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U17-Löwe für Nationalmannschaft nominiert

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Die hervorragende Jugendarbeit des TSV 1860 hat ja schon so manchen Nationalspieler hervorgebracht (zuletzt Florian Neuhaus), nun schickt sich der nächste Junglöwe an, sich beim DFB einen Namen zu machen.

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Lukas Friedrich aus dem U17-Bundesligakader wurde zum viertägigen Sichtungslehrgang des DFB nach Malente eingeladen und darf dort versuchen, sich gegen seine gleichaltrigen Kollegen durchzusetzen und sich einem Platz in der Jugend-Nationalmannschaft zu ergattern.

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https://www.instagram.com/p/CGm2of-MKaS/

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Sechzig um Sieben: Terminierung, Trainingsfrei, Pressekonferenz & Taktiktafel

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Die 1. Mannschaft des TSV 1860 München hat am heutigen Freitag eine Pause – es findet kein Training statt.

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Bereits gestern wurden vom DFB die Spieltage 13 – 16 terminiert – ganz leicht zu merken: Das Auswärtsspiel am Betzenberg ist Dienstag abend, alle anderen Spiele finden am Samstag um 14:00 Uhr statt. Ein Traum für Auswärtsfahrer… ach, da war ja was…

https://sechzger.de/tsv-1860-spieltage-13-16-terminiert/

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Heute Vormittag findet dann die  Spieltagspressekonferenz “Löwenrunde” vor dem Spiel in Unterhaching via Zoom statt – der TSV 1860 wird sie sicher wieder auf seinem Youtube-Kanal “Löwen-TV” veröffentlichen und wir euch das wichtigste aus der Pressekonferenz berichten. Für uns und euch mit dabei: Christian Jung

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Natürlich gibt es auch wieder eine sehr ausführliche Analyse von der Niederlage gegen den 1. FC Saarbrücken von Bernd Winninger – prädikat: Äußerst lesenswert:

https://sechzger.de/taktiktafel-erste-saisonniederlage-gegen-saarbruecken/

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Auch wenn der Löwe heute nicht trainiert: Bene Lankes freut sich über euren Besuch im Löwenstüberl: Er kredenzt euch Chili Con Carne mit Sauerrahm und Baguette (8,90 Euro), für die Gschleckerten gibt es hausgemachten Apfelstrudel mit Vanillesoße (6,60 Euro).

TAKTIKTAFEL – Erste Saisonniederlage gegen Saarbrücken

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Die Formationen

Die Gäste begannen in der erwarteten 4-3-3 offensiv-Variante, wobei zu beachten ist, dass der neu in der Startelf auftauchende linke Außenstürmer Jayson Breitenbach eigentlich ein gelernter Verteidiger ist. Im Vergleich zum Spiel gegen Unterhaching wurde eine auf vier Positionen umgebaute FCS-Elf auf den Giesinger Rasen geschickt. Über fehlende Breite im Kader kann man sich in Saarbrücken wahrlich nicht beklagen. Sechzig begann im gewohnten 4-1-4-1 mit der bekannten Stammformation, in der erwartungsgemäß Leon Klassen den gesperrten Philipp Steinhart ersetzte und seine Sache gut machte.

Die Gegentore

Beleuchten wir zunächst die Gegentore: Das 0:1 fiel nach einem berechtigten Freistoß (Handspiel von Marius Willsch). Freistöße aus den Halbpositionen in Strafraumnähe sind immer schwer zu verteidigen. Da die ausführende Mannschaft in der Regel genau weiß, was sie vorhat, kann die Abwehr bei diesen Standards meist nur reagieren. Aus diesem Grund ist die Chance, bei dererlei Standardsituationen eine Torgelegenheit zu kreieren, immer sehr hoch. Dass ausgerechnet der kopfballstärkste Löwe auf dem Platz, Sascha Mölders, der direkte Gegenspieler des Torschützen war und sich nicht nahe genug am Mann befand, um diesen in irgendeiner Weise am Header zu hindern, ist leider eine Tatsache, die man herausstellen muss. Torwart Hiller war gegen den platzierten Kopfball von Sebastian Jacob, der seinen dritten Treffer im laufenden Wettbewerb verbuchen konnte, machtlos.

Das zweite Tor für Saarbrücken fiel durch einen Kontergegenstoß. Wie aber genau entstand der Treffer? Wo lag der entscheidende Fehler? – Nach einem Ballverlust von Lex nahe der Saarbrücker Grundlinie gegen Ouaferro kommt der Ball an der rechten Spielfeldbegrenzung in der Mitte der eigenen Hälfte zu Jacob, der diesen sofort hoch, diagonal und lang in die Spielfeldhälfte der Löwen auf Breitenbach passt. Dieser läuft von links zum Anstoßpunkt ein, kann aber in dieser Situation noch von Willsch, der den Ball blockt, an der Ballannahme gehindert werden. Der Löwe Wein kommt – wieder in des Gegners Hälfte – in Ballbesitz und versucht einen riskanten Steilpass auf Neudecker, der von Jacob, der hier wirklich gute Übersicht und Antizipation beweist, abgefangen wird. Jacob passt gegen die Laufrichtung aller Löwenspieler im Mittelfeld auf Shipnoski und öffnet den Raum. So hat Shipnoski viel Platz und kann den von der Mitte auf die halbrechte Seite kreuzenden Breitenbach mit einem genialen Zuspiel in die Schnittstelle zwischen Salger und Moll, der auch noch auf Abseits spekuliert und Breitenbach laufen lässt, bedienen. Breitenbach läuft allein auf Hiller zu und versenkt. Zu Molls Verteidigung sei angemerkt, dass auch Willsch, der Breitenbach bis zum Pass von Shipnoski noch begleitet hatte, durchaus am späteren Torschützen hätte dranbleiben können. Hier lag möglicherweise ein Missverständnis bei der Übergabe vor. Nichts desto trotz ist der riskante Pass von Wein auf Neudecker der eigentliche Auslöser der Situation. Wein hätte mit Tallig, Dressel und Klassen drei sichere, ungedeckte Anspielpartner gehabt. Vor allem Tallig hätte in diesem Moment viel freien Raum für einen Antritt in Richtung Sechzehner vorgefunden, um seinerseits das Spiel für die Löwen schnell zu machen. Die Entscheidung auf Neudecker zu passen, war falsch. Die sich daraus ergebende, oben beschriebene Fehlerkette ist in diesem Fall besonders tragisch, denn 1860 war bis zu dem Zeitpunkt die spielbestimmende Mannschaft, der nur die Durchschlagskraft gefehlt hatte.

Was geschah vor und zwischen beiden Gegentreffern?

In der 5. Minute sahen die Zuschauer die erste Riesenchance für den TSV 1860. Dieser Angriff war ein Lehrstück in Sachen One Touch Football: Wein spielt nach einer Kopfballstafette der Saarbrücker, um den zweiten Ball in die Hälfte der Löwen zu bringen, einen guten Pass im eigenen Mittelfeld nach vorne auf Mölders, der wiederum direkt zu Neudecker zurücklegt. Neudecker gibt die Kugel sofort wieder über die Gegner hinweg nach vorne auf Mölders, der – begleitet von zwei Saarländern –, theoretisch selbst abschließen könnte, aber den Ball nach Innen auf Lex legt. Lex schießt und trifft leider nur den Kopf des Gästekeepers, von wo der Ball zu einem Verteidiger springt, der die Situation abschließend klären kann. Selbst zu schießen wäre für Mölders hier vielleicht die bessere Entscheidung gewesen, denn selbst wenn Torwart Batz gehalten hätte, wäre gegebenenfalls Lex in der Lage gewesen, einen Rebound zu verwandeln. Zwischen den beiden Saarbrücker Treffern waren die Sechzger spielbestimmend. Aber leider nicht zwingend genug. 100%ige Torchancen konnten nicht herausgespielt worden.

Zahlen der ersten Hälfte

Ballbesitz 62:38%; Passgenauigkeit 84%; gewonnene Defensivzweikämpfe 61% – Das könnte besser sein, speziell vor dem Hintergrund, dass Saarbrücken nur sieben Positionsangriffe in der ersten Halbzeit unterbrachte. Die PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) sind mit 10,7 auch absolut im grünen Bereich, Saarbrücken liegt hier mit 11,6 nur knapp dahinter. Schüsse gaben die Löwen in der ersten Halbzeit genau zwölf ab, drei gingen aufs Tor, hinein bekanntlich keiner. Flanken konnten in der ersten Hälfte zehn geschlagen werden, aber nur drei davon fanden auch den Adressaten.

Zweite Hälfte

In der zweiten Halbzeit trafen die Löwen – per Elfmeter – nach einem guten Angriff der diagonal von der Mitte auf die rechte Seite verlagert wurde. Tallig drang in den Strafraum ein, Ouaferro kam mit hohem Tempo und gestrecktem Bein von links mit offener Sohle heran und flog in den Fuß des sich parallel zur rechten seitlichen Strafraumbegrenzung bewegenden Mittelfeldspielers der Löwen hinein. Der Elfmeterpfiff erfolgte, was ausblieb, war die durchaus mögliche Rote Karte wegen groben Foulspiels, das ist aber eine Ermessenssache des Schiedrichters.

Nach dem Anschlusstreffer durch Molls Elfmeter spielte – bis auf wenige Entlastungsangriffe der Saarbrücker, die sich sehr geschickt in ihrer Hälfte einigelten – nur noch der TSV 1860. Welle um Welle brandeten die Angriffe der Löwen auf das Abwehrbollwerk der Saarländer und es konnten auch einige gute Strafraumszenen erspielt werden. Alles in allem war aber die Verspieltheit vor dem Tor, der Versuch, einen vielleicht noch besser postierten Mitspieler zu finden das falsche Rezept gegen die wie wild verteidigenden Saarländer. So zerschellten die Angriffswellen jedes Mal an der Abwehr oder dem glänzenden Torhüter Batz, der mehr als einmal hervorragend reagierte, um Schüsse auf seinen Kasten in höchster Not zu parieren.

Die Zahlen zur 2. Halbzeit lesen sich bis auf wenige Ausnahmen noch besser als die der ersten: Ballbesitz 71:29%; Passgenauigkeit 84%; gewonnene Defensivzweikämpfe 82%; PPDA 8.4 – ein Spitzenwert. Saarbrücken hat hier mit 23.3 eine desaströse Bilanz. Sage und Schreibe 31 Positionsangriffen der Löwen stehen nur fünf solche der Gäste gegenüber. Zum Konter setzte der 1.FCS viermal an, aber auch dabei sprang nichts heraus. Die Löwen kamen trotz dominantem Auftreten ihrerseits nur zu 13 Schüssen, davon 5 auf den Kasten des Gegners. Auch sank die Genauigkeit der Flanken in den Strafraum weiter ab. Von 19 geschlagenen Flanken kamen auch nur drei an. Die Quote bei der Zielgenauigkeit von Außen sank also im Vergleich zu Halbzeit eins um fast 50% und lag nun bei 15,8%. Das ist nicht genug! Speziell wenn man zwei Stürmer auf dem Platz hat, müssen mehr hohe Bälle den Adressaten finden.

Schlussfolgerungen, taktische Alternativen?

Bei der Dominanz, die diese Zahlen absolut untermauern, stellt sich die Frage: Was hätte 1860 anders machen müssen, um nicht dauerhaft gegen so eine massierte Abwehr anlaufen zu müssen? Wie hätte man die Saarbrücker locken können, ihre Defensive ein wenig zu vernachlässigen, damit sich Angriffsräume für die Löwen hätten ergeben würden? Es ist eine gewagte Theorie meinerseits, dass erst durch das hohe Pressing, wie es der TSV spielt, die Räume in solchen Situationen für einen selbst eng werden. Wenn man dem Gegner mehr Raum gibt, um Fußball zu spielen, hat man bei Ballgewinn, wenn schnell umgeschaltet wird, selbst auch mehr Raum zur Verfügung. Mit Tallig, Dressel, Neudecker, Willsch und Klassen waren gestern Abend auch genug sehr schnelle Spieler auf dem Platz, um genau das zu spielen. Es besteht dann natürlich – wenn man dem Gegner mehr Raum lässt – die Gefahr, dass er – anstatt zu Mauern wie beim Gegenpressing – das Spiel verschleppt und es eine Rück- und Querpassorgie der führenden Mannschaft gibt. Diese führt dann wieder zu hohem Anlaufen und Pressing, da Ballbesitz sonst schwer erlangt werden kann. Eine typische Situation, bei der sich die Katze in den Schwanz beißt. Aber gäbe es noch eine andere Möglichkeit, ein Abwehrbollwerk, wie das saarländische am Mittwoch Abend zu durchbrechen? Ich sage: Ja! Wwenn man es schafft, durch ein Tempodribbling Überzahl herzustellen und somit den Gegner zu Verschiebungen in der Raumdeckung zwingt. Dies ist allerdings bei einer so tief stehenden Mannschaft, wie Saarbrücken es in Halbzeit zwei war, auch ein schweres Brot für die Angreifer. Denn auch wenn es zu Verschiebungen bei den Räumen im Mittelfeld kommt, steht doch die Abwehr massiv und Ballkontakte im Strafraum zu bekommen und auch erfolgsbringend zu nutzen, wird durch eine vielbeinig verteidigende Abwehr unterbunden. Der Versuch, über hohe Flanken in den Strafraum zum Erfolg zu kommen fand bei den Löwen durchaus statt. Saarbrücken hatte aber mit personellen Wechseln vor der Partie genau dort angesetzt. Kopfballduelle die in den vorangegangen Spielen noch zu den Schwächen der Saarbrücker gezählt hatten, wurden im Spiel gegen den TSV 1860 zu Hauf gewonnen. Daran änderte auch Köllners Hereinnahme von Erdmann kurz vor Spielende nichts mehr.

Fazit

In einem Spiel, das man – wenn man die Überlegenheit der Löwen als Maßstab nimmt – als Löwe nie verlieren darf, hat die cleverere Mannschaft den Sieg davon getragen. Der Sieg der Gäste war glücklich, aber aufgrund einer soliden, aufopfernden Defensivleistung nicht einmal unverdient. Der TSV 1860 hat die Brechstange, um die Tür zu wenigstens einem Punkt zu öffnen, in der Zeit nach dem Anschlusstreffer leider nicht finden können. Man hat weiter versucht diese Türe mit dem Dietrich zu öffnen. Aber dazu war das Schloss, das die Saarbrücker davor gehängt hatten, leider zu kompliziert gebaut.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

 

TSV 1860: Spieltage 13 – 16 terminiert

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Bleiben die Kurven auch nach Corona leer? 1860
"Fußball gehört den Fans" - Bild von Anne Wild

Vom Deutschen Fußball Bund (DFB) wurden heute die genauen Ansetzungen für die Spieltage 13 bis 16 der 3. Liga in der Saison 2020/2021 veröffentlicht:

13. Spieltag: TSV 1860 München – Türkgücü München, Samstag, 28. November, 14:00 Uhr

14. Spieltag: Viktoria Köln – TSV 1860 München, Samstag, 05. Dezember, 14:00 Uhr
15. Spieltag: TSV 1860 München – SV Waldhof Mannheim, Samstag, 12. Dezember, 14:00 Uhr

16. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern – TSV 1860 München, Dienstag, 15. Dezember, 19:00 Uhr

 

Erste Saisonniederlage gegen Saarbrücken

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Nun ist es passiert! Nachdem die Münchner Löwen in Rostock noch einen glücklichen Punkt mitnehmen konnten, reicht es beim Topspiel des 6. Spieltages gegen den FC Saarbrücken nur zu einem 1:2. Damit kassieren die Löwen die erste Niederlage der laufenden Saison und sind erstmal die Tabellenführung los.

Beginn mit hundertprozentiger Torchance

Dabei begann der TSV wieder wie die Feuerwehr und hatte bereits in der vierten Minute durch Lex eine hundertprozentige Chance. Mölders legte nach langem Pass aus dem Mittelfeld im Strafraum quer auf Lex, der freistehend den Kopf des Saarbrückers Torwart Batz traf. Der hätte eigentlich rein gehen müssen…

Clevere Saarbrücker stellen auf 0:2

Danach presste Saarbrücken hoch gegen die Löwen, die sich davon ein wenig den Schneid abkaufen ließen und den Saarbrückern mehr Spielanteile zugestehen mussten. Nach einem unnötigen Handspiel von Willsch in der 14. Minute erhielten die Saarländer einen Freistoß auf halblinks. Diesen brachte Müller gefährlich in den Strafraum und Jacob (der auch im Relegationsspiel traf) netzte mit dem Kopf in die lange Ecke ein. Hiller hatte keine Abwehrchance.

Die Löwen benötigten ein paar Minuten, um wieder ins Spiel zu finden. Etwa ab der 25. Minute starten sie eine kurze Druckphase, in der sie meistens über die linke Seite kamen. Hier ersetzte Klassen den gesperrten Steinhart sehr gut. Leider sprangen nur Ecken, ein Fernschuss von Neudecker und ein Kopfball von Lex, der am langen Eck vorbei strich, dabei heraus.
In der 40. Minute spielte der FCS dann einen mustergültigen Konter über drei Stationen. Am Ende passte Shipnoski herrlich durch die Nahtstelle der blauen Abwehrkette, die versuchte Breitbach abseits zu stellen. Dies gelang aber nicht, Breitbach lief danach unbedrängt auf Hiller zu und schob zum 0:2 ein.

Schneller Anschlusstreffer nach der Pause

So ging es in die Pause. Danach blieb Lex in der Kabine und Pusic kam zu seinem ersten längeren Einsatz. Er ersetzte Lex positionsgenau auf dem linken Flügel, wo er leider weitgehend wirkungslos blieb.
Die Löwen versuchten von Beginn an Druck zu machen und sofort kam Moll zu einem Kopfball aus spitzem Winkel, den er ans Außennetz setzte. In der 50. Minute fühlte man sich an das Relegationsspiel von 2018 erinnert. Tallig drang schnell auf rechts in den Strafraum ein und wurde ziemlich genau an der selben Stelle gefoult wie seinerzeit Benni Kindsvater. Den diskussionslosen Elfer verwandelte Moll platziert ins linke obere Eck, Batz wäre fast noch dran gewesen.Wer dachte, dass die Löwen nun mit großem Druck auf den Ausgleich spielen würden, sah sich getäuscht. Die Löwen hatten zwar klares spielerisches Übergewicht, konnten Saarbrücken aber nicht nennenswert in Gefahr bringen. Irgendwie fehlte das Überraschungsmoment im Spiel der Giesinger und Saarbrücken hielt in den Zweikämpfen robust, aber fair dagegen. Außerdem leiteten sie immer wieder gefährliche Kontersituationen ein, so dass Michi Köllner (noch) nicht auf totale Offensive umschalten konnte.
Die größte Chance in diesem Spielabschnmitt hatte der frisch eingewechselte Vunguidica, der nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld am langen Pfosten lauerte und beinahe die Vorentscheidung herbei geführt hätte.

Fulminante Druckphase der Löwen am Schluss

In der 80. Minute schaltete Sechzig dann endlich den Turbo ein und begann die Aufsteiger in ihrem Strafraum einzuschnüren. In der 82. Minute hatte Dressel Pech, als er nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum nach schöner Vorlage von Klassen aus 15 Metern Batz schon überwunden hatte. Leider konnte Fröse noch mit dem Knie klären und den Ball zur Ecke ablenken.
Nach einer Flanke in den Strafraum konnte Batz den Ball nicht sichern. Im Gestochere danach gelang es den Löwen nicht, den Ball gefährlich auf das verlassene Tor zu bringen (84. Minute). Neudecker prüfte Batz noch mit zwei Fernschüssen, die der Keeper sehenswert parieren konnte. In der Nachspielzeit ließen die Saarbrücker keine Chancen mehr zu.

Fazit

So ging der FCS auf Grund der hohen Effektivität und einer herausragenden Torwartleistung nicht unverdient als Sieger vom Platz. Die Löwen müssen sich vorwerfen lassen, dass sie nach dem Anschlusstreffer nicht genügend Druck aufbauen konnten und zu wenig Überraschungsmomente im Spiel kreieren konnten. Schade, dass die Schlussoffensive so spät eingeläutet wurde. Nun gilt es, die verlorenen Punkte am Montag bei den Bobfahrern aus der Vorstadt wieder reinzuholen.

Kurzbericht nach dem Spiel gegen Saarbrücken

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Die Löwen haben zuhause vor der Geisterkulisse des Grünwalder Stadions gegen den FC Saarbrücken ihre erste Saisonniederlage kassiert.

 

Die Löwen kamen nur auf einer Position verändert auf das Spielfeld: Leon Klassen ersetzte den gelb-rot gesperrten Steinhart positionsgetreu. Die Gäste begannen temporeich und mit hohem Pressing, welches die Löwen jedoch bald unter Kontrolle brachten und das Spiel an sich zogen. So kam Stefan Lex nach Zuspiel von Mölders in der 5. Minute zu einer 100%igen Torchance, die Batz im Tor der Saarländer aber entschärfen konnte. Wie aus dem Nichts fiel dann in der 14. Spielminute nach einem Standard aus dem Halbfeld (Willsch hatte ein Handspiel begangen) das 0:1 für die Gäste durch Jacob, den Sascha Mölders nicht konsequent genug gedeckt hatte.

Die Löwen ließen sich vom Rückstand jedoch nicht beeindrucken und kontrollierten mit sehr viel Ballbeseitz die Partie, scheiterten jedoch daran, den letzten entscheidenden Pass sicher zuende zu spielen. So entstanden größtenteils nur Abschlüsse aus der Distanz, die entweder zu ungefährlich waren oder durch Batz mehrfach exzellent gehalten wurden.

Das 0:2 fiel auch wie aus dem Nichts: In der 40. Minute konnten 4 Löwen plus Hiller einen Konter von 2 Saarbrückner nicht entscheidend unterbinden und so netzte Breitenbach nach einem genialen Zuspiel in die Schnittstelle der Abwehr vorbei am chancenlosen Löwenkiller ein.

Nach der Pause taten sich die Löwen schwer, umso überraschender dann der Vorstoß von Tallig in den Strafraum der Gäste, welcher nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Den darauf folgenden Elfmeter in der 52. Minute verwandelte Moll souverän, wenngleich der bärenstarke Batz auch hier die Ecke geahnt hatte.

Das Tor gab den Löwen Aufwind, jedoch kamen sie trotz mehrerer guter Möglichkeiten nicht mehr zum Ausgleich.

Fazit: Offensiv, insbesondere im letzten Viertel, waren die Löwen heute zu ideenlos, auch weil sowohl Tallig als auch Dressel heute nicht ihren besten Tag hatten. Dennoch wäre insgesamt ein Punkt heute verdient gewesen.Leon Klassen absolvierte als Steinhart Ersatz hingegen offensiv wie defensiv eine ansprechende Partie.

Live-Ticker: TSV 1860 München – 1. FC Saarbrücken, 6. Spieltag Saison 2020/21

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Liveticker TSV 1860 München von sechzger.de

Der TSV 1860 München empfängt am 6. Spieltag den 1. FC Saarbrücken daheim – sechzger.de tickert wieder live aus dem Sechzgerstadion:

Sechzig um Sieben – Erinnerungen werden wach: TSV 1860 vs. 1. FC Saarbrücken

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Man darf mit Fug und Recht behaupten, dass es wohl keinen Verein gibt, mit dessen Namen in der jüngeren Geschichte des TSV 1860 so viele emotionale Erinnerungen verbunden sind, wie mit dem, der heute Abend wieder einmal auf einen Kick in München vorbeischaut. Am Sonntag, den 27. Mai 2018 nachmittags gegen zehn vor Vier brachen nach dem 2:2 gegen den 1. FC Saarbrücken in Giesing alle Dämme…Wer erinnert sich nicht an zwei legendäre Relegationsschlachten, die unsere Löwen damals wieder zurück in den Profifußball beförderten? Auch Löwendompteur Michael Köllner, der damals gerade mit dem Club in die Bundesliga aufgestiegen war  erinnert sich an “zwei packende Spiele,” die er selbst im Fernsehen verfolgte. Darüber dass nach dem Rückspiel “ganz Giesing Kopf stand” wurde Köllner von Freunden aus München mit Handyvideos informiert. Nach derlei Eindrücken war die Entscheidung für ein Engagement bei 1860 eineinhalb Jahre später sicher eine ganz einfache.

Doch mit der historischen Dimension im Zusammenhang mit Spielen gegen Saarbrücken nicht genug: Heute Abend kommt es im Sechzgerstadion angesichts der derzeitigen sportlichen Lage erneut zu einem echten Knaller, der Kribbeln hervorruft und an den man später noch erinnern wird: Der aktuelle Tabellenführer empfängt seinen ärgsten Verfolger, der allerdings mit einem Spiel weniger auf der Habenseite nach Giesing kommt. So ehrlich muss man sein: Schon ein Punkt im Nachholspiel des 4. Spieltags gegen den MSV Duisburg und die Saarländer wären Tabellenführer und unsere Löwen wiederum deren erster Verfolger.

Der Liganeuling, der seit Beginn dieses Jahres von Lukas Kwasniok trainiert wird, ist mit viel Euphorie in die Saison gestartet. Einem Punkt beim Mitaufsteiger Lübeck zum Auftakt folgten zwei souveräne Siege über Rostock und Halle und ein Last-Minute-Triumph gegen die Münchner Vorstädter am vergangenen Sonntag. Zum ersten Mal nach fast fünf Jahren absolvierte der 1. FCS diese Spiele wieder im heimischen Ludwigspark, was – gegen die beiden Ostvereine – jeweils immerhin 900 Fans genauso begeisterte, wie die Resultate. Mit dem Völklinger Exil, das wir Löwenfans in den oben angesprochenen Relegationsspielen 2018 ja auch persönlich kennenlernen durften, konnte man sich an der Saar nie wirklich anfreunden. So etwas ähnliches kennen wir ja aus unserer eigenen Geschichte… Noch etwas länger, als die Heimspiele fernab des eigenen Terrains mussten die Anhänger der Blau-Schwarzen die sportliche Stagnation in der viertklassigen Regionalliga Südwest ertragen: Die letzten sechs Spielzeiten verbrachte man dort, nachdem man 2014 aus der 3. Liga abgestiegen war. Auch die Jahre zuvor waren durchaus turbulent: Nach dem letzten von insgesamt vier Bundesliga-Gastspielen in der Saison 1992/93 folgte zwei Jahre später der Lizenzentzug durch den DFB und der Absturz in die drittklassige Regionalliga West/Südwest, die man erst nach der Jahrtausendwende wieder gen 2. Bundesliga verlassen konnte. Einige Wechsel zwischen Zweit- und Drittklassigkeit später stieg der 1. FC Saarbrücken im Jahr 2007 in die Oberliga Südwest (damals viertklassig) ab und verpasste im Jahr darauf als Tabellenfünfter auch noch denkbar knapp die Qualifikation für die damals neu gegründete Regionalliga West. Erstmals spielte man nur noch fünftklassig – ein Schicksal, das uns Löwen bislang Gott sei Dank noch nicht ereilt hat. Aber anstatt nun für alle Zeiten in die Bedeutungslosigkeit zu entschwinden, stieg das “Stehaufmännchen FCS” direkt zweimal hintereinander wieder auf und landete 2010 somit erneut im Profifußball, in der 3. Liga – für immerhin vier Spielzeiten (siehe oben). Die Saarländer blicken also – wie wir Löwen – auf eine bewegte Geschichte zurück.

Heute Abend auf Giesings Höhen duellieren sich zwei Gründungsmitglieder der Bundesliga zum insgesamt 22. Mal. Die Bilanz ist dabei aus Löwensicht sehr positiv: Dem Schützenfest zum ersten Bundesligaduell am 9. November 1963 (7:1) folgten weitere zwei Siege und ein Unentschieden im Oberhaus: Das Rückspiel im März 1964 und dann zwei Aufeinandertreffen in der Saison 1977/78, als man nochmal zeitgleich erstklassig gegen den Ball trat. 1978 stiegen beide Vereine punktgleich und zusammen mit dem FC St. Pauli in die 2. Bundesliga ab. Dort traf man dann in der weiteren Folge insgesamt 14 Mal aufeinander – fünfmal siegten die Löwen, dreimal die heutigen Gäste, sechsmal endete das Ganze unentschieden. Und auch im DFB-Pokal gab es bereits ein Spiel der beiden Kontrahenten: Ein gutes halbes Jahr nach dem oben genannten Schützenfest im Herbst ’63 besiegten die Löwen – auf dem Weg zum Cuptriumph gegen Eintracht Frankfurt in Stuttgart – im Viertelfinale die Saarbrücker vor 8.000 Zuschauern im Ludwigspark mit 3:1. Nach der weißen Weste in der legendären 2018er-Relegation stehen insgesamt also zehn Pflichtspielsiege nur drei Niederlagen gegenüber – so kann es heute Abend gerne weitergehen, Löwen!

Löwencoach Michael Köllner muss auf dem Weg zu diesem Ziel auf den gesperrten Philipp Steinhart verzichten. Wie er in der Pressekonferenz am Dienstag Mittag gegenüber sechzger.de erklärte, war ein Einspruch beim DFB gegen die erste gelbe Karte, die der Linksverteidiger im Rostock nach gut einer Stunde wegen Ballwegschlagens kassierte, aber kein Thema. Natürlich sei Steinhart derzeit ein absoluter Leistungsgarant und für ihn persönlich sei das Fehlen gegen Saabrücken besonders bitter, nachdem er ja auch schon bei den beiden Relegationsspielen vor zwei Jahren mit dabei war. Dennoch wollte Sechzig – ähnlich wie der Gegner vom Samstag – nicht nachkarten, sondern die Tatsachenentscheidungen der Punkteteilung in Rostock akzeptieren und es damit auf sich beruhen lassen. Ich finde diese Haltung ehrenwert und sie unterstreicht Köllners generelle Herangehensweise, mit der Fehlersuche immer erstmal bei sich selbst und der eigenen Mannschaft zu beginnen und nicht auf Schiedsrichtern und Umständen herumzureiten. Nach vorn schauen ist die Devise.

Das wollen wir auch tun. Der Verfasser dieser Zeilen hat eine besondere Beziehung zum 1. FC Saarbrücken bzw. seinen Anhängern, da er für ein saarländisches Unternehmen (allerdings in München!) arbeitet und naturgemäß zahlreiche Kollegen in der Firmenzentrale den Blau-Schwarzen die Daumen halten. Insofern also noch bitterer, dass auch heute wieder keine Zuschauer im Sechzgerstadion erlaubt sind und das eine oder andere Bier vor und nach dem Spiel nicht getrunken werden kann. Die Löwenfans finden sich heute Abend – Corona-gewohnt – wieder vor den TV-Geräten (sofern MAGENTA vorhanden ist) und/oder im Liveticker von sechzger.de ein.

6. Spieltag – Teil 1

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Heute fanden die ersten fünf Spiele des 6. Spieltags der dritten Liga statt. Der Spieltag wurde von den beteiligten Mannschaften sehr torreich eröffnet.

Waldhof – Rostock 1:2

Der SV Waldhof musste die erste Niederlage der laufenden Saison hinnehmen. Unser letzter Gegner Hansa Rostock zeigte sich vom Kampfspiel am Samstag gut erholt und ging in der 42. Minute mit 0:1 in Führung, noch vor der Pause glich Martinovic für Waldhof aus. Das Siegtor erzielte Verhoek bereits in der 48. Minute. Die Hanseaten konnten Waldhof in der zweiten Hälfte weitgehend von ihrem Kasten fernhalten und brachten den Sieg routiniert über die Zeit.

Türk Gücu – VB Lübeck 4:3

Im Sechzgerstadion traf Türkgücü auf den VfB Lübeck. Das spektakuläre Spiel endete mit 4:3. Es gab drei Elfmeter, darunter einen verschossenen von Röser für Lübeck. Dafür steuerte Türkgücü zwei Eigentore bei. Türkgücü ging durch einen Elfer von Boere 1:0 in Führung, Sorge glich per Eigentor in der 26. Minute aus. Kurz drauf stellte Erhard auf 2:1 (28. Minute). In der 50. Minute erhöhte Sliskovic auf 3:1. Durch einen Doppelschlag konnte Lübeck ausgleichen (54. Minute Velagic, Eigentor und 56. Röser). Am Ende entscheid ein fragwürdiger Handelfmeter für das Team von Alexander Schmidt (67. Minute Gabriele).

Uerdingen – Wehen 0:4

Der KFC Uerdingen ging in Düsseldorf mit 0:4 gegen den SV Wehen unter. Wurtz trug sich zweifach in die Schützenliste ein (12. und 30. Minute), noch vor der Pause sorgte Malone mit dem 0:3 für die Vorentscheidung, den Endstand besorgte Korte in der 63. Minute.

Dresden – Zwickau 1:2

Aufstiegsfavorit Dynamo Dresden verlor zu Hause im Sachsenderby mit 1:2 gegen die Schwäne aus Zwickau. Ex-Löwe Hosiner sorgte in der 2. Minute für einen Blitzstart für die Dynamos, doch Zwickau konnte postwendend durch Schikora ausgleichen (4. Minute). In der 30. Minute gelang den Gästen der verdiente Führungstreffer durch einen schön vorgetragenen Angriff über rechts, den Jensen per Fernschuss zum 2:1 abschloss. In der zweiten Hälfte drückte Dresden auf den Ausgleich, aber Zwickau konnte die Führung verteidigen. Dabei hatten die Westsachsen Glück als Mai in der Nachspielzeit mit einem Freistoß nur den Pfosten traf.

Verl – Magdeburg 3:1

Der SC Verl spielte in Paderborn und fand nach zwei Niederlagen gegen Magdeburg zum Siegen zurück. Verl begann offensiv und setzte Magdeburg unter Druck. So gelang Janjic bereits in der 7. Minute durch einen Kopfball das 1:0. Die Verler bauten die Führung auf 3:0 aus (Janjic 51. Minute und Taz 53. Minute), ehe die Ostdeutschen durch Müller in der 67. Minute zum Anschlusstreffer kamen. Mehr wollte den harmlosen Gästen aber nicht mehr gelingen.

Morgen wird‘s ernst!

Durch diese Ergebnisse bleibt 1860 Spitzenreiter! Wir fiebern natürlich alle dem Spitzenspiel morgen Abend entgegen. Die taktischen Varianten hat unser Experte Bernd Winninger wie immer für Euch im Rahmen unserer Taktiktafel akribisch untersucht. Morgen früh folgt die Vorstellung unseres Gegners aus dem Saarland. Und ab dem frühen Abend tickern wir dann wie immer für Euch live aus dem Stadion! Wir sind gespannt, wie Michael Köllner den gesperrten Philipp Steinhart ersetzt, ob der angeschlagene Daniel Wein auflaufen kann und ob Martin Pusic eventuell sein Startelfdebüt feiert.

Taktiktafel: Unser nächster Gegner: 1. FC Saarbrücken

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

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Willkommen zur Taktiktafel für unser Heimspiel in der englischen Woche gegen den 1.FC Saarbrücken. Der Aufsteiger aus dem Saarland hat bisher mit äußerst positiven Ergebnissen und vor allem mit dem spielerischem Ansatz, den die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok auf den Platz bringt, viele überrascht.

Nach einer Woche Zwangserholungspause wegen des abgesagten Spiels gegen den MSV Duisburg konnten die Saarländer am Sonntag im Heimspiel gegen Unterhaching in letzter Sekunde den dritten Sieg im vierten Spiel einfahren.

 

Womit müssen wir am Mittwoch rechnen, was macht den Liganeuling so stark, dass er Halle, Rostock und auch die Münchner Vorstädter aus Unterhaching in die Schranken weisen konnte?

 

Hat Trainer Kwasniok die Saarländer in der vergangenen Saison in der Regionalliga Südwest noch meist mit einem laufintensiven 3-5-2 auf den Platz geschickt, so spielte Saarbrücken in den bisherigen Spielen in Liga drei immer mit Viererkette. Im bisher einzigen Auswärtsspiel gegen den Mitaufsteiger VFB Lübeck (Endstand 1:1) kam ein 4-1-4-1, wie es auch vom TSV 1860 München praktiziert wird, zum Einsatz.

Zuhause wurde bis dato jeweils auf ein 4-3-3 offensiv zurückgegriffen. 4-1-4-1, 4-3-3? Wird Kwasniok versuchen dem Spiel den Saarbrücker Stempel aufzudrücken oder reagiert man mit der taktischen Grundaufstellung lieber auf das, was man vom TSV 1860 München erwartet?

 

Feine Klinge oder Kettensäge? Fragen über Fragen.

 

Kwasniok – der die Prüfung zum Fußballlehrer mit 1,0 bestand – wird bestimmt in der Feinabstimmung auf die von ihm erwartete Taktik des Löwendompteurs eingehen, aber im großen und ganzen wird er meiner Meinung nach wohl seine Mannschaft darauf trimmen das Heft in die Hand zu nehmen um das Spiel an sich zu reißen.

Der 1.FC Saarbrücken versucht immer spielerisch ins Match zu kommen. Die mit äußerst präzisem Passspiel (86% Quote) agierende Offensive der Saarländer hat auch in den Zweikämpfen mit Ball (Dribblings/Laufduelle) oft die Oberhand gegen die bisherigen Gegner behalten, fast die Hälfte aller Offensivzweikämpfe gewinnt der 1.FCS – so erspielte man sich an der Saar bereits mannigfaltige Torgelegenheiten.

Bereits fünfzig mal kamen die Saarländer in den vier bisherigen Spielen zum Abschluss. Fünfundzwanzig dieser Schüsse (50%) gingen auf den Kasten und sage und schreibe neun mal klingelte es bereits beim Gegner. Es ist also absolute Vorsicht geboten und höchste Konzentration vonnöten um den 1.FC Saarbrücken in Schach zu halten.

 

Wo kann man die Saarbrücker Defensive knacken?

Ganz klar über hohe Flanken von Außen in den Strafraum. Das Kopfballspiel der Saarbrücker ist in allen Mannschaftsteilen als eher schwach einzuordnen. Auch Angriffe über die Halbpositionen führen gegen den FCS bisweilen zu guten Chancen. Das liegt am bevorzugten 4-3-3 System, dazu aber weiter unten mehr.

 

Nachdem Saarbrücken nur im ersten Saisonspiel auf das 4-1-4-1 zurückgegriffen hat beleuchte ich hier nun das 4-3-3 mit dessen Verwendung bereits drei Siege für Saarbrücken zu Buche stehen.

Die Stärken des 4-3-3:

Im Offensivspiel kann eine Mannschaft die ein 4-3-3 praktiziert sehr variabel auftreten, durch die drei Stürmer wird Stress für die Abwehr des Gegners ausgelöst. Das rührt daher, dass durch die Variabilität dem Wechselspiel beider Varianten die Angreifer schwer ausrechenbar sind, somit können in jedem Spielzug andere Laufwege zum Tragen kommen. Dadurch überlagern sich manchmal die im Raum zu verteidigenden Schnittstellen, wodurch eine Überzahl für die Angreifer bei kreuzenden Stürmern entstehen kann.

Wenn die Mannschaft die 4-3-3 spielt obendrein auf Ballbesitzfußball mit hohem Pressing gegen den Ball setzt, ist die Chance für sie andauernden Druck auf den Strafraum bzw. das Tor des Gegners auszuüben sehr hoch.

Dadurch, dass die beiden Außenstürmer mit relativ wenig Energieleistung zwischen Sturm und Mittelfeld pendeln können, ist auch eine gute Anpassung an das Spielsystem des Gegners möglich. Es kann gegen den Ball leicht eine Überzahl generiert werden, die für den Gegner wenn die Räume gut verteidigt werden zu Ballverlusten führen kann. Dafür müssen beide Außenstürmer gegen den Ball konsequent nach hinten mitarbeiten.

Mit drei Stürmern geht vom 4-3-3 obendrein eine hohe Gefahr für Kontergegenstöße nach Ballgewinn aus. Es kann schnell umgeschaltet werden und die Sturmreihe wird, auch wenn sich die Außenstürmer in der Rückwärtsbewegung ins Mittelfeld haben fallen lassen, schnell wieder besetzt sein, da der Außenstürmer vom Anforderungsprofil ein sehr schneller Spieler ist.

 

Die Schwächen des 4-3-3:

Wenn der Gegner schnell spielt entstehen Lücken im Raum die dann durch entstehende Überzahl ausgenutzt werden können. Schnelle Spieler im Mittelfeld gepaart mit vertikalem Spiel helfen den Gegnern diese Räume gegen ein 4-3-3 zu schaffen. Man erinnere sich an das Pokalfinale vor einigen Jahren. „Bruder… Spiel den Ball lang…“ war die Devise der Frankfurter gegen den Gegner aus der Säbener Straße, der damals dieses System auf den Platz brachte – und siehe da: Frankfurt gewann damit 3:1. Das ist zwar nicht gerade attraktiv, aber höchst effizient.

Im Defensivspiel gegen Positionsangriffe sind die Halbräume und/oder Außenbahnen eine Schwäche des 4-3-3, da diese mit nur drei Mittelfeldspielern und ohne Unterstützung der Außenstürmer nie vollständig zugestellt werden können.

Auch gegen diagonales Spiel (Seitenwechsel) ist das System wenn die Defensivunterstützung durch die Außenstürmer nicht konsequent geboten wird anfällig, weil in diesem Fall im Mittelfeld um beide Flanken abzudecken ein Spieler abgeht.

 

Die Schlüsselspieler des 1.FCS:

Der defensive Mittelfeldmann und Kapitän Manuel Zeitz (#8) ist der absolute Herrscher im Mittelfeld. Er ist der Spieler mit den meisten erfolgreichen Aktionen pro Spiel bei Saarbrücken. 88.7% Passquote in den bisherigen Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Er leitet die meisten Angriffe ein und auch in der Balleroberung übertrumpft Zeitz jeden seiner Mitspieler. 75 % gewonnene Defensivduelle hat er in der laufenden Saison zu Buche stehen. Bereits 52 mal eroberte er den Ball schon in des Gegners Hälfte.

Der junge Nicklas Shipnoski (#7) ist sowohl Antreiber als auch Vollstrecker auf der Außenbahn. Zwei Tore konnte der Flügelflitzer in den Spielen bisher beisteuern, und bei über 60% seiner Dribblings ist sein Gegenspieler nur Statist.

Mittelstürmer Sebastian Jacob (#24) glänzt bisher sowohl durch Vorlagen als durch Tore, von diesem Mann geht höchste Gefahr aus. Zwei Treffer und zwei Assists hat er auf seinem Konto.

Im Abwehrdrittel der Saarbrücker stechen die Innenverteidiger Steven Zellner (#5) und Marin Sverko (#3) mit den meisten gewonnenen Defensivzweikämpfen heraus. Woraus wir drei Schlüsse ziehen können:

1.) Dass in der Innenverteidigung sehr gut gearbeitet wird – und Saarbrücken hier wenig bis nichts anbrennen lässt.

2.) Dass entweder die Außenverteidiger oft Angriffe der gegnerischen Mannschaft nicht in den Griff bekommen.

3.) Dass Saarbrücken es nicht schafft, den Gegner vor erreichen der „roten Zone“ zum Spiel durch das Zentrum zu zwingen. Nichtsdestotrotz sind die beiden Gegentreffer die Saarbrücken bisher hinnehmen musste aus Angriffen auf das Abwehrzentrum entstanden.

Der reaktionsschnelle und bisher schwer zu überwindende Torhüter Daniel Batz (#1) der bisher 86% aller Schüsse auf sein Tor halten konnte ist ein sicherer Rückhalt für die Saarländer, dem die Abwehr auch bei hohen Bällen und im Eins gegen Eins, falls mal ein Spieler der Gegner durch die Viererkette bricht, vertrauen kann.

 

Damit sind wir für heute aber noch nicht am Ende angekommen, denn beim TSV 1860 wird wegen einer gelb-rot Sperre aus dem Rostock Spiel mit Phillip Steinhart ein Schlüsselspieler, wenn nicht sogar der diese Saison wichtigste Spieler überhaupt, fehlen.

Welche Möglichkeiten hat Trainer Michael Köllner ihn zu ersetzen? Es könnte Stephan Salger, der während seiner Zeit bei Arminia Bielefeld schon als linker Verteidiger Erfahrung gesammelt hat auf Steinharts Position rausrutschen. Der würde die Position wohl eher als Außenverteidiger und nicht wie Steinhart als Flügelverteidiger interpretieren, damit wäre die offensive auf der linken Außenbahn stark geschwächt. Klassen und Gresler wären weitere Alternativen für diese Position.

Die für mich logischte Variante: Salger spielt auf der linken Außenverteidigerposition, Erdmann rutscht zwischen Moll und Salger als Innenverteidiger in die Viererkette und Wein bekommt den Part im defensiven Mittelfeld.

Falls die Taktik geändert werden sollte, sehe ich die Möglichkeit gegen den Ball mit 5-4-1 flach auf den Platz zu kommen. Erdmann käme dann als dritter IV und Klassen in die Position des LV, dafür würde Wein vermutlich auf der Bank Platz nehmen. Das gäbe die Möglichkeit bei Ballgewinn zwischen den Boxen, wenn Moll und Erdmann aus der Abwehr aufrücken, zu einem 3-2-4-1 zu verschieben und sobald die gegnerische rote Zone erreicht ist, mit Lex und Tallig die dann nach vorne schieben um mit Mölders als Dreiersturm, wie es ja auch im gewohnten 4-1-4-1 oft der Fall ist, im 3-2-1-3 für Unruhe beim Gegner zu sorgen.

Damit würde allerdings Willsch (2 Vorlagen 1 Tor) zu einem defensiveren Verhalten als sonst gezwungen. Allerdings ist auch asymmetrisches Verschieben nach vorne (IV-DM / RV-RA) denkbar wenn Situationsbedingt über die Flügel gespielt wird und die Spieler das taktisch verinnerlichen können. Das wäre die defensive Variante. Mit 3er Kette gegen einen 3er Sturm anzutreten halte ich persönlich für Harakiri, bleibt als offensive Variante ein 4-1-3-2 bei dem vermutlich Tallig für Pusic weichen müsste. Auf die Auflösung dieses Rätsels bin ich schon sehr gespannt.

Es wird – egal welche Mannschaft Michael Köllner mit egal welchem System auf den Patz schickt – ein heißer Tanz am Mittwoch Abend unter Flutlicht auf Giesings Höhen. Ich bin mir jedoch sicher er wird einen Plan haben und trotz der widrigen Umstände die das Spiel aus Löwensicht begleiten eine gut eingestellte Mannschaft auf den Platz schicken, die dem Gegner alles abverlangt und hoffentlich die drei Punkte an der Grünwalderstraße behält.

Liveticker: sechzger.de tickert wieder live aus dem Sechzgerstadion – hier kommt ihr zum Liveticker TSV 1860 München – 1. FC Saarbrücken

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