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Sechzig um Sieben: Neues am 30.11.2020

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TSV 1860 München Sechzgerstadion

Servus und guten Morgen, Löwenfans!

Nach dem bitteren und dritten Unentschieden in Folge im innerstädtischen Duell gegen den SV Türkgücü München, bei dem vor allem die Leistung des Unparteiischen in den Vordergrund rückte, startet für uns alle eine neue Woche. Etwa die nächste “Woche der Wahrheit”?

Kommentar zur “Woche der Wahrheit”
Keineswegs! Stellvertretend für sechzger.de hat sich Christian Jung den Frust von der Seele geschrieben, besser gesagt sein Unverständnis gegenüber den Kollegen der schreibenden Zunft geäußert. Herausgekommen ist ein absolut lesenswerter Kommentar, den wir euch wärmstens empfehlen möchten, falls ihr ihn noch nicht gelesen habt. Etwas Warmes ist im Winter schließlich nie verkehrt – zumindest dachten wir uns das. Bei der Partie Halle – Köln hatte jemand allerdings etwas dagegen…

Nummer 1

Ich erzähle euch sicher nichts Neues, aber einigen muss man es wohl doch noch einmal klar machen: die Nummer 1 der Stadt sind WIR. Ende der Ansage.

Giesinger Gedanken
Unsere recht neue Rubrik, die “Giesinger Gedanken“, wurde am Wochenende erfolgreich fortgesetzt und beschäftigt sich mit der Gefühlswelt des Autors nach den drei Spielen der englischen Woche.

Liveticker
Unser Tickerteam hat im Stadion wieder die Tasten glühen lassen. Vor allem in den Beiträgen vor dem Anpfiff kommen Freunde der humoristischen Note voll und ganz auf ihre Kosten. Es lohnt sich also, auch hier noch einmal reinzuklicken.

TAKTIKTAFEL
Natürlich hat sich Bernd Winninger die kompletten 90 Minuten noch einmal ganz in Ruhe angesehen. Während dem Spiel war das aufgrund der Schiedsrichterleistung leider nicht so ganz möglich. Um dieses Thema ist er folglich auch nicht ganz herumgekommen. Dennoch wird er uns heute Mittag aufzeigen, wie die Leistung der Mannschaft einzuordnen ist.

Fotogalerie
Neben dem Tickern blieb ein wenig Zeit für einige Schnappschüsse, die wir euch nicht vorenthalten wollen und im Laufe des Tages online gehen werden.

Löwe des Spiels
Unser Hauptsponsor die Bayerische sucht in gewohnter Weise den Löwen des Spiels. Liebhaber des weißen Sondertrikots, welches am Wochenende einmalig zum Einsatz gekommen ist (es dürfte damit eines der ganz wenigen Trikots sein, in denen wir ungeschlagen sind 🙂 ), sollten unbedingt an der Abstimmung teilnehmen: dem Gewinner winkt das Weihnachtstrikot! Als wäre das nicht genug, wurde das Trikot noch mit allen Unterschriften der Mannschaft veredelt. Eure Stimme könnt ihr noch bis heute um 12:00 Uhr abgeben.

Ergebnisse 3.Liga
Gestern standen zwei weitere Spiele des 13.Spieltags auf dem Programm. Dabei konnte Dynamo Dresden mit einem ungefährdeten 3:0-Auswärtssieg beim MSV Duisburg weiter in der Tabelle klettern und steht nun auf dem 2.Platz. Mit Hosiner, Weihrauch und Daferner trafen übrigens drei Ex-Löwen. In der zweiten Partie trennten sich Saarbrücken und Kaiserslautern mit einem 1:1-Unentschieden, der Gastgeber und Aufsteiger bleibt somit erst einmal Tabellenführer.
Heute Abend steht dann das Duell zwischen Meppen und Ingolstadt auf dem Programm, Anpfiff ist um 18:60 Uhr. Die Gäste können mit einem Sieg die Saarländer von Platz 1 verdrängen.
Corona sorgt mal wieder dafür, dass der Spieltag mit der Montagspartie nicht komplettiert wird: das Spiel zwischen Lübeck und Mannheim musste verschoben werden.

Training
Ganz deutlich beschäftigen wir uns mit dem Spiel am vergangenen Wochenende und sind damit nicht allein. Auch an der Grünwalder Straße gilt der Fokus noch nicht der kommenden Partie. Die Spieler haben heute frei, es wird nicht trainiert.

sechzger.de wünscht euch einen guten Start in die Woche!

Rückblick auf die „Woche der Wahheit“ – Ein Kommentar

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Tatort Sechzgerstadion, gestern Nachmittag gegen 15:55 Uhr: Sascha Mölders wird im Interview mit dem BR laut und deutlich: “Vor der Saison waren wir Abstiegskandidat Nummer eins, jetzt stehen wir relativ gut da und du redest von einer Krise, ich hab kein Bock mehr.” Sprach er und zog von Dannen. Diesem – ich darf es vorwegnehmen – aus meiner Warte völlig berechtigten Wutausbruch war nicht nur ein extrem emotionales Fußballspiel vorausgegangen, in dem sich das Team, dem Mölders als Kapitän vorangeht, durchaus als vom Schiedsrichter benachteiligt bezeichnen durfte. Nein, in den sieben Tagen zuvor hatte die Münchner Medienlandschaft wieder einmal ganze Arbeit geleistet:  Der einst stolze TSV  München von 1860 e.V. stand – so der Eindruck – kurz vor seiner Auflösung. Und wenn es nicht den ganzen Verein mit seinem vielschichtigen Breitensportangebot erwischen sollte, dann zumindest die gleichnamige Fußballgesellschaft.

Nachdem zehn Löwen im Spiel gegen elf mauernde Uerdinger zum Auftakt in die Englische Woche mit den Spieltagen elf, zwölf und 13 der 3. Liga lediglich ein beschämendes 0:0 zu Wege gebracht hatten (Achtung: Ironie), ging es am Dienstag vor dem Spiel in Paderborn gegen Aufsteiger SC Verl richtig los: Eine Boulevardzeitung entschuldigte sich zwar im Fließtext für das grauenhafte Wortspiel in der Schlagzeile und erläuterte auch, warum man der Ansicht sei, dass in Ostwestfalen „VERLieren verboten“ sei – so richtig überzeugend kam die Erklärung aber nicht daher und die Unterstellung, es ginge mit einer solchen Titelzeile doch nur um die Klicks, darf geäußert werden. Am selben Tag kopierte ein Onlineblog nicht nur das Wortspiel, sondern rief gleich noch die „Woche der Wahrheit“ aus. Das klingt dramatisch, das mögen wohl auch jene Anhänger, für die Sechzgerspiele in der 3. Liga schon per se völlig unter der eigenen Würde sind. Mit der Realität hat das halt nur wenig zu tun. Nachdem sich das vorsaisonale Gejammer, mit „diesem Kader“ hätte man in der Liga keine Chance, nach ein paar Spielen – wie durch ein Wunder – in die bedingungslose Forderung nach dem sofortigen Aufstieg in die 2. Liga umgewandelt hat, am besten noch vor dem Weihnachtsfeste, bleibt der neutrale, außenstehende Betrachter völlig ratlos zurück: Spinnen die, die Löwen?

In Paderborn wurde dann nicht VERLoren (langsam beginnt mir dieses Wortspiel direkt zu gefallen ?), sondern die Löwen erkämpften gegen einen starken Aufsteiger in einer spannenden Partie einen verdienten Punkt. Für die medialen Ansprüche aber schon wieder viel zu wenig. Gestern folgte dann zum Ende der Englischen Woche die von Teilen der berichtenden Zunft zum „Spiel um die Nummer Zwei im Münchner Fußball“ hochstilisierte Partie gegen einen weiteren ambitionierten Aufsteiger. Und zum dritten Mal in dieser „Woche der Wahrheit“ erkämpften die Löwen – erneut in Unterzahl – ein leistungsgerechtes Remis.

Damit wir uns richtig verstehen: Auch wir von sechzger.de sind mit Leidenschaft, mit Euphorie und auch mal mit tiefer Depression bei unseren Löwen dabei. Aber um vor dem Spiel ein Kribbeln zu erzeugen, müssen wir weder mehrmals die Woche Endspiele um die Existenz (oder eben die „Wahrheit“) ausrufen, noch durch an den Haaren herbeigezogene Weltuntergangsszenarien die Mannschaft zusätzlich unter Druck setzen. Uns, und wir glauben und hoffen, da für zahlreiche Löwenfans zu sprechen, reicht die Freude am Fußballspiel, die Spannung aufgrund der Unsicherheit, vorher nicht zu wissen, wer nach 90 Minuten als Sieger vom Platz geht. Und gerade in durchaus als ernst zu bezeichnenden Zeiten wie diesen, in denen eine Pandemie die Menschen beschäftigt und nicht Wenige um ihre (wirtschaftliche oder gesundheitliche) Lebensgrundlage fürchten, ist es besonders verwerflich, die schönste Nebensache der Welt permanent in den Rang des Existenziellen zu heben.

Vielleicht ist das ganze Dramatisieren rund um die Löwen aber auch für eine Sache gut: Trainer Michael Köllner scheint das Schauspiel mitunter zu amüsieren. So zitiert er die besonders pathetischen Formulierungen der schreibenden Zunft gerne mal mit einem Schmunzeln in der LÖWENRUNDE. Wahrscheinlich die einzig richtige Methode, damit umzugehen. Inwieweit so ein Umgang mit dem von Außen aufgebauten Druck auch der Mannschaft gelingt, inwieweit es Köllner schafft, seine Souveränität und positive Grundhaltung auf seine Schützlinge zu übertragen, darf angesichts der eingangs beschriebenen Mölderschen Schimpftirade von gestern Nachmittag zumindest angezweifelt werden. Dass jene Berichterstatter, deren wirtschaftliche Grundlage die Sensation ist, die Klicks generiert und Zündstoff einsetzt, wo eigentlich keiner hingehört, ein Interesse daran haben, möglichst viel Druck auf das Löwenteam aufzubauen, ist ein nachvollziehbares Muster in unserer Mediengesellschaft. Dafür, dass sich in den Sozialen Medien die Menschen, die sich als Fans dieses Vereins bezeichnen, an den völlig überzogenen sportlichen Forderungen beteiligen und schon nach einem Drittel der Saison finale Urteile fällen, fehlt mir jedes Verständnis.

Giesinger Gedanken: Die Lage der Löwen nach der englischen Woche

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Giesing - der Stadtteil des TSV 1860
Die Heilig Kreuz Kirche Giesing

Die Geschichte des gestrigen Spiels ist schnell erzählt. Ein Unentschieden in einem hitzigen Spiel gegen eine vor allem in der Offensive sehr versierte Mannschaft konnte mit zehn Mann über die Zeit gebracht werden. Die Löwen lagen sogar zwei Mal in Führung und diktierten besonders in der Phase vor der Halbzeit das Spiel. Als der Schiri dann Dennis Dressel in der 59. Minute eine sehr harte rote Karte nach einem klaren, aber dennoch unbeabsichtigten Foul zeigte, war klar, dass die Löwen die letzte halbe Stunde als Abwehrschlacht gestalten mussten. Leider fiel recht schnell der Ausgleich (70. Minute, Sliskovic) und es blieben immer noch zwanzig Minuten plus Nachspielzeit. In diesen ließ die Verteidigung der Sechzger zum Glück kaum mehr Chancen zu und so konnte man erneut in Unterzahl einen hart erkämpften Punkt einfahren.

Schaut man etwas genauer hin, kommt man leider nicht daran vorbei, die Leistung des Schiedsrichters unter die Lupe zu nehmen. Ich möchte hier gleich klarstellen, dass ich niemand bin, der bei jeder Niederlage die Schuld beim Schiri sucht. Aber gestern gab es Schlüsselszenen, die der Schiedsrichter leider falsch entschieden hat und die für Sechzig einen sehr negativen Einfluss hatten.

In der 14. Minute foulte Quirin Moll Türkgücüs Spielmacher Sararer und hätte dafür bereits verwarnt werden müssen. Damit legte Schiedsrichter Hanslbauer die Regeln sehr großzügig aus. Eine Minute später zeigt er Sorge nach einem rüden Foul fernab vom Ball nur Gelb – da hätte so mancher Schiri auch zu Rot gegriffen. In der 43. Minute gab es ein glasklares Handspiel von Stangl im Strafraum, den fälligen Elfer verweigerte der Herr in Schwarz. Dann sah Dennis Dressel die erwähnte rote Karte. Er trifft seinen Gegner zwar eindeutig, aber sicher nicht absichtlich. In der 91. trat dann erneut Sorge in Erscheinung und sprang Mölders von hinten ins Kreuz und sah gar keine Karte. Spätestens hier hätte er mit Gelb-Rot fliegen müssen. Summa summarum eine klare Benachteiligung der Löwen, die durch einen Elfmeter kurz vor der Pause eine große Chance gehabt hätten, in Führung zu gehen.

So musste sich der TSV am Ende mit zehn Mann gegen einen recht unsympathisch auftretenden Gegner mit einem hart erkämpfen Punkt zufriedengeben. Präsident Hasan Kirvan wollte sich nicht von uns ablichten lassen, Türkgücüs Gefolgschaft auf der Ehrentribüne versuchte ständig, den Schiri zu beeinflussen und trug dadurch zur Hitzigkeit des Spiels bei, dann die Schwalbe von Sararer und nicht zuletzt das Leugnen des offensichtlichen Handspiels durch Trainer Schmidt im TV-Interview. Das passt leider irgendwie alles ins Bild um die Posse der Klage wegen der Teilnahme am DFB-Pokal.

Das Fazit der englischen Woche kann bei den Löwen in seiner Gesamtheit nicht positiv ausfallen. Drei Punkte statt der von Michael Köllner anvisierten neun. Betrachtet man jedes Spiel einzeln für sich, kann man durchaus jedes Unentschieden als Erfolg sehen. Zur Erinnerung: Gegen unangenehme Uerdinger mit 10 Mann einen Punkt geholt, in Verl gegen einen spielstarken Gegner auswärts einen Punkt geholt und nun wieder zu zehnt einen Punkt erkämpft. Keine Niederlage, aber auch kein Sieg. Dadurch ist in der Tabelle der Anschluss nach ganz oben ein bisschen verloren gegangen. Gewinnen die Top 3 morgen bzw. am Montag ihre Spiele, liegen wir fünf Punkte hinter einem Aufstiegsplatz.

Aber vielleicht sollten wir nicht auf den Aufstiegsplatz schielen. Letzte Saison standen wir nach dem 13. Spieltag mit 14 Punkten auf Platz 15, einen Punkt vor einem Abstiegsplatz. Jetzt haben wir schon sechs Punkte mehr eingefahren. Vielleicht sollten wir auf das schauen.

Aber ich merke es ja an mir selber: Jetzt lag man nach dem guten Start teilweise sogar an der Tabellenspitze und das weckt natürlich Ambitionen. Aber sehen wir es realistisch: Nicht wenige (noch dazu aus dem eigenen Umfeld) sahen die Mannschaft während der Vorbereitung als Abstiegskandidaten. Nachdem sich die Gesellschafter dann doch noch auf eine Etaterhöhung einigen konnten, wurden die Transfers kritisiert. Und nun stehen wir aktuell zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Zu Liga 2 wohlgemerkt! Wir durchleben gerade einfach eine schwächere Saisonphase, die Teams wie Dresden und Audi-Stadt gleich zu Beginn der Runde hatten. Wir werden auch wieder stärkere Phasen haben und ich glaube, wir werden bis zum Ende in Schlagdistanz nach oben bleiben. Wichtig wäre aber schon, die schwächere Phase jetzt mal zu beenden. Am besten mit einem Auswärtssieg in Köln.

Kurzbericht nach dem Spiel gegen Türkgücü München

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Die Löwen springen durch das Unentschieden im Heimspiel gegen Türkgücü auf den vierten Platz.

Die Löwen, natürlich wie zuletzt wieder in einem leeren Sechzgerstadion, starteten heute mit Fabian Greilinger in der Startelf, was sich als gute Entscheidung entpuppen sollte. Denn nach zäher Anfangsphase mit einigen Nicklichkeiten und mehreren kleinen Fouls, war es in der 22. Minute eben jener Fabian Greilinger mit der 1:0 Führung für die Löwen.
Daniel Wein hatte am Mittelkreis stark den Ball erobert und dann nach links durchgesteckt.

Kurz darauf leider gleich der Dämpfer, denn Sliskovic glich für Türkgücü aus. Die Flanke kam hier von Sararer, der in dieser Situation ungehindert und mit viel Platz die Vorarbeit leistete.

Darauf entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, allerdings ohne viele Torszenen.
Großer Aufreger dann kurz vor der Halbzeit, denn Stefan Stangl, Verteidiger der Gäste, kam völlig klar und eindeutig mit dem Oberarm bei Ballannahme an den Ball. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb überraschenderweise stumm.

Nach Anpfiff in Hälfte Zwei kamen die Löwen direkt stark verbessert aus der Pause, in Minute 49 dann konnte sich Sascha Mölders stark von Aaron Berzel lösen und konnte nach schöner Vorarbeit von Steinhart den Ball per Kopf im Tor unterbringen.

Ab der 59. Minute dann mussten die Löwen in Unterzahl Stand halten. Dennis Dressel hat nach hartem Einsteigen glatt die rote Karte gesehen. Eine vermeintlich korrekte, aber dennoch sehr harte Entscheidung, gerade in Anbetracht der absolut undurchsichtigen Linie von Schiedsrichter Patrick Hanslbauer.

Die Löwen hielten die ersten Minuten in Unterzahl stark dagegen und konnten sich sogar noch zwei gute Chancen durch Lex und Mölders erarbeiten.
Dann der Ausgleich durch Türkgücü in der 70. Minute. Berzel haute einen weiten Ball in den Strafraum und Sliskovic schiebt nach Querpass von Sararer ein.

Das traf die Löwen dann doch sehr, vor allem Sararer drehte nach dem Ausgleich richtig auf und war kaum zu halten.

In der Schlussphase kamen die Löwen bis auf einzelne Nadelstiche dann kaum noch vor das Tor der Gäste, ließen defensiv aber auch nichts mehr zu. In der Nachspielzeit dann hielt natürlich wieder Marco Hiller den Punkt fest.

Fazit: Ein letztlich leistungsgerechtes Unentschieden, das leider zu sehr durch die Schiedsrichterentscheidungen beeinflusst wurde.
Gefallen hat uns, dass der Auftritt heute vor allem offensiv deutlich mehr Energie ausgestrahlt hat als die letzten Spiele. Außerdem empfahl sich Fabian Greilinger durch eine starke Leistung für weitere Startelfeinsätze.

 

Live-Ticker TSV 1860 – SV Türkgücü München – der Ticker live aus dem Sechzgerstadion

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Liveticker TSV 1860 München von sechzger.de

Der TSV 1860 tritt heute im siebten Pflichtspiel überhaupt auf den SV Türkgücü München – wenn man diesen Verein als legitimen Nachfolger des gleichnamigen Vereines aus Bayernliga-Zeiten betrachtet – warum wir uns da nicht so ganz sicher sind, könnt ihr in unserem Vorbericht nachlesen: Vorbericht TSV 1860 München – SV Türkgücü München. 

Sechzig um Sieben: TSV 1860 München – Türk Gücü München

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Auf mitunter dünnes Eis begibt sich, wer das unternehmerische Konzept hinter dem heutigen Löwengegner Türkgücü zu vehement in Frage stellt. Manchmal nicht ganz zu Unrecht ist schnell von Rassismus die Rede, wenn man die Berechtigung oder zumindest die unbedingte Notwendigkeit dieses Fußballkonstrukts in Frage stellt. Leider driftet der eine oder andere Kritiker am Fußballunternehmen Türk Gücü auch tatsächlich in dieses schmutzige Fahrwasser ab.

Wir wollen uns an dieser Stelle ausschließlich mit sportlichen, statistischen und historischen Fragen beschäftigen. Und dabei stellte sich dem Verfasser dieser Zeilen schon die erste zentrale Frage: Ist unser heutiger Gast im Sechzgerstadion wirklich der legitime Nachfolger des gleichnamigen Vereins, mit dem sich Löwenmannschaften in den späten 1980ern und ganz frühen 1990ern Bayernligaduelle lieferten? Sollten also diese Spiele Teil einer solchen Vorschau sein oder nicht? Die Frage ist meiner Ansicht nach keineswegs so eindeutig zu beantworten, wie es an manch anderer Stelle in diesen Tagen gerne getan wird.

Warum? Kurz umrissen wurde der 1975 gegründete erste SV Türk Gücü München im Jahr 2001 nach einer Insolvenz aufgelöst. Der Geldgeber und Präsident hatte München in Richtung Türkei verlassen. Ende der Geschichte? Türk Gücüs Platz in der damals fünftklassigen Landesliga übernahm der neu gegründete Türkische SV München, der in der Folge – ohne Geldgeber – bis 2008 in die Kreisliga durchgereicht wurde.

Durch eine Fusion mit dem SV Ataspor München, der sich schon 1981 vom ursprünglichen SV Türk Gücü abgespalten hatte – also im Prinzip so, wie der MTV 1879 einst von 1860, woraus später ein gewisser FC Bayern hervorging – entstand der heutige Verein, der 2013 wieder in die Landesliga – inzwischen nur noch sechste Liga – zurückkehrte. Drei Jahre Später stieg der Unternehmer Hasan Kivran ein und es folgten zwischen 2018 und diesem Sommer drei Aufstiege in Serie bis in die 3. Liga.

Und die Ambitionen gehen noch weiter: Bis 2023 möchte man in der 2. Bundesliga angekommen sein – als erster Verein mit einem (nominellen) Migrationshintergrund überhaupt. Erst diese Woche war im Münchner Printboulevard zu lesen, dass den zahlreichen Neuzugängen vor dieser Saison schon bald weitere folgen sollen. Geld spielt hier keine Rolle auf dem Weg nach oben.

Doch zurück zur regionalen Münchner Fußballgeschichte: Die Bilanz der Löwen gegen den „alten“ SV Türk Gücü ist positiv, aber wenig spektakulär: In insgesamt sechs Duellen in der damals drittklassigen Bayernliga konnte 1860 zwischen 1988 und 1991 viermal siegen (allerdings nie höher, als 2:0), zweimal trennte man sich unentschieden. Niederlagen stehen keine zu Buche. Eine Differenzierung zwischen Heim- und Auswärtsspielen macht bei dieser Betrachtung übrigens wenig Sinn, da alle sechs genannten Partien auf Giesings Höhen  – und nicht im Dantestadion! – ausgetragen wurden.

Zum allerersten Spiel zwischen beiden Vereinen kam es aber bereits zweieinhalb Wochen vor dem ersten Ligaduell: Im Bezirkspokal Oberbayern, in der 5. Runde der Vorrunde Groß-München (so die etwas sperrige Wettbewerbsbezeichnung) siegte Sechzig am 18. Oktober 1988 vor 3.500 Zuschauern mit 1:0. Für die Löwen hat dieses Spiel deswegen eine gewisse historische Bedeutung, da insgesamt sechs (!) Pokal-Qualifikationsspiele später der Einzug in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 1989/90 gefeiert werden konnte, in dem dann eine unvergessene Reise in den hohen Norden zu TuS Hoisdorf und dann wiederum das sehr unglückliche Ausscheiden gegen die damals unangefochtene Bundesliga-Spitzenmannschaft von Werder Bremen auf dem Programm standen.

In der Gegenwart begegnen sich heute Nachmittag der (seit gestern Abend) Fünfte und der Achte der 3. Liga, wobei man ehrlicherweise einräumen muss, dass die Gäste zwei Spiele weniger absolviert haben. Als einziges Team der Liga mit bislang nur einer einzigen Niederlage (am 5. Spieltag in Magdeburg), ist der vom BFV im Sommer zum Aufsteiger ernannte Klub gleich gut in der 3. Liga angekommen.

Dies ist jedoch kein Zufall: Mit nicht weniger als 18 Neuzugängen (bei 13 Abgängen) wurde der Kader der sportlichen Herausforderung sehr aktiv angepasst. Die mitunter etwas aggressiv anmutende Personalpolitik bei Türk Gücü machte zuletzt auch vor der Trainerbank nicht Halt: Der Vertrag des ehemaligen Löwentrainers und -spielers Rainer Maurer, mit dem das Team als Aufsteiger aus der Bayernliga souverän durch die Regionalliga marschiert war, wurde im Mai, mitten in der Corona-Pause nicht verlängert. Man trennte sich bereits Mitte Mai in Unfrieden.

Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs, der letztlich zu einer Unterbrechung mit Fortsetzung ohne Türk Gücü wurde, lag der Tabellenführer neun Punkte vor dem FC Schweinfurt. Bei ausstehenden elf Spielen noch keine finale Entscheidung, aber ein komfortables Polster. Maurers Nachfolger an der Seitenline wurde am 1. Juli ebenfalls ein ehemaliger Löwencoach: Alex Schmidt, der unsere Zweitligaprofis zwischen November 2012 und August 2013 betreut hat. Und noch ein gar nicht so alter Bekannter wird uns am heutigen Nachmittag wieder begegnen: Aaron Berzel. Der nicht zuletzt aufgrund seines Auftretens auf dem Spielfeld bei den Löwen zum Publikumsliebling gereifte Innenverteidiger wechselte bekanntlich im Sommer in Ermangelung eines Vertragsangebots bei 1860  zu Türk Gücü.

Im exklusiven Interview für sechzger.de gewährte das Mitglied der Aufstiegself von 2018 Einblicke in sein Seelenleben und verriet, dass ihm dieser Wechsel nicht besonders leicht gefallen ist und er gerne weiter das Löwentrikot übergestreift hätte. Vielleicht erinnert sich der gebürtige Heidelberger ja heute daran, dass in ihm noch ein Löwenherz schlägt und er zeigt keine Glanzleistung. Oder das Gegenteil ist der Fall – damit haben wir ja in der Vergangenheit durchaus Erfahrungen gesammelt. Von den weiteren fünf Spielern im 35(!)-köpfigen TG-Kader, die einen wie auch immer gearteten Vergangenheitsbezug zum TSV 1860 haben, dürfte heute Nachmittag nur noch Kilian Fischer zum Einsatz kommen, der einst bei den Junglöwen kickte. Oder sorgt Ex-Löwe Schmidt für eine Überraschung und bringt einen weiteren Akteur mit weiß-blauer Vergangenheit aufs Feld? Die Auswahl wäre ja vorhanden…

Diese und alle anderen wichtigen und weniger wichtigen Fragen, die rund um das Spiel auftreten, beantwortet Euch auch heute wieder der sechzger.de-Liveticker, der die ganze Veranstaltung – wie gewohnt – mit der gebotenen Portion Humor begleiten wird. Ergänzend dürfen wir auf die Liveübertragung im frei empfangbaren Programm des BR hinweisen. Weniger lustig, aber dafür mit bewegten Bildern. Unserer Meinung nach eine ideale Kombination.

Sechzig@18:60 am 27.11.: Derby, Lex, Göktan & Türkgücü München

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Sechzig @18:60 Pilotprojekt Union Berlin
Das Grünwalder Stadion in den Abendstunden

Derbysieg 1999

Der 27.11.1999 wird jedem Löwenfan für immer im Gedächtnis bleiben und Thomas Riedl hat sich mit seinem Siegtreffer über den FC Bayern an diesem Tag unsterblich gemacht. Wir blicken zurück auf den legendären Derbysieg im ungeliebten Olympiastadion

Türkgücü vor der Brust

Passend dazu steht morgen auch der nächste Münchner Stadtvergleich auf dem Programm, den die Löwen natürlich ebenfalls siegreich gestalten wollen. Michael Köllner spielte auf der heutigen Pressekonferenz die Bedeutung der Partie zwar etwas herunter, die drei Punkte möchten er und sein Team aber natürlich trotzdem liebend gerne einfahren.

Ob das klappt, steht heute natürlich noch in den Sternen, Ex-Löwe Berkant Göktan traut dem TSV 1860 jedoch einen Sieg zu.

Wie das klappen kann, zeigt Bernd Winninger in seiner allseits beliebten TAKTIKTAFEL auf. Wir sind gespannt, ob seine Analyse der gegnerischen Taktik auch diesmal wieder ins Schwarze trifft. Zudem könnt Ihr Euch bereits auf den morgigen Vorbericht freuen, der pünktlich um 7 Uhr online gehen wird und einen Überblick über die bisherigen Duelle mit Türkgücü gewährt.

Selbstverständlich werden wir auch diesmal wieder live aus dem Grünwalder Stadion tickern und Euch mit aktuellen Fotos aus der einzig wahren Heimat der Löwen versorgen.

Geburtstag Stefan Lex

Apropos “treffen”: Das wünschen wir unserem heutigen Geburtstagskind Stefan Lex natürlich auch für den morgigen Tag. Das Runde muss ins Eckige, gerne auch mehrmals. Auf gehts, Löwen!

13. Spieltag: Expertentipps mit Berkant Göktan und Torsten Ziegner

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Morgen rollt der Ball wieder auf Giesings Höhen und erstmals kreuzen die Löwen und Lokalrivale Türkgücü München in der 3. Liga die Klingen. Bislang hat der TSV 1860 zwei Punkte mehr gesammelt als der Aufsteiger, der seinerseits jedoch zwei Spiele weniger absolviert hat als die Köllner-Truppe.

Spannung ist also garantiert und auch unsere Experten erwarten eine schwierige Aufgabe für den TSV. Berkant Göktan sieht uns dennoch knapp im Vorteil und hofft auf einen 1:0-Heimsieg für die in den weißen Weihnachtstrikots auflaufenden Löwen.

Ein wahrer Kenner der 3. Liga ist Torsten Ziegner, der von 2012 bis 2018 den FSV Zwickau trainierte und danach bis zum 25. Spieltag der Saison 2019/20 an der Seitenlinie des Halleschen FC stand. Er sieht die Kontrahenten in München auf Augenhöhe und tippt ein 1:1.

Mit Fiete Arp darf sich auch ein Spieler des FC Bayern II zu Wort melden, der sich seine Karriere nach dem Wechsel an die Säbener Straße sicher auch anders vorgestellt hatte. Statt Nationalmannschaft und Champions League ist 3. Liga angesagt – schlecht beraten nennt man das wohl… Er sagt ein 2:2 zwischen den Löwen und Türkgücü voraus.

PK aktuell: Keine Entscheidung in der Münchner Fußball-Hierarchie!

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Gleichwohl das Medieninteresse an der heutigen LÖWENRUNDE vor dem morgigen innerstädtischen Duell zwischen dem TSV 1860 und Türk Gücü größer war, als sonst, wurde die Presserunde in rekordverdächtigen 17 Minuten erledigt. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die berichtende Zunft heiß ist auf den rollenden Ball und weniger auf warmen Worte.

Wie die von Günter Gorenzel, der zum Auftakt an den Tod von Diego Maradonna in dieser Woche erinnerte. Durch solche Ereignisse würden sich Dinge relativieren und sich die Frage mehr als sonst stellen, was wirklich wichtig sei im Leben. Dass die Mannschaft des TSV 1860 morgen in weißen Weihnachtstrikots auflaufe und man damit den “Helden der Gesellschaft 2020”, also insbesondere Menschen in Pflegeberufen, danken wolle, zeige, deutlich, worauf es in diesen Zeiten ankäme. Die ganz aktuelle sportliche Situation bei den Löwen verglich der Österreicher mit einer Bergtour, bei der es nicht “…diretissima auf den Gipfel hinaufgeht. Man hat auch Umwege zu gehen.” Den mitunter etwas überzogenen Erwartungen von manchen Fans und Medien in München führte Gorenzel den sportlichen Vergleich zur vergangenen Saison vor Augen: Nach zwölf Spielen hatte man im Oktober 2019 fünf Punkte weniger und ein um 13 Tore schlechteres Torverhältnis, als heute. “Die Entwicklung der Mannschaft ist nach dem Umbruch im Sommer aber keineswegs abgeschlossen”, betonte Gorenzel.

Für Trainer Michael Köllner, der im morgigen Spiel personell wieder aus dem Vollen schöpfen kann – außer Tim Linsbichler sind alle Löwen im Mannschaftstraining; Martin Pusic steht mit einer Handschiene zur Verfügung, an die er sich mehr und mehr gewöhnt  – ist die Frage, ob am Dienstag in Paderborn ein Punkt gewonnen oder zwei verloren wurden, nach wie vor nicht klar entschieden. Insgesamt zog er dann aber doch ein positives Fazit des Verl-Spiels und wünscht sich, dass seine Mannschaft gegen Türk Gücü den nächsten Schritt geht und “mehr Lockerheit im Offensivspiel entwickelt”. Dazu beitragen könnte sicher auch die Tatsache, die übertriebenen Druck von der Mannschaft nimmt, dass nämlich für Köllner im morgigen Spiel defintiv nicht darüber entschieden wird, wer die Nummer Zwei im Münchner Fußball ist, wie es vom Gastverein jüngst verbreitet wurde. Er akzeptiere, dass die Partie für viele Fans eine hohe Bedeutung habe, aber es kribbele vor dem Duell mit dem Aufsteiger beim Löwendompteur nicht mehr, als vor jedem anderen Spiel. Dies kann der Vertreter von sechzger.de, der Euch diese Zeilen widmet, zu 100% nachvollziehen. Den Löwenfans sollte ja sowieso klar sein, wer – in puncto Treue, Leidenschaft, Support und Verankerung in der Stadtgesellschaft – die unangefochtene Nummer Eins in München ist. Der zweite Platz beschäftigt uns nicht wirklich, oder?

 

 

TAKTIKTAFEL: TSV 1860 München – SV Türkgücü München

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem Spiel unseres TSV 1860 München gegen den SV Türkgücü München. Der Aufsteiger, dessen Trainingsgelände sich an der Heinrich-Wieland-Straße in München-Perlach befindet, ist wie auch Verl und Saarbrücken stark in die Saison gestartet und hat schon für einige Überraschungen gesorgt. Momentan befindet man sich mit vier Siegen, fünf Unentschieden und nur einer Niederlage aus zehn bisher gespielten Spielen (zwei Partien müssen Coronabedingt nachgeholt werden) mit siebzehn Punkten auf Platz acht der Tabelle.

In den meisten Spielen trat der 1975 gegründete Sportverein offensiv in einem 4-3-1-2 System an, das defensiv situations- und gegnerabhängig zu einem 4-1-4-1 oder einem 4-4-2 (flach) verschoben werden kann. Allerdings traten die Kicker von der Bezirkssportanlage am Ostpark auch jeweils einmal als 3-5-2 und 4-5-1 in Erscheinung. Taktische Variabilität hat die Mannschaft von Trainer Alexander Schmidt also durchaus vorzuweisen. Kein Wunder bei fünfunddreißig Profis im Kader. Die „Perlacher“ um Kapitän Aaron Berzel (#22) sind mit vielen Kickern bestückt, die auch höherklassig schon massig Erfahrung sammeln konnten. Es kommt hier also kein „normaler“ Aufsteiger auf die Sechzger zu, sondern eine mit viel Geld zusammengekaufte, gute Mannschaft, die in der Liga sicher ihren Weg gehen wird.

Was kommt am Samstag auf unsere Löwen zu?

Sowohl technisch als auch kämpferisch muss sich der Gegner der Löwen bisher nichts vorwerfen lassen.

In der Offensive geht der Großteil der Attacken mit 42,5% im Aufbau über die rechte Seite. Steinhart wird also bei den Löwen wieder einen stressigen Nachmittag erleben und stark gefordert dabei sein, den Flügel dichtzuhalten. 31% der Angriffe erfolgen über links und mit 26,5% verzeichnet Türkgücü ein wenig mehr Angriffe durch das Zentrum als der Ligadurchschnitt.
Die im Angriff durchaus variabel spielende Mannschaft sucht als erste Station im Aufbau der Positionsangriffe, von denen pro Spiel im Schnitt vierundzwanzig vorgetragen werden, meist den defensiven Mittelfeldmann Erhardt als Anspielstation. Dieser steuert dann mit viel Übersicht das weitere Geschehen im Spiel nach vorne und versteht es gut, seine Vordermänner mit genauen Pässen in Szene zu setzen.
Die beiden in der Halbzentrale aktiven Mittelfeldakteure im 4-3-1-2 können sowohl auf den Flügeln als auch im Zentrum das weitere Spielgeschehen mit Pässen klug steuern und ihrer Mannschaft auch mit Tempodribblings eine Überzahl verschaffen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Spiel von Türkgücü darauf ausgelegt ist durch schnelles Spiel eine Überzahl im letzten Drittel herzustellen. Sercan Sararer (#10) ist dann der Spieler der meist im letzten Drittel gesucht wird um entweder selbst den Abschluss zu suchen oder die Sturmspitzen (allen voran Petar Sliskovic (#25)) in Szene zu setzen.

Regelmäßig schalten sich auch die Außenverteidiger in die Offensive mit ein, um einerseits auf den Flügeln variabler agieren zu können und andererseits Lücken in die Defensivformationen  von Mannschaften, die nicht tief verteidigen, zu reißen.

Zwei bereits abgesessene Gelbsperren (Berzel und Sararer) zeugen von dem kämpferischen Willen, den man bei Türkgücü hat, um sich gegen die Kontrahenten durchzusetzen. Trotzdem muss man am Samstag nicht erwarten, dass es von Türkgücü hauptsächlich auf die Hölzer gibt wenn sie verteidigen. Vor dem Strafraum kann man beobachten, wie die Räume geschickt eng gemacht werden um den Gegner im Passspiel vor Probleme zu stellen. Die Außenverteidiger haben ihre Flügel nicht ganz so gut im Griff, daher finden relativ viele Flanken den Weg in den Strafraum. Erschwerend kommt die offensichtliche Kopfballschwäche der Verteidiger hinzu. Nur knapp 50% der defensiven Luftduelle kann Türkgücü für sich entscheiden.

Auch sonst lässt Türkgücü die Defensive gern ein wenig schleifen und muss öfter als der Durchschnitt der Liga zu unfairen Mitteln greifen, um Gefahr zu verhindern. Fast jeder 2. Angriff des Gegners wird durch ein Foul unterbrochen. Die Gesamtzahl gelber Karten gegen Türkgücü könnte mit erst 25 ein faireres Gebaren vermuten lassen. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Stärken und Schwächen des 4-3-1-2

In der Offensive hat das 4-3-1-2 vor allem durch die beiden Stoßstürmer, die bei Angriffen nur schwer gedoppelt werden können, einen großen Vorteil und ist gegen alle Abwehrformationen ein probates Mittel um gehörigen Druck zu erzeugen. Da der offensive Mittelfeldspieler direkt hinter den Spitzen agiert, kann schnell eine Überzahl gegen die Kette erzeugt werden, wenn er mit ins Sturmzentrum aufrückt oder auf die Flügel ausweicht. Verhindert werden kann dies durch ein aufmerksames defensives Mittelfeld; Unkonzentriertheiten oder Schläfrigkeit ist also verboten.

Schwächen der Offensive sind oft fehlende Anspielstationen auf den Außenpositionen, wenn die Flügel nicht aus der Abwehrkette heraus verstärkt werden. Das kann, wenn der Gegner gut gestaffelt verteidigt, zu einer Verschleppung bis hin zur Erlahmung der Angriffsbemühungen führen.

Um im Spiel gegen den Ball eine kompakte Formation herzustellen, muss stark verschoben werden, was eine hohe Spielintelligenz und Laufbereitschaft der Akteure voraussetzt. Im Fall des 4-1-4-1, auf das Türkgücü im Rückzugsgefecht meist umstellt, müssen gleich drei Spieler ihren Platz gegen den Ball zu finden. Sobald das geschehen ist, kann man davon ausgehen, dass die Mannschaft von Schmidt gut gegen den Ball arbeitet. Ausnahmen ergeben sich durch individuelle Fehler. Wie schon öfter erwähnt hat ein 4-1-4-1 im Spiel gegen den Ball keine taktischen Schwächen, wenn vor allem der defensive Mittelfeldspieler seinen Job gut macht.

Die wichtigsten statistischen Zahlen von Türkgücü

  • 45% Ballbesitz
  • 78,5% Passquote
  • 58% gewonnene Defensivzweikämpfe (schlechter Wert)
  • 53% gewonnene Dribblings in der roten Zone (sehr guter Wert)
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 11,93

Die Schlüsselspieler

Torwart René Vollath (#1) kam vor der Saison vom KFC Uerdingen als sicherer Rückhalt. Er ist souverän in der Strafraumbeherrschung und reaktionsschnell; Schwächen zeigt er im Eins gegen Eins.

Aaron Berzel (#22) ist Kapitän und Ankerpunkt in der Innenverteidigung. Er schwächelt dieses Jahr bei den defensiven Zweikämpfen generell und bei den Kopfballduellen im Besonderen. Seine bekannten antizipatorischen Stärken gegen das Passspiel sind hingegen weiterhin präsent. Als Kartensammler Nummer eins – 7 mal gelb in zehn Spielen – führt er hier ligaweit die Statistik an.

Phillipp Erhardt (#24), defensiver Mittelfeldspieler, kam wie bei uns Pusic von Mattersburg nach München und ist meist die erste Anspielstation bei Angriffen. Mit einer Passquote von 84% sorgt er für Sicherheit im Aufbau bevor die Attacken jenseits der Mittellinie von seinen Mitspielern weitergeführt werden. Seine Defensivqualitäten stellt er, wenn man seine Zweikampfstatistiken betrachtet, allerdings noch nicht hundertprozentig unter Beweis.

Sercan Sararer (#10) ist seit dem Wintertransferfenster der vergangenen Saison die offensive Schaltzentrale Nummer eins bei Türkgücü. Bereits acht Vorlagen und drei Treffer hat der dribbelstarke offensive Mittelfeldspieler in dieser Spielzeit auf dem Konto und führt damit die ligaweite Scorerliste an. So sehr er auch in Dribblings glänzt, in Laufduellen zieht er meist den Kürzeren gegen seine Kontrahenten. Wenn die Passwege zu seinen Mitspielern effektiv zugestellt werden können, sinkt seine Effektivität enorm.

Petar Sliskovic (#25) kam im Sommer aus Duisburg. Acht erzielte Tore machen ihn zum Torjäger Nr. 1 in Liga 3, hinzu kommen zwei Vorlagen. Vor diesem Spieler, der sich zur Not den Ball auch im Mittelfeld abholt, um dann im Alleingang den Strafraum zu entern, ist allerhöchste Vorsicht geboten. Mehr als die Hälfte seiner Schüsse zwangen die gegnerischen Torhüter zum eingreifen.

Fazit

Es kommt ein torgefählicher Gegner mit offensichtlichen Defiziten in der Defensive auf die Sechzger zu. Wenn die Löwen ihr Spiel so durchziehen wie man es gewohnt ist, sollten drei Punkte möglich sein. Unkonzentriertheiten darf man sich gegen den Ball keine erlauben. Die technisch gute, schnell und offensiv intelligent spielende Mannschaft aus Perlach wird Fehler in der Abwehr gnadenlos bestrafen.

Auf welches System Michael Köllner gegen Türkgücü zurückgreifen wird werden wir sehen. Mir persönlich hat die 4-2-3-1 Grundformation, die gegen Verl zum Zug kam, sehr gut gefallen. Vielleicht gibt es auch wieder das bewährte 4-1-4-1 zu sehen. Michael Köllner wird auf jeden Fall einen guten Matchplan haben. Hoffen wir, dass die Mannschaft den auch vernünftig umsetzt.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Diese Aufstellung erwarten wir für morgen von unseren Gästen:

Auf die Löwen!