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Interview mit MARTIN GRÄFER (“Die Bayerische”) – Teil 3

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die Bayerische

Nachdem Ihr gestern im ersten und zweiten Teil unseres Gesprächs mit Martin Gräfer, Mitglied des Vorstands der Bayerischen schon ein wenig näher kennenlernen durftet, folgt heute nun der dritte und letzte Teil:

 

Ganz ohne Corona kommen wir hier heute natürlich nicht aus. Wo schauen Sie aktuell eigentlich die Spiele?

Zu Hause im Fernsehen oder am PC.

Geht’s Ihnen aber auch so, wie so vielen, dass man sich schon danach sehnt, wieder ins Stadion zurück zu kehren?

Ich finde das immer lustig, wenn in Social Media gefragt wird: „Wer weiß, wo das Spiel übertragen wird?“ So geht es mir mittlerweile auch. Wo wird es denn übertragen? Aber man kann sich ja ziemlich sicher sein, dass es übertragen wird.
Ich fand die Spiele zuletzt wirklich begeisternd. Michael Köllner ist auch ein Hammertyp, ich freue mich sehr, dass ich ihn auch abseits des Platzes schon kennenlernen durfte. Auch wenn es um das Thema Führung und Coaching geht, um Leadership – das hat er wirklich gut drauf.
Günther Gorenzel ist aus meiner Sicht jemand, der sehr fordernd, aber auch sehr akribisch vorgeht, ein gutes Netzwerk hat, sonst hätte man Michael Köllner gar nicht gewonnen und ich halte Herrn Pfeifer für jemanden, der da richtig gut reinpasst und der vor allen Dingen sehr kommunikativ ist. Man sollte in so einem Verein kommunikativ sein, dort braucht man wirklich Präsenz.

Sie äußern sich ja auch auf den Sozialen Medien politisch und gehen auch auf Kommentare ein…

(lacht) Selten. Manchmal mache ich das. Im Netz ist leider unheimlich viel Hass unterwegs und das ist auch in diesem Kontext so. Manchmal ist es schon erstaunlich. Aber so ist es nun einmal. Mit Sechzig dagegen sind mehrheitlich gute Gefühle verbunden: Das ist Leidenschaft, auch wenn du verloren hast. Es geht nicht immer nur darum, was auf dem Platz ist. Du gehst mit Kumpels ins Stadion, ärgerst dich gemeinsam über ein grauenvolles Ergebnis oder freust dich über einen tollen Sieg. Das eigentliche Erlebnis ist diese Gemeinsamkeit. Und wenn alle, mit denen du zu Sechzig gehst, ähnlich empfinden, dann hast du danach immer einen Grund für ein gemeinsames Bier und sich in den Armen zu liegen, entweder um sich zu trösten oder gemeinsam zu feiern. Das ist das Besondere, das den Fußball ausmacht.
In der Fröttmaninger Arena war das so: Der VIP-Bereich war erstklassig. Als ich das erste Mal dort war, hatte ich echt Tränen in den Augen, weil dieses „Bayerische“-Branding, das in den VIP-Räumen und rund um das Stadion sichtbar war – da fühlte man sich als „die Bayerische“ schon groß. Für die Anzahl der Besucher war die Arena jedoch überdimensioniert: Bei 15.000 war sie ziemlich leer und bei 20.000 bis 25.000 kam auch nicht recht die besondere Stimmung auf. Zudem blieben manche VIPs im VIP-Bereich, selbst wenn das Spiel losging. Und dieses Verhalten finde ich nervend. Also auch bei einigen wenigen Gästen, die ich eingeladen hatte und die dann im Innenraum sitzenblieben und das Spiel nicht miterleben wollten. Da war ich immer etwas angefressen. Das passiert aktuell bei Sechzig natürlich nicht (lacht).

Aber warum ist denn Fußball so attraktiv seit vielen Jahrzehnten in Deutschland? Weil es jeder spielen kann, weil es überall gespielt wird, weil es die Menschen verbindet, weil es Leidenschaft auslöst und weil die Freude und das Leid so nah beieinanderliegen. Und wenn sich das verändert und nicht gepflegt wird, dann ist der Fußball auch nur noch ein Produkt. Und so kleine Gehässigkeiten im Fußball nach dem Motto „Bist Du ein Blauer oder bist Du ein Roter“ – die machen es halt irgendwie aus.

Aber ist das wirklich Hass oder lebt der Fußball nicht einfach von den Emotionen?

Ich hatte mal ein Erlebnis in der vierten Liga. Es war ein Auswärtsspiel, bei dem es fürchterlich regnete – ein Kollege und ich sind nach Buchbach hingefahren, wir sind in dieser Saison fast zu jedem Spiel gefahren, weil dieses Fußballerlebnis so toll war. Wir kamen da jedenfalls in den VIP-Bereich dieses Stadions. Das Vereinsheim hatte einen Raum abgesperrt, mit Bar, mit einer Theke. Und dann hat es angefangen zu regnen ohne Ende und ich hatte im Auto nur eine rot-blaue Regenjacke. Da bekam ich dann sofort was zu hören, von wegen „rote Jacke“. Das finde ich übertrieben, sich darüber aufzuregen. Total übertrieben. Ich habe die zu Sechzig-Spielen dann aber nie wieder angezogen.

Nachvollziehbar. Die andere Seite dieser Medaille ist halt z.B. eine Aussage von Trainer Jürgen Sundermann, der mal in den 1990ern gesagt hat, das faszinierende an Sechzig ist, dass da jeder im Stadion was Blaues anhat…

Das stimmt schon und rot geht auch nicht. Aber das ist mir dann schon wieder einen Tick zu politisch, da kann man sich drüber lustig machen, das finde ich okay. Aber gleich dann so extrem darüber herzuziehen ist übertrieben. Aber ansonsten, mal ganz ehrlich: Schon wenn man dieses Sechzger-Logo sieht, das ist einfach sensationell …

Noch eine wichtige Frage: Sechzig würde ja sehr davon profitieren, wenn die Merchandising GmbH in eigenen Händen wäre, weil dann Erlöse aus dem Verkauf von Fanartikeln beim Verein landen würden. Auch die Klage gegen die “Löwenfans gegen Rechts” war ja sehr rufschädigend…

Die Dinge sind, wie sie sind. Es wurden Verträge geschlossen, irgendjemand hat etwas verkauft, irgendjemand hat die Konstellationen geschaffen, wie sie heute sind. Damit umzugehen bedeutet, die Realität anzuerkennen. Dass sich viele darüber ärgern, kann ich gut nachvollziehen.

Sie werden aber bezüglich der Merchandising-Rechte keine Aussage von mir bekommen, dass ich mich auf die eine oder andere Seite schlage. Die Klagen gegen die LFGR habe ich nicht verstanden, fand ich absolut nicht nachvollziehbar und ich glaube auch nicht, dass diese irgendjemanden hätte weiterbringen können. Insofern war es auch sehr gut, dass sich die Dinge in eine andere Richtung entwickelt haben. Aber vielleicht war auch das ein Beitrag, die Realität anzuerkennen.
Ich finde aber zum Beispiel auch das „Scheichlied“ nicht gut. Ich würde es nicht singen. Erstens ist Herr Ismaik kein Scheich, war es auch nie. „Scheich“, „Kameltreiber“ –  das ist diffamierend und nicht respektvoll. Ich zeige jetzt nicht mit dem Finger drauf, weil da wieder Emotionen dahinter sind. Alle Beteiligten sind gut beraten, auch mal zu erklären, warum man etwas nicht gut findet, ohne jetzt gleich mit der moralischen Keule zu kommen. Man kann – glaube ich – gar nicht zu wenig kommunizieren.

Dem ist nichts hinzuzufügen! Vielen Dank für dieses sehr interessante Gespräch, Herr Gräfer!

 

 

 

 

Die Samstagsspiele der dritten Liga

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Rostock – Viktoria Köln 5:1

Wie man in Rostock als technisch versierte Mannschaft untergehen kann, bekam heute Nachmittag Viktoria Köln zu spüren. Hansa führte bereits zur Pause mit 2:0 durch einen Doppelschlag von Bahn und Verhoek (24. bzw. 25. Minute). Dabei hätte die Kogge sogar schon höher führen können. Direkt nach der Pause sorgte Hansa erneut durch einen Doppelschlag von Riedel und nochmals Verhoek (48. bzw. 50. Minute) für die Entscheidung. Ex-Löwe Korbinian Vollmann stellte in der 69. Minute auf 5:0. Etwas getrübt wurde der Nachmittag für die Norddeutschen in der 81. Minute als Riedel eine unnötige Notbremse einlegte, mit rot vom Platz flog und Wuunderlich den fälligen Elfer zum Endstand von 5:1 verwandelte.

Meppen – Kaiserslautern 3:2

Spannend bis zum Schluss ging es dagegen in Meppen zu. Die Meppener gingen zweimal in Führung. Zunächst traf Puttkammer durch einen Kopfball zum 1:0 in der Minute. Nur zwei Minuten später konnte Lautern bereits durch Zuck ausgleichen. Direkt nach der Pause konnte Meppen erneut durch Guder in Führung gehen. Er traf in der 47. Minute nach schönem Querpass von Piossek von der Strafraumlinie. Danach ging es hin und her. In der 67. Minute konnte Pourié dann für die Pfälzer ausgleichen. Er köpfte eine Ecke von Zuck an die Unterlatte der Latte, von wo der Ball eindeutig ins Tor sprang. Das Spiel wogte weiter hin und her. In der 86. Minute gelang den Meppenern dann der Siegtreffer. Nach einer schönen Kombination mit Ex-Löwe Nico Andermatt schob Krüger zum 3:2 ein. In der 89. Minute sah der Meppener Coach Torsten Frings noch die rote Karte.

Duisburg – Uerdingen 0:2

Im Niederrheinderby konnte sich der der KFC Uerdingen für die 0:4 Heimschlappe gegen Wehen rehabilitieren. Nach einer ereignislosen ersten Halbzeit konnten die Krefelder in der 48. Minute durch einen Treffer aus dem Gewühl mit 0:1 in Führung gehen. Von Magnussens Bauch prallte der Ball ins Tor. Das verdiente 0:2 für die Gäste erzielte in der 71. Minute Kiprit. Duisburg spielte weitgehend harmlos und konnte Uerdingen nur selten unter Druck setzen.

Lübeck – Halle 2:3

Erneut konnten die Lübecker eine Führung nicht in einen Sieg oder wenigstens ein Unentschieden ummünzen. Die Norddeutschen gingen früh in Führung. In der 11. Minute zirkelte Rösler einen Freistoß aus etwa 20 Metern ins linke Kreuzeck. Halle konnte sich in der ersten Hälfte kaum nennenswert in Szene setzen. Das änderte sich im zweiten Durchgang. In der 62. und 65. Minute drehten die Hallenser durch einen Doppelschlag das Spiel. Erst schlug Boyd nach einer unglücklich abgefälschten Flanke zu, dann gelang Dehl nach einer von Raeder ungenügend geklärten Flanke der Führungstreffer für die Ostdeutschen. Lübeck zeigte Mentalität konnte in der 82. Minute durch Benyamina zum Ausgleich kommen. In der 90. Minute gelang den Hallensern dann die Entscheidung. Nach einem schönen Pass von Boyd erzielte Guttau den 2:3 Siegtreffer. Beim Jubeln erhielt der Hallenser Papadopoulos noch eine kuriose gelb-rote Karte, weil er die Eckfahne beim Jubeln zerstörte.

Ingolstadt – Dresden 1:0

Die Entscheidung für den Fusionsverein aus der Audi-Stadt fiel bereits in den Anfangsminuten. Kulke foulte Kutschke im eigenen Strafraum und sah rot. Der gefoulte selbst verwandelte den berechtigten Elfmeter zum 1:0 (4. Minute). Dresden versuchte dezimiert Druck aufzubauen und zum Ausgleich zu kommen, aber Ingolstadt ließ kaum Chancen für die Dynamos zu. Am Ende wurde es nochmal eng für die Gastgeber als ein Freistoß von Mai erst auf der Linie geklärt werden konnte und man nach einem Einsatz von Heinloth gegen Stefaniakdurchaus auf Elfmeter entscheiden hätte können.

Magdeburg – Wehen 1:2

Die Magdeburger begannen offensiv und wollten die Niederlage in Verl unter der Woche vergessen machen. So vergaben die Magdeburger einige Chancen und es ging mit 0:0 in die Kabinen. Den verdienten Führungstreffer für die Hausherren erzielte in der 50. Minute Burger, der einen Freistoß aus Halbposition ins leere Tor drücken konnte. Der Wehener Torwart Boss hatte sich total verschätzt und sein Tor bereits verlassen. In der Folge zogen sich die Magdeburger zurück und ließen die Wehener ins Spiel kommen. So war es kein Wunder, dass Chato in der 63. Minute durch einen platzierten Fernschuss den Ausgleich markieren konnte. Die Wiesbadener spielten danach auf Sieg und der entscheidende Treffer gelang Malone in der 74. Minute. Magdeburg hatte in der Schlussphase noch zwei Chancen zum Ausgleich, konnte sie aber nicht nutzen.

Was bedeutet das für die Löwen?

Dadurch dass die Löwen erst am Montag spielen, sind sie in der Tabelle nun auf Platz 6 “abgerutscht”. Morgen könnte der SC Verl noch vorbeziehen. Der Rückstand auf die auf Platz 3 liegenden Ingolstädter beträgt 2 Punkte. Um im Rennen um den Aufstieg nicht schon in Rücklage zu geraten, sollte der TSV am Montag aus Unterhaching nicht mit leeren Händen zurückkehren. Zumal die Hachinger mit einem Sieg auch noch an uns vobei ziehen würden.

Interview mit MARTIN GRÄFER (“Die Bayerische”) – Teil 2

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Heute Vormittag konntet Ihr hier auf sechzger.de die interessanten Ausführungen vom Mitglied des Vorstands des 1860-Hauptsponsors “Die Bayerische” lesen.
Hier kommt Teil 2 des lesenswerten Gesprächs:

 

Der neue sogenannte Friede zwischen den Gesellschaftern, auch Ihre angenehme Art zu kommunizieren, wirkt eigentlich wie die Vorbereitung einer Kapitalerhöhung, bei der – wie sie ja schon mal angedeutet hatten – die Bayerische auch mit dabei wäre. Oder?

Wir haben gemeinsam überlegt, was eine nachhaltige Lösung für die KGaA des TSV 1860 wäre. Zunächst wird in den nächsten Monaten aus unserer Sicht eine Entschuldung benötigt, sonst droht im Hintergrund immer die Gefahr einer Insolvenz. Das kann auch über eine Kapitalerhöhung funktionieren. Wenn der Hauptgesellschafter seine Anteile nicht verwässern will, ist es eine Möglichkeit, die Darlehen in Kapitalanteile umzuwandeln, dann wird es zu einer anderen Art von Investition. Aber wir sehen uns hier nicht in der Rolle des Beraters und wollen uns auch nicht aufdrängen. Wir haben großen Respekt vor dem Engagement des Hauptgesellschafters und ohne das Basispaket wäre auch die Investition in den Kader und insbesondere unsere Erhöhung des Sponsorings gar nicht denkbar gewesen.

Ich persönlich hielte es für den besten Weg, eine etwas breitere Gesellschafterbasis anzustreben. Über 50+1 muss man mit mir nicht diskutieren. Ich glaube, diese Regelung ist eigentlich kein Problem. Und zwar für niemanden, wenn man miteinander auf Augenhöhe und mit Wohlwollen, gegenseitigem Respekt nach Lösungen sucht. Das ist auch bei der Besetzung des Geschäftsführers, Herrn Pfeifer, gelungen, wie übrigens vorher schon bei Herrn Gorenzel – das wird gerne vergessen. Um eines klar zu sagen: Die Rolle der Bayerischen bei einer Kapitalerhöhung wäre aber immer nur die eines kleinen Minderheitsbeteiligten. Wir wollen keine dominierende Rolle einnehmen – das ist uns viel zu politisch.

Wir haben ein gutes Beziehungsnetzwerk in der Wirtschaft, welches wir mit einbringen können. Ich glaube, auch andere Firmen ließen sich für eine Kapitalerhöhung bei 1860 gewinnen. Dazu benötigt man aber eine gute Basis. Und die Basis beginnt damit, dass die beiden Gesellschafter einen Weg finden, miteinander in die Zukunft zu schauen. Was sind die Motive dafür? Da muss man ein bisschen Respekt zeigen. Jeder darf andere Motive haben. Das ist nicht schlimm. Mir wäre am liebsten, man sagt man sich offen: „Okay, ich respektiere dein Motiv, respektiere du aber bitte auch mein Motiv und dann versuchen wir umzusetzen, was letztlich funktioniert.“ Ich glaube, Fußball gehört den Fans und für die Fans wird es gemacht. Ohne Fans gäbe es keine Sponsoren, ohne Fans gäbe es niemanden, der über den Fußball schreibt und wenn man aufhört, über Sechzig zu schreiben – übrigens fast schon egal, wie – dann verliert Sechzig ökonomisch an Wert, weil es dann keine Aufmerksamkeit mehr gibt.

Da würden wir gerne nochmal einhaken. Sie haben es angesprochen: Die Vorwürfe der „Provinzversicherung“, gekaufter Platz im Aufsichtsrat, etc. Die kamen ja hauptsächlich aus einer Richtung. Wie schädigend haben sie das für ihr Unternehmen empfunden?

Gar nicht! Wir haben knapp eine Million Kunden, wir wurden 1858 gegründet. Ganz ehrlich (schmunzelt, macht eine Pause):  Solche Behauptungen sind vielleicht etwas, was uns persönlich mal ärgert – wobei ich „Provinzversicherung“ sogar extrem sympathisch finde. Wir sind nur in Deutschland tätig – wenn man das als „Provinzversicherung“ verstehen möchte, dann ist das okay. Die Unterstellung bezüglich des Aufsichtsratspostens ist schlichtweg falsch, da kann sich jeder selbst ein Bild machen. Ich glaube sogar, dass mein Kollege Thomas Heigl mit seiner unbestreitbaren Fachkompetenz gerade in finanziellen Fragen da einen wertvollen Beitrag leistet. Aber wir sind nicht abhängig davon, ob er Mitglied dieses Gremiums ist oder nicht.  Eine Vergütung ist mit diesem Mandat im Übrigen nicht verbunden.

Nochmal zur Kapitalerhöhung: Da wäre dann ja auch ein neuer Kooperationsvertrag nötig. Die Frage ist, wie man dann hier verfahren würde … Der Kooperationsvertrag würde im Falle einer Kapitalerhöhung neu verhandelt.

Wer hat denn ein Interesse an einer Kapitalerhöhung? Wer denkt, nur eine Seite hätte einen Vorteil davon, der macht es sich zu leicht. Denn eigentlich sollten alle ein Interesse daran haben. Was sind denn die Vorteile der Kapitalerhöhung? Auf der einen Seite natürlich die Entschuldung. Und auf der anderen Seite: Der Verein hat jetzt einen Etat für zwei Jahre, der Geschäftsführer kann besser planen. Aber das heißt nicht, dass die Überschuldungssituation plötzlich vom Tisch ist. Eine nachhaltige Lösung sollte für alle wichtig sein. Ich glaube, die Beteiligten sollten einfach darüber reden, ins Gespräch kommen. Wenn man Respekt vor den Motiven des anderen hat und mit Selbstbewusstsein arbeitet, dann kann man über alles reden. Und wenn man weiß, was das Motiv eines Mehrheitsgesellschafters ist, der nicht in München wohnt, da gibt es sicherlich auch wirtschaftliche Interessen, wenn da so viel investiert wurde. Das ist von seiner Seite ein berechtigtes Interesse.

…Die Mitglieder spielen halt in dem Zusammenhang auch eine Rolle…

Gott sei Dank!

Die müssen ja auch überzeugt werden. Sehen Sie sich da dann auch in der Pflicht?

Nein, wir sind keine Akteure, wir stehen am Spielfeldrand. Wir haben großes Vertrauen gerade auch in das Präsidium sowie den Verwaltungsrat des e.V.. Dort liegt letztlich die Aufgabe, Lösungen vorzuschlagen und ich persönlich habe den Eindruck, dass das sehr ernsthaft unternommen und bedacht wird. Das grundlegende Problem des Profifußballs kann gelöst werden. Und wenn die Mitgliederversammlung zu gegebener Zeit einer Kapitalerhöhung zustimmt und sich Herr Ismaik als Hauptgesellschafter damit wohl fühlt, dann kann das eine mögliche Lösung sein – es gibt aber vielleicht noch andere Varianten. Manchmal helfen weitere Gesellschafter, dann kommen neue Persönlichkeiten hinzu mit vielleicht neuen, konstruktiven Ideen. Und die neuen Gesellschafter dominieren nicht, denn sie sind und bleiben Minderheitsgesellschafter.

Wenn man jemanden findet, der an einer Kapitalerhöhung teilnimmt, ist dieser in jedem Fall Minderheitsgesellschafter, das heißt, er hat – mit oder ohne 50+1 – keinen formalen Einfluss auf die Gesellschaft. Warum also sollte man als Minderheitsgesellschafter investieren? Das wird nur funktionieren – und man wird auch nur dann geeignete Interessenten finden -, wenn man für die bedeutenden Fragen auch Antworten hat und gemeinsam formuliert. Deswegen ist es eine gute Ausgangsbasis, wenn die beiden Gesellschafter weiter in die Diskussion kommen und sich fair in die Lage des jeweils anderen hineinversetzen.

Grundsätzlich muss man sich bei einem Fußballverein immer fragen, worin die Zielperspektive besteht. Ist die tatsächlich, einmal wieder in die 1. Bundesliga zu kommen? Es gab schon andere kleinere Vereine, die das geschafft haben, Paderborn zum Beispiel, ich finde auch den SC Freiburg sensationell. Aber dazu benötigt man eine wirtschaftliche Basis. Und wenn man in der 1. Liga ist, sollte man nicht damit zufrieden sein, ständig gegen den Abstieg zu kämpfen.

Und diese Orientierung am Branchenprimus führt in die Irre. Der FC Bayern hat nichts mit 1860 zu tun – das ist eine andere Welt, eine ganz andere Liga. Der Trikotsponsor dort zahlt 70 Millionen Euro, wenn ich es richtig gelesen habe. Auf Platz zwei sind es dann 35 Millionen und schon auf Platz fünf oder sechs sind sie im einstelligen Millionen-Bereich. Das sind nicht vergleichbare Kategorien. Das ist weder gut noch schlecht – das ist einfach anders.

Und doch suchen in dieser Stadt so viele Menschen nach etwas anderem, was sie offensichtlich bei uns finden.

Es scheint so, viele Kinder sind  – bundesweit betrachtet – ganz oft zunächst Bayernfans, wenn sie von den Eltern nicht anders geprägt werden. Und das ist ein Phänomen, das normal zu sein scheint, weil man als Kind lieber gewinnen möchte. Und sobald die Leute anfangen, das richtige Leben kennenzulernen, ändert sich das. Leidenschaft bedeutet ja nicht, immer nur zu gewinnen. Das Leben ist nun einmal anders und wenn ich im Grünwalder bin, ist das ein völlig anderes Gefühl als in der Allianz Arena. Und dieses Gefühl nimmt einen mit und macht einen fast schon ein bisschen süchtig. Ob der Preis dafür ist, ständig dritt- oder viertklassig zu spielen, dazu wäre ich auf Dauer nicht bereit, da sage ich lieber: „Komm, dafür ist die Ambition dafür viel zu groß und eigentlich die Rahmenbedingungen viel zu gut, das muss schon anders gehen“. Ich glaube, dass auf Dauer gesehen auch die Stadionfrage hochrelevant werden wird.

Das Grünwalder Stadion ist nun einmal im Moment – um dieses Wort auch zu verwenden – alternativlos…

So ist es wohl. Das sind die Realitäten, die man anerkennen sollte. Ich bin ein großer Fan davon, das Sechzgerstadion weiter umzubauen. Ich bin auch ganz zuversichtlich: Die Bereitschaft der Politik in der Stadt dafür ist gegeben und ich hoffe, die Corona–Krise wird diese Bereitschaft nicht wieder ins Wanken bringen. Ich persönlich kann mir im Übrigen gut vorstellen, dass auch ein konstruktives Miteinander der Gesellschafter darauf einen sehr guten Einfluss hat. Je mehr das in der Zeit anwächst, je mehr Konstruktives entsteht, umso mehr steigt auch die Bereitschaft der Stadt – und man braucht die Stadt unbedingt, bei jeder auftretenden Frage. Vielleicht ist es auch eine Vision, ein Traum, sich irgendwann das Stadion zurückzukaufen. Aber bitte sehen Sie es mir nach, dass ich mich hier nur als Fan äußere und nicht als Fachmann der Materie. Ich vertraue da ganz auf die Geschäftsführung und insbesondere auf das Präsidium des TSV.

Wo sehen Sie denn die Bayerische in der Stadionfrage? Haben Sie da auch Möglichkeiten?

Wir möchten nicht in dieses politische Fahrwasser hineingeraten. Und deswegen kann ich da immer nur persönliche Meinungen sagen. Ich glaube, für einen Sponsor ist das Sechzgerstadion, so wie es heute angelegt ist, auf Dauer nicht optimal. Wenn es darum geht, VIPs einzuladen, Gäste zu bewirten, dann wäre es im Stadion schon schön, wenn man besondere Bereiche für VIP-Gäste hätte. Dafür ist man auch bereit zu zahlen. Insofern finde ich die Richtung des angedachten Umbaus zunächst einmal gut. Ich finde auch diese Zäune hässlich, ich versteh nicht, wieso man die nicht einfach abmontiert.
Ansonsten glaube ich: Die Lage des Stadions ist herausragend, wenngleich Lärmschutz für die Anwohner sicher ein sehr berechtigtes Interesse darstellt. Wobei ich mir manchmal denke, das Stadion steht dort schon seit bald 90 Jahren und jeder Anwohner hat mit dem Wissen des Stadions dort sein Zuhause gefunden. Giesing wird durch das Grünwalder zu einem besonderen Ort.  Was das Thema Parkplätze angeht, da kann man lange diskutieren. Als die Sechzger Meister wurden, haben das 50.000 Leute live im Stadion verfolgt. Das lässt sich aus guten Gründen leider nie wieder realisieren, aber es zeigt schon, dass die Infrastruktur möglich ist. Da der Trend sowieso vom Auto weggeht, muss es zu schaffen sein, dass Zuschauer, die doch mit dem Auto anreisen, außerhalb parken.
Man sollte aber nicht die elfte Stufe vor der dritten nehmen. Ich finde, die Stadt zeigt Gesprächsbereitschaft. Mir wäre es auch lieber, wenn das Stadion größer wäre. Aber in dieses Fröttmaninger Rund passt Sechzig nicht rein. Vielleicht war das mal eine super-gute Idee, aber es ist nie ein Stadion für Sechzig geworden. Zudem war es auch wirtschaftlich auch nicht der Erfolg, den man sich gewünscht oder erträumt hat.  Da hätte man viele Möglichkeiten, verärgert in den Rückspiegel zu schauen und grantig zu sein, aber es ist Vergangenheit.

Den dritten und letzten Teil dieses Gesprächs lest Ihr dann Morgen Mittag hier auf sechzger.de

 

 

Interview mit MARTIN GRÄFER (“Die Bayerische”) – Teil 1

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dieBayerische Firmenzentrale Logo Sponsor TSV 1860 München Martin Gräfer

Ein verregneter Dienstag Vormittag Ende September im Münchner Südosten: Martin Gräfer, Mitglied im  Vorstand von 1860-Hauptsponsor „Die Bayerische“ empfängt drei Vertreter von sechzger.de in seinem Büro in der Zentrale der Versicherung zum Gespräch – und der Mann hat eine Menge zu sagen.
Weil dem so ist, haben wir uns entschieden, den Mitschnitt des Gesprächs nur geringfügig zu kürzen und die außerordentlich interessanten Gedankengänge von Martin Gräfer mit unseren Lesern zu teilen. Nehmt Euch ein wenig Zeit und lasst Euch von den Überlegungen, den Visionen, aber auch von der Leidenschaft für den Fußballsport und das Versicherungswesen dieses kommunikationsstarken Mannes beeindrucken – wie wir.

 

Wie ist Ihre Biografie als Löwe? Seit wann sind Sie ein Blauer? Gibt es – oder gab es vorher – andere Vereine in ihrem Leben?

Ich bin seit gut zehn Jahren bei der Bayerischen und arbeite in München – und da meine Familie nicht aus Bayern kommt, bin ich also kein geborener Sechzger-Fan.  Vor meiner Zeit hier war ich rund 25 Jahre für ein Kölner Unternehmen tätig und hatte berufliche Stationen in ganz Deutschland. Sei es in Leipzig, Stuttgart , Köln oder eine lange Zeit in Mannheim. Aufgewachsen bin ich im Übrigen in der Kurpfalz. Meine ersten fußballerischen Berührungspunkte hatte ich daher mit dem damals von dem legendären Klaus Schlappner trainiertem Waldhof Mannheim. Allerdings konnten mich die Waldhöfer nicht wirklich begeistern. Dafür aber war ich regelmäßig bei den Mannheimer Adlern und habe mich für Eishockey erwärmt.  Da meine Großeltern in Köln wohnten und Fans des 1. FC Köln waren, habe ich meine fußballerische Liebe zu den Geißböcken entdeckt – nicht immer ein Vergnügen, wenn ich das mal sagen darf. Nun bin ich in München angekommen und fühle mich hier ganz zuhause – und da führt an den Sechzgern einfach kein Weg vorbei: Leidenschaft, Tragödie, Freude und Hoffnung liegen hier so eng beieinander. Und das in Verbindung mit der besonderen Fankultur. Das geht auch mir unter die Haut.

Die Sechzger sind etwas ganz Besonderes,  auch weil ich da einen Zusammenhang sehe zu unserem Versicherungsunternehmen: Die Bayerische hatte 2008/09 auch so eine Art Abstieg (wie die Löwen 2016/2017, d.Red.). 2009, ein Jahr, bevor ich nach München kam, gab es Turbulenzen aufgrund der Kapitalmarktkrise.  Das hat dazu geführt, dass man in einer ähnlichen Situation war wie 1860 nach dem Doppelabstieg 2017: Man musste sich am eigenen Schopf aus dem Morast ziehen. Bei der Bayerischen war es nicht so, dass durch neue Aktien oder Investoren Geld zur reingeholt werden kann, denn die Bayerische gehört als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ihren Mitgliedern – genauso, wie der TSV 1860 als eingetragener Verein seinen Mitgliedern gehört. Und als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit tragen alle in der Gemeinschaft der Versicherten das Risiko im Kollektiv – und damit verteilt man Risiken auf viele Schultern, ganz nach dem Motto „Einer für alle, alle für einen“.

Wäre das im Fußball auch eine gesündere Struktur?

Ich glaube fest daran, dass man erfolgreich im Fußball nur sein kann, wenn man eine echte Anhängerschaft hat – und ja, das ist ganz sicher einer der wichtigsten Werte der Löwen. Nicht zuletzt gehören die Löwen damit zu den mitgliederstärksten Sportvereinen in ganz Deutschland. Und damit vermittelt sich ein besonderes Gefühl. Und offen gestanden ist das auch die Grundlage für den Wert des Vereins, für den Wert der Marke. Die Löwen sind dafür ein herausragendes Beispiel – trotz der wechselhaften sportlichen Erfolge sind die Löwen weiterhin eine der bekanntesten Marken im deutschen Fußball – und bei Kennern auch darüber hinaus. Und das ist wichtig für Sponsoren und Investoren. Wenn du im Stadion an der Grünwalderstraße stehst, da gehen dir die Nackenhaare hoch – ganz ähnlich wie auch in Köln. So oft findet man dieses Gefühl in Fußballdeutschland nicht. Das alleine reicht jedoch nicht, um auf Dauer professionell und erfolgreich auch in den oberen Ligen mitzuspielen. Da braucht es neben Sachverstand auch wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und an dieser Stelle kommen wieder Sponsoren und Investoren ins Spiel.

Wie ging es nach dem „Abstieg“ mit der Bayerischen weiter?

Ab 2010 begann unser Wiederaufstieg. Die Idee war, dass man alles in Frage stellte und völlig neue Weg ging. Deswegen spreche ich auch immer gerne über Kreativität und das wird bisweilen ein wenig belustigt kommentiert. Aber darum geht’s doch im richtigen Leben: Wenn du Probleme hast, die du nicht mit konventionellen Mitteln lösen kannst, dann musst du es auf kreative Art tun. Dinge in Frage stellen, möglichst keine Dogmen haben. Jede Sackgasse beginnt aus meiner Sicht mit einem Dogma, indem man einfach sagt: „Es muss so sein, es kann nicht anders sein.“ Und deswegen denke ich, dass die Sechzger und die Bayerische gut zusammenpassen – nicht nur wegen der langen Historie, sondern auch wegen der jeweiligen Geschichte der jüngeren Zeit. Für uns ist das wirklich eine perfekte Verbindung. Und wenn nun wirklich alle Löwenfans sich auch noch entscheiden, der Bayerischen ihre Versicherungen anzuvertrauen, dann wäre das natürlich noch besser.

Hätten Sie denn bei ihrem Einstieg bei den Löwen im Jahr 2016 geahnt, dass diese beschriebenen Parallelen sich so schnell auftun würden?

Wenn man ehrlich ist, konnte man das durchaus ahnen. Es gab auch Stimmen bei uns im Haus, die von diesem Projekt Sponsoring zumindest am Anfang nicht so begeistert waren – und ganz ehrlich, dazu habe ich auch selbst gehört. Als wir im Jahr 2016 die Diskussion hatten, ob wir bei Sechzig einsteigen wollen oder nicht, ging es der Bayerischen wirtschaftlich schon wieder sehr gut, wir hatten 2012 die Marke geändert, aus „BBV“ wurde seitdem „die Bayerische“. Dann kam diese Idee mit den Sechzgern, die wieder mal in einer Aufbruchphase waren. Mich hat der damalige Geschäftsführer (Markus Rejek, d.Red.) sehr beeindruckt, der damals auch begann, ein Markenprofil für 1860 zu schreiben. Das hat mich total überzeugt.

Leider ist es bis jetzt noch nicht dazu gekommen, dass dieses Markenprofil umgesetzt wurde, vielleicht weil sich einige an der ein oder anderen Formulierung störten. Da war unter anderem ein Attribut für die Löwen drin: Wir sind trotzig! Und ganz ehrlich: Die Sechzger sind doch auch ein Stück weit trotzig. Nur mit Vernunft gäbe es doch zumindest vielleicht den Profifußball in dem Verein gar nicht mehr. Man braucht Emotion. Und trotzig zu sein bedeutet, ein bisschen David zu sein, sich treu zu bleiben und allem Widerstrand zum Trotz dennoch an sich zu glauben. Und da komme ich wieder zu den Parallelen: Auch wir sind in unserer Branche auch ein David. Und unser Goliath spielt in der gleichen Stadt. Aber anders als bei den Sechzgern – die es inzwischen mit der zweiten Mannschaft dieses Goliath zu tun haben – spielen wir gegen die Allianz-Versicherung am gleichen Tisch, nämlich am Tisch unserer Kunden. Wir müssen es deshalb schaffen, gegen Goliath mit Kreativität, Herzblut und einer Extra-Meile unsere Aufgaben zu lösen. So war es auch bei Sechzig und 2016 haben wir gesagt: Das passt sehr gut. Es gab damals hohe Bereitschaft des Großaktionärs zu investieren, was auch geschehen ist – mit allerdings ausbleibendem Erfolg, was ich und meine Kollegen allerdings vorher auch nicht wussten. Und vielleicht erinnert sich noch jeder daran, wie die Geschichte zwischen David und Goliath langfristig ausgegangen ist.

Was uns damals beinahe von einem Einstieg abgehalten hätte, war dieser Unfrieden, der die Jahre davor auch schon geherrscht hatte. Und der übrigens bereits vor 2011 bestanden hat, also bevor Herr Ismaik dazu gekommen ist. Unfrieden begleitet diesen Verein offensichtlich schon sehr lange. Blickt jemand weit zurück und beschäftigt sich mit der Geschichte des Vereins: Schon das Grünwalder Stadion wurde vom Verein gebaut und dann sehr schnell im Rahmen der ersten Beinahe-Insolvenz in den 30er Jahren an die Stadt München verkauft. Daher sind auch wir so froh, dass aktuell eine sehr konstruktive Stimmung zwischen allen Beteiligten herrscht. Und wir hoffen sehr, dass das noch lange so anhält.

Unser Sponsoring hat in dem ersten Jahr in der zweiten Liga sehr gut funktioniert. Wir waren sehr zufrieden mit den gemessenen Marketingwerten. Natürlich waren wir erschüttert über den Abstieg, das schlimme Spiel gegen Jahn Regensburg und dann am Boden zerstört über den Abstieg in Liga 4! Das hatten wir weder eingeplant – und offen gestanden haben wir das auch nicht für möglich gehalten. Wir haben uns dann aber sehr schnell berappelt und uns einstimmig entschieden, den Löwen treu zu bleiben, obschon unser eigentlich mehrjähriger Vertrag mit dem Abstieg aus dem Profifußball beendet wurde.

Und es war wiederum beeindruckend, wie es Daniel Bierofka gelungen ist, aus den Resten der ersten Mannschaft und gemeinsam mit den Leistungsträgern der zweiten Mannschaft ein neues Team zu formen. Ohne Daniel Bierofka wäre das damals ganz sicher nicht möglich gewesen. Die Höhe unseres Sponsorings sollte dazu beitragen, dass die Löwen so schnell als möglich, am besten noch direkt, den Wiederaufstieg in Liga 3 schaffen. Und wir haben gemeinsam mit Michael Scharold versucht, das Beste für unsere Sponsorenziele daraus zu machen. Und besonders toll war zu erleben, dass die meisten und besten Sponsoren auch an Bord geblieben sind. Ein Riesen-Kompliment an das damalige Team von Infront mit Wilson Pearce, Michael Scharold, den Geschäftsführer und natürlich an Daniel Bierofka mit seinem Team.

Aber es war auch klar, dass wir in der 4. Liga auf Dauer kein Sponsor bleiben können, weil die entsprechenden, für einen Sponsor wichtigen Kennzahlen rasch in den Keller gegangen sind. Das mussten wir dann dem Aufsichtsrat der Bayerischen rechtfertigen. Mir persönlich hat es in der 4. Liga viel Spaß gemacht, dabei zu sein, das gebe ich zu. Ich habe mehr Spiele begleitet, als ich vorher in der zweiten oder jetzt in der dritten Liga sehen konnte. Aber das war natürlich keine Perspektive für den Verein und für uns. Die fehlende mediale Präsenz wäre auf Dauer nicht hinnehmbar gewesen.

Wie ist das eigentlich hier im Haus mit der Akzeptanz für das kürzlich nochmal gesteigerte Engagement? Gibt es viele kritische Stimmen oder sieht man den Erfolg dieses Engagements?

Unterm Strich sind wir alle davon überzeugt, dass dieses Sponsoring uns natürlich etwas gebracht hat. Die Bayerische gehört zu den wachstumsstärksten Versicherern in Deutschland. Auch die Corona-Krise überstehen wir nach heutigem Stand wohl sehr gut. Das hat vielleicht nicht in erster Linie etwas mit dem Sponsoring bei 1860 zu tun, jedoch durchaus mit dem neuen Selbstbewusstsein. Und Selbstbewusstsein ist auch im Fußball wichtig. Mit Geld und überzeugenden Ideen kann man andere Persönlichkeiten für den Verein gewinnen und wenn diese Persönlichkeiten ein gesundes Selbstbewusstsein haben, dann sind sie zu anderen Leistungen in der Lage.

Natürlich haben wir in der 2. Liga deutlich mehr investiert als in den letzten Jahren. In der vierten Liga war es von der Höhe des Sponsorings grenzwertig und vielleicht nicht ganz angemessen. Aber wir wollten damals auf keinen Fall, dass der Verein in dieser Liga bleiben muss, also sollte er quasi sofort wieder aufsteigen. Der jetzige Ausbau der Investitionen ist für uns ein ähnlicher Schritt. Auch die dritte Liga bietet keine Dauerperspektive für uns als Sponsor – und wohl auch für die Sechzger nicht.

Eigentlich ist die 3. Liga für keinen Verein eine Dauerlösung – dafür ist sie schlichtweg falsch konstruiert. Diese Fehlkonstruktion ist in meinen Augen gerade vor dem Hintergrund der Attraktivität der Liga unfair und wirtschaftlich nicht zu begründen. Dies zeigt sich allein bei den Einschaltquoten im Fernsehen. Aber es kommt viel zu wenig Ertrag aus den TV-Übertragungsrechten bei den Vereinen an. Ich bin sehr kritisch, was diese DFB-Konstruktion der 3. Liga angeht. Ich bin kein Profi, aber ich könnte mir vorstellen, dass man auch diese Liga professionell in die DFL integriert und hat dann eine wirkliche Dreigleisigkeit des Profifußballs mit einer einheitlichen Vermarktung. Oder man wird sich die Frage stellen müssen, ob eine 3. Liga auf Dauer bundesweit gebraucht wird. Die Vereine haben schließlich nahezu die gleichen Kosten wie in der 2. Liga, aber deutlich darunter liegende Einnahmen.

Es wäre für die Bayerische also wichtig, dass 1860 in die 2. Liga aufsteigt?

Unbedingt! Ich habe mir kürzlich angesehen, wo wir mit unserem Sponsoring beim Vergleich der ersten, zweiten und dritten Liga eigentlich liegen. Unser Einsatz ist mit Abstand der höchste in der dritten Liga – und in der Größenordnung einiger Erstligisten wie beispielsweise Bielefeld oder Union Berlin. Wenn wir mal alles zusammennehmen, was auch unsere Tochtergesellschaften für einen finanziellen Beitrag leisten, dann wäre das in der 2. Liga auf jeden Fall ein Spitzensponsoring. Unser finanzielles Engagement soll dazu beitragen, in den nächsten zwei Jahren die ‚Mission Comeback‘ realistisch zu erreichen. Unsere Erwartungen sind da sicher nicht übertrieben.

Wir glauben, dass für uns das Sponsoring in der 3. Liga mittel- bis langfristig keinen Sinn ergibt und deswegen ist es für uns schon ein Punkt, einen Beitrag zu leisten, damit es weiter nach oben geht. Und immer zu warten, bis jetzt alle kommen und alle sich einigen und befrieden, das bringt nichts. Deswegen hatten wir die Idee, unser Sponsoring aufzustocken – und wir hatten das auch frühzeitig mit den Gesellschaftern und der Geschäftsführung besprochen. Und jetzt ist eine gute Perspektive vorhanden. Wir würden aber auch nicht unruhig werden, wenn nicht sofort in dieser Saison eine Siegesserie zu sehen wäre oder der Aufstieg sofort gelingt.

Wir haben großen Respekt vor der Arbeit des sportlichen Teams unter der Leitung von Michael Köllner und Günther Gorenzel. Und auch wenn wir die Ambition haben, dieses Ziel zu unterstützen, so haben wir weder Forderungen gestellt noch mischen wir uns in deren Arbeit ein. Wir freuen uns über jeden Sieg, jedes erkämpfte Unentschieden und sind auch begeistert, wenn man leidenschaftlich gekämpft hat, aber vielleicht doch knapp unterlegen ist. Der Erfolg im Fußball ist nicht wirklich kurzfristig planbar. Da braucht es auch Ruhe und Bedacht. Es geht nicht um eine Saison allein, es geht um einen mittelfristigen Weg.

Teil 2 dieses Gesprächs lest Ihr heute Nachmittag gegen 17.00 Uhr hier auf sechzger.de

Sechzig um Sieben: VIP-Karten-Verlosung + Gräfer-Interview + Löwen-Spielplan

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Guten Morgen Löwenfans,

kommen wir noch einmal zur gestrigen VIP-Karten-Verlosung, die wir leider absagen mussten bzw. diese aus “Goodwill” beendet haben: Halten wir als erstes fest, dass die Rechtslage folgende ist:

1. Die Vereine hatten sich darauf verständigt, keine Karten an Gästefans zu verkaufen. Dies hat und hatte vor allem den Hintergrund, Reisewege durch die Republik in Zeiten der Pandemie zu verhindern.

2. Es gab und gibt für Unterhaching keine Auflagen, keine Gästefans zuzulassen.

Dementsprechend war die Verlosung zweier VIP-Karten rechtlich vollkommen korrekt und wir  haben diese lediglich aus gutem Willen beendet, weil die Spielvereinigung Angst hatte dass sich das auf zukünftige Spiele negativ auswirkt.

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Bessere Nachrichten: Interview mit Martin Gräfer: sechzger.de traf sich mit dem Vorstandsvorsitzendem unseres Hauptsponsors zum ausführlichen Gespräch. Ab 11 Uhr hier auf dieser Seite.

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Noch einmal kurz zurück zum Unterhaching-Spiel: Wir finden die Entscheidung mit Zuschauern zu spielen richtig – und können das auch begründen:

https://sechzger.de/fussball-mit-zuschauern-trotz-corona-respekt-unterhaching-eine-entscheidung-mit-weitsicht/

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Die erste Mannschaft der Löwen spielt am Montag in Unterhaching – sechzger.de tickert wie bisher bei jedem Auswärtsspiel in dieser Saison wieder live aus dem Stadion – die anderen Löwen-Mannschaften spielen quasi das ganze Wochenende, im übrigen überwiegend vor Zuschauern: Den genauen Plan findet ihr hier:

https://sechzger.de/loewen-spielplan-vom-wochenende-23-26-10/

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Die erste Mannschaft der Löwen trainiert am heutigen Tag auch – und zwar am Vormittag. Hier sind natürlich – wie bei der U17 – keine Zuschauer zugelassen.

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Auf das Interview mit Martin Gräfer haben wir weiter oben schon einmal hingewiesen – und machen es an dieser Stelle noch einmal: 11:00 Uhr, sechzger.de

Sechzig@18:60: Lex verletzt +++ Haching-1860 vor Zuschauern +++Corona-Absage bei TürkGücü

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Ein ereignisreicher Löwentag geht zu Ende. Es begann damit, dass Lukas Friedrich aus der U17 für den DFB-Lehrgang in Malente Ende Oktober eingeladen wurde. Hoffentlich das nächste Talent, dass in ein paar Jahren den Sprung zu den Profis und womöglich noch weiter schafft.

Löwenrunde mit Michael Köllner

Dann stand die Löwenrunde mit Michael Köllner an. Hier wurde bekannt gegeben, das Stefan Lex leider verletzt für das Auswärtsspiel im bobfahrenden Dorf ausfällt. Spannend wird sein, wen Michael Köllner als Ersatz aufstellen wird. Während der PK ließ er sich das jedenfalls nicht entlocken. Eine Zusammenfassung findet Ihr bei uns oder Ihr schaut Euch nochmal die gesamte Runde im Löwen-TV an. Dieses Mal ist niemand mit Hut und Sonnenbrille zu sehen. So viel sei vorab verraten.

Zuschauer erlaubt in Haching am Montag

Kurz nach 14h kam dann eine elektrisierende Nachricht: Unterhaching bekam Genehmigung, das Spiel am Montag gegen uns mit 10% der Stadionkapazität durchführen zu dürfen. Natürlich steht die Genehmigung unter Vorbehalt. Karten sind leider Haching-Mitgliedern vorbehalten. Einen Kommentar dazu findet Ihr hier. Sechzger.de wollte für das Spiel 2 VIP-Tickets verlosen, leider mussten wir die Aktion stoppen. Obwohl die Tickets explizit für eine Verlosung angefragt wurden, wurden wir gebeten, diese stoppen, um keine Zuschauer aus der Stadt München anzulocken und das Infekionsgeschehen weiter negativ zu beeinflussen. Dem folgen wir natürlich gerne, um die Austragung  vor Zuschauern nicht zu gefährden.

Löwenspielplan für’s Wochenende

Außerdem stehen von der U10 bis zu den Profis wieder jede Menge Spiele der Löwen an. Eine Übersicht samt der aktuell zugelassenen Zuschauer findet Ihr hier. Falls Ihr ein Spiel besuchen wollt, checkt bitte kurzfristig nochmal ab, ob sich die Regeln nicht doch noch kurzfristig geändert haben.

Neu gestylte Kabinen der U17

Die U17 gewährte erstmals Einblick in die frisch von den Unternehmern für Sechzig Christian Dierl und Emanuel Tippelt renovierten Kabinen: hier gibt’s die Bilder.

Corona-Absage in Liga 3

Sicher abgesagt ist das Spiel von Türk Gücü in Zwickau am Samstag auf Grund von drei positiv getesteten Spielern der Emporkömmlinge aus unserer Stadt. Da TürkGücü bereits nach Zwickau gereist ist, befindet sic nun der gesamte Kader von 18 Spielern dort in Quaratäne. Wir sind gespannt, wann und wie die wieder nach Hause kommen. Bei unserem letzten Gegner wurde (nur) Steven Zellner positiv getestet. Das Spiel der Saarbrücker gegen Verl soll daher wie geplant stattfinden.

Expertentipps

Bei liga3-online.de tippt wieder ein Experte die Spiele vom Wochenende. Ausgerechnet dieses Mal ist der Ex-Löwe und aktuelle Haching-Spieler Markus Schwabl dabei. Er tippt für das Spiel am Montag 2:1 für seine aktuelle Mannschaft. Bei Liga-drei.de tippt Lumpi Lambertz 1:2 für uns.

Großes Interview mit Martin Gräfer ab morgen

Unsere Redaktion hat sich mit Martin Gräfer, dem Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen, zu einem ausgiebigen Interview über die aktuelle Situation bei Sechzig getroffen. Ab morgen um 11h steht der erste Teil hier auf Sechzger.de zum Lesen bereit.

Fußball mit Zuschauern trotz Corona: Respekt, Unterhaching! Eine Entscheidung mit Weitsicht

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Bleiben die Kurven auch nach Corona leer? 1860
"Fußball gehört den Fans" - Bild von Anne Wild

Ein Kommentar von Stephan Tempel

Für das Spiel am kommenden Montag “Spielvereinigung Unterhaching – TSV 1860 München” sind zumindest – Stand jetzt – 1400 Zuschauer zugelassen worden.

Sicherlich: Einigen wird es komisch vorkommen, dass in Zeiten von Corona und steigenden Fallzahlen ein Fußballspiel mit Zuschauern stattfindet. Einige werden wieder von einer Sonderrolle für den Fußball sprechen – das Gegenteil war bislang der Fall, zumindest in München und Umgebung:

Während am vorletzten Wochenende es kein Problem war, dass in der Staatsoper München 500 Zuschauer am Samstag Abend „Tosca“ beiwohnen konnten, mussten sowohl die Anhänger von den Löwen im Sechzgerstadion als auch die von TürkGücü im riesigen Olympiastadion draußen bleiben.

Die große Anzahl der Virologen ist sich einig: Unter freiem Himmel findet eine Übertragung des Corona-Virus nicht statt. Mit Mund-Nasen-Bedeckung und bei entsprechendem Abstand gleich zweimal nicht. In der restlichen Republik finden seit Wochen Fußballspiele mit bis zu 7500 Zuschauern statt – Infektionen oder gar Superspreader-Events sind dadurch bislang nicht bekannt geworden. Zum Glück.

Corona wird uns noch viele Monate begleiten. Es wird weder zum 1. November, noch zum neuen Jahr wie von Geisterhand verschwinden. Wir müssen lernen mit dem Virus zu leben. Sicherlich: Auf volle Stehplatzblöcke, Auswärtsfahrten im Bus, ausgiebige Siegesfeiern werden Fußballfans noch lange verzichten müssen – und dafür hat auch jeder Verständniss.

Aber die pure Anwesenheit mit ausreichend Abstand in einem Fußballstadion ist sicherlich nicht gefährlicher als die Anwesenheit in einer Oper, einer Kirche oder auf der Auer Dult oder einem Weihnachtsmarkt – und auch nicht überflüssiger: Auch hier hängen Arbeitsplätze daran – und wir reden nicht nur von gutbezahlten Fußballprofis, sondern auch vielen Vereinsangestellten die mit der Organisation der Spiele beschäftigt sind bis hin zum Ordner und Bratwurstverkäufer.

Für die Fernsehübertragungen macht es unserer Meinung nach einen großen Unterschied, ob ein Stadion komplett verwaist ist oder wenigstens zehn oder zwanzig Prozent der Plätze besetzt sind. Auch die Geräuschkulisse ist eine andere.

Schön, dass in Unterhaching bzw. beim zuständigen Landratsamt eine Entscheidung getroffen wurde, von der keinerlei Gesundheitsgefährdung ausgeht und die für die Vereine und Fußballfans zugleich ein kleines Fünkchen Hoffnung beinhaltet.

Man darf nicht vergessen: Die Fußballfans – vom Allesfahrer bis hin zu den oft gescholtenen Ultras haben sich bislang vorbildlich verhalten, die Regeln befolgt und sind den Stadien ferngeblieben. Die Möglichkeit ein Spiel mit ausreichend Sicherheitsabstand live verfolgen zu können haben sie sich redlich verdient.

Wollen wir hoffen, dass sich die Landeshauptstadt München ein Beispiel daran nimmt und zukünftig auch 6 Kilometer weiter Fußballspiele zumindest vor ein paar Zuschauern stattfinden werden.

PK aktuell: Lex fehlt in Haching +++ Steinhart zurück +++ (K)ein Schlüsselspiel

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Freitag Mittag heißt beim TSV 1860 LÖWENRUNDE. Die Spieltagspressekonferenz, die – aufgrund des Montagsspiels – mit größerer zeitlicher Distanz zum nächsten, als zum letzten Auftritt der Löwenprofis stattfand, bot auch heute wieder allerlei Interessantes. Michael Köllner zu lauschen und sich mit ihm auszutauschen, ist tatsächlich jede Minute Wert. Insofern legen wir Euch an dieser Stelle sehr gerne den offiziellen Youtube-Kanal LÖWEN.TV ans Herz, wo Ihr die heute fast 50minütige Veranstaltung nachhören könnt, sobald sie dort bereitgestellt wird.

Natürlich ging es in der LÖWENRUNDE auch nochmal um die unglückliche Niederlage gegen den 1. FC Saarbrücken, mit der sich das Team gestern “konstruktiv und inhaltlich” auseinandergesetzt hat. Eigene Fehler wurden erkannt und man müsse sich laut Köllner bei der Aufarbeitung dieser Niederlage “an die eigene Nase fassen”. Als “Duell der Deprimierten”, wie es eine Münchner Zeitung bezeichnet hat – nachdem ja die SpVgg Unterhaching sogar mit zwei Pleiten im Rucksack in das Duell am Montag Abend geht – möchte der Löwencoach das Aufeinandertreffen aber nicht wirklich bezeichnen. Natürlich war man bei den Löwen nach dem Mittwochsspiel enttäuscht, aber es ginge genau darum, die Depression zu überwinden. “Ein deprimierter Spieler wird sich verletzten und ein deprimierter Trainer hat keine Chance auf Erfolg!” Nachdem seine Spieler heute einen freien Tag genießen, richtet sich der Blick nun nach vorn.

Im Hinblick auf das Spiel im Sportpark am Montag ist die wichtigste Nachricht, dass Stefan Lex wegen muskulärer Probleme aus dem Saarbrücken-Spiel pausieren wird. Michael Köllner geht aber davon aus, dass der gebürtige Erdinger zum Heimspiel gegen Duisburg wieder zur Verfügung steht. Als Alternative sieht der Löwencoach Martin Pusic, Fabian Greilinger oder den jungen Johann Djayo Ngounou, ließ sich erwartungsgemäß aber nicht entlocken, wer letztlich den Zuschlag als Lex-Ersatz erhält. Philipp Steinhart kehrt – trotz der guten Leistung, die sein Ersatz Leon Klassen auch aus der Trainer-Sicht gegen die Saarländer bot – wieder zurück auf die linke Verteidigerposition. Für die grundsätzliche Frage, ob der Kader der Löwen möglicherweise für die Ligaspitze dauerhaft zu schmal sei, wie zuletzt von einem TV-Reporter thematisiert wurde, hat Michael Köllner Verständnis: “Wenn man von außen auf den Kader blickt, dann ist dieser Eindruck nicht abwegig.” Bei 16 im Sommer abgegebenen Spielern läge so eine Einschätzung in der Natur der Sache. Auch die bei 1860 bekannten finanziellen Schwierigkeiten der letzten Jahre würden zu so einer Wahrnehmung führen. “Wenn man unseren Kader realistisch betrachtet, haben wir eine junge spannende Mannschaft, die entwicklungsfähig ist. Was am Ende der Saison dann rauskommt, dass weiß keiner.” Mit dem guten Saisonstart und dem aktuellen Platz drei habe man natürlich Erwartungen geweckt, die man aber immer realistisch einordnen müsse.

Die beliebte Phrase vom Schlüsselspiel, das am Montag im Hachinger Sportpark womöglich auf beide Teams zukommt, beantwortete Köllner mit einem klaren “Ja und Nein”. Zwar sei seit seinem Antritt an der Grünwalder Straße – insbesondere in der medialen Darstellung – irgendwie jedes Spiel ein Schlüsselspiel, aber vollständig wollte er die richtungsweisende Bedeutung der Partie nicht zurückweisen. Unter dem Strich verwies er aber – in gewohnt entspannter Manier – auf 38 Spiele, für die es jeweils drei Punkte gäbe. Dass die Ausbeute der englischen Woche mit nur einem Zähler Köllner zu wenig war und man am Montag daher schon unbedingt weitere Punkte holen wolle, sei aber auch klar.

Das sehen wir genauso!

Ein Blick zurück: Pokal-Aus beim FC Oberau 1927

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TSV 1860 Löwen Historie

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Gleich drei Spieler, die einige Jahre später Deutscher Meister und Pokalsieger werden und das Europapokal-Finale erreichen sollten, standen heute vor 60 Jahren auf dem Platz, als der TSV 1860 München Opfer einer Pokalsensation wurde und sich völlig überraschend dem FC Oberau 1927 mit 2:3 geschlagen geben musste.

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Natürlich gingen die Löwen um Manni Wagner, Fredi Heiß und Rudi Brunnenmeier als haushoher Favorit in die Partie gegen den um drei Spielklassen tiefer angesiedelten Gegner aus dem Werdenfelser Land. Dieser hatte in der Vorrunde Mannschaften wie den FC Garmisch-Partenkirchen, den SV Shell München (heute: FC Eintracht München), den TSV 1865 Dachau, Hertha München und den SV Daglfing ausgeschaltet und rechnete sich gegen den übermächtigen Gegner aus der Landeshauptstadt (damals waren die Löwen ja auch noch sportlich die Nummer 1 in München!) kaum eine Chance aus.

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Doch an diesem Sonntag Nachmittag waren die vermeintlich Kleinen am Sportplatz am Gießenbach plötzlich ganz groß und spielten sich geradezu in einen Rausch. Schon zur Pause führten die Außenseiter mit 1:0 und ließen nach dem Seitenwechsel (60. & 76. Minute) zwei weitere Treffer folgen. Die 2.400 Zuschauer (übrigens mehr als der Ort Einwohner hatte) waren aus dem Häuschen und feuerten ihre Mannschaft frenetisch an.

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Der damalige Verteidiger der Oberauer, Anton Hibler, erinnert sich: “Die Sechziger haben gedacht, die fahren da her und hauen uns den Kasten voll.”
Aber es kam ganz anders und auch die späten Tore von Höck (86.) und Brunnenmeier (88.) änderten nichts am blamablen Ausscheiden des TSV 1860 in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals.

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Doch auch für den FC Oberau 1927 war die Freude nur von kurzer Dauer: In der 2. Runde des Pokals war für die Männer aus der Zugspitzregion gegen den SSV Ulm 1846 Endstation.

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Einen ausführlichen Bericht zum bedeutendsten Spiel der Vereinsgeschichte des FC Oberau 1927 findet ihr in der heutigen Printausgabe des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts und auch online ist der Artikel verfügbar. Ein herzliches “Vergelt’s Gott” auch, dass wir das untestehende Bild (Fotograf: Alexander Kraus) nutzen dürfen.

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Fotograf: Alexander Kraus

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Löwen-Spielplan vom Wochenende (23. – 26.10.)

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Die erste Saisonniederlage der Profis (1:2 gegen den 1. FC Saarbrücken) ist gerade verdaut, da steht auch schon der nächste Spieltag an. Am Montag gastieren die Löwen zum S-Bahn-Derby bei der SpVgg Unterhaching und wollen das Erfolgserlebnis aus der Vorsaison (3:2 in letzter Minute) mit Sicherheit liebend gerne wiederholen. Doch auch etliche weitere Mannschaften des TSV 1860 sind am Wochenende im Einsatz, z.B. die U17 (mit Neu-Nationalspieler Lukas Friedrich), die ihren Lauf in der Bundesliga fortsetzen möchte.

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Sa, 24.10.20, 09:30 Uhr: ASV Dachau – U10, Jugendsportanlage Dachau
Sa, 24.10.20, 11:00 Uhr: U17 – Darmstadt 98, Trainingsgelände Platz 5, KEINE ZUSCHAUER!
Sa, 24.10.20, 13:00 Uhr: SpVgg Greuther Fürth – U15, Sportanlage Kronacher Hard
Sa, 24.10.20, 14:00 Uhr: U14 – 1. FC Nürnberg, Trainingsgelände Platz 2, max. 200 Zuschauer
Sa, 24.10.20, 14:30 Uhr: TSV Kottern – U21, ABT-Arena Durach
Sa, 24.10.20, 16:15 Uhr: 4. Mannschaft – FC Viktoria München, Sportanlage St.-Martin-Straße
Sa, 24.10.20, 17:00 Uhr: U13 – SpVgg Greuther Fürth, Trainingsgelände Platz 2, max. 200 Zuschauer

So, 25.10.20, 11:00 Uhr: FC Ingolstadt 04 – U16, BSA Ingolstadt Süd-Ost
So, 25.10.20, 13:30 Uhr: U9 – SpVgg Haidhausen, Trainingsgelände Platz 2, max. 200 Zuschauer
So, 25.10.20, 15:00 Uhr: U12 – DJK Ingolstadt, Trainingsgelände Platz 2, max. 200 Zuschauer
So, 25.10.20, 17:00 Uhr: U11 – SB C. Traunstein, Trainingsgelände Platz 2, max. 200 Zuschauer

Mo, 26.10.20, 18:60 Uhr: SpVgg Unterhaching – Profis, Sportpark Unterhaching

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Viel Erfolg, Jungs!

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