In den gut fünfzehn Monaten seines Wirkens an der Grünwalder Straße 114 wurde er viel gescholten. Zum Beispiel bezeichnen ihn Löwenfans in den Sozialen Medien aufgrund seines bewussten Einsatzes moderner Technologien in der täglichen Arbeit despektierlich schon mal als “KI-Doc”, der in Ermangelung von großer Erfahrung in diesem Geschäft gar nicht in der Lage sei, einen schlagkräftigen Kader für die 3. Liga zusammen zu stellen. Als es in dieser Saison sportlich so richtig schlecht lief, wurde naturgemäß auch Christian Werner dafür verantwortlich gemacht. Dann verpflichtete er Mitte Januar, nach dem 0:4 in Saarbrücken Patrick Glöckner als Nachfolger des glücklosen Argirios Giannikis und die Löwen erlebten in März und April einen ungeahnten sportlichen Aufschwung, der nun auch dem Sportgeschäftsführer zugeschrieben wird. Folgerichtig wurde Ende März sein Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Mit der Verpflichtung von Kevin Volland für die kommende Spielzeit gelang ihm nun ein Paukenschlag.
Einfache Aufgabe für Werner
Werner selbst bezeichnete in der gestrigen Pressekonferenz die “total vertrauensvollen und transparenten Gespräche” mit dem Hoffnungsträger, der nach 13 Jahren und Stationen in Hoffenheim, Leverkusen, Monaco und Berlin nach München zurückkehrt, als seine bislang “einfachste Aufgabe”. Seit dem Winter sei man in Gesprächen mit Volland und Union Berlin gewesen. Den Austausch mit dem Bundesligisten aus der Hauptstadt, für den Volland in der laufenden Saison nur 50 Spielminuten auf dem Platz stand, lobte Werner ausdrücklich und dankte für die “nicht selbstverständliche Kooperation”. Volland löste seinen noch ein Jahr laufende Vertrag bei Union zum 30. Juni auf.
Transfer mit Signalwirkung?
Nach dem nun erreichten Klassenerhalt des TSV 1860 in der 3. Liga wollte man am Osterwochenende schnellstmöglich mit der Personalie an die Öffentlichkeit gehen. Eine Personalie, die – so bestätigte Werner die Frage von sechzger. de vorsichtig – durchaus eine Signalwirkung für Gespräche mit weiteren Neuzugängen oder im Hinblick auf Vertragsverlängerungen mit aktuellen Löwen haben kann.
Weiter am Kader arbeiten
Nun warten also wahrscheinlich schwierigere Herausforderungen auf Christian Werner, um für die kommende Saison eine schlagkräftige Truppe zusammen zu stellen, die den sehnlichen Wunsch der Anhänger nach einer Rückkehr in die 2. Bundesliga im Sommer 2026 realistischerweise anpeilen kann. Dabei geht es dann auch darum, dem Kader einerseits weitere erfahrene Säulen hinzuzufügen bzw. die vorhandenen Leistungsträger zu halten, gleichzeitig aber auch den Blick auf den eigenen Nachwuchs nicht zu verlieren. Nicht erst seit der gestern bekannt gegebenen Verpflichtung von Kevin Volland geistern weitere prominente Namen von Ex-Löwen durch den digitalen Raum, die wir schon heute Vormittag in einem Artikel thematisierten.
Hiller und Reich halten
Um Torwart Marco Hiller sind zuletzt immer wieder Gerüchte eines Abschieds aus Giesing zum Saisonende zu hören. Er ist aktuell der letzte bei Sechzig verbliebene Angehörige der Aufstiegself von 2018 und eine große Identifikationsfigur für die Löwenfans. Und auch der Shootingstar der laufenden Saison, Lukas Reich, der sich in dieser Spielzeit – noch vor der Vollendung seines 18. Lebensjahres – zwischenzeitlich einen festen Stammplatz auf der Rechtsverteidigerposition erkämpft hatte, wird aktuell als Kandidat für einen Abgang genannt. Anstatt aber diesen Sommer mit Reich (ein wenig) Geld zu verdienen, wäre es der Wunsch vieler Anhänger, ihn frühzeitig mit einem Vertrag auszustatten und ihn so erstmal an 1860 zu binden. Entwickelt sich Reich in dem Tempo der letzten Jahre weiter, ist ein Abschied in Richtung Bundesliga langfristig sowieso nicht zu verhindern. Dann sollte Sechzig aber zu einem späteren Zeitpunkt zumindest eine nennenswerte Ablöse kassieren. Nachdem Reich im kommenden Jahr erstmal sein Abitur gemacht hat.
Das nächste Meisterstück für Werner?
Es wird kein ruhiges und enstpanntes Saisonfinale für Dr. Werner, sondern es stehen weiterhin arbeitsintensive Wochen und Monate bevor. Sein erstes Meisterstück ist ihm aber mit der Verpflichtung von Volland schon mal gelungen. Weitere sollen folgen. Im Idealfall auch in der 3. Liga am Ende der im Sommer beginnenden neuen Saison.
































































