Die Saison 1965/66 ist in der Geschichte des TSV 1860 München natürlich eine ganz besondere. Zwei Jahre nach dem Pokalsieg 1964 wurden die Löwen zum ersten und bisher einzigen Mal Deutscher Meister. Doch auch international war der TSV 1860 vertreten und scheiterte heute vor 55 Jahren im Messepokal am Chelsea FC aus London.

Internationaler Messepokal

Der Messepokal gilt (fälschlicherweise) als Vorläufer des UEFA-Pokals (jetzt Europa League) und wurde zwischen 1955 und 1971 insgesamt 13-mal ausgetragen. Ursprünglich war er ins Leben gerufen worden, um die internationalen Sportbeziehungen auszubauen und „zur Freundschaft unter den Nationen beizutragen“. Zunächst nahmen folgerichtig Stadtauswahlen (z.B. aus Barcelona, Mailand, Wien, London und Zagreb) teil, doch bereits ab der Saison 1964/65 spielten offiziell nur noch Erstligavereine als Vertreter der jeweiligen Messestädte mit. Rekordsieger ist der FC Barcelona mit drei Titeln, letzter Gewinner des Messepokals war Leeds United im Jahr 1971.

Die Blauen gegen die Blues

Im Viertelfinale des Messepokals kam es zum Duell der Blauen gegen die Blues. Doch damit nicht genug der Parallelen: Auch den Löwen im Wappen hatten (und haben) beide Clubs gemein. Zum Hinspiel empfing der TSV 1860 die Gäste aus London am 15.03.1966 im Grünwalder Stadion. Der Winter war nach München zurückgekehrt und so kreuzten die Löwen und Chelsea auf schneebedecktem Boden die Klingen. Leider fanden nur 13.000 Zuschauer den Weg ins Sechzgerstadion; ob es an den Witterungsverhältnissen oder den zuletzt eher wechselhaften Leistungen der Löwen lag?

Wie dem auch sei: An diesem Dienstag Abend hielt der TSV 1860 hervorragend mit Chelsea mit und ging nach 17 Minuten sogar durch Wilfried Kohlars in Führung. Dann aber schlugen die Blues zurück und drehten durch zwei Treffer von Bobby Tambling den Spieß um. Timo Konietzka gelang zwar noch der Treffer zum 2:2-Endstand, die Ausgangsposition fürs Rückspiel war jedoch alles andere als optimal.

TSV 1860 scheitert an Chelsea

Zwei Wochen später, am 29.03.1966, traf man sich erneut, diesmal an der Stamford Bridge. Die Löwen waren wenige Tage zuvor 2:5 bei Eintracht Frankfurt untergegangen und die Deutsche Meisterschaft schien verloren. Auch für die Partie in London waren die Vorzeichen nicht unbedingt die besten, zumal mit Wagner und Brunnenmeier zwei Stützen fehlten. Ein Training im Stadion des Chelsea FC war im Vorfeld nicht möglich, da dort Windhundrennen angesetzt waren. Also bereitete sich der TSV 1860, wie schon vor dem Europapokalfinale im Mai 1965, im Hyde Park auf die bevorstehehende Aufgabe vor. Heutzutage natürlich völlig undenkbar!

Nichtsdestortrotz zeigten die Löwen vor 42.224 Zuschauern eine bemerkenswerte Leistung und vor allem die Defensive überzeugte mit einer konzentrierten Leistung. Einmal waren Kohlars, Patzke & Co. aber doch unaufmerksam und so konnte Peter Osgood in der 78. Minute das goldene Tor für die Blues erzielen. In der Folge warfen die Löwen noch einmal alles nach vorne. Ein Remis hätte ein Entscheidungsspiel erzwungen, die Auswärtstorregel war damals noch nicht erfunden. Bei einem Weiterkommen hätte der FC Barcelona gewartet, der den Messepokal 1966 im Finale gegen Real Saragossa gewann.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Max Merkel schenkte folgender Elf an der Stamford Bridge sein Vertrauen:

Radenkovic – Kohlars, Patzke – Luttrop, Reich, Perusic – Heiß, Küppers, Konietzka, Grosser, Rebele

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