Unser Vorbericht zum Totopokalspiel der Löwen gegen Türkgücü
Rund zweieinhalb Wochen vor dem Drittligaspiel gegen Türkgücü kommt es heute Abend zum Pokalduell mit diesem Gegner. Im Vorbericht zum Heimspiel in der Hinrunde war beim Punkt Bilanz und Statistik auch die an Episoden durchaus reichhaltige sportliche gemeinsam erlebte Geschichte des TSV 1860 mit dem SV Türk Gücü der 1980er-Jahre herangezogen worden. Dies wollen wir uns heute und auch bei zukünftigen Duellen sparen! Es handelt sich letztlich um einen neuen Verein und als solchen sollten wir ihn auch behandeln.
Eine Antwort auf die Frage ob und in welchen Dimensionen das (türkischstämmige) Fußballpublikum in und um München auf den Einzug des Clubs in den bundesweiten Profifußball reagiert hätte, wurde uns leider aufgrund der Corona-Pandemie verwehrt. Ob die Zuschauer, vielleicht auch die älteren, die damals in der Bayernliga ins Sechzger- oder ins Dantestadion pilgerten, wenn Türk Gücü spielte, das neue Konstrukt angenommen hätten? Dies wäre dann natürlich ein Faktor gewesen, der doch eine historische Linie für die „türkische Kraft“ erfordert hätte. Die Frage bleibt (vorerst) unbeantwortet. Auch heute sehen wir auf Giesings Höhen natürlich ein Geisterspiel. Wettbewerbsübergreifend und inklusive zweier formaler Auswärtsspiele für die Löwen zum sage und schreibe 27. Mal.
Erst ein Spiel zwischen den Löwen und Türkgücü
Wir sprechen also über ein einziges Spiel, das die beiden heutigen Kontrahenten bislang bestritten haben: Am 28. November 2020 traf man unter etwas anderen Voraussetzungen als heute erstmals aufeinander: Der euphorisierte, zuvor in fünf Spielen ungeschlagene Aufsteiger hatte aus zehn Spielen nur zwei Punkte weniger, als 1860 aus zwölf Spielen errungen und wurde beispielsweise von einem großen 1860-Blog als “Verein der Stunde” gefeiert, der mit dem besagten Spiel des 13. Spieltags die Wachablösung im Münchner Fußball einläuten könne. Die Löwen dagegen hatten drei Spiele vorher nicht gewinnen können, was ja in unserem Umfeld bei einigen Anhängern bekanntermaßen schnell zu Schnappatmung führt. Das sehr hitzige Duell endete dann mit einem 2:2, wobei 1860 zweimal eine Führung vergab und nach einer Roten Karte für Dennis Dressel über eine halbe Stunde mit einem Mann weniger auskommen musste. Die erwartete Wachablösung blieb erstmal aus.
Die Bedeutung der Pokal-Teilnahme für Türkgücü
Um nicht den ganzen Text für das demnächst anstehende erneute Drittligaduell, das übrigens vom DFB noch gar nicht final terminiert ist, vorweg zu nehmen, kümmern wir uns an dieser Stelle wieder um den heutigen Wettbewerb: Bereits Samstag Früh konntet Ihr Euch ja in die Thematik Totopokal einarbeiten, wenn ihr unseren Vorbericht auf das Spiel gegen die Schanzer aufmerksam studiert habt. Heute geht es dabei um den Einzug ins Viertelfinale.
Für Türk Gücü wäre die Qualifikation für den DFB-Pokal – wie auch immer – ein bedeutendes Premierenereignis. Im vergangenen Sommer wurde der Verein ja vom Bayerischen Fußballverband nach Abbruch der Regionalligasaison zum Aufsteiger in die 3. Liga erklärt. Den Startplatz des Regionalligameisters in der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde wies der Verband dagegen Schweinfurt 05 zu. Als die Mainfranken dann den attraktiven Gegner Schalke 04 zugelost bekamen, wollte man sich in Neuperlach plötzlich auf juristischem Weg für den DFB-Pokal qualifizieren. Die Folge einer Posse, die Türkgücü bundesweit in die Schlagzeilen brachte und gewiss keine Verbesserung der Sympathiewerte zur Folge hatte: Ende Oktober urteilte ein Schiedsgericht endgültig, dass Schweinfurt und nicht Türkgücü im Pokal spielen dürfe. So konnte fast zwei Monate nach dem ersten Spiel die 1. Pokalrunde abgeschlossen werden. Heuer will Türkgücü es sportlich schaffen…
Liveticker auch abends um halb neun
Am zweiten Schritt in diese Richtung (nach dem 2:0-Sieg gegen Haching am Mittwoch Abend) wollen wiederum unsere Löwen, als Titelverteidiger die Gäste hindern. Nach dem erneuten Sieg im Elfmeterschießen werden Michael Köllners Mannen mit viel Euphorie in das Duell gehen. Zu eher ungewohnter Zeit um 20.30 Uhr erfolgt heute der Anpfiff auf Giesings Höhen. Auch der TV-Sender, den die Löwenfans einschalten müssen, ist eher ungewohnt: Sport 1 überträgt die Partie. Standard ist hingegen inzwischen schon der sechzger.de-Liveticker, der Euch – wie von jedem Spiel in dieser Saison – visuelle und textliche Eindrücke aus dem Stadion frei Haus liefert. Klickt Euch rein.
Englische Woche für die Löwen und eigentlich könnte man sich angesichts der tollen sportlichen Leistungen der Truppe von Michael Köllner ganz wunderbar auf das morgige Match freuen. Der TSV 1860 empfängt Türkgücü im Sechzgerstadion und der DFB-Pokal könnte wieder ein Stück näher rücken. Dennoch kommen wir nicht umhin, in den News des Tages auch über Gerhard Schnell zu berichten.
Schnell: Fehler oder System?
Der ehemalige ARGE-Vorsitzende Gerhard Schnell hat inzwischen eingeräumt, einen “Fehler” begangen zu haben, indem er Mails unter verschiedenen Identitäten an den TSV 1860 geschrieben hatte, um Mitarbeiter zu diskreditieren. Anhand des Zeitraums, über den hinweg dieses Fehlverhalten erfolgte, schaut es allerdings eher nach System, denn nach Fehler aus. Das findet auch Stephan Tempel, der in seinem Kommentar zur “Causa Schnell” Konsequenzen fordert.
Analyse des Sieges über Ingolstadt
Rein sportlich liegt ein erfolgreiches Wochenende hinter den Löwen. Am Samstag besiegte der TSV den FC Ingolstadt im Elfmeterschießen. Knapper gehts nicht und dennoch war der Sieg verdient, wie Bernd Winninger in seiner TAKTIKTAFEL-Analyse zu berichten weiß.
News zum morgigen Spiel gegen Türkgücü
Eine ausführliche TAKTIKTAFEL zum morgigen Pokalspiel folgt gegen Dienstag Mittag und auch ein Vorbericht erwartet Euch morgen um 7 Uhr. Selbstverständlich wird es auch einen Expertentipp geben und wir tickern für Euch live aus dem Grünwalder Stadion. Das Spiel wird abends auch live auf Sport1 übertragen.
Bei den Löwen werden neben den langzeitverletzten Quirin Moll und Tim Linsbichler auch Semi Belkahia und Daniel Wein ausfallen. Der Einsatz von Dennis Erdmann ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ungewiss. Bitte beachtet morgen unbedingt unseren Liveticker, in dem wir Euch bereits tagsüber stets über News zum Match auf dem Laufenden halten.
Knappes Aus gegen Chelsea
Morgen Türkgücü, “gestern” noch Chelsea. Heute vor 55 Jahren unterlagen die Löwen an der Stamford Bridge mit 0:1. Nachdem Chelsea im Hinspiel an der Grünwalder Straße ein 2:2 erkämpft hatten, zogen die Blues in die nächste Runde des Messepokals ein, während die Blauen sich ganz auf die Bundesliga konzentrieren konnten. Der Lohn: Am Ende der Saison 1965/66 wurde der TSV 1860 München Deutscher Meister.
Löwenstüberl-Wirt Bene Lankes mit Oster-Special
Den meisten Löwenfans ist Bene Lankes als Wirt des Löwenstüberls bekannt. In seiner zweiten Lokalität Thomis’s Kuchl in Altperlach bietet Lankes am kommenden Wochenende ein attraktives Oster-Special an. Unterstützt ihn und lasst Euch zu Ostern fein bekochen!
Gerhard Schnell gesteht „Fehler“ ein – ein Kommentar
Gerhard Schnell war viele Jahre der Vorsitzende der ARGE der Fanclubs des TSV 1860 München. Als vor wenigen Wochen herauskam, dass er wohl unter verschiedenen Identitäten E-Mails an den TSV 1860 geschrieben hatte, trat er zurück. Angeblich aus gesundheitlichen Gründen. Nun verfasste er eine Entschuldigung und ein Schuldeingeständnis. Schnell schrieb von „einem Fehler“.
Tatsächlich „nur“ ein Fehler?
Es gibt kleine Fehler und es gibt große Fehler. Auch kleine Fehler können große Auswirkungen haben. Meistens geschehen Fehler aus kleinen Momenten der Unaufmerksamkeit oder durch falsche Entscheidungen. Davon kann hier jedoch keine Rede sein.
Die falschen Entscheidungen der ARGE hinsichtlich diverser Entscheidungen in der Stadionfrage oder der Vereinspolitik kann man rückwirkend als „Fehler“ betrachten.
Mobbing über Jahre ist nicht nur “ein Fehler”
Wenn jedoch über Wochen, Monate oder gar Jahre Mitarbeiter einer Firma wie der TSV München von 1860 KGaA unter wechselnden Identitäten diskreditiert werden, vermutlich mit dem Ziel, dass diese ihre Arbeitsstelle verlieren, dann fällt es mir schwer nur von einem Fehler zu reden. Das ist nicht nur moralisch höchst verwerflich, sondern schon kriminell.
Wie lange ging das Spiel schon?
Erinnerungen werden wach. Bereits Anfang 2000 gab es auf diversen Fanseiten rund um den TSV 1860 auffallend viele User, die nur ein Ziel hatten: Leute mit einer von der ARGE abweichenden Meinung zu diffamieren und beleidigen.
Zeitgleich berichteten Löwen-Fans aus der Region Neuburg, dass „der Schnell“ in seinem Kartenvorverkauf in Neuburg nur am Schreiben in den diversen Foren wäre. Vermutet haben viele, dass es hier einen Zusammenhang gäbe.
Beweisen konnte man es nie – und kann es auch heute nicht. Ein schaler Nachgeschmack bleibt.
Auch Mitarbeiter der KGaA, welche diese schon längst verlassen haben berichten davon, dass es zu ihrer Zeit massig Mails mit Beschwerden über ihre Personen gab. Absender unbekannt. Wirklich unbekannt?
Wo schrieb und schreibt Schnell denn noch?
Ist es grundsätzlich vorstellbar, dass jemand der mit gefakten E-Mails Leute diskreditieren möchte, dies z.B. auch in den Kommentarspalten der Zeitungen oder in den 1860-Blogs macht?
Auffällig: Als ich vor über einem Jahr sechzger.de nach fast 20 Jahren (!) Pause aus der Versenkung holte, tauchten z.B. im Kommentarbereich auf „dieblaue24“ ziemlich schnell Artikel über mich auf.
Inklusive meinem Geburtsnamen, den ich vor fast 15 Jahren abgelegt hatte. Wer den wohl noch wusste? Das geschah von Usern, die sonst auf db24 kaum einen Artikel schreiben. Wer da dahinter steckte, lässt sich nur vermuten.
Ungeklärt bislang: Die Frage nach der Motivation
Die Frage die vielen Löwenfans unter den Nägeln brennt, dürfte die nach der Motivation sein. Warum jemand so etwas macht. Aus purem Eigenantrieb? Aus Hass? Zerstörungssucht? Oder hatte er gar einen Auftrag? Bekam er evtl. sogar Geld?
Wer wusste denn noch davon?
Ist es vorstellbar, dass Gerhard Schnell all diese Mails schrieb, ohne sich z.B. mit seiner Ehefrau – immerhin die meisten Jahre Angestellte der KGaA – darüber auszutauschen? Oder mit den anderen ARGE-Vorständen? Oder mit dem Blogger, der auch in anderen Mails in seinem Verteiler aufgetaucht ist?
Jener Blog, der das ganze Thema erst gar nicht erwähnte und dann krampfhaft abwiegelte? Der im Kommentarbereich sogar inzwischen seine eigenen Zitate zu dem Thema löscht?
Auswirkungen der Mails
Egal ob Schnell jetzt „nur“ die E-Mails oder noch mehr verfasst hatte: Es hat Menschen diskreditiert. Es hat tiefe Gräben aufgerissen. Es hat neutralen Menschen einen Sachverhalt rund um den TSV 1860 suggeriert, den es so nicht gab.
Dem TSV 1860 München hat es einen schweren Schaden zugefügt.
Mit einer Entschuldigung ist es hier nicht getan. Ein Vereinsausschlussverfahren ist hier meiner Meinung nach unumgänglich. Gleiches gilt natürlich für etwaige Mitwisser. Es wird höchste Zeit, den Sumpf der Zwietracht und Niederträchtigkeit beim TSV 1860 trocken zu legen.
Herzlich willkommen zur TAKTIKTAFEL Analyse des Toto-Pokalspiels unseres TSV 1860 München gegen den FC Ingolstadt 04.
Ingolstadt schickte gegen den TSV 1860 eine zum letzten Ligaspiel auf neun Positionen veränderte Mannschaft auf den Platz. Von einer B-Elf zu sprechen halte ich jedoch für vermessen. Mit Beister und Caiuby stand Erfahrung aus 156 Erstligaspielen in der Ingolstädter Startformation. Innenverteidiger Thomas Keller mit 19 Startelfeinsätzen ist wie Gaus, der bis zu seiner Wadenverletzung im Januar jedes Spiel über die kompletten 90 Minuten machte, wohl auch nicht zum zweiten Anzug zu zählen. Auf den für das Ingolstädter 4-4-2 wichtigsten Positionen war also keineswegs die B-Elf am Start, wie man das vielleicht aufgrund der Rotation von neun Spielern vielleicht hätte meinen können.
Analyse zwischen dem TSV 1860 und Ingolstadt ohne offizielle Zahlen
Ingolstadt spielte im Aufbau mit beiden Außenverteidigern leicht nach vorn verschoben ein 4-3-1-2 variabel sowohl über das Zentrum als auch über die Flügel. Mein Eindruck hier war, dass das Flügelspiel eine leichte Rechtslastigkeit aufwies. Leider versorgt uns unser Datenservice beim Totopokal nicht so schnell wie nach Ligaspielen mit den nötigen Zahlen, sodass ich heute tatsächlich komplett meinen persönlichen Eindruck wiedergebe und mich nicht auf Daten berufen kann, die meinen Eindruck bestätigen oder widerlegen.
Gegen den Ball hatte sich Ingolstadt zwei Varianten parat gelegt. Hohes Angriffspressing mit gleichzeitig hoher Defensivlinie und ein nicht ganz so druckvolles Pressing auf einer etwas tieferen Linie, bei dem die Defensivlinie etwas tiefer stand, sich aber nicht komplett zurückzog. Speziell bei der zweiten Variante wurden die Spielräume im Mittelfeld für die Löwen sehr eng.
So spielten die Löwen
Bei den Sechzgern spielte die sogenannte volle Kapelle. Wer vom Stammpersonal einsatzfähig war, war in der Startelf. Wie üblich wählte Michael Köllner das sehr flexible 4-1-4-1, dass wie gegen Dynamo Dresden im Spielaufbau mit einer rechtsgependelten Viererkette gespielt wurde. Mit Box-to-Box Spieler Neudecker neben Dressel, der auf der Sechserposition immer besser wird, wurde gegen den Ball auf 4-2-3-1 verschoben. Gepresst wurde vornehmlich hoch und wenn ich es in der Fernsehübertragung richtig erkannt habe meist auch mit hoher Defensivlinie gespielt.
Im Aufbauspiel spielte Willsch wieder sehr offensiv, fast auf der Position eines Rechtsaußen. In der ersten Halbzeit fehlte allerdings auf der rechten Seite oft ein Verbindungsspieler zwischen Abwehr und Mittelfeld, wenn Ingolstadt die Kette der Löwen mit drei Spielern anlief. Deshalb war der Aufbau in der ersten Halbzeit stark zentrumslastig und oft auch etwas behäbig. Schnell und gefährlich wurde das Spiel des TSV 1860 München in Durchgang eins vor allem dann, wenn man entweder Biankadi, der oft als äußerer Zielspieler auf der linken Seite zu finden war, suchte und fand oder das Spiel über Lex lief, der ebenfalls häufig auf dem linken Flügel zu finden war.
Köllner reagiert in der 2.Halbzeit
Das Problem, um die Verbindung auf der rechten Seite im Aufbauspiel herzustellen, löste Köllner während der Halbzeitpause. Nach seiner Ansprache in der Kabine waren in den angesprochenen Situationen bei der Spieleröffnung entweder Neudecker oder manchmal Staude zur Stelle, um sich auf dem rechten Flügel als Anspielstation anzubieten.
Der TSV 1860 München besaß meinem Eindruck nach über die gesamte Partie hinweg sowohl Feldvorteile als auch Ballbesitzvorteile gegenüber dem FC Ingolstadt. Von Anfang an waren die Löwen gut in der Partie und hatten das Spiel bis auf wenige Situationen sehr gut unter Kontrolle. Die üblichen kleinen Schwierigkeiten beim eigenen Spiel im letzten Drittel des Gegners waren gegen konzentriert verteidigende Schanzer allerdings nicht zu übersehen. Auch kleine Schwächen auf der rechten Abwehrseite gegen den Ball konnten von der Mannschaft meist gut kompensiert werden.
Die Tore
Das 0:1
Bei der Situation, die zum 0:1 der Ingolstädter kurz vor dem Pausentee (44.) führte, hätte man zumindest direkt vor der Flanke, die zum Kopfball führte, konsequenter draufgehen können. Aber der Reihe nach:
Staude geht bei einer Aktion gegen den Ball ca. drei Meter in der gegnerischen Hälfte auf der halblinken Ingolstädter Seite nahe des Mittelkreises seinen Gegenspieler Antonitsch nicht konsequent genug an. So kommt der Ball von Antonitsch zu Franke an die linke Seitenlinie. Franke macht das Spiel sofort schnell und spielt steil über etwa 40 Meter auf Beister, der auf der halblinken Seite von seinen Gegenspielern nur begleitet wird. Beister gibt den Ball zu Butler an den Strafraum der Löwen. Dieser dringt etwa zehn Meter entlang der linken Strafraumbegrenzung in die Box ein. Er dreht sich dann nach links und legt das Leder nach außen zurück auf Hawkins. Hier könnte Willsch aggressiver auf Hawkins draufgehen, bevor dieser eine hohe Flanke schön auf Beisters Kopf schlägt. Beisters Kopfball fünf Meter vor dem Tor schlägt im linken Eck zum Führungstreffer für die Ingolstädter ein.
Bei besserem Stellungsspiel, was zugegebenermaßen in diesem Umschaltmoment bis zur Flanke von Hawkins schwer herzustellen gewesen wäre, hätte diese Flanke vielleicht vereitelt werden können. Nichtsdestotrotz kommt auch Beister viel zu frei zum Kopfball. Aber Fußball lebt eben von Fehlern. Bitter nur, wenn sie die eigene Mannschaft treffen. Im Endeffekt war der Spielzug von den Schanzern clever gespielt und perfekt ausgeführt. Den Spielverlauf bis dahin hat dieses Tor komplett auf den Kopf gestellt.
Der 1:1-Ausgleich
Mölders trifft zum 1:1
Nach einem Handspiel auf der aus Löwensicht linken Seite im Strafraum der Schanzer erzielt Sascha Mölders per Strafstoß den mehr als verdienten Ausgleich (58.) ins vom Schützen aus gesehen rechte untere Eck.
Das 2:1 durch Salger
In der 68. Minute war es dann soweit. Der längst fällige Führungstreffer durch Salger fällt nach einer Ecke, die Neudecker zuerst auf den Kopf von Lang bringt. Lang köpft das Spielgerät in Richtung Tor, wo Salger noch die Fußspitze hinhält und die Richtung des Balles derart verändert, dass Torhüter Jendrusch keine Chance mehr hat einzugreifen. Hätte Salger nicht die Richtung des Balles entscheidend verändert, wäre der Treffer möglicherweise von Caiuby oder Jendrusch verhindert worden, die beide noch hätten eingreifen können.
Der erneute Ausgleich zum 2:2
Die Gäste bejubeln den Ausgleich
Nur vier Minuten später fällt der Ausgleich für die Donaustädter. Nachdem Neudecker einen Offensivzweikampf gegen Gaus etwa acht Meter vor dem Ingolstädter Strafraum auf der halblinken Seite der Löwen verliert, macht Gaus das Spiel sofort schnell. Er geht mit dem Ball am Fuß in hohem Tempo bis zur Mittellinie und spielt dann steil auf Kaya. Dieser gewinnt zunächst das Laufduell mit Lang, lässt sich dann aber auf die aus Ingolstädter Sicht halbrechte Seite des Strafraums abdrängen. Salger kommt Lang zu Hilfe. Anstatt allerdings nah am Mann zu attackieren, schauen Lang und Salger Kaya beim Verarbeiten des Leders in der Box aus etwa einem Meter Entfernung zu. Kaya sieht den zentral aus dem Hintergrund an die Strafraumgrenze zulaufenden Gaus und spielt ihm den Ball punktgenau in den Lauf. Gaus zieht von der Sechzehnmeterlinie ab und trifft mit einem Sonntagsschuss am Samstag über Hiller hinweg ins rechte Kreuzeck.
Warum kam Gaus so frei an den Ball? In der Szene sieht man, dass Greilinger den Torschützen in der Rückwärtsbewegung überholen konnte. Im eigenen Strafraum ist er dann ein wenig unentschlossen, ob er im Zentrum bleiben oder den auf der rechten Strafraumseite befindlichen Ingolstädter Hawkins decken soll. Willsch deckt zunächst Bilbija, versucht aber nach Kayas Pass direkt vor Gaus’ Schuss diesen noch zu blocken. Neudecker ist einen Schritt langsamer als Gaus und kann den Schuss auch nicht mehr stören. Das war ein wiederum sehr clever gespielter Konter der Schanzer. Gaus hatte allerdings auch eine ordentliche Portion Glück den Ball genau richtig zu treffen.
Die Schlussphase der regulären Spielzeit
Ab diesem Zeitpunkt etwa zwanzig Minuten vor dem Schlusspfiff bekam der FCI ein wenig Oberwasser, ohne allerdings vollends dominant zu werden. Die in der Schlussphase einzige Großchance für Ingolstadt durch Antonitsch nach einem Freistoß von der rechten Strafraumkante (90.+2) vereitelt Hiller bravourös.
Im direkt an die 90 Minuten anschließenden Elfmeterschießen setzten sich die Spieler des TSV 1860 München dann mit 5:4 (Gesamtergebnis 7:6) gegen den FC Ingolstadt 04 durch.
Fazit
Eine sehr willige Ingolstädter Mannschaft, welche die Bezeichnung B-Elf definitiv nicht verdient, verliert knapp aber dem Spielverlauf nach verdient gegen meist souverän verteidigende Löwen im Elfmeterschießen. Die beiden Treffer, die Ingolstadt durch gutes Umschaltspiel unter Mithilfe leichter Fehler der Löwen erzielen konnte, waren sehr glücklich für den FCI. Die Gesamtleistung der Defensive des TSV 1860 München war nämlich sehr ordentlich, die Gäste tauchten nur dreimal wirklich gefährlich vor Hiller auf, wenn ich richtig mitgezählt habe. Schüsse aufs Tor gab es, wenn meine Zählung stimmt, genau sechs Stück. Drei dieser Schüsse waren nicht gut genug, um als klare Chance gewertet zu werden.
Im Vergleich mit dem Spiel gegen die Schanzer zum Abschluss der Hinrunde im Januar war das leistungsmäßig eine gehörige Steigerung. Im Januar hatte Ingolstadt den TSV 1860 München komplett im Griff und sehr unverdient mit 1:0 verloren. Diesmal stimmt der Sieger nach Elfmeterschießen mit der über die gesamte Spielzeit betrachtet besseren Mannschaft überein. Bereits am Dienstagabend müssen sich die Löwen nun mit Türk Gücü duellieren. Sport 1 überträgt die Partie live.
Über Löwenstüberl Wirt Bene Lankes und seine Kreativität um trotz Corona Einnahmen zu generieren hatten wir schon öfters berichtet.
Unter anderem beim Christkindl-Markt Drive-In. Nun bietet er ein Osterspecial an. Allerdings nicht im Löwenstüberl, sondern in seiner zweiten Wirtschaft. Das ist Thomi´s Kuchl in der Bayerwaldstraße 41 in 81737 München (Altperlach).
Geöffnet hat er Ostersonntag und Ostermontag, 04. & 05. April jeweils von 11:30 bis 18:00 Uhr
Im Angebot sind unter anderem
– Geschmorte Lammhaxe mit Rotweinjus, Marktgemüse und jungen Kartoffeln (16,50 Euro)
– ½ Bayerisches Grillhendl (7,50 Euro)
– ½ Knusprige Schweinshaxn (7,50 Euro)
– Hausgemachter Kartoffelsalat (3,- Euro)
Thomis Kuchl Osterspecial
Vorbestellungen nimmt der Bene sehr gerne unter 0157 – 729 049 14 entgegen. Wer spontan kommt, kann Glück haben – der Bene empfiehlt aber ausdrücklich Vorbestellungen.
Guten Morgen, liebe Löwenfans! Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Um genau zu sein sogar den Spielen. Mit den Duellen gegen Türkgücü im Toto-Pokal und dem KFC Uerdingen in der 3.Liga stehen gleich zwei Partien für Sechzig München an. Mit sechzger.de behaltet ihr trotz allem den Überblick. Wir starten gemeinsam in die neue Woche mit den Meldungen vom gestrigen Tage sowie dem Programm am heutigen Montag.
Giesinger Gedanken nach dem Sieg von Sechzig im Toto-Pokal
Nicht nur die vor uns liegende Woche, sondern auch die vergangene war durchaus ereignisreich. Das resümiert auch Thomas Enn in seinen Giesinger Gedanken nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen den FC Ingolstadt 04. Übrigens ein Jubiläum für unseren Liveticker und grafisch haben wir das doch fein gelöst, oder? 😉
Und irgendwann, irgendwann einmal…
Im Europacup gilt bekanntlich die Auswärtstorregel, die übrigens im Jahr 1965 zum ersten Mal angewendet wurde. Sie sollte Auswärtsmannschaften zu offensivem Fußball anregen, da Reisestrapazen oder auch nicht-genormte Plätze und Bälle einen tatsächlichen Heimvorteil bedeuteten. Stefan Kranzberg hat die bisherigen Duelle des TSV 1860 München in der laufenden Saison, in denen bereits Hin- und Rückspiel absolviert wurden, mit der Europapokal-Arithmetik analysiert. Was glaubt ihr: in wievielen Fällen wäre der TSV 1860 dadurch eine Runde weitergekommen?
Vor 95 Jahren
Lang ist es her, da traf der SV 1860 auf die Stuttgarter Kickers. Um genau zu sein, handelt es sich um die Saison 1925/26. Wie das Spiel damals ausging, findet ihr hier heraus.
Auch heute bleiben wir übrigens beim Thema Europa und veröffentlichen einen weiteren Spielbericht aus längst vergangenen Tagen. Die Farbe blau und das Wappentier Löwe spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle…
TAKTIKTAFEL, die Analyse von Sechzig im Toto-Pokal
Bevor wir morgen einen Blick auf Türkgücü München werfen, analysiert Bernd Winninger zunächst noch das Spiel gegen Ingolstadt. Bei der aktuellen Frequenz kommt nicht einmal unser Zahlenlieferant mit und der Taktikfuchs musste sich ganz auf sich selbst verlassen. Herausgekommen ist aber auch so eine gewohnt kompetente Analyse, die begründet, warum der Sieg im Elfmeterschießen schlussendlich auch verdient war.
Training
Nach dem Weiterkommen war gestern trainingsfrei. Auch heute können die Profis noch einmal entspannt die Füße hochlegen, bevor es morgen wieder ernst wird. Vielleicht ist das auch gar nicht so verkehrt, denn Türkgücü München hatte drei Tage mehr Regenerationszeit.
News aus der 3.Liga
Zwickau – Uerdingen im Nachholspiel
Unser nächster Gegner in der 3.Liga, der KFC Uerdingen, war am Samstag ebenfalls im Einsatz. Im Nachholspiel des 24.Spieltags empfingen die Krefelder den FSV Zwickau im Sportpark am Lotter Kreuz. Beim Blitzstart der Gäste konnte König zunächst die Führung erzielen (1.), ehe Ex-Löwe Adriano Grimaldi den 1:1-Ausgleich markierte, was zugleich auch der Endstand in diesem Duell war. Für Grimaldi war es Saisontor Nummer 5, außerdem traf er damit in den letzten vier Spielen je einmal.
Daferner will bei Dynamo Dresden bleiben
Ein weiterer ehemaliger Spieler des TSV 1860 ist Christoph Daferner. Dieser verletzte sich gegen die Löwen am Sprunggelenk und musste vorzeitig ausgewechselt werden. Vor dem Duell betonte er in einem Interview mit der TZ, dass er auch über den Sommer hinaus in Dresden bleiben möchte. “Ich bin froh, hier zu sein und hab nicht vor, schon wieder zu wechseln.”, so der 23-Jährige. Eine Rückkehr zu den Löwen in der Zukunft schließt er hingegen auch nicht kategorisch aus.
Steinbach Haiger im Aufstiegskampf der Regionalliga Südwest
“Steinbach wer?” wird sich nun wohl der ein oder andere fragen. Das könnte daran liegen, dass der TSV Steinbach Haiger 2009 noch in der Kreisliga zu finden war. Nun aber steckt der Verein mitten im Aufstiegskampf in der Regionalliga Südwest und macht sich Hoffnungen auf einen Sprung in die 3.Liga. Ein Blick auf die Landkarte lohnt sich daher, falls in der nächsten Saison irgendwann wieder Auswärtsfans erlaubt werden. Haiger liegt im Bundesland Hessen an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Steinbach wiederum ist ein Stadtteil von Haiger. liga3-online hat einen Blick auf den ambitionierten Viertligisten geworfen, der aktuell mit fünf Punkten Rückstand auf Freiburg II auf dem zweiten Tabellenplatz liegt.
Mit der Partie des TSV 1860 München gegen Türkgücü München am Dienstag, 30.03.2021 im Toto-Pokal wird bereits das fünfte Spiel der Löwen im März live im Free-TV ausgestrahlt.
TSV 1860 – Türkgücü live im Free-TV
Nachdem sich der TSV 1860 am Samstag gegen den FC Ingolstadt 04 im Elfmeterschießen durchsetzen konnte, treffen die Löwen nun auf Türkgücü München. Dabei geht es um die Teilnahme am Viertelfinale des Toto-Pokals. Wir haben im Vorbericht zum Ingolstadt-Spiel einen Blick auf den durchaus komplizierten Modus des Wettbewerbs in diesem Jahr geworfen.
Das Finale der Drittligisten zwischen dem TSV 1860 und Türkgücü München zeigt Sport1 live im Free TV. Auch im Online-Stream ist die Übertragung, die ab 20:15 Uhr startet, verfügbar. Anpfiff ist dann um 20:30 Uhr im Grünwalder Stadion, der TSV 1860 München hat Heimrecht.
Türkgücü gegen Unterhaching siegreich
Türkgücü München konnte sich bereits am vergangenen Mittwoch gegen die SpVgg Unterhaching mit 2:0 durchsetzen und den Finaleinzug klar machen. Die Tore erzielten dabei Topscorer Sercan Sararer und Lucas Röser.
Unentschieden in der 3.Liga
Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Vereine gab es ein 2:2-Unentschieden. Bei diesem Spiel im November 2020, das übrigens ebenfalls im Free-TV übertragen wurde, lief der TSV 1860 gegen Türkgücü in den weißen Weihnachtstrikots auf. Das Rückspiel steigt dann am Wochenende in der dritten Aprilwoche im Rahmen des 32.Spieltags.
Der gewohnte sechzger.de Service: Liveticker & Co.
Lasst uns mal kurz eine Exkursion ins Jahr 1926 machen. Die Deutsche Lufthansa AG wurde in diesem Jahr gegründet, ebenso die Daimler Benz AG. In Norwegen wurde die Sprühdose erfunden – Graffiti-Künstler in Giesing und überall auf der Welt frohlocken noch heute. In der Geschichte des Hörfunks wird die erste Übertragung eines deutschen Fußballländerspiels (Deutschland – Niederlande 4:2) verzeichnet und in Italien die Società Sportiva Calcio Napoli gegründet, die 1987 mit Diego Maradona zum ersten Mal Meister werden sollte. Und auch bei den Löwen wurde bereits Fußball gespielt. Heute vor 95 Jahren schlug der SV 1860 (ja, nicht TSV!) die Stuttgarter Kickers im Süddeutschen Vereinspokal mit 2:1.
SV 1860: Saison 1925/26
So wirklich erfolgreich agierten die Löwen damals jedoch nicht. In der Bezirksliga Bayern sprang nur ein enttäuschender 6. Platz unter acht Mannschaften heraus. Während Meister Bayern München 20 Punkte sammelten, ergatterte der SV 1860 lediglich elf Zähler und konnte damit nur den VfR Fürth und Schwaben Augsburg hinter sich lassen.
Süddeutscher Verbandspokal
Etwas besser lief es für die Löwen im Pokal. In der 1. Hauptrunde setzte sich der SV 1860 mit 7:1 beim BC Augsburg durch. Anschließend gewannen die Löwen beim 1. FC Straubing mit 2:0 und schalteten Wacker München mit 3:1 aus. Im Achtelfinale musste man in die Schwabenmetropole Stuttgart reisen.
1860 gewinnt bei den Stuttgarter Kickers
Vor 5.500 Zuschauern empfingen die Stuttgarter Kickers die Münchner Löwen und erwischten einen Traumstart. Bereits in der 10. Minute stand es 1:0 – Niederbacher hatte für die Schwaben getroffen. 1860 wusste sich jedoch zu wehren und in der 20. Minute glich Karl Faubel für seine Farben aus. Der selbe Spieler war es auch, der die Partie letztendlich für die Löwen entschied. In der 63. Minute netzte Faubel zum 1:2 ein und bugsierte den SV 1860 damit ins Viertelfinale des Süddeutschen Verbandspokals.
Dort setzten sich die Löwen mit 2:1 gegen den Karlsruher FV durch, ehe sie im Halbfinale 2:3 nach Verlängerung (nach 90 Minuten stand es noch 0:0!) am VfB Stuttgart scheiterten.
Die Aufstellung der Löwen
Trainer Max Breunig schickte gegen die Stuttgarter Kickers folgende Elf aufs Feld:
Ihr habt ein Faible für Statistiken rund um die Löwen? Dann solltet Ihr Euch unbedingt das Löwen Kompendium von Thorsten Ruinys zulegen. Zudem legen wir Euch natürlich den Statistik-Part auf sechzger.de ans Herz, wo Ihr Eure besuchten Spiele eintragen und Fotos hochladen könnt.
Junge, Junge, was war das für eine Löwenwoche! Am Montag den Tabellenführer geschlagen. Nach dem Spiel dann aus heiterem Himmel der Rücktritt von Stefan Schneider. Am Donnerstag dann die Vertragsverlängerung mit Phillipp Steinhart. Am Freitag Abend der nächste Hammer: das Schuldeingeständnis von Gerhard Schnell. Und zum Abschluss gestern der Elferkrimi gegen Ingolstadt mit dem glücklicheren Ende für unsere Löwen.
Was für eine Löwenwoche!
Da ist so viel passiert, dass mir die Gedanken rund um unseren TSV 1860 nur so durch den Kopf schießen. Da muss ich jetzt erstmal ordnen. Fangen wir mit Montag an. Auf Grund des Rücktritts von Stefan Schneider kam das Spiel ja in den letzten Giesinger Gedanken etwas zu kurz. Ich war beeindruckt von der Leistung von Sechzig. Für mich ein Spiel auf ganz hohem Niveau, auch wenn natürlich nicht viele Strafraumszenen dabei waren. Aber das lag an der starken Defensivleistung beider Teams, die sich in diesem Spiel nichts schenkten. Am Ende belohnten sich die Löwen durch das Tor von Steinhart (nach tollem Zuspiel von Lex) und gingen endlich mal aus einem knappen Spiel als Sieger hervor. Sie können also doch gegen Top-Teams gewinnen!
Rücktritt einer wirklichen Identifikationsfigur
Direkt im Anschluss ließ dann Stefan Schneider seine Bombe platzen. Dadurch rückte das Spiel für mich in den Hintergrund. Es wird ja immer vom Verlust der Identifikationsfiguren beim TSV 1860 geschrieben. Stefan Schneider war wirklich eine Identifikationsfigur für mich. Er ist als einer von uns mit den Löwen durch dick und dünn gegangen. Hat die Höhen und die Tiefen erlebt wie wir alle. Es kam mir manchmal so vor, als ob er einfach ein Fan war, von dem irgendjemand gemerkt hatte, dass er gut reden konnte. Dieser jemand drückte ihm dann ein Mikrofon in die Hand und stellte ihn aufs Spielfeld. Stefan wird mir mit seiner authentischen Art fehlen. Nach 28 Jahren und 602 Spielen soll mir mal jemand eine größere Identifikationsfigur in der jüngeren Giesinger Geschichte zeigen. Ich hoffe nur, dass sein “richtiger” Nachfolger (nicht Ersatzmann Rainer Kmeth, der kurzfristig einspringt) sorgfältig ausgewählt wird und wir nicht so einen Werbefuzzi-Marktschreiertyp bekommen, der keine Ahnung von 1860 hat. Und noch was: so sehr ich Stefans Rücktritt bedauere, so sehr repektiere ich seine Entscheidung. Dass da aus Dubai jetzt wieder Überredungsversuche gestartet werden, finde ich ziemlich repektlos.
Vertragsverlängerung mit dem zweitbesten Linksverteidiger der Liga
Eher eine Randnotiz in dieser Löwenwoche, aber Phillipp Steinhart hat verlängert. Damit nimmt der Kader für die kommende Saison mehr und mehr Gestalt an. Phillipp spielt eine starke Saison, trotz der zuletzt beiden vergebenen Elfmeter (gestern hat er ja eh schon wieder getroffen). Michi Köllner hat ihn offensiv meines Erachtens etwas zurück genommen, wodurch er im Spiel etwas weniger heraussticht. Dafür steht er defensiv wesentlich besser und über seine Seite kommen weniger gefährliche Angriffe auf unser Tor.
Salamitaktik von Gerhard Schnell
Und am Freitag platzte dann die nächste Bombe: Gerhard Schnell räumte die gegen ihn im Raum stehenden Vorwürfe ein. “Hut ab” schrieb ich dazu in unserer Eilmeldung. Das brachte mir einige verwunderte Kommentare ein. Offenbar, ist es mir nicht gelungen, das als einen ironischen Kommentar herauszustellen. “Hut ab” dafür, dass er einfach die bestehenden und nicht mehr widerlegbaren Vorwürfe einräumt. In einer Art Salamitaktik geht er nicht darauf ein, was seine Motivation für dieses groteske Fehlverhalten war und was er damit erreichen wollte. Einfach einräumen, was nicht mehr zu leugnen ist. Über Monate (wenn nicht Jahre) litten Mitarbeiter der KGaA unter den gefakten Mails von Schnell, bis hin zu gesundheitlichen Problemen. Ich hoffe sehr, dass hier weiteres Licht ins Dunkel gebracht wird und die KGaA überdenken wird, ob sie mit dieser Organsiation weiterhin so eng zusammenarbeiten will. Als “unorganisierter” Fan aus der Stadt München erschloss sich mir ihr Sinn eh nur bedingt. Für mich war immer das Fanprojekt um Lothar Langer mein Ansprechpartner in Fanbelangen.
Und dann noch ein Pokalkrimi obendrauf
So viel Themen abseits des grünen Rasens. Oder den noch grünen Teilen davon im Sechzgerstadion… Daher jetzt zum Spiel von gestern: Ingolstadt trat mit einer – nennen wir es – B-Elf an, Michi Köllner schonte keine Spieler und zeigte somit, dass ihm der Toto-Pokal und die damit verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal sehr wichtig sind. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in der der TSV 1860 München in der ersten Hälfte wieder mal Chancen liegen ließ und dann in Rückstand geriet. Toll aber, wie die Löwen dann reagierten und mit 2:1 in Führung gingen. Leider kam Ingolstadt kurz drauf noch zum Ausgleich. Dann schlug die große Stunde von Marco Hiller. Sekunden vor Abpfiff parierte er sensationell gegen den im Fünfmeterraum vollkommen freistehenden Antonitsch. Im Elfmeterschießen avancierte unser Keeper dann (wie schon gewohnt) endgültig zum Matchwinner. Er parierte den Elfer von Marcel Gaus und sorgte damit für die Entscheidung zu Gunsten der Löwen.
Zum Ende der Löwenwoche also erneut ein Spitzenteam geschlagen, wenn auch (“nur”) die B-Elf. So kann es weiter gehen! Zum Beispiel am Dienstag, wenn das Achtelfinale des Toto-Pokals ansteht und wir auf Türkgücü treffen. Der Sieger kommt ins Viertelfinale. Dort sollen dann vier erfolgreiche Teilnehmer des Ligapokals der Regionalliga Bayern hinzukommen und außerdem noch drei niederklassige Vereine aus dem BFV-Pokal. Ob das wegen Corona alles stattfinden wird, ist aber mehr als ungewiss. Egal, wie es weitergeht. Wenn die Löwen den Totopokal gewinnen, ist das die erste Titelverteidigung seit den “Gau Kriegsspielen”, die 1860 in den Jahren 1915 und 1916 für sich entscheiden konnte. Zumindest ergab das eine Schnellrecherche in Thorsten Ruinys’ Löwenkompendium. Falls ich etwas übersehen haben sollte, bitte ich um einen kurzen Hinweis in den Kommentaren.
Die Frequenz bleibt hoch
Gewiss ist allerdings, dass eine ereignisreiche Woche hinter uns Löwen liegt. Und die kommende Löwenwoche verspricht das auch zu werden mit dem “Achtelfinale” gegen die Elf aus Neuperlach und dem Ligaspiel gegen Uerdingen mit Adriano Grimaldi, der in den letzten vier Spielen getroffen hat. Wer ein austrudeln der Saison und ein schunkeligen Kampf um die goldene Ananas erwartet hatte, sieht sich getäuscht.
Am Samstag, 27.03.2021 traf der TSV 1860 München im Totopokal auf den Ligakonkurrenten FC Ingolstadt 04.
Der Vierte der 3.Liga empfing den Dritten im Grünwalder Stadion. Dabei entschied sich zwischen dem TSV 1860 München und dem FC Ingolstadt 04, wer in das Finale um den Einzug ins Viertelfinale des Totopokals gegen Türkgücü München am kommenden Dienstag einzog.
Die Löwen begannen nur auf einer Position unverändert. Lang rutschte für Belkahia in die Startelf. Ursprünglich sollte Dennis Erdmann beginnen, dieser fiel allerdings verletzt aus und wurde durch Marco Mannhardt im Kader ersetzt.
Gästetrainer Tomas Oral rotierte hingegen zahlreich, unter anderem waren Stammtorwart Buntic und Toptorjäger Kutschke nicht im Kader.
Erneut Spruchband an der Westkurve
Die Münchner Löwen mit einem Spruchband für den ehemaligen Stadionsprecher Stefan Schneider
Auch heute schmückte wieder ein Spruchband die Westkurve. Nachdem die Münchner Löwen gegen Dresden dem verstorbenen Peter Grosser gedachten, galt das “Merci Stefan!” heute dem jahrzentelangem Stadionsprecher Stefan Schneider. Dieser hatte nach dem Sieg gegen den Tabellenführer überraschend seinen Rückzug bekannt gegeben.
FC Ingolstadt hält gegen den TSV 1860 gut dagegen
Der TSV 1860 München übernahm vom Anpfiff an die Spielkontrolle, der FC Ingolstadt musste sich in der neuformierten Mannschaft zunächst einmal zurecht finden. Dies klappte von Spielminute zu Spielminute immer besser.
Offensiv dauerte es eine gute Viertelstunde, bis der TSV 1860 zum ersten Mal gefährlich in Erscheinung trat. Über Umwege kam der Ball zu Sascha Mölders, doch der Gästekeeper Jendrusch kam gut aus seinem Tor und klärte zur Ecke.
Kurz vor der Pause die Gästeführung
Maxi Beister und Co. bejubeln den Führungstreffer
In der 38.Minute gab es dann die erste Chance für die Gäste. Beister vom FC Ingolstadt prüfte Marco Hiller im Tor des TSV 1860 München, dieser klärte ohne größere Probleme zur Ecke. Wenige Minuten später war der Löwen-Torwart dann allerdings machtlos. Nach Flanke von Hawkins nickte Maxi Beister kurz vor dem Pausenpfiff zur Gästeführung ein (43.Minute).
Stürmische Anfangsphase der Löwen
Mit Wiederanpfiff übernahm der TSV 1860 München gegen den FC Ingolstadt vollends das Zepter. Nur acht Minuten waren gespielt, als der Ball zum ersten Mal im Ingolstädter Tor war. Mölders wurde allerdings zurückgepfiffen, da er bei seinem Kopfball nach Freistoß von Neudecker leicht im Abseits stand. Weitere fünf Minuten später war es dann allerdings soweit und der Löwen-Torjäger durfte jubeln. Lex holte einen Handelfmeter heraus, den Mölders sicher unten rechts verwandelte (58.Minute).
Mölders gleicht zum 1:1 aus
Der TSV 1860 München dreht gegen Ingolstadt das Spiel
In der 68.Minute gingen die Löwen dann sogar in Führung. Eine Neudecker-Ecke erreichte Niklas Lang. Nach dessen Kopfball hielt Innenverteidigerkollege Stephan Salger noch entscheidend den Fuß hin und traf zum 2:1.
Erst bejubelt der TSV 1860 die erstmalige Führung…
Die kalte Dusche
…kurz danach treffen die Gäste aber schon wieder.
Die Führung hatte allerdings nur vier Minuten Bestand. Nach einem Konter legte Kaya ab auf den nachrückenden Gaus. Dieser hämmerte das Spielgerät kompromisslos oben rechts in die Maschen (72.Minute). Marco Hiller war chancenlos.
Nachdem viele mit einem Sieg des TSV 1860 München nach der Führung durch Salger gerechnet hatten, gab der Ausgleich dem FC Ingolstadt neuen Auftrieb. Die Schanzer wagten sich immer wieder in die Offensive, einen Kopfball in der 84.Minute konnte Kaya nicht genug platzieren. Sonst wären die Gäste womöglich erneut in Führung gegangen.
Hiller rettet kurz vor Schluss
Beinahe hätte Ingolstadt kurz vor Schluss den Lucky Punch setzen können, doch Marco Hiller hatte dagegen etwas einzuwenden. Nach Freistoßflanke von Gaus warf sich der Löwen-Torwart in einen Schuss von Antonitsch und erzwang das Elftmeterschießen (91.Minute).
TSV 1860 München setzt sich gegen den FC Ingolstadt 04 im Elfmeterschießen durch
Ohne Verlängerung ging es nach dem 2:2-Unentschieden in der regulären Spielzeit direkt ins Elfmeterschießen. Gaus scheiterte im zweiten Versuch der Schanzer an Marco Hiller, die Löwen hingegen zeigten sich treffsicher und verwandelten alle fünf Versuche.
Dienstag gegen Türkgücü München
Der TSV 1860 München setzt sich mit 7:6 nach Elfmeterschießen gegen den FC Ingolstadt 04 durch und trifft damit am kommenden Dienstag, 30.03.2021 im Finale der Drittligisten um die Teilnahme am Viertelfinale auf Türkgücü München. Anpfiff ist um 20:30 Uhr im Grünwalder Stadion.