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Der TSV 1860 im Jahr 2021: Rückblick Johannes

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TSV 1860 München DFB-Pokal gegen SV Darmstadt 98

Bekanntlich besteht das Projekt sechzger.de aus vielen Personen. Nicht nur die Autoren, von denen man viele Artikel liest, sind beteiligt. Auch Personen, die eher im Hintergrund tätig sind, unterstützen uns. Zum Beispiel ist das Johannes, der vor allem am sechzger.de Liveticker mitwirkt und nun ebenfalls auf das Jahr 2021 beim TSV 1860 zurückblickt.

Rückblick auf 2021: Johannes lobt sportliche Führung beim TSV 1860

Was war dein Highlight des Jahres 2021 rund um den TSV 1860 München?

Was nach dem furchtbaren Spiel gegen Magdeburg geschehen ist. Erst verliert man 2:5 und blamiert sich bis auf die Knochen und dann eben nicht in Aktionismus zu verfallen und den Trainer rauszuwerfen, so etwas habe ich mit meinen zarten 29 Jahren bei Sechzig noch nicht erleben dürfen.

Die Geschehnisse rund um Sascha Mölders sind sicher kein Highlight, aber auch hier wurde für mich überraschend nachvollziehbar gehandelt. So gefallen mir meine Löwen, so viel Weitsicht hatte eine sportliche Führung bei uns selten. Hoffentlich weiter so!

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Das Pokalspiel gegen Darmstadt, mein kleiner Sohn war gerade mal 3 Wochen alt und dennoch musste ich den ganzen Ticker allein managen. Zum Glück hat er mitgemacht, der Kleine. Als es dann auch noch Elferschießen gab und meine Frau schon mit den Augenbrauen auf dem Weg nach unten war, haben wir den Rest zusammen geschaut. Das Ende war einfach herrlich.

Welcher Spieler ist dein persönlicher „Spieler des Jahres“?

Hier kann es nur Marco Hiller geben, ein überragender Rückhalt mit ständig wechselnden Vorderleuten. Einfach nur großartig.

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: nenne uns dein „Tor des Jahres“!

Stefan Lex per Kopf zur Führung gegen Dortmund II. Ein sehenswerter Treffer, sicherlich nicht der beste des Jahres, aber aufgrund der vorherigen Tage einfach ein super Moment.

Ganz im Gegenteil dazu: was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?

Hier will ich gar nicht zu viel sagen, denn so zufrieden war ich selten mit meinen Löwen. Sicherlich geht es in den sozialen Hetzwerken streng zu und nach jeder Spielminute wird der Daumen gehoben oder gesenkt. Zum Glück weiß ich, dass diese Fans nur eine kleine Minderheit ausmachen, die Mär der schweigenden Mehrheit ist ja ohnehin schon lange auserzählt.

Ansonsten natürlich die unglückliche Niederlage gegen Ingolstadt am letzten Spieltag. Diese Geschichte wäre schon grandios gewesen.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2022 ändern?

Das Stadionthema sollte mit Vehemenz an die Stadt München zurückgegeben werden, diese ständige Unruhe zu diesem Thema ist von vorne bis hinten unnötig. Die Stadt ist am Zug, für die EM werden schließlich auch Gelder, die angeblich nicht da sind, eingesetzt.

Und ich hoffe, dass der Turnhallenbau erfolgreich anlaufen kann.

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2022: wo landen die Löwen in der 3.Liga?

Wir können durchaus nach oben schielen, wenn ein Lauf beginnt, dann ist mindestens die Relegation noch drin. Wahrscheinlicher wäre allerdings ein oberer Mittelfeld-Platz. Ist dann halt so.

Zu hoffen wäre natürlich mindestens Platz 4 wegen der DFB Pokal Teilnahme, aber den können wir ja auch gewinnen und dann sind wir automatisch dabei. Und dazu heißt es auch mal wieder: GIASING INTERNATIONAL!

Die bisherigen Rückblicke bei sechzger.de

Christian Jung

Stefan Kranzberg

Bernd Winninger

Manfred Forster

 

 

Ois Guade zum Geburtstag, Michael Köllner!

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TR Michael Köllner 2021 22 1024x628

Ois Guade zum Geburtstag, Michael Köllner!

Der sympathische Oberpfälzer, der sich im Mai verdientermaßen sich die Auszeichnung des DFB zum Trainer der Saison 2020/21 in der dritten Liga sicherte, wird heute 52 Jahre alt. Das Interview, das Michi Köllner dem DFB dazu gab, könnt Ihr hier nochmal nachlesen.

Dem Löwen-Trainer, der bisher auf einen grandiosen Punkteschnitt von 1,73 bei 90 Pflichtspielen für die Sechzger blicken kann (⌀ 1,47 bei Liga-Spielen), kam die Winterpause nach einer turbulenten Zeit im Herbst wahrscheinlich gerade recht. Trotz nur dreier  Niederlagen und einem Unentschieden bei sechs Siegen in den letzten zehn Spielen, kochte bei Manchen die Löwenseele. Dazu trug sicherlich die gestiegene Erwartungshaltung nach dem phänomenalen Endspurt in der letzten Saison, als auch die Causa Mölders bei. Diese konnte jedoch glücklicherweise relativ schnell beerdigt werden.

Michael Köllner wird daher sicherlich, noch dazu als gläubiger Christ, die besinnlichen Tage im Kreise der Familie genossen haben. Viel Zeit zur Erholung hat er jedoch nicht. Bereits am 2. Januar geht es für ihn zusammen mit dem gesamten Löwen-Tross nach Belek (Türkei) in’s Trainingslager, wo auch Schalke 04 gastiert. Dort wird Michael Köllner sicherlich auch weiter an der Taktik feilen, bis es dann am 8. Januar schon wieder zurück nach München geht. Wir sind gespannt, gegen welche Gegner die Mannschaft von Michael Köllner dort noch Testspiele absolviert.

Am 15. Januar steht dann bereits das erste Pflichtspiel im Jahr 2022 an. Das Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden wird sicherlich eine Generalprobe für das nur drei Tage später stattfindende DFB-Pokalspiel gegen Karlsruhe (18. Januar) sein. Am 22. Januar kehrt Michael Köllner dann mit dem TSV 1860 München in’s Olympiastadion zurück. Gegner Türkgücü München wird dann mit Neu-Trainer Andreas Heraf die Löwen-Mannschaft herausfordern.

Egal, wie diese Woche – und die Saison am Ende ausgeht – wir hoffen jedenfalls, dass uns Michael Köllner – trotz der unbekannten Vertragslaufzeit nach der Verlängerung im Oktober 2020 – noch lange erhalten bleiben wird! Ois Guade no amoi!

TSV 1860 München zweitbestes Team des Jahres 2021 in Liga 3

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1860 Mannschaftskreis

Aktuell liegen die Löwen “nur” auf Platz 10 der Drittligatabelle. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn man das komplette Jahr betrachtet.  Hier belegt der TSV 1860 in Liga 3 den starken zweiten Rang und muss nur dem 1. FC Magdeburg den Vortritt lassen.

3. Liga: TSV 1860 Zweiter in der Jahrestabelle

Der aktuelle Tabellenführer aus Sachsen-Anhalt sammelte im Kalenderjahr 2021 starke 81 Zähler. Damit konnte in der Spielzeit 20/21 der drohende Abstieg abgewendet werden. In der laufenden Saison dominierte die Mannschaft von Christian Titz die Liga und liegt bereits acht Punkte vor dem ersten Verfolger.

Auf Platz 2 der Jahrestabelle der 3. Liga folgt dann auch schon der TSV 1860. 68 Punkte aus 41 Spielen (Tordifferenz: +23) stellen ein starkes Ergebnis dar und unterstreichen die hervorragende Leistung von Michael Köllner und seines gesamtes Teams.

SpVgg Unterhaching mit der roten Laterne

Ebenfalls 68 Punkte sammelte Waldhof Mannheim (in 43 Partien), der 1. FC Saarbrücken kam auf 67 Zähler.

Schlusslicht der Drittliga-Jahrestabelle ist die SpVgg Unterhaching, die in 23 Matches lediglich zwölf Punkte einheimste und folgerichtig den Gang in die Regionalliga antreten musste.

Der TSV 1860 im Jahr 2021: Rückblick Manfred Forster

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Mannschaft des TSV 1860 München nach der Niederlage gegen Ingolstadt

Ein weiteres Redaktionsmitglied ist Manfred Forster, der bei den Groundhoppers1860 aktiv ist und auch in der Saison 2021/22 mit Abstand die meisten Spiele des TSV 1860 München live im Stadion verfolgen konnte. Natürlich darf bei ihm das Pokalspiel gegen Schalke ebenfalls nicht im Rückblick fehlen. Emotional spielt zudem die Spielzeit 2020/21 in seinem Rückblick eine Rolle.

Manfred Forster und sein Jahr mit dem TSV 1860

Was war dein Highlight des Jahres 2021 rund um den TSV 1860 München?

Die Szenen nach dem Saisonfinale 20/21 in Ingolstadt vor dem Stadion, unbeschreiblich wie die Mannschaft für eine sportlich absolut starke Spielzeit von den mitgereisten Fans gefeiert wurde auch wenn der Sprung auf den Relegationsrang am letzten Spieltag leider verpasst wurde.

Der emotionale Höhepunkt des Jahres!

Die Bilder mit Michael Köllner mit einer „Hoibn“ in der Hand und einigen Spielern mit Tränen in den Augen bleiben unvergessen.

Persönlich für mich auch noch sehr bewegend war unser Auftritt im Stadion „Rote Erde“ in Dortmund. Dort hat mein viel zu früh verstorbener Vater vor 55 Jahren die Löwen zum vorentscheidenden 2:0 Auswärtssieg zur deutsche Meisterschaft 1966 geschrien, diesmal waren Sohn und Enkel vor Ort und durften mit genau dem gleichen positiven Ergebnis die Heimreise antreten.

FC Ingolstadt TSV 1860 München 2020-21 38.Spieltag
Trotz Niederlage wurde die Mannschaft lautstark gefeiert.

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Sportlicher Höhepunkt:  Der 3:2 gegen den SC Verl im April 2021, was für ein geiles Spiel zweier offensiv ausgerichteter Mannschaften, für mich das beste Saisonspiel. Leider ohne Zuschauer….

Stimmungstechnisch: Natürlich der Pokalsieg gegen Schalke! Was für eine grandiose, einzigartige Stimmung im Grünwalder Stadion. Mit lauter durchweg positiv bekloppten in der Stehhalle keine Minute sitzen und völlig heiser heimkommen. Löwenherz, was willst du mehr.

Hiller, Salger, Dressel, Lex: Tor!

Welcher Spieler ist dein persönlicher „Spieler des Jahres“?

Eindeutig Marco Hiller, durchgehend starker Rückhalt.

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: nenne uns dein „Tor des Jahres“!

Für mich auf jeden Fall der Führungstreffer in Magdeburg beim 3:0 Auswärtssieg im Januar 2021.

Abwurf Hiller über Salger und Dressel zu Lex, der umkurvt den Torhüter und schiebt wenige Sekunden nach dem Abwurf von Hiller zur Löwenführung ein.

Mit einem Spielzug die komplette Magdeburger Abwehr filetiert, ein unglaublich schöner Spielzug.

Verhalten der Fans in den sozialen Medien zum Fremdschämen

Ganz im Gegenteil dazu: was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?

Sicher gab es gerade zum Jahresende die ein oder andere sportliche Enttäuschung, viel mehr ärgern mich aber teils die Begleitumstände außerhalb des grünen Rasens.

Was so mancher „Löwenfan“ in den sozialen Foren nach sportlichen Pleiten in teils beleidigender Wortwahl von sich lässt ist meist nur noch zum Fremdschämen geeignet. Da wird dann kurzerhand der Kopf des Trainers gefordert, besser sogar noch die komplette sportliche Führung soll das Weite suchen und wenn wir schon dabei sind, gleich noch das gesamte Präsidium samt Platzwart und Pressesprecher.

Schlimm auch, dass selbst in der sportlich so erfolgreichen Saison 20/21 solche Forderungen bei nur kurzen „Durchhängern“ während der Spielzeit aufkamen. Nachzulesen z.B. im Frühjahr 2021 nach der 0:1 Niederlage beim MSV Duisburg.

Da sind wir leider keinen Deut besser als viele andere Vereine. Diese verdammte Ungeduld und dieses erzwingen wollen des sportlichen Erfolges hat uns 2016/17 sowohl finanziell als auch sportlich ins völlige Chaos gestürzt. Lerneffekt bei einigen Fans leider gleich null….

Da fällt die ebenfalls nur ärgerliche, völlig sinnlose und von interessierten Kreisen angezettelte Umzugsdiskussion ins Oly anlässlich des Pokalspiels gegen die Schalker Knappen kaum noch ins Gewicht.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2022 ändern?

Muss sich groß was ändern? Ich denke eigentlich nicht, Kontinuität und Vertrauen in die handelnden Personen steht uns ganz gut zu Gesicht. Blinder Aktionismus ging bei uns in der Regel immer nach hinten los….

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2022: wo landen die Löwen in der 3.Liga?

In dieser ausgeglichenen Liga ganz schwer zu sagen, wenn wir weitestgehend von Verletzungen und Sperren verschont bleiben sollte ein guter Mittelfeldplatz möglich sein. Was bei einem „Lauf“ auf einmal alles möglich ist, hat man letzte Saison gesehen.

Die bisherigen Rückblicke bei sechzger.de

Christian Jung

Stefan Kranzberg

Bernd Winninger

Der TSV 1860 im Jahr 2021: Rückblick Bernd Winninger

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TSV 1860 München gegen FC Schalke 04 DFB-Pokal 2021

Er ist der Mann hinter der TAKTIKTAFEL und auch die Wirtshaus Weisheiten gehen an jedem Spieltag auf sein Konto. Nach Christian Jung und Stefan Kranzberg wirft nun Bernd Winninger einen Blick auf das Jahr 2021 mit dem TSV 1860 München und erzählt von seinen Highlights.

Die TAKTIKTAFEL analysiert das Jahr 2021 mit dem TSV 1860

Was war dein Highlight des Jahres 2021 rund um den TSV 1860 München?

Die Party in Giesing nach dem verlorenen letzten Saisonspiel 20/21 gegen Ingolstadt. Egal wie tief die Enttäuschung bei dem ein oder anderen gesessen haben muss, das war trotz allem ein denkwürdiger Nachmittag und Abend.

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Das Pokalheimspiel gegen den FC Schalke 04. Flutlichtspiel, volle Hütte, einen höherklassigen Gegner so unter Kontrolle zu haben und einen im Prinzip nie wirklich gefährdeten Sieg einzufahren, war Balsam für die Seele.

Welcher Spieler ist dein persönlicher „Spieler des Jahres“?

Marco Hiller. Vom Spiel gegen die sogenannten Amateure der Nachbarn aus Harlaching, wo er trotz Gesichtsverletzung weiterspielte bis hin zu seinen Glanzparaden und gehaltenen Elfmetern. Er verkörpert all das, was wir von allen Spielern im Löwendress in jedem Spiel sehen wollen. Nämlich vollen Einsatz vom Anpfiff bis zum Schlusspfiff.

Marco Hiller beim Spiel TSV 1860 gegen FC Bayern II nach Foul von Zirkzee
Der blutüberströmte Marco Hiller – im Anschluss ging es für ihn trotzdem weiter

Hoffnungen auf eine erfolgreiche Rückrunde

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: nenne uns dein „Tor des Jahres“!

Mölders Seitfallzieher in Lotte gegen Uerdingen.

Ganz im Gegenteil dazu: was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?

Mölders Allüren, die schlussendlich zum Ende der Ehe SM9 – TSV 1860 geführt hatten.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2022 ändern?

Mehr Siege weniger Unentschieden. 😉

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2022: wo landen die Löwen in der 3.Liga?

Auf einem Aufstiegsplatz.

3. Liga: Neue Trainer beim Halleschen FC und bei Türkgücü München

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Türkgücü München - Viktoria Köln
Türkgücü München - Viktoria Köln am 05.11.2021

Kaum ist Weihnachten rum dreht sich das Trainerkarussell munter weiter. Sowohl der Hallesche FC als auch Türkgücü München präsentierten heute ihren neuen Trainer.

André Meyer übernimmt in Halle

Nach der Beurlaubung von Florian Schnorrenberg war schnell darüber spekuliert worden, dass André Meyer beim HFC übernehmen würde – und so kam es nun auch. Der 37-Jährige wurde für 20.000 Euro aus dem laufenden Vertrag beim Berliner AK herausgekauft und soll den Verein aus Sachsen-Anhalt zurück in die Erfolgsspur führen. Sportdirektor Ralf Minge:

“Wir haben einen Trainer verpflichtet, der alle Voraussetzungen für erfolgreiche Arbeit mitbringt und sich Schritt für Schritt weiterentwickelt hat.”

Andreas Heraf neuer Trainer bei Türkgücü

Auch Türkgücü ist bei der Suche nach einem neuen Trainer fündig geworden. Der Österreicher Andreas Heraf folgt auf Peter Hyballa und Interimstrainer Alper Kayabunar und ist laut Geschäftsführer Max Kothny “kein Hampelmann”.

Der gebürtige Wiener verbrachte den Großteil seiner aktiven Zeit bei Rapid und bestritt elf Länderspiele für sein Heimatland. Zu seinem neuen Job äußerte sich Heraf wie folgt:

“Ich freue mich natürlich hier zu sein. Es ist eine große Ehre und ich bin stolz, dass ich bei Türkgücü München arbeiten darf.”

Ob er bereits als Kind in Türkgücü-Bettwäsche schlief, ist ebenso unklar wie die Antwort auf die Frage, ob er am 22.01. beim Spiel gegen den TSV 1860 noch auf der Bank der Neuperlacher sitzen wird.

 

Der TSV 1860 im Jahr 2021: Rückblick Stefan Kranzberg

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FWK - TSV 1860

Endlich waren – zumindest zeitweise – wieder Zuschauer bei den Löwen zugelassen und so hatte auch unser Redakteur Stefan Kranzberg die Möglichkeit, den TSV 1860 live im Stadion zu verfolgen. Bei sechzger.de ist er neben aktuellen Meldungen auch für die historischen Spiele und, wenn es Zeit, Arbeit und Familie zulassen, für den Ticker zuständig.

Stefan Kranzberg und sein Jahr mit dem TSV 1860

Was war dein Highlight des Jahres 2021 rund um den TSV 1860 München?

Dass wir Fans zu Beginn der Saison endlich wieder ins Stadion durften. Ein erhebendes Gefühl, sich vor dem Match im Giesinger Bräu, im Grünspitz oder sonstwo zu treffen, sich auf den Stadionbesuch einzustimmen, dann gemeinsam aufzubrechen. Im Stadion alles zu geben zu leiden, zu singen, zu schimpfen, zu jubeln. Und danach dann wieder über das Gesehene zu sinnieren… Wahnsinn, hatte mir das gefehlt!

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Tatsächlich das 3:0 in Würzburg kurz vor Weihnachten. Liegt nicht daran, dass das Langzeitgedächtnis schön langsam nachlässt, sondern weil es gezeigt hat, wie viel Leben plötzlich wieder in der Truppe steckt. Insbesondere der Jubel nach dem 0:2 war überragend. Da sind die Jungs ja komplett eskaliert – sei es auf dem Platz oder auf der Bank.

Auszeichnungen für Hiller und Lex

Welcher Spieler ist dein persönlicher „Spieler des Jahres“?

Marco Hiller. Beeindruckend, mit welcher Konstanz der seine Leistung abruft und der Mannschaft Rückhalt gibt. Exemplarisch dafür möchte ich die beiden Spiele zuletzt in Dortmund und Würzburg anführen, bei denen die Löwen ihm zu verdanken hatten, dass sie nicht früh in Rückstand gerieten und dann das Spiel zu ihren Gunsten gestalten konnten. Antreiber, Sympathieträger, Vorzeigelöwe! Hoffentlich wird sein Vertrag bald verlängert.

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: Nenne uns dein „Tor des Jahres“!

Der Seitfallzieher von Sascha Mölders gegen Uerdingen würde sich natürlich anbieten, für mich war es aber das 1:0 von Stefan Lex in Magdeburg im Januar. Was für ein geiles Tor! One-Touch-Fußball der Löwen und ich durfte damals live für sechzger.de zum Tickern im Stadion dabei sein.

Am Ende Platz 6 – oder mehr?

Ganz im Gegenteil dazu: Was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?

Die Stimmungsmache gegen Gorenzel und vorher zum Teil auch Köllner aus einer ganz bestimmten Ecke. Das ist einfach so unfassbar billig…

Sportlich betrachtet natürlich die ersten Halbzeiten gegen Mannheim und Magdeburg. Das tat weh.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2022 ändern?

Ach, ich weiß gar nicht, ob sich da so viel ändern muss. Wenn man den Schwung und den Teamspirit aus den letzten Wochen ins neue Jahr mitnehmen kann, dann wäre das schon fein. Solange der Einsatz stimmt, verzeiht man der Mannschaft auch, wenn sie Spiele verliert.

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2022: Wo landen die Löwen in der 3.Liga?

Ich mag solche Prognosen nicht sonderlich, aber ich tippe mal auf Platz 6. Wenns mehr wird, freut es mich umso mehr für die Mannschaft, für den Trainer und nicht zuletzt für uns Fans.

Der TSV 1860 im Jahr 2021: Rückblick Christian Jung

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Choreo TSV 1860 München gegen Schalke 04 im DFB-Pokal

Herzlich willkommen zurück aus den Weihnachtsfeiertagen! Wir hoffen, ihr hattet alle schöne Tage und wurdet reichlich beschenkt. Wir starten mit dem heutigen Tage einen Rückblick auf das Jahr 2021, in dem beim TSV 1860 München naturgemäß so einiges geboten war. Den Anfang macht unser Mann in den Pressekonferenzen, der manchmal der sechzger.de-Talkmaster ist und auch sonst natürlich immer wieder Zeit für das Projekt sechzger.de hat. An jedem Spieltag hat er morgens spannende Statistiken und Rückblicke zum aktuellen Gegner des TSV 1860 parat. Christian Jung blickt auf das vergangene Löwen-Jahr zurück.

TSV 1860 – Schalke überstrahlt 2021 alles

Was war dein Highlight des Jahres 2021 rund um den TSV 1860 München?

Gar nicht so einfach…Ich lege mich aber auf das DFB-Pokalspiel gegen Schalke fest. Flutlicht in Giesing, endlich wieder richtige Fußballatmosphäre im Sechzgerstadion, entfesselte Löwen von Beginn an und ein hochverdienter Sieg gegen diesen namhaften Gegner. Eine absolut magische Nacht!

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Es war mit vergönnt, in diesem Jahr immerhin 17 Spiele der Löwenprofis (inklusive Test-, Pokal- und Ligaspiele) zu sehen. Irgendwie habe ich die auch fast alle noch im Kopf. Wenn ich mich auf eines festlegen muss, das besonders stark in der Erinnerung verankert ist, dann nenne ich auch hier das Schalke-Spiel. Diesen Abend werden wohl die meisten von uns nie vergessen.

Welcher Spieler ist dein persönlicher „Spieler des Jahres“?

Definitiv Marco Hiller! Passenderweise war er im ersten Spiel dieses Jahres, dem Derby gegen die kleinen Roten der Held, der sprichwörtlich bis auf’s Blut gehen musste, um diesen Sieg zu erringen. Und im Jahresabschluss-Spiel in Würzburg war er ebenfalls der Garant, dass die Löwen – nach schwieriger Anfangsphase – den Weg auf die Siegerstraße gefunden haben. Dazwischen lagen unzählige Paraden. Der Mann hat sich echt großartig entwickelt!

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: nenne uns dein „Tor des Jahres“!

Ich glaube, diese Antwort habe ich schon im Saisonabschluss-Fragebogen im Sommer gegeben. Und es ist dabei geblieben: Aus ganz persönlichen Gründen das 1:0 beim Auswärtsspiel in Lotte gegen Uerdingen durch Semi Belkahia. Weil ich – als wirklich einziger Münchner Medienvertreter vor Ort – im exakt richtigen Zeitpunkt auf den Auslöser der Kamera gedrückt habe und das Tor für die sechzger.de-Ewigkeit festhalten konnte.

Semi Belkahia (TSV 1860 München) trifft gegen den KFC Uerdingen in Lotte
Timing ist alles: das 1:0 gegen Uerdingen durch Belkahia im perfekten Moment festgehalten

Corona prägt das Fußballjahr entscheidend

Ganz im Gegenteil dazu: was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?

Wütend haben mich manchmal tatsächlich die teilweise überhaupt nicht nachvollziehbaren und mitunter planlos wirkenden Maßnahmen der politisch Verantwortlichen wegen der Corona-Pandemie gemacht. Hier Geisterspiele, dort volle Stadien, 2G anstatt einfach konsequent alle Besucher zu testen, … aber über das Thema will eigentlich keiner mehr viel lesen, oder?
Etwas enttäuscht war ich persönlich von der Rückkehr ins Stadion gegen Würzburg am 1. Spieltag dieser Saison. Ich hatte nach eineinhalb Jahren Abstinenz der Zuschauer mit einer total emotionalen Rückkehr gerechnet. Mit Tränen und was weiß ich nicht alles. Irgendwie lief das dann alles – bei mir persönlich – sehr kontrolliert und nüchtern ab. Diesen extrem emotionalen Comeback-Moment bescherte mir dann das Pokalspiel gegen Schalke, als die Münchner Löwen erstmals wieder in der Westkurve waren und sich alles fast wie „früher“ angefühlt hat.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2022 ändern?

Ich würde mir für das Umfeld, wobei ich da hauptsächlich an die Fans und ihre Aktivitäten in den Sozialen Medien denke, mehr respektvollen Umgang miteinander wünschen. Die Streitkultur ist teilweise unerträglich und verdient häufig nicht mehr diesen Begriff. Im Prinzip machen die beiden Gesellschafter der KGaA (zumindest nach außen) ja schon seit einiger Zeit vor, dass man sich nicht ständig öffentlich beleidigen muss, wenn man unterschiedlicher Ansicht ist. Dass sich da was zum Guten verändert, wäre mein großer Wunsch.

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2022: wo landen die Löwen in der 3.Liga?

Als optimistischer und stets zuversichtlicher Mensch glaube ich, dass wir – mit etwas Glück, wie in den Spielen zuletzt – am Ende noch den zweiten Platz hinter Magdeburg erreichen können. Zugegebenermaßen habe ich das in der vergangenen Saison auch vorhergesagt, weil ich auch da auf die Relegation keine rechte Lust hatte. Aber vielleicht behalte ich ja diesmal Recht. Und wenn nicht? Dann geht das Löwenleben auch weiter.

TSV 1860: Ehemaliger Löwen-Trainer Willibert Kremer verstorben

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sechzger.de Logo Löwe mit weiß-blauer Fahne 1860
sechzger.de Logo 1860

Am 24.12.2021 ist der ehemalige Trainer des TSV 1860, Willibert Kremer, im Alter von 82 Jahren verstorben. Die Löwen trauern um ihren ehemaligen Coach, der die Mannschaft kurz vor dem Lizenzentzug und dem damit verbundenen Zwangsabstieg übernommen.

TSV 1860: Ex-Trainer Kremer verstorben

Als Spieler machte sich Kremer vor allem bei Borussia Mönchengladbach, Viktoria Köln, Hertha BSC und dem MSV Duisburg einen Namen. Auch als Trainer war Kremer bei den Zebras tätig, bevor er über Bayer Leverkusen bei Münchens großer Liebe landete.

Nach dem Lizenzentzug der Löwen wechselte er zu Fortuna Düsseldorf und war später auch noch bei Eintracht Braunschweig, dem 1. FC Bocholt, erneut beim MSV Duisburg und bei Tennis Borussia Berlin beschäftigt.

Am 24.12.2021 verstarb Kremer im Alter von 82 Jahren.

Würzburger Kickers – TSV 1860 München in der Taktiktafelanalyse

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich Willkommen zur letzten Taktiktafel Analyse des Jahres nach dem Sieg unseres TSV 1860 gegen die Würzburger Kickers.

Vor mittlerweile vier Tagen unterlagen die gastgebenden Würzburger Kickers dem TSV 1860 München mit 0:3. Der Sieg unserer Sechzger ist ein schöner Jahresausklang. Allerdings hat man nicht nur Licht gesehen, es war auch einiges an Schatten vorhanden.

Michael Köllner schickte die Mannschaft des TSV 1860 München zum zweiten Mal in einem 3-4-1-2 System auf den Platz. Dem stellte Würzburgs Trainer Danny Schwarz ein 4-2-3-1 entgegen.

Kommen wir nun erst einmal zu den Zahlen.

Die wichtigsten statistischen Werte

  • Ballbesitz TSV 1860 35% – Würzburger Kickers 65%
  • Passgenauigkeit TSV 1860 68% – Würzburger Kickers 80%
  • Defensive Zweikampfquote TSV 1860 67% – Würzburger Kickers 57%
  • Schüsse/aufs Tor TSV 1860 7/4 – Würzburger Kickers 14/5
  • PPDA (Zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 15,07 – Würzburger Kickers 7,28

Was sagen diese Zahlen aus?

30% weniger Ballbesitz als der Gegner, nur halb soviele Schüsse abgefeuert, 12% geringere Passgenauigkeit, mit 15,07 eine niedrige Pressingintensität und doch gewonnen. Lügen die Zahlen? Nein. Man muss sie nur in den richtigen Kontext setzen.

Der Reihe nach: Wenig Ballbesitz! Warum war das so? Nach Ballverlusten an die Kickers hat sich der TSV 1860 schnell zurückgezogen und in der eigenen Spielfeldhälfte kompakt gegen den Ball gearbeitet. Das hat jedoch, vor allem im Mittelfeld, bei weitem nicht so gut funktioniert wie gegen Dortmund II, als das sehr ähnlich gespielt wurde.

Die letzte Reihe der Sechzger stand allerdings bombenfest und wenn alle Stricke reißen, hält Hiller die Unhaltbaren. Klingt gut und trifft für dieses Spiel auch ganz klar zu. Aber das Mittelfeld, das Dortmund gegen den Ball noch so bravourös kontrolliert hat, hat Würzburg zu viel Platz gelassen. Sage und schreibe 48 Positionsangriffe konnten die Würzburger zu Ende spielen. Das ist sehr viel. Dass daraus nur vierzehn Schüsse entstanden sind, ist allerdings wiederum eine sehr gute Defensivleistung. Wir sehen: in jedem Licht steckt Schatten und andersherum.

Die Passgenauigkeit von 68% liegt zehn Prozent unter dem Saisondurchschnitt. In keinem anderen Spiel gab es in der Hinrunde verhältnismäßig mehr ungenaue Pässe als in diesem. Das klingt erstmal schlecht. Ist das aber wirklich so dramatisch? Nein, ist es nicht. Warum nicht? Das liegt an der taktischen Herangehensweise. Mit einer “langer Hafer” Taktik im Spiel nach vorn, das schnell und vertikal sein soll, geht man wissentlich das Risiko ein, dass ein langer Ball nicht ankommt. Der zweite Ball ist in diesen Fällen entscheidend. Wenn man dann als attackierendes Team viele schnelle Spieler auf dem Feld hat, werden diese zweiten Bälle in der Mehrheit der Fälle der angreifenden Mannschaft gehören. Bei dieser Spielweise ist Kampf so gesehen fast wichtiger als die Genauigkeit. Was jedoch passiert, wenn die Genauigkeit stimmt, hat auch dieses Spiel offenbart. Alle drei Tore fielen aus Situationen, die mit einem langen Ball eingeleitet wurden.

Eine der schlechtesten Pressingintensitäten der Saison. 15,07. So what? Wenn die eigene Mannschaft tief steht und das Mittelfeld eng macht, soll doch der Gegner schauen, wohin er den Ball spielen kann und ob er dann unbedrängt ankommt. Für meinen Geschmack kamen die Bälle aus der Abwehr ins Mittelfeld der Kickers und auch von dort weiter nach vorn ganz klar zu häufig an. Wenn Mannschaften, die im Sturm besser besetzt sind als Würzburg, so durch unser Mittelfeld spazieren wie die Gastgeber das streckenweise gezeigt haben, kann das Böse enden.

In den Pressingrelevanten Zonen führten die Löwen nur 20 defensive Zweikämpfe, das ist bei 143 Ballbesitzphasen der Kickers zu wenig. Wenn die erste Reihe im Pressing für Angriffssteuerung zuständig ist und nicht für Balleroberung, dann sollten im Mittelfeld mehr Aktionen gegen den Ball stattfinden als am Montag. Die Idee, Angriffe auf die linke Seite zu steuern war gut und hat funktioniert. Von dort wurde auch nahezu jede Gefahr unterbunden. Wenn es den Würzburgern jedoch gelang durchs Zentrum zu spielen oder sie ihr Spiel auf den eigenen linken Flügel verlagern konnten, dann gab es brenzlige Momente.

Das Spiel Würzburger Kickers – TSV 1860

Die Löwen traten im 3-4-1-2, also einer Variante des 3-4-3 an. Interessant waren vor allem die Verschiebungen gegen den Ball, was gegen Dortmund zumindest am Fernseher noch nicht so stark auffiel. Die zur Verstärkung der Dreierkette zurückfallenden Mittelfeldaußenspieler wurden von den Innenverteidigern auf ihrer Seite unterstützt. Salger dirigierte diese Verschiebungen lautstark. So kam es auf den Flügeln und auf den Halbpositionen im Spiel gegen den Ball zu vielen Dopplungen, mit denen die Würzburger nicht zurechtkamen.

67% der von Sechzig geführten Defensivduelle fanden auf der linken Abwehrseite der Sechzger statt. Das Duo Steinhart – Greilinger das, je nachdem wie sehr Würzburg den eigenen rechten Flügel überlud, mal mehr mal weniger Unterstützung brauchte, verlor insgesamt nur drei defensive Zweikämpfe.

Auch wenn die Angriffe der Würzburger hauptsächlich über die linke Abwehrseite der Löwen kamen: Spielte Würzburg über die rechte Defensivseite der Löwen oder durch die Zentrale wurde es durchaus gefährlich.

Bei eigenem Ballbesitz wurde aus der interessanten Fünferkette wieder eine Dreierkette. Greilinger und Willsch marschierten mit nach vorne. Deichmann agierte bei Ballbesitz in der Mittelfeldzentrale, Linsbichler vor ihm und Dressel dahinter. Lex und Bär waren mit allen Freiheiten ausgestattet und nutzten diese auch vortrefflich.

Gegen den Ball spielte der TSV 1860 München also 5-3-2 mit Deichmann, Linsbichler und Dressel auf einer Linie vor der eigenen letzten Reihe. Mit Ball war es ein 3-4-1-2 mit leichter Asymmetrie bei den Mittelfeldaußen.

Die erste Halbzeit

Würzburg hatte sowohl das Pressing als auch die Defensivlinie hoch angelegt. Mit hohem Pressing und schnellem Spiel bei Ballbesitz wollten die Würzburger Druck auf den Strafraum und das Tor der Löwen ausüben und wenn möglich aufrechterhalten. Tatsächlich gelang das den Kickers nach einer neunminütigen Abtastphase recht gut. Der noch im Spiel gegen Dortmund hochgelobte Defensivdruck der Mittelfeldspieler der Löwen konnte gegen Würzburg kaum aufgebaut werden. So spielten sich die Unterfranken in der Spielfeldhälfte der Löwen fest. Mehr als Entlastungsangriffe war für die Löwen in der ersten halben Stunde nicht drin. Mit der Überlegenheit beim Ballbesitz konnte aber auch Würzburg nicht viel anfangen. Drei Schüsse stehen bis zur 32. Minute auf dem Konto der Kickers. Pepic muss eigentlich gegen Hiller in der 10. Minute das Tor machen, aber der Löwenkeeper reagiert glänzend und hält den TSV 1860 München im Spiel.

Bei den Landeshauptstädtern war bis zum 0:1 noch überhaupt nicht aufs Tor geschossen worden. Trotzdem nutzten die Löwen ihre erste Chance, schockten die Gastgeber in der 32. Minute und stellten den Spielverlauf auf den Kopf. Als kurz darauf in der 37. Minute die Sechzger ihre Führung weiter ausbauen konnten, war jedoch die Moral der Hausherren noch nicht ganz gebrochen. Kurz vor dem Pausentee gab es weitere Chancen der Würzburger. Man darf davon ausgehen, dass zumindest Perdedaj diese Woche sein Versagen in der 43. Minute noch das ein oder andere Mal vor seinem geistigen Auge ablaufen lässt und sich fragt, wieso er den Ball nicht ins Tor bringt.

Die Antwort heißt Marco Hiller. Was der Mann in diesem Spiel 100%ige gehalten hat, war sehr schön anzuschauen.

Aufgrund der Herangehensweise beider Mannschaften an das Spiel ist es einerseits logisch, dass Würzburg viel Ballbesitz hatte. Und Ballbesitz zu erlauben allein ist auch nichts Tragisches. Was aber Würzburg mit dem Ball anstellen durfte ist andererseits grenzwertig. Da waren einige Situationen, bei denen ein Gegner mit stärkerem Sturmpersonal kurzen Prozess gemacht hätte.

Die zweite Halbzeit

In der zweiten Halbzeit hatten die Löwen das Spiel im Griff und unter Kontrolle. Immer häufiger kam nun ein Angriffspressing zum Einsatz. Durch immer hektischeres und dadurch ungenaueres Spiel aus der eigenen Abwehr nach vorne halfen die Würzburger den Sechzgern auch stark dabei das Geschehen auf dem Rasen zu kontrollieren.

Zweite Bälle waren kaum mehr Beute der Würzburger, die eigene Pressingintensität der Kickers ließ ebenfalls nach. Nur noch bei knapp über 50% rangierten deren defensive Zweikampfwerte und Offensivzweikämpfe gewann Würzburg in der zweiten Halbzeit ganze sieben Stück.

Die Sechzger kamen also gut auf die zweite Halbzeit vorbereitet aus der Kabine. In der Viertelstunde nach dem Pausentee hatte der TSV 1860 München seine spielerisch stärkste Phase im Match, konnte aber keinen Angriff mit einem Schussversuch abschließen. Das soll aber nicht heißen, dass der Ballbesitz annähernd ausgeglichen gewesen wäre. Noch immer kontrollierten die Würzburger die Kugel weit über 60% der Spielzeit. Zwischen der 60. und 75. Minute war der Ball sogar fast 80% der gespielten Zeit in Besitz der Würzburger.

Die leicht mehr auf Offensive ausgerichtete Spielweise nach der Halbzeitpause ließ Würzburg also zunächst wieder zu Gelegenheiten kommen. So schien dann Würzburg für eine kurze Zeit in die Partie zurückzufinden – ohne allerdings dabei etwas Zählbares herauszuspielen. Nicht einen Schuss konnten die Kickers in den 23 Minuten zwischen der 59. und der 82. Minute absetzen. Der Ball bewegte sich in dieser Zeit viel im Mittelfeld und auf den Flügeln. Zentral vor dem Tor gab es nur wenige Ereignisse auf beiden Seiten. In der halben Stunde nach Wiederanpfiff gab es auf beiden Seiten zusammen lediglich sieben Ballkontakte im gegnerischen Strafraum. Einer der Spieler, der so einen Kontakt verbuchen konnte, war Marcel Bär bei seinem Treffer zum 0:3.

Nach dem dritten Treffer war dann die Messe gelesen. Die Sechzger mussten nicht mehr und die Hausherren wollten zwar, aber Hiller hatte was dagegen. Kopacz und Pepic scheiterten spät (82. und 90.) am absolut grandiosen Keeper des TSV 1860.

Die Tore

Das 0:1

Nach einem Freistoß für den TSV 1860 auf der halblinken Seite vor dem eigenen Strafraum kam der Ball über die Stationen Steinhart, Greilinger und Willsch zu Belkahia auf der halbrechten Seite. Nachdem Willsch den Ball zu Belkahia zurückgelegt hatte, setzte sich auf einmal das gesamte Kollektiv der Sechzger in Bewegung nach vorn. Drei bis vier ausladende Schritte des 1,93 m großen Innenverteidigers reichten für einiges an Raumgewinn. In dem Moment als Belkahia dann von der Mittellinie aus einen genialen Steilpass nach vorne schlägt, ist Lex bereits auf gleicher Höhe mit Kraulich. Und als der Ball mit Lex auf gleicher Höhe ist, ist Lex schon dabei halbrechts in die Box einzudringen. Dank seiner Schnelligkeit konnte er sich ein wenig absetzen und einen Pass nach links in den Fünfmeterraum spielen. Diesen erreichte Marcel Bär vor Schneider und traf für den TSV 1860 München zum 1:0.

Das 0:2

Im Positionsspiel erkämpfte Greilinger links im Mittelfeld die Kugel und gab weiter nach vorn auf die halblinke Position nahe der Mittellinie, wo Bär den Ball in Empfang nahm und ihn schnell verarbeitete. An der Mittellinie dann schlägt nun Bär einen Steilpass auf Lex, der aus dem Zentrum diagonal auf die halblinke Seite der Box zuläuft. Schneider, Innenverteidiger der Kickers, spekulierte auf Abseits, aber verspekulierte sich damit. Dieser kurze Moment reichte Lex, um sich abzusetzen. In halblinker Position befindlich umkurvte er den fallenden Torhüter Bonmann in der Box und schob aus etwa acht Metern links vorm Tor zum 2:0 ein.

Das 0:3

Auf der linken Seite etwa fünf Meter neben dem Mittelkreis stellte sich Dressel einem Pass der Würzburger in den Weg. Der von seinem Fuß abgeprallte Ball kam zu Lex, der links hinter der Mittellinie in der eigenen Spielfeldhälfte postiert war. Lex schlug sofort einen hohen langen Ball ins Zentrum vor die Box der Kickers. Diesmal war es wieder Bär, für den der Ball gedacht war und der nach kurzem siegreichem Offensivzweikampf mit Kraulich aus elf Metern einen Meter rechts vom Punkt links an Bonmann vorbei ins Tor vollendete.

​Fazit zum Sieg des TSV 1860 bei den Würzburger Kickers

Solche Spiele muss man erstmal gewinnen. Mit unglaublich hoher Effizienz, einer tollen Leistung von Torhüter Marco Hiller sowie einiger genialer Momente, in denen die Bälle derart gekonnt in die Schnittstellen gespielt wurden, dass man nur mit der Zunge schnalzen kann beim Betrachten dieser Bilder. Mannschaftsdienliches Spiel vor dem Tor und eine lange nicht gekannte Kaltschnäuzigkeit beim Verwerten der Chancen waren weitere Faktoren, sehr positive Faktoren, die zum Sieg beigetragen haben.

Der Reporter auf Magenta TV sprach die Worte: “..im Stile einer Spitzenmannschaft…” und meinte damit die eiskalte Verwertung der wenigen sich bietenden Chancen. Wenn das mit der Chancenverwertung auch nach der Winterpause so bleibt und man zudem defensiv wieder zulegt, kann im neuen Jahr nicht nur der Stil spitze sein, sondern auch das Team an selbiger stehen. Vielleicht nicht ganz vorne. Aber wer weiß das schon? Was man weiß ist: “Alles ist möglich in dieser verrückten Liga.”

Ich bin zuversichtlich was die Entwicklung anbelangt. Mit dem frei gewordenen Mölders Gehalt kann man vielleicht in der Winterpause auch noch über die ein oder andere Verstärkung nachdenken. Der Systemwechsel würde die Entscheidung der Position diesbezüglich auch relativ leicht machen, sollte noch jemand geholt werden. Aus meiner Sicht ist die jüngste sportliche Entwicklung und auch die in naher Zukunft positiv.

Ich wünsche allen Lesern fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2022.

Datenquelle: wyscout