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Interview mit Pavel Dotchev, Trainer vom FC Viktoria Köln

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Pavel Dotchev ist seit Juli 2019 Trainer bei der Viktoria aus Köln tätig. Mit Stationen in Sofia (Lokomotiv und ZSKA), beim HSV, Kiel und Paderborn als Spieler sowie unter anderem Paderborn, Erfurt, Aue und Rostock als Trainer kommt er auf die beachtliche Anzahl von knapp 800 Pflichtspielen. Er ist mit 261 Spielen an den Seitenlinien der 3. Liga deren Rekordtrainer. Bei seiner aktuell achten Trainerstation liegt er derzeit auf Rang 10 der Tabelle, zwei Punkte von unseren Löwen entfernt und somit in Schlagdistanz vor dem morgigen Spiel im Sportpark Höhenberg.

In Zeiten von Corona sind Interviews von Gegenüber zu Gegenüber nur schwer realisierbar. Trotz allem haben wir es geschafft, dem sympathischen 55-Jährigen einige Fragen zukommen zu lassen. Dank der tollen Unterstützung der Presseabteilung der Viktoria konnte das exklusive Interview für sechzger.de in einem Video realisiert werden, welches wir euch im Folgenden präsentieren. Die Fragen wurden dankenswerterweise von einer Mitarbeiterin des FC Viktoria Köln gestellt.

 

Quelle Beitragsbild: Julia Schulz / Viktoria Köln

PK aktuell: Pusic bis auf Weiteres abwesend +++ Löwen fliegen morgen

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Die (wahrscheinlich) wichtigste Nachricht der heutigen LÖWENRUNDE, bei der der schreibenden und sendenden Zunft neben Michael Köllner und Günter Gorenzel heute auch Stephan Salger in der Zoom-Konferenz zur Verfügung stand, betraf Martin Pusic. Es gab “einen Vorfall in Pusic’ Privatleben”, wie sich der Sportdirektor ausdrückte, weshalb der Stürmer der Mannschaft bis auf Weiteres nicht zur Verfügung stehen wird. Aus nachvollziehbaren Gründen gab es dazu keinen weiteren Kommentar und es wurden auch keine Fragen dazu beantwortet.

Michael Köllner freute sich sichtlich, dass seine Formulierung vom “komplizierten Spiel” betreffend den letzten Auftritt im Juni bei der Kölner Viktoria in der PK von sechzger.de aufgegriffen wurde und er präzisierte, warum dieser Gegner aus seiner Sicht auch diesmal eine ganz schwierige Aufgabe darstellt: “Eine spielstarke Mannschaft, die sehr ballbesitzorientiert und stark auf individuelle Qualität ausgelegt ist.” Nachdem Köllner zuletzt seine Ankündigung, aus der vergangenen Englischen Woche neun Punkte holen zu wollen, medial vorgehalten worden war, reagierte er auf die Frage nach der erwarteten realisitischen Punkteausbeute für die vier bis Weihnachten verbleibenden Spiele diplomatisch. Er bleibe dabei, dass seine Mannschaft jeden Gegner schlagen könne: “Es wäre fatal, sich jetzt hinzustellen und zu sagen, in Lautern haben wir keine Chance und gegen Wiesbaden spielen wir unentschieden.” Unter dem Strich verzichtet der Löwendompteur aber lieber auf Prognosen in die Zukunft und bevorzugt die Konzentration auf den nächsten Gegner. Dessen Trainer Pavel Dotchev lobte Köllner in der Pressekonferenz in höchsten Tönen. Der Rekordtrainer der 3. Liga (261 Spiele an der Seitenlinie) beeindrucke ihn unter anderem darin, dass er nach dem Spiel immer “sofort wieder völlig heruntergekühlt” sei. “Das wünsche ich mir manchmal auch.” ergänzte er schmunzelnd. Darüber hinaus attestierte der Oberpfälzer dem Bulgaren einen sehr guten menschlichen Zugang zu seinen Spielern: “Sowas gefällt mir.”

Stephan Salger schilderte sein Ankommen in München seit dem Sommer – unter den Bedingungen der Pandemie – als sehr herzlich, aber er bedauerte, dass dies alles “in einem sehr kleinen Kreis” stattgefunden habe. “Ich weiß ja welche Strahlkraft Sechzig hat und finde es sauschade, dass keine Zuschauer im Stadion sind.” Seine Rolle in der Mannschaft sieht Salger als Vorbild und Säule, an der sich junge Spieler orientieren können. Dass es dabei auch einmal darauf ankommt, den Druck von Außen zu übernehmen, ist für den 30jährigen kein Problem. Die von einem Fragesteller in der Pressekonferenz ins Spiel gebrachten angeblichen “Defizite im Luftduell” in der Innenverteidigung der Löwen wies Salger allerdings vehement zurück. Er sagte, er erinnere sich überhaupt nur an zwei Gegentore nach Kopfbällen in dieser Saison und hob hervor, dass das 1:1 gegen Türk Gücü aus einem Stellungsfehler resultierte, den er auf seine Kappe nimmt. Womit er der Rolle des “gestandenen Spielers”, die er ausfüllen möchte, gleich direkt gerecht wurde.

Unabhängig von den negativen Erfahrungen auf der Flugreise zum Spiel gegen Verl in Paderborn wird der Löwentross morgen Vormittag erneut mit einer privaten Maschine von Manching aus gen Westen abheben.

Wer morgen Nachmittag und dann in einer Woche gegen Waldhof Mannheim den rotgesperrten Dennis Dressel ersetzen soll, verriet der Löwencoach am Freitag Mittag noch nicht. Er nannte aber drei Namen, aus welchen sich Schlüsse auf die morgige Aufstellung ziehen lassen könnten: Fabian Greilinger, der – wie Köllner nochmal hervorhob – gegen Türk Gücü “ein richtig gutes Spiel gemacht hat”, Erik Tallig, der dem Coach speziell in der Unterzahlsituation gut gefallen hat, als es darum ging, den Punkt zu sichern. Und Leon Klaasen, der nach sechs Kadernominierungen ohne jede Spielzeit am Samstag in der 80. Minute wieder einmal eingewechselt worden war. Der Name von Djayo Ngounou fiel in diesem Zusammenhang übrigens nicht.

TAKTIKTAFEL: FC Viktoria Köln – TSV 1860 München

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem Spiel des FC Viktoria Köln gegen den TSV 1860 München. Unser Gegner am morgigen Samstag zeichnet sich durch die Zahl 18,08 aus. Was es damit auf sich hat? Die Antwort darauf und viele weitere Informationen findet ihr im Folgenden.

Die Kölner erleben eine durchwachsene Saison. Bisher konnten bei fünf Siegen, ebenso vielen Niederlagen und drei Unentschieden 18 Punkte in dreizehn Spielen eingefahren werden. Am Samstag treffen nun zwei Teams aufeinander, die in der Tabelle zwei Punkte und vier Plätze trennen. Wie spielt die Viktoria, wo sind ihre Schwächen, was sind ihre Stärken?

Was können wir von der Mannschaft aus Köln erwarten?

In den bisherigen 13 Spielen schickte Trainer Pavel Dotchev seine Jungs bevorzugt im 4-2-3-1 aufs Feld. Ich rechne auch am Samstag wieder mit dieser Formation bei der Viktoria. Erstens sind die Akteure in dieser Formation sehr gut eingespielt; zweitens ist sie ein adäquates Mittel, um gegen eine offensivstarke Mannschaft sicher zu verteidigen ohne von vornherein mit zwei Ketten tief stehen zu müssen. Allerdings haben die Löwen gegen Mannschaften, die im 4-2-3-1 angetreten sind, eine gute Bilanz. Welche Systeme hätte der Gegner noch im Köcher? Sowohl 4-4-2 (2 DM) und 4-4-2 Raute ließ Dotchev diese Saison auch schon praktizieren.

Worauf müssen die Löwen aufpassen?

Die Stärken der Viktoria liegen offensiv eindeutig im präzisen Passspiel und dem Willen, das Mittelfeld schnell aber kontrolliert zu überbrücken. Das Spieltempo der Viktoria liegt bei einem Wert von 18,08. Das bedeutet das folgende: pro Minute Ballbesitz spielt Köln 18 Pässe (also etwa alle 3 Sekunden einen). Die meisten anderen Mannschaften in der Liga brauchen pro Pass eine Sekunde länger. Diese Sekunde macht oft den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg im Ballbesitzspiel aus. Zusammen mit der hohen Passpräzision ist das hohe Spieltempo eine gefährliche Waffe.
In den Spielen, die ich mir angesehen habe, fanden zudem nur wenige Angriffsversuche über den langen Pass in die Spitze statt. Es wird lieber mit hohem Laufpensum sowohl über die Flügel als auch durch die Mitte versucht die sich bietenden Räume effektiv auszunutzen.

Defensiv nutzt man vor allem die Fähigkeit durch gutes Stellungsspiel in Passwege einzulaufen und so Angriffe des Gegners zu unterbinden. Desweiteren hat die Viktoria mit ihrem guten und erfahrenen Torwart Mielitz einen Spieler zwischen den Pfosten, der den Unterschied in knappen Spielen ausmachen kann.

Wie also kommt Sechzig zum Torabschluss?

Die Schwächen der Mannschaft vom Sportpark Höhenberg liegen klar in der Arbeit gegen den Ball. Die Viktoria fällt vor allem bei Defensivduellen im Eins-gegen-Eins und beim defensiven Kopfballspiel negativ auf. Knapp die Hälfte aller zugelassenen Schüsse gehen zudem aufs Tor, was uns sagt, dass es um die Staffelung im Strafraum nicht unbedingt zum Besten bestellt ist. Das könnte (auch) an der Innenverteidigung liegen: In fast jedem Spiel wird diese neu zusammengewürfelt, was die fehlende Abstimmung erklärt.

Auch eine gewisse Abschlussschwäche kann man bei den Kölnern feststellen. An der Präzision der Abschlussversuche liegt es sicherlich nicht, denn die kann durchaus als gut beurteilt werden. Es hakt im Abschluss bei den Höhenbergern daran, in manchen Situationen den nötigen Druck hinter den Ball zu bringen. Das macht die Versuche zu einer leichten Beute des gegnerischen Torwarts.

Die Spielweise der Kölner

Aus einer kontrollierten Spieleröffnung heraus wird gerne über kurze, präzise Pässe der Weg nach vorne gesucht. Hohe Laufbereitschaft und viel Bewegung im Mittelfeld, um in freie Räume einzulaufen, zeichnen die Offensivbemühungen der Kölner aus.

Die Angriffsseite variiert trotz einer nicht zu verleugnenden Rechtslastigkeit des kölschen Spiels je nach Raumangebot. Lange Diagonalpässe, um Seitenwechsel einzuleiten, sind ein häufig genutztes Mittel. So befreit man sich aus durch Raumverdichtung eng gewordenen Spielfeldzonen. Daher werden aus vielen Angriffen, die eigentlich über rechts in die Statistiken eingehen durch diese Aktionen Angriffe durch die Mitte oder über links. Dort zeigt vor allem der von Trainer Dotchev zum Verteidiger umfunktionierte Linksaußen Simon Handle (#7) im Zusammenspiel mit Lucas Cueto (#11) offensiv bislang starke Leistungen.

Auch im Zentrum kann die Viktoria durchaus gefährlich werden. Mike Wunderlich (#8) ist bereits seit 2012 bei der Viktoria als Spielgestalter im zentralen Mittelfeld aktiv. Er hat mit seiner Erfahrung und dem Riecher für sich ergebende Situationen durch seine präzisen Pässe aus dem Zentrum in die Spitze schon mehr Schussvorlagen in die Tiefe gespielt als es den gegnerischen Defensivkräften lieb sein kann. Dass nur zwei der 23 Vorlagen verwandelt wurden, muss man der Abschlussschwäche seiner Kollegen ankreiden.

Die Zahlen der Viktoria

  • Ballbesitz 53%
  • Passquote 84%
  • gewonnene Defensivzweikämpfe 53% (schlechter Wert)
  • gewonnene Offensivzweikämpfe 43% (sehr guter Wert)
  • PPDA 11,06

Stärken und Schwächen des Systems 4-2-3-1

Die Stärken: Gegen den Ball ist das 4-2-3-1 in der Zentrale und Richtung eigener Box sehr kompakt. Es gibt den Gegnern kaum Raum um dort vernünftiges Passkombinationsspiel aufzuziehen. Auch gegen zwei oder drei Stürmer ist man durch die beiden defensiven Mittelfeldspieler gut abgesichert. Nach Balleroberung kann das Spiel über eben jene Sechser relativ variabel gestaltet werden. Sowohl über die Flügel als auch durch das Zentrum sind schnelle Angriffe möglich, wenn man die Lücken im Raum schnell erfasst und alle Offensivspieler ihre Laufwege situationsbedingt richtig durchführen. Oft schaltet sich einer der beiden Sechser auch aktiv und nicht nur als Ballverteiler in das Offensivspiel mit ein. Dadurch wird die Offensive als Ganzes schwerer auszurechnen.

Die Schwächen: Ein Gegner, der gern über die Flügel angreift, ist im Spiel gegen den Ball schwer zu kontrollieren. Die Wege, um einen Spieler zu doppeln, sind relativ weit. Zudem wird die Doppelung vom Angreifer oft frühzeitig erkannt, wenn sich der zur Hilfe kommende Spieler aus seiner taktischen Grundposition löst. Das führt bei guter Spielübersicht und genauem Passspiel zu viel Raum für die angreifende Mannschaft. Die Mittelfeldspieler auf den Außenpositionen müssen außerdem ein extrem hohes Laufpensum bewältigen, wenn sie die gegnerischen Flügel unter Kontrolle halten wollen. Im Spiel nach vorne ist vor allem das Fehlen eines zweiten Stürmers ein großes Manko, da sich dadurch für den Spieler in der Strumzentrale nur wenig Raum zur Entfaltung seiner Fähigkeiten bietet. Deshalb sind torgefährliche Mittelfeldspieler, die in Angriffssituationen mit aufrücken zwingend erforderlich, um im 4-2-3-1 erfolgreich zu sein.

Die Schlüsselspieler der Viktoria

Der mit 31 Jahren sehr erfahrene Torwart Sebastian Mielitz (#1) ist reflexstark und besitzt eine gute Strafraumbeherrschung. Eklatante Schwächen oder Unsicherheiten in gewissen Spielsituationen sieht man bei dem im Sommer aus der ersten dänischen Liga zur Viktoria gewechselten Schlussmann keine.

Mike Wunderlich (#8) ist in der Schaltzentrale im Mittelfeld der Spieler, der mit seiner Erfahrung aus 238 Pflichtspielen für die Viktoria und seinen weiter oben schon erwähnten Tugenden offensiv den Unterschied im Spiel der Kölner ausmachen kann. Zusätzlich zu seinem gefährlichen Passpiel in die Spitze sorgt er auch selbst mit bereits vier Treffern für viel Torgefahr.

Mittelstürmer Albert Bunjaku (#12) ist ein mit allen Wassern gewaschener Profi, der in seiner Karriere länderübergreifend auf 174 Erstligaspiele zurückblicken kann. Im Schnitt trifft er in jedem dritten Spiel. Mit seinen 37 Jahren ist er sicher nicht mehr der Jüngste, aber wie wir von Sascha Mölders wissen: Alter schützt vor Toren nicht. Mit seiner Schlitzohrigkeit, Erfahrung und dem Willen „auch mal dahin zu gehen wo es weh tut“ geht von ihm immer Gefahr aus, wenn er spielt. Dem Gesetz der Serie nach wäre er am Samstag mal wieder fällig ein Tor zu markieren.

Mein Fazit

Es wird ein höchst intensives Spiel werden, denn beide Mannschaften haben aufgrund der Ergebnisse in den letzten Spielen keine Geschenke zu verteilen. Der Ausfall von Dressel muss auf Seiten des TSV 1860 kompensiert werden. Zudem drohen Erdmann und Wein Gelbsperren. Um gegen die Viktoria aus Köln zu bestehen und möglichst drei Punkte nach München zu entführen muss Trainer Köllner wohl tief in die Taktikkiste greifen. Erstens sollte vermieden werden, dass sich die beiden defensiven Mittelfeldmänner die fünfte Gelbe abholen; zweitens muss der richtige Spieler als Ersatz für Dressel aufs Feld geschickt werden. Ich traue den Löwen durchaus einen Sieg zu, bin unter den gegebenen Voraussetzungen aber ganz klar auch mit einem Punkt mehr als zufrieden.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Diese Aufstellung schickt Trainer Pavel Dotchev voraussichtlich aufs Feld:

Heute gibt es ausnahmsweise auch die von mir erwartete (bzw. erhoffte) Aufstellung des TSV 1860, weil sich durch die Konstellation mit den drohenden Gelbsperren und der Rotsperre für Dressel die Mannschaft diesmal nicht quasi von alleine aufstellt:

Sechzig um Sieben: Viktoria Köln im Blick

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Sechzig um Sieben: Neuzugänge unter der Lupe
Sechzig um Sieben: Neuzugänge unter der Lupe

Freitag – das Wochenende und somit auch das nächste Spiel unserer Löwen steht kurz bevor. Der heutige Tag dreht sich bereits voll und ganz um die morgige Partie im Sportpark Höhenberg.

TAKTIKTAFEL
Wie gewohnt hat sich Bernd Winninger mit unserem kommenden Gegner aus taktischer Sicht beschäftigt. Pünktlich zum Mittagessen könnt ihr lesen, was am Samstag auf uns zukommt.

LÖWENRUNDE
Die Pressekonferenz mit Coach Michael Köllner steht ebenso als mittlerweile fester Bestandteil in unserem Programm. Die neuesten Erkenntnisse gibt´s dann frisch im Anschluss hier auf sechzger.de

Interview mit Pavel Dotchev
In Zeiten von Corona sind Interviews nicht mehr ganz so einfach umsetzbar wie sonst. Dennoch haben wir eine entsprechende Anfrage nach Köln geschickt. Dank der Unterstützung der Kölner Presseabteilung ist es uns gelungen, dem Trainer vorab exklusiv einige Fragen zu stellen. Was Dotchev über die Medien, Köllner und unsere Mannschaft sagt? Wir sagen es euch noch heute!

Expertentipps
Dieses Mal haben Björn Ziegenbein und Patrick Lindner ihre Tipps exklusiv für sechzger.de abgegeben. Beim Blick aus dem Wohnzimmer von letzterem verspüren wohl nicht wenige Löwenfans eine gewisse Eifersucht…

Training
Nach einer erneuten Videoanalyse bittet unser Trainer die Mannschaft mittags zum Abschlusstraining. Zeitlich genau perfekt, um die Anmerkungen aus der TAKTIKTAFEL umzusetzen. 🙂

Der 14.Spieltag der 3.Liga
Los geht es heute Abend mit der Partie Magdeburg – Meppen zur Löwen-Primetime (Anpfiff 18:60 Uhr).
Fast schon zur Tagesordnung gehört auch die folgende Meldung: die nächsten beiden Spiele mit Beteiligung des FSV Zwickau werden verschoben, da sich das Team der Sachsen in Quarantäne befindet. Ein Spielbetrieb ist erst wieder ab dem 14.Dezember möglich.

14. Spieltag: Expertentipps mit Björn Ziegenbein & Patrick Lindner

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29 Zweitliga-Partien bestritt Björn Ziegenbein einst für den TSV 1860 München, ehe er über die Station SV Wehen Wiesbaden beim FC Hansa Rostock landete, wo er zunächst einschlug wie eine Bombe, in seinen ersten 14 Einsätzen satte 10 Tore erzielte, im Jahr 2010 zweimal zum Spieler des Monats in der 3. Liga und sogar zu Norddeutschlands Sportler des Jahres gewählt wurde. Aufgrund diverser Verletzungen nahmen seine Einsatzzeiten kontinuierlich ab und auch seine weiteren Stationen beim Halleschen FC und Energie Cottbus waren durch Verletzungen geprägt, ehe ein Knorpelschaden im Knie den ehemaligen U-Nationalspieler im Jahr 2018 zum Karriereende zwang.

Heute hat Ziegenbein mit dem Fußball-Business abgeschlossen und konzentriert sich liebend gerne auf Familie und Privatleben. Für sechzger.de macht der gebürtige Alzenauer, der mit 15 Jahren nach Giesing wechselte, aber nochmal eine Ausnahme und tippt auf einen 3:1-Auswärtssieg der Löwen bei Viktoria Köln.

Unseren zweiten Experten heute haben viele sicher gar nicht auf dem Schirm, doch Patrick Lindner ist glühender Löwenfan und hat dank exquisiter Wohnlage (siehe unten) die Möglichkeit, zumindest die Heimspiele in Giesing fast hautnah zu verfolgen. Beneidenswert, oder? Der mittlerweile auch schon 60 (!) Jahre alte Schlagerstar hat sich bereit erklärt, das Auswärtsspiel im Kölner Sportpark Höhenberg zu tippen und hofft auf einen 2:1-Erfolg unseres TSV bei der Viktoria.

 

“Komm, Marvin, wir gehen!”
Dieser Appell von Rüdiger Pourié an seinen Sohn bleibt unvergessen, die sportlichen Leistungen von Marvin Pourié im Trikot des TSV 1860 hingegen blieben wohl nur den wenigsten im Gedächtnis. Inzwischen geht der 29-Jährige für den 1. FC Kaiserslautern auf Torejagd und tippt heute auf liga3-online einen 2:1-Auswärtssieg der Löwen in Köln.

Stell Dir vor, es ist DFB-Pokal und keiner geht hin…

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Wir schreiben den 03.12.2002, Dienstag Abend, Olympiastadion München. Es ist zugegebenermaßen ziemlich frisch draußen, aber was stört einen das, wenn man für ein paar Euro Eintritt Weltstars wie Thomas Häßler und Davor Suker oder hoffnungsvolle Talente wie den jungen Benjamin Lauth sehen kann?

Oly statt Sechzger

An diesem Abend empfängt der Bundesligist TSV 1860 München im Achtelfinale des DFB-Pokals den Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen. Klar, klingt ein wenig unsexy, aber bei der großen Fanbasis, die die Löwen haben, sollten stimmungsvolle 90 Minuten (oder mehr) im Olympiastadion doch trotzdem möglich sein, oder? Im Vorfeld hatten sich einige Fangruppierungen für eine Austragung im Grünwalder Stadion ausgesprochen, um der Partie einen besonderen Rahmen zu geben und weil dann eventuell ein paar Zuschauer mehr kämen, aber nein, das Spiel musste unbedingt am Oberwiesenfeld ausgetragen werden.

Gähnende Leere

So und nun stehe ich hier in der Nordkurve, das Spielfeld einen gefühlten Kilometer entfernt und friere. Zugig ist es hier und das Stadion leer. Ganze 4.320 (hier nochmal ausgeschrieben, um es sich auf der Zunge zergehen lassen zu können: viertausenddreihundertzwanzig!) Menschen haben den Weg ins weite Rund gefunden, die meisten davon vermutlich auch noch aus Pflichtbewusstsein, um irgendwelche Serien aufrecht zu erhalten oder weil nix Gscheids im Fernsehen kommt.

Langeweile pur

Und dann das: Die von Trainer-Legende Aleksandar Ristic bestens eingestellten Gäste zeigen eine ordentliche Leistung gegen enttäuschende Löwen und führen zur Pause nicht ganz unverdient mit 1:0. Eine Blamage droht! Aber immerhin hätten die viele gar nicht gesehen… Bei Sechzig geht wenig und es wird nicht wärmer. Oida, is des fad!

Suker rettet die Löwen

Nach einer Stunde wird Davor Suker eingewechselt und bringt die Wende. Keine drei Minuten nach seiner Einwechslung trifft der Kroate nach Vorlage von Stranzl zum Ausgleich. Kurzer Jubel, dann Weiterfrieren. Die Gäste machen keine Anstalten, sich aufzugeben, kämpfen leidenschaftlich weiter, das Spiel indes bleibt trotz des Zwischenstandes enttäuschend, Spannung kommt nicht auf. Man hat das Gefühl, der einzige Wunsch der anwesenden Zuschauer ist der, dass es nur bitte keine Verlängerung geben möge.

Häßler per Elfmeter

Das Flehen wird erhört: Suker wird in der 85. Minute im RWO-Strafraum zu Fall gebracht, der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt und Häßler verwandelt den fälligen Elfmeter zum 2:1. Noch während des Jubels wird er ausgewechselt, für ihn kommt Verteidiger Marco Kurz. Was für eine trostlose Veranstaltung.

Aufstellung der Löwen
Jentzsch – Cerny, Ehlers, Votava (24. Wiesinger), Pürk (60. Suker) – Meyer, Stranzl, Weissenberger, Häßler (85. Kurz) – Lauth, Schroth
Bank: Hofmann, Hoffmann, Borimirov, Agostino
Trainer: Pacult

Die Geschichte wiederholt sich

Wer nun aber glaubt, es könne nicht mehr schlimmer werden, der täuscht sich. Im Februar 2003 haben die Löwen wieder ein Heimspiel im DFB-Pokal, diesmal geht es im Viertelfinale gegen Werder Bremen. Man stelle sich das mal vor: Da spielst als 1860 München um den Einzug ins Pokal-Halbfinale und dann kommen gerade mal 4.000 (nein, da fehlt keine Null!) Leute, um sich das anzuschauen. Ja, das Olympiastadion war schon wahnsinnig beliebt bei den Fans! Für mich nicht nachvollziehbar, wie man im Jahr 2020 erneut ernsthaft fordern kann, dass die Löwen da ihre Spiele austragen sollen… Und zur Vervollständigung: Gegen Werder setzt es eine schmerzhafte 1:4-Niederlage nach Verlängerung. Es bleibt einem einfach gar nix erspart!

Kommentar: Einbruch, Ansturm oder Massenproteste im Stadion?

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Bleiben die Kurven auch nach Corona leer? 1860
"Fußball gehört den Fans" - Bild von Anne Wild

Einbruch, Ansturm oder Massenproteste im Stadion?

Das sind die drei Szenarien für die Wiedereröffnung der Stadien für Fans, die die beiden Fanforscher Prof. Harald Lange und Prof Gunter A. Pilz im Gespräch mit dem MDR skizzieren. Nach den neuesten Infos könnte dies aber erst im nächsten Sommer soweit sein.

Lange, der an der Universität Würzburg lehrt, geht davon aus, dass sich die Fans „abwenden – und das millionenfach“, denn nicht nur Ultras, sondern auch „Normalos“ würden sich zunehmend vom modernen Fußball entfremden. Ein kalter Entzug, wie es Corona für viele war, würde diesen Prozess seiner Meinung nach noch fördern.
Pilz, auf der anderen Seite, geht davon aus, dass die Fans zu Hauf und quasi unverändert zu ihrer alten Liebe zurückkehren werden, um endlich wieder die Emotionen zu leben, die einem nur ein Stadionbesuch geben kann. Sollten die Fans bzw. die aktiven Fanszenen mit Änderungen unzufrieden sein, erwartet er massive Proteste im Stadion.

Klingt alles sehr plausibel. Könnte alles so passieren. Hat aber dieselbe Aussagekraft wie die Vorhersage, dass bei einem Münzwurf entweder Kopf oder Zahl kommen wird. Auf gut Bairisch hätte man es auch prägnanter ausdrücken können: „nix gwiß woas ma ned“. So unnötig Artikel mit solch leerem Fazit erscheinen mögen, die Frage ist berechtigt.

Wie geht es weiter mit der schönsten Nebensache der Welt?

Schon (lange) vor Corona gab es für mich als Stadiongänger immer mehr Dinge, die mir sauer aufgestoßen sind. Peu à peu etablierten sich Dinge wie mehr Kameras, mehr Polizei, überteuerte Tickets, überteuerte Bierpreise (!), Anstoßzeiten zur Prime-Time usw. usf. Corona war jetzt Katalysator für die Umsetzung bzw. dem Andenken einiger weiterer, teilweise altbekannter, Perversitäten: personalisierte Tickets (mal wieder), Verbot von Gästefans (mal wieder) oder gefühlt tausend Ideen um die Fans zu melken, es aber ja nicht „freiwillige Spende an eine millionenschwere Fußball-Firma“ nennen zu müssen. (#12terMann #Geistertickets #4Trikotsprosaison).

Die neueste Idee betrifft die große Bühne des europäischen Fußballs und ist auch gar nicht so neu: die UEFA will einen neuen Wettbewerb einführen. Quasi eine 3. Liga für Europa. Hintergrund ist letztendlich die Clubs aus Ländern, die „international nicht konkurrenzfähig“ sind, aus den Königsklassen des europäischen Clubfußballs auszuschließen, damit die Branchenkrösusse noch mehr vom Kuchen abkriegen können. Die Schere zwischen arm und reich wird also noch weiter aufgemacht. Das alles ist allerdings weder neu, noch kommt es überraschend.

Mir bleibt der TSV auf jeden Fall erhalten!

Ich für meinen Teil fühle mich seit Corona etwas mehr vom Fußball entfremdet. Die Spiele am TV schaue ich nur noch, weil es halt Sechzig ist, die Freundin eh Magenta hat und weil man aktuell auch nicht viel anderes machen kann. Wenn ich mal eines verpasse finde ich das auch nicht so dramatisch – das wäre vor ein paar Monaten noch anders gewesen. Das ist die eine Seite. Auf der anderen hat mich die Situation aber auch näher an den Fußball, beziehungsweise Sechzig gebracht, denn Sechzig ist mehr als nur eine Profi-Mannschaft in der 3. Liga. Die Kontakte zu den Leuten im Stadion hielten. Man trifft sich, soweit es geht auch ohne Fußball und wenn es sein muss halt digital. Die Gemeinschaft ist, wenn auch verändert, geblieben und das hätte ich in dem Ausmaß eigentlich gar nicht erwartet.

Wie jeder andere in der aktuellen Situation auch, müssen wir Fans uns anpassen und irgendwann auch Entscheidungen treffen. Ich persönlich kann diese Entscheidung aber aktuell noch nicht treffen, sondern erst dann, wenn es denn wirklich soweit ist. Aktuell wissen wir weder wann noch unter welchen Konditionen ein Stadionbesuch wieder möglich sein wird. Und wenn es dann einmal soweit ist, muss jeder für sich selbst wissen ob er wieder ins Station gehen will oder nicht.

Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall froh, dass es „nur“ um meine Freizeitgestaltung geht und nicht um meine berufliche/finanzielle Zukunft. Und dass der glorreiche TSV München von 1860 auch abseits des Profisports so viel zu bieten hat (mehr dazu hier). Auch wenn es mit mir und dem „Produkt Fußball“ nichts mehr werden sollte (was ich nun wirklich nicht hoffe!), der Verein wird mit Sicherheit ein Teil meines Lebens bleiben!

Sechzig um Sieben: Was haben Toiletten mit Corona und der 3.Liga zu tun?

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Sechzig um Sieben: U21 gewinnt am Trainingsgeländer
Sechzig um Sieben: U21 gewinnt am Trainingsgeländer

Um es vorweg zu nehmen: Nicht wirklich viel bis gar nichts. Doch genau das sind unsere Themen heute bei Sechzig um Sieben:

Baut das, baut das, baut das Häusl aus!
Nachdem Sechzig im Sechzger bereits gestern Abend unsere Meldungen dominiert hat, gibt es direkt eine weitere Aktion. Ab sofort werden Spenden für eine neue Toilette am Grünspitz gesammelt. Wir alle kennen die angespannte Lage mit den nicht gerade wohltuend riechenden Dixi-Klos, sodass ein Toilettenwagen am Grünspitzkiosk installiert wurde. Nun soll noch eine Urinalrinne mit einem originell gestaltetem Sichtschutz ergänzt werden. Spenden könnt ihr ab sofort per Paypal. Wer mit Bargeld vorlieb nimmt, hat direkt morgen die Chance, seine Münzen und Scheine im Rahmen der Freezing in Giesing-Aktion am Tegernseer Platz in eine Spendendose zu werfen. Alle weiteren Informationen findet ihr hier.

Kommentar: Einbruch, Ansturm oder Massenproteste im Stadion?
Bereits beim letzten Sechzig um Sieben haben wir euch auf die laufende Diskussion von Fanforschern sowie die geplante, neue 3.Liga auf der europäischen Fußball-Ebene aufmerksam gemacht. Mein Kollege Matthias Em hat genauer in sich hineingehört und seine Gedanken zu diesem Thema in einem Kommentar verfasst. In knapp zwei Stunden geht dieser online und ihr könnt abgleichen, ob ihr eure Meinung dort wiederfinden könnt.

Kein Stadionbesuch bis 10.Januar möglich
Wenig überraschend, aber nun auch offiziell bestätigt: Bis einschließlich 10.Januar finden die Spiele in der 3.Liga ohne Zuschauerzulassung statt. Damit ist die Entscheidung für den ersten Spieltag nach der (sehr kurzen) Winterpause bereits getroffen

Training
Für Mölders und Co. steht heute vor dem Training noch eine Videoanalyse an. Vielleicht geht es dabei auch um Mölders´guten Kumpel Mike Wunderlich, der Kapitän beim kommenden Gegner Viktoria Köln ist.

Ergebnisse 3.Liga
Gestern Abend wurden zwei Spiele in der dritten Liga nachgeholt, die zuvor aufgrund von positiven Fällen verschoben werden mussten. Dabei spielten zwei Personen die Hauptrollen:

Terrence Boyd konnte mit einem erneuten Doppelpack für den dritten Sieg des Hallenschen FC in Folge sorgen. Die Sachsen schickten Unterhaching mit einem 2:0-Heimsieg wieder zurück nach Bayern.

Weniger gut lief es dagegen für Aaron Berzel. Mit einem verschuldeten Elfmeter sowie einem Eigentor war er maßgeblich an der 0:2-Auswärtsniederlage von Türkgücü in Rostock beteiligt.
Durch die Siege von Rostock und Halle fällt Sechzig auf Platz 6 zurück.

Sechzig@18:60 – Das Wichtigste vom Tage am 2. Dezember

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TSV 1860 München Nachrichten zum Feierabend kompakt; Bild von der Westkurve im Grünwalder Stadion

Heute um 14 Uhr befasste sich der Sportausschuss des Münchner Stadtrates in seiner Sitzung mit dem Ergebnis des Vorbescheidverfahrens zu Ausbau und Modernisierung des Stadions an der Grünwalder Straße. Bürgermeisterin und Löwen-Verwaltungsrätin Verena Dietl twitterte am Nachmittag dann, dass nun die Vollversammlung des Stadtrats darüber entscheiden müsse, für welches Ausbaumodul man sich entscheide. Hier die 15sekündige Botschaft:

Alle für die Zukunft des Sechzgerstadions relevanten Informationen erhaltet Ihr natürlich immer aktuell hier auf sechzger.de. An Spekulationen, z.B. ob in Zeiten pandemiebedingt knapper Kassen, der Plan, die Heimstätte der Löwen für höhere Ligen tauglich und nutzbar zu machen, gefährdet sein könnte, beteiligen wir uns nicht. Wir setzen da lieber auf Fakten und gehen davon aus, dass dies ganz im Sinne unserer Leserschaft ist.

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Schon am Vormittag hatte sich die Inititative Sechzig im Sechzger mit einer sehenswerten Grußbotschaft auf facebook an die Mitglieder des Sportausschusses zu Wort gemeldet.

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Und gleich noch eine Information, die Sechzig im Sechzger betrifft und für all jene interessant ist, die Heimweh nach Giesing haben: Übermorgen, am Freitag, den 4. Dezember stehen Vertreter*innen der Inititative von 10 bis 18 Uhr in der “FREEZING IN GIESING” Pop Up Adventshütte am Tegernseer Platz. Dies ist eine Ersatzveranstaltung für den Adventsmarkt am Grünspitz, der wegen Corona leider ausfallen muss. Von 1.12. bis 24.12. bieten täglich wechselnde Aussteller neben ihren eigenen Waren CDs und Masken an, um die Musiker*innen und Techniker*nnen, die eigentlich am Grünspitz aufgetreten wären, zu unterstützen. Mehr Infos zur ganzen Veranstaltung gibt es hier. Zum Auftritt am Freitag erklärte Sechzig im Sechzger: “Wir haben uns in letzter Zeit Gedanken zum Stadionausbau gemacht und wollen die Gelegenheit nutzen, um mit den Giesinger*nnen Ideen auszutauschen, wie das Stadion auch abseits der Fußballspiele für das Viertel zugänglich gemacht werden könnte. Außerdem gibt es Sechzig im Sechzger-Buttons und wer noch Weihnachtsgeschenke braucht: Wir werden auch Restbestände unserer T-Shirts dabei haben!”  Vorbeischauen lohnt sich also!

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Damit es in Zeiten, in denen kein Löwenfan das Sechzgerstadion betreten darf, nicht in Vergessenheit gerät, sind aller guten Dinge drei: Wem ein dauerhafter, ligenunabhängiger Verbleib des TSV 1860 auf Giesings Höhen wichtig ist, der kann sich hier auf der Seite der SiS-Inititative als Einzelperson und Unterstützer eintragen. Kostet nichts, tut nicht weh – ist aber ein klares Bekenntnis zur Heimspielstätte Sechzgerstadion.

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Hier bei uns war es heute etwas ruhiger: Neben einem Rückblick auf den Europacupauftritt der Löwen beim FC Porto vor 56 Jahren beschäftigten wir uns mit der düsteren Prognose von Tobias Leege, seines Zeichens Vorstandssprecher des FSV Zwickau, was eine Rückkehr von Zuschauern in die Fußballstadien anbelangt und mit einer aktuellen Nachricht, die die Corona-Hilfen des Bundes für den Profisport, aber wohl nicht den TSV 1860 betrifft.

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Abschließend noch zum aktuellen sportlichen Geschehen: In der 3. Liga rollen in diesen Minuten wieder die Nachholbälle: Die Münchner Vorstädter sind in Halle und Türkgücü in Rostock unterwegs. Wenn der HFC siegt, rutschen die Löwen um einen Rang auf Platz fünf zurück. Sollte an der Ostsee eine Mannschaft das Feld als Sieger verlassen, geht es noch einen weiteren Tabellenplatz runter. Endet der Kick dort unentschieden, bleiben wir erstmal Vierter (oder eben Fünfter).


 

 

DFB & DFL: Bis Saisonende keine Zuschauer in den Stadien?

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Bleiben die Kurven auch nach Corona leer? 1860
"Fußball gehört den Fans" - Bild von Anne Wild

Dass bis Ende des Jahres keine Zuschauer in den Stadien erlaubt sind, ist bekannt. Dass auch Anfang 2021 niemand die Spiele besuchen darf, ist sehr wahrscheinlich. Tobias Leege, Vorstandssprecher des FSV Zwickau, geht nun gar davon aus, dass sogar bis Saisonende (also Ende Mai) ausschließlich Geisterspiele ausgetragen werden können.

Aus seiner Sicht müsse man dieses Szenario “allein schon aus Risikoabwägung in Betracht ziehen”. Noch vor den Weihnachtsfeiertagen wird die Bundesregierung darüber diskutieren, wie es ab Januar weitergehen soll und in welcher Form die Corona-Maßnahmen verlängert werden.

Passend dazu wurde kürzlich bekannt, dass der Bund seine Corona-Hilfen für den Profisport bis zum 31. Juni 2021 verlängern wird. Liga3-online berichtet: “Bis zu 80 Prozent, maximal aber 800.000 Euro, für entgangene Zuschauereinnahmen aus den Monaten April bis Dezember 2020 konnten die Klubs der 3. Liga – genauso wie die Vereine aus den Profiligen im Frauen-Fußball, Handball, Basketball und Eishockey – seit Frühjahr beantragen. Bisher wurden insgesamt 75 Millionen Euro abgerufen oder beantragt, die verbleibenden 125 Millionen Euro aus dem 200-Millionen-Euro-Paket sollen nun ins neue Jahr übertragen werden. Entsprechend kann die finanzielle Unterstützung auch weiterhin beantragt werden, nachdem die Frist zuletzt abgelaufen war.”

Der TSV 1860 München wird leider so oder so nicht von dieser Subvention profitieren können, da die Beantragung – wenn wir die Bedingungen im Anforderungskatalog richtig verstehen – nur für Vereine bzw. Kapitalgesellschaften möglich ist, die kein negatives Eigenkapital aufweisen.