Viele Löwenfans feierten gestern nicht nur einen 3:0-Auswärtssieg beim SV Waldhof Mannheim, sondern fieberten abends auch der Sendung “Blickpunkt Sport” im Bayerischen Fernsehen entgehen. Der BR hatte einige Inhalte eines Interview mit Investor Hasan Isamaik vorab angeteasert. Nach dem Video schalteten die TV-Macher den Jordanier sogar per Live-Schalte zu. Die Aussagen von Ismaik waren dabei jedoch eher wirr. Highlight gefällig? “I don’t take anyone serious” sagte Ismaik und bezog dies wohl auf die bisher eingegangenen Angebote, seine Anteile an 1860 zu übernehmen. Wie das wohl weitergeht?
Wirre Live-Schalte mit Ismaik
Die Ausschnitte aus dem in Abu Dhabi geführten Interview bestätigten Ismaiks Aussagen, die zuvor vom BR vermeldet wurden. Dabei erklärte er, dass er seine Anteile an 1860 verkaufen wolle. Was folgte, war eine wirre Live-Schalte mit Ismaik. Abgesehen von technischen Problemen und Tonaussetzern war das Interview geprägt von einer nicht ungewöhnlichen Verzögerung im Fragespiel mit Moderator Markus Othmer. Nicht weniger wirr waren Ismaiks Aussagen, wie beispielswiese “What was the question?” (Was war die Frage?) oder “I don’t take anyone serious” (Ich nehme niemanden ernst).
Lobhudelei für Uli Hoeneß
Ob es Sinn ergibt, Uli Hoeneß bei einer Live-Schalte mit Hasan Ismaik am Tisch sitzen zu lassen, bleibt mal dahin gestellt – genau wie das knapp einstündige Gejammer über das drohende Aus in der Champions League und das 2:2 gegen Dortmund der Seitenstraßler. Ismaik war jedenfalls mehr damit beschäftigt, Lobhudelei für den ehemaligen Bewohner der JVA Rothenfeld zu betreiben, als nachhaltige Antworten zu seinem Investment beim TSV 1860 zu geben. “It’s an honour to meet you” (Es ist eine Ehre, Sie zu treffen) oder “If you want to come to 1860, I will welcome you” (Wenn Sie zu 1860 kommen möchten, werde ich Sie willkommen heißen). Hoeneß’ Antwort: “Undenkbar”. Selten gab es eine zutreffendere Aussage des Ehrenpräsidenten aus der Seitenstraße. Getoppt wurde dies noch von Ismaiks “We are proud of what you did for FC Bayern” (Wir sind stolz darauf, was Sie für den FC Bayern getan haben).
Ismaik hat keinen Preis für seine Anteile im Kopf
“I have no price in my mind” (Ich habe keinen Preis im Kopf) antwortete Ismaik auf Othmers Frage nach einem möglichen Verkaufspreis für seine Anteile. Weiter sagte er (vom bemitleidenswerten Dolmetscher folgendermaßen übersetzt): “Es gibt viele Angebote, aber noch keine Entscheidung. Wenn es jemandem ernst ist, soll er ein Angebot machen. Ich nehme niemanden ernst.”
Vermutlich bezog sich Ismaiks letzter Satz auf die bisher eingegangenen Offerten, wirklich klar wurde dies nicht. Kritische Nachfragen sind ja auch nicht gerade die Spezialität des Moderators.
“Ich habe 100 Millionen investiert”
Othmer fragte den Jordanier noch einmal im Detail, ob er mehr als seine investierten 18 Millionen (diese waren nur für die Rettung der Löwen im Jahr 2011 nötig – aber das ist ja auch nicht so wichtig) für seine Anteile haben wolle und ob dieses Geld in den Club fließen würde. Ismaiks Antwort, wieder übersetzt vom BR-Dolmetscher: “Ich habe 100 Millionen investiert. Der erste Scheck war über 18 Millionen, um zum Überleben. Plus fünfzehn, plus zehn, alles, die ganzen Schulden.”
Ismaik widerspricht sich vollkommen
Im vorab gezeigten Interview aus Abu Dhabi hatte der Investor auf die Frage, was das Positive an seiner Zeit bei 1860 gewesen sei, Folgendes geantwortet: “Seit 14 Jahren leide ich unter diesen Leuten. […] Es gibt keine Wertschätzung, keinen Respekt. Nichts!”
In der Live-Schalte widersprach er sich dann selbst und sagte: “Das Projekt 1860 hat mir 14 Jahre lang Freude gemacht. […] 1860 ist ein toller Verein, sehr traditionsreich… In der besten Stadt der Welt, im besten Land der Welt.”
Was denn nun?
Investor muss Ismaik einen Plan vorlegen
Er sei offen für Angebote von Interessenten, bekräftigte Ismaik und fügte an: “Wer 1860 kaufen möchte, kann mir ein faires Angebot machen, aber ich möchte den Plan des Investors sehen. […] Wenn mir jemand eine Lösung anbieten kann, in Sachen Stadion und Verein, sodass wir wieder in der 2. und dann in der 1. Liga spielen können, dann werde ich das unterstützen”. Klingt fast, als sei Ismaik auf der Suche nach dem Plan, den er selbst offensichtlich nie hatte.
Keine Erkenntnisse und ein peinlicher Auftritt
Insgesamt brachte die Live-Schalte keine wirklichen neuen Erkenntnisse. Sicherlich taten die technischen Probleme und die späte Uhrzeit von etwa 1 Uhr morgens im Nahen Osten ihr Übriges. Mit Ruhm bekleckert haben sich mit der Live-Schalte auf jeden Fall weder der BR noch Ismaik. Abgesehen davon, dass die wenig gehaltvollen Aussagen vielen Löwenfans eine wertvolle Stunde Schlaf kosteten.
























































