Im vergangenen Sommer endete für Dennis Dressel eine lange Zeit beim TSV 1860 München. Ihn zog es zu Hansa Rostock in die 2.Bundesliga, wo er seit Saisonbeginn fester Bestandteil der Startaufstellung ist. Im sechzger.de-Interview spricht Dressel über seinen Start an der Ostsee, ungewohnte Positionen und seine persönliche Zukunft.

Interview mit Ex-Löwe Dennis Dressel

sechzger.de: Servus Dennis, zunächst einmal alles Gute nachträglich zu deinem Geburtstag! Bevor wir starten: Fischbrötchen oder Weißwurscht?

Dennis Dressel: Fischbrötchen.

sechzger.de: Daran anschließend: Ostsee oder Alpen?

Dressel: Alpen.

sechzger.de: Nach 15 Jahren bei den Löwen hast du dich im Sommer Hansa Rostock angeschlossen. Bist du gedanklich schon angekommen im Norden oder sehnst du dich nach Bayern zurück? Wie empfindest du die Mentalität der Menschen in Rostock?

Dressel: Ich habe nicht erwartet, dass ich mich so schnell so wohl fühlen werde hier im Norden.

sechzger.de: Kommen wir nun aber zum Fußball. Du hast mit dem Wechsel nach Rostock den Schritt in die 2.Bundesliga gewagt – und wurdest ganz offensichtlich belohnt wie deine Einsatzzeiten eindrucksvoll aufzeigen. Hättest du das selber so erwartet?

Dressel: Ich hatte gehofft, dass ich schon eine Rolle spielen würde und meine Einsatzzeiten bekomme werde, aber das kann man davor nie genau wissen wie es dann letztendlich läuft. Dass es für mich persönlich so gut läuft, freut mich aber sehr und ich hoffe es geht so weiter.

sechzger.de: Apropos Erwartung: Im Spiel gegen den SV Darmstadt am 4.Spieltag wurdest du als Linksverteidiger aufgeboten. Hättest du kommen sehen, dass du im Profibereich jemals auf dieser Position spielen wirst?

Dressel: Ich habe diese Position bis zu dieser Saison noch nie in einem Pflichtspiel gespielt, dementsprechend hatte ich nicht unbedingt damit gerechnet. Aber natürlich spielt man da, wo der Trainer einen aufstellt.

“Nicht ablenken lassen von dem, was alles geschrieben und berichtet wird”

sechzger.de: Hansa steht nach 15 Spieltagen mit 17 Punkten (Anm. d. Red.: mittlerweile 18 Punkte aus 16 Spielen) kurz vor der Abstiegszone. In München, oft als “Medienstadt” bezeichnet, würden die Diskussionen sicher bereits ordentlich am Laufen sein. Wie ist das in Rostock? Gibt es ähnlich viel Medientrubel mit zahlreichen Zeitungen oder Blogs?

Dressel: Hansa Rostock ist auch ein großer Verein, der viele Anhänger hat und für den sich viele Menschen interessieren. Dementsprechend gibt es genauso Zeitungen, die über die aktuelle Situation berichten. Aber das ist im Fußball glaube ich normal und gehört dazu.

sechzger.de: Wäre weniger Berichterstattung manchmal hilfreich für die Leistung auf dem Platz? Wir spielen an auf Standorte wie Heidenheim oder Sandhausen, die seit Jahren in der 2.Bundesliga etabliert sind und vergleichsweise ruhig arbeiten können.

Dressel: Natürlich gibt es Vereine, die nicht so im Fokus stehen wie andere. Dennoch sollte man als Fußballer und als Mannschaft versuchen, sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen von dem, was alles geschrieben und berichtet wird.

Beeindruckende Atmosphäre im Ostseestadion

sechzger.de: Ähnliches gilt wohl für die Erwartungshaltung der Zuschauer auf den Rängen. Hansa Rostock und Sechzig München – zwei bekannte Fanszenen in Deutschland mit viel Charakter. Hand aufs Herz, unter welchen Fans wird man das nötige Quäntchen mehr gepusht und welche Fans sind kritischer mit euch Spielern?

Dressel: Hansa Rostock und Sechzig sind zwei Traditionsvereine mit einer riesigen Fanbase. Und das ist ja das Schöne am Fußball, wo man vielleicht nochmal die letzten Prozente rauskitzeln kann mit der Unterstützung der Fans.

sechzger.de: Eure Fans finden sich zu den Heimspielen im Ostseestadion ein. Wie gefällt dir eure Heimstätte?

Dressel:  Ein Super Stadion – dort kann sich eine beeindruckende Atmosphäre bilden. Vor allem bei den Abendspielen unter Flutlicht.

sechzger.de: Verfolgst du denn die Spiele des TSV 1860 weiterhin? Hast du noch Kontakte zu deinen ehemaligen Mannschaftskameraden, trifft man sich vielleicht sogar?

Dressel: Ich verfolge weiterhin den TSV 1860 München, das ist glaube ich normal wenn man 15 Jahre bei einem Verein war. Natürlich hat man noch Kontakt zu einigen Mannschaftskollegen – aber ein Treffen ist aufgrund der Entfernung im normalen Saisonbetrieb eher schwierig.

sechzger.de: Ihr könntet am Ende der Saison den Klassenerhalt feiern und auch in der kommenden Saison 2.Bundesliga spielen. Wie geht es bei dir weiter? Dein Vertrag läuft noch bis 2024, aber die 1.Bundesliga wäre sicherlich ein Traum, oder?

Dressel: Ich werde alles dafür geben, dass wir den Klassenerhalt schaffen und ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga spielen. Was in der Zukunft dann noch passiert, werden wir sehen. Aber natürlich träumt man als Fußballer, mal in der 1. Bundesliga zu spielen.

sechzger.de: Vielen Dank, Dennis und alles Gute für den Rest der Saison!

Titelbild: OR-Pressedienst

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Gutes Interview. Dressels Entwicklung und Etablierung in der 2. Bundesliga ist erstaunlich. Schade, dass er bei Sechzig am Ende nicht mehr so performen konnte. Schade und ärgerlich war auch das Nachtreten des Chefautors des Löwenmagazins bezüglich seines Wechsels.

Was hat er gesagt?

Les die Kommentare zu dem Artikel im Löwenmagazin vom 19.05.2022,

Link:
https://loewenmagazin.de/laut-bild-information-dennis-dressel-soll-vor-unterschrift-bei-hansa-rostock-stehen

Hier wurde sich meiner Meinung in einem nachtredenden geäußert.

Ich glaube ein Dressel muss nichts von einem Steen lernen. Ich habe in den meisten Sachen sowieso ganz andere Ansichten als er. Der Stephan Tempel hat mit seiner damaligen Intention so die Mitte zwischen Db24 und Löwenmagazin zu sein schon ne gute Intention gehabt. Leider artet es auf sechzger.de sehr aus seit einer gewissen Zeit. Aber die Idee vom Tempel war gut.

Würde mich trotzdem sowohl mit dem Herrn Griss als auch mit dem Herrn Steen treffen und persönlich reden, auch wenn man in vielen Dingen nicht auf einen Nenner kommen würde. Dass wir nicht beste Freunde wären weiß der Steen auch selbst.

Wo artet es denn hier aus? Wenn dann ja nur im Kommentarbereich, oder?

Ja, im Kommentarbereich ist eine andere Stimmung als in der ersten Zeit als ich hier mitgelesen habe.