Die Süddeutsche Zeitung hat das Ergebnis der sogenannten Impact-Studie veröffentlicht, die von Ex-Geschäftsführer Oliver Mueller beauftragt wurde. Demnach wird dem TSV 1860 München ein Stadion-Neubau empfohlen, um konkurrenzfähiger zu sein. Mit den Kosten sowie einem Vergleich der möglichen Gewinne hat sich die Studie allerdings dem Bericht zufolge nicht beschäftigt.
Impact-Studie empfiehlt dem TSV 1860 einen Stadion-Neubau
Seit 2017 ist der TSV 1860 München zurück in Giesing, die Löwen tragen mittlerweile seit über sieben Jahren ihre Heimspiele im Grünwalder Stadion aus. Die durch den Regionalliga-Abstieg notwendig gewordene Rückkehr – bei einem Verbleib in der Fröttmaninger Arena hätte man keine positive Fortführungsprognose erhalten – wird vor allem seit dem Aufstieg in die 3.Liga heiß diskutiert. Denn eine Sanierung ist dringend erforderlich, die Stadt München zeigt sich darüber hinaus offen für eine mögliche Zweitliga-Ertüchtigung. Zuletzt hatte OB Dieter Reiter angekündigt, 2025 endgültig eine Entscheidung über die Zukunft des Sechzgerstadions treffen zu wollen.
Wohin aber geht die Reise in Sachen Stadion für den TSV 1860? Seit vielen Jahren erhoffen sich Stadt und Fans eine Entscheidung. Seit ebenso vielen Jahren warten beide Parteien darauf, dass sich die Löwen festlegen oder zumindest einmal richtungsweisende Aussagen tätigen. Die Impact-Studie sollte nun ergründen, welche Lösung der TSV 1860 anstreben sollte. Im direkten Vergleich mit weiteren deutschen Profifußball-Vereinen wurde auf Basis der möglichen Erlöse ergründet, welche Wahl die Löwen treffen sollten. Die Süddeutsche Zeitung hat nun von ersten Inhalten berichtet.
Frage nach den Gewinnen an beiden Standorten
Siehe da: bei einem Neubau würden deutlich mehr Erlöse möglich sein. Das klingt logisch – und hätte vermutlich jeder Löwenfan auch ohne eine teure Studie ermitteln können. Verglichen wurden die Löwen mit neun weiteren Vereinen. Aktuell belegt Sechzig in Sachen Erlöse in diesem Ranking den letzten Platz. Mit einem umgebauten Grünwalder Stadion wäre es Platz 7, mit einem Stadion-Neubau würde man sogar auf Platz 4 klettern. Zahlenmäßig stellt sich das Ganze wie folgt dar: mit einem umgebauten Grünwalder Stadion könnten bei dauerhaft ausverkauftem Haus 9,6 Millionen Euro erzielt werden (aktuell sind es 6,5 Mio.). Mit einem 25.000-Zuschauer fassenden Neubau und einer 90-prozentigen Auslastung wären es 15,2 Millionen – also 5,6 Mio. Euro oder anders gesagt 58% mehr. Während vorgerechnet wird, dass die nach einem potentiellen Umbau gesteigerte Miete die neuen Erlöse nahezu komplett verschlingen würde, sucht man ein ähnliches Berechnungsmodell für den Stadion-Neubau vergeblich.
Die mit der Errichtung eines neuen Stadions verbundenen Kosten fließen dem Bericht zufolge nicht in die Bewertung der Studie ein und es bleibt unklar, ob ein Neubau hinsichtlich eines möglichen Gewinns tatsächlich besser für den TSV 1860 München ist als ein saniertes Grünwalder Stadion.
Großteil der Fans will in Giesing bleiben
So halten sich die bisherigen Erkenntnisse aus der Impact-Studie in Grenzen. Dass es Argumente – vor allem finanzieller Natur – gegen den Standort Giesing gibt, ist hinlänglich bekannt. Die alles entscheidenden Fragen sind, wo ein Neubau entstehen könnte und vor allem wer die Finanzierung ermöglichen soll. Dass die chronisch klammen Löwen diese Investition alleine tätigen können, ist mit einem Blick auf die finanzielle Situation ausgeschlossen. Ganz klar für Giesing wiederum spricht, dass ein Großteil der Anhänger sich einen Verbleib im Münchner Stadtviertel wünscht. Zwei Drittel der auf 400.000 geschätzten Löwenfans befürworten demnach das Grünwalder Stadion als Spielstätte.
Bild: CR-Fotos













