV Wehen Wiesbaden 1:1 (0:0)

Beide Teams hatten die ihre vorangegangen Partien gewonnen (Hansa 1:0 bei Bayern II, die Hessen 1:0 gegen die SpVgg Unterhaching) und benötigten auch diesmal Punkte, um ihrem Saisonziel näherzukommen. Mit einem Sieg hätten die Hansestädter den derzeit viertplazierten TSV 1860 auf sechs Punkte distanzieren können. Der SVWW wiederum wäre mit einem Dreier bis auf vier Punkte an die Löwen herangerückt.

Erstaunlicherweise kontrollierten die Gäste zunächst das Geschehen und waren dem ersten Treffer in den ersten 20 Minuten deutlich näher. Mit dem torlosen Remis war der Tabellenführer zur Pause bestens bedient, denn die Hessen versteckten sich nicht und hatten Pech bei einem Pfostenschuss.

Nach der Pause dann aber das 1:0 für Hansa Rostock durch einen sehr, sehr, sehr, sehr, sehr fragwürdigen Handelfmeter von Bahn (51.). Ach, nennen wir es beim Namen: Lächerlich war er, zefix! Wo soll der Verteidiger denn hin mit seinem Arm?

Mit der Führung im Rücken nahm Hansa auch das Heft in die Hand und spielte nun mutiger nach vorne. Auf der Gegenseite hatten die Hessen per Tietz-Freistoß die beste Chance (84.), doch Kolke parierte im Torwart-Eck. In der sechsten Minute der Nachspielzeit war er dann aber chancenlos und Carstens glich in Unterzahl zum 1:1 aus, nachdem Tietz Rot gesehen hatte.

VfB Lübeck – FC Ingolstadt 04 1:1 (0:0)

Zuletzt lief es beim FC Ingolstadt 04 nicht so wirklich rund, beim Tabellenvorletzten sollte also unbedingt ein Sieg her, um Spitzenreiter Hansa Rostock auf den Fersen zu bleiben. Der VfB Lübeck wiederum braucht dringend Punkte, um dem Abstieg doch noch zu entkommen.

Wer da um den Aufstieg und wer gegen den Abstieg spielt, war nicht zu erkennen. Ganz ehrlich: Fad wars und Torchancen gab es in der ersten Halbzeit so gut wie gar nicht.

Auch nach der Pause enttäuschten die Schanzer zunächst. Der VfB spielte munter nach vorne. Spielerisch nicht zwingend überzeugend, aber mit Leidenschaft. In der 64. Minute fasste sich Ex-Löwe Sebastian Hertner ein Herz und nagelte die Kugel aus 20 Metern in den Winkel. Traumtor zum 1:0!

Lange währte die Freude jedoch nicht, denn nach einer Ecke stocherte Schröck den Ball zum 1:1 in die Maschen (73.). In der Nachspielzeit vergab Ingolstadt zwei riesige Chancen durch Paulsen und Kutschke und so blieb es beim Remis. Gut für die Löwen!

1. FC Saarbrücken – Waldhof Mannheim 5:0 (2:0)

Gleich fünf Spieler des Waldhof (u.a. Donkor, Martinovic und Seeger) wiesen vor der Partie in Saarbrücken vier gelbe Karten auf. Warum ich das erwähne? Die Mannheimer sind der nächste Gegner der Löwen und die ein oder andere Sperre käme unserem Team sicher entgegen.

Heute aber ging es erstmals ins Saarland und die verteilten zunächst keine Gastgeschenke. Ganz im Gegenteil: Jänicke setzte sich auf rechts durch, legte quer auf Golley und der schob zum 1:0 ein (14.). Da sah die Mannheimer Defensive alles andere als sattelfest aus und auch Michael Köllner dürfte das registriert haben. Auf der Gegenseite hatte Topscorer Martinovic (11 Tore, 8 Assists) in der 32. Minute die Riesenchance zum Ausgleich, setzte den Ball jedoch aus zehn Metern am verwaisten Tor vorbei. Das rächte sich und Shipnoski erhöhte mit seinem 13. Saisontor zum 2:0 (43.).

Nach der Pause wurde hässlich für den Waldhof. Mit seinem zweiten Treffer stellte Golley zunächst auf 3:0 (69.), zwei Minuten später servierte er für Deville, der das 4:0 markierte. Der Luxemburger Deville hatte gegen seinen Ex-Club noch nicht genug und legte in der 86. Minute noch das 5:0 nach.

Ach ja: Von den gefährdeten Mannheimern sah lediglich Marco Schuster die fünfte gelbe Karte und fehlt somit gegen 1860.

SV Meppen – 1. FC Magdeburg 1:2 (0:0)

Während sich der FCM unter Neu-Trainer Christian Titz aus dem Tabellenkeller auf Rang 14 nach oben gearbeitet hat, zeigte die Formkurve der Emsländer trotz des 0:0 in Ingolstadt zuletzt nach unten. Immerhin hat man nach der Entlassung von Torsten Frings inzwischen einen neuen Trainer gefunden: Rico Schmitt (ehemals CZ Jena) soll es richten und saß heute erstmals auf der Bank.

Der SVM legte los wie die Feuerwehr und hatte nach sieben Minuten Pech, als zunächst ein Abseitstor (zurecht) aberkannt wurde und dann Guder alleine vor dem Keeper scheiterte. Danach entwickelte sich ein rassiges Kampfspiel ohne große spielerische Glanzpunkte.

Mit der ersten Chance der zweiten Hälfte gingen dann jedoch die Gäste in Führung. Atik brachte den Ball zur Mitte und Bertram köpfte zum 0:1 ein (50.). In der 73. Minute schlugen die Emsländer in Person von Tankulic zurück und glichen zum 1:1 aus. Doch mitten in den Jubel der Meppener gab Atik den Spielverderber und brachte den FCM postwendend wieder mit 1:2 in Front. In der Nachspielzeit sah der Magdeburger Obermair noch Rot, doch Meppen konnte nicht mehr ausgleichen. Für den FCM dürfte der Klassenerhalt somit perfekt sein.

SpVgg Unterhaching – Türkgücü München 0:2 (0:1)

Türkgücü kommt derzeit einfach mal wieder nicht aus den Schlagzeilen. Nach den verbalen Retourkutschen von Sascha Mölders und Michael Köllner im Anschluss an den 2:0-Sieg der Löwen, fanden zuletzt Gerüchte um eine Verstrickung des Vereins in einen Menschenschmuggel von der Türkei nach Deutschland den Weg in die Medien. Türkgücü hat dies inzwischen vehement zurückgewiesen und prüft juristische Schritte. Sportlich sieht es weder bei den Perlachern noch bei den Vorstädten arg rosig aus, die SpVgg Unterhaching musste heute fast schon gewinnen, um sich eine Restchance auf den Klassenerhalt zu bewahren.

Den besseren Start erwischten die Gäste und bereits in der 2. Minute klingelte es im Hachinger Kasten. Gorzel tankte sich zur Torauslinie vor, legte zurück auf Barry und der versenkte die Kugel zum frühen 0:1. In der Folge blieb Türkgücü dran und die Hausherren konnten sich selten kontrolliert aus der eigenen Hälfte befreien. Entsprechend angefressen war auch Präsident Manfred Schwabl zur Pause:

“Das hat mit 3. Liga nix zu tun, das ist Breitensportabteilung. Da werden einige Spieler nächstes Jahr nimmer dabei sein. Da spui i liaba mit der A-Jugend.”

Recht viel besser wurde es auch nach dem Seitenwechsel nicht, die Gäste aus Perlach hatten über weite Strecken keine Probleme, die Führung aufrechtzuerhalten. In der 89. Minute legte Türkgücü sogar noch nach, indem Kircicek das 0:2 erzielte. Wars das für Haching?

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