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TSV 1860-Fans: 25 Stunden unterwegs um vor dem Stadion zu sein – Prinz Eisenherz / Eisi

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Prinz Eisenherz TSV 1860 München Allesfahrer
Eisi, der Prinz Eisenherz vom TSV 1860

Prinz “Eisi” Eisenherz hat es auch beim Auswärtsspiel des TSV 1860 beim SC Verl in Paderborn wieder getan:

Wie bislang bei jedem Auswärtsspiel in dieser Saison ist der Prinz wieder alleine mit dem Zug zum Stadion gefahren, um wenigstens einen kurzen Blick auf die Löwen oder das Spielfeld zu erhaschen. Lediglich in Zwickau und Rostock – dies waren keine Geisterspiele – schaffte er es auch tatsächlich ins Stadion hinein.

Aus Kostengründen werden von ihm immer die günstigsten Zugverbindungen genommen – diese dauern halt dann entsprechend. Für das gestrige Spiel war er 25 Stunden unterwegs und wenn alles gut gegangen ist, dürfte er zu diesem Zeitpunkt (Mittwoch morgen, 10:45 Uhr) gerade daheim eintreffen.

Dass er inzwischen überregionale Bekanntheit erreicht hat und die Verantwortlichen des SC Verl das Herz am rechten Fleck haben, beweist eine kleine Anekdote vom gestrigen Abend.

Der sehr sympathische Stadionsprecher und Fanbeauftragte des SC Verl, Thorsten Nöthling, fragte einen der beiden anwesenden Münchner Pressevertreter vor Spielbeginn „ob diese den Prinz Eisenherz“ auch heute mit dabei haben.

Die Frage konnte sofort mit einem klaren “Ja” beantwortet werden, da der Eisi schon vor der Benteler-Arena gesehen wurde.

Thorsten Nöthling besorgte die Telefonnummer von Prinz Eisenherz und überreichte Eisi als Gastgeschenk einen Fanschal des SC Verl. Sehr gerne hätten sie ihn ins Stadion gelassen – das war aber leider nicht möglich.
Eine kleine aber sehr feine und sympathische Geste des SC Verl!
Fußball verbindet eben doch…
Bild:
Quelle: SC Verl, Thorsten Nöthling

TSV 1860: Vorstellung der Abteilung Vereinsgeschichte

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Die Abteilung Vereinsgeschichte ist der bisher letzte Neuzugang in der Löwenfamilie, hat aber aufgrund der 160-jährigen Historie unseres Vereins noch einiges vor sich. Doch wie kam es überhaupt zur Gründung dieser doch recht ungewöhnlichen Abteilung?

Auftrag ans Präsidium des Vereins

Wie sich manche sicherlich erinnern, wurde das Präsidium des TSV München von 1860 e.V. im Sommer 2018 von der Mitgliederversammlung beauftragt, eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, deren Ziel es sein sollte, die Planungen für ein Vereinsmuseum sowie einen Förderverein anzugehen. Im Herbst 2019 entwickelte dieser Arbeitskreis die Idee, eine eigene Abteilung für Vereinsgeschichte und Traditionspflege zu gründen. Ziel sollte es sein, die historische Forschung und Vermittlung über alle Abteilungen des Vereins hinweg zu bündeln, also explizit nicht nur die großen Abteilungen zu unterstützen, und sich nicht allein mit der Fußballgeschichte des Vereins zu beschäftigen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte kann über eine Abteilung direkt innerhalb des Vereins und durch die Vereinsmitglieder selbst stattfinden. Diese Idee fand starken Anklang und so konnten 27 Mitglieder am 18. Februar 2020 die neue Abteilung für Vereinsgeschichte gründen. Die Gründungsversammlung fand übrigens im Bootshaus statt – herzlichen Dank an dieser Stelle an die Abteilung Wassersport!

Die Löwen als Trendsetter

Im Vorfeld der Abteilungsgründung hat man sich natürlich über andere Vereinsarchive und -museen informiert und wie es aussieht, ist die Form einer Abteilung tatsächlich die Ausnahme. Eine Abteilung Vereinsgeschichte, die dem Profil der unseren entspricht, konnte man bei keinem anderen Verein finden. Die meisten Vereinsmuseen (mit Archiv und Sammlung) beschäftigen sich vorrangig mit der Fußballgeschichte und sind nicht selten auch organisatorisch beim ausgelagerten Profifußball angesiedelt. Das ist ein gewisser Unterschied zu den Löwen – auch finanziell. So leisten die Vereinsmitglieder der Abteilung Vereinsgeschichte ihre Arbeit selbstverständlich ehrenamtlich. Gerne würde man sich jedoch mit anderen Vereinen intensiv vernetzen und von deren Erfahrungen lernen.

Unterstützung der Abteilung

Mit ihrer Arbeit möchte die neue Abteilung dreierlei erreichen: die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit über das Thema der gemeinsamen Vereinsgeschichte, die Sammlung und Archivierung interessanter Archivalien und Objekte, mit dem Ziel, sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen, und Vermittlungsarbeit zu leisten. Im Fokus steht es, die Geschichte unseres TSV aufarbeiten und der interessierten Öffentlichkeit präsentieren. Deswegen freut sich die Abteilung stets über neue Mitglieder, die sich mit den Zielen der Abteilung identifizieren können. Gerne dürfen das auch Zweitmitgliedschaften sein, denn das stärkt den Zusammenhalt unter den Abteilungen ungemein. Wer Freude daran hat, ist dann herzlich eingeladen, sich in diversen Arbeitsgruppen zu engagieren. Die Abteilung organsiert einen monatlichen Stammtisch, der wegen der Pandemie allerdings momentan ruht. Sobald die Kontaktbeschränkungen es zulassen, wollen sind aber wieder jeden zweiten Freitag im Monat Treffen vorgesehen. Die Termine werden auf jeden Fall auf der Abteilungshomepage bekanntgegeben. Auch Sach- und Geldspenden sind natürlich gerne gesehen und geradezu existenziell wichtig für die Hobby-Historiker. Wenn also auf dem Speicher ein Fotoalbum mit Aufnahmen der Turner auftaucht oder ein Poster von einem Leichathletik-Wettkampf oder ein Wimpel der Fußballer – denkt bitte kurz an die Abteilung  Vereinsgeschichte, bevor Ihr es im Internet verkauft!

Räumlichkeiten gesucht

Doch wie und wo werden die Sammlerstücke derzeit aufbewahrt? Aktuell wird das Archiv der Fußballabteilung, ein kleines Kammerl in der Geschäftsstelle, genutzt und mit Regalen bis zur Decke vollgestellt. Dieses Archiv wurde in liebevoller Arbeit von Karl Margraf und Oliver Buch gepflegt und im Sommer 2020 an die Abteilung übergeben. Aktuell ist man jedoch auf der Suche nach Räumlichkeiten, bislang allerdings ohne Erfolg. Zu dem “wie” lässt sich sagen, dass die Objekte und Archivalien nach professionellen Sammlungsstandards aufbewahrt werden. Dazu gehören beispielsweise säurefreie Mappen und Kartons für die Aufbewahrung des Papiers. Dabei kann die Abteilung auf das Know-how ihrer Mitglieder zurückgreifen, die teilweise beruflich aus dem Archiv- oder Museumswesen kommen bzw. Erfahrung damit haben. Alle Sammlungsstücke werden mit einer Inventarnummer versehen und in eine digitale Datenbank aufgenommen – mit dem Ziel am Ende auch zielgerichtet in der Sammlung zu recherchieren. Das alles ist ob der Fülle der Dinge aber ein längeres Projekt! Eine besondere Herausforderung stellen Textilien wie Trikots dar. Um sie lange zu erhalten, bedarf es hier besonderen Aufbewahrungsstandards. Die Abteilung Vereinsgeschichte sammelt übrigens aktiv, d.h. es kommen ständig neue Dinge hinzu, auch aus dem aktuellen Vereinsleben und -umfeld. Umso schöner wäre es also, wenn die Abteilungen, aber auch die Mitglieder im Umfeld daran denken und entsprechend Stücke überließen, die mit der Gegenwart der Löwen zusammenhängen. Geschichte schreibt sich ja bekanntlich fort…

Hoffnung auf eine Ausstellung

Fast schon selbstredend hat die Abteilung schon viele Ideen für Ausstellungen zugetragen bekommen und auch selbst entwickelt, allerdings scheitert das zum Einen gerade natürlich an der Corona-Pandemie, zum Anderen aber auch – wie eben angedeutet – an fehlenden Räumlichkeiten dafür. Schließlich ist es ja nicht das Ziel, nur ein paar Schaukästen in der Geschäftsstelle aufstellen, sondern eine vollumfängliche Ausstellung der gesammelten Stücke. Insofern ist auch klar, dass die Verantwortlichen die Augen offen halten und die Zeit bis dahin zur Inventarisierung weiterer Stücke nutzen werden.

Virtuelles Museum geplant?

Als Alternative zu einer Präsenzveranstaltung würde sich in Corona-Zeiten natürlich ein virtuelles Museum anbieten, doch dies ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in Planung. Aktuell ist die Abteilung ordentlich damit beschäftigt, alles zu sichten, was bereits vorhanden ist. Klar ist: Ein virtuelles Museum muss sauber durchdacht sein und sollte nicht nur aus einer Webseite mit Bildern und Texten bestehen. Aktuell wird (wie bereits erwähnt) eine digitale Archiv-Datenbank erstellt, die auf lange Sicht auch interessierten Nutzern zugänglich sein soll.

Wie kann man sich einbringen?

Jeder, der die Abteilung Vereinsgeschichte unterstützen möchte, darf sich gerne an vereinsgeschichte@tsv1860.org wenden! Die Kontaktdaten der Ansprechpartner findet man auch auf der entsprechenden Sektion der Vereinswebseite.

Das Beitragsbild haben wir der Vereinshomepage entnommen.

 

Spielbericht SC Verl – TSV 1860 München, 12. Spieltag, 24.11.2020

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Am mittleren Spieltag der englischen Woche mussten die Löwen gestern die schwere Reise nach Paderborn zum spielstarken Aufsteiger SC Verl antreten. Bei den Löwen stand etwas überraschend Djayo für den gelb-rot gesperrten Tallig in der Startaufstellung, außerdem nahm Neudecker zunächst auf der Bank Platz und Erdmann stand in der Startformation.

Die Löwen traten erstmals in ihren mentafarbenen Trikots an, die einige Spieler durch knallgelbe Unterhemden zu ergänzen wussten. Schade, dass wir keine Modebloggerin unter den Spielerfrauen haben. Ihre Meinung zu dem dadurch entstehenden wellensittichartigen Outfit der Löwen hätte uns brennend interessiert.

Das Spiel begann aufgrund einer Verspätung des Flugs aus München mit einer halbstündigen Verzögerung. Sechzig ließ sich aber den Trouble der Anreise nicht anmerken und spielte gegen die technisch versierten und offensiv ausgerichteten Verler gut mit. Nach einer Verler Ecke setzte Sechzig dann einen wunderbaren schnellen Gegenangriff. Mölders versprang der Ball zunächst im gegnerischen Strafraum. Er erkämpfte sich diesen aber vorbildlich zurück, legte diesen sehr klug auf Daniel Wein zurück, der aus halbrechter Position genau auf Stefan Lex flankte. Dieser verlängerte den Ball überlegt per Kopf (!) ins lange Eck über Torwart Brüseke hinweg zum 0:1 ins Tor (20. Minute).

Leider verlieh das Tor den Löwen nicht mehr Stabilität und Sicherheit im Spiel. Ganz im Gegenteil, die Verler wachten auf und brachten bis zur Halbzeit ihre stärkste Phase im Spiel auf den Paderborner Rasen. In der 23. Minute hatten die Giesinger noch Glück als Sanders zum vermeintlichen Ausgleich einschob. Aber der Schiedsrichter entschied auf Abseits, was für die Löwen ehrlich gesagt ziemlich glücklich war.

Die nächste Großchance zum Ausgleich hatte die Westfalen nur 2 Minuten später. Einen Kopfball von Stöckner konnte Hiller noch klären, aber nicht festhalten. Den Nachschuss von Kurt aus etwa 12 Meter konnte Hiller mit einer  Glanzparade gerade noch über die Latte lenken. Die Mannschaft konnte sich bei ihrem Keeper bedanken, dass sie immer noch führte.

Einen großen Aufreger aus Münchner Sicht gab es dann in der 30. Minute, als Stöckner Lex nur per Notbremse von einem Alleingang auf das Tor abhalten konnte. Warum Schiri Willenborg nicht Rot zückte, war nicht wirklich nachvollziehbar. In der 38. Minute war dann sogar Marco Hiller machtlos. Nach einer Ecke der Verler konnte die blaue Verteidigung nicht entscheidend klären und Ex-Löwe Lannert kam aus etwa 18 Meter frei zum Abschluss. Der stramme Schuss schlug rechts unten zum Ausgleich ein, obwohl Hiller sogar noch die Finger an die Kugel brachte.

Der Treffer war zu diesem Zeitpunkt aber durchaus verdient, da Sechzig der Verler Offensivpower zu wenig Einsatz entgegenstellte. Mit 1:1 ging es in die Pause und ab der 46. Minute ersetzte Neudecker Djayo, der Gelb-Rot-gefährdet in der Kabine blieb.

Verl drückte in der zweiten Hälfte mehr und presste früher. Dadurch gerieten die Löwen das ein oder andere Mal unter Druck, aber ähnliche Großchancen wie in Halbzeit eins sprangen für die Verler nicht mehr heraus.

Zu Beginn der letzten Viertelstunde kam Sechzig dann zu zwei Großchancen auf den Führungstreffer. Zunächst setzte sich Lex auf dem rechten Flügel durch und zirkelte eine schöne Flanke in den Verler Fünfmeterraum. Dort konnte Keeper Brüseke in letzter Sekunde vor den einschussbereiten Neudecker und Steinhart den Ball ablenken (78. Minute). Eine Minute später köpfte dann Politker in spe Dennis Erdmann den Ball nach einer Neudecker-Flanke an die Latte. Das wären die zwei Möglichkeiten für den Lucky Punch gewesen!

Danach geschah nichts Nennenswertes mehr, so dass sich die Löwen mit einem Punkt aus Westfalen im Gepäck auf den Heimweg machten. Insgesamt ist die Punkteteilung gerecht, Paderborn hätte in der ersten Halbzeit in Führung gehen können, die Löwen ließen die zwei guten Möglichkeiten in der Schlussphase aus. Was dieser Punkt in der Endabrechnung wert sein wird, muss man sehen.

Am Samstag geht es auf Giesings Höhen weiter gegen Türkgücü. Hoffentlich gelingt dann der erste Sieg dieser englischen Woche mit Spielen gegen drei starke Gegner.

Live-Ticker SC Verl – TSV 1860 München, live aus dem Stadion, 12. Spieltag 2020/21, 24.11.2020

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Liveticker TSV 1860 München von sechzger.de

SC Verl : TSV 1860 München – der sechzger.de – Liveticker ist auch am 12. Spieltag in der Saison 2020/21 wieder live dabei, dieses mal aus der Benteler-Arena in Paderborn. In dieser trägt der SC Verl nämlich sein Spiel gegen den TSV 1860 München aus – warum das so ist, erfahrt ihr in unserem Vorbericht.

TAKTIKTAFEL – Unser nächster Gegner: SC Verl 1924

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem Spiel des SC Verl gegen unseren TSV 1860 München.

Mit fünf Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen befindet sich der Aufsteiger aus Ostwestfalen trotz zweier coronabedingter Spielausfälle auf einem beachtlichen sechsten Platz in der Tabelle. Der vom Marktwert her billigste Kader der Liga hat mit 26 Profis genauso viele Spieler wie die Sechzger an Bord. Mit zwölf externen Neuzugängen, wurde das Team vor der Saison klug verstärkt. Das zeigt sich auch in den bisherigen Ergebnissen.

Was können wir am heutigen Dienstag von der Mannschaft aus der Ölbachstadt erwarten?

Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig: Technisch anspruchsvoller Offensivfußball ist die Spielphilosophie des erst 38jährigen Trainers Guerino Capretti. In allen neun bisherigen Spielen brachten die Verler eine 4-3-3-Grundformation auf den Platz und auch in den Partien, die verloren gingen, dominierten sie mit viel Ballbesitz, einem sicheren und schnellen Passspiel und grandiosem Stellungsspiel gegen den Ball. Zwei Tore im Schnitt pro Spiel gegen zum Teil hochkarätige Gegner zeigen zudem, wie gefährlich die Offensive des Sport Clubs sein kann. Weniger als zwei Treffer wurden bisher nur zum Saisonauftakt in Wiesbaden und bei den unglücklichen Niederlagen gegen Ingolstadt und vergangenen Montag gegen Lübeck erzielt. Die Zweitvertretung von der Säbener Straße, der 1.FC Magdeburg und am letzten Freitag der MSV Duisburg mussten gegen Verl den Ball sogar drei bis viermal aus dem eigenen Kasten holen.

Bei Angriffen des SC Verl, die meist über die Flügel vorgetragen werden, rückt immer der Angreifer von der ballfernen Seite mit ins Sturmzentrum ein, während sich die beiden zentralen Mittelfeldspieler hinter die Spitzen schieben und die totale Offensive, die Capretti auf die gegnerische Abwehr loslässt, komplettieren. Gegen den Ball hingegen lassen sich die offensiven Außenspieler des SC Verl ins Mittelfeld fallen, um die Räume für den Gegner dort eng zu machen. So entsteht – wenn Verl gegen den Ball spielt – ein 4-1-4-1, bei dem ein Sechser zwischen den Ketten agiert.

Die bisherigen Durchschnittswerte des SC Verl

Ballbesitz 57%, Passquote 80%, 40% aller Schüsse der Verler gehen aufs Tor, und knapp jede vierte Flanke findet mit einen Abnehmer. Die Spieler des SCV entscheiden offensiv 38% (guter Wert) und defensiv 62% (eher schlecht) aller Zweikämpfe für sich. Absolut überragend ist mit 9,2 die PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) bei den Verlern. Wenn man hier den negativen Ausreißer gegen eine andere Münchner Mannschaft herausrechnet, käme man sogar auf einen Wert von 8,4. Angegriffen wird bei Verl über die Flügel, was bei einem 4-3-3 auch nicht weiter verwundert. 41.5% der Angriffe gehen über rechts, 37,5% über links, somit bleiben für das Zentrum als Angriffszone 21%.

Was kann man aus diesen Informationen für das Spiel heute herauslesen?

Die Abwehr des TSV 1860 darf sich absolut keine Fehler leisten, denn die bestraft der SC Verl gnadenlos. Die treffsicheren Stürmer zeichnen für fünfzehn der achtzehn Verler Treffer verantwortlich. Aygün Yildirim (#18) und Zlatko Jancic (#13) konnten bisher je sechsmal einnetzen, hinzu kommen bei Janjic vier und bei Yildirim zwei Vorlagen. Die im Wechsel eingesetzten Kasim Rabihic (#9) und Berkant Taz (#25) haben zusammen satte acht Scorerpunkte auf dem Konto. Wenn vor allem die Außenverteidiger der Löwen ihre Aufgaben nicht konzentriert und konsequent lösen, wird es gegen die quirligen, technisch versierten Angreifer des SC Verl im Münchner Strafraum des Öfteren lichterloh brennen.

Da der SC Verl – bisher zumindest – keine Anzeichen macht, mit einer tiefstehenden Abwehr zu agieren, dürfte es, im Spiel nach vorne, für die Löwen, sofern sie das Pressing des Sport Club überwinden können, besser ausgehen als zuletzt gegen Uerdingen oder andere Mannschaften, die gegen Sechzig den Bus vor dem Tor geparkt hatten. Generell versuchen die Verler dem spielerischen Aspekt gegenüber dem Kampf immer den Vorzug zu geben und fahren mit dieser Devise bisher erstaunlich gut.

Stärken und Schwächen im System des SC Verl

Stärken: Die Verteilung der Spieler über das komplette Spielfeld sowie die doppelte Besetzung der beiden Flügel und somit leichte Durchführbarkeit von Seitenwechseln sind große Vorteile, die einem dieses System offensiv bietet. In der Variante, die Verl auf den Platz bringt, also mit einem defensiven und zwei halbzentralen Mittelfeldspielern davor, sowie situativ offensiv agierenden Flügelverteigern, entfesselt dieses System geballte Angriffskraft.

Schwächen: Die Spielweise ist für den Gegner meist leicht auszurechnen. Bei Ballverlust kommt es überdies schnell zu einer Unterzahl im Mittelfeld, die passsichere Mannschaften dann ausnützen können. Bei Positionsangriffen fehlen bei einem 4-3-3 aufgrund der sehr offensiven Ausrichtung oft Anspielstationen im Mittelfeld. Verl versucht dieses Manko mit offensiven Flügelverteidigern, die aufrücken, zu kompensieren.

Gegen den Ball wird der heutige Gastgeber, da er defensiv mit einem 4-1-4-1 agiert, keine Schwächen, die nicht individuellen Fehlern entspringen, haben, sofern Mehmet Kurt (#7) im defensiven Mittelfeld seine Aufgaben gut erledigt.

Die Schlüsselspieler des SC Verl

Torhüter Robin Brüseke (#32) ist ein reflexstarker Schlussmann, mit einer Körpergröße von 1,84 m nicht unter den Größten seiner Zunft zu finden, allerdings hat er dennoch das Durchsetzungsvermögen und eine gute Strafraumbeherrschung, um den Gegenspielern auch bei hohen Bällen nicht die Oberhand zu überlassen. In bislang drei Spielen konnte er die Null halten.

Mehmet Kurt (#7): Der gegen den Ball zweikampfstarke defensive Mittelfeldspieler steuert die Richtung der Angriffe im Aufbau. Mit seiner guten Übersicht und seinem genauen Passspiel ist er in der Spieleröffnung die erste Anspielstation aus der Abwehr heraus.

Philipp Sander (#11) agiert als halbzentraler rechter Mittelfeldspieler. 80% erfolgreiche Pässe, ein gutes Auge für entstehende Situationen und geniales Zusammenspiel mit Aygün Yildirim (#18) dem rechten Flügelspieler zeichnen den kreativen Kopf der Verler im Mittelfeld aus. Er drückt sich  außerdem nicht vor defensiven Zweikämpfen. Für einen offensiv ausgerichteten Spieler gewinnt er davon mit knapp 63% überdurchschnittlich viele.

Schon angesprochener Aygün Yildirim (#18) ist der Turbo auf dem rechten Flügel. Dribbelstark wie kaum ein anderer Spieler der Liga und obendrein torgefährlich. 48% seiner Eins-gegen-Eins-Duelle im Dribbling gewinnt er. Sechs Treffer und zwei Vorlagen stehen zu Buche. Philipp Steinhart wird hier alle Hände voll zu tun haben.

Zlatko Janjic (#13) im Sturmzentrum ist sowohl Vorbereiter Nummer eins und zugleich, mit sechs Treffern bisher, ein eiskalter Vollstrecker vor dem Tor. Er ist Verls gefährlichste Waffe im Sturm. Auf seine Erfahrung und große Anzahl an Treffern in der 3. Liga in den letzten Jahren wurde auch in unserem Vorbericht für das heutige Spiel hingewiesen. Außerdem hat Janjic für das Portal liga3-online.de diesen Spieltag getippt. Seine Erwartung – und die einiger anderer – für den heutigen Abend in Paderborn könnt Ihr hier nachlesen.

Fazit

Der geballten Offensivkraft des SC Verl zu widerstehen wird ungemein schwer. Andererseits werden, gerade weil Verl so offensiv spielt, auch Chancen für den TSV 1860 heute Abend keine Mangelware sein. Speziell die Verler Innenverteidiger haben am Boden nicht die besten Zweikampfquoten, und je nachdem, wer neben Kapitän Julian Stöckner (#23) im Abwehrzentrum den Vorzug bekommt, kann es auch sein, dass 1860 über hohe Flanken zu Kopfballchancen kommt.

Gegen den Ball ist – man kann es gar nicht oft genug wiederholen – allerhöchste Konzentration und Vorsicht geboten. Verl hat hohes Spieltempo und technisch brillante Akteure in der Offensive zu bieten. Die Angriffe des SCV müssen – wenn möglich – schon im Ansatz unterbunden werden, damit erst gar keine Gefahr für die Hintermannschaft oder das Tor der Löwen entstehen kann.

Ich hoffe sehr, dass Michael Köllner defensiv das richtige Rezept findet, um Verls Offensive in Zaum zu halten. Bei eigenem Ballbesitz werden wir vor dem gegnerischen Tor gefährlichere Löwen sehen, als in den beiden vorangegangen Spielen.

Alles in allem wäre ich vor diesem Auswärtsspiel durchaus mit einem Punkt zufrieden. Wir werden sehen was die neunzig Minuten für uns bereithalten. Spannend wird es auf jeden Fall gegen den Aufsteiger aus Ostwestfalen.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Mit voraussichtlich dieser Aufstellung werden die Gastgeber heute Abend in Paderborn auflaufen:

Sechzig um Sieben: SC Verl – TSV 1860 München

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Sollte jemand behaupten, der TSV 1860 träfe heute Abend um 18.60 Uhr zum ersten Mal in seiner langen und wechselhaften Geschichte auf den SC Verl, täuscht der sich gewaltig. Als Ligaspiel ist das Duell zwar eine Premiere, aber vor zehn bzw. dreizehn Jahren kam es in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals zu Duellen mit dem damaligen Regionalligisten, bei denen sich jeweils der Zweitligist durchsetzen konnte (2007 mit 3:0 durch drei Tore von Antonio di Salvo und 2010 mit 2:1 durch den Doppeltorschützen Stefan Aigner). Gespielt wurde beide Male im Stadion an der Poststraße, das mittlerweile auf den Namen „SC-Arena“ hört. Hier trugen die Ostwestfalen auch ihre ersten beiden Heimspiele der aktuellen Drittligasaison gegen die kleinen Roten und Hansa Rostock vor jeweils 1.000 Zuschauern aus. Seit dem 6. Spieltag tritt der Liganeuling hingegen vor leeren Rängen in der Paderborner Benteler-Arena an. Diesem Standortwechsel ging ein ziemlicher Eiertanz voraus: Da das Verler Stadion eine Maximalkapazität von 5.000 Besuchern aufweist, musste der Aufsteiger vor der Saison für die Drittligalizenz eine Ausweichspielstätte benennen und tat dies mit der Heimstatt des SC Paderborn. Aufgrund der Corona-bedingten begrenzten Zuschauerzulassung ab Beginn dieser Saison erhielt Verl dann aber eine Ausnahmegenehmigung und begann die Spielezeit zu Hause in der vertrauten Umgebung. Und eigentlich sollte dies so beibehalten werden. Für die Abendspiele organisierte der Verein eine mobile Flutlichtanlage, um fortgesetzt im beschaulichen 26.000-Einwohner-Städtchen bleiben zu können. Allerdings lehnte der Gast 1. FC Magdeburg Mitte Oktober eine Verlegung, des ursprünglich ja in Paderborn angesetzten Spiels nach Verl ab. Da dann am 8. Spieltag die Verler Heimpartie gegen Zwickau abgesagt werden musste (der Nachholtermin ist genau heute in einer Woche), das Spiel gegen Lübeck auf Montag Abend angesetzt worden war und auch die heutige Partie ein Abendspiel ist, bestreiten die Verler in diesem Herbst in Summe acht Wochen lang ausschließlich Flutlichtheimspiele – und zwar alle in Paderborn. Ob eine Rückkehr nach Verl im Dezember oder später angedacht ist, ist aktuell nicht bekannt. Für uns aber auch egal, da für die Löwen das Gastspiel im Westen ja schon morgen der Vergangenheit angehört

An den „Wellblechpalast“ in Paderborn haben die Löwenfans – ohne abschweifen zu wollen – übrigens eher schlechte Erinnerungen. In neun Zweitligaspielen gelangen dort nur ein einziger Sieg (gleich zur Premiere im März 2006) und zwei magere Unentschieden. Ansonsten setzte es in Paderborn stets – mitunter empfindliche – Pleiten. Diese aber eben gegen einen anderen Verein, als den heutigen Gastgeber.

Der „Sportclub Verl von 1924“ macht erst seit den 1970er-Jahren mit Ambitionen im Fußball jenseits der Kreis- oder Bezirksliga auf sich aufmerksam. Im Jahr 1986 gelang erstmals der Sprung in die drittklassige Oberliga Westfalen, der man acht Jahre lang in Serie angehörte und sich 1994 auch direkt für die Regionalliga West/Südwest bzw. Nord (ab 2000) qualifizierte. Erstmalig für allerdings sehr kurzzeitige bundesweite Aufmerksamkeit sorgte der SC Verl im Jahr 1991, als man als Staffelmeister an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga/Gruppe Nord teilnehmen durfte. In der Süd-Gruppe gelang in diesem Jahr einem gewissen TSV 1860 München der vielumjubelte Aufstieg nach neun Jahren in der Bayernliga. Den Verlern war diese Freude nicht vergönnt. In der Fünfergruppe (mit nur einem Aufsteiger!) waren sie zwar besser, als TeBe Berlin, aber landeten hinter Göttingen 05, dem VfL Wolfsburg (erste Mannschaft!) und dem Aufsteiger, den wahrscheinlich kaum ein Leser hier im Kopf hat: Dem FC Remscheid.

Nach dem Abstieg aus der Regionalliga 2003 und einem vierjährigen Gastspiel in der mittlerweile viertklassigen Oberliga gelang 2007 nochmal für ein Jahr der Sprung in die Drittklassigkeit – die Qualifikation zur neu gegründeten bundesweiten 3. Liga misslang jedoch. Und auch in den Folgejahren tat man sich gegen die extrem namhaften und traditionsgeladenen Konkurrenten in der – nun wieder auf den Namen Regionalliga West hörenden – vierten Liga schwer. Mittelfeldplatzierungen zwischen sieben und 13 gehörten zum Verler Alltag, genauso wie die stets nur dreistelligen Besucherzahlen in der SC-Arena. Der überraschende Aufstieg in die 3. Liga in diesem Corona-Jahr 2020 wurde nicht als Meister realisiert. Nachdem die reguläre Saison nach dem 28. Spieltag abgebrochen wurde, der „ernannte“ Meister SV Rödinghausen jedoch auf die Beantragung einer Drittligalizenz verzichtete, rückten die Verler als Zweitplatzierte in die beiden Qualifikationsspiele gegen den Nordost-Vertreter Lokomotive Leipzig nach und – das nächste Kuriosum – stiegen ohne einen Sieg in den beiden Spielen auf. Nach einem 2:2 in Leipzig reichte zu Hause ein 1:1, um aufgrund der Auswärtstorregel in die 3. Liga zu rutschen.

Die Annahme, der SCV könnte – aufgrund dieser durchaus zweifelhaften Aufstiegs-Umstände – in der 3. Liga dann gar nicht richtig ankommen, wies man im Kreis Gütersloh allerdings schnell zurück: Die bereits eingefahrenen 16 Punkte bedeuten einen starken sechsten Tabellenplatz, dabei haben die Verler erst neun Partien absolviert und könnten im Erfolgsfall noch weiter aufrücken. In einer Saison, in der nach elf Partien ein anderer Aufsteiger (nämlich der 1. FC Saarbrücken) die Tabelle souverän anführt und in der ein weiterer ambitionierter Aufsteiger (nämlich Türk Gücü) mit genauso vielen Punkten nach genauso vielen Spielen dasteht, mag das Erreichte für relativ wenig Aufsehen sorgen – nichtsdestotrotz ist der bisherige Saisonverlauf der Ostwestfalen absolut bemerkenswert.

Entsprechend steht heute Abend für unsere Löwen wieder mal eine echte Herausforderung auf dem Programm, zu der unter normalen Umständen – trotz des ungünstigen Dienstagabendtermins – natürlich wieder zahlreiche Fans in weiß und blau angereist wären. So verfolgen die Daheimgebliebenen – in gewohnter Manier – im Bezahlfernsehen bzw. im sechzger.de-Liveticker, wie das Team von Michael Köllner mit einer der stärksten Offensiven dieser Liga zurecht kommt. Wobei: So richtig gewöhnen werden wir uns daran wahrscheinlich nie, oder?

Sechzig@18:60 – Trikot-Verlosung & Statistik: Ballbesitz gegen Uerdingen 59%, Torschüsse 12:3, eine Passquote von 89% …

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TSV 1860 München Nachrichten zum Feierabend kompakt; Bild von der Westkurve im Grünwalder Stadion

…das ist die Statistik vom Heimspiel gegen Uerdingen vom Samstag bis zum Platzverweis von Erik Tallig – soviel zu all denen, die ein „schlechtes Löwenspiel“ gesehen haben wollen. Diese und mehr interessante Details findet ihr in der TAKTIKTAFEL von Bernd Winninger, die wir heute Mittag online gestellt haben.

https://sechzger.de/taktiktafel-nachbetrachtung-tsv-1860-muenchen-kfc-uerdingen/

Doch damit nicht genug – heute war ja auch bereits die Pressekonferenz vor dem morgigen Auswärtsspiel beim SC Verl – Christian Jung hat für sechzger.de virtuell daran teilgenommen. Sein Fazit von der Pressekonferenz könnt ihr natürlich auch nachlesen – kleiner Hinweis für die Lesefaulen: Pusic wird morgen noch nicht zum Einsatz kommen:
Die ersten Expertentipps zum Auswärtsspiel in Verl sind auch bereits eingetroffen:

https://sechzger.de/12-spieltag-expertentipps-mit-felix-weber-und-ugur-tuerk/

…und dann weisen wir an dieser Stelle schon darauf hin, dass wir auch morgen wieder 1100 Kilometer Autofahrt auf uns nehmen werden, um für euch live aus dem Stadion zu tickern – zusätzlich zu unserem Liveticker aus dem Stadion gibt es morgen früh pünktlich zu „Sechzig um Sieben“ unsere Spielvorschau und um 12:00 Uhr dann die Taktiktafel – Bernd Winninger hat sich wieder ein paar Spiele und unzählige Statistiken zum SC Verl reingezogen, um euch bestmöglich vorzubereiten.
Weil wir morgen ein kleines Jubiläum haben, verlosen wir ein Trikot vom e.V. – also reinschauen zu Sechzig um Sieben, da gibt es die Details.

Fünfteilige Bilderserie von Borjan Ritan: Münchens Große Sehnsucht

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Die Sehnsucht nach dem Grünwalder Stadion wächst von Tag zu Tag. Nur zu gerne würden wir uns unser Trikot überstreifen, die TeLa oder Candidstraße entlangmarschieren und auf dem Weg auf all die bekannten Gesichter treffen. Uns beim Grünspitz ein Bier gönnen, beim Trepperlwirt noch eins und wenn wir schon dabei sind, sollten auch der Kastaniengarten, das riffraff, das Schau ma moi und das Giesinger Bräu etc. nicht links liegen gelassen werden… Und wie gerne würden wir wieder in der Kurve oder in der Stehhalle Schulter an Schulter stehen, lauthals mitsingen und uns beim Torjubel in die Arme fallen! Es könnte alles so wunderbar sein…

Bekanntermaßen macht uns jedoch Covid-19 einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, der Sehnsuchtsort Sechzgerstadion bleibt jedoch. Eins steht indes fest: Der Tag der Rückkehr wird kommen und sicher einer der emotionalsten Tage mit den Löwen werden.

Damit das Warten auf den großen Moment ein bisschen erträglicher wird, bringt der TSV 1860 München e.V. euch das Grünwalder Stadion jetzt nach Hause. Ganz billig ist Spaß zugegebenermaßen nicht, aber dafür hat man Münchens schönstes Wahrzeichen zukünftig bei sich zuhause.
„Münchens Große Sehnsucht“ heißt die fünfteilige Bilderserie vom Fotografen Bojan Ritan, die ab sofort exklusiv im Online-Shop des Hauptvereins in zwei verschieden Größen erhältlich ist. Bojan Ritan, der selbst in Giesing lebt, ist bekannt für seine vielfältigen Bilder und seine fotografischen Perspektivwechsel. Und bei diesem traumhaften Motiv konnte das Ergebnis ja nur gut werden…

12. Spieltag: Expertentipps mit Felix Weber und Ugur Türk

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Bis zum Sommer stand Felix Weber bei den Löwen unter Vertrag, war über Jahre hinweg Kapitän des TSV 1860 und ist auch bekennender Fan des Vereins, zu dem er bereits als 9-Jähriger gewechselt war. Nun schnürt der Innenverteidiger seine Stiefel für Rot Weiß Essen und hat mit dem Club von der Hafenstraße die realistische Chance, diese Saison in die 3. Liga aufzusteigen. Nach dem 4:0-Auswärtssiegbeim VfB Homberg am Wochenende führen die Rot-Weißen die Tabelle der Regionalliga West derzeit mit zwei Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund II an, wobei der Verfolger zwei Spiele weniger absolviert hat. Den Löwen im Herzen trägt Felix Weber jedoch natürlich weiterhin und so hofft er am Dienstag Abend auf einen 3:1-Erfolg des TSV 1860 über den SC Verl.

Als die Löwen im Mai 2018 in den dramatischen Relegationsspielen gegen den 1. FC Saarbrücken in die 3. Liga aufstiegen, stand auch Ugur Türk im erweiterten Kader der Giesinger Helden. 13-mal kam er während der Saison zum Einsatz, ehe sich die Wege zwischen Verein und Spieler trennten. Aktuell kick Türk bei Sivas Belediye Spor in der 3. türkischen Liga, muss aber heute mit seinem Club im Pokal gegen Fenerbahce ran. Beim starken Aufsteiger SC Verl traut er der Truppe von Michael Köllner ein 2:2-Remis zu.

Als Sportdirektor der SV Elversberg hat Ole Book im Sommer Nico Karger ins Saarland gelotst, für die Löwen sieht er im Duell gegen den SC Verl schwarz. Er tippt auf einen 2:1-Sieg der Ostwestfalen.

Zu guter Letzt kommt mit Zlatko Janjic vom SC Verl noch ein direkt Beteiligter zu Wort. Der Stürmer, der in dieser Saison bereits an zehn Treffern des Aufsteigers beteiligt war, sieht sein Team im Vorteil und prophezeit ebenfalls einen 2:1-Heimsieg.

PK aktuell: Pusic noch nicht im Kader +++ Tallig-Pause kein Problem

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Stress war einer der zentralen Begriffe, der sich am Montag Vormittag durch die LÖWENRUNDE vor dem Spiel der Löwen beim SC Verl zog. Ein englische Woche ist schon per se eine stärkere Belastung für die Profis, als der reguläre Rythmus von Wochenende zu Wochenende. Hinzu kommt, dass Trainer Michael Köllner den morgigen Gegner als ein Team bezeichnet, das “beim Gegner extrem viel Stress verursacht”. Ob auch unsere TAKTIKTAFEL das entscheidende Rezept darin sieht, “hinter die Verler Pressinglinien zu kommen,” was der Löwencoach in der Pressekonferenz als den Schlüssel zum Erfolg bezeichnete, lest Ihr morgen Mittag (also ausnahmsweise erst am Spieltag) hier auf sechzger.de.

Personell steht den Löwen in Paderborn Martin Pusic nach seiner Verletzung noch nicht zur Verfügung. Die Hand des Österreichers ist noch ein wenig geschwollen, heute oder spätestens morgen erhält er eine Wettkampfschiene und wird am Mittwoch dann individuell trainieren. Für das Heimspiel gegen Türk Gücü am Samstag soll er wieder zur Verfügung stehen. Genauso wie Erik Tallig, der morgen Abend seine Gelb-Rote Karte aus dem Spiel gegen Uerdingen abzusitzen hat, was Köllner aber eher positiv, als negativ bewertet. Die Zwangspause tut “dem Jungen, der zuletzt extrem viel Spielzeit bekommen hat,” dem Löwencoach zufolge gut. Den Verlust einer gewissen Lockerheit, die Köllner an anderer Stelle auch anderen weiß-blauen Akteuren attestierte, sei besonders bei Tallig zu beobachten. “Jetzt geht es darum, dass Erik mal ein bisschen durchschnauft, zur Ruhe kommt und den Druck, der natürlich aufgrund der Ergebnisse und der Tabellensituation hier zustande kommt, abstreifen kann.”

Besonders viel Druck und sicher auch Stress wird morgen Abend in Paderborn auf Philipp Steinhart zukommen. Der vielleicht dribbelstärkste Spieler der 3. Liga, Aygün Yildirim wird die linke Abwehrseite der Löwen besonders fordern. Für Michael Köllner kommt es darauf an, dass man möglichst wenig Pässe auf diese Position zulässt, die Nummer 18 der Verler also vom Spiel abschneidet und darüber hinaus “Steini” im 1:1 gegen Yildirim gut agiert – natürlich mit maximaler Unterstützung seiner Mitspieler.

Das bislang sehr gute Abschneiden aller Aufsteiger in die 3. Liga und damit auch des SC Verl überascht den Löwentrainer nicht. Einzig dem VfB Lübeck hatte Köllner vor der Saison ein bisschen weniger zugetraut; Saarbrücken, Türk Gücü und den morgigen Gegner aus Ostwestfalen sah der Löwendompteur auch vor der Saison absolut konkurrenzfähig in dieser Liga. Mit einem Blick auf die 2. Liga, in der sich die Aufsteiger Würzburg und Braunschweig aktuell ja noch eher schwer tun, sieht Köllner in diese Richtung einen größeren Sprung, als aus den Regionalligen nach oben. In Verl kommt zu einem erfahrenen Kader und sinnvollen Verstärkungen die Euphorie des Aufstiegs, die Erleichterung – trotz Corona – quasi “mitten in der Saison” die Chance bekommen zu haben, sich für die 3. Liga zu qualifizieren, hinzu. Ob das Mitspielen der Aufsteiger ganz oben ein Dauerprozess wird, bleibt aber natürlich abzuwarten. Dies hängt für Köllner auch davon ab, wie die Teams dauerhaft mit der psychischen Belastung in der höheren Liga zurecht kommen. Auch hier geht es also um den Schlüsselbegriff dieser PK: Stress.