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Sechzig um Sieben: Der Fußball, den wir lieben?!

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Europas 3.Liga
Wie die Sportschau gestern berichtete, plant die UEFA die Einführung eines weiteren Wettbewerbs. Nach der Nations League, die in Corona-Zeiten unverantwortlich weitergespielt wird, soll im Sommer 2021 die Europa Conference League starten. Der Plan sieht Änderungen an der bestehenden Europa League vor, welche für manche Länder zu großen Einschneidungen führen werden. Hauptanpassung ist die Reduzierung von aktuell 48 auf dann 32 teilnehmende Mannschaften. Von Kritikern wird dieser Wettbewerb als eine Vorstufe für die angedachte Superliga gehandelt. Ein weiterer Schritt, der dazu führen wird, dass uns zukünftig tagtäglich Fußball serviert werden kann. Doch den Fan fragt die UEFA bei solchen Entscheidungen grundsätzlich logischerweise nicht. Die ersten Reaktionen in den sozialen Medien lassen erahnen, dass der Großteil einen solchen Wettbewerb nicht wünscht. Es geht ja dabei vor allem nur um das liebe Geld, was dem Fußballromantiker herzlich egal ist. Das alles sorgt dafür, dass es mehr und mehr der Fußball wird, den ich (oder wir?) nicht mehr liebe.

Entgegen der Überschrift ist eine Teilnahme von wirklichen Drittligisten übrigens nicht vorgesehen, sodass wir weiterhin auf eine Reise ins Ausland mit den Löwen verzichten müssen. Aber hierfür sollte es mit Testspielen ja durchaus die Möglichkeit geben, uns diesen kleinen Traum zu erfüllen. 🙂

Fanforscher zu den Folgen von Corona
Passend dazu beschäftigen sich Fanforscher gerade mit der Frage, ob die Fans nach der Corona-Pandemie wieder zurück in die Stadien kehren. Bereits bei einigen Spielen mit Zuschauerbeschränkungen waren die verfügbaren Plätze teilweise nicht ausverkauft. Die laufende Umfrage des mdr, ob man wieder ins Stadion gehen möchte, beantwortet ein Großteil (36 %) mit der Antwort “Ja, aber ich bin mit den aktuellen Entwicklungen (im Fußball) unzufrieden”. Da könnte sich die UEFA ja mal angesprochen fühlen… Es gibt allerdings auch Meinungen wie die vom bekannten Fanforscher Pilz, der trotz allem von vollen Stadien in der Zukunft ausgeht. Es bleibt spannend, ob beispielsweise das künstliche Aufblähen der europäischen Wettbewerbe dazu führen wird, dass sich Fans vom Fußball abwenden werden.

Neuer Löwenfreund
Zurück zu Themen, die unsere Löwen direkt betreffen: Mit dem Unternehmen Elektro Ammon aus Neufahrn (bei Freising) konnte Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer ein weiteres Unternehmen als neuen Löwenfreund begrüßen. Toll, dass selbst in diesen schwierigen Zeiten neue Sponsoren akquiriert werden können!

Training
Die Löwen trainieren heute am Vormittag.

3.Liga
Heute stehen zwei Nachholspiele auf dem Programm: Halle trifft auf Unterhaching (8.Spieltag), Rostock empfängt Türkgücü München (9.Spieltag). Anpfiff ist in beiden Fällen um 18:60 Uhr.

Sechzig@18:60 – Zwei Spiele Sperre für Dressel – korrekt laut Rafati ++ 1860-Kompendium bestellbar

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Am heutigen Tage wurde die Sperre für Dennis Dressel vom DFB-Sportgericht festgelegt & verkündet: Es bleibt bei der Mindeststrafe von zwei Spielen für die rote Karte, die sich Dennis gegen Türkgücü abgeholt hat. Laut dem ehemaligen Fifa-Schiedsrichter Babak Rafati eine korrekte Entscheidung – so er in seiner Analyse für liga3-online.de.

Allerdings hätte er auch bei der strittigen Hand-Szene auf Elfmeter für 1860 entschieden – und Gelbe Karte für Stangl in dieser Situation.

Interessant: Alexander Sorge (bereits mit gelber Karte verwarnt) hätte Rafati für seinen Luftangriff gegen Sascha Mölders nicht vom Platz gestellt – das haben viele vor den TV-Geräten anders gesehen. Mich hat dieser Ellbogen-Sprung an das WWF-Wrestling der früheren Tage erinnert, aber gut…

https://www.youtube.com/watch?v=nDIu1A1UNwI

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Das Löwen-Kompendium ist DAS unverzichtbare Nachschlagwerk für jeden Löwen-Fan in Statistik-Fragen – und erscheint bereits zum dritten mal. Wir haben heute bereits darüber berichtet und können dem Kauf jeden Löwen-Fan nur ans Herz legen:

1860-Kompendium bestellbar

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Lebensmitglied Richard Süßmeier – der ehemalige Sprecher der Münchner Wiesnwirte – ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Ruhe in Frieden.

Richard Süßmeier gestorben

Jetzt bestellbar: Das Löwen Kompendium (3. Auflage)

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756 Seiten geballte Löwen-Statistik – das ist das Löwen Kompendium von Thorsten Ruinys, dessen dritte Auflage seit heute direkt beim Verlag bestellt werden kann. Kostenpunkt: 59,90 €!

Der Autor beschränkt sich in seinem Werk jedoch nicht nur auf die nackten Ergebnisse, sondern gibt auch Spieldaten, Aufstellungen, Spielorte, Karten etc. an, soweit er diese historischen Daten nachverfolgen konnte. Bei ca. 120 Jahren Fußball-Geschichte bei den Löwen kein einfaches Unterfangen, für Ruinys aber eine Herzensangelegenheit…

Ein Traum für Statistik-Freaks und Fans des TSV 1860! Und bald ist ja Weihnachten… Aber Achtung: Das Buch ist in einer Auflage von nur 100 Stück erschienen, man sollte also nicht zu lange mit der Bestellung warten!

Und nicht vergessen: Auch auf sechzger.de findet Ihr einen ausführlichen Statistik-Teil, den Ihr sogar aktiv mitgestalten könnt. Hier könnt Ihr Eure besuchten Spiele eintragen, Fotos hochladen und noch Vieles mehr.

Nach Rot gegen Türkgücü: Zwei Spiele Sperre für Dressel

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Der TSV 1860 hatte zwar Einspruch eingelegt, doch es half alles nichts: Dennis Dressel wurde nach seinem Platzverweis am vergangenen Samstag gegen Türkgücü vom DFB-Sportgericht wegen “rohen Spiels” mit der Mindeststrafe von 2 Spielen belegt.

Der Mittelfeldspieler, der in dieser Saison bereits sechs Tore für die Löwen erzielte, fehlt demnach am Samstag bei Viktoria Köln und beim darauffolgenden Heimspiel gegen Waldhof Mannheim (12.12.).

Sechzig um Sieben: Neues am 01.12.2020

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Löwen Sechzig um Sieben

Heute geht sie los, die stade Zeit. Genau genommen markiert vermutlich der erste Advent den Beginn, aber mit dem Öffnen von Türchen Nummer 1 kommt die Stimmung ja dann doch erst so richtig auf. Viel lieber wäre uns allerdings zurzeit wieder etwas Stadionzeit… Da dass aber noch einige Zeit dauern wird, müsst ihr mit Fernsehen, Radio und uns vorlieb nehmen. 🙂

Adventskalender
Bei den Löwen werden ab heute auch die Türchen geöffnet, jeden Tag gibt es dank Hauptsponsor die Bayerische etwas zu gewinnen. Was müsst ihr tun, um teilzunehmen? Dem Instagram-Kanal @sechzgerrudel folgen, die täglichen Beitrage liken und zusätzlich in den Kommentaren angeben, wieso ihr gewinnen möchtet. Los geht´s!

Fotogalerie
Gestern haben wir euch noch mit ein paar Eindrücken rund um das Spiel gegen Türkgücü versorgt. Zu unserer großen Freude konnte nach einem Spiel Pause die Reiterstaffel wieder in Giesing erblickt werden.

Training
Nachdem am Montag frei war, geht es heute auch für die Profis weiter. Am frühen Nachmittag wird es eine Einheit geben, der Blick richtet sich dabei auf das kommende Spiel in Köln (Samstag, 14:00 Uhr).

Ergebnis 3.Liga
Gestern Abend stand noch ein Spiel des 13.Spieltags auf dem Plan. Dabei konnte der nominelle Tabellenletzte SV Meppen zuhause etwas überraschend mit 2:0 gegen Ingolstadt gewinnen. Während die Gäste den Sprung an die Tabellenpitze damit verpasst haben, können die Emsländer die rote Laterne noch nicht abgeben. Hauptgrund hierfür ist aktuell, dass noch drei Nachholspiele absolviert werden müssen.
Was bei Meppen aktuell am extremsten zu beobachten ist, wird langsam aber sicher zu einem Problem: das für heute angesetzte Nachholspiel zwischen Verl und Zwickau musste aufgrund von Corona-Fällen bei den Sachsen erneut verschoben werden. Das gesamte Team steht vorerst unter Quarantäne. Es ist bereits das 12. Mal, das ein Spiel in der 3.Liga verschoben werden muss.

Fotogalerie: TSV 1860 München vs. SV Türkgücü München

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Servus Löwen- und Reiterstaffel-Fans,

vom Wochenende gibt’s heute wieder die Fotos zum Spiel unserer Löwen gegen Türkgücü München.

Nachdem beim letzten Heimspiel unser “Pferdl-Lauf” gerissen ist, war gegen Türkgücü aufgrund der Brisanz dieses von vielen Medien aufgrund des ansonsten relativ langweiligen Spieltags zum “Derby” hochstilisierten Spiels endlich wieder die sogar im Ausland für ihr “Hooligantraining” bekannte Reiterstaffel im Einsatz. Die Erfahrungen des Corona-Jahres 2020 zeigen ja, dass bei unseren Heimspielen mit allen möglichen Schandtaten der Fanszene zu rechnen ist! Zum Spiel selber möchten wir Euch auch natürlich nochmal die TAKTIKTAFEL: Nachbetrachtung TSV 1860 München – SV Türkgücü München an’s Herz legen. Hier ging es diesmal leider nicht ohne Schiri-Schelte – zu Recht!

Weiterhin gab es heute noch folgende Meldungen:

Heute vor 54 Jahren: Real Madrid – TSV 1860 München

eSports bei den Löwen: Jetzt auch FIFA 21 bei PENTA 1860

Nachwuchsleistungszentrum: Juniorenkalender 2021 erschienen

Nun aber zu den Bildern:

Heute vor 54 Jahren: Real Madrid – TSV 1860 München

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TSV 1860 Löwen Historie

Heutzutage erscheint die Begegnung nahezu undenkbar, doch vor 54 Jahren gastierten unsere Löwen vor 80.000 Zuschauern im Estadio Santiago Bernabéu und unterlagen Real Madrid nach hartem Kampf mit 1:3.

Alles hatte so gut begonnen in diesem Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister: Das Hinspiel entschied der TSV 1860 in Giesing durch einen Treffer von Küppers mit 1:0 für sich und auch in Madrid wähnte man sich auf einem guten Weg, als Rudi Brunnenmeier nach einer Viertelstunde zur Führung traf.

Doch die Königlichen schlugen eiskalt zurück und glichen zehn Minuten später durch Grosso aus. Und wäre natürlich ein Treffer von Grosser lieber gewesen, aber das nur am Rande…

Noch vor der Pause brachte Veloso die Madrilenen in Führung, was nach der damaligen Regelung ein Entscheidungsspiel zur Folge gehabt hätte, da es die Auswärtstorregel in ihrer heutigen Form im Jahr 1966 noch nicht gab.

Leider kam es anders: 1860 geriet immer mehr unter Druck und Pirri erzielte in der 52. Minute das entscheidende 3:1, dem die Löwen nichts mehr entgegenzusetzen hatten.

Was bleibt, sind Erinnerungen und dieses wunderschöne Andenken, das die Abteilung Vereinsgeschichte des Vereins ihr Eigen nennt.

eSports bei den Löwen: Jetzt auch FIFA 21 bei PENTA 1860

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Du bist Löwenfan und FIFA ist Deine Passion? Dann hast Du jetzt endlich die Möglichkeit, Deinen Verein zu vertreten und für PENTA 1860 in der eSports-Sparte des TSV 1860 e.V. anzutreten!

Wie die Löwen heute bekanntgaben, wird zukünftig neben League Of Legends (LOL) auch FIFA 21 gezockt. Aus diesem Grund sucht der Verein ambitionierte Spieler, die dem neuen Pro Club Team beitreten und Geschichte schreiben wollen.

Bei Interesse, wendet Euch bitte direkt an PENTA 1860 und zwar hier: Klick mich!

 

Unser Beitragsbild stammt (mit Genehmigung) von der Homepage des Vereins.

TAKTIKTAFEL: Nachbetrachtung TSV 1860 München – SV Türkgücü München

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL Nachbetrachtung des Spiels TSV 1860 München gegen den SV Türkgücü München.

In einem rassigen, kampfbetonten und emotionalen Spiel, das mit benachteiligenden Schiedsrichterentscheidungen für den TSV 1860 München gespickt war, trafen zwei gleichwertige Mannschaften aufeinander. Sechzig spielte im bekannten 4-1-4-1, Türkgücü trat mit einem 4-1-3-2 an. Leichte Feldüberlegenheiten seitens Türkgücü machten die Löwen bis zur ominösen roten Karte gegen Dennis Dressel durch gutes Stellungsspiel und präzises Agieren beim Passspiel wett. Nach der roten Karte wurde durch Kampf und Einsatzwillen ein Punkt über die Zeit gerettet.

So lässt sich dieses Spiel in drei Teile aufteilen. Die erste Viertelstunde, ab Minute 16 bis zur roten Karte und nach der roten Karte.

Die erste Viertelstunde

Türkgücü übernahm das Kommando, der TSV 1860 ließ den Gegner kommen und war in dieser Phase optisch deutlich unterlegen. In der Staffelung der beiden Ketten mit Daniel Wein dazwischen gab es für die Spieler des SVTG wenig Räume, um gefährlich zu werden. Die meist durch das Zentrum vorgetragenen Angriffsbemühungen konnten von der kompakten Löwendefensive spätestens an der Grenze zum Strafraum unterbunden werden. Der einzigen Schüsse, die Türkgücü in dieser Zeit abfeuerte, kamen aus großer Entfernung und waren keine Gefahr für den Kasten von Hiller.

Das zeigt deutlich, wie gut vom TSV 1860 gegen den Ball gearbeitet wurde. Es kam also, wie so oft, zu vielen Rück- und Querpässen beim Gegner der Löwen, die in Summe die höhere Quote im Ballbesitz zu diesem Zeitpunkt recht deutlich erklären.

Türkgücü spielte bei Ballverlust mit teilweise extremem Pressing gegen den Ball, was vor allem in der ersten Viertelstunde nicht viele Offensivaktionen für die Löwen zuließ. Die wenigen Ausflüge der Sechzger in des Gegners Hälfte wurden bereits weit vor dem Sechzehner der Perlacher zum Erliegen gebracht. So konnte der TSV 1860 während der Eröffnungsphase nicht einen einzigen Positionsangriff oder Konter zu Ende spielen, Türkgücü hingegen hat mit immerhin acht ausgespielten Angriffen für diese kurze Zeit eine ziemlich gute Ausbeute eingefahren.

Die Statistiken der ersten Phase

  • Schüsse 0:2
  • Ballbesitz 35% : 65%
  • Passquote TSV 1860 76% Türkgücü 85%
  • PPDA (zugelassene Pässe pro defensiv Aktion) TSV 1860 12; Türkgücü 4,5

Der Spielabschnitt bis zur roten Karte

Nach den ersten fünfzehn Minuten bekamen die Löwen das Spiel jedoch besser in den Griff. Der TSV 1860 bekam nun sowohl spielerisch als auch kämpferisch die Beine immer besser auf den Boden. Die Laufwege der Löwenspieler wurden besser. Pässe hinter die Pressinglinien der Türken kamen an, somit konnte der TSV 1860 mit dem Raum der sich dadurch ergab ab diesem Zeitpunkt mehr für die Offensive tun als der Gast. Die Muster blieben dennoch gleich. Türkgücü presste generell hoch und versuchte damit Druck auf die Löwen aufzubauen. Der TSV war etwas mehr auf Sicherheit bedacht und schob in nur wenigen Situationen die Pressinglinie an den gegnerischen Strafraum. Im Umschaltspiel setzten die Sechzger auf eine Mischung aus Konterfußball und Positionsangriffen. Die Türken trugen nur Positionsangriffe vor, Konterangriffe ließen die Löwen nach Ballverlust schlichtweg nicht zu. Das gegen den Ball auf Sicherheit bedachte Spiel des TSV war auch eine durchaus vernünftige Vorgehensweise, denn die schnellen und technisch höchst versierten Spieler der Gäste sind im Umschalt- und Konterspiel nur schwer zu bändigen.

Eine bravouröse Abwehrleistung in den eins gegen eins Situationen des TSV 1860 zeigt ebenfalls, wie gut die Hintermannschaft der Löwen auf die Taktik von Alexander Schmidts Team eingestellt war. Lediglich Sercan Sararer und Petar Sliskovic konnten hier kleine Vorteile gegenüber ihren Gegenspielern in weiß-blau verzeichnen, alle anderen Spieler des SVTG wurden von der Löwenabwehr kalt gestellt. So hatten die Löwen in dieser Zeit zwar immer noch ein leichtes Defizit in Puncto Ballbesitz, konnten aber mehr Angriffe als der Gegner bis ins letzte Drittel durchbringen. Zählt man Konterangriffe und Positionsattacken zusammen, haben die Löwen mit siebzehn ausgespielten Angriffen drei Attacken mehr zu Buche stehen als der Gegner.

Die Tore in dieser Phase

In der 22. Minute erobert Wein bei einem Konterversuch der Gäste den Ball von Erhardt, der vorher schon, vom sehr gut nach hinten mitarbeitendem Lex, gestört wurde. Halbrechts auf Höhe der Mittellinie nutzt er den freien Raum, der sich durch Erhardts Offensivausflug ergab, vorzüglich aus und spaziert mit dem Ball zentral in Richtung Sechzehner des Gegners. Aufmerksam wie man ihn kennt, erspäht er den auf der halblinken Seite einlaufenden Greilinger und bedient ihn mit einem Pass in den Strafraum. Abwehrspieler Sorge orientiert sich in Richtung Fünfmeterraum anstatt aggressiv auf den Ball zu gehen. Greilinger hat alle Zeit der Welt, kann sich den Ball zurechtzulegen und aus etwa zehn Metern ins lange Eck abzuschließen bevor der Verteidiger ihn stören kann.

Nur drei Minuten danach (25. Minute) konnte der SVTG den Spielstand durch einen sehr präzise ausgeführten und leider auch schlecht verteidigten Positionsangriff, bei dem Sliskovic gleich zweimal in Erscheinung tritt, egalisieren. Von Torwart Vollath ausgehend beginnt die Mannschaft von Schmidt einen Angriff über Sorge auf der rechten Seite. Sorge spielt einen Pass über vierzig Meter zu Sliskovic, der im rechten Halbfeld zwanzig Meter jenseits der Mittellinie mit dem Rücken zum Tor der Löwen stehend die Kugel zu Kirsch tropfen lässt. Dieser bedient sofort den auf der linken Angriffsseite des SVTG lauernden Sararer. Der Topscorer hat Raum und nutzt diesen, um einige Schritte in Richtung Sechzehner der Löwen zu machen. Willsch stellt sich ihm nicht entschieden genug entgegen, sodass er zwei Meter von der Strafraumecke entfernt mit dem rechten Fuß eine wunderbar aufs Tor gezirkelte Flanke schlagen kann. Sliskovic, der Salger entwischt war, verwandelt diese Flanke per Kopf aus zentraler Position im Fünfmeterraum. Hiller war zwar noch dran, konnte aber den aus der Nahdistanz druckvoll aufs Tor gebrachten Header des Kroaten nicht entschärfen.

Nach Wiederanpfiff in der 49. Minute war es dann Sascha Mölders, der seinerseits per Kopf nach einem wunderbaren Zuspiel von Steinhart einnetzte. Nach einem missglückten Befreiungsschlag von Sliskovic kommt Salger links zentral etwa neun Meter in der gegnerischen Hälfte an den Ball. Er spielt nach einigen Schritten den Ball diagonal auf den halblinks wartenden Steinhart, der nach schneller Verarbeitung des Leders eine wunderbare Flanke in den Strafraum bringt. Innenverteidiger Berzel unterschätzt die Flanke und übersieht den aus dem Hintergrund einlaufenden Mölders, sodass die Neun des TSV 1860 nahezu unbedrängt aus zehn Metern in zentraler Position in der Box den Ball neben den linken Pfosten ins Gehäuse köpfen kann.

Die Statistiken in dieser Phase

  • Schüsse 7:3
  • Ballbesitz 44% : 56%
  • Passquote 1860 80%, SVTG 84%
  • Zweikampfquote (offensiv+defensiv) 1860 62% SVTG 38%
  • PPDA 1860 14,09; SVTG 7,94

Die Phase nach der roten Karte

Die Geschichte der letzten halben Stunde ist schnell erzählt. Nach der roten Karte kam Sechzig durch Lex bei einem Konter noch einmal gefährlich vor das Tor der Perlacher. Leider ging sein Schuss links neben den Kasten von Vollath. Der SV Türkgücü München drückte nun mit voller Kraft in die Hälfte der Löwen und auf den Ausgleich beziehungsweise später den Siegtreffer, der dem SVTG jedoch verwehrt bleiben sollte. Die Sechzger lieferten eine bravouröse Abwehrschlacht mit gelegentlichen Entlastungsangriffen. In den letzten dreißig Minuten war der SV Türkgücü durch die Überzahl dermaßen überlegen, dass man vor der Abwehrleistung der jetzt mit beiden Ketten tiefstehenden Löwen nur den Hut ziehen kann. Türkgücü versuchte mit allen Mitteln immer wieder in den Strafraum einzudringen, was aber nur selten in gefährlicher Weise gelang. Den Mut, einen dritten Stürmer zu bringen, hatte Trainer Alexander Schmidt nicht. Welle um Welle prasselten die wütenden Angriffe der jetzt wie entfesselt spielenden Perlacher auf die Abwehrreihen der Sechzger ein. Abgesehen vom Ausgleichstreffer in der 70. Minute gab es aber für Marco Hiller im Tor der Löwen nur noch einen einzigen brenzligen Moment. Boere, der nach der Pause für Bouziane gekommen war, zog in der Nachspielzeit aus 15 Metern ab und Hiller konnte zur Ecke klären.

Das Ausgleichstor

Ein langer Ball von rechts des auf Höhe der Mittellinie befindlichen Berzel in den Strafraum erreichte Sararer, der sich aus Lex Bewachung davongeschlichen hatte und danach auch noch Moll enteilt war. Von der Grundlinie an der Grenze des Torraums spielte Sararer den Ball flach nach innen, wo Sliskovic einlief und traf.

Die Statistiken in dieser Phase

  • Schüsse 2:8
  • Ballbesitz 25% : 75%
  • Passquote 1860 67%, SVTG 87%
  • PPDA 1860 15,33; SVTG 4

Fazit

Für ein Fazit aus den statistischen Werten in Abhängigkeit vom Spielverlauf fehlt mir zum ersten Mal in dieser Saison der Ansatz. Grund dafür ist die Leistung oder vielmehr die Leistungsverfehlung des Schiedsrichters, die man hier nicht ausklammern kann. Daher ist jedes Fazit, dass sich auf den Werten in der Statistik zum Spiel begründet nur die halbe Wahrheit.

In einem Spiel das, wenn alles regulär verlaufen wäre, mit dem TSV 1860 München einen klaren und verdienten Sieger gesehen hätte, wurde der gegnerische Verein dermaßen bevorteilt, dass sich eine  Analyse wie diese eigentlich erübrigt. Ich frage mich: Was bringt einen Schiedsrichter dazu, offensichtlich ähnliche Szenen auf beiden Seiten so dermaßen unterschiedlich zu bewerten? Das beste Beispiel für unterschiedliches Maß in der Bewertung des Spiels war, als es bei verfrühter Ausführung eines Freistoßes für den TSV eine gelbe Karte für den Schützen gab (Moll, 15.Minute), beim Gegner später im Spielverlauf für das gleiche Vergehen jedoch nicht. Wer eine Antwort hat wieso man ein Spiel so verpfeift und damit den Wettbewerb 3. Liga verzerrt, meldet sich bitte in den Kommentaren.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Nachwuchsleistungszentrum: Juniorenkalender 2021 erschienen

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Florian Neuhaus und Felix Uduokhai waren die letzten beiden Spieler aus dem NLZ der Löwen, die den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft und dadurch bewiesen haben, dass die Jugendarbeit beim TSV 1860 München noch immer zu den besten im Lande gehört. Auch sie waren einst im Junglöwen-Kalender abgebildet, dessen neueste Auflage ab Dezember erhältlich ist – die Chance, im Jahr 2021 einen zukünftigen Profi oder gar Nationalspieler an der heimischen Wand hängen zu haben, dürfte also gar nicht so gering sein – und den Nachwuchs der Löwen unterstützt man mit dem Kauf des Kalenders sowieso!

Wie der Wochenanzeiger berichtet, beträgt der Verkaufspreis 6,50 Euro. Da die Jugendspieler die Kalender aus bekannten Gründen nicht persönlich im Stadion verkaufen können und auch der Erwerb an der Geschäftsstelle der Juniorenfußballabteilung nicht möglich ist, erfolgt die Lieferung per Postversand. Bei einer Bestellung bis zu vier Stück berechnet der Verein drei Euro Versandkosten, ab fünf Exemplaren ist die Lieferung versandkostenfrei. Die Bestellung ist ausschließlich per E-Mail unter der Adresse juniorenkalender@tsv1860muenchen.org oder telefonisch unter der Rufnummer (089) 64 27 85-310 möglich.

Seit 34 Jahren gibt das bei Fans und Sammlern beliebte Werk bereits Zeugnis von der engagierten Nachwuchsförderung in Giesing. Diesmal findet man neben allen Mannschaftsfotos auch einen fotografischen Streifzug durch München auf der Suche nach steinernen und bronzenen Löwen im Stadtbild.

Foto: Anne Wild / Alfons Seeler